Schlagwort: WMDEDGT

  • 26-06-07 Im Gefecht von Möckern besiegten die preußischen Truppen unter Ludwig Adolf Peter zu Sayn-Wittgenstein die Truppen Napoleons (full male frontal nudity)

    26-06-07 Im Gefecht von Möckern besiegten die preußischen Truppen unter Ludwig Adolf Peter zu Sayn-Wittgenstein die Truppen Napoleons (full male frontal nudity)

    Madame lebt und testet derzeit in drei Chören. Der Vorteil des Nachbarschaftschors: Fenster und Grundstück sind auf den nicht mehr existierenden Wilmersdorfer See ausgerichtet, aus dem Proberaum kann frau denken, an einem Seegrundstück zu sein. Außerdem lief ein Fuchs in die Probe hinein und war danach längere Zeit im Garten.

    *

    Im Volkspark sah Madame zwei große und einen Babyfuchs.

    *

    In der Zeitung lese ich von Eichenprozessionsspinnern, die die Schließung von Sportplätzen und Strandbädern (nicht unseres!) erforderlich machen und sich in Siedlungen ausbreiten. Ich beschließe, neben Walen in der Ostsee und Wölfen in Hamburg auch giftige Raupen in meinen apokalyptischen Roman aufzunehmen. Das würde schöne literarische Effekte erzeugen, wenn Menschen einen kleinen niedlichen bunten Schmetterling sehen und in Panik geraten, weil sie an die wollige Raupe denken.

    *

    An der U-Bahn-Station einen junge Frau, die ihren begleiteten Mann anschreit, dass selbst die Mutter der jungen Frau gemerkt habe, wie sehr sie ihn liebt. Er versucht zu erwidern, kommt aber nicht zu Wort. Eine spannende Ton-Inhalt-Schere.

    In der Bahn, eine andere junge Frau mit verschiedenen Piercings und Totenkopf-Tattoos, die ihren Begleiter durchgehend unironisch „Schatzi“ nennt. Ich liebe sie dafür, wie perfekt sie Berliner-Club-Gestalt und Brandenburger-Einfamilienhaus-Bewohnerin in einer Person vereint.

    *

    Es war ein Wochenausklang zwischen Ticketsystem, den Achtzigern als Ansage und der Mutter aller gesperrten Rolltreppen.

    Prozesse töpfern

    11:40h. Ich beschließe, die Notizen für Frau Brüllens Was machst du eigentlich den ganzen Tag einzustellen. Ich dachte, ich mache crazy shit und nehme an einer Blogaktion teil, stelle aber fest, dass mein Hirn derzeit nur in zwei Modi funktionieren möchte:

    • Modus Töpfern: Ich nehme den ungeordneten meiner Umwelt, konturlos, formlos, unklar, und forme ihn. So funktioniert es im Büro, wenn ich versuche aus irgendwie stattfindenden Abläufen einen geordneten Prozess zu machen und den dann vielleicht sogar in Technik zu hinterlegen. Aus dem Nichts werde Form.
    • Modus Flipper: Ein Impuls von Außen schießt die Gedanken in irgendwelche Richtungen, auf dem Weg fangen lauter Lichter an zu blinken, Gongs und Sirenen ertönen, bis der nächste Impuls kommt. So funktioniert es in der Freizeit.

    Ein vorgegebener chronologischer Ablauf, der dann ausgefüllt werden muss, passt in beide Betriebsmodi nicht wirklich. Nicht so, dass ich diesen Monat Lust darauf ihn abzuarbeuten, und so stelle ich das uhrzeitgenaue notizieren ein.

    Stattdessen töpfere ich gedanklich weiter. Seitdem ich bei der aktuellen Arbeitgeberin bin, habe ich das Ticketsystem einmal von links nach rechts gedreht und wieder zurück, habe sowohl Oberflächen wie Betriebslogik umgestellt und gefühlt ist jeder Buchstabe dort mittlerweile „meins“.

    Bis auf ein kleines gallisches Dorf, einen Unterabschnitt des Systems, für ein Legacy-System, an das ich mich nie herantraute.

    Bis jetzt. Das Legacy-System ist abgelöst und das neue System bietet mir die Chance auch hier alles umzubauen. Und jedes mal lerne ich mehr über das Ticketsystem.

    Möckern

    Die Abende waren kreuzbergig. Die wieder durchgängig fahrende U-üc bringt mich im Laufe eines schnellen Tagtraums nach Kreuzberg, und so landete ich gleich zweimal an der Station Möckernbrücke.

    Donnerstag: Auf dem Weg zum Yorck-Kino, das nur einen kleinen Spaziergang von dort entfernt liegt. Freitag: Auf dem Weg zur Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland, das dort einen kleinen Vorabendevent vor der samstäglichen Mitgliederversammlung feierte.

    Es war ein Weg der Erinnerung. Immerhin habe ich in der Geschäftsstelle zwei Jahre gearbeitet, bin sehr oft von dieser U-Bahn-Station ans Tempelhofer Ufer 23 gelaufen, oder durch die Straßen drumherum.

    Wie auch diesmal. Es hatte sich erstaunlich wenig geändert, fast alle Lokalitäten überlebten Corona, ebenso wie Russland-Gas-Krise und das allgemeine Gastrosterben der letzten Jahre. Ich hatte einen erstaunlichen Mittagspausenblick, registrierte, dass das damals neu eröffnete Grand Bistro (oder so) ebenso noch exister wie das Schnittchen, der namenlose Pasta/Pizza-Laden und selbst der Grieche, der schon 2014 aus der Zeit gefallen wirkte und „Zum Goldenen Handwerk“, die Eckneipe, die eher für Feierabend als für Mittagspause gut war, ist noch da.

    Nur das ägyptische Lokal/Shisha-Bar hat seinen Lokalteil inzwischen ganz aufgegeben und ist reine Shisha-Bar. Ganz verschwand nur die Ökotussi [sic!], und selbst die halt lange genug durch, dass in ihren Fenster noch die Abschiedsnachricht an die Kund*innen hängt.

    Was sich änderte: An der Möckernbrücke lässt sich betrachten, wie es aussieht, wenn die BVG nicht nur die Rolltreppe für die Gegenwart aufgibt, sondern auch die Rolltreppe für die Zukunft. Das wird wohl nichts mehr:

    Was auch neu war: Zum ersten Mal fragte ich mich, warum die Station Möckernbrücke eigentlich Möckernbrücke heißt.

    1. Sie liegt nach der Möckernbrücke über den Landwehrkanal. So weit so wenig überraschend.
    2. Die Möckernbrücke heißt nach der Möckernstraße, die über diese läuft. Auch das hätte ich mir noch selbst ausdenken können.
    3. Die Möckernstraße wiederum ist benannt, wie viele Straßen in Kreuzberg 61, nach gewonnen preußischen Schlachten. Hier: die Gefechte bei Möckern, die in den preußischen Kriegen gegen Napoleon Gefechte beim sächsischen Dort Möckern waren, die am Rande der Völkerschlacht stattfanden. (s. Wikipedia: Gefecht bei Möckern)

    2004 schrieb de.Wikipedia den 100.000. Artikel

    Stärker als die Gegend hatte sich die eigentliche Geschäftsstelle verändert. Die ist kurz nach meinem Weggan eingerüstet worden, und durchläuft ein noch epischeres Baustellen-am-Haus-Drama als unsere eigene Wohnung.

    Wikimedia selbst zog von einem Stockwerk (zu meiner Zeit) auf drei Stockwerke, dann wieder auf zwei, und inzwischen habe ich keinen Überblick mehr. Die Veranstaltung fand im ersten Stock, „meinem“ Stock statt, so dass ich die allgemeine Raumgeographie mit den drei Fluren, dem großen Veranstaltungsraum und dem Empfang wieder erkannte. Aber sonst war alles anders.

    Damals „offener Raum, gedacht für Gäste, Community, Veranstaltungen“ mit vielen Glastüren, einem offenen Kühlschrank für alle, Sofas, Wänden, die für Mitteilungen gedachte waren und ebenso bunten wie unfassbar schlecht zu sitzenden Veranstaltungsstühlen – jetzt eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre in all White, geschlossene Türen, Veranstaltungen wie diese nur ab und an.

    An sich denke ich, dass der Verein nach meiner Zeit starke Höhen und starke Tiefen hatte, aber gerade wieder auf einem besseren Weg ist. Aber die Geschäftsstelle wirkte seltsam steril.

    Nett war der Event: vier Wikipedianer*innen erzählen von anno dunne. Sie haben mit lyzzy, Nina, Dab. und Raymond eine nette Auswahl verschiedener Menschen mit verschiedenen Geschichten eingeladen. Ich freute mich, weil Madame in Abwesenheit dafür Applaus bekam, die Admincon mitgegründet zu haben, und ich freute mich, ein paar Menschen wieder zu sehen.

    Der Film begann mit einem nachträglichen Nachruf auf Giorgio Armani

    In meiner inneren Chronologie ist das Jahr 1980 zottelig und trägt Jeansjacke. Ich lebte zwar schon, kann mich aber an nichts erinneren, und vertraue Fernseh- und Zeitschriftenbildern der Zeit. Diese zeigen mir Bluesrocker mit zotteligen Vollbärten, Jeanswesten, Koteletten, Cordhemden, orange Hemden mit breitem Kragen. Die Siebziger waren ästhetisch näher als das was ästhetisch die Achtziger werden sollten,

    Außer in diesem Film1: American Gigolo ist Fönfrisuren Armani-Anzug-Porn im Mercedes Cabrio. Ein traumschöner junger Richard Gere spielt einen Edel-Callboy und Anzug-Freak2, der sich durch das reiche Kalifornien arbeitet und dabei in einen Verbrechensplot gerät. Begleitet von Soundtrack von Giorgio Moroder. Mehr als einmal ist er dabei halbnackt, Wikipedia versprach mir sogar „The first full mal frontal nudity“ in einem Mainstream-Film, aber ich glaube ich muss mit Wikipedia ein ernstes Wort über die Bedeutung des Worts „frontal“ reden.

    American Gigolo ist 1980s Style in seiner höchsten Vollendung schon bevor die 1980er überhaupt richtig angefangen hatten.

    Wie oft, bei den Boulevard-Noir-Filmen: Der Plot ist ziemlich egal, das einzig wichtige ist, dass der Plot es erlaubt, dass Zuhälter Leon (Bill Duke) eine der besten der-Movie-Villain-hält-seine-Erklärrede-Szene der Filmgeschichte hält. Eigentlich aber ist der Plot nur der Kleiderhaken, an dem Typen, Stil und Musik aufgehängt.

    Denn wie so viele der Boulevard-Noir-Filme, das ist ein Stil-Musik-Film. Was die Jeanne-Morau-durch-Paris-mit-Miles-Davis-Soundtrack-Szene in Fahrtstuhl zum Schaffott war, ist hier das Richard-Gere-im-Mercedes-Cabrio-durch-Kalifornien-mit-Georgio-Moroder-Blondie-Soundtrack3: Nachdem ich die Auftaktszene von American Gigolo gesehen hatte, dachte ich es auch: Meinetwegen können die nächsten zwei Stunden kreischende Teletubbies kommen. I will love this movie.

    Erfreulicherweise kamen Richard Gere, Anzüge und Bill Duke.

    Not full, aber das ist frontal. Zwei Häuser neben dem Yorck-Kino.

    Links

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    Die Süddeutsche klärt auf. Wie kommen Zeiten wie „3 Stunden“ auf Wanderwegweiser? Für seine Wegweiser nutzt der Alpenverein eine Formel, um Wanderzeiten zu errechnen, abhängig von Höhenmetern und Entfernung. (via Christian)

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    Ich lernte im Juni: Auf See und ohne W-LAN funktioniert die Onleihe nicht.

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    Liesel bloggt wieder!

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    Für Reisendenker: The Demise of an Empire: How Lonely Planet stopped serving the very people it was created for (via Johannes)

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    The 1969 Memphis Country Blues Festival – als „Blues“ noch Rhythm and Blues und Soul und Blues und keine Museumsveranstaltung war. (via Ligne Claire) Der Film erinnert mich stark an den Aretha-Franklin-Konzertfilm oder E.P.I.C. (aber in schlechterer Bildqualität)

    Anmerkungen

    1. Yorck Unlimited No . 29 – 8,21€ pro Film ↩︎
    2. Wenn mensch American Gigolo kennt, schaut mensch auch Pretty Woman komplett anders, in dem der ältere Richard Gere plötzlich der Kunde ist. ↩︎
    3. Madame bemerkt wie ähnlich der Anfang von Call me/Blondie in American Gigolo dem Song Born to be wild in Easy Rider ist. Das stimmt. Und ist spannend, weil beide Songs Menschen auf der Straße unterlegen: Motorradzottel in Easy Rider, Anzug-im-Mercedes in American Gigolo. ↩︎

  • 23-03-05 B(#WMDEDGT) = {B: B(+) ∩ DotM(5)}

    23-03-05 B(#WMDEDGT) = {B: B(+) ∩ DotM(5)}

    Gegen sieben wachte ich auf, war versucht mich an den Schreibtisch oder ins Schwimmbad zu stürzen. Dann dachte ich: Die nächsten 10 tage werden noch anstrengend genug. Erst einmal schlafen. Der Schlaf reichte bis etwa 8.30h.

    Mein Abendgedanke von gestern klärte sich schnell. Ich hatte mich noch gefragt „Ist der deutsche ESC-Beitrag wirklich eingängig genug für den ESC?“ Heute morgen wachte ich mit einem Blood-and-Glitter-Ohrwurm auf. Offensichtlich ist der Song eingängig genug.

    Da Madame weiterhin abwesend ist, muss ich mir Kaffee und Frühstück alleine machen (immerhin mit ihrem Sauerteigbrot), verdödelte bis etwa 10 Uhr zwischen Bett, Küchentisch, Internet, gedruckter FAS und Radio. Ich spielte etwas mit der Artifakt-App herum: Eine neue App, die sich als „TikTok für Text“ anpreist und vor allem persönlich ausgesuchte Presseartikel in einem „For You“-Stream zeigen soll.

    Prinzipiell finde ich das Konzept total furchtbar. Ich bin aber neugieriges Spielkind und beeindruckt, dass die App in zwei Tagen bereits ihre Empfehlungen von Buzzfeed-Empfehlungen auf The Hill, die South China Morning Post und Al Jazeera umgestellt hat.

    Ich las Texte über Cyberkriminalität via Anlagebetrug und die Geschichte, mal zum Lachen, mal zum Weinen über die FNUs der Welt (also eigentlich zum Weinen, aber so geschrieben, dass ich mehrfach Lachen musste).

    FNU steht für „First Name Unknown“. Der Name wird vor allem Leuten verliehen, die ein US-Visa beantragen. Fnu landet anstelle des Vornamens im Visa wenn die US-Behörden den (meist) asiatischen Pass fehlinterpretieren. Und wenn in deinem Visa Fnu steht, heißt du auch in der Social Security Fnu, im Führerschein, in der Personalakte deines Arbeitgebers und in deinem Uber-Fahrer-Profil.

    Auch wenn der Artikel vor allem von den USA handelt, Deutsche Behörden können das auch:

    I once faced a similar experience when applying for a work permit at the Kreisverswaltungsreferat in Munich. My atypical passport threw a wrench in the neat system of German naming conventions. Instead of looking up from their computer and confirming my name—an act that would have taken a total of four seconds—the officer handed over a work permit with a name that ended with a cold, mechanical “+” symbol. George Joseph +. A new and improved version of my previous self. One that was capable of pronouncing words like Kreisverswaltungsreferat to unsuspecting Bavarians.

    Gegen 11:00h hatte ich die Morgenmüdigkeit überwunden, lief zum Stadtbad Schöneberg, denn ich war mit der Chefin verabredet. (Bzw. ich hatte mein Kommen angekündigt und sie sagte, sie ist eh am Beckenrand).

    Blick auf das Stadtbad Schöneberg. Im Vordergrund Krokusse in violett.

    Es ist lustig: Wenn ich privat ins Bad gehe und dort Menschen treffe, mit denen ich dienstlich zu tun habe: Ich fühle mich immer noch ein wenig so, wie damals als aufstrebender Musikjournalist, der plötzlich bei „richtigen“ Bands in den Backstagebereich darf.

    Ich hörte im Eingangsbereich: Ein Vater argumentierte mit seinem Kind, darüber ob sie jetzt schwimmen gegen sollten. Während der Vater Präzedenzfälle der letzten drei Jahre anführte, auf wechselnde Prämissen und logische Inkonsequenzen hinwies, kam das Kind zum Kern der Sachen „Nein! Will nicht!“

    Sonntagsangemessen plantschte ich mehr als dass ich schwamm. Trotzdem verspüre ich gegen 18:30h einen leichten Muskelkater im Rücken. Vielleicht bin ich doch ein paar mehr Bahnen geschwommen als zwischendurch gedacht. Ich verließ gegen 12:15h das Bad und telefonierte mit Madame.

    Wieder zu Hause gab es ein weiteres Käsebrot gegen den Nach-Schwimm-Hunger, dann machte ich mich auf an den Schreibtisch. In 10 Tagen findet die Mathe-Statistik-Klausur statt, in 16 Tagen diejenige zum Externen Rechnungswesen. Während das Summenzeichen Σ seine irritierende Rolle als unnötiger Störfaktor überwunden hat, suchte ich länger zu verstehen, wieso plötzlich eine Ableitung in der Regressionsanalyse auftaucht.

    Schreibtischaufsicht mit aufgeschlagenem Heft (Einträge mit Bleistift) und Mathe-Kurs-Unterlagen. Danaben eine Tasse Tee.

    Ich wandelte, immer begleitet vom Klausurenwundermittel Radio Tutta Italiania, zwischen Schaukelschaf, Wohnzimmertisch und Schreibtisch umher. Mich begleitete Lakritz-Minz-Tee. Bis ich gegen 17:20h beschloss, dass mein Hirn Matsch ist.

    Zur Ablenkung begann ich mit Kochen (Weißkohl, Kartoffeln, scharfe Tomatensauce – drei Sachen, die ich eher selten bekomme, wenn Madame anwesend ist). Mein Plan, frische Luft zu bekommen, indem ich die Wäsche abhänge scheiterte daran, dass diese nicht trocken war.

    Nach einem Blick auf’s Hygrometer (Luftfeuchtigkeit knapp über 40% im Wohnzimmer) holte ich die Wäsche ins Wohnzimmer. Ich verweilte noch einige Minuten auf dem Balkon, betrachtete Touristen und ihre Rollkoffer auf der Straße.

    Analoges Thermo/Hygrometer vor Tapete. 18 Grad, etwas über 40% Luftfeuchtigkeit.

    Gegen 18:00h begann ich damit den Blogpost für WMDEDGT, also „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag“, die Blogaktion bei Frau Brüllen zum 5. des Monats zu schreiben. Zu anderen den anderen Posts bitte hier entlang.

    Nach dem Abendessen ging es nochmal zwei Stunden an den Schreibtisch (Satz von Bayes). Jetzt bin ich endgültig durch. Ich werde die Küche noch aufräumen und den Rest des Abends mit dem Streamen der Let’s-Dance-Folge von Freitag verbringen.

  • 23-02-05 { ( == ) { ;} ( > ) { ;} system.out.println („WMDEDGT“)}

    23-02-05 { ( == ) { ;} ( > ) { ;} system.out.println („WMDEDGT“)}

    Schwimmbad bis Gottesdienst

    Irgendwann des Nachts. Mir träumt, ich gehe in ein um 45 Grad gekipptes Schwimmbad. Das Bad ist ein Teil eines gigantisches postsowjetischen Industriegebäudes. Das ganze Gebäude hat an den Schornsteinen übergewicht bekommen und ist gekippt. Obwohl alles Wasser aus den Becken lief, sind alle Menschen tiefenentspannt. Immerhin ist ihnen bewusst, dass sie generell ein um 45 Grad gekipptes Gebäude verlassen sollten. Sie packen ihre Badesachen zusammen und machen sich zum Aufbruch bereit. Die Badleitung lädt mich in ihr holzgetäfeltes Büro ein.

    Aufwachen gegen 8. Madame kocht und bringt Kaffee ans Bett. Sie selbst liest im Internet Hintergrundinformationen zu wichtigen kulturellen Ereignissen des Zeitgeschehens. Ich dämmere vor mich hin. Meine Gedanken wechselnd beim Zustand der Berliner Bäder und rekursiven Java-For-Schleifen. Ich denke an die Hamburger Monate zurück als ich mal aus Versehen in eine trotzkistische WG an der Reeperbahn gezogen bin + denke dass die Letzte Generation mich in Aktionsformen und Habitus sehr an die damaligen Trotzkist*innen erinnert.

    Rechtzeitig zum DLF-Radiogottesdienst stehen wir auf. Madame besorgte und bereitete Aufbackbrötchen. Wir beschlossen, dass ein spätes Frühstück bedeutet, das Mittagessen ausfallen zu lassen.

    Der Gottesdienst stellt musikalisch eher die Avantgarde der Radiogottesdienste dar, ich verpasste aber den Moment, als sie sagten, wer spielt. Ich glaube es war katholisch.

    (Nachtrag: St. Konrad, Stuttgart „Neben bekannten Liedern aus dem Gesangbuch „Gotteslob“ werden auch Stücke des bekannten Saxophonisten Antoine Auberson zu hören sein.“)

    Mit Elektrogeräte

    Ich hatte den Vormittag zum Lerntag erklärt und verbrachte den Tag am Pendeln zwischen den Online-Übungsaufgaben der Fernuni, meinem Java-Buch (das glaube ich deutlich besser erklärt als die Uni; aber halt zum Teil andere Sachen) und diversen Internet-Tutorials. Ich fühle mich wie jemand der zwar immer noch bei den Skateboard-Tricks zuverlässig hinfällt, aber ich habe den Eindruck: Da fehlt nicht mehr viel und ich werde stehen und dann wird es spektakulär.

    Räumlich pendelte ich zwischen Schreibtisch, Schaukelschaf und Küchentisch.

    Nachdem ich vor den letzten Klausuren auch einfach nur nervös war, kommt langsam dieses Schulgefühl wieder, in dem ich mich eigentlich auf sowas freue. Zwei Stunden konzentriert ohne Ablenkungen um Flow sein und danach der Adrenalin-Stoß „Es ist vorbei.“ Ich erfreute mich daran immer.

    Blick auf den unaufgeräumten Schreibtisch mit Tastatur und zwei Monitoren.

    Ohne Elektrogeräte

    Kurz vor 14 Uhr verordnete der Stromversorger eine Pause. Der Strom war weg. Mein Desktoprechner verabschiedete sich ebenso wie das Internet. Sicherung: War noch drin. Ampel auf der Straße: Liefen noch. Bis wir mit den Nachbarn geklärt hatten, dass diese auch keinen Strom haben, war auf Stromnetz.berlin die entsprechende Störungsmeldung erschienen.

    Ein kurzer Test: Der Gasherd läuft auch ohne Strom. Zumindest das Gas kommt. Anzünden funktioniert noch per Feuerzeug oder Steichholz. Kochen und Not-Heizung oder -Beleuchtung wären mit diesem durchführbar.

    Wir plauschten noch etwas mit den Nachbarn. Wir freuten uns, dass A zurück aus Israel ist. Dass wir ihre Netanjahu-Begeisterung nicht teilen, hatten wir bereits an anderer Stelle geklärt.

    Ich nutzte die stromlose aber sonnenbeleuchtete Zeit, um Kleider zu sortieren. Danach wieder mit Buch ins Schaukelschaf bis der Strom gegen 14.30h zurückkam.

    Wir stellten Uhren neu, programmierten den Geschirrspüler und freuten uns, dass die Waschmaschine dort fortsetzte, wo sie aufgehört hatte. Ich hängte Wäsche auf und begann mit dem Schreiben des Blogeintrags.

    Heute läuft wie jeden fünften „WMDEDGT“ (Was machst Du eigentlich den ganzen Tag). Und dann wird das bloggen ausführlicher. Andere Posts sind bei Frau Brüllen.

    She is what she is (Peking-Ente)

    Dann aber nahte bereits der Aufbruch. Der Schienenersatzverkehr fuhr uns gerade noch rechtzeitig nach Berlin-Mitte. Wir setzten unser dieswinterliches Binge-Watching der Komischen Oper Berlin fort. Nachdem zuletzt die düstere, geradezu erschütternde „Rusalka“ auf dem Programm gestanden hatte, versprach der heutige Nachmittag mehr Glamour „Ein Käfig voller Narren“ – einst ein italienisch-französischer Film, dann ein Broadway Musical und nun eine Barrie-Kosky-Inszenierung.

    Und es war nur schön. Kostüme, die vor lauter Glitzer gar nicht mehr wussten, wohin mit sich, überbordende Bühnenbilder und großartige Schauspieler wie Peter Renz als Georges oder Stefan Kurt als Albin / Zaza. Hinzu kam auch ein ausnehmend sympathisches Publikum mit vielen Regenbogenflaggen. Die im Publikum zahlreich anwesenden älteren schwulen Paare machten den Abend noch sympathischer.

    Die Vorstellung dauerte von 16 Uhr bis kurz nach 19 Uhr. Langsam wurde es Zeit für das Abendessen. Da das nahe gelegene Restaurant Peking-Ente beim letzten Komischen-Opern-Besuch den Geschmackstest bestanden hatte, hatten wir wieder einen Tisch reserviert.

    Und gingen auf’s Ganze: In der Peking-Ente bestellten wir Peking-Ente. Ausnehmend geschmackvoll und noch eine weitere Bildungslücke geschlossen.

    Mit dem M48er-Bus ging es Richtung Schöneberg. Zu hause lief der Strom noch, wir richteten eine Wärmflasche. Ich schreibe diese Zeilen zu Ende und werde dann noch ein paar Seiten Nicht-Java lesen.

  • 23-01-05 Gozinto (WMDEDGT)

    23-01-05 Gozinto (WMDEDGT)

    Heute ist immobiler Donnerstag und Hafenstadttag. Das bedeutet, Madame muss frühmorgens nach auswärts, ich darf in der Wohnung bleiben.

    Der Wecker klingelt um 5:00h, ich setze Kaffee auf, bis um 6:00 Uhr ist das Frühstück durch und Madame verlässt das Haus. Ich mache Katzenaufräumen (also wie Katzenwäsche, aber mit Aufräumen – gibt es das Wort?) und döse noch etwas vor mich.

    Vor dem Haus sammelt die Polizei Bauzaunteile ein, die im spätnächtlichen Sturm von der Busspur auf die weiteren Fahrbahnen kippten.

    Im Deutschlandfunk läuft die neuste Volte zur Rückgabe der Benin-Bronzen. Während die europäischen Museen sich langsam zur Erkenntnis durchringen, dass ihre ganzen im kolonialen Zeitalter angesammelten Schätze, ethisch nicht sauber erworben wurden, tun sie sich doch schwer damit, diese zurückzugeben. Die ersten Benin-Bronzen landeten inzwischen in Nigeria. Aber nun meldet sich die „Restitution Study Group“ aus den USA zu Wort. Diese bemerkt, dass die Könige von Benin das Geld für die Benin-Bronzen mit Hilfe des Sklavenhandels verdienten, die Bronzen selber also dort sein sollten, wo die Nachfahren der transatlantischen Sklaven sie sehen können – das ist nicht Nigeria.

    Ratschläge von mir brauchen die ganzen verwickelten Diskussionsteilnehmer:innen nicht, und sie werden die hier auch nicht mitbekommen. Aber wenn ich etwas raten darf: So lange noch Bronzen in Deutschland zu sehen sind: Geht hin! Das ist mehr als nur beeindruckende Kunst von Weltrang.

    Kurz danach beschert mir ein geöffneter Tab den Artikel zum „Black Reparations Program“ des Fahrradherstellers Rivendell. Dieser bot zeitweise schwarzen Amerikanern Fahrräder im Preis um 45% ermäßigt an als Ausgleich für die Sklaverei. Absichtlich gaben sie das Geld nicht in eine Stiftung oder Sozialprogramme, sondern integrierten es offensiv ins Kerngeschäft. Die Diskussion verlief wild, samt Klagen, Morddrohungen und was dazu gehört, und das Programm ist wieder eingestellt. Aber ein spannendes Experiment.

    Über all‘ die Leserei wurde es 7:30h und ich begebe mich langsam mal an E-Mail, Teams und Ticketsystem, schauen, ob über Nacht etwas Dramatisches passiert ist -> nein.

    Ich töckel so’n bisschen mit Schreibtischarbeit vor mich hin. Bevor ich in einen Kommunikationsmodus gehe, werfe ich mich aber doch in Jeans und Polo. Es ist seltsam: Beim vor-mich-hintöckeln ist mir die Umgebung komplett egal. Aber sobald ich mit Leuten direkt und zeitlich synchron kommuniziere, fühle ich mich unprofessionell wenn ich nicht halbwegs akzeptabel angezogen bin.

    Der Vormittag verläuft erfreulich ruhig. Der Vorweihnachtsstress scheint von den Leuten abgefallen.

    Da heute mein geplanter Beginn des Einsendeaufgabenwochenendes werden sollte, fiel mir zur Mittagspause ein, dass ich nach den Anmeldeterminen für die Klausuren schauen könnte. Das war ein kluger Gedanke. Die Frist läuft schon. Ich meldete mich für objektiorientierte Programmierung (Prüfung im Februar im Fernuni-Campus Berlin), Mathematik und Externes Rechnungswesen (Prüfung jeweils im März online) an.

    Ungesunderweise aß ich neben dem Bildschirm, recherchierte noch nach Fahrradwerkzeug, aber ohne abschließendes Ergebnis. In den Papierkalender trug die ich weiteren Termine für WMDEDGT (Was machst Du eigentlich den ganzen Tag. Die Blogaktion bei Frau Brüllen, die an jedem 5. des Monats, also auch HEUTE) läuft. Bevor ich den Monitorumschaltknopf drückte und wieder Arbeitssachen auf dem Rechner hatte.

    Es blieb vergleichsweise ruhig, eine spannende Stunde verbrachte ich mit der Suche nach einem Outlook-Bug, der sich dann als Feature herausstellte. Das soll so seltsam und ist so fest verdrahtet, dass man es nicht mal ändern kann. Immerhin hat Microsoft nach 10 Jahren der Kundenbeschwerden einen umständlichen Workaround via Registry oder GPO bereitgestellt. In anderen Angelegenheiten machte ich ein paar Termine für Morgen, wenn ich wieder im Büro bin und Sachen besser am lebenden Objekt klären kann.

    Gegen 15:30h kam Madame nach Hause. Wir trinken einen kurzen Kaffee, bevor sie wieder aufbrechen muss. Um 16:32h drücke ich in der Zeiterfassung auf das rote Figürchen.

    Danach folgten dann wirklich die Mathe-Einsendeaufgaben: Die sahen auf den ersten Blick einfacher aus als die Übungsaufgaben aus dem Heft. Ich habe den Eindruck, dass ich mit Hilfe der Unterlagen und Zeit über das Wochenende auch bei weitgehender Ahnungslosigkeit genug Punkte sammeln werde, um zur Klausur zu dürfen. Die Vektoren irritieren mich, bei Ableitungen und Funktionsauflösungen fühle ich mich eher zu Hause. Der Gozinto-Graph ist an sich einfach, ich zweifle aber weiterhin, ob die Aufgabe so gemeint war, wie ich sie verstanden habe. Naja, drei Tage des darüber-Grübelns bleiben noch.

    Aufnahme meines Mathe Schmierheftes mit verschiedenen Gleichungen. Quer über die Seite verteilt und selten zu Ende gerechnet. Auf dem Heft ein Kuli, dahinter Schreibtischkleinkrams.

    Madame kam kurz nach Hause. Die Zeit reichte zum gemeinsamn Tee trinken. Madame schaute mit unserem wiederbelebten Netflix-Abo „The Crown“ während ich in Duolingo rumdaddelte.

    Madame verließ wieder das Haus. Inspiriert durch Kellerkinds-Rom-Blogpost nutze ich den freien Netflix-Account, um die Dokumentation 1960 von Gabriele Salvatores zu sehen. Manchmal etwas bieder, aber großartige Filmaufnahmen aus Italien von 1960 und dieser unglaublich hinreißende Adriano Celentano.

    Zum Abend werde ich Rote Beete, Sellerie und Süßkartoffeln hobeln, um Root Vegetable Pan Haggarty nach Miss South in den Slow Cooker zu schichten.

    Während ich hoble und Celentano höre, könnt ihr die weiteren WMDEDGT-Beiträge lesen.

  • 22-12-05 Bei 2 Grad weniger hätte es geschneit (WMDEDGT)

    22-12-05 Bei 2 Grad weniger hätte es geschneit (WMDEDGT)

    Gegen 5:30 wache ich auf, bin aber noch so müde, dass ich nicht einmal die Ziffern am Wecker enträtseln kann. Nach fünf Minuten Anstrengung gelingt es mir, ich beschließe, dass ich noch eine Stunde Zeit habe und schlafe ob der Anstrengung sofort wieder ein.

    6:45 Der Wecker klingelt. Das Radion läuft. Aufstehen ist unmöglich. Bin 7:20 überlege ich, ob das aufziehende Krankheit, Urlaubsreife oder nur Novemberfeeling ist. Entscheide mich schließlich für das Letztere und stehe langsam auf.

    7:30 Beim Frühstück erzählt Madame, dass Berlin schon keine Wahlhelfer*innen mehr für die wiederholte Abgeordnetenhauswahl haben möchte. Wir waren letztes mal beide dabei. Bei uns beiden im Wahllokal lief es gut und sie hat wieder versucht, sich anzumelden. Aber es gibt nur noch offene Plätze in Treptow-Köpenick. Was von Schöneberg aus ähnlich weit weg ist wie Halle/Saale.

    8:20 Regen. 1 Grad. Sturm. Ich denke noch, dass zwei Grad weniger und Schneefall uns Aahs und Oohs des Entzückens bringen würden. Aber es hilft nichts, die zwei Grad mehr verwandeln jeden Entzückungslaut und Flüche. Bei Regenwind steige ich auf’s Fahrrad, um die heute glücklichweise kurze Strecke zum Südkreuz antreten. Zwischendurch trefe ich die Polizist*innen, die die Autobahnabfahrt gegen Klimaaktivist*innen mit Klebstoffuntergrund bewachen und denke „ihr armen Schweine.“

    8:30 Ampel. Keine anderen Radler neben an. Jedes Winter wieder erstaunlich, wie schnell plötzlich die Zahl der mit-mir-radelnden Zusammenbricht. Ich überquere die Straße, mache das obligatorische Der-Himmel-über-Höffner-am-Morgen-Foto und checke mich ein.

    8:40 Der Novembermood-im-Dezember ist auch im Rest-Büro verbreitet. Ich habe dort schon mehr enthusiastische Lebensfreude gesehen als heute. Trotzdem/deswegen verläuft der Rest des Arbeitstags zu interessant, um darüber schreiben zu können. Irgendwann nachmittags schleicht sich ein leichtes Freundenlächeln in mein Gesicht, als ich mit einer Kollegin in der Schwimmhalle telefoniere und allein am Schall und den Hintergrundgeräuschen bemerke wo sie ist.

    13:00 Nachdem wir gestern Zum Schwarzwälder Hirsch streamten, motiviert mich das, mittags die Blumenfisch-Raststätte aufzusuchen. Nicht nur der sympathischste Lunch-Ort der Gegend sondern auch der einzige Lunchplatz, der weiß wie man Salat und Gemüse zubereitet. Die Kollegen habe ich aufgrund des interessanten Arbeitstags verpasst, ich nutze die Gelegenheit nach Hause zu telefonieren und Abendessen zu klären.

    Eingang zur Raststätte

    17:20 Feierabend. Der eklige Regensturm hat sich in Nebel verwandelt. Das fühlt sich einen Tick besser an und ist auf jeden Fall fotogener. Mir fällt ein, dass heute ja der WMDEDGT-Tag ist und mache ein paar Fotos. (WMDEDGT = Was machst Du eigentlich den ganzen Tag. Diverse Blogger*innen schreiben auf, was sie den Tag über machen, gehostet bei Frau Brüllen).

    17:21 Da ich zu spät dran bin, um Madame noch zu Hause anzutreffen, drehe ich eine Runde durch den Südkreuz-Edeka, kaufe Roggen- und Kuhhornmilch.

    18:05 Ankunft in der leeren Wohnung. Ich beginne damit, Lakritz-Minz-Tee aufzusetzen und Post zu sichten: Gut, die Jahresabrechnung vom Strom. Wir haben schon im Frühjahr aus eigenem Antrieb den Abschlag heraufgesetzt und das zahlt sich jetzt im wahrsten Sinne des Wortes aus. Nicht so gut: die Riester-Abrechnung.

    1807: Auf zu weiterer Lektüre. Ich beginne, mich etwas durch das Internet zu lesen.

    Die College-Football-Playoffs stehen. Georgia gegen TCU (Texas Christian University) und Michigan gegen Ohio State. Alabama ist raus.

    Faszinierend: Alles über Wellpappe-Verpackung im New York Times Magazine. (Der Stoff, der die Welt zusammenhält – hier Paywallfrei)

    Traurig: der Ukrainische Autor und Wikipedianer Volodymyr Vakulenko ist gestorben. Nachdem die russische Armee sein Dorf Kapytolivka in der Region Charkiv besetzt hatte, entführten sie ihn Anfang März. Ein DNA-Test brachte nun die Bestätigung, dass er gestorben ist. Da ich heute Abend sowieso privaten Bürokram machen möchte, erinnere ich mich selbst daran, die Spende an Apotheker ohne Grenzen zu überweisen.

    1830: Ich beginne mit diesem Blogpost und werde mir gleich verschärfte Gedanken um das Abendessen machen bevor Madame wiederkehrt.

    2044 Bis hierhin habe ich Gemüsereste vom Wochenende in den Dämpfeinsatz des Dämpftopfs geschnitten (Rosenkohl. Kürbis, Paprika, Lauch), eine Thunfisch-Sahne-Sauce angesetzt, diverse Mails abgearbeitet, Geld überwiesen und inspiriert durch Riester- und Strom-Kontoauszüge ein paar Excel-Tabellen angepasst. Mein – eh niedriger – Riester-Bestand ist seit August um 8% geschrumpft.

    2303 Den Abend über habe ich Spar-Vitello-Verdure zubereitet und zusammen mit Madame gegessen. Geld an Apotheker ohne Grenzen überwiesen. Diverse Libre-Office-Dokumentvorlagen angepasst. Zwei To-Do-Listen auf den aktuellen Stand gebracht. Eine spannendere Mail beantwortet (die Antwort auf die zweite verschoben) und ein Weihnachtsgeschenk finalisiert. Die Aktivität, die am längsten benötigte, war allerdings das Update der dm-Foto-Bestell-Software. Und nun geht es ohne Buch oder Fernsehen ins Bett. Denn es wurde spät.