26-05-21 Korkfußbodenverlegeerinnerungen

Mir träumte, eine Kollegin versucht mich vehement zu überreden, dass ich ein perfekter Sportschuhverkäufer im Geschäft ihrer Freundin in Hamburg wäre. Später scheiterte ich daran, in England ein Erbsen-Eis zu kaufen. Immerhin hatte ich beim verlassen der Eisdiele nagelneue gelb glänzende Adidas-Sneaker an, deren Herkunft mit komplett unbekannt war.

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Schlumpfeis heißt jetzt „Blaue Spirulina„, zumindest am Eisstand an der S-Bahn-Station Greifswalder Straße. Zuletzt hatte ich Spirulina vor 20 Jahren als Superfood im Shoppingfernsehen getroffen. Welch Karriere.

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Es ist ein Zeichen der Zeit, dass 104. Deutscher Katholikentag und 20. re:publica identische Motti hatten, nur in komplett verschiedener szenetypischer Formulierung: „Hab Mut, steh auf!“ bzw. „Never gonna give you up!“

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Ich lernte: Es gibt Menschen mit so breiten Schultern und Oberarmen, dass ich kurz zögere, ihnen die Hand zu geben. Wer weiß ob ich sie zurück bekomme?

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Vor dem Südkreuz wollte mir ein junger Mann mit Schnurbart „eine kommunistische Zeitung“ anbieten. Ich schaute kurz auf die Armbanduhr, welches Jahrzehnt wir haben, erfuhr aber nur, dass in Büsum gerade Niedrigwasser ist.

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Es waren drei Arbeitstage zwischen Kaminzimmeroffice und Prenzlauer-Berg-Exkursionen

Wilmersdorf-Wilmersdorf-Schöneberg-Prenzlauer Berg-Schöneberg-Schöneberg-Wilmersdorf

Ein Bettler fragte in der U3 nach etwas Kleingeld „oder trockener Kleidung“. Ich konnte ihn verstehen, weil ich genau das nicht bieten konnte: Selbst Unterwäsche und Socken waren tropfnass, von allen mit dreckigem Wasser am Körper klebenden Lagen darüber gar nicht zu erst zu reden.

Ich war auf dem letzten Teilstück meiner Donnerstags Hans-im-Glück-Tour: Ich verließ das Grundstück morgens um 7:00h mit einem Auto und kam abends um 18:00h ohne Auto aber mit 310 Gramm Ruccola und einer Tastatur in einer komplett durchgeweichten Verpackung zurück. Zwischendurch transportierte ich Fido-Keys.

Nur hatte Hans im Glück glaube ich bessere Laune. Meine Stimmung war nach 10 Minuten Wolkenbruch, die ich wartend an einer ungeschützten Bushaltestelle verbracht hatte, doch etwas eingetrübt.

S-Bahnhof Greifswalder Straße. Noch mit Dach und trocken.

Nicht der Dacia (Wilmersdorf-Wilmersdorf-Schöneberg)

Ich: „Schönheit und Wiederverkauf ist egal, der Subaru soll einfach nur gut fahren bis er auseinanderfällt“

Automeisterin: „gut UND SICHER fahren.“

Da wusste ich, wir reden dieselbe Sprache.

Vielleicht war es göttliche Fügung. Den entscheidenen Tipp bekamen wir als wir erfolglos versuchten an der letzten Gemeindekirchenratswahl teilzunehmen. Aber da unsere Wahlberechtigung durch den Wohnungsumzug verschluckt worden war, haben wir uns stattdessen einfach 20 Minuten mit den Wahlhelfer*innen unterhalten – unter anderem über gute Autowerkstätten.

Nach vielen Monaten, fast Jahren, der Werkstatt-Odysee scheint der Subaru wieder auf eine Werkstatt gestoßen zu sein, die ihn in seiner 18 Jahre alten Autogas-Boxermotor-Eigenheit reparieren möchte, und das ganz ohne ihr Lager auf dem Landkartenstrich der Berliner Stadtgrenze aufgeschlagen zu haben. Da die letzte motivierte Inspektion 2023 stattfand, hatte sich einiges an allgemein Verschlissenem plus einer bekannt defekten Klimaanlage angesammelt.

Das kostengeschätzte Ergebnis der Erstuntersuchung war, in meinem Worten „unerfreulich aber nicht unerwartet“ – solange er danach wieder gut und sicher fährt, bin ich happy.

Über den Parkplatz-Seiteneingang ins Bad (Schöneberg-Prenzlauer Berg-Schöneberg)

Ich kenne die Berliner Bäder noch aus Zeiten in denen ich ausschließlich als Badegast war. Seitdem ich auch hinter die Kulissen schauen darf, darf ich halt auch schauen wie damals Badbesuchsvibe mit dem echten Personal und Arbeitsklima zusammenhängt.

Ein schönes Beispiel: Schwimmhalle Ernst-Thälmann-Park. Eigentlich ein Bad im Typenbaustil, den ich architektonisch am wenigsten von allen mag, war ich dort immer gern, weil die Vibes alle stimmten.

Inzwischen kenne ich die Badleitung und diverse Mitarbeiter und durfte Mittwoch meine erste Exkusion dorthin übernehmen: Hinter den Kulissen ist das noch viel besser. Super Leute!

Der zweite Spargel (Schöneberg-Schöneberg-Wilmersdorf)

Mit dem Bus ging es zur Gemüslichkeit. Bis ich in den Bus gelangte, war ich ein klebender Wassertropfen, der dann den letzten solidarischen Spargel der Saison abholte, Ruccola, Zwiebeln, zweierlei Schafskäse, Radieschen und Grünen Salat.

Madame bereitete den einen Schafskäse plus letztewochengemüslichkeitssalat plus Oliven zu.

Bei Happy Bowl und Gemüseglück

Wie viel in 30 Jahren passiert. Wie anders die Welt ist, wie anders wir selber sind, was alles passiert ist. Und doch hatte ich keine Sekunde einen Zweifel daran, dass ich Schliepi, the ghost from the past, auch nach 30 Jahren problemlos in einer Bahnhofsvorhalle wiedererkennen würde. Er anscheinend auch nicht.

Bei der Absprache war dies nie ein Thema. Und das Wiedererkennen war auch keines.

Mit manchen Menschen funktioniert es einfach. Es war den Umständen geschuldet kurz aber eine große Freude zwischen Erinnerungen an die gemeinsame Verlegung von Korkfußböden bis zu „wie um alles in der Welt bist du jetzt auf einem Weg zum Empfang beim Bundespräsidenten?“ Der Charakter blieb, und der war schon damals großartig.

Umgeben von Apotheke, Altkleidercontainer und Ufo-Döner

Madame brachte einen Sack mit Altkleidern mit ins Kino. Wir erinnerten uns noch, dass zwar ganz Wilmersdorf altkleidercontainerfrei zu sein scheint, aber direkt neben dem Odeon ein funktionsfähiges Exemplar steht.

Also auch auf das Risiko hin, im Zweifel mit einem Sack auseinanderfallender Handtücher in der Bank zu sitzen: Auf ins Kino.

Es war echtes Wohlfühlfühl-Entspannungskino versprochen1. Der vorletzte Mittwoch des Monats ist Fetch-Tag, der Tag für die RomComs/Teenfilme/Musicals bei Yorck.

I am not a Malibu therapist

Ich bewundere die Reihe dafür, oft mit außerordentlich belanglosen Filmen, eine außerordentliche gute Stimmung zu verbreiten. So landeten wir wieder in einem Film, über den wir vorher nichts wussten, ich hatte gerade mal einen Trailer gesehen, aber die Kuratierung ist verlässlich.

Wild Child (USA, 2008) war, wie ich inzwischen erduckduckgote, ein Star-Vehikel für Emma Roberts, die gerade den Sprung vom Nickelodeon-Star samt TeenChoice Award 2007 zur Filmschauspielerin machte.

Es geht um ein reiches Malibu-Mädchen, in der Seele verwundet, die das an ihrer Umgebung auslässt. Sie wird auf eine englische Boarding School hoher Mittelmäßigkeit irgendwo in der Countryside geschickt, findet dort nach einigen Verwerfungen echte Freundinnen, die keine Therapeutinnen sind, aber Freundinnen, Seele, Bestimmung und Heilung für ihr inneres selbst.

Es war kein Film für die Ewigkeit. Und für einen Film, der im ländlichen England spielt und in Yorkshire gedreht wurde, ist Bildästhetik, Plot und die ganze Einstellung zum Leben extrem amerikanisch. Aber er war herziger und niedlicher als ich gedacht hätte, ein ganz klein wenig traurig, etwas melancholisch, lustig. aber vor allem halt etwas zum emotional in den Arm genommen werden.

Einerseits vergessenswert, andererseits Popcornkino at it’s best.

Links

Der Zug auf die Latifundien fiel bis auf weiteres einem Regionalbahnfuchs zum Opfer: Fuchsbau unterm Gleis: Bahnstrecke in Oberhavel vorsichtshalber gesperrt

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Es sind Brennesselmonate. Während ich aber schon froh bin, wenn ich Teile unserer Brennesselwälder bis zum Kompost bekomme, werden andernorts 2026 #20 – aus Brennnesselstengeln Fasern geholt

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Meine persönlichen Kuchenpräferenz lautet „Beeren und/oder Creme.“ Da bin ich bei Strawberry Milkshake Pie (ohne Backen) sofort mit im Boot.

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Ich habe den Eindruck, das Wihelmine-Konzert zog ein ähnliches Publikum an wie die Fetch-Filme. Es endete mit: Ich weiß nicht – ich möchte noch mehr schreiben. Aber ich würde mich einfach nur wiederholen. Es ist ein tolles fröhliches Erlebnis. Alles ist friedlich. Lachende schwitzende und glückliche Gesichter wohin man schaut.

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In meinem Leben war ich irgendwie immer zu selten oder zu oft im Kino, um groß Interesse an Blockbuster-Filmen zu haben. Aber schön, andernorts einen Überlick zu lesen: Bin das nur ich oder wirken alle großen Filmfranchises derzeit etwas verzweifelt?

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Ich liebe es, das Haus aus dem Winterschlaf zu holen. Fenster öffnen, Decken schütteln, Strom anschalten, Wasser anschalten. Als Erstes saugten wir aber die Böden und die Regale in der Vorratskammer. Über den Winter leben Feldmäuse im Haus, die Hunderte und Tausende schwarze Knöllchen hinterlassen. Allerdings überwiegend in der Vorratskammer. Meine Frau sagt dauernd: Hantavirus, Hantavirus. Wir finden das lustig

Anmerkungen.

  1. Yorck Unlimited No. 26 – 9,15€ pro Besuch ↩︎

Ein Gedanke zu „26-05-21 Korkfußbodenverlegeerinnerungen“

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