Freuden der Technik: Es ist möglich im DB Navigator gleichzeitig eine BahnCard 25 (1. Klasse) und eine Probe-BahnCard 50 (2. Klasse) zu beherbergen ohne dass das System zusammenbricht.
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Schreckensnachricht aus Freiburg: Die 14jährige Nichte dritter Ordnung ist jetzt Punkerin!
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Yorck Kinos hat eine neue Reihe: Kino & Kaffee im Kiez. Alle 14 Tage wird ein Sneak Preview am Mittag vorgeführt, dazu gibt es einen Gratiskaffee. Das wäre für mich super, wenn die Filme halt nicht werktagsmittags laufen würden.
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Die Salatverkäuferin bei Edeka Duolingo ermahnte mich „Immer den Deckel ruffmachen! Sonst dürfen wir dat nicht anfassen!“ Das würde mir nachvollziehbarer erscheinen, wenn nicht dieselbe Verkäuferin mit denselben Händen Leberkässämmeln und Gulaschteller zusammenbaute und ganz unbedeckelt verkäufte.
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Es war ein sehrspätsommerlicher Wochenbeginn zwischen Technologieakzeptanz und einem orchestralen Hurricane.

Ausfallende Serviceroboter senken die Technologieakzeptanz
Viele Menschen werden es kennen. Vor Abgabe- und Klausurterminen fangen sie in einer Mischung aus Prokrastination und Übersprungshandlung an, aufzuräumen und zu putzen.
Da ist es praktisch, dass die Fernuni diese Verhalten gleich fest in den Prozess einbaut. Denn die Onlineklausur Dienstleistungsmanagement soll wie alle überwachten Klausuren an einem leeren Schreibtisch mit nur einem Monitor geschrieben werden. Das bedeutet: Zweitmonitor abbauen, Schreibtisch abräumen, die Regalbretter in direkter Sichtweite abräumen, das Whiteboard/Magnetwand abräumen, und wenn das alles abgeräumt ist, dann natürlich auch noch mal mit einem Lappen…
So verbrachte ich den Montagmorgen. Gelernt hatte ich ganz gut. Ich verließ mich auf Open-Book und meine Schnellesefähigkeiten. Als letzten „privaten“ Akt trank ich noch den hellwach-Bio-Koffein-Joghurt, denn es gibt keine bessere Zeit hemmungslos Koffein einzuwerfen als vor einer Klausur.
Um 11:25 h begann ich mich in das Zoom-Meeting einzuloggen. Die Kamera brav von schräg hinten und den verbliebenen Monitor geteilt.
Um 11:40h wurden die Fragen freigeschaltet und kurz darauf musste ich zur ID-Kontrolle meinen Ausweis so in die Kamera halten, dass die wissenschaftliche Mitarbeiterin ihn entziffern konnte. Sie irritierte mich kurz mit der Aufforderung „Jetzt würde ich gernen ihren Taschenrechner sehen“, worauf ich antwortete „Taschenrechner? Wofür?!?“.
Aber anscheinend war das einfach die Standard:Frage. Ich hatte keinen Taschenrechner dabei und benötigte auch keinen.
Wie im eigenen Klausurplan vorgesehen las ich erst die Textaufgaben. Das Fallbeispiel war ein netter Fall mit einem Hotel und manchmal-funktionierenden-Servicerobotern. Dazu kamen meine weniger netten Gedanken: „Da geht es um die Theorie der Technologieakzeptanz! Mist! Das Kapitel hab ich einmal durchgelesen und dann ignoriert. Why?“
Aber dann folgte ich meinem eigenen Plan und kreuzte die thematisch vielfältigeren Multiple-Choice-Kästchen an. Dann schrieb ich bei den Textaufgaben was mir so einfiel. Das war weniger als vorher vermutet, aber auch nicht nichts.
Um 11:59h war ich mit dem ersten Durchgang durch. Ich ging die als unsicher markierte Multiple Choice Fragen nochmal mit Hilfe des Skripts durch, um sicher zu sein, dass ich die Fachbegriffe richtig erinnerte. Im Großen und Ganzen: Ja
Um 12:31 Uhr, genau 1:14 h vor Abgabe war ich an dem Punkt an dem ich noch mal ernstlich querlesen musste, wie das mit der Technologiebereitschaft, der Technologieakzeptanz und den Intrarollenkonflikten des Kundenkontaktpersonals so ist.
Ich schloss erstmal 10 Minuten die Augen, versuchte an nichts zu denken, auch nicht an die MS-Teams-für-Fortgeschrittene-Schulung, die ich arg unvorbereitet am Vormittag drauf in den Südkreuz Offices geben sollte. Augen zu. Atmen. Ommm.
Um 12:45 Uhr öffnete ich die Augen wieder, las und schrieb. Ich suchte mir Konzepte und Begrifflichkeiten zusammen, formulierte meine Stichwortlisten aus und setzte an passenden Punkten Fachbegriffen ein.
Um 13:23 Uhr fiel mir nicht mehr wirklich etwas ein. Bei Frage 3 Abschnitt 1 könnte ich noch in Sozialpsychologie einsteigen – aber das erschien mir als Theorie zu hochfliegend, um es in 20 Minuten wieder fehlerfrei zu durchdringen.
Es stellte sich die Frage: (a) Vorzeitig abgeben im Wissen, dass ich noch Open Book hatte und jede mir selbst aufkommende Frage nch sofort hätte beantworten können oder (b) wieder die Augen schließen. Nicht daran denken, dass ich mittlerweile auf Toilette muss oder an die Teams-Schulung und vielleicht noch was ergänzen.
13:45 Die Klausurzeit lief ab. Ich gab ab, ohne noch etwas ergänzt zu haben.

Six-seven
Nach der Klausur Schwimmen. Noch hält ein letztes Freibad aus, das Bad mit den ausdauernsten Kaltbadern Berlins und den längsten Öffnungszeiten der Stadt.
Während ich meine Klamotten in Spind 67 einschloss, versuchte ich wieder zu verstehen, warum das Prinzenbad für mich nicht richtig funktioniert. Okay, ein gewisser DAS-Berlinbad-Hype weckt bei mir Naturskepsis, aber ich glaube keinen unüberwindbaren. Zumal ich inzwischen das Privileg besitze, die Crew zu trennen, und die sind super.
Aber das Bad? Es muss was architektonisches sein.
Vielleicht die Tatsache, dass ich mich in den echten Sommerwohnzimmern, Insulaner oder Lochow inmitten in einer weiten Parklandschaftfühle, schwimmen in Kontext, das was halt ein Freibad sehr gut kann. Im Prinzenbad stehen die Becken für sich allein, Liegewiesen und umliegendes Kreuzberg sind versteckt. Das wird Absicht bei der Anlage gewesen sein, freut mich aber nicht.
Außer manchmal. An diesem Tag freute mich jedes Freibad. Nach der Klausur, ab ins unbeheizte oder sonnenbeschienene Terrassenbecken. Manchmal hin, manchmal her, oft rumdödeln. Beckenrandurlaub. Value-in-Experience und horizontale Differenzierung im Wasser davonschweben lassen.
Nur zum Ende hin beschlossen ich. nicht nur zu dümpeln, sondern doch noch ein paar ernsthafte Bahnen zu schwimmen. Kurz machte ich 400 Meter und sputetet mich zur U-Bahn-Station Prinzenstraße um noch bei Tageslicht mit U3 und U2 nach Westen zu kommen.

Auf der Suche nach den Stadtpiraten
2003 veröffentlichten Dota & die Stadtpiraten den Song Mittelinselurlaub. Irgendwann nach 2020 spielte Dota, inzwischen ohne Stadtpiraten, den Song auf einem Konzert. Wir hörten ihn. Und seitdem träume ich vom Mittelinselurlaub und denke dabei unerklärlicherweise an den Ernst-Reuter-Platz.
Eigentlich ein unwirtlicher Ort. Aber da die Mittelinsel wirklich inselt, ins bester postsowjetischer Manier nur durch Unterführungen erreichbar ist, ist es ein Ort eigentümlicher Entrückheit.
Endlich war ich da. Es war netter als gedacht. Die Insel ist groß. Brunnen übertönen mit ihrem Rauschen den Verkehr drumherum, die Bänke sind gerade neu gemacht, und die Abendsonne senkte sich. Es war überraschend schön.
Vielleicht nicht für einen ganzen Urlaub. Aber einen Nachmittag mit Buch kann ich mir dort sofort vorstellen.

Friedrichshain Dreamin‘
Ich aber hatte kein Buch sondern einen Plan. Oder eine Absicht. Ich suchte eine Ausstellung: SEZ: Un / Möglichkeit einer Insel – eine Ausstellung über das ehemalige Sport- und Erholungszentrum Ostberlins, eine der spannendsten Berliner Schwimmbadgeschichten.
Gebaut Anfang der 1980er als die DDR eigentlich schon am Ende war von einer Westfirma (Hochtief) mit Westgeld (Krediten) als das ultimate Spaßbad der Stadt. Es gab Wellenbad, Sportbad, Außenbad, Eislaufbahn, großes Restaurant, eine Spiel-Arcade und überhaupt alles wovon Berliner bis heute im Schwimmbad träumen.
Ähnlich wie der Palast der Republik ein Aushängeschild, ökonomische eine Fata Morgana, aber psychologisch ein voller Erfolg. Bis heute sorgt er für leuchtende Augen bei Menschen der richtigen Generation.
Nach der Wende dann das übliche Entsorgungselend. Verkauft samt Gründstück für wenig Geld an einen Investor, der die Bedingung „Aufrechterhaltung des Schwimmbadbetriebs“ freundlich ignorierte, aber auch irgendwie kein Geld hatte, um was richtiges aus dem Gelände zu machen.
Jahrzehnte als Halbruine, langjähriger Rechtsstreit, Rückübertragung an das Land Berlin und inzwischen Ganzruine. Aktueller Plan ist es das Gebäude abzureissen und dort Wohnungen zu bauen. Große Teile der relevanten Bevölkerung sind darüber nicht glücklich.
Und ausgerechnet im West-West-Berliner Ernst-Reuter-Platz die Ausstellung dazu. Ein kleiner Pavillon. Im kleinen Pavillon ein noch kleinerer Raum. Aber mit genug Material an Zeichnungen, Karten und Fotos um einen kompletten Museumskatalog zu füllen.
So fascinating.

Landesmutti
Am Sonntag ist Wahl. Jetzt ist der letzte Zeitpunkt alles zu geben. Elif ist schon die ganze Zeit präsent, und ich finde sie sieht schon sehr überzeugend nach erfolgreicher Berliner Landesmutter aus. Ich glaube das Bild schafft eine emotionale Connection zu vielen Berliner*innen.
Wenn sich ihre Partei nicht nur diesen antisemitischen Flügel eingefangen hätte, der sie unwählbar macht.

Aber auch die Linke scheint zu merken, dass Elif funktioniert. Jetzt ist sie auch digital in der U-Bahn unterwegs.

Oh doctor Jesus
Das gute an Urlaubsvertretung ist, dass mensch neue Sachen lernte. Diese Woche ist das An/Abwesenheitsverhältnis so unglücklich, dass ich mich Dienstag gezwungen sah, die Glückssocken ins Büro anzuziehen – mit Erfolg! Sachen fügten sich erfreulich und selbst die Teams-Schulung verschwand last minute wieder aus meinem Kalender.
Da reichte die Restenergie noch für das Musikfest Berlin. Das Chineke! Orchestra führte zusammen mit der Cape Town Opera Porgy and Bess auf; ein Herzensstück vom Kaptain und mir in einer spannenden Aufführung.
Mit Erschrecken stellte ich fest, dass ich mir mittlerweile ohne nachsehen merken konnte, wie ich entweder in den Kammermusiksaal (links) oder den großen Saal (rechts) komme. Ich ging rechts.
Das Musikfest-Publikum war spannend: Zum einen natürlich das entsprechende Großbürger-Philharmonie-Publikum. Aber ich sah auch T-Shirts, junge Menschen, farbige Menschen, Menschen, die eher nach wissenschaftlichem Mittelbau als nach herrschaftlichem Professor aussahen, ganze Uni-Seminare und Flip-Flops als Teil eines insgesamt festlichen Outfits. Es waren gute Vibes.
Mich fasziniert die Oper, weil sie einerseits Jazz-Standards für die Ewigkeit1 schuf, die im richtig-falschen Arrangement selbst auf eine Schlagerparty passen würden, andererseits ist sie vollwertige Oper aus dem 20. Jahrhundert. Und klingt wie Opern aus dem 20. Jahrhundert klingen. Neben Summertime wird es dann immer wieder dissonant. Der Hurricane ist in seiner Monstrosität als solcher musikalisch spürbar. Und dann wieder eine Melodie für die Ewigkeit.
Kurz dachte ich „das wäre in seinem unterhaltsamen Anspruch ein Stück für Barrie Kosky.“ Dann dachte ich „Moment, du hast schon Karten für die Komische-Oper-Aufführung dieses Frühjahr“ und nach einiger Zeit dann der überraschendste Gedanke „da wird er sich richtig Mühe geben müssen, um nicht abzufallen.“
Angekündigt war eine halbszenische Fassung – mit Kostümen und Spielszenen, aber ohne Bühnenbild und außerdem sitzt auf der Bühne halt noch das Orchester rum.
Ich war erst skeptisch ob des Konzepts, nicht Fleisch nicht veganes Fleischersatzprodukt, hatte aber nicht mehr der Cape Town Opera beziehungsweise deren Chor gerechnet. Der spielte und sang, ich sah diverse „echte“ Openaufführungen bei denen deutlich weniger passierte.
Die Vokalkraft des Ensembles tat ihr übriges. Gerade der Chor: die himmlischen Heerscharen gingen hernieder.
Es war so eine Freude. Nach dem letzten Ton sprang das Publikum quasi zu standing ovations auf. Das erlebte ich so auch noch nicht.
Einen ungefähren Eindruck liefert diese etwas ältere Aufnahme der Cape Town Opera, allerdings konzertant, ohne Kostüme und der Chor statisch in Chorposition. Aber nur die Mimik: A woman is a sometime thing

Sowie Fenchel
Die Gemüslichkeit kündigte das endgültige Ende des Sommers an. Gurken aus, Tomaten fast aus, „auch mit den leidigen Zucchini ist es vorbei.“ Ab nächster Woche wird es Kartoffeln und Kürbis im Wechsel geben.
Diese Woche war noch überreichlich Tomaten, Stangensellerie, Paprika und letzte Zucchinigurken. Die Fahrradtasche kam an ihre Grenzen.
Dafür wird mein Wegführung besser: Belziger, Gothaer, Wartburg, Kufsteiner wird langsam eine nett zu fahrende, nicht allzulange Strecke ohne komischen Abbiege- oder Ampelverrenkungen.

Madame hatte Salat und raupenfreien Brokkoli zur Lammkeule gemacht. Ich ging schwimmen und sammelte dabei vier IT-Tickets ein.
Links
Concerti war auch bei Porgy und Bess und hat eine ernsthafte Kritik geschrieben. Berliner Boom der „American Folk Opera“
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Als hätte Gabi Frankemölle geahnt, dass ich über das SEZ schreiben würde und dann einen Link bräuchte: sentimental journey: DDR-Revival mit Soljanka
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Neuschwanstein aus Sicht einer Gruppenreiseleiterin.
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Astrid über das Blogstöckchen: Täglich bloggen? Mit dank für den Link. Aber tägliches bloggen würde ich nicht schaffen. Weniger weil mir nichts einfiele, sondern eher, weil ich genug Tage habe, an denen ich keine Viertelstunde an einer privaten Tastatur zusammenbekomme. Der drei-pro-Woche-Rhythmus passt besser.
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Frau Brüllen beim Bergwandern to the limits.
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Anmerkungen
- Und weil ich gerade rumsuchte, möchte ich noch die Versionen von Miles Davis, die von Janis Joplin, die von Artie Shaw und am Ende noch eine Opernversion von Golda Schultz aus der Met erwähnen. ↩︎
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