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  • 25-02-09 Qobuz

    25-02-09 Qobuz

    Die Zahl der Schwimmbadbesucher im Mecklenburg-Vorpommern ist wieder auf dem Vor-Corona-Niveau.

    In Baden-Württemberg müssen Glasaale nicht ausgeschrieben werden. Die können die zuständigen Landesbehörden einfach beim Zoll abholen. Fischundfang.de berichtet ausführlich darüber, wie der Stuttgarter Zoll 170.000 Glasaale beschlagnahmte, die noch am selben Tag im Rhein landeten: Aal-Rettung erfolgreich:

    Bevor die Rettung der Aale durch Rückführung in ein geeignetes Gewässer erfolgen konnte, musste die erforderliche artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung erteilt werden, um den Tieren einen legalen Aufenthalt im Land zu bescheinigen.

    Madame fand im Internet eine Robbie-Williams-Doku. Darauf Luftaufnahmen vom Glastonbury-Festival: 88000 Besuchende und nie endende wollende Menschenmassen auf den Bildern. Oder anders gesagt: Halb so viele wie letzte Woche auf der Demo in Berlin und ein Drittel so viele wie diese Woche in München.1

    Montag wird die BVG wieder streiken, dafür ist das Fahrrad halbwegs entmaladiert. (Zumindest okay, der Fahrradmeister hat ja eh beschlossen, dass ich mir zum Frühjahr ein neues kaufen muss).

    Ab Dienstag läuft das Festival della Canzone Italiana (besser bekannt als Sanremo-Festival) über fünf Tage. Ich hoffe die RAI gönnt uns auch dieses Jahr einen Stream

    Seit zehn Jahren und zwei Arbeitsstellen radle ich auf dem Arbeitsweg am Werdauer Weg vorbei. Dieser liegt inmitten eines Autobahnkreuzes und führt im Wesentlichen zu einem Schrottplatz und einem Baumaterialgroßhandel. Einst stand an der Kreuzung zum Sachsendamm ein Bordell. Dies wurde abgerissen und durch ein Hotel ersetzt.

    Erst diese Woche lernte ich. Das Hotel – im Autobahnkreuz, an der Straße zum Schrottplatz – heißt „NIU Schöneberg Dwarf“ und steht unter dem Motto Gartenzwerg und Garten.

    Nachbar Omega brachts uns „das beste Tahini!“ aus Israel mit.

    Ein zweiter Versuch mit der Ninja Creami wurde unternommen. Vielleicht bekommen wir dieses mal ein Exemplar, das funktioniert.

    Der milde Winter zeigt sich. Soweit sichtbar noch keine Frostverluste auf den Latifundien, hingegen schon einiges an Blüten. Der Winter ist auch trockener als der letzte: Im Loch steht kein Grundwasser.

    Das Klausurlernen für die Betrieblichen Informationssysteme nimmt Fahrt auf. Ich sichtete die drei Musterklausuren des Lehrstuhls. Noch bin ich dabei vorsichtig: Es gibt keine Altklausuren und nur drei Muster – die möchte ich mir als Sparringspartner bis kurz vor knapp aufheben.

    Aber zumindest wollte ich ein Gefühl für die Art der Aufgabenstellung bekommen:

    • Es wird einige Aufgaben geben in der Form „Erläutern sie den Unterschied zwischen einem Planungs- und Dispositionssystem..“ Das wird auf Auswendiglernen hinauslaufen, denn ich bin sicher, er möchte dafür die Fachbegriffe hören, die er in seinen eigenen Definitionen verwendet.
    • Es wird eine Aufgabe geben: Zeichen sie ein Diagramm in UML oder EPK.. Da ich ja schon ein ganzes Modul Modellierung betrieblicher Informationssysteme hinter mir habe, konnte ich das zumindest schon mal in diesem Studium.
    • Vielleicht wird es eine Aufgabe geben: Schreiben sie Pseudocode für folgende Aufgabe… Das wird am herausfordernsten. Pseudocode bedeutet: kein lauffähiges Programm, sondern nur dessen wichtigste Elemente, damit ein Mensch versteht was der Code machen soll. Da verstehe ich anhand der kargen Beispiele immer noch nicht richtig, was der Lehrstuhl als wichtig empfindet. Aber das wird noch.

    Langsam freunde ich mich aber mit Modul und Thema an. Inzwischen finde ich es sogar inhaltlich interessant.

    0,022 > 0,004

    Ein nächster Schritt auf der Demiliardärisierung des Internets ist vollzogen und das Spotify-Abo gekündigt. Jetzt gibt es den französischer Streamer Qobuz. Neben dem Unwillen die Unbequemlichkeietn des Wechsels auf uns zu nehmen, bot Spotify halt auch Podcasts. Es war so schön einfach beides aus derselben Quellen zu bekommen. Aber no more.

    Der Wechsel war einfach. Konto anlegen, Playlists per Soundiiz übertragen und dann in der neuen Oberfläche zurechtfinden. Alles war ein überschaubarer Aufwand.

    Qobuz kostet etwas mehr als Spotify (13 Euro / Monat mstatt 10 Euro/Monat). Es bietet aber mindestens drei Vorteile:

    • Die Künstler*innen bekommen am meisten (Qobuz 0,022 $/Stream, Tidal 0,013$, Spotify 0,004$)
    • Die Soundqualität ist besser (mindestens CD, wenn besseres verfügbar ist auch das)
    • Merkte ich erst nach der Anmeldung: Die ganze Attitütde ist eine andere; eine die Musik und Musiker*innen wirklich ernst nimmt. Es lässt sich schwer festmachen, zeigt sich aber sowohl daran wie Musik beschrieben wird, auch an Auswahlen und Zusammenstellungen.

    Bisher also ein Win-Win, bei dem das ethischere Handeln auch persönlichen Gewinn bringt.

    Einziger Nachteil: Ich habe nicht die geringste Idee, wie sich das Wort Qobuz ausspricht.

    Koffer nächste Woche

    Als mir damals in den 1990ern der globalisierte Kapitalismus versprochen wurde, hat niemand dazu gesagt „Es wird in ganz Berlin nur noch eine Werkstatt für Koffer geben. Und wenn Du einen kaputten Koffer hast, musst du die fünf Stunden in der Woche abpassen, in der die Werkstatt offen hat. Und dann ein halbes Jahr auf den Koffer warten, weil sie so überlaufen ist. „

    Madames Koffer rief an: Er ist jetzt fertig. Wir rechneten kurz: Wenn die Kofferwerkstatt um 11 in Charlottenburg öffnet, und unser Gartengerätsfachgeschäft um 12 in Vehlefanz schließt, dann.. schaffen wir das nicht. Koffer ist verschoben.

    Denn hinter dem Heckenscheren-Erwerb steht eine echte Deadline: §39 des Gesetzes über Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege:

    Es ist verboten … Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden.

    Also muss die latifundale Ligusterhecke (des Nachbarn auch noch, der sie irgendwie nicht selber geschnitten bekommt) bis zum 28. Februar gestutzt werden, wofür es der Heckenschere bedarf, die erst erworben werden muss, wofür wir nach Vehlefanz müssen.. und naja, die Wochenenden sind knapp, jetzt oder nie.

    Das Fachgeschäft war wie man es sich wünscht: ausführliches Erklären und Testen am lebenden Objekt. Wir nahmen noch ein Glas Honig mit, das der geschäftseigene Schlosser imkert. Und der Kunde nach uns wurde gleich erkannt „Ach, da bist du ja wieder!“ und der Mitarbeiter instruiert „Der kommt einmal pro Jahr, braucht ein Teil für seinen John Deere und das kann man nur auf diesen verschlungenen Wegen bestellen..“

    Wir brachen um 11.30h zu den Latifundien auf. Im Gepäck ein Glas Honig und die Stihl HSA60. Seitdem sind Madames Arme wobbly.

    Problematisch unterwegs

    So schnell kann es gehen:

    Weil ich merkte das jetzt irgendwas nicht mit mir stimmt wollte ich mich in den kleinen Pausenraum zurückziehen. Ich stand vor dessen Türe und wusste nicht mehr wie diese auf geht. Keine Ahnung wie lange ich da stand die Türe anstarrend. Die Kollegin kam und meinte „Soll ich Dir aufmachen?“ und ich glotzte auf ihre Hand mit dem Schlüsselbund während sie öffnete. Wie in Zeitlupe sah ich ihren Schlüssel und dachte“,“ „Ich wusste doch irgendwie das ich den brauche, warum ist mir das nicht eingefallen?“

    Langanhaltend: Die Probleme der LKW-Fahrer2:

    Reaktion des Arbeitgebers: Versuche, den Anhänger gewaltsam zu entfernen.
    Einschüchterung durch eine litauische Schlägertruppe. Sperrung seiner Temporary Resident Card (TRC), um ihn in einen illegalen Status zu drängen und seine Abschiebung zu erzwingen. Seine Angst: Er schläft kaum noch, aus Angst, überfallen oder getötet zu werden.

    Beim Pubquiz mit den Crushes von vor 20 Jahren.

    Anmerkungen

    1. Das Wacken-Open-Air hat 85.000 Besucher. Wenn ihr davon Bilder seht, stellt Euch einfach doppelt so viele Menschen vor, dann habt ihr die Berliner Demo letzte Woche. ↩︎
    2. Nicht gegendert. Man kann sich aber mühelos vorstellen, dass die Gewalterfahrungen die Frauen abbekommen würde, deutlich größer wären. ↩︎
  • 25-02-06 Posteo

    25-02-06 Posteo

    Falls ihr zufällig größere Mengen Glasaale habt: die Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt sucht. Ausschreibung FiA-25-001 Aalbesatz für offene Berliner Gewässer.

    Falls hingegen Produktion, Lieferung und Montage eines Walskeletts zu Euren Fertigkeiten gehört: Das Museum für Naturkunde sucht (MfN-56-2024 Walskelett – noch 12 Tage)

    Erstmals gesehen: Ein polnisches E-Auto an einer öffentlichen Berliner Stromsäule.

    Die Dachbodenbaustelle schmoddert vor sich hin. Ab und an lassen sie auch Schränke aus höher Höhe auf den Boden fallen. Zumindest hört es sich so an.

    Eine nicht-mehr-Böttcher-Bestellung von 20 kg Büromaterialien landete im Wohnungsflur. Meine Güte, eigentlich möchte ich doch nur hier gemütlich vor mich hinsumpfen, und mir nicht auch noch beim Dicke-Buntstift-Bestellen Gedanken um Politik machen müssen.

    Jede Wahl was anderes: Nach Wahlhelfer im Wahllokal (BTW 2021), Wahlhelfer im Briefwahllokal (Europawahl 2024), nun Wahlhelfer der Reserve: „Halten Sie sich zwischen 7 und 10 Uhr bereit und warten Sie auf den Anruf.“ Ich sehe es kommen: Morgens um 7 nach Mariendorf hasten, damit ich hechelnd um 8 im unterbesetzt-gestressten Wahllokal ankomme..

    Lernen für die Betrieblichen Informationssysteme bleibt sperrig: Die ausführliche Beschreibung eines Systems, gefolgt von „in den letzten Jahren sind mehrere Nachfolgesysteme auf den Markt gekommen [auf die wir hier nicht weiter eingehen werden]“ wirkt halt arg unmotiviert von Seiten des Erstellers.

    Wir veranstalteten eine erfolglose Fotosession im Serverraum.

    Im öffentlichen Dienst bewegen sich Angelegenheiten eher glazial. Aber manchmal bricht ein Eisberg ab, und dann passiert vieles in kurzer Zeit. So auch hier und jetzt. Ich bin sehr gespannt wie sich das auswirkt.

    Kurze Büroaufregung wegen eines Feueralarms. Oder doch kein Feueralarm? Jemand will Handwerker gesehen haben, die die Rauchmelder abschreiten. Ich erinnere mich an einen ehemaligen Arbeitsplatz, an dem wir uns einige Monate lang alle 14 Tage im Sammelbereich wiederfanden, weil die Baustellenschweißarbeiten im Keller und das Alarmsystem nicht harmonierten.

    Vor 15 Jahren hätte ich auch nicht gewettet, dass ausgerechnet in Berlin zwar die MLPD und die Vierte Internationale zur Bundestagswahl antreten, die Piraten aber daran scheitern, dass sie keine Unterschriften bekommen.

    Falls es Friedrich Merz gelingt, die Linke in den Bundestag zu hieven, schreibe ich ihm persönlich eine Glückwunschkarte.

    Hippiemail

    Ich habe beschlossen, die Demilliardärisierung meines Internets voranzutreiben. Die low hanging fruits sind bis auf Spotify schon lange gepflückt. Wobei der Spotify-Qobuz-Wechsel tagtäglich stattfinden wird, sobald ich mal eine halbe Stunde Konzentration dafür aufbringe.

    Jetzt kommen die hoch hängenden Elefanten im Raum:

    • Gmail
    • Paypal/Klarna/Kreditkarte

    Halbherzig versuchte ich bereits mehrmals, den Mail-Anbieter zu wechseln. Dann aber fielen mir wieder die gmail-Vorteile auf: Riesiger Speicher, große Bequemlichkeit und das Vertrauen, dass niemand auf diese Mails zugreifen kann, den Google nicht für befugt hält.

    Andererseits stammt der gmail-Account noch aus zu Zeiten, in denen Google das Motto „don’t be evil/ sei nicht böse“ hatte und dabei halbwegs glaubwürdig klang. Mein Vertrauen darin, wen genau Google für vertrauenswürdig hält, schwindet von Jahr zu Jahr.

    Also ein neuer Versuch: Posteo. Ich bin inzwischen bereit Geld zu bezahlen für einen guten Mail-Anbieter. Posteo scheint all‘ meine Wünsche zu erfüllen.

    Ich habe mir also eine Posteo-E-Mail-Adresse angelegt und werde testen, ob diese alltagstauglich funktionert.

    In Düsseldorf gäbe es einen Abräumroboter

    Wenn Du eine Berliner Restaurantwebsite öffnest und gleich am Beginn wird Schweineaorta, Gänsedarm und Froschschenkel angeboten – dann weißt Du, dass sich das Angebot nicht unbedingt an alteingesessene Berliner*innen richtet.

    Les musiciens hatten Lust essen zu gehen und schlugen uns Shoo Long Kan Berlin Hotpot vor. Das Lokal liegt in der Nähe des Ku’damms, eine Tafel in chinesischen Schriftzeichen informierte uns, dass wir auch mit Alipay bezahlen können, der Personal redete etwa hälftig deutsch und englisch mit uns.

    Shoo Long Kan (auch XiaoLongKan) ist eine chinesische Kette für HotPot mit etwa 800 Standorten weltweit. Die meisten davon liegen in China. In Deutschland existieren drei Restaurants (Berlin, Düsseldorf. Frankfurt), in Österreich eines in Wien, in der Schweiz eines in Genf.

    Einerseits also eine Kette (mit allem was an Vereinfachung und Standardisierung dazugehört), andererseits überzeugend chinesisch und dabei dann auch noch edel – ein wenig musste ich an Tony Roma’s Ribs denken vom Konzept her.

    Das Publikum gemischt aus vielen Ländern in vielen Sprachen – im Stil zwischen Trainingshose und direkt-vor-dem-Ball.

    Das Essen HotPot (aka chinesisches Fondue). Wir hatten einen großen Kessel in der Mitte mit zweierlei kochenden Brühen (Spicy Stufe 1 / Tomate) und dazu verschiedene Zutaten. Auf Aorta und Frosch verzichteten wird, wir blieben bei Fleisch, Gemüse, Pilzen, Algen, Eier-Dumplings, Minitintenfischen und Garnelenbällchen. Dazu gab es ein Dip-Buffet an dem wir selbst Saucen und Dips zusammenmischen durften.

    Halt großartig so insgesamt. Auch großartig, dass les musiciens den Eindruck erweckten, dass es ihnen persönlich gerade richtig gut geht – und das erfreut mein Herz.

    Wie es sich für ein chinesisches Restaurant im Jahre 2025 gehörte, lief Auswahl und Bestellung über ein zum Tisch gehöriges Tablet. Selbst, dass wir zahlen wollten, sollten wir über das Tablet melden.

    Stratifizierung und Kontrolle

    poupou schrieb über Stratifizierung des Bildungssystems.

    Claudia briefwählt aus Japan und begründet, warum.

    Frau Chilli Ciabatta macht einen hoch alltagstauglichen Asia-Salat mit Hähnchen, Paprika und Pomelo.

    Internet-Werkzeugwechsel ist im Trend: Von Trello zu Joplin.

    Warner Movies veröffentlicht aus heiterem Himmel 30 Klassiker in voller Länge auf Youtube: The list is full of cinematic masterpieces, obscure cult cinema, and absolute trash.

    Eigentlich wollte ich das USA-Haareraufen den den vielen anderen Medien überlassen, die dies gerade zu Recht versuchen. Aber Atlantic-Artikel trifft too close to home: Elon Musk Wants What He Can’t Have: Wikipedia.

    Warum die Wikimedia Foundation allerdings 2016 nicht begonnen hat, die USA zu verlassen, habe ich schon damals nicht verstanden.

    Und warum ich nicht mehr über die USA posten will:

    „Thinkers like Jean-Paul Sartre and Hannah Arendt warned us that the point of this deluge is not to persuade, but to overwhelm and paralyze our capacity to act. More recently, researchers have found that the viral outrage disseminated on social media in response to these ridiculous claims actually reduces the effectiveness of collective action.

    The result is a media environment that keeps us in a state of debilitating fear and anger, endlessly reacting to our oppressors instead of organizing against them.“ (You Can’t Post Your Way Out of Fascism)

    Silbermond veröffentlicht seinen 2019er Song „Mein Osten“ neu – dieses Mal im Duett mit Herbert Grönemeyer, wie man es im August 2024 erstmals live performt hat. Es ist wohl auch als Apell zu verstehen, vor dem zu befürchtenden Rechtsruck der Bundestagswahl.

  • 24-12-22 Borneo

    24-12-22 Borneo

    Schlafen, schlafen, müde, müde, schlafen, schlafen. Der letzte Arbeitstag des Jahres ist überstanden, meine weitere Jahresplanung lässt sich als schlafen, schlafen, müde, müde zusammenfassen.

    Mir ist gar nicht so klar, was genau so anstrengend war in den letzten Wochen aber schlafen, schlafen, müde, müde.

    Erfreulicherweise ließ sich der Freitag aller Freitage auf Arbeit so an, wie erhofft. Ich sah Kaminfeuer auf Monitoren, Tumbleweed auf den Fluren und laut verleumderischer Gerüchte – die ich natürlich nicht glaube – soll es sogar zu vereinzeltem Trinken von Glühwein im Büro gekommen sein.

    Letzte Aufgaben: Etwas Weihnachtsplanen. Langsam tauchen die mitte Dezember verlorenen Pakete wieder auf und machen Einsammelrunden erforderlich. Selbst die BBB-Weihnachts-Aufmerksamkeit fand sich wieder bei einer Überraschungsnachbarin.

    Dafür verschwinden alte Klamotten, Bücher und sonstiges aus dem Haushalt.

    Die Filiale von Bäckerei Thoben schloss. Die Shell-Tankstelle Platinum verkauft kein Autogas mehr. Im DHL-Späti3 hingen lauter Palästina-Flaggen im Innenraum. Im GLS/UPS-Späti hing ein handgeschriebener Zettel von Lena & Charlotte „Lieber Onkel. Es ist toll, dass Du da bist.“

    Der Fernuni-Kurs Betriebliche Informationssysteme schickte Klausurinfos. Die ganzen Code- und SAP-Detail-Aufgaben aus dem Kurs sind wirklich nicht klausurrelevant; dabei sind sie eigentlich ganz spannend.

    Eben wegen dieses Kurses stieß ich auf einen Wikipedia-Gletscher. Der Artikel Webservice hat seit 2012 einen Hinweis, dass er überarbeitet werden sollte. Er wurde sogar überarbeitet. 2020. Aber noch läuft die Diskussion, ob der Hinweis damit wieder weg kann.

    An der Hausfassade nutzte ein erster Graffitisprayer das weiterhin herumstehende Gerüst für eine Verewigung im zweiten Stock. Brutaler ging jemand anderes vor, der eine Scheibe in der Haustür des Mehrfamilienhauses einschlug.

    Nachbar 2L, den ich im Treppenhaus traf, war aufgeregt. Vermutlich hatte er recht. Ich kann mich nur noch zu „War nicht die Erste. Wird nicht die letzte sein.“ aufraffen.

    Dafür weiß ich endlich, wem das futuristische E-Auto im Hinterhof gehört. Bei Gelegenheit werd‘ ich ihn ansprechen, wie er das hier in der Gegend mit dem Aufladen macht.

    Madame spielte mit ihrem neuen Geburtstagsspielzeug. Dafür musste sie das Eisfach entleeren und verarbeitete tiefgefrorene Pomeranzen in Marmelade. Eine Verwöhnwoche für mich steht an mit Rehgulasch aus dem Slow cooker und Eggs Benedict zum Frühstück.

    Nicht-Weihnachtskleinfamilienfeier bei Sagar mit Thali und Ente Malai. Angesichts des Anlasses erfreulich unweihnachtlich. Wir lernte, dass le pianiste langsam in eine familienähnliche Gemeinschaft mit dem Sohn von Frank Zander integriert wird.

    Erste Gedanken eines Jahresrückblicks: Acht Klausuren, eine Seminararbeit, eine Pergola, eine Freibadkabane; zwei Wochen Abenteuer im Baltikum, eine Goldene Hochzeit. Das Auto fährt wieder (Meine Güte), der Abfluss läuft (Meine Güte), Dach fehlt weiterhin (Meine Güte). Bei einer gewissen Anstalt öffentlichen Rechts setzte sich nach zwei Jahren des Anschiebens einiges an Bewegung; was nun Action erfordert und noch mehr Action erfordern wird.

    Hauptsache ich brauche keine Raunächte für das Jahresendnachdenken. Diese brandneu erfundene ewige Tradition ist milde amüsant, aber in ihrer „wir-brennen-schon-seit-1000-Jahren-Räucherstäbchen-für-Odin“-Variante auch manchmal anstrengend.

    Uneins waren wir, ob die DDR die Drei-Haselnüsse-für-Aschenbrödel-Begeisterung in die Deutsche Einheit eingebracht hat. Für mich war das immer ein Film, der im Westen zwar im Fernsehen kam, aber nicht niemals nie auf einem Level mit zum Beispiel Sissi oder dem Kleinen Lord stand. Während die Ostbekanntschaft ihn immer als DEN Weihnachtsfilm ansah. Gefühl kolonisiert er auch die West-Weihnachtsbräuche jedes Jahr mehr, ist dabei Sissi oder Loriot weit hinter sich zu lassen.

    Planungen für den Jahresanfang: Endlich das Spotify-Abo kündigen. Aktueller Alternativplan: Qobuz für Musik und die Apple-Podcast-App für Podcasts.

    Resilienz und Bettelampel

    Ein 85. Geburtstag im Bohrerhof.

    Gelernt bzw. wiedererinnert: Bettelampel heißt das: Bedienungsanleitung Ampel.

    Waffle House ist ein Phänomen der amerikanischen Südstaaten. Eine Kette, die alle verbindet. Im Waffle House kann mensch beim 24-Stunden-Frühstück alle Einheimischen aus allen Ways of Life finden. Sie ist einfach immer offen und da. Wie sehr sie da ist, zeigt dass die FEMA, die amerikanische Katastrophenschutzbehörde, einen Waffle House Index hat: Dort wo selbst Waffle House geschlossen hat, ist die Katastrophe am katastrophalsten.

    USA Today berichtet darüber wie Waffle House seine Resilienz erreicht: Viel Logistik (z.B.: wenn ihr wist dass ein Hurricane kommt, mahlt Kaffeebohnen für mehrere Tage vor – ihr wisst nicht ob ihr Strom haben werdet, gut für den Fall ausgebildete Employees und freiwillige in Jump Teams, die nach der Katastrophe kommen: ‚Waffle House Index‘ is a real thing during disasters. How does the restaurant chain do it?

    UCLA, eine der besten staatlichen Unis der USA, bietet einen neuen KI-generierten Kurs zur Literaturgeschichte an. Es ist noch schlimmer als man denken könnte: UCLA’s new AI-designed literature course has the worst-looking textbook cover I’ve ever seen.

    Warum weg von Spotify. Der Dienst erfindet Künstler und flutet seine Playlists mit ihnen, um Tantiemen zu sparen: The Ugly Truth About Spotify Is Finally Revealed

  • 23-11-30 Tuba Mirum / 106

    23-11-30 Tuba Mirum / 106

    Jürgen Milski wurde bei Promi-Big-Brother aus dem Container gewählt.

    Die Rohre verschwanden vom Sachsendamm. Nachdem die epische Straßenbaustelle gefühlt seit Monaten still stand, reichte ein Wochenende aus, um mehrere hundert Meter Abwasserrohr durch ein Zelt über eine Brücke in die Erde zu versenken. Ich bin beeindruckt.

    Madame traf Professor Transformation in Witzleben zum Kuchen. Dann ließen sie sich zu musikalischem Wein einladen.

    Madame lernte: Defibrilatoren reden.

    Madame ließ im Stehen Klischees zeichnen. Was ich besonders nett finde, weil das Wort Klischee aus der Drucktechnik kommt.

    Der Kaptain kämpfte sich durch einen Nordseeschneesturm zur Impfung.

    Nach vielen Jahren versuchte ich mich wieder an den elektronischen Zeitschriftenbeständen in Unibibliotheken. Und stelle fest: Der ganze Zugriff ist genauso verwirrend und unübersichtlich wie eh und je. Am Ende bestellte ich gedruckte Bücher zur Abholung in meinen Standort der Stadtbibliothek.

    Meeting mit VMB und DS am Kaiser-Richard-Platz. Wir sind immer noch bei den Präliminarien. Aber es wurde blutig. Langsam kann ich die 106 und die 204 in die Liste „meiner“ Buslinien aufnehmen.

    Jedes Element eines Körpers ist invertierbar

    Gelesen 1: Das Skript Mathematische Grundlagen auf dem Spielzeug mit Hilfe von Surface-Pen und Xodo. Ich bin begeistert. Es funktioniert richtig gut. Beim Herummalen im Skript leuchtete ein paarmal die Glühbirne am Kopf auf. Diverse Grundbegriffe, um die ich mich bisher recht-und-schlecht herumlavierte, wurden plötzlich sonnenklar. Das ergibt alles total Sinn! Allerdings fühlen sich die vier Module bei dem Fortschrittstempo weiterhin sehr sportlich an. Es bleibt spannend bis in den März hinein.

    Im begeisterten Überschwang hätte ich fast noch eine Edeltastatur für das Tablet impulsgekauft. Ich hielt mich nur zurück, weil ich Impulskäufe generell ablehne und nochmal drüber schlafen wollte.

    Gelesen 2: Nicole Seifert: Frauen Literatur. Über Literatur von Frauen und darüber wie der Literaturbetrieb diese ausgrenzt.

    Der Politikwissenschaftler in mir mehr kratzt sich mehr als einmal irritiert am Kopf, wenn Seifert versucht eine ad-hoc-Theorie von Macht und Ausgrenzung aufzustellen. Begrifflich rennt sie immer wieder gegen dieselbe Wand ohne die Tür zu sehen. Sie arbeitet sich an Beispielen ab, ohne die dahinterliegenden Strukturen beschreiben zu können.

    (Der SZ entnehme ich, dass die feministische Literaturwissenschaft schon deutlich weiter war.)

    Angesichts ihres eigenen sehr deutlich vorgetragenen Inklusions- und Diversitätsanspruches wünschte ich mir, Seifert würde den eigenen Balken im Auge sehen: In bester Tradition des etablierten deutschen Nachkriegsbildungsbürgertums nimmt sie bis auf wenige Token-Ausnahmen nur Menschen wahr, die auf deutsch oder englisch schreiben.

    Viel Licht: Womit das Buch glänzt, und was das Lesen lohnt: die zahlreichen Beispiele von Literatur von Frauen. Auf meiner Leseliste landeten erstmal Gabriele Reuter, und Vicki Baum und Deniz Ohde.

    Shiny shiny

    Falls ich je an den Punkt im Leben komme, an dem ich wirklich gar nicht mehr weiß, wohin mit dem Geld, kaufe ich mir einen AirPods-Case von Hermès. Vielleicht kaufe ich dann sogar AirPods.

    Nebenbei. In einigen Blogs sehe ich, dass Markennamen wie A*ple mit Gendersternchen geschrieben werden. Ist das Internet-Aberglaube oder hat das eine echte praktische Bewandnis?

    Alon Levy in seinen „Pedestrian Observations“ zum Thema „Berliner Magnetschwebebahn“: Quick Note: Anti-Green Identity Politics.

    Croco und die Deutschstunde.

    20 Jahre Geocache-Webcam im Blühenden Barock.

    Südfrankreich kann sehr kalt sein. (Und ich brauche jetzt einen Schneemann-Weihnachts-Duschvorhang.)

    Morgens um 6:35h in Israel.

    Spotify hat die Jahresauswertung gemacht. Am beliebtesten in diesem Haushalt: das berühmte Barbecue-Quartett für Flöte von Wolfgang Amadeus Mozart:

  • 22-12-03 Wer Köttbullar isst, muss auch schrauben

    22-12-03 Wer Köttbullar isst, muss auch schrauben

    Madame aß Raclette so wie es sein sollte.

    Nebenan benimmt sich das Wikimedia-Deutschland-„Health and Safety“-Team genauso bräsig und ignorant wie es vorher zu befürchten war.

    Beim Schuhregalschrauben entdeckten wir: IKEA produziert mittlerweile niedliche und praktische kleine Griffe für die IKEA-Schraubenzieher.

    Spannend auch über die Jahrzehnte zu verfolgen wie sich die Schraubtechnik entwickelt. Vor vier Jahren en vogue: Clicken statt Schrauben. Inzwischen scheint der Laden zu einem Hybridsystem zurückgekehrt zu sein.

    Nach einer Arbeitswoche mit abendlichem Kino (Montag), Möbelhaus (Mittwoch) und Weihnachtsfeier (Freitag) hatte ich mein Wochen-Input-Level erreicht und musste Teile des Tages auf dem Schaukelschaf verbringen, Italopop hören und Gedanken vor sich hin fließen lassen. Da geschah es gut, dass der Spotify-Jahresrückblick auf bei uns ankam und viel Italo-Indie-Pop präsentierte. Aktuell läuft Prozac+ mit Acido acida.

    Kellerkind fragte gestern in den Kommentaren, warum ich studiere und ‚dann auch noch was „vernünftiges“‘. Und weil mich die Frage auch interessiert, versuche ich meine Antwort auf die Vorderseite des Blogs zu ziehen:

    • Es kann ja nicht jeder Marathon laufen
    • Weil ich es kann. Nach dem Abi schwankte ich ja lange zwischen Mathematik und Sozialwissenschaft und entschied mich aus dem Bauch heraus für Politikwissenschaft. Mathematik würde ich heute berufsbegleitend nicht mehr durchstehen. Aber Wirtschaftsinformatik geht in die Richtung, bietet praktischerweise Anschlusspunkte an Studium und Berufserfahrung. Und es macht echt Spaß!
    • Und damit kommen wir zum anderen Punkt: wenn ich den Rest meines Berufslebens anscheinend mit IT Service Management verbringe, kann ich mir bei der Gelegenheit auch eine passende formale Qualifizierung besorgen.

    IKEA versagt überraschend beim Thema Plantbullar (aka vegane Köttbullar). An sich lautet die Regel: Je stärker verarbeitet Fleisch ist, desto überzeugender ist das entsprechende „Fleischersatzprodukt“ (gut: Scheibenwurst, Burgerketten-Burger, schlecht: Skirt Steak direkt vom Grill, selbst gemachtes Pulled Pork). Dafür, dass Köttbullar in die Scheibenwurstkategorie fallen, war der vegane Ersatz erstaunlich uninspirierend.