Schlagwort: Sauna

  • 26-02-15 Julien!

    26-02-15 Julien!

    Madame und die evangelische Musiklehrerin saunierten zu Limone-Eis.

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    Wir nutzten die eisfreien Wege und den Besuch aus Hamburg-Einbeck zu einem Spaziergang durch unseren neuen Kiez: Alt-Wilmersdorf.

    Es ist immer noch faszinierend zu sehen, dass ganze historische Struktur Alt-Wilmersdorfs mit Straßen, Grundstücksgrenzen und Gebäuden auf einen See ausgerichtet ist – der nicht mehr existiert. Alt-Wilmersdorf schmiegt sich an einen Fußballplatz. der auf dem zugeschütteten See errichtet wurde. Kirche, Herrenhaus und ehemalige Bürgerhäuser haben großzügige Gartengrundstücke, die auf den Fußballplatz zulaufen.

    Dabei entdeckt: Der Schölerpark, ein ehemaliger Barockpark, der sich im Laufe der Jahrhunderte in eine naturnahe ruhige Grünoase am See Fußballplatz verwandelte.

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    Zum Abschied gab es ein Strandkorbfoto, denn in unserem Schwimmbadfoyer haben wir jetzt Zugriff auf einen Haus-Strandkorb.

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    Schwerer Fehler: Im Fire 1973 bestellte ich einen Ananassalat1, der relativ großzügig mit Chilis versehen war. Und vielleicht muss ich mich jetzt den Rest meines Lebens nur noch von diesem Ananassalat ernähren. Vielleicht im Wechsel mit den Marillenknödeln der Nussbaumerin.

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    Der Kaptain experimentiert mit Smoothies. Ich finde das sehr spannend.

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    Im Café in Zehlendorf hörte ich den ausdauernden Vortrag einer (semi)professionellen Zahnarztfunktionärin am Nachbartisch. Ich hoffte auf Details zum Versorgungswerk-Skandal, leider aber war es im Wesentlichen eine exorbitante Bejammerung ihrer mangelnden Anerkennung. („Ich dachte das ist wie in der Wirtschaft – wer gut ist, kommt nach oben. Dem ist aber in der Politik nicht so!“)

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    Es war ein Freitag und Samstag mit Besuch und Aktivitäten.

    Mid-century Noir

    Kreuzberg, 2026

    Plottwist: Ich war auf dem Weg zu einem Kinofilm, bei dem ein zentraler Plotpunkt ist, dass die Hauptperson im Fahrstuhl feststeckt. Und was passiert: Ich stecke in der U-Bahn fest. Gut 20 Minuten standen wir im Bahnhof Yorckstraße, betreut von einer zunehmend genervten U-Bahnfahrerin und einem rustikaler Mann mit Warnweste. Wir, an den Scheiben kratzend in den Waggons wie im Zoo, auf dem Bahnsteig die stets zunehmende Menschenmenge, die gerne fahren würde aber nicht konnte.

    Am Ende „wir müssen evakuieren!“ Sie öffneten eine Tür per Notöffnung, und unter dem Warnpiepen der Tür ergoss sich die ganze U-Bahn in den Bahnhof. Angesichts des zu erwartbaren folgenden Aufräumchaos beschloss ich, den Rest der Strecke in der Nacht durch den Dauerregen zu laufen: Southpark auf der Yorckstraße statt Jeanne Moreau auf dem Champs Elysee.

    Paris, 1958

    Um einen Schritt zurück zu treten:

    Ich hatte die Jeanne-Moreau-auf-dem-Champs-Elysee-Szene gesehen2: Jeanne Moreau in „Lift to the Scaffold“ (Miles Davis Theme). Mein Gedanke war klar: Und wenn sie die restlichen 86 Minuten des Filmes nur schreiende Teletubbies zeigen sollte: Ich muss diesen Film sehen.

    Welch glückliche Fügung, dass auch er es in das Boulevard-Noir-Programm von Yorck geschafft hatte.3

    Fahrstuhl zum Schafott/ Ascenseur pour l’échafaud von 1958 ist ein Noir/Nouvelle-Vague-Klassiker. Zwei Paare begehen je einen Mord: ein „älteres“ (Julien Travernier und Florence Cavala – so 30/40 Jahre alt) und ein jüngeres (Lois und Veronique – unter 20).

    Die Älteren haben nicht nur Nachnamen sondern auch einen Plan. Sie haben eine Lebensgeschichte (Ehefrau eines Waffenhändlers bzw- Exfallschirmjäger), die Jüngeren haben Energie und romantische Ideen. Die älteren haben einen sorgsam ausgearbeiteten Plan, die jüngeren überschießende Emotionen. Aber durch einen stecken gebliebenen Fahrstuhl und viele Zufälle verheddern sich beide Geschichten untrennbar ineinander.

    Die Geschichte spielt in weniger als 24 Stunden an einem Tag und vor allem in einer Nacht in Paris.

    Nie wurde Paris so amerikanisch inszeniert4. Selten war es so cool. Es waren noch Zeiten als Paris nicht europäisch-altertümlich-romantisch insiziniert wurde, sondern das stylishte der Moderne aufbot: Das brandneue stylische Bürogebäude in bester Nachkriegsmoderne Rue de Courcelles 29, im Innern mit der modernsten Büroausstattung der Zeit, die beiden Autos, ein 1952 Chevrolet Styline de Luxe Cabrio und ein Mercedes 300SL (der mit den Flügeltüren.) und jede Menge Gadgets, die „klassische Moderne“ schreien.

    Und natürlich die Nachtszene am Champe Elysee, die Filmgeschichte schrieb: Jeanne Moreau, für damalige Filmstandards kaum geschmickt, natürliches Licht (bei Nacht!) und der Score, den Miles Davis an einem Abend über die Szene improvisierte.

    Von der Galliarde her gedacht

    Von Eiche bis Welle

    Normalerweise komme ich vielleicht einmal im Jahr ins alte Zehlendorfer Ortszentrum nach Zehlendorf/Eiche. Aber 2026 verläuft unser Leben eh anders, und so war dies schon der zweite Besuch dort im Februar.

    Dabei entdeckt: Es gibt eine Bus-Direttissima von unserer neuen Wohnung nach Zehlendorf/Eiche.

    Dabei entdeckt: In einem Schaufenster an der Clayallee steht eine Auslage mit Maulkörben, effektvoller inszeniert als jede Boutique des Stadtteils.

    In Zehlendorf recherchierte ich: Berlins skurrilstes öffentliches Schwimmbad ist weiterhin geöffnet. Dort. wo einst das Stadtbad Zehlendorf stand, befindet sich seit 2008 ein Einkaufszentrum, die Zehlendorfer Welle. Das Stadtbad wurde abgerissen und verkauft in jenen Jahren, in denen Berlin sich als „arm aber sexy“ verkaufte. Im Gegensatz zum SEZ wurde aber offensichtlich gelernt: Anscheinend musste der Investor sich verpflichten weiterhin ein Schwimmbad am Leben zu halten.

    Ein alter Stelle in neuem Gebäude besteht ein öffentlichers Schwimmbad innerhalb eines Fitnessclubs innerhalb des Einkaufszentrums.

    Der einzige Hinweis, dass dieses Bad zur besucherärmsten Zeit werktags von 12 bis 16 Uhr öffentlich ist, findet sich direkt vor Ort, unterhalb der normalen Öffnungszeiten – nichts im Internet, nichts irgendwo, der Besuch dort verläuft erst über den Fitnessclub-Tresen durch den Spezialeingang für die Öffentlichkeit.

    Das Bad sieht auf Fotos eindrucksvoll aus. Vor Ort dann nicht mehr so sehr: die großen Fensterfronten haben dahinter alle in ein paar Metern Abstand eine Wand, das Becken ist 1,35m (oder so) tief und mit Folie verkleidet. Aber natürlich sortiert die Schwierigkeit des Zugangs Menschen aus: Es ist ruhig, zu öffentlichkeitszeiten relativ leer und alle sind mehr oder weniger sportlich, auf jeden Fall aber in sportlichen Absichten, unterwegs.

    Double – Simple – Simple – Double- Simple – Double – Simple

    Wir aber wollten nicht schwimmen. Denn es war Samstagabend, die öffentliche Schwimmbad-Zeit war schon lange vorbei. Wir wollten tanzen: historisch5 tanzen. Das Motto war Ü300 und nach dem Programm des Maison Voltaire e.V. – Verein zur Förderung von historischen Theatertechniken und Alter Musik stehen nur Tänze auf dem Programm, die älter als 300 Jahre alt sind.

    Wir kamen das erste Mal seit Corona und fanden es unverändert vor. Eine feste Gruppe aus Amateuren geleitet von einer Musikwissenschaftlerein im Orchester und einem Choreographen als Tanzmeister findet sich zusammen. Manche kommen seit Jahren zu jedem Treffen und sind entsprechend geübt, manche, wie wir, kommen alle paar Jahre mal und stolpern dementsprechend durch die Gegend.

    Aber das macht nichts. Das ist Konzept. Wir bei echten historischen Bällen auch treffen Bewegungswunder auf Stolperstiesel und alle haben einen schönen Abend. Anders als bei echten Bällen allerdings geht es hier wirklich nur ums Tanzen: keinerlei „gesellschaftliche Interaktion“ findet statt, der Dresscode „as you like it“ von T-Shirt und abgelaufenen Ballettschläppchen bis zum echten Kostüm.

    Madame hatte Bass- und Tenoflöte dabei, die evangelische Musiklehrerin ihre Geige und ich nur mich selbst. Erfreulich überraschend: auch nach Jahren der Abwesenheit wurden wir wiedererkannt und anscheinend erfreut und herzlich begrüßt.

    Das Programm dieses Mal überraschend neuzeitlich: Es begann mit Country Dances, gefolgt von Branles d’ecosse bis Hinauf zum Ländler („Ein deutscher Tanz im 3/8-Takt, von mäßig geschwinder Bewegung und heiterem hüpfendem Charakter„) und als ewiger Abschluss, der Ü300-Dauerbrenner: Hole on the Wall.

    As always: Tanzen setzt Glückshormone frei. So krass.

    Überall gediegene, freundliche Hemdsärmeligkeit

    Vom Eise bedeckt ist Ostsee und Bodden.

    Ahlen ist wirklich Westfalen pur. Neben dem Bahnhof gibt es sogar eine öffentliche Toilette: Kostenfrei und aus beschussfestem Edelstahl. Überall gediegene, freundliche Hemdsärmeligkeit. Mit schickem Foto. (Vom Blogger in Ahlen, nicht von der Toilette)

    Der Teppich und die Motten. Ich fühle mit: Was für ein Tag {12von12 Februar 26}

    Eine Schriftstellerin, die selber alle erwähnten Songs ihres Buchs auflistet. So lobenswert. Judith Holofernes: Hummelhirn, alle Songs!

    Ich begeistere mich über jeden Beitrag zu KI/neuronalem Lernen, der über „ich habe einen Chatbot benutzt und eine Meinung“ hinausgeht. Der Samenkorn einer Sternstunde dazu mal wieder bei Herrn Rau: Maschinelles Lernen im Informatikunterricht.

    Ausgearbeitetes Rumnerden: Warum Straßen(-netzwerke) in Computerspielen anders funktionieren als in der Realität: Then I stopped stumbling around and started asking why? I tried to understand how engineers design roads and how game developers code them. That’s when I ran straight into the fundamental issue – right at the base of it. And it comes to something every developer knows about and loves: The Bezier Spline (via onli blogging)

    Anmerkungen

    1. mit Rucola mit einer hausgemachten Ingwer-Honig-Sauce, verfeinert mit Erdnüssen und Röstzwiebeln und Entenfleisch. ↩︎
    2. Nicht genau dieses Video, aber halt die Filmszene ↩︎
    3. Also Yorck-Unlimited-Besuch No. 10 – 23,80€ pro Besuch. ↩︎
    4. Sagte Robin der vermutliche Filmwissenschaftler, der die Einleitung sprach. In all meiner Ahnungslosigkeit neige ich dazu, ihm zuzusprechen. ↩︎
    5. Oder auch nicht: Es gab eine längere Pausendiskussion ob man überhaupt von „historischen Tänzen“ reden kann, wenn diese von modernen Menschen des Jahres 2026 getanzt werden, oder ob es nicht „frühe Tänze“ sein sollten. ↩︎
  • 25-12-30 Mid-century Baudenkmal; nichts tropft (Baden->Berlin)

    25-12-30 Mid-century Baudenkmal; nichts tropft (Baden->Berlin)

    Süderdeich/Wesselburen gewann das traditonelle Erbsensuppenboßeln.

    In Schöneberg gab es drei Tage vor Silvester eine Explosion. Mehrere Fenster eines Wohnhauses wurden zerstört. Ein Silvester-Feuerwerks-Zusammenhang ist wahrscheinlich.

    In Lörrach wurde das Winterwohnzimmer in Betrieb genommen. In Dithmarschen ging der Kaptain vietnamesisch essen.

    Es war der Tag der Weihnachts-Rückfahrt und zwei Tage der gemächlichen Arbeit in Berlin.

    Zwei Nachträge zum letzten Blogpost.

    1. – Das Buch Toast von Nigel Slater wurde verfilmt. Dieser Film ist via Filmfriend für jede*n Nutzer*in öffentlicher Bibliotheken zugänglich.
    2. – Ich lernte am Wochenende: Museen und Gleitsichtbrillen vertragen sich nur mäßig. Denn die Brille geht davon aus, dass man berechenbar in eine Richtung und Entfernung schaut. Museen gehen davon aus, dass irgendwo Ausstellungszettel hängen, die Kunstwerke sich in verschiedenen Höhen befinden und man sie aus verschiedenen Winkeln sieht und all so. Oft genug passt die von mir gewünschte Sehsituation, und das was die Brille bietet, nicht zusammen. Ich glaub am Ende war mir leicht schwindlig.

    Langsam habe ich wieder den Eindruck in meinem Leben auch Anderes machen zu können, als nur umzuziehen. Ich löste ein Geburtstagsgeschenk ein und bin nun inhaber von Yorck Unlimited: Unbegrenzt und immer ins Kino in 14 Berliner und einem Münchner Arthouse Kino.1 Was brauche ich Streaming wenn ich Kino vor der Nase habe?

    Die langsame Normalisierung des Alltags zeigt sich auch daran, dass wir nach dem 23.12. bereits am 29.12. unseren zweiten Schwimmbadbesuch im Haus schafften. Madame wagte sich am 30. in die hauseigene Sauna. Ihr erster Besuch in einer Sauna seit 30 Jahren. Zur Vorbereitung las sie: Mein erstes Mal: Der Ratgeber für Sauna-Anfänger

    Mit Stop in Hanau, Hildesheim, Wolfsburg

    Der Zugfahrt Baden->Berlin begann mit Verhandlungen: Was kommt mit, was eher nicht? Die handgeschöpfte mundgepresste Olivenöl mit unsicherem Verschluss von Pantelleria kam mit. Die stoß- und bröckelempfindlichen guten Meringuen blieben in Südbaden.

    In der S6 zwischen Lörrach und Basel spang direkt hinter der Schweizer Grenze ein Fahrkartenkontrolleur hinter den Sitzen hervor. Das gab es noch nie! Und weil er unser Deutschlandticket nicht scannen konnte, ließ er sich wenigstens die Personalausweise zeigen.

    Der ICE372 fuhr pünktlich los. Dass der Zug erst in Basel, und nicht wie geplant in Bern (und erst recht nicht im irgendwann mal geplanten Thun, Spiez, Visp, Brig) losfuhr störte uns nicht, eher im Gegenteil: So blieben ein paar Plätze mehr frei. Der Zug fuhr überraschend entspannt durch Eis und Nebel.

    Einzig den Zugchefs gelang es gleichzweimal, mich zu erschrecken:

    1. „Der Zug fährt zwischen Basel und Frankfurt“ – wie? nach BERLIN will ich, nicht in Frankfurt stranden „… ohne gastronomisches Angebot“. Ausatmen. Leider war das Gastro-Team in Bern gestrandet und nie an Bord von ICE372 gelangt.
    2. „Wegen eines technischen Schaden am Triebwagen“ – Atemanhalt – „..ist der ICE vor uns stehengeblieben. Wir müssen eine Umleitung fahren.“ – Ausatmen.

    Sonst war es eine sehr ruhige, entspannte Fahrt. Unsere Prognose der Mitreisenden (Madame „Silvesterfeiernde auf dem Weg nach Berlin“, ich: „Familien mit vielen Kindern und Koffern, die sonst nie Bahn fahren“) lagen beide daneben. Es war (zumindest in der 1. Klasse) der Tag der solo rückreisenden älteren Verwandten. Und bis kurz vor Spandau waren wir sogar überpünktlich. Nur der defekte ICE vor uns brachte noch ein wenig Verspätung ein.

    Sonst wäre es auch unheimlich geworden.

    Abends über fast-noch-glatte Wege ins Tulum, Burritos und Enchiladas vergleichen. Am Nachbartisch Gespräche über Zugfahren in die Schweiz. Auch wenn es meinem Selbstbild noch widerspricht: Offenbar sind wir wirklich mehr Wilmersdorf als Schöneberg.

    Löcher kommen, Löcher gehen

    Manchmal entstehen Gedankenverbindungen schrittweise. Wir waren im Jean-Tinguely-Museum. Tinguelys prägende Phase war zwischen 1955 und 1975. Und ich dachte erst: Mid-century! Und dann dachte ich „Er war in derselben Zeit aktiv, in der unsere Wohnung entstand!“ Dann kombinierte ich beide Gedanken und dachte „Wow, wir wohnen in einem Mid-Century Baudenkmal!“ Denn wir wohnen nicht nur im Schwimmbad, sondern auch im Baudenkmal; dürfen aber glücklicherweise trotzdem Löcher in die Wand bohren.

    Bohren ist auch nötig. Denn noch liegen und stehen eine ganze Menge Regale und Bilder auf der Erde, die eigentlich an die Wände gehören. Eine Wand des Kaminzimmers erwies sich als Bohr-Horror: Denn auf der anderen Seite liegen die diverse Steckdosen der Küche, es läuft ein Datenkabel durch die Wand und die Kabel der Schrankleuchten laufen direkt hinter der Wand. Das Strommessgerät piept sich von Aufregung zu Aufregung. Wir entschieden uns am Ende für ein Bild statt der Hängeregale: Ein Bohrloch war machbar, 16 Bohrlöcher in vorgegebenen Abständen hätten meine Nerven nicht ertragen.

    Das Bild hängt. Aller Strom fließt weiterhin. Noch wichtiger aber: Das Wasser fließt.

    Seit dem 30. Dezember 2025 ist erstmals die komplette Küche in Wilmersdorf einsatzfähig. Die Vermieterin hatte an diesem Brückentag der Brückentage eine Sanitärfirma aufgetrieben, die das tropfende Ventil in der Küche reparierte. Und damit sind erstmals alle Geräte angeschlossen und gleichzeitig alle Rohre und Ventile dicht. Halleluja!

    E-Auto, Pokemon-Karten

    Warum man keine Wallbox mehr braucht

    Ulrich versucht die umfassende Energiewende im Privaten: Moderne Zeiten

    Astrids ultimative Lobhudelei auf öffentliche Bibliotheken: Bibliotheksliebe: Kaufst du noch oder leihst du schon? (via maipenquynh)

    Eine unsere Weihnachtsfeiern musste kurzfristig den Ort wechseln, weil der Zugangsweg noch durch die Feuerwehr belegt war. Uschi hat mehr Hintergründe: Grossbrand in Lörrach

    Wenn ich denke „alle irr“, dann lese ich nochmal Readinginswedens Erlebnisse als Buchhändlerin in den letzten Tagen vor Weihnachten und denke „so schlimm ist es bei mir gar nicht“: 26.12.2025 Heizungstage

    Manchmal muss ich Bücher auch gar nicht lesen, sondern fühle mich durch die Rezension allumfassend informiert: Ganzheitliches Leiden – „Junge Frau mit Katze“ von Daniela Dröscher

    Ein epischer Post über Drucksystem-Keyboards, Linotype, Monotype und alles dazwischen. Wenn selbst der Autor eines Buchs über Keyboards sagt, das ihn das Thema überfordert. Shift happens: New in the collection, pt. 5: New Hermes NHI 810

    Anmerkungen

    1. Okay, ob es mir gelingt im nächsten Jahr in die City Kinos München zu kommen. I do not know. Aber alle 14 Berliner Kinos – das wäre doch ein Ziel ↩︎
  • 24-07-25 Zebrastreifenpudergruppe (Helsinki-Tallinn)

    24-07-25 Zebrastreifenpudergruppe (Helsinki-Tallinn)

    Angekommen im Hotel in Tallinn.

    Inzwischen genutzt: zwei Fernzüge (Berlin->HH, HH->Travemünde), zwei Fernfähren (Travemünde->Helsinki, Helsinki->Tallinn), zwei Hoppserfähren (in Travemünde), eine S-Bahn (Berlin), eine U-Bahn (Helsinki), acht Trams (Helsinki), zwei Linienbusse (Travemünde, Helsinki), zwei Shuttlebusse (Travemünde, Helsinki) und einiges zu Fuß gelaufen.

    Wal, da bläst er!

    Nachzutragen bleibt der Schweinswal. Da fuhren wir insgesamt 32 Stunden kreuz und quer über die Ostsee. Und wo sahen wir einen Schweinswal: Travemünde-Hafen. Immer wieder an der selben Stelle: kurz auftauchend, Rücken und Flosse zeigend und wieder abtauchend. Weniger Minuten später dasselbe Spiel.

    Rentierdöner

    Ich muss zugeben, meine Vorstellung von Helsinki war bisher nicht-existent. Insofern war alles neu, aufregend und überraschend.

    Angefangen bei den Felsen. Helsinki ist in Schären hinein gebaut. Schon bei der Einfahrt in den Hafen hielt die Fähre immer wieder auf Felsen im Meer zu, nur um dann 10 Meter an ihnen vorbei zu gleiten. Ich staunte, dass dies geht, ohne das komplette Schiff unten aufzureißen. Aber wir kamen unbeschadet an.

    In der Stadt selber dann immer wieder Felsen im Stadtbild. Oder wir kamen unvermittelt am Meer an. Eine Stadt in der immer wieder Felsen oder Meer sind – daran kann ich mich gewöhnen.

    Wir begannen dort, wo alle beginnen. In der Innenstadt. Die erinnerte in ihren durchgehenden Klassizismus wechselnd an Potsdam oder St. Petersburg, Der Klassizismus reichte direkt an den Hafen. Im Hafen, dort wo einst Industrie war, befindet sich im Jahr 2024 ein einfrig genutztes Freibad. Wir tranken in der benachbarten Rooftop-Bar mit Blick auf Freibad, Hafen und Dom alkoholfreie Cocktails.

    Die Reisegruppen waren auch da. Mit dem Kreuzfahrtschiff gekommen? Für Europa-in-sieben-Tagen liegt die Stadt ja eigentlich zu fernab von allem. Auch anwesend: Die Anbieter für Reisegruppenbedarf. Sie boten 50 shades of Lachs (Wow!), Lachssuppe, Rentierfleisch mit alles (einschließlich als Füllung für den Döner), Bärenschmalz, gerne auch Weihnachtsmannmerchandise und Elchfiguren.

    Töölön torni

    Man möchte nur ein preiswertes Hotel buchen und landet in einer Attraktion an sich. Die Töölön-Türme wurden in den 1950ern als Schwesternwohnheim gebaut. Inzwischen dienen sie als Studierendenwohnheim und Hotel. Alles, wirklich alles, an den Türmen ruft einem Bauhaus entgegen: Klare Formen, geometrische Muster, dazu die klassischen Baumateralien Holz, Stein, Metall. Allein den Frühstücksraum mit seinen vielfachen Mustern könnte man in einen Stadtführer aufnehmen.

    Und dazu, für einen Deutschen wahrlich ungewohnt. Es war größtenteils originalgetreu erhalten (inklusive zum Beispiel der Türklinken), aber in einem Top-Zustand, den man wohl nur erreicht, wenn man etwas dauernd pflegt. Behutsam modernisiert: aber vieles wirkte wie Modernes Leben in den 1950ern sich wohl anfühlte.

    Passend dazu der Stadtteil Töölö, der in wenigen Jahren entstand. Zumindest dort wo wir waren eine durchgehende 1950er-Jahre-Bebauung in schön aufzubieten hatte. Dazu gehörten Wandreliefs, Kioske in geschwungenen Formen, zahlreiche Fahnestangen an den Häusern (?!?) und spektakuläre (ehemalige) Tankstellen.

    Kivi

    Ich las: Helsinki wird regelmäßig als eine der lebenswertesten Städte der Welt gewählt. Nach meinem oberflächlichen Eindruck wundert mich das nicht: Felsen, Meer, alles funktioniert, die Menschen sind durchgehend nett und höflich. Selbst das jugendherbergsartige Frühstück in den Töölön Towers hatte eine Auswahl und Qualität, vor dem sich die meisten Hotels verstecken müssten.

    So gingen wir des Abends zum Sibelius-Park und zum Strand. Wir passierten eine Menge Straßenmarkierungen, die uns vollkommen unauffällig erschienen und den Berliner Normalzustand hatten. Auf dem Rückweg trafen wir ein zwei-Mann-Puderkommando, die jeden Zebrastreifen, jede Kreuzberger-Polster-Markierung nachzogen.

    Aber wie wir wissen: gute Leben schreiben schlechte Geschichten und gute Geschichten handeln meist von schlechten Leben. Lebenswerte Städte sind nur selten spektakulär.

    Eine Ausnahme bildet die unterirdische Stadt. Seit den 1960ern baut Helsinki unterirdisch im Fels. Anfangs für den Fall, dass die Russen kommen und unterirdische Bunker benötigt werden. Heute auch soweit ich verstand, um Energie zu sparen, aus Schutz vor den Elementen und um Platz zu sparen. Und natürlich weil es geht: im Berliner Schlamm wäre eine unterirdische Stadt nicht möglich.

    So gibt es ein Hallenbad im Fels (leider im Juli) geschlossen oder die Temppeliaukion kirkko, die in den 1960ern in den Fels hineingebaut wurde.

    Selten war ich in einer Kirche, in der „der Schöpfung nahe sein“ so unmittelbar funktionierte.

    Inneres der Temppeliaukion kirkko - Orgel vor Granit

    Sauna – Saun

    Überall Saunen in Helsinki: Die Töölön torni hatten alleine vier Saunen. Jeweils in jedem der beiden Türme jeweils eine für Männlein und Weiblein.

    Wenig unterschied in Tallinn. Unser Hotel begrüßte uns mit einem Schild zur „Saun“. Wenn wir vom Hotel in die Altstadt gehen, laufen wir durch das ehemalige „Saunator“ – historisch benannt nach einer Sauna in seiner Nähe.

    Uns brachte die Megastar. Zwei Stunden mit dem Schiff von Helsinki nach Tallinn. Im Gegensatz zum „ein Shuttle Bus fährt sie durch den Frachthafen. Sollten sie dort zu Fuß gehen werden sie unmittelbar von einem Container erschlagen“, war der Einstieg nobel. Die Megastart wirkte auf mich wie eine Flughafenlounge in schön – dieselbe Art von Shops, Restaurants und Lounges – aber mit genügend Sitzplätzen für alle und alle waren entspannt, denn sie wussten ja, wann sie ankommen würden.

    Wir allerdings verbrachten die Fahrt auf dem Sonnendeck, können zum ganzen Entertainment wenig sagen.

    Sign of the Times: Die Schiffsdurchsage, dass wir gleich finnische Gewässer verlassen und dann die interessanten Sachen im Shop verkauft werden. Drei Minuten später lag das Flaggschiff der finnischen Küstenwache auf der Grenze. Etwas später, in estnischem Gewässern, patrollierte die estnische Marine.

    Infoveritas

    An Bord gelesen: den Rest von The Editors (kostenlose Vorabkopie). Harrison baute ein Stephen-King-artiges fulminantes Finals auf: die guten und die bösen haben sich alle gefunden. Es kommt zur finalen Auseinandersetzung, die an mehreren verbundenen Orten spielt. Und dann franst es aus, wird lahm. Dennoch: sehr schönes Buch und die Wikipedia in ihrem sein erschreckend gut getroffen.

    Christiane über Löffellisten und Holzskulpturen: Bucket List.

    Kellerkind zündete in Frankfurt eine Kerze an.

  • 23-11-11 Das Stadtbad Charlottenburg wird 125

    23-11-11 Das Stadtbad Charlottenburg wird 125

    Das Fresh Bistro hat eröffnet. Durch das Fenster sah ich einen Dönerspieß.

    Das Handy auf dem Weg von Spezial-Post-Filiale zur Packstation ist weiterhin verschollen. Es gelang mir innerhalb der Öffnungszeiten zur Spezialfiliale vorzudringen. Diese hat es auf jeden Fall nicht mehr, sagt sie. Die Packstation redet nicht mit mir. DHL sagt: „Wir melden uns, sobald es in der Packstation ist.“

    Novemberwochenende – Baumarktwochenende. Alle Parkplätze sind voll, die Einkaufswagenausgabe ist leer. Wohl dem, der mit dem Fahrrad kommt und nur ein paar Schrauben benötigt.

    Dem Getöse und den Stimmen auf dem Dachboden nach zu urteilen, fand eine Baustellenbesichtigung statt. Später traf ich auf dem Hof eine unbekannte Frau in Businessdress, die per Telefon „den Projektleiter“ suchen ließ.

    Ich kaufte Karten für das Synchronschwimm-Weihnachtsmärchen.

    Filmplakat-Verleser im Halbschlaf: Werner – Reise ins Licht. Und jetzt möchte ich den dazugehörigen Werner-Film sehen.

    Ich möchte anprangern, dass der Pumuckl-Film nirgendwo in der Abendvorstellung läuft. Ich möchte anprangern, dass der Pumuckl-Film im Zoo Palast nicht mal nachmittags läuft.

    Madame lud Felle hoch.

    Falls jemand kostenlos eine gebrauchte Zobeldecke abzugeben hat, für die in den letzten 100 Jahren kein Zobel mehr gestorben ist: Ich wäre ein Abnehmer.

    Jetzt die Herrenumkleide

    Das Stadtbad Charlottenburg, das älteste Bad in Berlin, wurde 125 Jahre alt. Die Badbesatzung veranstaltete eine kleine Feier den ganzen Tag über mit Kuchen und Kaffee, einer kleinen Ausstellung, Aufstellern mit historischen Kostümen, einem Stand vom Charlottenburger Damenschwimmverein Nixe und einigen Führungen durch das Bad. Uns gelang es – ganz regulär und ohne Hintertür – einen der Führungsplätze durch das Bad zu ergattern.

    Und es war traurig und großartig zugleich. Traurig, weil man all die Gebäudeteile sah, die Aufgrund von Havarien in den letzten Jahrzehnten nicht mehr in Betrieb sind und für die sich seit ewig kein Geld findet, um sie wieder in Betrieb zu nehmen: Sauna, Reinigungsabteilung (mit Wannenbädern und Duschen), die kleine Kneipe neben der Sauna.. Nur kurz anfangen will ich von der aufgrund Deckensturzes komplett unbenutzbaren „Neuen Schwimmhalle Charlottenburg“ nebenan, deren Innenleben nun auch in der alten Schwimmhalle gelagert werden muss. So ist die ehemalige Waschküche der alten Halle zwangsweise die Personal-Herrenumkleide, weil diese eigentlich in die neue Halle gehört hatte..

    Großartig, weil die Führung großartig war. Zwei Baderfahrene – seit 18 beziehungsweise 43 Jahren im Bad im Einsatz – die natürlich viele persönliche Geschichten hatten, vieles noch in Aktion erlebt haben und mit erkennbarer Liebe durch Publikumsbereiche, Ex-Publikumsbereiche und Technikbereiche führten: zu Recht stolz auf ihr Bad aber wohl wissend, was für ungenutztes Potenzial noch in ihm steckt. Wir hatten Glück, mit uns liefen in der Führung fast nur jahrzehntealte Stammgäste, die selber eine enge Verbundenheit mit dem Bad hatten. Sie erinnerten sich noch wie es an den Nackbadetagen direkt von der Sauna ins Becken ging.. Einfach ein toller Ort, auch ganz ohne jede Jubiläumsfeier.

    Der Kleene Stern ungleich der Kleine Stern

    Dieses Fernuni-Semester ist etwas seltsam. Nachdem nun auch die Modellierungs-Einsendeaufgabe hinter mir liegt, stehe ich das erste Mal seit Sommer 2022 nicht im Schatten nahender Einsendeaufgaben oder Klausuren. Andererseits versuche ich ja das vier-Modul-40-ECTS-Semester und das sagt mir permanent: Noch so viel zu tun.

    Also gleich weiter an die technische und theoretische Informatik. Der Kurs beginnt mit einem Vorwort, das ich sinnverschärfend zusammenfassen möchte mit:

    Falls Sie Wirtschaftsinformatik studieren und sich beim Lehrstoff hier fragen: WARUM??? haben wir zwei Antworten: (1) Das Leben ist lang und man weiß nicht was kommt. (2) Die Akkreditierungsorganisationen sagen, das muss gelehrt werden.

    Und so schwanke ich zwischen: Das ist schon sehr speziell alles. Und: Total spannend. Ich bin auf jeden Fall froh die Algorithmische Mathematik hinter mir zu haben, so dass ich zumindest verstehe, was die Theoretische Informatik von mir will. Funky. Auf jeden Fall eine Herausforderung, aber ich denke noch: Eine machbare.

    Oft aber muss ich an den Kommentar eines Mitbloggers zu einem anderen Teil desselben Moduls denken:

    Trotzdem schadet es nicht, wenn man davon zumindest mal gehört hat. Vielleicht brauchen NASA oder ESA ja mal einen fähigen Wirtschaftsinformatiker, der ihnen die Satellitenumlaufbahnen mit dem CASIO FX-991DE berechnet.

    Gänse in Rückenlage

    Uta Bräuer war vor drei Jahren mit der Kamera im Stadtbad Charlottenburg und filmte.

    Via Tröt: In Schweden dürfen Gewerkschaften in Solidaritätsstreiks treten. Tesla bekommt dort keine Post mehr.

    Lila schreibt über ihr Israel und gedenkt toter israelischer Soldaten.

    Heute lernte ich: Es gibt Küchengeräte- Eischleudern – die Eier in der Schale rühren/schütteln, auf dass sich Eiweiß und Eigelb vermischen. Es entsteht das so genannte „Goldene Ei“, ein hartgekochtes Ei in Farbe eines Rühreis. Die Wikipedia-Auskunft lesen lohnt.

    Japanische Kinder, die 7-5-3-Jahre alt sind, müssen zum Tempel. Claudia berichtet: Hurra, unser Kind lebt noch: Das Kinderfest Shichi-Go-San (7-5-3).

    Frau Zimtkringel kocht Mama Erikas Oierles-Supp für kranke und gesunde Tage.

    Whiffling beschreibt ein Flugphänomen bei Vögeln, für das wir uns noch einen schicken deutschen Namen ausdenken müssen. Beim Whiffling drehen Vögel im Flug ihren Körper blitzschnell zur Seite, und zwar bis zu 180°. Statt ganz normal waagerecht parallel zur Erdoberfläche zu sein, fliegen sie kurzzeitig senkrecht oder sogar auf dem Rücken. Ja, wirklich.