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  • 26-01-15 Bitte stelle sicher, dass Deine Haustiere in Sicherheit sind

    26-01-15 Bitte stelle sicher, dass Deine Haustiere in Sicherheit sind

    Die Wikipedia feiert 25. jähriges Jubiläum und zu diesem Anlass ist ein 15 Jahre alter Artikel von mir1 als Artikel des Tages auf der Hauptseite. Ich staune und ich freue mich.

    Jeder leere Viersitzer in der vollen S-Bahn hat eine Geschichte.

    In der S-Bahn gesehen: Ein mittelalter Mann, Handy lesend, der in mir ein Störgefühl auslöst. Irgendwas stimmt nicht. Nach zwei Stationen habe ich es: Die Frisur sieht teurer aus als die Brille. Das ist selten. Zwei weitere Stationen später habe ich beschlossen: „Das ist Absicht. Vermutlich ist das eine teure Designerbrille, bei der viel Mühe darauf verwendet wurde, dass sie wie eine Lesebrille vom Drogerieständer aussieht.“

    Der Nachteil des Schwimmbads im Haus: Ich kann mich nicht mehr so richtig erinnern, wann ich schwimmen war. Irgendwann abends halt mal kurz. Vor allem total immersen im Lehrschwimmbecken, da das eh schon volle Schwimmbecken noch zusätzlich durch einen Verein belegt war, und normales Schwimmen freudlos geworden wäre.

    Weiterhin erstaunlich: die extreme Gastfreundschaft, die uns im Gebäude entgegen schlägt. Wir müssen aufpassen, nicht dass wir aus Versehen demnächst so nebenbei private Schwimmstunden bekommen.

    Beim ukrainisch-polnischen Supermarkt entdeckte ich in der Gemüseabteilung frische Habanero-Chillies. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die in Deutschland überhaupt je in einem „normalen“ Supermarkt gesehen habe.

    Eigentlich suchte ich im Supermarkt Kielbasa, laut Internet der beste Ersatz für Louisiana-Andouille, der in Deutschland zu bekommen ist. Aber es kam wie es kommen musste: Kielbasa bedeutet im Wesentlichen „polnische Wurst“, und in diesem Supermarkt bedeutet das: 40 verschiedene Sorten polnische Wurst. southpark war mehr als überfordert.

    Ich meldete mich von der Informatik-Klausur ab. Wenn ich die Klausur noch bestehen wollen würde, müsste ich angesichts meiner nicht vorhandenen Vorarbeit genau jetzt ernstlich mit Lernen anfangen. Und da sehe ich mich nicht. Ich denke auch, ein Pausensemester nach dem Bachelor und mit Umzug ist durchaus verdient.

    Es waren Tage des Arbeitens mit dem unweihnachtlichsten Weihnachtsfilm aller Zeiten.

    Wenn es dunkel ist

    Die maritime Bettwäsche, Gewinn aus dem Seemannsmissions-Adventskalender, traf ein. Sie ist erfreulich kuschlig. Und maritim!

    Die Erziehung der Post und der Lieferdienste dauert weiterhin. DHL fand gestern sogar unsere Tür. Dafür fand amazon2 nicht einmal das Haus. Erst ein Anruf, den ich nicht schnell genug annehmen konnte. Bei Rückruf eine generische amazon-Servicenummer. Dann eine Handy-Nachricht:

    Ich werde bald mit deiner Lieferung ankommen. Bitte stelle ggf. sicher, dass deine Haustiere in Sicherheit sind und schalte das Licht ein, wenn es dunkel ist.

    Nachdem Madame die Haustiere in Sicherheit gebracht hatte, ging sie vor das Gebäude und suchte den Fahrer: aber nichts nirgends.

    Bikini

    Auf dem Weg ins Kino eine weitere Berlin-Premiere für mich: Ich war im Bikini-Berlin, dem Concept-Mall-Ding neben dem Bahnhof. Es soll so eine Art Einkaufszentrum sein, aber halt in stylisch und schick. Es war .. interessant.

    Quasi alle Läden suggerierten mir „Hier kaufst du kein Produkt. Hier kaufst du eine Einstellung zum Leben.“ Und diese Lebenseinstellung lautet „Beratung mit vielen Brand Identity Manager Consultants zum invalue store empowering enrichtment“.

    Naja, weil die Brand Identity Leute sich in Golddukatensäcken bezahlen lassen, rufen die Läden entsprechende Preise auf. Sehr spannend. In Teilen auch ansprechend. Aber in größeren Teilen vor allem gewollt und anstrengend. .

    Immerhin kurze Freude: in einem ansprechenden Ruhebereich steht die perfekte Symbiose unserer Stühle: das Luxembourg-Schaukelschaf. Wo unser Gartenstuhl (Luxembourg) mit dem Wohnungsstuhl (Schaukelschaf) zusammenkommt.

    Der Gang ins Bikini war lehrreich, aber ist in näherer Zukunft nicht wiederholenswert.

    Immer wieder lohnend ist der Gang am Breitscheidplatz und an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche vorbei. Ich bin ja großer Fan des Gedächtniskirchenneubaus. Am Tag von außen unscheinbar. Von innen oder bei Nacht aber eine Wucht. Beste Nachkriegsmoderne.

    Die Mörder

    Mein Ziel war noch mehr Berliner Nachkrieg, weniger Moderne. Im Delphi Filmpalast fand eine Aufführung des ersten Deutschen Nachkriegsfilms Die Mörder sind unter uns aus dem Oktober 1946 statt. Umrahmt von einer kleinen Veranstaltung der Stiftung Ernst-Reuter-Archiv in Kooperation mit dem Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Delphi Filmpalast, die eine eher seltsame Mischung aus Politikdiskussion der Jahre 1945/1946 und Hildegard-Knef Hommage war.

    Im Film geht es darum, dass Dr. Mertens (Ernst Wilhelm Borchert) und Susanne Wallner (Hildegard Knef) durch die Verwerfungen der Nachkriegszeit gemeinsam in einer Berliner Trümmerwohnung wohnen müssen. Am Anfang kennen und mögen sie sich nicht, am Ende sind sie ein Paar.

    Vor allem leidet Mertens an schwerer Posttraumatischer Belastungsstörung (die im Film natürlich nicht so genannt wird) hat ein Alkoholproblem und sinnt auf Rache an einem ehemaligen Hauptmann Brückner, der in Polen ein ganzes Dorf mit Frauen und Kindern exekutieren ließ. (was in Mertens vermutlich die PTBS auslöste).

    Der Anblick eines Tannenbaums an Heiligabend lässt in Mertens das letzte bißchen Selbstbeherrschung schwinden, denn genau jenes Massaker fand an Heiligabend 1942 statt zwischen Stille Nacht und Maschinengewehrsalven.

    Er bricht auf zu Brückner, steht ihm Heiligabend 1945 in einer dramatischen Heiligabendszene am Tannenbaum mit der Pistole vor Brückner steht, verhindert Susanne den Schuss und es folgt ein Epilog, dass Selbstjustiz verständlich aber nicht gut ist, und dass öffentlich Anklage gegen die Mörder erhoben werden muss.

    Ein Film faszinierend auf so vielen Ebenen, dass ich gar nicht mehr hinterherkomme. Deshalb versuche ich mich auf drei zu beschränken.

    1946

    Vor dem Kinosaal unterhielten wir uns zu viert (Geburtsjahre um 1950, 1973, 1975 und 1986) darüber wie die NS-Zeit in Jugend und Schule behandelt wurden. Die drei jüngeren erinnerten sich deutlich an die Ausstellung Verbrechen der Wehrmacht, die das erste Mal eben jene in eine breite Öffentlichkeit brachte und wilde Diskussionen um die NS-Zeit und die Rolle der Wehrmacht auslöste. Für uns alle war das gefühlt vor 1995 in Deutschland kein Thema.

    Und dann sahen wir diesen Film von 1946, den ersten deutsche Film überhaupt nach Ende des Krieges – und er dreht sich zentral um ein Massaker durch eben jene Wehrmacht. Deutschland, was hast Du zwischen 1946 und 1995 gemacht?

    Im Film von 1946 wurde es thematisiert: Nazis und Gewissen, Massenmord, Trauma des Krieges und das eigenwillige Leben in den Berliner Ruinen.

    Semi-thematisiert: Der grundgütige Optiker „Mondschein“, der bis zu seinem Tod im Film auf seinen verschollenen Sohn wartet – Name und Porträtierung werfen deutliche Hinweise in Richtung „jüdisch / es gab auch einen Holocaust“ – explizit gesagt wird es nie.

    Überhaupt ein Film, dessen Publikum gerade vorher komplett durch den zweiten Weltkrieg gegangen war – wie hat er auf dieses Publikum gewirkt?

    KZ ja und?

    Susanne Wallner ist KZ-Überlebende. Dies wird einmal am Anfang des Films gesagt und im Rest des Films ignoriert. Während der Film sich ausführlich und tiefgehend Mertens Traumata als Wehrmachtssoldat widmet, spielt die KZ-Geschichte keine Rolle mehr. Sie fragt ihn mehrfach eingehend nach seiner Vorgeschichte, seinen Erlebnissen: Er sie kein einziges mal.

    Und wieder: Warum sich eine junge bildschöne lebenslustige tatkräftige Frau sich ausgerechnet in einen mittelalten Alkoholiker mit cholerischen Anfällen verliebt – auch dazu fällt dem Film nichts ein.

    Und so wird die präsente, einen Raum für sich einnehmende Hildegard Knef in einer Rolle besetzt, die innerhalb von 20 Minuten von der tatkräftigen neuaufbauenden KZ-Überlebenden zum verliebten Muttchen mutiert.

    Für einen Film aus der Zeit nicht wirklich überraschend – für diesen speziellen Film aber schon.

    Expressionismus noir

    Auch stilistisch spannend: Der Film, der ich sah war halb Vorkriegsexpressionismus (denke Nosferatu, Cabinet des Dr. Caligari) und halb Film Noir: die unruhige Kameraführung des Expressionismus, die starken hell-dunkel-Kontraste und Schatten als eigene Figuren im Film, die emotionalen Ausbrüche von Mertens, der Soundtrack – pure Expression.

    Und da war auch der Noir: die Großstadt (das zerbombte Berlin) als eigener Charakter, die moralische Ambivalenz, der Protagonist als getriebener, alle sind elegant angezogen und rauchen ununterbrochen. Das passt in jedes Noir-Setting.

    Und erst so im Zusammenhang fiel mir auf, wie nah die beiden Stilistiken beinander stehen, wie sehr sie ineinander übergehen, und wie sehr sich Nachkriegsnoir aus dem Vorkriegsexpressionismus speist.

    Trauben und Diktaturen

    Ein Gemüsesalat, der sich als Obstsalat tarnt. Ich musste drei mal hinschauen: Das ist doch ganz eindeutig Ananas-Traube-Pflaume 12 von 12 im Januar (2026).

    Die Mimosen hingegen bleiben die Mimosen: 12 von 12 im Januar 2026

    Karen aus Japan über japanische Buzzwords im deutschen und englischen. („Vielleicht ist dieser Artikel ein wenig Therapie für mich und ihr müsst da jetzt auch durch.“): Japanische Buzzwords: Bleibt mir mit eurem Ikigai gestohlen

    Passend zum Thema Aufarbeitung las und hörte Anke Gröner von Anne Rabe. Sie zitiert sinngemäß: „Dass die Aufarbeitung der NS-Zeit in der Gesellschaft noch nicht abgeschlossen ist, ist jedem klar. Wieso glauben dann aber viele, dass die Spuren, die die DDR-Diktatur in den Menschen hinterlassen hat, nicht mehr wichtig oder Forschungsthema sind?“

    Anmerkungen

    1. Ja „Artikel von mir“, schwieriges Konzept in der Wikipedia. Aber das ist eine Diskussion für ein Andernmal. ↩︎
    2. Ja, eigentlich bestelle ich da nicht. Außer es ist der Shop vom Hersteller und das Produkt sonst nirgends erhältlich. Ich möchte aber auch sagen, dass amazon pro verkauftem Produkt ungefähr 2 cent Gewinn macht und pro vermieteter AWS-Cloud-Stunde eine Fantastilmillion. Das Amazon-Geschäftsmodell ist vor allem Rechenzentrumsvermietung und wer den Laden wirklich nicht unterstützen möchte, müsste Recherchieren wo ihre liebsten Internetanbieter ihre Daten parken. ↩︎
  • 25-11-20 Jetzt noch die Fräsmaschine

    25-11-20 Jetzt noch die Fräsmaschine

    Während ich dies schreibe, premierenflötiert Madame in der Stadtbadwohnung. Jeden Tag wird die Wohnung ein wenig bewohnbarer.

    Karls Erdbeere am Südkreuz verschwand bis nächstes Jahr. Vermutlich tötete Nachtfrost auch die allerletzten Erdbeeren.

    Im Winter gibt es Gemüsli nur alle zwei Wochen. Madame wurde daran erinnert, als sie vor dem leeren Gemüslichkeits-Schrank stand. Dann halt nicht.

    Während das Schrumpfgemüsli eigentlich geplant war (für uns allerdings „Winter“ nicht Mitte November beginnt), werden auch wir Betroffene der Crowdfarming-Probleme. Nachdem „unsere adoptierte“ Kuh gestorben war, und wir deswegen keinen Käse mehr bekamen, „adoptierten“ wir eine andere Kuh bzw. halt deren Käse. Überraschendweise allerdings gelang der ersten verstorbenen Kuh danach die Wiederauferstehung und jetzt haben wir doppelt Käse.

    Die Feurig-Apotheke in der Schöneberger Hauptstraße impft unkompliziert (Mittwochs nachmittags) gegen Grippe und Corona. Die Menschen rennen ihnen die Türen ein und die Apotheke versteht nicht, warum die ganzen Ärzte sich so anstellen.

    Den Grippeshot ließ ich mir dennoch öffentlicher-Dienst-angemessen von meiner Arbeitgeberin setzen. Der Impfshot auf die eh schon in mir herumlungernde Erkältung obenauf war vielleicht nicht die brillanteste Idee – aber manchmal ist der schlechte Weg immer noch der Beste. Ob ich eine Corona-Impfung kurz nach einer Corona-Infektion für sinnvoll halte, muss ich noch entscheiden.

    Donnerstag gab ich das schlechtsvorbereitetste Wikipedia-Interview meines Lebens; also nicht, weil ich mich sonst auf derlei Interview vorbereitet hätte. Aber ich glaube ich habe seit Wochen nicht mehr ernstlich an Wikipedia gedacht; normalerweise fällt mir auch nicht 7 Minuten vor Beginn beim Blick in den Kalender ein, dass gleich sofort ein Interview kommt. Aber so ist es halt an Tag T-13 bis zum Umzug.

    Zum Glück ging es um „25 Jahre Wikipedia“ und ich durfte von anno dunnemals erzählen. Demnächst dann auf einem süddeutschen ÖR-Sender.

    Es waren zweieinhalb Tage zwischen Arbeit und Umzugsvorbereitung und dem starken Drang, möglichst viel dazwischen zu schlafen.

    Immerhin wird es entspannter. Der Umzugsmensch war noch mal da. Wir haben seit der letzten Schätzung 20 Meter Buch und insgesamt 6 Kubikmeter Zeug aus dem Haushalt verschafft; das Meiste, was weg sollte, ist jetzt weg – den Rest können wir entspannt angehen lassen, denn für dessen Umzug werden wir eh bezahlen, egal, ob es am Umzugstag noch anwesend ist oder nicht.

    Kein Zeitdruck mehr beim Entsorgen, weniger Zeitdruck bei der Küche.

    Spüle läuft

    Ich verschob ungefähr ein Dutzend Mails mit IKEA-Lieferbestätigungen, Chat-Transkripten und Auftragsnummern aus dem Posteingang, denn ich hoffe, diese nie wieder zu benötigen.

    Halleluja!

    Die Küche macht Fortschritte. Sobald das Silikon getrocknet ist, haben wir Wasser in der Küche, können Spüle, Herd und eine ganze Menge Schränke benutzen.

    Dafür wie winzig die Küche ist, sieht sie toll aus. Bei aller Bescheidenheit.

    Aber sie ist nicht vollendet.

    Es fehlen:

    • Zwei Schranktüren (nachbestellt, weil die Küchenbauer eine bessere Schrankidee hatten). Die sind anfang der Woche irgendwo auf dem Weg zum IKEA-Zentrallager zum DPD-Zentrallager in einem Loch versunken und werden hoffentlich wieder auftauchen.
    • Waschmaschine, Geschirrspüler und Kühlschrank (logisch, die bringen wir aus der alten Wohnung mit).
    • Die Fräsmaschine: Entweder hat IKEA falsch gemessen oder falsch gerechnet: Auf jeden Fall lässt sich das Küchenfenster nicht mehr öffnen, weil es gegen das Kochfeld stößt. Es ist eine Sache weniger Millimeter. Das Gute ist: IKEA hat selber gemessen und geplant. Es ist unbestreibar wer Schuld ist und das ganze Beheben muss. Das Ungute: ist halt trotzdem Aufwand und weiterer Warterei. Zur Auswahl stehen: Arbeitsplatte wechseln (was bedeutet, die halbe Küche neu zu bauen, weil alles in Höhe und Breite an der Arbeitsplatte ausgerichtet ist); oder dort wo die Kochplatte ist, etwas abzufräsen, so dass die Kochplatte plan mit der Arbeitsplatte liegt. Das passiert hoffentlich nächste Woche.

    Für vegane Maultaschen ins Restaurant

    Etwas Recherche brachten einen Scheinriesen des Service Managements zum Vorschein. Wenn deine komplette Framework-Organisation aus dir und deiner halben Ehefrau besteht, beginne ich zu zweifeln.

    Wieder einmal traf sich die Karpfengruppe der IT zum Socialising, Lästern, Planen und zur psychischen Hygiene. Die Resonanz fiel leider aus, denn DJ OneNote wollte vegane Maultaschen – und dafür mussten wir ins Heuberger.

    Das Essen war besser als in der Resonanz, die uns umgebenden Weihnachtsfeiergruppen zahlreicher, und am Ende war es halt ein Restaurang, keine Kneipe.

    Wir tauschten Berliner Wohnungssonderlichkeiten aus (Fömi wohnt jetzt in Friedenau) und die lieben Jungspund-Kolleg:innen glauben mir weiterhin mein Alter nicht. Ich könnte ja den Personalausweis als Beleg zeigen – aber das wäre langweilig.

    Wie schön: Mal zwei Stunden rauskommen, ohne dabei umzuziehen oder umzugsvorzubereiten.

    Nicht das Heuberger, aber noch veganer

    Fermentieren und kaufen

    Wild Fermentation von Sandor Ellix Katz war hier ein lebensveränderndes Buch. Denn diesem verdanken wir das unkomplizierter Vollkorn-Sauerteig-Roggenbrot, das an 90% der Tagen in diesem Haushalt zum Frühstück gegessen wird. Um so neugieriger war ich darauf, dass die Magertratzler jetzt eine deutsche Ausgabe eines Katz-Buchs bespricht: Kochbuch: Die Fermentier-Bibel | Sandor Ellix Katz

    Anderswo Roggenbrotprobleme.

    Das ist gar nicht so einfach mit der Zukunft: Kassen- und personallose Supermärkte in der Krise: Problem-Einkauf bei Netto Pick & Go: Überholspur zur Kontrollwaage. Das ist gar nicht so einfach in der Zukunft: der Versuch 1:1-Ausstattung (eine Schülers, ein IT-Gerät) umzusetzen: 1:1-Ausstattung in the making – Teil 3

    Spielen mit Daten: Nicky Reinert hat einen Datensatz mit den meisten Supermärkten Deutschlands und kann erstaunliche Dinge daraus ziehen: Wo liegt die ALDI-Grenze?

    Und jetzt ins Bett.

  • 25-09-20 Edelweiss, every morning you greet me

    25-09-20 Edelweiss, every morning you greet me

    Madame wurde von einem hitze-un-beständigen Marmeladenglas angegriffen, überstand dies aber glücklicherweise unverletzt.

    In Berlin gibt es 27 Influencer:innen pro 1.000 Einwohner:innen. Das erklärt einiges.

    In unserer Straße sah ich den ersten Mensch, der am hellichten Tag in einen Hauseingang gelehnt, eine Crack-Pfeife rauchte. Und auch ansonsten habe ich gerade den Eindruck einer deutlichen Zunahme von Menschen-mit-großen-Problemen in der Gegend. Wurden sie woanders vertrieben?

    In der BioCompany sah ich einen Kassierer offenbar an seinem ersten Arbeitstag allein an der cmKasse. Das war sehr langsam aber auch sehr niedlich.

    Es war ein betriebsfeiernder Donnerstag, ein arbeitender Freitag und ein halber Samstag im Kino.

    Auf der Arbeit gehe ich langsam die Sachen aus dem Juli und August an, die in meinem inneren Ordner mit „Ist nicht dringend und auch nur mittelwichtig, ich muss Bachelor machen“ gelandet waren und dann von mir ignoriert wurden. Spannende Sachen finden sich da!

    Tolanor ist wieder Wikipedia-Admin und lyzzy bekommt das Bundesverdienstkreuz.

    Madame und ich passierten eine Großautowaschanlage von 1966 und staunten über die feschen Autos, die dort an einem Freitagabend gewaschen werden. Unsere Diskussion über die Farbtöne Dead Salmon und Templeton Pink bewegte sich Richtung Setting Plaster. („Ein Rosa mit deutlichen historischen Bezügen, das dank seiner gelben Pigmente eine sehr weiche Anmutung hat.“)

    Aus dem solidarischen Gemüse kochte sie Tempura-Gemüse-Pfannkuchen nach Jacques Pépin (via Nils Minkmar). Die waren extrem lecker, aber auch deutlich aufwendiger als es dem Video anzusehen ist.

    Meine Gruppe war „17 – rot“

    Einst vor einigen Jahre hatte ich ein Sommerfest einer Ex-Arbeitgeberin am Beach Mitte in Berlin Mitte. Es bestand daraus, dass es etwas zu Essen gab und wir miteinander reden durften.

    Am Donnerstag absolvierte ich ein Sommerfest meiner aktuellen Arbeitgeberin am Beach Mitte in Berlin Mitte. Beide Feste hatten gemein, dass ich wie wie immer wenn ich am Berliner Nordbahnhof bin, heillos durch die Gegend irre, weil ich das mit den beiden Bahnhofseingängen nicht sortiert bekomme. Diesmal aber rettete mich die karibische Schweizerin.

    Vor allem wurde wieder geredet: Aber es gab ein Tischtennisturnier, Beachvolleyball, die Fotoecke und zum Ende hin den DJ zu dem wild getanzt wurde. Ein Volleyballer schaffte es – angeblich aus Versehen – mir mit einem wohlgezielte Ball meine Bierflasche aus der Hand zu schlagen. Spektakulär!

    Meine derzeitige Arbeitgeberin ist deutlich unterhaltsamer.

    Davor gab es sogar eine Betriebsversammlung, die im wesentlichen dazu dienen sollte, die ganzen Menschen in den Außenstandorten über das große Ganze zu informieren. Was mir eine Standschicht am Das-große-Ganze-in-der-IT einbrachte – aber ich mag ja meine Kolleg*innen sehr und hab ich mich gefreut, denen etwas erzählen zu können.

    Danach Bratwurst und Wan Tan, die Riesenschaukel benutzen, und wer wollte konnte glaube ich am großen Klettergerüst in der Mitte klettern – genau weiß ich das nicht, ich wollte nicht.

    Vorgeschichte: Rauchschwaden über der Salzach

    Es war ein Silvester, so kurz nach 2010. Wir besuchten Snotty in Salzburg, und dieser klagte uns sein Leid: „Die Besucher der Salzburger Festspiele – ganz furchtbar!“ und dann „die ganzen Mozart-Touristen, noch furchtbarer!“ aber „Und am allerfurchtbarsten: Die The-Sound-of-Music-Touristen. Überall und dauernd, belagern alles und singen die ganze Zeit.“

    Wir beide: „The.. was?“ Nie gehört. So lernte ich von The Sound of Music. Einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten, spielend in Österreich mit Nazis, immer noch Kultfilm im Anglophilen Raum – und in Deutschland und Österreich (außer Salzburg selbst) nahezu unbekannt.

    Wir wurden neugierig. hatten aber keine Gelegenheit diese Neugier auszuleben.

    Dann wurden wir noch neugieriger.

    Naja, und jetzt ist der FIlm 60 Jahre alt, es gibt einen 4K-Re-Release für die Kinos und die Yorck Kinos machen zwei Tage Dauerprogramm mit TSOM. Wir sahen den Film am Samstag um 13.30h in einem fast vollbesetzten Saal im delphi lux.

    Follow the rainbow

    Was für ein Film. Oder vielleicht eher zwei Filme. Vielleicht gar vier. Wir entdeckten einen Cinderella-Plot, in dem das arme Kindermädchen den reichen Adligen heiratet. Und einen – damit komplett unzusammenhängenden – anderen Plotbogen, wo es um Anschluss und Flucht vor den Nazis geht. Und es ist ein teilweise sehr reaktionärer Heimatfilm, und gleichzeitig eine subversive Vorwegnahme der Muppet Show.

    Wahrscheinlich liegt in dieser Ambivalenz das Geheimnis des FIlm. Großes Kino.

    Die Hintergrundgeschichte ist in Deutschland eher durch die von-Trapp-Filme bekannt, die wie the Sound of Music an der Familiengeschichte der von Trapps orientiert sind: Ein halbverarmeter Adliger mit vielen Kindern, der mit diesen und der Governante als Familie singt, vor den Nazis nach Amerika flieht und dort eine weitere Gesangskarriere betreibt.

    Die ganze Geschichte ist in ihrer Schrägheit in der realen Variante schon unterhaltsam – angefangen damit, dass er ausgerechnet in Salzburg lebt und österreichischer(!) Marinekapitän ist – wird durch die Verdichtung und Überspitzung im Film noch unterhaltsamer.

    Mit Stilbrüchen und Exzentrizitäten könnte ich Seiten füllen – ach, ich glaube alleine auf der Analyse des FIlms lassen sich komplette wissenschaftliche Karrieren begründen. Aber ich glaube eh noch, es war so much, dann muss noch ein paar Tage sacken.

    Und nachdem wir dann drei Stunden lang im Kino in den Salzburger Alpen unterwegs waren, alle sich lieb hatten und schöne Harmonien sangen, verließen wir das Kino, waren direkt am Bahnhof Zoo mit Blaulichtautos, einem hochzeitsinduzierten Hupkonzert, Buddenbohmschen Gestalten auf dem Gehweg und drei Millionen Marathonläufer*innen und anderen Tourist*innen. Zurück in Berlin.

    Taschen, Algen, Kekse, die vom Himmel fallen

    Technisch verstehe ich bestenfalls ein Drittel, aber das Konzept fasziniert mich: Hosting a WebSite on a Disposable Vape.

    Entdeckt: Die Tasche, die ich täglich mit mir herumtrage, gehört zu den wenigen Produkten, auf die es eine lebenslange Garantie gibt: Gear Brands With a Lifetime Warranty: 14 That Stand Behind What They Make

    Joel beobachtete die Verladung der Algen.

    Die reine Leere suchte Kaffeetassen. Später fielen Kekse vom Himmel.

    Herr Feinanteil redete mit seinem iranischen Barbier.

  • 25-08-28 Brot- Käse- und Gemüsebedingungen (D nur auf der RHS)

    25-08-28 Brot- Käse- und Gemüsebedingungen (D nur auf der RHS)

    T minus 5. Noch fünf Tage bis zur Abgabe der Bachelorarbeit.

    Heute pulle ich einen All-Nighter. Zumindest wenn ich aus dem Fenster schaue. Die Uhrzeit (15:17h) spricht gegen die Nacht; die Tatsache, dass alle Lampen dieser Wohnung brennen, spricht stark dafür, dass schon Nacht ist.

    Ich habe Respekt: In Ostsachsen ehrenamtlich ein Freibad betreiben, dass dann auch noch politische Diskussionsveranstaltungen beherbergt oder wo Menschen von ihrer Arbeit in der Flüchtlingshilfe berichten: Wie ein Schwimmbad der AfD trotzt.

    Gelegenheit für eine Kurzpredigt: Menschen radikalisieren sich nicht, weil es ihnen selbst schlecht gibt, sondern wenn sie den Eindruck haben, dass es in ihrer Umgebung bergab geht. Das geschlossene Schwimmbad ist ähnlich wie die geschlossene Post oder der Supermarkt sehr wirkmächtig. In related news: In der Berliner Reinhardtstraße ist ein Wohnhaus geräumt worden, weil der Dachstuhl einzustürzen droht. Nun werden Teile des Dachs abgetragen.

    Unser Dach-Bauleiter des gerade neu aufgebauten Dachstuhls kam, sah sich Schäden an Er will, sobald ihre Bauten an den Dach-Außenanlagen fertig sind (sehr bald!), unsere Wohnung renovieren lassen. Das ist an sich sehr löblich. Nur leider sind die nächsten Wochen, gar Monate, so vollgestopft, dass wir alles brauchen können, nur keine Handwerker, die hier noch Zusatzchaos verursachen.

    Der Tagespresse entnehme ich, dass der durchschnittliche Single auf 68 qm lebt, der durchschnittliche zwei-Personen-Haushalt auf 104 qm. Da liegen wir mit der Wohnung deutlich drunter; mit Wohnung und Bungalow zusammengerechnet kommt es ungefähr hin. Im Sommer können wir auch noch den dreiviertel Quadratmeter der Schwimmbadkabane dazu rechnen!

    Es waren drei Tage des Bachelurlaubs.

    Dienstag: ein abendlicher Hops mit Madame ins Insulanerbad. Strahlender Sonnenschein. Aber die 20 Grad Wassertemperatur ermunterten zur Bewegung. Premiere: Madame überholte aquajoggend eine Kraulschwimmerin. Es lag nicht daran, dass Madame in Speedjogging ausgebrochen wäre. So bizarr.

    Mittwoch: Wir waren beide etwas neben der Spur. Zum Ausgleich ein Feel-good-Mittagessen an einem weiteren Punkt, der „könnten-wir-mal“-Liste: Nonna Anna. Auch am Südkreuz. Es spricht für italienische Restaurants, wenn der Karte eine regionale Färbung anzumerken ist. Nonna Anna ist offenbar Römerin oder kommt zumindest aus dem Latium.1 Dementsprechend bekamen wir sensationelle Spaghetti Carbonara und Spaghetti all’amatriciana serviert.

    Abends fühlten wir uns beide davon überfordert bei schwülen 29 Grad noch mal den Weg ins Bad auf uns zu nehmen. Dann auch noch durch das Bad laufen und die ganze Umzieherei! Noch haben wir bis zum 7. September. Jeder Tag der Kabane wird genutzt werden!

    Madame versucht’s mal mit Gemüslichkeit2 und unterschrieb dafür einen Vertrag über die Brot- Käse- und Gemüsebedingungen. Solang wir aber das solidarische Gemüsli noch nicht bekommen, brachte sie Pfifferlinge aus der Hafenstadt mit.

    Heute besichtigt Madame im Dauerregen die Himmelsscheibe. Vielleicht bringt sie Salz mit.

    Eingang zum Sommerbad am Insulaner. Ein schmales Kassenhäuschen, unter einem Dach mit zwei Durchgängen links und rechts.

    scatter!(xs2, ys2; label  = „D nur auf der RHS“, marker = :utriangle, )

    Aktueller Stand der Arbeit: 11700 Wörter (Ziel: 9000 bis 11000), 42 Seiten (Zielwert: 30 bis 35), 104 Formeln, fünf Tabellen, zwei Grafiken und null unklare Rechnungen.

    Zwischenzeitlich gab es von allem wieder mehr. Selbst die falsch berechneten 2/19, die ich nun schon mehrfach gelöscht hatte, tauchten an einer weiteren Stelle im Text auf. Nachdem ich die Zahlen alle sortiert haben, kommen jetzt die griechischen Buchstaben dran.

    Mein Plot-Erstellungs-Game hat sich stark verbessert: Ich könnte innerhalb von wenigen Stunden die Seitenzahl der Arbeit von 42 auf 84 steigern, indem ich alles nur mit sinnlosen Plots (Plotten?, Plotoi?) überziehe. Aber eigentlich will ich ja bei 35 Seiten enden, nicht bei 84.

    Noch sind es erst zwei Plotoi. Ein Plot mit D in allen Szenarien, ein Plot mit D auf der RHS. Aber noch habe ich Zeit.

    Langsam biege ich auf die Zielgerade ein. Der Anteil der Straffungen überwiegt inzwischen den Anteil der Ausbauten.

    Das bedeutet auch: Ich verbringe viel Zeit damit, meine alte Arbeit durchzulesen, und freue mich: Sie wirkt kompetent. Leider ist der bestwirkendste Teil derjenige, der ein wenig ins Nichts führt und wohl weiteren Kürzungen zum Opfer fallen wird. Aber noch kann ich mich nicht trennen.

    Karton in Wohnung, Fahrrad nicht zu Grundschule, Essen auf Förderband

    Frau Wunnibar zog um.

    Es gibt immer noch einen Ort, wo das mit dem Radfahren noch schlimmer ist: Mit dem Fahrrad zur Grundschule – ein Follow up

    Ein Mastodon-Thread: Das Vagina-Museum zum Thema wie generative KI funktioniert „and how it can tell you you’ll give birth out of your penis-rectum.“

    Drive-in vollautomatisiert: The “Motormat” Was a Drive-In in Los Angeles, Where the Food Tray Was Sent Out on Rails Right to Your Car

    I’ve spent the better part of two decades dealing with people trying to dox and harass the volunteers who make Wikipedia the incredible resource it is today. I liked it better when they weren’t in Congress.

    Mein innerer Freund mathematischer Modellierung liest erfreut Holgers Gedanken dazu, wie er von Dieppe weiter nach Westen segeln kann. (Gegen den Wind, aber zeitweise mit dem Tidenstrom)

    Anmerkungen

    1. Habe inzwischen die Website konsultiert und fühle mich bestätigt: „Wir begrüßen Sie herzlichst bei Nonna Anna – Un Gusto Etrusco, dem Restaurant, das Sie in die Aromen und Traditionen Nord-Latiums entführt. Lassen Sie sich von Gerichten inspirieren, die nach den Rezepten meiner Schwiegermutter, Anna di Russo, aus Cerveteri zubereitet werden.“ ↩︎
    2. SCNR ↩︎
  • 25-08-24 Spontanhalt an der Einheitseiche

    25-08-24 Spontanhalt an der Einheitseiche

    T minus 9. Noch neun Tage bis zur Abgabe der Bachelorarbeit. Derzeit besteht ihr Entwurf aus 11.300 Wörtern (Zielwert 9.000-11.000), davon 98 Formeln, 59 Symbole im Symbolverzeichnis und etwa zwei Seiten Code. (keine expliziten Zielwerte). Ich finde drei Rechnungen mit unstimmigen Ergebnissen. (Zielwert: Null).

    Mir träumte ich nahm an einem Kongress teil; Thema unbekannt, aber zahlreiche Wikipedianer*innen unter den Anwesenden. Ein Veranstaltssaal war eine Kirche im Kellergeschoss. Als ich dort zu einem Panel wollte, war dieser bereits zum Schlafsaal umdrappiert.

    Mir träumte, dass ich auf diesem Kongress Debbie meine Bachelorarbeit zeigen wollte. Was mir sagt, dass mein Traum-Ich sie für vorzeigenswert hält.

    Mir träumte, ich teste Fahrräder, und eines davon gefiel mir so gut, dass ich einfach bei der Testfahrt nur noch weiterfuhr. Mein Traumfahrrad ist also durchgängig anthrazit, robust gebaut, hat bis auf Schutzbleche keinerlei Anbauten und eine gerade Lenkerstange.

    Es war ein letzter halber Arbeitstag, ein halber Tag der Bachelorarbeit und ein freier Tag auf den Latifundien. Der letzte gänzliche freie Tag bis T, dem Tag der Abgabe.

    Das Katzenstreuwrack auf dem Hinterhof ist zu verschenken. Sagt zumindest der daran hängende Zettel. Auf die Idee hätten sie auch schon vor einem Jahr kommen können.

    In einer benachbarten Baumscheibe wachsen Cannabispflanzen. Ist das eigentlich inzwischen legal?

    Madame weckte die kühlschrankeigene Kefirknolle aus dem Tiefschlaf.

    Die Apotheke kann nur durch das Notdienstfenster bedienen. Ein Feuer im Stromverteiler des Hauses setzte auch die elektrische Öffnung der Ladentür außer Kraft. Allerdings frage ich mich seitdem, durch welches Fenster eigentlich die Apothekerin und ihre Angestellten jeden morgen ins Geschäft krabbeln?

    Startmenü mit morrderlig

    Eigentlich hatte ich ja nur einen kurzen besuchsartigen Aufenthalt in der Erwerbsarbeit die Woche. Gerade mal genug, um in laufenden Projekten mal kurz auf Stand zu kommen und mehr oder weniger weise Worte von mir zu geben, immer begleitet von, „freut mich wenn ihr das dann umsetzt.“

    Eigentlich konnte sich in 5×4 Stunden überhaupt nichts ansammeln, was hätte Stress verursachen können. Uneigentlich haben offenbar alle Kolleg*innen aller Abteilungen am Freitag gerochen, dass dies die vorerst letzte Chance vor Bachelurlaub II ist mit mir zu reden. Meine Güte! Und das Freitag!

    Immerhin, ein wenig Selbstentertainment blieb. Ich lies mir – bestenfalls semi-ernsthaft, weil ich das Ergebnis ahnte – vom Halluzinator eine Infografik über die Unterschiede zwischen Windows 10 und 11 aus Usersicht erstellen. Auch wenn KI-Bilder in Blogs doof sind: Wenn das KI-Bild inhaltliches Thema ist, dann muss es sein. Der Halluzinator hört doch niemals auf mich zu begeistern. Immerhin passt der Gesichtsausdruck:

    Talea chiuso

    Madame ist wieder in Berlin, hat aber noch freie Tage. Wir haben die Gelegenheit, zusammen die „könnten wir mal“-Liste abzuarbeiten. Zumindest so lange diese „könnten wir mals“ zeitlich übersichtlich sind. Restaurants und Cafés zum Mittagessen zum Beispiel.

    Donnerstag: Talea, das botanische Bistro, wollte uns mal wieder nicht. Diesmal wegen Urlaub. Ich glaub, das wird nichts mehr. Aber wir entdeckten, dass Gümüş, die ganz vortrefflich aussehende türkische Bäckerei, direkt gegenüber von Talea eine zweite Filiale eröffnet hatte. So genössen wir Gözleme und Lahmacun und danach eine Tarte Citron und Kaffee Galão bei Enricos Kaffeerösterei.

    Die Dichte an wirklich gutem bodenständigen Essen und Trinken in Schöneberg ist krass – lässt sich nicht anders sagen.

    Freitag ein ähnliches Spielchen, auf französisch. Erst Le Quartier Bistronomique im Nachbargebäude des Büros – mit 20 Euro für ein Mittagsgericht nicht mehr ganz so bodenständig. Aber dafür hatten Hummus und gerösteter Blumenkohl bereits beste Fine Dining-Qualitäten. Dann weiter zu Gorilla, auch eher mit der Zielgruppe gut verdienendes Büropublikum – aber dieses Pain au chocolat war schon sehr sehr gut.

    Geschlechtsanpassung in der Bachelorarbeit

    Ich habe tausend Ideen zur Fortentwicklung, Verschönerung und inhaltlichen Aufmöbelung der Bachelorbeit. Da zeigt sich der Unterschied zwischen Studium 1 und 2 und meiner persönlichen Entwicklung seitdem: Vor 23 Jahren hätte ich begeistert versucht, die Ideen noch umzusetzen. Jetzt denke ich „T minus 9. Never in my life. Lieber das Niveau das sie jetzt hat, aber das so gut wir irgendmöglich exekutiert.“

    Langsam versuche ich die verschiedenen losen Enden der Bachelorarbeit aufzunehmen und ineinanderzuweben. Zu dem Kompetenzeindruck, den ich erwecken will, gehört ja, dass es so wirken soll, als wäre alles geplant was da steht.

    Dabei lese ich alles nochmal durch. Auch das Beispiel an dem ich meine mathematische Theorie durchexerziere. Das Beispiel handelt, vielleicht wenig überraschend, von optimalen Öffnungszeiten von Schwimmbädern. Diese Schwimmbäder werden von einer Anstalt öffentlichen Rechts betrieben.

    Und da fiel mir mein eigener Geschlechtswahnsinn von den Augen: DIE Anstalt. Weiblich. Also auch die Badbetreiberin, nicht der Badbetreiber. Schwupps, einmal Geschlechtsanpassung quer durch die Arbeit und alles passte wieder.

    Wieso kein Regenbogen?

    Der Gartensamstag spielte quattro stagioni. Außer Schnee hatten wir jedes Wetter, und das im Fünf-Minuten-Takt.

    Während Madame fleißig Fallobst sammelte, den Vorgarten aufmöbelte, deadheaddete saß ich auf der Terrasse und las. Oder ich saß im Haus und las. Oder wieder auf der Terrasse.

    Ich las Carlo Levis weiter in Die doppelte Nacht. Wieder nur kurze Abschnitte. Ein Buch mit einer so dichten Sprache – es wäre Verschwendung größere Teile davon auf einmal zu lesen. Fast liest es sich wie Lyrik, nicht wie ein Dokumentartext. Daneben Håkan Nessers Elf Tage in Berlin – ein anderes Buch über einen Berlinbesuch, wie es verschiedener nicht sein könnte.

    Wo Levis Text über das Nachkriegsberlin 1958 sich liest als wäre er in Tontafeln gemeißelt, jedes Wort wohlüberlegt, wirkt Nessers Buch über das Berlin 2015 leicht und unfassbar wie eine fluffige Wolke. Das Buch lies sich problemlos von Samstagnachmittag bis Sonntagvormittag komplett durchlesen.

    Madame las derweil Original Sin über das Elend, dass da Joe Bidens Wiederwahlversuch war.

    Zusammen versuchten wir den wilden Himalayan Musk zu bändigen. Der wächst zwar brav über die Pergola hinweg wie er soll. Aber halt auch in fünf andere Himmelsrichtungen. Ich bin mir sicher, wir werden viel Spaß haben.

    Wir fanden einen weiteren focal point an den eine Rose gehört. Aber Mozart? Reine de Violettes? Jacques Cartier? F.J. Grootendorst? Westerland?

    Rinderstolz empfahl eine Dicke Rippe für den Grill, die ernstlich gut aussah, ich aber hatte kein Vertrauen in mehrere Stunden Draußenwetter am Stück – nächstes Mal. Dieses mal halt Burger.

    Dazu gelang es uns, Gartenzucchini aus einer Tüte am Gartenzaun zu grillen, wie es sich gehört. Die Spontanbremsung zum Spontankauf inmitten von Vehlefanz brachte erstmals die Gedenktafel der Vehlefanzer Einheitseiche in mein Blickfeld.

    Zu Lande, zu Lande und zu Lande

    Während der Halluzinator bei Infografiken erwartbar versagt, schockte er Denny damit wie gut er programmieren kann. Im Blog (und weil das grad unter dem Ansturm zusammenbricht via Google doc: Additions with unique digits: a tale of puzzling and AI) (via Denny in Mastodon)

    The defense against slop and brainrot. What I am doing to prevent myself from stagnating and rotting. (via Jason Kotke auf Mastodon)

    Qbi fuhr Langstrecke nach Jena mit dem E-Auto. Fazit: In allen Ländern, wo ich bisher war, gab es genügend Ladesäulen, auf die man im Notfall ausweichen könnte. Aber es funktionierten immer alle, so dass ich nicht ausweichen musste. Daher hat sich bei mir mittlerweile der Eindruck verfestigt, dass ein E-Auto ein optimales Langstreckenfahrzeug ist. Ich fahre mit dem deutlich lieber lange Strecken als mit den Verbrennern, die ich vorher fuhr.

    Readinginsweden fuhr mit dem Zug aus dem ländlichen Bayern nach Berlin: 22.8.2025 Zuggeschichten

    Sari fuhr Mittelstrecke mit dem Fahrrad zu Karl Erdbeerhof: Eine Radtour durch die Natur im Alleingang

    Schon mal vormerken, Lorenzos zweiter Mint-Post: Linux Mint optimal nutzen: 8 Tipps für mehr Komfort, Sicherheit und Spaß

  • 25-08-21 Korrespondierende Variablen

    25-08-21 Korrespondierende Variablen

    T-12, noch zwölf Tage bis zur Abgabe. Aktuell 10700 Wörter, darunter 97 Formeln und ungefähr zwei Seiten Code.

    Madame ist zurück. Zur Feier der Rückkehr kaufte sie gleich für uns Fahrkarten für ICE und TGV. Wir können den Satz sagen, der zwar ein bißchen pathetisch ist, aber irgendwie auch schön: „Wir haben ein Stammhotel in Paris.“

    Bei zwei bzw. drei Aufenthalten in einem Jahr sollte das gehen. Diese Bahn-Direktverbindung Berlin-Paris ist schon sehr, sehr schön.

    Abendliche drei-Gänge-Menüs sind viel weniger Aufwand für mich, wenn Madame sie zubereitet.

    Auf der Bank im Bahnhof Südkreuz: Ein älterer Herr im gut sitzenden Anzug, der eine gedruckte Zeitung las. Es hat den Stil der ganzen Bahnhofshalle ein Stück nach oben gezogen.

    Auf der Arbeit freue ich mich über Tickets, die den SM-Raum betreffen. Auch in den Schwimmmeister-Räumen steht Technik.

    Es waren drei Tage der halben Erwerbsarbeit und der halben Bachelorarbeit.

    Manchmal fühle ich mich beim Mail-Schreiben seltsam. Erst eine Mail an die Hausverwaltung: „Hallo, wir haben zuwenig Wasser. Also eigentlich gar keins, zumindest kein Warmes.“ Direkt danach die zweite Mail an die Hausverwaltung: „Hallo, wir haben zuviel Wasser, es kommt aus der Zimmerdecke von der Dachbaustelle.“

    Logistik, so wichtig. Es kommt nicht nur auf die Wassermenge an, sondern auch auf den genauen Ort wo es ist.

    Ich gab zuviel Geld für handgestreichelte, biologisch harmonisierte und von glücklichen Kindern am Strand eingesammelte Kokosbriketts für den Grill aus. Wenn schon Geld verbrennen, dann wenigstens wortwörtlich.

    Nach September kommt Oktober

    Auch wenn die hochdramatische Phase mit Bachelorabgabe und direkt darauffolgenden Klausuren erst folgt. Langsam bin ich in der Lage wahrzunehmen, dass die Welt sich am 17. September weiter drehen wird.

    Der erste Termin der Komischen Oper taucht in meinem Sichtfeld des Kalenders auf: Hallo, Jesus Christ Superstar.

    Neben den ICE/TGV-Fahrkarten erfolgten auch Hotel- und Restaurantbuchungen, eine Buchung für eine Pferdeshow über Madame (nein, nicht die Madame) und eine vage Grilleinladung für September und Oktober.

    Auch werde ich endlich mal das Projekt „Linux auf den alten Laptop“ in Angriff nehmen.

    Fast hätte ich mich im Überschwang der Gefühle für die Wikipedia-Schreibwettbewerbsjury gemeldet. Aber da setzte dann doch die Vernunft noch rechtzeitig ein.

    Vage angedacht fürs nächste Jahr: Via Interrail eine Grand Tour Berlin->Paris->Mailand->Triest->Wien->Warschau->Berlin. Auch auf die Gefahr hin, spätestens im Zug Paris->Mailand the most underdressend person in the train zu sein.

    Ist x=2 eine Formel?

    In einer Bachelorarbeitsquelle lese ich etwas von „korrespondierenden Variablen“ und denke spontan an ein kleines x und ein kleines y. Beide betreiben Briefkorrespondenz mit Feder, Tintenfass und Siegelwachs.

    Die Bachelorarbeit fliegt nicht, aber sie geht brav und unbeirrt ihren Gang. Kaum denke ich, das Problem ist gelöst, dann erhebt ein neuer Nebenaspekt sein Haupt aus den Nebeln meines Unwissens.

    Aber ich bin mir relativ sicher, etwas abgeben zu können, für das ich mich nicht abgrundtief schämen muss. Damit ist mein komplettes Ziel für die Bachelorarbeit schon erreicht.

    Weiterhin happy über die frühzeitige Entscheidung alles in LaTeX zu machen – egal, was für einen Humbug ich abgebe. Es sieht toll aus.

    97 Formen erscheinen mir arg viel. Ich überlege, bei „Formeln“ wie

    \[ x_{HG} = 0,564753 \]

    die Nummerierung zu entfernen. Überhaupt könnte ich heute einen Zwischen-Aufräumtag machen, Dopplungen streichen, unbeholfene Formulierungen überarbeiten, und ergründen, warum das Symbolverzeichnis zwar vorhanden ist, nicht aber im Inhaltsverzeichnis angezeigt wird.

    Bild vom Schreibtisch mit zwei ausgeschalteten Monitoren, Tastatur, Maus, Mousepad, zwei Schreibtischaufsätzen - drumherum diverse Bibliotheksbücher zu mathematischer Programmierung, Stifte und ein Taschenrechner.

    Malende Musiker und tanzende Häuser

    Getriggert durch den La-Chimera-Soundtrack habe ich mehr zu Franco Battiato gelesen. Der hat nicht nur mit Centro di gravità permanente einen ewigen Italo-Disco-Synthiehit geschrieben, sondern auch sonst ein überraschend vielfältiges Leben geführt: Prog Rock -> Stockhausen -> Brian Eno -> spiritueller Synth-Pop (die Centro..-Phase) -> Songschreiber für u.a. Milva -> Erste Oper -> Musikalische Messe -> Weitere Oper und verschiedene spiritiuell-philosophische Bücher -> Mit La Cura (hier der deutsche Text) einen der Liebesliedklassiker Italiens veröffentlicht -> Film gedreht -> Mitglied der sizialianischen Regionalregierung -> weitere Opern und Filme.

    Die taz würdigt Hinrich Baller, dem unsere Nachbarschaft einige ihrer spannendsten Bauten verdankt: Als würden sie tanzen

    Readinsweden in Straubing und danke für’s Mitfiebern!

    Passend zu meinen Linux-Plänen für den Oktober veröffentliche Lorenzo den Post: Linux Mint – Schritt für Schritt, so wie ich es gemacht habe

    Wenn ich in Stuttgart bin, sollte ich den Restaurantempfehlungen von Vincent Klink folgen: Wo ich gerne esse. Überhaupt schreibt er ein hoch unterhaltsamen Blog.

    Was ich nicht nachmachen sollte: Mit (am Anfang noch nicht auftretendem) Covid eine Fernwanderung starten: Hardangervidda in Norwegen: Warum ich abbrechen musste

    Filme die ich sehen muss (via Feuilleton und Firlefanz):

    Set at the height of the Cold War, 1949 centres on the relationship between the writer Thomas Mann, played by Hanns Zischler, and his actress, journalist and rally driver daughter Erika, played by Sandra Hüller, as they embark on a road trip in a black Buick cruiser across a Germany in ruins.

  • 25-08-19 Vašek to the rescue (Cantuccini und Buttermilch)

    25-08-19 Vašek to the rescue (Cantuccini und Buttermilch)

    Es ist überraschend un-intuitiv, mp3-Dateien vom Rechner auf ein Handy zu bekommen. Es ist überraschend schwierg, mal eben im Internet irgendwelche beliebigen mp3-Dateien zu finden, um zu testen.

    Wikimedia Commons to the rescue!

    Es war überraschend, zwei Zahlen zu vergleichen. In der Bachelorarbeit rechne ich mein Problem einmal quasi manuell – um zu zeigen, was passiert- und einmal per Funktion in Julia/JuMP – weil solche Aufgaben in echt natürlich niemand je per Hand rechnen würde.

    Beim Vergleich beider Rechnungen entdeckte ich, dass der manuelle Weg ein anderes Ergebnis liefert (276/19) als die computerisierte Rechnung (15,4421..). So Pi mal Daumen sah das plausibel nach identischen Ergebnissen aus. Die letzten drei Wochen dachte ich auch, beide Rechenwege kämen zu einem identischen Ergebnis.

    Aber dem ist nicht so, wie sich bei genauerer Betrachtung zeigte. 276/19 ist auch nach Rundung ein komplett anderer Wert als 15,4421.. Das war jetzt blöd.

    Wie sich nach einiger spannender Zeit des Nachforschens zeigte, lag der Computer falsch. Also natürlich ich, als ich beim Eingeben der Zahlen in der Spalte verrutscht war. Puh.

    Es war ein sonntägliches Latifundienfrühstück, ein montäglicher Arbeitsmorgen und zwei Nachmittage der Bachelorarbeit.

    Sonntag: In unserem Briefkasten lag ein gelber Briefumschlag – klassische Gerichts-/Gerichtsvollstrecker-Post. Ich bin erst erschrocken, spontane Reaktion „I didn’t do it!“. Dann las ich den Briefumschlag. Ah, der Brief war für Edmund…, gar nicht für uns. Edmund wohnt hier nicht. Der Name sagt mir auch nichts. Aber bei inzwischen 28 Briefkästen für 12 Mietparteien im Hausflur ist das nicht so überraschend.

    Edmund hat sogar einen Briefkasten im Hausflur, wie ich feststellte. Der Briefkasten quillt über und wurde schon mal aufgebrochen. Jetzt quillt er mit einem gelben Brief mehr über.

    Auf den Latifundien spielte ich mit dem Halluzinator. Er schlug vor, diejenigen Wiesenteile, die vor allem aus Reitgras oder Glatthafer bestehen, im Frühjahr zu stören / in Teilen zu sensen, um Löcher und Platz für andere Bewohner zu schaffen. Ich werde mal suchen, ob ich eine Quelle mit einem engeren Verhältnis zur Wahrheit finde, die das bestätigt.

    Mein montägliches Aufwachgefühl: „Das ist gar nicht mal so warm.“ Und das war sehr schön.

    The Dime

    Ausgelesen: Kathleen Kents The Dime. Weiterhin ein Pageturner mit einer Erzählgeschwindigkeit, der dem mir als Leser schwindlig wird. Wie in einer guten Achterbahn flicht Kent immer mal einen kurzen Abschnitt zum Atemholen ein, damit es danach noch rasanter weiter geht. Daneben nette mir plausibel erscheinende Beobachtungen, wie es ist, als lesbische Polizisten in einer Großstadt in Texas zu leben.

    Lieblingsszene: Das Gefecht zwischen einem mexikanischen Drogenkartell und der Re-Enactment-Gruppe mit Waffen aus dem amerikanischen Bürgerkrieg.

    Bonuspunkte für eine der besten toten Nebenfiguren in einem Roman (Benny, der tote polnisch-New-Yorker-Polizistenonkel der Erzählerin) mit seinem großen Vorrat polnischer Sprichwörter.

    Dass die – große, rothaarige, polnischstämmige, lesbische – Polizistin am Ende von einer Familie durchgeknallter Nazi-Drogenhändler als Familienmitglied wider willen auserkoren wird, stellt nicht den Gipfel realistischen Erzählens dar – gibt der Geschichte aber noch einen schönen Spin zum Abschluss, der in der Erzählwelt sogar recht plausibel wirkt.

    Das Kabanenparadies

    Kaum bin ich da, bin ich schon wieder weg. So zumindest Montag im Büro. Ich durfte einen seltenen Einsatz im Freibad absolvieren. Ich packte ein wenig Gepäck ein, und machte mich auf den Weg ins Sommerbad Mariendorf. Das war allgemein schon sehr nett. Noch netter: Direkt nach dem frühen Feierabend quasi dort vom Rechner aus ins Wasser springen.

    Wobei auch das Sommerbad: „Vintage“ wie ein Kassierer sagte, aber der Zustand war im Jahr 2025 deutlich weniger desolat als ich ihn in Erinnerung hatte. Was beispielsweise die Kabanen-Situation angeht, steht Mariendorf derzeit klar besser da als der Insulaner.

    Wir wunderten uns zusammen: 27 Grad, strahlend blauer Himmel, Sommerferien – und die Bäder sind trotzdem ziemlich leer. Wurde alle Besucher*innen im Frühsommer durch ungeheizte Becken und schlechtes Wetter verschreckt?

    Mir privat sollte es recht sein: in 24-Grad-Wasser bei strahlendem Sonnenschein schwamm ich ein paar Bahnen und war glücklich.

    Nett zum Abschied: der junge Mann – deutlich besserer Schwimmer als ich – der mich fragte, ob er auf meine Bahn kommen könne, weil ich grad der einzige sei, der den schwarzen Strich auf dem Boden als Bahnmarkierung anerkennt.

    Auf der Rückfahrt gelernt: am mir unbekannten S-Bahnhof Attilastraße wohnt das Eisenbahn-Bundesamt. EBA, ich weiß jetzt wo du wohnst!

    Unüberdachter S-Bahn-Bahnsteig, mit S-Bahn auf der rechten Seite. Strahlend blauer Himmel, im Hintergrund zu erahnen ein grünes modernes Bürogebäude.
    S-Bahn und S-Bahn-Bahnsteig Attilastraße. Rechts in grün das Eisenbahn-Bundesamt.

    Das y-Heureka

    Der Späti übergab mir „Applied Mathematical Programming“ (Bradley/ Hax/ Magnati 1976) und „Introduction to Mathematical Programming“ (Hillier/ Lieberman 1995). Keine Ahnung, ob ich die Bücher noch nutzen kann – oder ob ich auch nur dazu komme, sie noch aufzuschlagen – aber ich bin so bildungssozialisiert, dass sich Texte besser schreiben, wenn neben dem Schreibplatz ein Stapel alter Bücher liegt.

    Die Bachelorarbeit verlor sich ja in den letzten Tagen in den Mühen des Kriechgipfels und der nach außen erkennbare Fortschritt blieb spärlich. Ich weiß zwar, was ich rechnen muss, aber nicht warum. Damit wird es halt viel Gestockel, ich habe Probleme es zu erklären und bin auch reichlich unflexibel in der Anwendung.

    Aber 10 Grad weniger Außentemperatur plus Latifundien plus Schwimmen taten den Trick: ein kleiner Heureka-Moment im Schwimmbecken: Vašek mein Freund! Vašek Chavtál. Meister der Erklärung linearer Programme, der Gilbert Strang der Optimierungsprobleme. Er würde mir weiterhelfen.

    Dann ein großes Heureka am Freitagabend: Seite 54 bis 57, in Linear Programming (Chvatál 1983) und es kam das große Heureka! Verstanden! Daher kommt das y! (und das b und das a und c. Aber das y ist am Wichtigsten). Das ist ja ganz einfach. Fast hätte ich lauter Ausrufezeichen und Kringel in das Buch gemalt – nur um im letzten Moment zu bemerken, dass das Buch aus der Bibliothek kommt.

    Ein Moment des persönlichen intellektuellen Durchbruchs! Und ich war live dabei. So amazing!

    Nur erforderte der Durchbruch ein Opfer: Nichts mit Drei-Gänge-Menü am Montagabend. Die Energie reichte nur für Cantuccini und Buttermilch.

    Vielleicht war auch nur die Mischung ais Cantuccini, Buttermilch und Spliffs Carbonara, welches gerade lief, das den Durchbruch brachte.

    Internetausdrucker Fahrradpacker

    I painstakingly printed out my social media feeds FOR AN ENTIRE MONTH so I could read them like a newspaper, as god intended. (via Thomas)

    Spain is one of only three European countries (along with Switzerland and Norway) to still collect wealth taxes. (via Kaltmamsell)

    Sarajeeeeevo! Turku-Sarajevo mit dem Zug: (14) Sarajevo

    Radfahrgeschichten kommen zusammen. Da wäre zum einen Rebis, die mit dem Rad gerade durch Zentralasien fährt. Und da wäre das Ultra Cycling, das sich via Dotwatching auf Mastodon ausbreitet. Jetzt gibt es mit dem Silk Road Mountain Race ein Ultracycling-Rennen durch Kirgistan. Mit 4000-Meter-Passen. Und Rebis schaut zu. Bißchen mehr Hintergrund: Mit was für Fahrrädern fährt Mensch 2000 Kilometer durch alpinen kirgischen Schotter: Rigs of the 2025 Silk Road Mountain Race (Part One)

    Nur krass: Dedicated volunteer exposes “single largest self-promotion operation in Wikipedia’s history”