Schlagwort: WIkipedia

  • 25-05-01 Der Geschmack von ausgepresster Orange am Abend

    25-05-01 Der Geschmack von ausgepresster Orange am Abend

    Das Prinzenbad eröffnete die Berliner Freibadsaison am 30. April. Heute zog unter anderem das Insulanerbad nach. Ein schöner Tag.

    Mir träumte, ich hätte an einer wüsten Party teilgenommen. Leider erinnere ich mich nur an das Ende. Ich musste in mehreren abgeschlossenen Räumen mein T-Shirt suchen. Den Mann, dessen Band-Shirt irgendwie an mir gelandet war, musste ich mit einem 16-Euro-Cocktail besänftigen. Die Straße vor dem Partyort funkelte, allein vom Glitzer, den die Partygänger*innen verloren hatten.

    Es ist seltsam wie das Gehirn funktioniert. Das hörte ich ein paar Takte The Cure und sofort war ihr Bild vor mir. Melanie aus der 9. Klasse, komplizierte Liebe aus der Schach AG und riesiger The-Cure-Fan. Bestimmt habe ich seit 30 Jahren nicht mehr an sie gedacht.

    Ich versuchte, politisches Engagement zu zeigen, indem ich den Kolleginnen und Kollegen (KuK) ein kämpferisches MS-Teams-Emoji zum Abschied in den ersten Mai schickte – und es gibt nichts! Kein Gewerkschafts-Emoji, kein Arbeitskampf-Emoji, keine erhobene Faust, nicht einmal die sozialistische Rose.

    Auch irritierte mich, dass ich ein harmloses vielfältig auslegbares Regenbogen-Emoji in MS Teams suchte, und auch dieses erst über Umwege fand.

    Um so erfreulicher ein anderes Fundstück, dass es den auch 2025 noch gibt: der Sennheiser-Kopfhörer-Pride-Edition.

    Weniger erfreulich: das US-Justizministerium möchte ein wenig Faschismus zeigen und schreibt Briefe an die Wikimedia Foundation wegen der Wikipedia. Anscheinend suchen sie krampfhaft einen Grund, um die Gemeinnützigkeit der Foundation abzuerkennen.

    Aus verschiedenen privaten Gründen suchte ich nach diverser Technik, und suchte auch nach Desktop-PCs. Derzeit erste Wahl zum Thema (muss weder Gamen noch Videos bearbeiten, sollte aber wertig sein): das Lenovo Thinkcentre oder der Dell Inspiron.

    Ihr kennt die Regel beim Kochen: Ein Schluck Wein ans Gericht und ein Schluck für den Koch. Aber habt ihr schon mal 10 Kilo Ende-der-Saison-fast-überrreife Crowdfarming-Orangen gehabt, diese dann ausgepresst, um mit dem Saft zu kochen, und den Rest der ausgepressten Orange beim Kochen gegessen. Ein Gedicht!

    In der Berliner Wohnung zogen Schlupfwespen ein.

    Der große Halluzinator

    Gebt ihr Euren KI-Chatbots Eigennamen? Ich wäre tatsächlich nie auf die Idee gekommen, ES IST EINE STATISIKMASCHINE, lese aber zunehmend davon. Und irgendwie ergibt es auch Sinn, wenn man das Ding halt dauernd anspricht. Aber nein, never, niemals einen Namen. Falsche Ebene.

    Dennoch kann eine Statistikmaschine „Persönlichkeit“ haben. Zum Beispiel zu nett sein, und auch den psychopathischsten, zerstörerischsten Ideen begeistert zustimmen. So in den letzten Wochen bei ChatGPT passiert. Sycophancy in GPT-4o: What happened and what we’re doing about it

    Meistens spiele ich mit dem Ding ja rum. Wenn ihr ein Konzept für einen Arthouse-Film mit Tilda Swinton benötigt, die nachts auf Brandenburger Feldern Gülle ausbringt – ich und der Halluzinator have you covered!

    Ich glaube übrigens, ich habe ein sinnvolles Einsatzgebiet für das Ding gefunden. Ich werde es Beschwerdebriefe formulieren lassen! Ich begann mit einer Liste möglicher Beschwerungen.

    • Die Berliner CDU weil sie Tempo 30 auf der Straße vor unserer Wohnung wieder abschaffen will.
    • Der Deutschlandfunk, weil er das Lied- und Chanson-Programm ins allertiefste Nachtprogramm verbannt hat, und es nicht mal in der Mediathek aufrufbar ist.
    • Der Deutschlandfunk, weil er nicht einmal eine Gewerkschaftskundgebung live überträgt. Wer 52+ Gottesdienst-Liveübertragungen im Jahr schafft, könnte auch einen kämpferischen Ersten Mai ins Programm nehmen.

    Ich-als-Rentner-und-Chat-GPT – es wird ein Traumpaar!

    Schon vor dem Renten-Eintritt bemüht Herr Paul das Programm: Nachdem ich vor ein paar Tagen erst so wirklich herausfand, wie ein LLM funktioniert, passte ich gestern/heute meine Konfiguration an um bessere Ergenisse zu erzielen.

    Der Mohn ist aufgegangen

    Der Mohn ist aufgegangen. Also zumindest die erste Blüte. Sagt Madame. Auch wenn es quasi unmöglich sein sollte, Mohnblüten zu übersehen, scheint es mir heute gelungen zu sein.

    Der Garten bietet sein volles Frühlingsprogramm. Als wir Mittwoch abend kamen, roch es (nach) Scheiße, also eher halt Gülle. Aber das verzog sich freundlicherweise im Laufe des Feiertags. Bis wir ausgeschlafen und gefrühstückt hatten, war es schon wieder eine Mischung aus Apfelblüte und Raps.

    Freundlicherweise ist dieses Jahr alles zwei Wochen später dran als 2024, so dass wir die volle Wucht erst nach dem Paris-Urlaub erfahren. Der Flieder beginnt zu duften, der Rotdorn wird dieses Wochenende aufblühen und der letzte der drei Apfelbäume hat immer noch Knospen.

    Nachts wachten wir beide unabhängig voneinander auf, weil die Nachtigall so apart lärmte. Zum Frühstück begrüßte uns der Kuckuck.

    Wir beide fragten uns, ob die Insekten die letzten Jahre auch so groß waren.

    Nachdem die Hornisse ihr Nest doch nicht direkt neben der Terrasse baut, fanden wir sie dann im Bungalow. So war das nicht verabredet!

    Leider seit Wochen unberührt wirlt das Vogelnest, das wir in der Holzlege fanden. Ich schaute es doch einnal näher an, bewunderte seine Kunstfertigkeit und Lehmverstärkungen, wir entschieden uns nach diversen Recherchen für ein verlassenes Amsel- oder Singdrosselnest.

    Dafür brütet am Bungelow in einer versteckten Ecke der Außenkostruktion eine Meise. Hurra! Und Störche sowie Turmfalken flogen tief über den Garten. Hurra!

    Ein perfektes Mai-Wochenende kann kommen.

    CDs in Japan und Boba in New York

    Blogs lesen lohnt, dank Hotel Mama entdeckte ich den Klaviersalon Christophori, den wir sicher demnächst aufsuchen, dank eines Kommentars bei der Kaltmamsell die Kurpfalz-Weinstuben in Charlottenburg.

    Mit Frau MaultaschenRavioli bei der Karfreitagsprozession in Madrid.

    Japan kauft noch CDs. In letzter Zeit sogar wiede mehr. Karen erklärt.

    Legos Boba Quest in New York geht weiter: As I wrote about last week, one of my favorite boba shops, Shiny Tea, is closing soon .. Fazit: man kann verschiedene Bubble-Tee-Geschmäcker haben und trotzdem Freunde bleiben.

    Letztens Gespräche über Karrierewege als Technical Expert oder als Manager. Markus fasst den Unterschied sehr schön zusammen: Die beiden Bewerbungsgespräche liefen gut. Allerdings komme ich nur für eine der beiden Firmen infrage. Für die andere bin ich überqualifiziert, wie der Herr meinte. Ich würde mich nur langweilen, sagte er. Überqualifikation finde ich in meinem Fall eine lustige Formulierung. Als Manager oder Führungskraft bin ich in Wahrheit zu inkompetent, um die richtige, fachliche Arbeit durchzuführen. Ich kann aber gute Emails schreiben und die Leute zusammenhalten. Überqualifikation ist natürlich der schönere Begriff.

    Den ultimaten Lebens- und Jobtipp verdanke ich allerdings einer Kollegin. Vielen Dank: Self-help Singh- Make Mistakes

    south spielt mit ChatGPT

    Hallo, Statstik-Maschine, der ich keinen Namen geben werde, erstelle mir eine Illustration sowie diverse Empfehlungen passend zum vorhergehenden Blogpost:

    Empfehlungen

    Outfit: Gut gealterte Jeansjacke über Streifenshirt, Leinenschal – Hommage an 80er-Melancholie und DLF-Verdruss.

    Kulinarisch: Selbstgemachte Rhabarber-Limonade mit einem Hauch Rosenwasser – wie Apfelblüte im Glas.

    Film: The Garden (mit Tilda Swinton) (Derek Jarman, UK 1990) – queere Ikonographie trifft Naturgewalt – ein Gartenfilm gegen Faschismus.

    Musik: The Cure – Charlotte sometimes– – The Cure: direkt aus der Schach-AG der Erinnerung.

    Sachbuch: Kleine Geschichte des politischen Liedes in Deutschland – für DLF-Ärger und 1.-Mai-Rhetorik

  • 25-04-05 Saisoneröffnung am Holzbackofen

    25-04-05 Saisoneröffnung am Holzbackofen

    Vor dem Berliner Wohnungsfenster: Eine Fledermaus. Vor dem Terrassefenster auf den märkischen Hamptons: Erstamsel, Bachstelze und SIngdrossel.

    Der Hausrotschwanz versteckt sich weiter. In der Holzlege ein neues, schön gebautes Nest, aber anscheinend keine Bewohner in der Nähe.

    Der Husten zieht langsam von dannen, lässt eine seltsame Stimmlage zurück. Zwischendurch fühlte ich mich beim Reden, als hätte die zwei Tage zuvor durchgesoffen. Inzwischen stelle ich fest, dass die Stimme ungefähr einen Dreiviertelsatz am Stück durchhält und sich dann ganz verabschiedet. Jede Gesundheist ist gleich, und jede Maladität verschieden!

    Nach drei Tagen in der Wohnung traute ich mich auf die Latifundien, und dann sogar in Bau- und Supermarkt. Aber obwohl meine Tätigkeit im Wesentlichen darin bestand, auf Madame zu warten, hatte ich am Ende doch sehr wacklige Beine und hielt nur aufgrund diverser Kaffeepausen durch.

    Jetzt besitzen wir eine manuelle Säge am Stiel. (nach der elektrischen Heckenschere von Stihl)

    Und wir besitzen Duschgel, das nach Sonnencreme riechen soll. Eine so herzlich sinnlose Errungenschaft der Menschheit, dass ich zugreifen musste.

    Während ich den Baumarktwagen hütete, erreichte mich eine spannende Mail. Vielen Dank!

    Bei der Fahrt durch die Landschaft sahen wir den Saisonaufbruch. Holzbacköfen und Kulturscheunen eröffnen. Motorradclubs haben Ausfahrt. Und die Ortsnazis hissen ihre schönste Kaiserreichs-Flagge.

    Nur bei der Milchtankstelle/Eierautomat nähert sich die Suppenhuhn-Saison dem Ende. Es gibt letzte Exemplare zum Sonderpreis.

    Auf den Latifundien: Genesungstag. Das perfekte Grau weiter gelesen. Weiterhin finde ich ungefähr 18 Seiten super, um dann 2 Seiten lang zu denken „Was für ein Mist“ und dann wieder die nächsten 18 Seiten super zu finden, bevor wieder eine Szene kommt..

    Klassik, Pop et cetera gehört. Es begann mit Wir sind Helden, und damit war klar, wie die Stunde läuft. Musik aus der kollektiven Wohlfühlzone der deutschen Generation X. Nett, aber keine Sendung, bei der intensiveres Zuhören lohnen würde. So war es dann auch.

    Trump, fast grundsätzlich

    Eigentlich wollte ich etwas Längeres darüber schreiben, warum die amerikanische Volkswirtschaft anders funktioniert als alle anderen Volkswirtschaften – und warum King Stupid das gerade zerstört. Er aus Dummheit, andere in/um/hinter seiner Regierung mit Absicht. Aber es war mir dann doch zu mühselig. Zumal ich das ganze, polemisch zugespitzt, über Mastodon fand:

    The American Age Is Over – Emergency Triad: The United States commits imperial suicide.

    Das letzte Mal, als sich die Weltordnung so durcheinanderwirbelte, war in den Jahren zwischen 1900 und 1945. Lasst uns weiter beten, dass es diesmal weniger Fallout gibt.

    Nightcafé

    Letztes gab es in Blogsleben noch eine kleine Diskussion über KI-Bilder in Blogbeiträgen. Weil ich ja gar nicht erst Mitglied einer Community werden will – und sei sie so locker organisiert wie die Blogger – versuchte ich mich zurückzuhalten, habe aber eigentlich eine deutliche Meinung: KI-Bildchen in Blogs sind mäh. Erstens politisch-ökonomisch-ethisch-fragewürdig. Und außerdem durchgehend hässlich.

    Und zwei Tage später entdeckte ich Nightcafé. Und das Spielkind in mir erwachte. Es lässt sich bisher nicht einmal davon abschrecken, dass das System der „Credits“, die man zum dortigen Spielen ausgeben muss, und die Möglichkeiten diese Credits zu bekommen, direkt aus dem Lehrbuch für Dark Patterns entnommen wurden.

    Noch sind die Möglichkeiten stärker. Noch siegt das alberne Spielkind über den missmutigen Erwachsenen. VIelleicht siegte auch nur das erkältete Nebelhirn über andere Beschäftigungen. Ich werde es merken.

    KI-Bild. Entstanden nach einem Prompt, der einen fliegenden Teppich mit der Aufschrift "AI", einen Sonnenuntergang über dem Meer und fliegende Rose Einhörner haben wollte.

    Um der Pflicht genüge zu tun:

    KI präsentiert die Sammlung aller menschlichen Vorurteile, und ist natürlich sexistisch.

    Wikipedia-Spenden finanzieren den Traffic, den AI-Crawler verursachen. Knapp zwei Drittel der Kosten für Bandbreite, die Wikimedia bezahlt, entstehen mittlerweise durch AI Crawler. Für kleinere Open-Source-Projekte kann das existenzbedrohend sein.

    Umwelt-Katastrophe, im Detail durchaus spannend: Whats your chatbots carbon footprint?

    Als Geschäftsmodell taugt es auch nichts: But so far in 2025, 46% of the surveyed companies have thrown out their AI proofs-of-concept and 42% have abandoned most of their AI initiatives

    Cats and measles

    Maynooth University Library Cat Update – That’s what the internet was made for.

    Zum Thema: Wie dumm kann ein Staat sein: Measles continues to spread in Texas and New Mexico, and has spilled into the neighboring states of Oklahoma and Kansas.

    Es gibt eine Formel hinter den Trump-Tarifen. Sie haben Birnen durch Äpfel geteilt, um auf Pflaumen zu kommen. Es wäre fast weniger verrückt, sie hätten nur gewürfelt: Trump’s Tariff Tirade

    Ich glaube, „was ich im .. gelernt“ habe, ist mein Lieblings-Blog-Rückblicksformat. Vielleicht mach ich das auch mal. Oder ich bleibe einfach unflexibel in meinem Dienstag-Donnerstag-Wochenends-Rhythmus.

    Obsidian ist kanadisch und kann Präsentationen. Zum Abschluss ein Wow.

  • 25-03-31 Parametrische Optimierung – Der Einfluss von Schwankungen in den Modellparametern auf die optimale Lösung

    25-03-31 Parametrische Optimierung – Der Einfluss von Schwankungen in den Modellparametern auf die optimale Lösung

    Bei Höffi blüht etwas Weißes. Vor allem aber regnet es.

    Mein neuer Streamingdienst Qobuz irritiert mich. Hätte ich bei der Paris-Playlist eines französischen Unternehmens doch nicht zu 90% englischsprachige Musik erwartet. Allein die List of songs about Paris, und erst recht Chansons sur Paris, bietet doch so viel mehr.

    Ankunft in der Verwaltung um 8:23h. Der Energiehaushalt geht aufwärts, die Anzahl der Huster leider auch. Immerhin reichte es heute für die Aufgabe, die ich seit 10 Tagen vor mir herschiebe, weil sie geistige Alertheit und Konzentration erfordert.

    Gleichzeitig nimmt aber auch die Hustenfrequenz zu. Ach je.

    Madame erläuterte die Wikipedia-Löschkandidaten am lebenden Beispiel.

    Weil weder Autobahn (gesperrte Ringbahnbrücke), noch S-Bahn (gesperrte Ringbahn) gerade sonderlich gut funktionieren stieg der Große auf die U-Bahn aus Spandau um.

    Geweckt vom Gesang der Kohlmeise

    Es wird ein gutes Mohnjahr werden. Die austreibenden Pflanzen sind schon zahlreich zu sehen.

    Es wird ein geruchsintensives Jahr werden. Auf dem Acker hinter dem Zaun wird Raps gepflanzt.

    Ein Walzen-Wolfsmilch verirrte sich in Beet 2L. Wir staunen. Ihr natürlich angepflanzter Standort ist mehr als 20 Meter entfernt.

    Für das nächste Jahr sollten wir uns merken: Mehr Narzissen könnten links des alten Grillplatzes, unter dem Vulkanbeet und unter dem Schlafzimmerfenster.

    Wir testeten den neuen Grillplatz, der hoffentlich bequem von Terrasse und Pergola aus erreichbar ist. Auch bestellte ich ein Ersatzprodukt für die Kokoko-Eggs-Grillbriketts, deren Hersteller/Importeur unternehmerisch schlingert. Businessprobleme allüberall.

    Die Vögel hielten sich im Vergleich zum letzten Wochenende versteckter. Vielleicht hatte sie der sich anbahnende Regen in die Flucht oder in die Unterstände gejagt. Einzig die Kohlmeise zwitscherte sich wieder die Seele aus dem Leib:

    tsi-da … tsi-da … tsi-da..zi-da-tit … zi-da-tit … zi-da-tit

    Irgendwann hatten wir uns eine Wildkamera schenken lassen – vor allem aus Neugier darauf, welches Tier seinen Bau im Komposthaufen errichtet hatte. Die Kamera läuft immer nur Nachts. Dann war aber über Monate nie ein Rechner, eine SD-Karten-Leser und die SD-Karte der Kamera am selben Ort.

    Bis zum Wochenende. Wir entdeckten einen Marder, ein Rehbock, einen Waschbären (zum Glück nur einmal) und ziemlich oft diesen Kletterkünstler.

    Nagetier (vermutlich Ratte, eventuell auch eine andere Maus) klettert am Drahtgitter eine selbst gebautes Gartentores nach oben. Aufnahme bei Nacht  mit Nachtsicht.

    Die Bessermenge ist konvex

    Es ist so weit. Ich habe auch offiziell ein Bachelorarbeitsthema:

    Parametrische Optimierung – Der Einfluss von Schwankungen in den Modellparametern auf die optimale Lösung

    Irgendwie wow. Aber auch irgendwie erschreckend. Es ist so greifbar. Es ist so sehr „Warum bloggst/schläfst/schwimmst du gerade, wenn du auch recherchieren/schreiben/an Formeln basteln könntest.“

    Bisher konnte ich mir immer noch sagen, „wer weiß ob es das Thema wirklich wird, entspann dich.“ Seit der E-Mail am Montag Nachmittag geht das nicht mehr.

    Immerhin hatte ich noch einen entspannten Sonntag mit dem unbachelorarbeitigen Uni-Thema „Mikroökonomik“. Das war nett, tief innerhalb der Komfortzone. Viel Mathe, aber nette Mathe, mit Rechnen, nicht mit Beweisen, Themen, die mir zusagten, und schön geschrieben. Das hätte ich weiter machen können, werde ich weiter machen, denn ich muss dieses Semester ja auch noch zwei Klausuren hinlegen.

    KI wird uns retten

    Der zweite Weltkrieg – Inspirierende Geschichten für Kinder

    Das Schwimmbad in Schwedt öffnet wieder.

  • 25-03-04 Zweikranstadt

    25-03-04 Zweikranstadt

    Ich bin jetzt in Signal Mitglied einer „Kultur-in-Berlin“-Gruppe, und hoffe, dass mir das etwas Distinktionsgewinn verschaffen wird.

    Madame kochte Tee und lernte dann zum T-Test. Der Chi-Quadrat-Test ist gar nicht nach chinesischer Philosophie benannt, sondern nach einem griechischen Buchstaben.

    Ich repetetiere derweil vom drölfzigsten Mal die Unterschied zwischen Wasserfallmodell und agiler Softwareentwicklung. Schlimmstenfalls werde ich einfach schreiben „Ich habe den gelben Gürtel in SCRUM und muss deshalb keine Fragen beantworten!“

    Der Kaptain bereitet sich innerlich auf die Reise vor. Sie wird keine Cocktails trinken und vorher beim ADAC wegen der Krankenversicherung nachfragen.

    Mit dem Kaptain ein zweiter Besuch beim Eidersperrwerk. Das andere Ufer war am Sonntag zu sehen. Die Tore sahen aus, als müssten sie wieder einmal gestrichen werden. Das „falschrum“ vom Meer ins Land fließende Wasser gurgelte und schlug Wellen. Das Warnschild vor Rutsch- und Strömungsgefahr wirkte ausgesprochen überzeugend.

    Tourist*innen und ihre Wohnmobile waren schon da. Der „Aussichtspavillon/Souvenirladen/Fischbrötchenbude/Minirestaurant“ hatte noch geschlossen. Noch fehlte auch das durchdringende Geschrei von Möwen und Seeschwalben.

    Auf Mastodon las ich, dass die Trump-Selenskyj-Ereignisse vom Wochenende so bedeutsam seien wie der 11. September 2001. Ich halte das für stark untertrieben. Nach dem 11. September hat sich zum Beispiel niemand ernstzunehmendes Gedanken gemacht, ob und wie Deutschland aus dem Atomwaffensperrvertrag aussteigen sollte.

    Lebens-Abzweigungen: Der Doktorvater meine nie vollendeten Doktorarbeit meinte, ich solle lieber den Nebenaspekt „kalifornische Ideologie“ ausbauen und das Urheberrecht vernachlässigen. Ich solle lieber mehr zum Weltbild und zur Weltvision schreiben, die das Silicon Valley antreibt.

    Hätte ich auf ihn gehört, könnte ich jetzt als Oligarchenerklärer durch die Podcasts und Nischentalkshows ziehen. Pro: Ich käme beruflich mehr rum und dürfte aus professionellen Gründen Science-Fiction-Romane lesen. Contra: Wenn ich mich dauerhaft mit der Gedankenwelt der Tech-Bros auseinandersetzte, müsste ich vermutlich jede Menge verschiedener Drogen nehmen, um das zu ertragen.

    So ist das Leben.

    Die Rückfahrt verlief spiegelbildlich zur Hinfahrt. Aufbruch um 14:45h, Ankunft um 20:20h: Dithmarschen – A23 – A7 – Tanken in Hamburg (Super Plus) – A24 – Abendessen (McCrispy Spicy) in Wittenburg – A24 – A10 – A115 Einzig auf den Zwischenstopp an den Latifundien verzichtete ich – zu dunkel.

    Seltsam das Gefühl an den Hamburger Wahlplakaten vorbeizufahren, im Wissen, dass ich wenig später die dazu passende Wahlsondersendung hören würde. Spannend, wie sehr sich schon in der Gestaltung die Plakate der Hamburg-SPD von denen der Bundes-SPD unterschieden.

    Dunkel ists im Kalten

    Wenn Wesselburen am Samstag Mittag in Winterruhe verfällt, dann umso mehr am Samstag Abend. Nur noch eine handvoll Gestalten bewegen sich durch die Stadt. Fernab jeder Tourismussaison sind selbst die Straßen leer – nur gelegentlich fährt ein Auto mit rumänischem Kennzeichen durch die Stadt.

    Verlassen, wenn auch gut ausgeleuchtet, die beiden Baustellen neben der Schule und hinter Richtung Parkplatz Blauort. Zwei gänze Kräne in der Kleinsstadt – ein Bauboom, den ich so dort noch nie erlebte.

    Ich gehe an einem größeren Entwässerungsgraben entlang, denke, nur nicht abrutschen, vor Sonntag bekommt niemand mit, dass Du hier bist. Es ist schon fast 19:30h. Einzig an den beiden noch geöffneten Supermärkten (Netto und Rewe) ist noch Leben. Im Netto-Licht schimmerten die Wolfgang-Kubicki-Großplakate. Daneben, das erste was ich Gutes über die FDP dieses Jahr sagen kann, andere Plakate in Plattdeutsch.

    Von der Kirche weggehend, neben der ehemaligen Schlachterei Lüth, eine Überraschung. Ein Magazin românesc – ein rumänischer Laden. Die rumänische Community verankert sich weiter in der Stadt. Ich bin mir sicher: Nur noch wenige Jahre und Little Bukarest wird in jedem Reiseführer Schleswig-Holsteins stehen.

    Harmlos-verschroben

    Es ist gut, dass ich meist nur innerlich aufspringe. Des Erdrandbewohners Text In meiner eigenen Welt las ich auf dem Parkplatz des Kohlosseums. Wäre ich aufgesprungen, wäre ich mit den Oberschenkeln gegen das Lenkrad geknallt, mit den Knien hätte ich mir am Sitz selber die Beine weggezogen, und der Kopf wäre gegen den Dachhimmel gestoßen. Der Aufsprung hätte peinlich enden können.

    Innerlich aber dachte ich, GENAU SO ist Wikipedia entstanden, und das ist der Grund warum sie existiert. Endlich haben die ganzen Menschen, die sich für Vulkane, Amateurcricket des 19. Jahrhunderts, exotische Programmiersprachen oder ägyptische Königsnamen interessieren, einen Ort für Gleichgesinnte gefunden.

    Nun ist das Leben der meisten Wikipedianer*innen harmonischer verlaufen als dass des Erdrandbewohners; ich würde auch vermuten, dass viele Wikipedöten auf den einschlägigen Spektren noch bei „neurotypisch“ landen würden.

    Die meisten Wikipedistas haben friedlich Abitur gemacht und studierten – aber ich glaube ähnliche Geschichten als „freundlich-harmlosen, verträumten und etwas verschrobenen Schulkameraden …, der sich für seltsame Dinge interessiert, auf die man ihn besser nicht anspricht“ können die meisten Wikipedistas erzählen, ebenso wie das Erlebnis, dass viele Lehrer*innen es nicht goutieren, wenn Kinder sie verbessern und auch noch Recht haben.

    Unvergessen mein siebtes Schuljahr, als mich der Geschichts-/Deutschlehrer wegen mangelnder Eignung vom Gymnasium auf die Realschule weisen wollte, während gleichzeitig die Mathelehrerin versuchte, mich auf ein Hochbegabteninternat zu lotsen.

    Man möchte ihn an sich drücken und rufen „Komm zu uns!“ – und dann hat dieses vermaldeite Blog keinerlei Kontaktmöglichkeit.l

    Eberswalde-Budapest

    Das klingt alltagstauglich und testenswert: Orangen-Blumenkohl

    Ein Zweitstudium der Forstwirtschaft.

    Mit dem Zug von Turku nach Budapest – Manchmal wählen wir ein Reiseziel einfach danach aus, wie schön es mit dem Zug zu erreichen ist.

  • 25-02-27 Eine Anmeldung zu einer Prüfungsleistung

    25-02-27 Eine Anmeldung zu einer Prüfungsleistung

    Die Mücken sind zurück. Zu den unerwarteten Plagen unserer Dachbaustelle gehörte die Mückenplage. Kurzzeitig durch Frosttage unterbrochen, fliegen die Viecher schon wieder in der Wohnung herum. Wir hoffen, dass die Bauarbeiter im Rahmen der weiteren Arbeiten auch die Stechmückenzuchtanlage wieder abbauen.

    Auch zurück ist der Schlamm der allmorgendlich auf unser Fenster gefegt wird.

    Verschwunden hingegen sind die schönen Schaffell-Hausschuhe. Denn eine Horde Kleidermotten mochte diese Schuhe noch lieber als ich sie mochte und siedelte sich dort wiederholt an.

    Ein Techem-Ableser kam, wollte aber nur zwei unserer drei Warmwasserzähler sehen. UPS lieferte Ersatzteile für Rombitombi.

    Verschwunden sind die Absperrgitter am Sachsendamm. Montag sah ich Polizei-LKWs, die diese wider einsammelten. Hätte ich Sonntag nicht wahlgeholfen hätte ich tagsüber auf der Straße herumlungern können und warten, wofür die Gitter benötigt werden.

    Aus Gründen beschäftigte ich mit intensiver mit der Microsoft-Planungssoftware MS-Planner. Und stellte dabei fest: ich denke fundamental anders. Ich denke in Strichen und Pfeile oder Verbindungen und Links; ich will Zusammenhänge und Abhängigkeiten.

    Listen sind okay. Aber sobald es graphisch wird, will ich Netzwerke und Pfade.

    Madame beobachtet bei ihren Chorproben unfreiwillig die Wanderung einer kleinen Drogenszene durch die Schöneberger U-Bahn.

    Mittwoch Abend war ich endlich wieder im Stadtbad Lankwitz. Das Bad war voll, dennoch gelang es problemlos und flüssig eine längere Strecke zu schwimmen. Wie schön. Wie gut es tat. Was nett war: mit den Badleitungen noch eine Rauchen (also sie rauchen, ich steh mit rum). Die Nettigkeit gab es nicht umsonst: Zu Recht wurde ich dafür getadelt, dass ich so lange nicht mehr im Bad war.

    Parametrische Optimierung?

    Linkerhand beginne ich das Lernen für das Klausur Informationsmanagement. Dabei nehme ich aus den Augenwinkeln war, dass auch die Einsendeaufgaben 2 mich für die Klausur qualifiziert hätten – aber ich war ja dank EA1 eh schon durch.

    Weiter bin ich mir nicht sicher, ob das wertvolle Inhalte sind oder Bullshit Bingo für Fortgeschrittene. Andererseits ist es für mich das mit Abstand arbeitsnähste Seminar; gefühlt könnte ich die Hälfte der Aufgaben aus den Unterlagen unseres „digitalen Transformationsprojektes“ lösen.

    Rechterhand meldete ich mich für die Bachelorarbeit an und besitze jetzt eine „Eingangsbestätigung zu einer Anmeldung einer Prüfungsleistung.“ Diese Anmeldung wird an den Lehrstuhl überstellt werden, der dann entscheidet.

    Ich hoffe mal, seit dem Seminar am selben Lehrstuhl vor vier Wochen hat sich nichts an der Meinung des Lehrstuhls geändert. Sollte alles so kommen wie geplant, werde ich im Juni/Juli/August 2025 eine Bachelorarbeit zur Parametrischen Optimierung schreiben.

    Auf jeden Fall habe ich mir schon ein schönes Schwimmbadbeispiel ausgedacht, an dem mensch die ganzen mathematischen Konzepte demonstrieren könnte.

    Grün-Links-AfD

    Mir scheint, alles was ich zur Bundestagswahl an sich schreiben könnte, wurde anderswo bereits besser geschrieben. Deshalb möchte mich auf Bundestagswahlereignisse mit persönlichem Bezug beschränken.

    Ein paar Ergebnisse auf Mikrolevel, jeweils die Top3 der Zweitstimmen:

    Madame zählte einen Tempelhofer Briefwahlbezirk aus (die Adressen liegen in netter Gegend mit schönen Altbauten) mit dem Ergebnis:

    • Grüne 101 Stimmen / 24,7%
    • Die Linke 93 Stimmen / 22,7%
    • CDU 84 Stimmen / 20,5%

    Unsere eigene Schöneberger Nachbarschaft hat natürlich auch gewählt:

    • Die Linke 165 Stimmen / 29,9%
    • Grüne 153 Stimmen / 27,8%
    • SPD 81 Stimmen / 14,7%

    Für die Latifundien finde ich nicht den Wahlkreis in dem wir gewählt hätten, hätten wir dort wählen dürfen, aber zumindest die Gemeinde:

    • AfD 2650 Stimmen / 31,7%
    • CDU 2413 Stimmen / 28,9%
    • SPD 1491 Stimmen / 17,8%

    Und das ist kein ländlicher Bereich. Das ist inzwischen echter Speckgürtel, in dem ein großer Teil der Einwohnerschaft in Einfamilienhäusern lebt, deren Wohngebiete erst seit 20 Jahren überhaupt erschlossen sind.

    Lindh-Arndt

    Neben den Parteien muss ich doch noch zwei MdBs würdigen

    Wahlkreis 101 Wuppertal – SPD

    Einst ereignete sich eine größere Wikipedia-Veranstaltung in Wuppertal. Diese hatte eine Eröffnungsveranstaltung. Auf dem Programm der Veranstaltung war eine Rede des örtlichen Bundestags-Abgeordnete Helge Lindh angekündigt.

    Mein Gedanke war „Ey, jetzt fahre ich extra nach Wuppertal für den Event und dann muss ich mir Politiker-Grußworte anhören? Womit habe ich das verdient?“.

    Welch Irrtum. Es folgte eine der besten Wikipedia-Reden, die ich je hörte. Von jemand, der sich richtig gut damit auskannte, großer Fan war und hervorragend begründen konnte, warum ihm die Idee einer Bildung für alle so wichtig ist. Jemand, der es verstand die Grundidee der Wikipedia und eine politische Mission zu verbinden.

    Ich war beeindruckt und wünschte Lindh, dass er möglichst lange im Bundestag bleiben kann. Es hat trotz schwer angeschlagener SPD funktioniert. Im Wahlkreis 101 gewann Helge Frederik Lindh 33% der Erststimmen und damit das Mandat. (Die SPD holte bei den Zweistimmen nur 20%, noch einmal zeigend wie sehr es ein persönliches Ergebnis ist)

    Landesliste Saarland – Die Linke

    Fast vom Stuhl gefallen wäre ich allerdings bei der Info, dass Moses Arndt in den Bundestag einzieht.

    Moses Arndt prägte meine Jugend und trug maßgeblich zur Politisierung bei. Das ZAP-Punkfanzine war laut, unangepasst, herausfordernd, links, aber viel zu wild um irgendwie vereinnahmt zu werden. Im Triumvirat aus dem Pop-Intellektuellen Martin Büsser, dem Punk-Schlager-Perry-Rhodan-Kuschelautoren Klaus N. Frick und der wilden nihilistischen Energie von Moritz Arndt entstand etwas Einmaliges.

    Natürlich halten solche Glückskonstellationen nie lange. Das ZAP hielt in seiner Blüte gerade noch so lange durch, um die zweite Auflage der Chaostage in Hannover ins Leben zu rufen. (siehe August 1995: Drei Tage Chaos in Hannover)

    Dann zerfiel es, eine letzte Tat war die Gründung der APPD, der Anarchistischen Pogo Partei Deutschlands, die aber nur ein schwacher Abglanz ehemaliger Energie darstellte.

    Büsser gründete intellektuelle Popmagazine, Frick kuschelte in einer unpolitischeren Szene vor sich hin, und von Arndt hörte man, dass er hinter runtergelassenen Jalousien in einem schwer kameraüberwachten Haus im Saarland wohnt.

    Später dann: Er hat als Arzt promoviert und ist jetzt Ringarzt bei Mixed-Martial-Arts kämpfen.

    Und jetzt: Er ist Bundestagsabgeordnete für die Linke, Landesliste Saarland. So speziell übrigens, dass ich anlässlich dessen das erste Moses-Arndt-Foto meines Lebens sehe. Das kam für mich so erwartet als würde Papst Franziskus einer queeren Volleyballmannschaft beitreten.

    Französischer Easy Listening

    Feinanteil: Als Wahlhelfer in einem sächsischen Dorf.

    Männergenerationen am Land.

    Seit langem mal wieder ein Computerspiel, das mich interessieren könnte: Caravan SandWitch durchgespielt und verblüfft

    Gunhild Rudolph fuhr nach Frankfurt und beabschlusste an der Deutschen Gartenakademie.

    Sei wie Frau Novemberregen: Ich habe ja seit einigen Wochen ein neues Hobby, nämlich lästige Bürgerin sein. Man kennt sowas ja im Rahmen des Shareholder Activism, Leute, die einem den letzten Nerv rauben, ich freue mich auf viel Korrespondenz mit meinem/meinen Wahlkreisabgeordneten

    Claudia im Schnee: Nur eineinhalb Stunden vom Bahnhof Tokyo entfernt liegt das Skigebiet Yuzawa (湯沢). Dort liegt ab Dezember bis in den April hinein Schnee, oft mehrere Meter hoch. Hat sich der Schneeanzug für unseren Sohn doch gelohnt

  • 25-02-22 Wilmersdorfer Pomeranzen

    25-02-22 Wilmersdorfer Pomeranzen

    Gegenüber von Edeka-Kaiser-Richard eröffnete Wonder Crêpes. Allerdings ist der Standort verflucht. Auch Wonder Crêpes wirkt nicht so als könnte sie das ändern.

    Madame geriet einst in Sofia an den Rand einer Studierendemo. Die Student*innen demonstrierten gegen den Kahlschlag an etwas. Die ganze Demo schwang Papieräxte, die sie aus A4-Blättern ausgeschnitten hatten. Das war ein eigentümlicher Anblick.

    Die Dachbaustelle macht weiterhin überraschend sichtbare Fortschritte. Zeit zu bemerken, dass das Autowrack mit Pseudo-Nummernschild nun schon mehrere Monate direkt unter dem „Parken verboten“-Schild auf dem Hinterhof steht.

    Der Sachsendamm ist mit Gittern abgesperrt. Ähnlich wie die Gitter beim Berlin-Marathon trennen sie Fahrbahn (Rennstrecke) und Fußweg (Zuschauerbereich). Nur dass der Marathon noch Monate entfernt ist, die Laufstreckestrecke nie über den Sachsendamm führt und ich auch sonst kein Großereignis erwarte.

    Der ITler lebt nach dem Motto „What happens in the Serverraum stays in the Severraum“. Der Geschichtenerzähler in mir leidet manchmal darunter.

    Madame las Effi Briest und der Vampir.

    Heute Verwöhn-Frühstück. Madame bezwang die ganzen Altbaustockwerke noch vor dem Frühstück und besorgte Brötchen. Morgen folgt frühes Aufstehen. Als Wahlhelfer der Reserve soll ich ja ab 7 bereitstehen, um mögliche Wahlhelfendenauswähle zu ersetzen.

    Madame glaubt, dass sich niemand melden wird, und ich ab 10 Uhr wieder schlafen gehen darf. Ich persönlich hingegen besitze kein Vertrauen in die Sekundärtugenden und die Zuverlässigkeit meiner Rot-Grünen Nachbarschaft und rechne mit zahlreichen Spontanausfällen am Wahltag.

    Wenn ich die globalen Trends richtig interpretiere, formieren sich die USA, Russland und Saudi-Arabien zum Mad-Max-Bündnis der Ölstaaten. Zeit sich Chinesisch anzueignen, denn in China werden bald unsere besten Freunde sitzen.

    Die meist gut informierte und grausig informierende Zeitung mit den vier Buchstaben meldet ein Überschwappen der amerikanischen Eierkrise auch nach Deutschland.

    Ich fand Bernhard Hoëcker schon cool, bevor ihn die ARD aus dem Programm warf. Um genau zu sein, seit seinem Programm 2009 WikiHoëcker in dem er sich als obsessiver Wikipedia-Autor outete.

    Sic deus dilexit

    Der Februar gab vor, ein Frühlingsmonat zu sein, lockte mit Sonnenschein und knapp 10 Grad. Wir nutzten es für einen Vormittagsspaziergang zur Kirche am Hohenzollernplatz in Wilmersdorf.

    NoonSong 704 Chormusik der italienischen Renaissance stand an. Vierzig Minuten Gottesdienst, mit vom Profichor gesungener Liturgie – angelehnt an den anglikanischen Evensong. Zwischendurch die Wochenlesung und ein Abschlusslied mit Gemeinde.

    Der Chor setzte seinen aktuellen Schwerpunkt mit Giovanni Pierluigi da Palestrina fort. Sowohl der Tagespsalm Fundamenta eius wie auch das Canticum Sic deus dilexit entstammten dem Renaissance-Komponisten.

    Die Kirche war voll – und ich komme aus dem Staunen kaum heraus, dass eine so spezielle wie großartige Veranstaltung einfach jede Woche stattfindet.

    Der NoonSong fungiert auch als klassischer Marktgottesdienst. Samstags findet vor der Kirche am Hohenzollerndamm ein kleiner Wochenmarkt statt. Dieser ist stets überraschend: stehen dort doch einerseits die Stände mit billiger Kleidung fragwürdiger Herkunft; aber auch Gemüsestände mit Flugpapayas, sieben Sorten Artischocken, französischen Haselnüssen, Puntarelle, Schwarzkohl und direkt importierten sizilianischen Zitronen. Nicht zu vergessen: Pomeranzen – ich bin mir nicht sicher, die überhaupt schon mal auf einem Markt im freien Verkauf gesehen zu haben.

    Danach ein kurzer Markt-Kaffee, ein Besuch beim Paket-Späti, Pfandflaschentausch gegen Passatta. Links und Rechts Wahlwerbestände.

    Reisen, Reiben, Demonstrieren

    Unser, durch andere Quellen genährte Hoffnung, dass die Schlangen an Notre Dame gar nicht soo lang sind, zerschlug sich bei der Lektüre dieses Blogposts: Wenn zwei neurodivergente Menschen nach Paris reisen

    Herr Rau über das dreiwertige IF bei Perry Rhodan.

    Alles wird besser wenn es dazu Kartoffelribel gibt: Maluns – Traditionelle Bündner Küche

    Demokratie demonstrieren in Duisburg. Demokratie schützen! Aufstehen gegen Rechts!

    Für die Bahn-Infrastruktur-Nerds: Was müsste gemacht werden, damit im Nordost-Korridor der USA (Boston-New York-Phildadelphia-Washington) Züge fahren könnten, die so lang sind wie europäische Züge: 16-Car Trains on the Northeast Corridor

    Ab und zu denke ich: Es muss doch für den professionellen Einsatz ein anderes Mailsystem als Exchange/Outlook/M365 oder Google geben. Henning Uhle schrieb etwas dazu: Exchange Server: Warum denn in die Cloud?

  • 25-02-06 Posteo

    25-02-06 Posteo

    Falls ihr zufällig größere Mengen Glasaale habt: die Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt sucht. Ausschreibung FiA-25-001 Aalbesatz für offene Berliner Gewässer.

    Falls hingegen Produktion, Lieferung und Montage eines Walskeletts zu Euren Fertigkeiten gehört: Das Museum für Naturkunde sucht (MfN-56-2024 Walskelett – noch 12 Tage)

    Erstmals gesehen: Ein polnisches E-Auto an einer öffentlichen Berliner Stromsäule.

    Die Dachbodenbaustelle schmoddert vor sich hin. Ab und an lassen sie auch Schränke aus höher Höhe auf den Boden fallen. Zumindest hört es sich so an.

    Eine nicht-mehr-Böttcher-Bestellung von 20 kg Büromaterialien landete im Wohnungsflur. Meine Güte, eigentlich möchte ich doch nur hier gemütlich vor mich hinsumpfen, und mir nicht auch noch beim Dicke-Buntstift-Bestellen Gedanken um Politik machen müssen.

    Jede Wahl was anderes: Nach Wahlhelfer im Wahllokal (BTW 2021), Wahlhelfer im Briefwahllokal (Europawahl 2024), nun Wahlhelfer der Reserve: „Halten Sie sich zwischen 7 und 10 Uhr bereit und warten Sie auf den Anruf.“ Ich sehe es kommen: Morgens um 7 nach Mariendorf hasten, damit ich hechelnd um 8 im unterbesetzt-gestressten Wahllokal ankomme..

    Lernen für die Betrieblichen Informationssysteme bleibt sperrig: Die ausführliche Beschreibung eines Systems, gefolgt von „in den letzten Jahren sind mehrere Nachfolgesysteme auf den Markt gekommen [auf die wir hier nicht weiter eingehen werden]“ wirkt halt arg unmotiviert von Seiten des Erstellers.

    Wir veranstalteten eine erfolglose Fotosession im Serverraum.

    Im öffentlichen Dienst bewegen sich Angelegenheiten eher glazial. Aber manchmal bricht ein Eisberg ab, und dann passiert vieles in kurzer Zeit. So auch hier und jetzt. Ich bin sehr gespannt wie sich das auswirkt.

    Kurze Büroaufregung wegen eines Feueralarms. Oder doch kein Feueralarm? Jemand will Handwerker gesehen haben, die die Rauchmelder abschreiten. Ich erinnere mich an einen ehemaligen Arbeitsplatz, an dem wir uns einige Monate lang alle 14 Tage im Sammelbereich wiederfanden, weil die Baustellenschweißarbeiten im Keller und das Alarmsystem nicht harmonierten.

    Vor 15 Jahren hätte ich auch nicht gewettet, dass ausgerechnet in Berlin zwar die MLPD und die Vierte Internationale zur Bundestagswahl antreten, die Piraten aber daran scheitern, dass sie keine Unterschriften bekommen.

    Falls es Friedrich Merz gelingt, die Linke in den Bundestag zu hieven, schreibe ich ihm persönlich eine Glückwunschkarte.

    Hippiemail

    Ich habe beschlossen, die Demilliardärisierung meines Internets voranzutreiben. Die low hanging fruits sind bis auf Spotify schon lange gepflückt. Wobei der Spotify-Qobuz-Wechsel tagtäglich stattfinden wird, sobald ich mal eine halbe Stunde Konzentration dafür aufbringe.

    Jetzt kommen die hoch hängenden Elefanten im Raum:

    • Gmail
    • Paypal/Klarna/Kreditkarte

    Halbherzig versuchte ich bereits mehrmals, den Mail-Anbieter zu wechseln. Dann aber fielen mir wieder die gmail-Vorteile auf: Riesiger Speicher, große Bequemlichkeit und das Vertrauen, dass niemand auf diese Mails zugreifen kann, den Google nicht für befugt hält.

    Andererseits stammt der gmail-Account noch aus zu Zeiten, in denen Google das Motto „don’t be evil/ sei nicht böse“ hatte und dabei halbwegs glaubwürdig klang. Mein Vertrauen darin, wen genau Google für vertrauenswürdig hält, schwindet von Jahr zu Jahr.

    Also ein neuer Versuch: Posteo. Ich bin inzwischen bereit Geld zu bezahlen für einen guten Mail-Anbieter. Posteo scheint all‘ meine Wünsche zu erfüllen.

    Ich habe mir also eine Posteo-E-Mail-Adresse angelegt und werde testen, ob diese alltagstauglich funktionert.

    In Düsseldorf gäbe es einen Abräumroboter

    Wenn Du eine Berliner Restaurantwebsite öffnest und gleich am Beginn wird Schweineaorta, Gänsedarm und Froschschenkel angeboten – dann weißt Du, dass sich das Angebot nicht unbedingt an alteingesessene Berliner*innen richtet.

    Les musiciens hatten Lust essen zu gehen und schlugen uns Shoo Long Kan Berlin Hotpot vor. Das Lokal liegt in der Nähe des Ku’damms, eine Tafel in chinesischen Schriftzeichen informierte uns, dass wir auch mit Alipay bezahlen können, der Personal redete etwa hälftig deutsch und englisch mit uns.

    Shoo Long Kan (auch XiaoLongKan) ist eine chinesische Kette für HotPot mit etwa 800 Standorten weltweit. Die meisten davon liegen in China. In Deutschland existieren drei Restaurants (Berlin, Düsseldorf. Frankfurt), in Österreich eines in Wien, in der Schweiz eines in Genf.

    Einerseits also eine Kette (mit allem was an Vereinfachung und Standardisierung dazugehört), andererseits überzeugend chinesisch und dabei dann auch noch edel – ein wenig musste ich an Tony Roma’s Ribs denken vom Konzept her.

    Das Publikum gemischt aus vielen Ländern in vielen Sprachen – im Stil zwischen Trainingshose und direkt-vor-dem-Ball.

    Das Essen HotPot (aka chinesisches Fondue). Wir hatten einen großen Kessel in der Mitte mit zweierlei kochenden Brühen (Spicy Stufe 1 / Tomate) und dazu verschiedene Zutaten. Auf Aorta und Frosch verzichteten wird, wir blieben bei Fleisch, Gemüse, Pilzen, Algen, Eier-Dumplings, Minitintenfischen und Garnelenbällchen. Dazu gab es ein Dip-Buffet an dem wir selbst Saucen und Dips zusammenmischen durften.

    Halt großartig so insgesamt. Auch großartig, dass les musiciens den Eindruck erweckten, dass es ihnen persönlich gerade richtig gut geht – und das erfreut mein Herz.

    Wie es sich für ein chinesisches Restaurant im Jahre 2025 gehörte, lief Auswahl und Bestellung über ein zum Tisch gehöriges Tablet. Selbst, dass wir zahlen wollten, sollten wir über das Tablet melden.

    Stratifizierung und Kontrolle

    poupou schrieb über Stratifizierung des Bildungssystems.

    Claudia briefwählt aus Japan und begründet, warum.

    Frau Chilli Ciabatta macht einen hoch alltagstauglichen Asia-Salat mit Hähnchen, Paprika und Pomelo.

    Internet-Werkzeugwechsel ist im Trend: Von Trello zu Joplin.

    Warner Movies veröffentlicht aus heiterem Himmel 30 Klassiker in voller Länge auf Youtube: The list is full of cinematic masterpieces, obscure cult cinema, and absolute trash.

    Eigentlich wollte ich das USA-Haareraufen den den vielen anderen Medien überlassen, die dies gerade zu Recht versuchen. Aber Atlantic-Artikel trifft too close to home: Elon Musk Wants What He Can’t Have: Wikipedia.

    Warum die Wikimedia Foundation allerdings 2016 nicht begonnen hat, die USA zu verlassen, habe ich schon damals nicht verstanden.

    Und warum ich nicht mehr über die USA posten will:

    „Thinkers like Jean-Paul Sartre and Hannah Arendt warned us that the point of this deluge is not to persuade, but to overwhelm and paralyze our capacity to act. More recently, researchers have found that the viral outrage disseminated on social media in response to these ridiculous claims actually reduces the effectiveness of collective action.

    The result is a media environment that keeps us in a state of debilitating fear and anger, endlessly reacting to our oppressors instead of organizing against them.“ (You Can’t Post Your Way Out of Fascism)

    Silbermond veröffentlicht seinen 2019er Song „Mein Osten“ neu – dieses Mal im Duett mit Herbert Grönemeyer, wie man es im August 2024 erstmals live performt hat. Es ist wohl auch als Apell zu verstehen, vor dem zu befürchtenden Rechtsruck der Bundestagswahl.