Kategorie: Alltag

  • 25-09-16 What have you learned? (Hopefully ;-)

    25-09-16 What have you learned? (Hopefully 😉

    Ach Hagen.. Ich mag dich wirklich. Und ich weiß Du hast viele Probleme. Aber die AfD bei Bürgermeister- und Stadtratswahl auf Platz 2? Ich bin enttäuscht.

    Ach, Café Bilderbuch – geschlossen wegen Renovierung.

    Gespräch im Bus:

    • Sie: Ihr wart in Erfurt und nicht beim Brot?
    • Er: Aber wir haben die Brücke gesehen und die riesige Altstadt und den Dom.
    • Sie (anklagender): Ihr wart in Erfurt und nicht beim Brot?!?

    Mir träumte, ich muss die BBB-Netzwerkarchitektur vorstellen. Durch Terminüberschneidungen geriet das Vorstandsmeeting hinein in das Netzwerkmeeting. Der Chef-Chef nickt die ganze Zeit zustimmend bei meinen Erklärungen. Währenddessen wachte ich auf, stellte fest: Auch mein Wach-Ich findet die Erklärungsversuche meines Traum-Ichs zwar etwas unelegant, aber im Prinzip korrekt.

    Es war ein Lernsonntag auf den Latifundien und ein lernender Tag Klausurlaub in Berlin.

    Madame entdeckte ein neues browserbasiertes Spiel im Stil von 3D-Tetris. Davon inspiriert diskutierten wir die Farbtöne Dead Salmon und Templeton Pink. Wieviel wiegen Gewürze?

    Brauche ich einen mobilen Label-Drucker?

    Wir beide entdeckten auf einem leeren Parkplatz einen Fuchs. Wir vermuten, er lebt dort im Gebüsch.

    Seit Jahrzehnten ist Madame auf der Suche nach dem perfekten Gemüse. Dabei traf sie auch auf die Marktschwärmerei und Crowdfarming. Die beiden Direktvermarkter fusionieren jetzt, bleiben aber seltsam schweigsam, was das genau bedeutet.

    Mittlerweile testen wir das solidarische Gemüsli von Levin Müller. Es weckt – die Experimentalmelone ausgenommen – Hoffnungen. Brokkoli und Mais vom Herd begleiteten auf den Latifundien weiteren Schweinenacken. Und gerade der Mais kam an den besten aller Maise, damals am Balaton, heran. Montag dann wieder geriebener Zaphito-Kürbis mit Staudensellerie, Apfel und Haselnuss. Ein Traum!

    Die Störche kreisen stumm

    Die letzten Wochen waren intensiv. Langsam nähert sich das dem Ende, das Wetter simuliert Herbst, und eigentlich haben wir am Wochenende nur geschlafen. Offensichtlich war es nötig.

    Wir hatten einen ganzen Sonntag in den Märkischen Hamptons, denn die Klausur ist erst am Dienstag. Das Wetter spielte komm-rein-komm-raus, wechselnd zogen wir alle vier Minuten Pullover an oder Hosen aus, der Garten blieb konsequent im Spätsommermodus.

    Madame beendete Original Sin. Später rückte sie verblühten Goldruten und dem Gras in den Beeten 2R und 3R zuleibe. Ich wechselte mit Skripten und Kaffee und zwischen Pergola, Terrasse und im-Bungalow. Ab und an kam eine Nachbarskatze vorbei, manchmal sogar Libellen. Eine Raubfliege saß auf ihrer Ansitzwarte:

    Gemeine Raubfliege (Tolmerus atricapillus) hopefully auf Ansitzwarte. Für eine sichere Bestimmung müssten die Genitalien untersucht werden.

    Zurück nach Lankwitz

    Das Wetter und der freie Tag verwirrten mich am Montag. Gegen 13 Uhr hatte ich gleichzeitig das Gefühl, gerade erst aufgestanden zu sein, und dass es langsam schon Abend würde. Das perfekte bleib-im-Bett-Wetter passte. Aber dieses Wetter ist natürlich auch Badewannenwetter. Und so bestieg ich den Bus zur großen Badewanne. Die Hallenbäder sind wieder geöffnet, und damit auch das Stadtbad Lankwitz.

    Es passierte was zu erwarten war: Ich schwamm das erste mal seit Monaten in Wasser mit mehr als 22 Grad Temperatur, verbrachte gar ein paar Minuten im Massagebecken mit 29 Grad. Danach füjlte mich ermattet, als ich hätte ich Thermenbesuch, Massage und Dampfsauna gleichzeitig hinter mir. Aber immerhin: Das geschah schon im Gefühl, dass der Klausurstoff sicher genug sitzt, ich ein wenig herumhängen darf.

    KM success -> use in organisation

    Dienstag um 14 Uhr ist alles vorbei. Mindestens das Semester, hoffentlich sogar der ganze Bachelor. Nur noch die Klausur Knowledge Management steht zwischen mir und dem Ende.

    Gestern entdeckte ich die Aufzeichnung einer Exam-preparation-session der Modulbetreuung, die per Live-Zoom stattgefunden hatte. Titel: What have you learned? (Hopefully 😉 Diese versöhnte mich wieder etwas mit dem Modul: Die Betreuerin dieses Semester ist wirklich ausgesprochen zugewandt und fürsorglich. Ihr „Don’t be nervous. We are nice and we are on your side“ klangt unbedingt ehrlich.

    Noch besser. Ich glaube ich kann alles, was ich muss. So ganz grundsätzlich behaupte ich, wusste ich auch schon alles, was dieses Modul lehrt, bevor ich daran teilnahm. Aber inzwischen habe ich auch die meisten gewünschten Definitionen, Modelle und Unterscheidungen parat, kann Knowledge von Competence von Skills unterscheiden, kann die Rollen des knowledge networkers from boundary spanner beschreiben und sowohl den Community- wie den Content lifecycle zeichnen.

    Nur muss ich mich noch einigen, ob ich die Fragen auf deutsch oder englisch beantworte. Erlaubt ist beides. Aber wenn ich darauf losschreibe, auf deutsch über englische Texte nachdenke, wird es ein wildes Gemisch, das im Satz hin- und herspringt.

    Ich denke stark in Bildern und versuche dementsprechend, mir Inhalte in Bildern zu merken. Meistens sind es halt die Infografiken mit ihren Pfeilen und Bezeichnungen, die ich mir merke. Wenn ich, wie jetzt, intensiv auswendig lerne, habe ich auch einfach die komplette Seite samt Layout vor mir1 und muss dann nur noch versuchen, mich an den Text zu erinnern. Manchmal gibt es aber glückliche Fügungen: Die fünf kulturellen Werte, die ein Unternehmen leben muss, um ein gutes Knowledge Management zu gewährleisten, setzen sich alleine zu einem Bild zusammen.

    (Normalerweise ist das Bild nur bei mir im Kopf, und sieht auch ehrlich gesagt ästhetisch ansprechender aus als diese Version des Halluzinators. Aber weil es so schön ist):

    Es geht (1) um Vertrauen – klischeehaft symbolisiert durch Menschen die beim nach-hinten-Fallen aufgefangen werden (2) Offenheit – die weiten Arme (3) Motivation – klischeehaft symbolisiert durch die Kohlen (4) Fairness – alle stehen auf denselben Kohlen und (5) Anerkennung – der Typ im Anzug. Jetzt muss ich mir nur dieses Bild merken und habe sofort die fünf Werte präsent. (Nicht abgefragt werden wird: das gezwungene Lachen – wir bewegen uns im Business-Kontext..)

    In Finnland waschen sie Teppiche

    Für gute Laune: Die King’s Singers: Masterpiece (It’s a whole history of Western classical music, in the styles of every composer mentioned.)

    Frau Rabe im Kampf mit einer alten IKEA-Küche im neuen Haus.

    Ein Bericht aus der Schallbruderschaft.

    Jonas von der IAA und mit seinen Gedanken über Autos. Als Mensch, dessen ersten Wort weder „Mama“ noch „Papa“ sondern „Auto“ war, kann ich viel nachempfinden: IAA 2025: Die zukünftige Gegenwart des eigenen Kraftfahrzeugs.

    Noch beliebter als Autos: Bücher: Wir hatten schlicht keine Zeit um zwischendurch etwa die Toilette aufzusuchen oder etwas zu trinken (außerhalb der Pause). Am Samstag Abend habe ich zwischendurch meine Beine nicht mehr gespürt. Das habe ich noch nie so erlebt, es ging allen Kolleginnen genauso. .. Also irgendetwas stimmt an den Gerüchten nicht, dass die Menschen sparen müssen, zu wenig Geld haben, dass weniger gelesen wird.

    Wie in Hagen so in Gelsenkirchen: Kommunalwahl 2025 in Gelsenkirchen – wenig überraschend

    Schon aus beruflichem Interesse gelesen: [Berliner] Behörden kämpfen mit Windows-11-Umstellung

    Noch ein 60-Geburtstags-Resümee: Downhill mit 60 Sachen

    Offensichtlich sind diese öffentlichen Teppichwaschplätze, die es hier überall gibt, auch trotz immer grösser werdender Waschmaschinen und spezieller Teppichwaschmaschinen in Waschsalons immer noch eine Institution in Finnland.

    Anmerkungen

    1. Denn content unterscheidet sich von information dadurch, dass content auch eine structure mit Metadaten und eine presentation – die Gestaltung der Seite halt – hat. Damit ist das Skript ein information object mit content. Es soll in mir knowledge aufbauen – die interne menschengebundene capability for decision making and acting verankert in a mental model. ↩︎
  • 25-09-13 Competence-Kompetenz (Dr. Sorgenfrei)

    25-09-13 Competence-Kompetenz (Dr. Sorgenfrei)

    Madame setzte Sloe Gin an.

    Ich hörte mir Daniels Dackeldramen an. Später diskutierte ich Mülltonnengrößen.

    Beim Öffnen der Haustür standen zwei Männer mit Zementsäcken auf der Schulter vor mir. Sie wollten ins Haus.

    Madame fuhr Le pianiste in der Ringbahn entgegen. Der mobilen Situation angemessen, redeten sie über mobiles Arbeiten.

    Am 2. Oktober ist die nächste Haushaltsberatung in Frankreich. Das verspricht spannende Páris-Tage.

    In Köpenick war Stromausfall. Eine Teilnehmerin berichtet, dass dieser via Cell Broadcast gemeldet wurde, und eine halbe Straße an den Randstreifen fuhr, um zu sehen, warum ihre Handies tröteten und „Es besteht Gefahr“ meldeten. Immerhin.

    Aufgrund eines anderen Problems saß Madame in Wildau fest.

    Eine Woche der HINIW (High Intensity no Interruption Work) liegt hinter mir.

    Es war ein Freitag des Arbeitens und Lernens und ein latifundaler Samstag des Lernens.

    Obwohl noch mindestens eine Bachelorklausur übrig ist (sofern ich alles bestehe), fing ich an den Master durchzuplanen: Aktuelle Modulauswahl.

    In Wirtschaftsinformatik

    • Digitale Diversität (Einzig mir unbekannter W-Info Lehrstuhl)
    • Entwurf und Implementierung von Informationssystemen (Bester W-Info Lehrstuhl von allen die ich kenne)
    • Entscheidungsmethoden in unternehmensweiten Softwaresystemen (Würde auch für einen eventuellen Bachelor Informatil zählen)

    In Informatik

    • Datenstrukturen und Algorithmen (Würde auch für einen eventuellen Bachelor Informatik zählen)
    • Betriebssysteme (Der Vorgänger davon war das bestes Informatik-Modul im Bachelor)
    • Dokumenten- und Wissensmanagement im Internet (Scheint arg grundlegened)

    In Wiwi

    • Dienstleistungsmanagement (Für das Leben lerne ich – immerhin verdiene ich Geld durch Dienstleistungsmanagement)
    • Finanzmanagement in Excel (Für das Leben lerne ich. Konfrontationstherapie mit Excel)

    Seminar und Masterarbeit am Lehrstuhl Krönung (Soziotechnische Informationssysteme). Aber das kann und wird sich sicher noch ein paarmal ändern.

    Competence is an event

    Einen größeren Teil des Samstags verbrachte ich auf der Pergola mit dem Lernen für die Knowledge- Management-Klausur. Das Modul bleibt exzentrisch. Denn es hat plötzlich Englisch gelernt.

    Das ganze Modul besteht auf fünf „Units“.

    • Foundations
    • Content
    • Collaboration & Community
    • Competence
    • [Unit 5 ist nicht klausurrelevant, ignoriere ich aus Zeitmangel]

    Ich kam inzwischen bei Unit 4 „Competence“ an. Und plötzlich redet das Modul mit mehr vollkommen okayes Englisch. Es ist immer noch keine Literatur, aber absolut gängiges Alltagsenglisch eines non-native Speakers. Besser als alles, was ich spontan hinbekäme.

    Also schaute ich genauer hin und stellte fest: Jede Unit hat (mindestens) zwei Autor*innen: Den Lehrstuhlinhaber und einen oder mehrere Co’s. Der Co-Autor der „Competence“ Unit, Dr. C. Sorgenfrei, besitzt anscheinend eine hohe Englisch-Kompetenz. Und so kann ich mich unabgelenkt von der Sprache auf die Inhalte konzentrieren1:

    In konzentrierter Form, der Kern der Unit ist:

    • Core Competences (eines Unternehmes). Diese sind internal assetts und dienen via Innovationsfähigkeit, knowledge transfer und knowledge coordination dazu, Wettbewerbsvorteil zu erhalten. Solange diese core competences rare, valuable and not easily imitatet or substituted sind.
    • Competences (eines Individuums). Diese zeigen sich erst in der Anwendung (meeting a task- competence is an event, not a noun). Competences lassen sich unterteilen in knowledge (abstrakt), practical and instrumental skills (anwendungsbezogen), social competences (Teamfähigkeit, Führung) und personal competences (Motivation, Kritikfähigkeit). Von Personen lassen sich einzelne competences erfassen, zu competence profiles zusammenfassen und diese unternehmensweit aggreggieren und competence gaps zu identifizieren und zu beheben. Dazu dienen:
    • Competence Management Systems. Diese sind IT-gestützt und funktionieren in fünf Ebenen. IT Infrastruktur -> Datenbanken (HR, EPR) -> Anwendungen (HR Modul, E-learning modul) -> Frameworks -> Functionalities (Compence assessment, search etc.)

    Vor allem wird es eine Klausur der Abfrage des Auswendiggelernten. Ich hoffe, es wird viel competence geben, die damit komme ich besser zurecht.

    Der Rotmilan schrie über dem geeggten Acker.

    Auf der Kaffeegartenrunde benutzte Madame mehrfach das Wort adrett – ein im Zusammenhang mit dem Garten eher seltener Begriff. Aber vielleicht sind gerade die richtigen zwei Woche dafür im Jahr.

    Während „unsere“ Allee in den märkischen Hamptons mit einzelnen fallenden Blättern und leichter gelb-braun-Färbung bereits in den Herbst übergeht, lebt der Garten noch voll im Spätsommer. Die Astern blühen erst langsam. Hibiskus und verschiedene Rosen bieten eine volle Pracht dar.

    Der Rasen bleibt grün wie noch nie in dieser Jahreszeit, der Storchschnabel wächst noch vor sich hin, die Goldruten zumindest an den sonnengetroffenen Orten.

    Madame erntete Gellerts Butterbirne. Also die Gellerts Butterbirne. Der (noch kleine) Baum beschränkte sich dieses Jahr auf eine Frucht.

    Auch mag dieses Jahr nur eine Sonnenblume kommen. Die immerhin ist knapp drei Meter hoch und hat ungefähr acht Blüten und Knospen.

    Hummel in Sonnenblume. Nahaufnahme.

    Abends geräucherter Schweinenacken mit gegrillten Zucchini und Zwiebeln.

    Umfallen und Gegenlaufen

    Das Highlight im Büro: Die neue Herbstkollektion von Wanderschuhen ist eingetroffen! Das Team ist begeistert, die nächste Bergtour gesichert. Der einen Kollegin passen die Schuhe wie angegossen, leider muss sie sich an der Wand festhalten, um gehen zu können.

    Morgen ist Kommunalwahl 2025 in Gelsenkirchen

    Langspielplatten-Qualitätskontrolle im 20. Jahrhundert (Punkt 11, drei Fotos)

    Holger und der Wechselrichter.

    Sobald ein Möbelstück aufgebaut ist, verschmilzt es mit der Wand, dem Fußboden, der Wohnung. Es verschwindet aus meinem Kopf als eigenständiges Objekt – bis ich irgendwann einmal dagegen laufe.

    Anmerkungen

    1. Ich zähle hier vor allem auf, um es mir selbst zu vergegenwärtigen, was den Hirnsitz festigt. Da müsst ihr jetzt durch. ↩︎
  • 25-09-11 Felder, die auch Säulen sind

    25-09-11 Felder, die auch Säulen sind

    Madame holte eine solidarische Experimentalmelone ab.

    Sie stellte fest, dass wir noch nie zusammen bei Caruso waren.

    Auf unsere Dachbaustelle wurden Solarpaneele angefahren. Da sich diese Dachbaustelle langsam ihrem Ende zuneigt, entsteht die nächste. Auf dem Mittelbau bauen sich Menschen mit Dachpappe und Brennern auf. Als erstes installierten sie ein improvisiertes Geländer auf dem Dach.

    Madame entdeckte die Gestaltungslinie „Leberwurst mit Griffmulde“.

    Die Welt verändert sich. Zu merken, daran, dass selbst vor dem Baumarkt der Fahrradständer komplett überfüllt ist. Aber wenn mensch wie ich nur ein solides Vorhängeschloss benötigt oder ein paar Oberflächen sehen will, muss man halt nicht mit dem Auto kommen.

    In Anbetracht der Tatsache, dass ich auf den Latifundien nicht eine Mücke sah, sind meine Beine erstaunlich zerstochen.

    Im Cheruskerpark am Erwachsenen-Spielplatz den Sportgeräten erstmals zwei geparkte Kinderwagen. Am anderen Sportparcours ein Grüppchen mit Warnwesten, die wild Fotos machten und Sachen notierten.

    Der Bahnhof Südkreuz besitzt ein gewisses Gewerbegebietsflair. Das wird aktuell dadurch verstärkt, dass ein Großteil aller Aufzüge und Rolltreppen weiträumig von Baustellenabsperrungen umgeben sind.

    Es waren zweieinhalb Werktage des Arbeitens und Lernens. Denn soweit ich meinen Urlaub dieses Jahr mit bezahltem Urlaub, unbezahltem Urlaub und Bildungsurlaub ausgedehnt habe – er ist immer noch endlich. Der letzte Klausurstoff muss neben die Arbeit passen.

    Normalerweise verbringe ich die ersten Arbeitstage nach dem Urlaub in einer Art Staunen: „Wer bin ich? Wo bin ich? Was mache ich hier? Woraus besteht überhaupt meine Arbeit?“. Dieses mal hatte ich dazu keine Chance. Es ging in zwei Minuten von Null auf Hundert und ist auf dem Tempo durchgängig die ersten Tage geblieben. Am ersten Tag gegen 15 Uhr hatte ich einen Großteil meiner verschiedenen Tätigkeiten einmal durch.

    Gute Nachricht: Offenbar wurde ich vermisst.

    Noch bessere Nachricht: Trotzdem hat sich niemand in meinem Urlaub hinein gemeldet,

    Immerhin steht demnächst echter Urlaub-Urlaub an. Mit Zwischenstopp in dem Land in dem gestern Ganzlandesblockade aufgerufen war, mit der Ankündigung, „Das ist erst der Anfang.“ Es wird spannend: Werden wir nach Paris kommen? Und noch spannender: Werden wir es wieder verlassen können?

    Vor den Urlaub allerdings setzte die FernUniversität in Hagen die letzte Klausur des Semesters: Knowledge Management.

    The problem is not the language

    Dieses Modul ist einigermaßen kurios.

    Es ist Wahlpflicht, also sogar von mir ausgesucht. Inhaltlich bin ich wohl in keinem anderen Modul so zu Hause. Der Lehrstuhl gewinnt auch regelmäßig Wahlen, wenn die Student*innen ihre liebsten Wiwi-Veranstaltungen wählen. Da wurde ich neugierig.

    Allerdings ist das Modul selber gewöhnungsbedürftig.

    Es beginnt damit, dass es auf Englisch geschrieben ist, und das sehr offensichtlich von Nicht-Muttersprachlern. Satzbau und Wortwahl sind so unfassbar deutsch – ich hätte nicht gedacht, dass so etwas im Rahmen einer prinzipiell korrekten englischen Grammatik überhaupt möglich ist. Ein einziger Stolperparcours durch die Sprache.

    Und ja, leider, die Reihenfolge der Wörter im Satz ist im Englischen bedeutungstragender als im Deutschen. Es macht etwas mit Inhalten wenn die Wörter wild durch die Gegend aneinandergereiht werden. Mehr als einmal habe ich Mühe zu enträtseln, was mir ein Satz nun wirklich sagen will.

    Denn was will mir Folgendes sagen?

    Regardless of the community type, most communities experience through three lifecycle phases comprising various sub-processes:

    Aber je mehr ich mich aber in das Modul hineinarbeite, desto mehr stelle ich fest: Die Sprache ist gar nicht das Hauptproblem. Der Text würde so auch auf deutsch durch die Gegend holpern.

    Es steht dort: Buzzwords, such as growing competition .. are only some of the challenges

    Und nein, herrje. Buzzwords sind bestenfalls eine Challenge für die Sprache. Andernfalls bezeichnen Wörter vielleicht Herausforderungen. Aber sie sind es nicht selber.

    While various values.. take their time to unfold fully

    Weiterhin nicht klar ist es mir, wie ein kultureller Wert sich entfalten kann. Seine Wirkung vielleicht. Aber Werte entfalten sich nicht.

    Das ist einfach wirr. Man möchte sie schütteln „You know, words have meaning!“ Und das in einem akademischen Kontext!

    Es sind nicht auch nicht nur die Worte: Selbst die Infografiken sind alle unscharf, als wären sie zwischendurch von einem Bildschirm gescreenshottet und dann wieder groß gezogen worden. Wahrlich ein seltsames Modul.

    Naja, egal, inzwischen habe ich mich damit arrangiert, das Modul einfach nur als exzentrisch anzusehen und werde versuchen, die Klausur im selben exzentrischen Stil zu beantworten.

    Nachts in der Bibliothek

    Überraschend hilfreich beim Hineindenken in das Modul war der Lesesaal der Stabi (Langform: Staatsbibliothek Berlin Preußischer Kulturbesitz – Standort Potsdamer Straße). Den entdeckte ich nach einigen Jahren der Absenz wieder.

    Vom Südkreuz kann ich mich kurz in die S-Bahn schwingen, zwei Stationen später am Potsdamer Platz wieder aussteigen, beim Pseudo-Tanzfestival am indischen Stand ein Butter Chicken kaufen und dann an der Spielbank vorbei zur Bibliothek laufen.

    Der Leseaal hat sich meinem letzten Besuch verbessert: Ich glaube es sind mehr Plätze. Es kostet keine Gebühr mehr. Und er hat bis 22 Uhr geöffnet. Ich ahnte, dass ich nach 18 Uhr problemlos einen Platz finden kann. Und ich ahnte richtig. Nach einiger Zeit des Herumirrens erinnerte ich mich sogar wieder, dass mein liebster Platz an der Empore ist.

    Über mir thronte der TVöD – offenbar war ich grad an den Regalen mit dem Verwaltungsrecht angekommen, um mich herum die genau richtige Mischung aus einigen Menschen, Bewegung, einer leisen Geräuschkulissen, die aber alle noch nicht störten.

    Wobei die Zahl der Anwesenden mit Kopfhörern auffällig war. Ich glaube, das letzte Mal als ich dort war, wäre noch jede*r hochkant hinausgeflogen, die auch nur den Anschein erweckt hätte, Musik abspielen zu wollen – und sei es über Kopfhörer.1

    Und so versuche ich auswendig zu lernen, dass die vier Action fields nach Riempp die Fields Content Collaboration Competence Culture sind, beziehungsweise sind Content Collaboration Competence auch drei der vier main pillars, in die die Architektur aufgeteilt ist.

    Und als die Nacht dann tiefer wurde, konnte ich durch die Scheibe sogar noch den Mercedes-Stern auf dem Europa-Center sehen. Gerne wieder.

    Blick vom Schreibtisch in der Stabi Potsdamer Straße. Im Vordergrund ein Stück leerer Schreibtisch und eine dunkelrot/braune Schreibtischlampe. Der Tisch steht an einer Brüstung, der Blick geht nach unten in den Lesesaal, im oberen Bildteil Deckenlampen.

    Genua statt Chatbot

    People in the Middle East Disagree About a Lot of Things, But I’m Quite Sure That They All Agree That This Is the Silliest Android Bug Ever

    Social Media und der Halluzinator klauen Daten. Aber vor allem klauen sie Zeit: Diebe deiner Lebenszeit:

    Social media platforms have been stealing our time using a sneaky trick: they’ve been speeding up our sense of time […].A sinister thing about social media is that it speeds up your time both in the moment and in retrospect. It does this by simultaneously impairing your awareness of the present and your memory of the past.

    Thomas berichtet: Mensch darf Hakenkreuze übermalen solange das nicht die Sachbeschädigung vergrößert. Man sollte also auf die Verhältnismäßigkeit achten. Und nun viel Spaß da draussen!

    Jedes mal wenn Frau Maultauschenravioli aus Genua postet, denke ich, jetzt müssen wir da aber wirklich mal hin!

    Nun heißt das Buch „STERBEN“ und dieses Wort prangt auch groß auf dem Umschlag. Das sah auf der Notaufnahme natürlich fantastisch aus. Habs dann gleich demonstrativ auf den Tisch gelegt, aber die beiden Frauen interessierten sich nicht dafür, sondern schauten sich Videos auf YouTube an. Sie hörten tatsächlich die ganze Zeit Schlagermusik. Das kann man sich nicht ausdenken: Frakturschrift am Hals und dann hören sie Schlagermusik.

    Anmerkungen

    1. Aber passt: die Massenverbreitung der geräuschunterdrückenden Kopfhörer erfolgte soweit ich herausfinden kann seit 2016 mit den Bose QC35, und vor allem seit den AirPods Pro im Jahr 2019. Meine letzten Lesesaalzeiten waren deutlich davor. ↩︎
  • 25-09-09 Rindfleisch in der Edgeworth Box

    25-09-09 Rindfleisch in der Edgeworth Box

    Die IFA hat die Buslinien im westlichen Westen Berlins kaputtgemacht.

    Auf meinem Anrufbeantworter teilt mir eine bayerische Physiotherapeutin mehrmals mit, dass Frau M gerade ihren Termin verpasst. Würde ich Frau M. kennen, würde ich es übermitteln.

    Wenn ich auf Wikimedia Commons nach einem Public-Domain-Regenbogen suche, werden mir vor allem Bilder von Regenbogenforellen angezeigt.

    Im Tempelhofer-Hafen-Einkaufszentrum kann man so eine Art Virtual-Reality-Gruppen-Irgendwas spielen. Eine Gruppe Jungerwachsener aller Geschlechter bewegte sich kreischend und johlend mit VR-Brille auf dem Kopf über eine große Matte. Sie schienen sich zu erfreuen.

    Ich finde es betrüblich, wenn ich einen interessanten Blogpost sehe, dann gerne etwas ebenso Unterhaltsames wie Informatives dazu anmerken möchte – und dann ist kein Kommentarfeld vorhanden.

    Es war ein lernender Sonntag auf den Latifundien und in Berlin, ein Klausur-und Freibadmontag in Berlin.

    Madame flötete im Westend.

    Wir testeten weiter den Zaphito-Kürbis. Nachdem seine Grillbarkeit sich erwiesen hatte, wollten wir zur Rohkost vorgehen. Immerhin hatte er beim Aufschneiden so intensiv gerochen wie nur selten ein Gemüse riecht. Und dazu auch noch nach Erbse. Das sollte ergründet werden.

    Madame raspelte den grünen Kürbis, vermengte ihn mit etwas Haselnuss und einer dezenten Vinaigrette – und gerne wieder.

    Ich machte mich schlau, dass der Kürbis das „Ergebnis einer Einzelbestäubung“ aus dem Jahr 2000 eines Demester-Hofes bei Bremen ist. Seit 2018 ist sie als Amateursorte zugelassen.

    Zwei Körbe Alkmene

    Auf meinem Rücken landete ein Admiral. Dieser machte seiner Beschreibung als Freund des Vergorenen im Insektenführer Ehre und hielt sich tatsächlich in der Nähe der vergorenen Fallpflaumen vom Vereinsbaum auf.

    WIr aber wollten unseren Privatäpfeln dieses Schicksal ersparen, und verbrachten den Montag mit dem Rest der Alkmene-Apfelernte. Eigentlich dachten wir, uns wären alle Früchte im Frühsommer vertrocknet. Aber der Baum ist inzwischen groß genug: selbst die Rest-Äpfel, die nicht vertrocknet, nicht verfault, und nicht vor zwei Wochen von uns geernet wurden (= alle Äpfel, die jenseits der Arm-Reichweite waren) füllten noch zwei Körbe.

    Der Morgen war schleppend. Madame musste Original Sin weiterlesen, ich den August in Aleks Scholz Badetagebuch.

    Aber schließlich drängte ich sie zum Aufbruch: Mein Geist ist langsamer als mein Körper. Damit mein Geist rechtzeitig vor der Montag-Mittag-Klausur am Heim-Arbeitsplatz ist, muss der Körper schon Sonntagmittag anwesend sein.

    Es war ein wehmütiger Aufbruch.

    Ein Nebelmorgen. Acker, einige kleinere Bäume, Wiese und Beet in leichtem Nebel. Dahinter blauer Himmel, am Horizont ein leichtes oranges Leuchten.

    Gänseleberpastete

    Da war es nur noch eine Klausur. Mikroökonomik ist geschrieben. Wie erwartet war die Klausur an sich super: Fair gestellt ohne zu einfach zu sein. Alle Fragen waren aus dem Stoff heraus beantwortbar und zielten auch sämtlichst auf echte Kernaspekte des Themas ab. Fragen, die Transferdenken erforderten und so gut wie keine Fragen, die aufs Auswendiggelernte abzielten. Das Frageniveau reichte von einfach bis Du-meine-Güte.

    Und als hätte ich es geahnt, mit MU durch MU – eine Frage drehte sich um die Nachfragefunktion nach Rindfleisch und dessen Tauschhandel gegen Gänseleberpastete. Treffen sich der Rindfleischfreund und der Gänseleberconnaisseur in der Edgeworth Box? Finden sie einen gemeinsamen Punkt auf der Kontraktkurve?1 Finden sie es heraus – allerdings nur bis 13:45h, danach gibt es keine Punkte mehr.

    Wäre ich nicht so ganz-generell-und-überhaupt-platt gewesen, hätte ich mich an der Klausur ernstlich erfreut. Leider war ich nicht so super drauf wie die Klausurersteller*innen. So langsam merke ich die Monate intensiver Fernunirerei. Das ist jetzt kein Zieleinlauf mit hochgereckten Armen und breiter Brust mehr, sondern eher so ein Ins-Ziel-Stolpern.

    Solange ich allerdings im Ziel ankomme, ist mir das gleich.

    Rundherum

    Da gerade alles etwas auf Kante genäht ist, bereits nächste Woche die nächste und letzte Klausur2 ansteht, für die ich bisher nichts nada garnix getan habe, muss auch das Kopf-frei-kriegen-nach-der-Klausur schneller gehen als in anderen Semestern. Kein „Runterkommen und dann ein Tag Urlaub und dann langsam weiterlernen“, sondern eher eine abrupte Kehrtwende. Ausklingzeit war nur der Montag.

    Und natürlich ist für mich die beste Methode, um, wieder herunterzukommen, ein wenig mit dem Kopf unter Wasser zu schweben; noch sogar in der Sonne mit frischem Wind im Freibad.

    Wenn das Insulanerbad bereits geschlossen hat, geht es ein Bad weiter nach Südost – auf ins Sommerbad Mariendorf. Mit Hilfe der Busse M48 und 282 geht es über weitere Strecken nach Mariendorf. Als ich um 16 Uhr ankam, lag der Altersschnitt bei 70, und jede der anwesenden Damen erweckte den Eindruck, morgen an einem Triathlon teilnehmen zu können; oder zumindest so zu schauen als wollten sie.

    Bis 17 Uhr hatte sich das Ganze normalisiert: Im Kinderbecken war Betrieb, auf den Liegewiesen waren Menschen und auch im Becken hatte sich das übliche Plantschen und Schwimmen etabliert.

    Ich begab mich aus dem Bad, erklärte noch anderen Verstreuten, aus ihren geschlossenen Stammbädern nach Mariendorf gespülten, den Weg zu Umkleide und Duschen.

    Ich entschloss mich für einen Kreisparkour durch Berlin, verschmähte den Bus und lief durch den Volkspark Mariendorf am Blümelteich vorbei bis zum nächsten U-Bahn-Bahnhof. Im Park passierte ich ein Dutzend trainierender Jugendfussballmannschaften und musste natürlich sofort an Sari denken. Auch gelernt: Ronaldo ist immer noch der Lieblingsfussballer kleiner Jungs – Trikots mit seinem Namen und der Nummer 7 wurden nur noch von „TSV Mariendorf“-Trikost an Menge übertroffen.

    Zurück über Ullsteinhaus und Tempelhofer Hafen (beides unverändert gegenüber damals), dabei landeten ein Spüli-Nachfüllpack, Roggenvollkornmehl und Lebkuchenmännchen in der Tasche.

    Meerjungfrau, Flinta-Moshpit und ein Excel-Sheet

    Herr Flusskiesel erinnert sich ein an Großwerk teilnehmender Reportage: FÜR EINE TÜTE VOLL WURST – SHOWDOWN AM PRICKINGS-HOF (Leider zu spät, um the one and only Bauer Ewald noch persönlich zu treffen).

    Er ist Seemann, Aktivist, Model und Meerjungfrau.

    Samstag erwähnte ich Ikkimel noch im Blog und schon veranstaltet sie einen Flinta-Moshpit auf der Ifa.

    Mit dem Lumpenpack: Kann es sein, dass ihr dumm seid? Das jährliche Elend des „Bahnhofsrankings“ – aufgedröselt durch die Zugpost.

    Herr Rau, radikal.

    Holger und Angela ignorierten Cherbourg.

    Die Kaltmamsell aß einen halben Keks.

    Dann hat [M.] noch ein Excel-Sheet angelegt, um eine Übersicht über fixe Kosten, fixe Geldeingänge, Lastschriftmandate, Daueraufträge und so weiter zu haben. Sie werden wirklich schnell groß!

    Anmerkungen

    1. Und wo ich dies Schreibe fällt mir ein Fehler in meiner Antwort auf. Beziehungsweise mir war schon während des Schreibens klar, dass ein Teilaspekt so nicht sein kann, wie ich ihn beschreibe. Aber mir fiel nichts besseres ein. Jetzt, 10 Stunden nach Abgabe, schon.. ↩︎
    2. Auf jeden Fall die letzte Klausur für dieses Semester. Vielleicht sogar für den ganzen Bachelor. Oh my god! Oh my god! Oh my god! ↩︎

  • 25-09-07 MU durch MU

    25-09-07 MU durch MU

    Das Katzenstreuwrack bekam einen Partner. Auf dem Hof steht ein zweites Auto ohne Nummernschild. Ein Kabel führt vom Mittelbau in den Motorraum des Audis. Das Auto allerdings ist mindestens zehn Jahre zu alt, um ein Elektroauto zu sein.

    Ich bin neidisch auf die Schweizer und deren WC-Enten-Briefmarke mit Zitrusreinigerduft. (via Frau Brüllen)

    (und nein, solange ich keine Post aus der Schweiz heraus verschicken muss, möchte ich sie nicht haben, sonst krempelt sie hier nur herum)

    Ich schaute Theaterprogramme durch. Das Berliner Ensemble hatte ich mich schon beim Untertitel „ein talmudisches Tingeltangel“. Als ich dann weiterlas, und entdeckte, Barrie Kosky inszeniert „Kafkas Prozess mit Musik von Bach über Schumann bis Jiddischem Vaudeville“ war ich bereit, schlimme Sachen zu machen, um eine Karte zu bekommen. Zum Glück reichte es, einfach nur zu bestellen.

    Es waren anderthalb Tage Klausururlaub in Wohnung und Freibad und ein Samstag auf den Latifundien.

    Madame kochte solidarisches Gemüsli. Ich kirschholzräucherte einen Rinderstolz-Schweinenacken und warf dazu den Zaphito-Kürbis auf den Grill. Beides sehr gut. Später schaute sie ein langes Video, in dem die Gemüslichkeit ihre Solidarische Landwirtschaft erläutert. Das klang sympathisch und erfreulich nicht-naiv. Etwas misslich allerdings: Der Haupt-Kommunikations-Kanal der Gemüslichkeit scheint Instagramm zu sein (ham‘ wa nich‘, woll’n wa nich‘), „unser“ Abholpunkt Schöneberg kommuniziert über eine Telegram-Gruppe (ham‘ wa nich‘, wolln wa nich‘).

    Drei Menschen und ein Tigerschnegel

    Das war es mit der Kabane. Das Insulanerbad hat heute seinen letzten Öffnungstag der Saison und vorher wollte der Kabanenschlüssel zurückgegeben werden. Madame und ich fuhren Donnerstagabend (27 Grad), es war überraschend voll.

    Arbeitshypothese: All‘ die Menschen, die im Mai eine 20er-Sommerkarte gekauft haben und denen jetzt auffiel, wieviel Eintritte noch drauf sind. Eine Dame vor dem Eingang versucht auch prompt, uns einen von ihren Eintritten zu verkaufen. Aber wir sind schon versorgt. Madame räumte ihre Sachen aus der Kabane. Den Schlüssel behielten wir noch.

    Denn ich wollte Freitag früh nochmal. Nachdem ich den Regenguss abgewartet hatte, begab ich moch bei bedecktem Himmel und 20 Grad Lufttemperatur, Wasser 22 Grad, ins Bad. Perfektes Freibadwetter für mich. Auf dem Weg die Treppe hinunter zum Becken sah ich drei Menschen im Wasser und einen Tigerschnegeln auf der Treppe. Trotz kalter Dusche am Beckenrand musste ich nach Wassereintritt aufpassen, nicht aus Reflex zu hyperventilieren. War frisch. Und nachdem ich dann akklimatisiert war, perfekt.

    Das Schwimmen war angemessen flüssig, ich danach angemessen k.o.. Von 1040 (Ankunft im Becken) bis 1130 (Becken verlassen) war die Zahl der Schwimmenden von drei auf sieben gestiegen. Leider hatte auch jemand den Tigerschnegel zertreten.

    Ko, ausgepowert und sehr glücklich gab ich meinen Schlüssel an der Kasse ab und bekam das Schlüsselpfand zurück. In der Hoffnung auf eine Kabane nächsten Sommer.

    Blick in einen Schwimmbad-Kabinentrakt mit orangen Türen der Umkleidekabinen (links) und orange-beigen Spinden (rechts)- Am Ende des Gangs: Ein Käfig mit Schwimmnudeln etc.

    Nun muss ich mal schauen, ob ich es die nächsten Wochen schaffe die Umwege in die kabanelosen noch offenen Bäder wie das Prinzenbad oder das Sommerbad Mariendorf zu bewältigen.

    Mikro-Ö, I hardly knew ya

    Noch allerdings muss ich bis Mitte September lernen. Noch möchte der Bachelor zwei Klausuren von mir: Mikroökonomik am Montag und Knowledge Management am 16. September. Zwei Kurse, die prinzipiell tief in meiner Wohlfühlzone liegen, denn für alles andere wäre im Bachelor-Arbeits-Semester weder Zeit noch Energie gewesen.

    Der Nachteil: Den Mikro-Ö-Kurs mag ich. Der ist schön geschrieben, trifft sehr gut die Balance zwischen Verständlichkeit, und je öfter man schaut, desto mehr inhaltliche Tiefe hat er. Selbst die Übungsaufgaben mag ich: Eine zur Wiederholung, alle anderen mit selber-Denken und Themen aus vorherigen Lektionen nochmal einbauend. Ich und dieses Modul hätten viel Spaß miteinander haben können, wenn ich es nicht über Monate ignoriert hätte.

    Zu schade, dass ich jetzt durch alles durchjage in der Hoffnung, am Montag mit Augen-zu-und-durch die nötigen 50% zu schaffen.

    Hauptproblem: Viele Formeln funktionieren nach der Devise „Teile den Wert von Gut A und Gut B“ oder „Ziehe Wert B von Wert A ab“ oder umgekehrt. Inhaltlich ist es natürlich vollkommen egal, ob A durch B geteilt wird oder B durch A – mathematisch im Ergebnis macht es aber leider einen Unterschied. Deshalb gibt es eine Konvention. Und diese Konvention kann ich nicht während der Klausur durch Logik erschließen, sondern muss sie für alle Formeln auswendig lernen.

    Zum Beispiel:

    \[MRS = -\frac{MU1}{MU2} \]

    Oder auf deutsch: Die Grenzrate der Substitution (Marginal Rate of Substitution – MRS) entspricht dem negativen Bruch aus dem Grenznutzen von Gut 1 (Marginal utility – MU) und von Gut 2. Könnte natürlich auch genau anders herum sein.

    Oder noch auf deutscher: Wenn ich schon 4 Fahrräder und keinen Elektroroller besitze, wäre ich vermutlich glücklicher wenn ich ein Fahrrad gegen einen Elektroroller tauschen könnte. Hätte ich hingegen 4 Elektroroller und kein Fahrrad wäre es vermutlich umgekehrt. Die MRS gibt an, wieviel von Gut 1 ich gegegen Gut 2 an einem bestimmten Punkt tauschen würde.

    Nebenproblem: Ich kann mir die Ableitungsregeln wie die Kettenregeln oder die Ableitung des Logarithmus partout nicht merken. Das ist jetzt ungefähr das vierte Mal im Bachelor, dass ich die für eine Klausur lerne und jedes mal fange ich von vorn an.

    Bwlquam zu Bigsi

    Spannende Selbstbeobachtung: Immer wenn ich auf Fernuni-Klausuren lerne, ist das der Zeitpunkt an dem ich mir am intensivsten Gedanken über den weiteren Verlauf des Studiums mache. Also im Moment: den Master Wirtschaftsinformatik (oder Praktische Informatik?)

    Wenn Wirtschaftsinformatik der gewählte Masterstudiengang wird, würde ich diesmal auch die Abschlussarbeit an einem WInfo-Lehrstuhl schreiben wollen. Die passgenauste Variante für mich wäre der sozialwissenschaftlich ausgerichtete Lehrstuhl Lehrstuhl für Betriebs­wirtschafts­lehre, insb. Gestaltung soziotechnischer Informationssysteme (Bigsi), oder kurz Lehrstuhl Krönung, In dessen Liste der möglicher Themen für Abschlussarbeiten könnte ich blind mit einem Finger tippen und hätte ein Thema, in dem ich mich thematisch und methodisch zu Hause fühle.

    Vor die Abschlussarbeit aber legt die Studienordnung das Seminar. Ich dachte kurz, das Seminar Menstrueller Zyklus und Arbeitsleben: Hormonelle Schwankungen und ihre Auswirkungen auf digitale Arbeit wäre was. Da würde ich immerhin etwas Neues lernen und auch auf der Arbeit kann es nicht sein, dass Männer bei dem Thema komplett ahnungslos durch die Gegend irren. Aber ach:

    Das Seminar richtet sich an weibliche Masterstudierende, die bereit sind, im Verlauf des Semesters den eigenen Menstruationszyklus zu erfassen (in Form von Tagebucheinträgen). Voraussetzung ist zudem der erfolgreiche Abschluss eines Moduls bei Prof. Dr. Julia Krönung oder Prof. Dr. Stefan Smolnik.

    Dann wohl nicht.

    Summer is on

    Wir leben ja im Einklang mit der Natur und lassen uns deshalb vor allem vom Garten sagen, welche Jahreszeit wir haben. Der Garten sagt: Sommer. So viel blüht noch und wieder. So ein Insektenauflauf an Goldrute, wildem Storchschnabel und auf den Wiesen. So viele Grashüpfer, so viele Knospen an den Rosen. So deutlich unser Bestreben, den Tag in beschatteten Bereichen zu verbringen. Der Garten ist noch im Sommermodus. Damit ist Sommer.

    Ein grüner Sommer wie seit vielen Jahren nicht mehr. Immer noch wollen die Wege regelmäßig gemäht werden, um nicht in der Wiese verloren zu gehen. Das ist neu. Wir mähten, fandeten dem Unkraut hinterher. Die Zahl der Falläpfel lies nach, dafür entdeckten wir erste Fallbirnen. Freundlicherweise streckt auch die Pflaume von der Gemeinschafts-Ausgleichsfläche ein paar Zweige mit Pflaumen auf unser Grundstück, die wir gerne miternten.

    Ich lernte in der Pergola und schaute alle halbe Stunde mal wie es dem Nacken im Grill so geht. Am späten Abend besuchte uns ein schwarzer Kater, am morgen zwei Wespen. Keine Mücken zu verzeichnen.

    Hinter der Gardine 50 Keyboards

    Die taz fuhr auch Nachtzug, von Bukarest nach Chișinău: Hinter der Gardine lockt die kühle Brise

    Mir ist es gelungen, all meine Sammelneigungen auf immaterielle Erlebnisse zu beschränken. Aber ich stelle fest, bei Keyboards könnte ich schwach werden: 50 keyboards from my collection (via onli blogging)

    Wieder immaterieller: Eine technische Geschichte von RSS.

    Acuh immateriell: UberBlogr wird 3. Ich gratuliere uns allen und Thomas ganz besonders.

    Was machst du eigentlich den ganzen Tag beruflich im Pflegeheim?

  • 25-09-04 Die Fans zogen anstandslos wieder ab

    25-09-04 Die Fans zogen anstandslos wieder ab

    Falls jemand ein Kirchengebäude aus den 1920ern kaufen möchte: Die (ehemalige) neuapostolische Kirche Schöneberg steht zum Verkauf.

    Madame meldete sich bei Reddit an und war begeistert. Gleich sofort ein gigantischer Thread zum Thema „mumifizierten Kefir wiederbeleben“.

    In verwandten Nachrichten: Der Kefir lebt.

    Der Fensterputzer war da. Er fluchte noch ausgiebiger über die Dach-Bauarbeiter und deren Fensterhinterlassenschaften als wir. Aber er hinterließ einen Unterschied wie Tag und Nacht – fast wortwörtlich.

    Es waren zweieinhalb Werktage des Klausurlaubs. Ein Lerndienstag, treibend durch die Bibliotheken. Ein Lernmittwoch in der Wohnung mit abendlichen Ausgehen und ein halber Lerndonnerstag in der Wohnung.

    Madame holte Gemüsli ab. Es liegt in einem Schöneberger Schuppen, gesichert durch ein widerspenstiges Zahlenschloss. Im Schuppen stehen dann sortenreine Kisten und sie durfte unsere Anteile selbst abwiegen, einpacken und dann einen Haken hinter „Madame“ setzen. Es gab unter anderem Zaphito (Zappho/Zappo/Zappalito)-Kürbisse, toll aussehende Fleischtomaten und zu ihrer großen Freude: KEINE Kartoffeln.

    Reprise

    Ein wichtiges Arbeitstool am Rechner ist der Texteditor. In dem landen Notizen aller Art, kurze Überlegungen, whatever. Seit Windows11 speichert er automatisch. Und naja, ich habe jetzt ungefähr 25 gespeicherte Dateien mit Notizen zur Bachelorarbeit geschlossen. Ein gutes Gefühl.

    Die für die Arbeit ausgeliehenen Bücher aus der Feruniversitätsbibliothek Hagen liegen fertig im Paket verpackt im Flur. Langsam beginne ich mich innerlich zu lösen.

    Nachbetrachtend: Die Arbeit lag inhaltlich doch ein gutes Stück außerhalb meines eigenen Komfortbereichs. Das war von mir so gewollt, hat aber zwischendurch einiges an Nerven und Arbeit gekostet. Dafür hat sich wunschgemäß mein Komfortbereich an dieser Stelle enorm erweitert.

    Wenn ich jetzt noch mal anfangen würde, könnte ich viel Spaß haben und wilde Sachen machen noch viele Schnörkel einbauen – aber das wäre ja in der Komfortzone und damit per Definition langweilig.

    Mikro-Ö

    Nach dem Bachelurlaub ist im Klausurlaub. Nachdem ich die Reste der Bachelorarbeit weggeräumt habe, greife ich zum Ordner Mikro-Ö und hole die beiden Lehrbriefe zur Mikroökonomik hervor.

    Freundlicherweise weit in meiner Komfortzone liegt inzwischen die Mikroökonomik. Denn darüber werde ich nächste Woche die Klausur schreiben. Ein Modul, das ich in seiner Machart sehr angenehm finde und das stark methodisch-mathematisch aufgebaut ist. Da zahlt es sich natürlich aus, dass ich die letzten Wochen eher intensiv mit Themen der Wirtschaftsmathematik zugebracht habe.

    Und irgendwo ein schöner Kreis. War doch Mikroökonomik auch eines der vier Themen der „Einführung in die Wirtschaftswissenschaften“ in Semester eins. Die kondensierte Version dieses Moduls habe ich schon einmal ganz am Anfang des Studiums gelernt und jetzt ganz am Ende die Langversion.

    Ich erinnere mich noch, wie arg mich Im Sommersemester 2022 die Cobb-Douglas-Funktion herausgefordert hat

    \[z(x_1,\dotsc,x_n)=\beta\cdot\prod_{i=1}^{n}x_i^{\alpha_i} \] oder einfacher \[ y = x^i_1 * x^i_2 … \]

    oder die Formel zur Preiselastizität:

    \[\eta_{x,p} := \frac{\mathrm{d}x/x}{\mathrm{d}p/p}=\frac{\mathrm{d}x}{\mathrm{d}p}\cdot\frac{p}{x}=x'(p)\cdot\frac{p}{x} \]

    Jetzt kommen sie mir fast vor wie alte Freunde. Aber aufpassen: Die Klausur muss noch geschrieben werden, mit „weiß nicht so genau, aber find ich toll“ werde ich nicht durchkommen.

    Neben dem Digital-Zebra

    Teil eins des Klausurlaubs. Lehrbriefe nochmal durchlesen. Nachdem ich jetzt über Wochen mehr oder weniger vor den Rechner gezwungen war, freue ich mich an Materialen aus Papier, die damit gewonnene Freiheit der Mobilität, und lasse mich treiben.

    Erst geht es mit dem Bus zur Staatsbibliothek Berlin Potsdamer Straße. Ich lerne: Es gibt so gut wie keine funktionierenden Spinde mehr mit Pfand – aber viele Schließfächer, die ich mit meinem mitgebrachten Schloss sichern könnte, wenn ich es dabei hätte.

    Aber egal: Ins Foyer der Stabi darf ich auch mit Jacke und Tasche. Auch dort gibt es Schreibtische. Ich erwische den Platz direkt gegenüber dem Infoschalter und bekomme meine Vorurteile bestätigt, dass Bibliothekar*innen die besten Menschen der Welt sind. Sie beantworten wirklich jede Frage in einer unfassabren Freundlichkeit, von detaillierten Detailfragen zur Fernleihe bis zur Qualität der für die Öffentlichkeit geöffneten Personalkantine. („Ist dieselbe Firma wie die öffentliche Cafeteria – also auch nicht besser.“)

    Also sollte ich meinen aufkommenden Hunger woanders stillen. Die Stabi liegt direkt am Potsdamer-Platz. Dessen Gastronomie ist ausgerichtet auf Menschen, die eh nie wieder kommen werden, und bei denen deshalb alles egal ist. Also lieber weiter durch die Stadt treiben lassen. Die U2 und U9 brachten mich zum Leo.

    Am Leopoldplatz im Wedding ist die Schillerbibliothek – meine Bibliotheksliebe – und direkt davor das Frühstückshaus Simit Evi („das Herz der Müllerstraße„), die mir sicher ein paar Sesamringe oder andere schöne türkische Backwaren servieren werden. Aber ach: Alles zu, Fenster abgeklebt und ein einsamer Zettel: „Ab dem 1.8. 2024 vorübergehend geschlossen:“ Das sieht nicht gut aus.

    Mir fiel meine Könnte-mal-Liste ein, auf der der benachbarte Safari Imbiss – Jesus is Lord steht. Aber ach, das Schild noch da, der Imbiss anscheinend auch verschwunden.

    Am Ende verschlug es mich direkt auf den Leo. Dort wogt seit Jahrzehnten der Konflikt zwischen drogeninduzierter Verwahrlosung und einem umfassenden Programm den zentralen Platz des Weddings lebenswert zu machen. Ein wichtiger Standort der Lebenswert-Programme: Das Café Leo, Kieztreff mit Kaffee, kleinen Speisen und nachbarschaftlichen Aktivitäten. Da lass ich mich doch gerne bei Kaffee und Croissant nieder und schau noch dem gerade stattfindenden Miniaturrummel auf dem eigentlichen Platz zu.

    Über diverse Bänke mäandere ich mich die 100 Meter zur Bibliothek, freue mich am phantasievollen Programm der Schillerbibliothek und dem tollen Lesesessel mit Panoramablick auf den Leo. Ich entdecke ein weiteres schönes Programm: Das Digital-Zebra. Ein freundlicher speziell-geschulter Bibliotheksmitarbeiter sitzt in einem abgetrennten Bereich des Lesesaals und hilft bei Digitalproblemen aller Art. Angefangen von „Mein Handy geht nicht an“ über alle Probleme mit Mail, Programmen, komischer Werbung und „das Internet will nicht mehr“ und was sonst noch im digitalen Leben schief gehen kann. Das ist doch mal löblich.

    (Nur den Namen Digital-Zebra verstehe ich nicht)

    Gegenüber vom Gebäude vom Digitalzebra

    Kickin‘ Shrimps

    Spannende Anblicke in der U3: ein*e genderfluid*e Mensch, die Rachel Cusks Transit als Taschenbuch liest. Direkt daneben die Frau im Leopardenmusterrock mit End the Patriarchy-Beutel. Später, die Frau, die sich eine ehemalige Armbanduhr mit Metall-Gliederarmband hat als Choker herrichten lassen. „Entschuldige, darf ich Ihnen mal an den Kehlkopf schauen, um zu sehen wie spät es ist?“

    Irgendwie tragisch, dass sie die einzige ist, die das Ziffernblatt nicht erkennen kann. Aber dafür trug sie noch eine Smartwatch am Arm.

    Mit der U3 ging es in ein urbanes Wasteland ganz eigener Art: Zur O2Mercedes-Benz– Uber-Arena und den Platz drumherum. Uns empfingen an der Warschauer Straße hunderte mittel aufgeregter Teenies und ein Haufen Polizei. Die Teens ballten sich um einen Geländewagen, oben schaute eine Frau heraus und machte Posen. These: Irgendjemand weltberühmtes in einer TikTok-Nische, ich konnte sie nicht richtig erkennen, hatte Zweifel ob ich schlauer würde, wenn ich sie besser sehen könnte. Die Stimmung war irgendwie seltsam, für Teenie-Auflauf überraschend ruhig.

    Aufklärung brachte heute das TikTok für Generation X+, die B.Z: Die experimentell-vulgäre Rapperin Ikkimel hatte via Insta zum Videodreh geladen: Rund 450 junge Leute waren laut Polizei vor Ort. Und die warteten fröhlich und entspannt auf die Rapperin. Im Einsatz waren Einheiten der Bundes- sowie der Landespolizei. Doch Ikkimel hatte die Versammlung offensichtlich nicht angemeldet, so dass diese recht schnell für beendet erklärt wurde. Die Fans zogen dann anstandslos wieder ab.

    Auf einem Foto mit Schriftzug „Ikkimel“ daneben, hätte ich sie sogar vermutlich wiedererkannt. In freier Wildbahn auf der Straße: No Chance.

    Eigentlich wollten wir den Abend aber gediegener Verbringen. Ein netter Abschluss des Bachelurlaubs ließ mich meine aktuelle Verstimmung mit den US of A ignorieren und wir aßen Ribs in Tony Roma’s einzigem europäischen Lokal nördlich der Pyrenäen. Wie es sich gehört come-of-the-bone wie aus dem Bilderbuch in reichlich Schmodder und mit Lätzchen. Vorweg die wiederholenswerten Kickin‘ Shrimps, dazu Sweet Tea und Frozen Margerita. Comfort Food auf allen Ebenen.

    Kommen, Gehen, Zeitablauf

    Am 11. Oktober veranstaltet Schöneberg das Musikfest „Gazino und Türkischer Basar“ zur Erinnerung an den ehemligen türkischen Basar im damals stillgelegten U-Bahnhof Schöneberg. Das gibt mir die Gelegenheit noch einmal den schönen Text von Özlem Suzana Ayaydinli zu verlinken: Der Bahnhof Bülowstraße. Erinnerungen an einen vergessenen Ort

    Noch lebendig das Freibad mit der besten Aussicht Berlins: taz-Sommerserie „Berlin geht baden“ (6)

    Delphine gesehen, Sabbatjahr vorbei: AZ13 – Das wars!

    60 ist eine Marke. Mit 50 kann man sich immer noch (naiv) einreden: Wenn es richtig gut läuft, kann ich noch einmal genauso viel Zeit vor mir haben. Die Nummer funktioniert mit der 60 nicht mehr. Das ist auch merkwürdig, denn ich denke jetzt natürlich auch nicht: Okay, sind’s halt noch einmal 40 Jahre. Irgendwie markiert diese Zahl eine Linie.

    Margrit und Wally hörten Dmitrij Kapitelman beim Poet*innenfest.

    Wenn Menschen heute in Deutschland sagen, sie nutzen einen anderen Namen, damit sie nicht als jüdisch erkannt werden, wenn Menschen ihre Mesusot entfernen, wenn wir unsere Davidsterne nicht mehr tragen, wenn die Nachbarn nicht mehr mit einem reden, nur, weil man jüdisch ist, dann stimmt etwas sehr gewaltig nicht. … Wir können gehen, ja. Für manche sollen wir (wieder) gehen – doch wohin?

  • 25-09-03 Ergebnisse_D_alle.csv

    25-09-03 Ergebnisse_D_alle.csv

    T Null. Tag der Abgabe des Deadlineendes der Bachelorarbeit. Sie ist abgegeben.

    Madame kehrte aus Hamburg zurück und berichtete überrascht von dortigen Leberkässemmelständen.

    Der Kaptain wurde zu Doppelkohlrouladen eingeladen.

    Es war der letzte Sonntag und der letzte Montag des Bachelurlaubs. Theoretisch sind seit gestern meine drei 80%-Monate vorbei und ich lebe wieder vollzeitarbeitend. Praktisch aber habe ich noch unbezahlten Klausurlaub, denn die nächsten Klausuren sind nah und ich habe noch gar nichts für sie gelernt.

    Nach der Abgabe folgte ein kurzer Kiezspaziergang. Dabei entdeckt: Auf der Rückseite von Öz Gıda befindet sich eine Mischung aus Biergarten, Beach Bar und Palettenlager. Vielleicht kann es auf die Könnten-wir-mal-Liste.

    An den Laternen wurden die ersten „Dies-ist-die-Marathonstrecke“-Plakate aufgehängt. Vielleicht bleiben wir dieses Jahr doch in Berlin am Marathonwochenende und schauen vom Balkon aus zu? Außerdem könnten wir die ungewohnte Ruhe genießen, weil alle Straßen im Umkreis gesperrt sind.

    Nachmittags: Gartenparty in Wochenend-West bei Zia sociale in trauter Runde. Es ging um Einschulung und Urlaub, Berliner Wohnungsmarkt (natürlich), Berliner Arbeitsmarkt für spezialisierte Naturwissenschaftler, die Wirren der Gewerbeanmeldung und das Gastspiel der Komischen Oper im Flughafen Tempelhof.

    Der Küchenkalender zeigt im September einen Großen Tümmler. Fast bin ich ein wenig traurig. Ich hätte mir den Wal doch im Geburtstagsmonat gewünscht. Aber dann nehme ich den Tümmler als Glücksomen für den Monat der Bachelorarbeit und der Klausuren.

    Vor dem Fenster ein riesiges Spinnennetz – gesponnen im Baugerüst mit imposanter Spinne. Im WInd schwankt es wild durch die Gegend. Wartet sie auf Tauben?

    Parametrische Programmierung

    Eingeschickt habe ich die Arbeit am Montagmittag. Fertig war sie Sonntagabend. Aber ich kenne es ja: Sobald ich auf „final“ gedrückt habe, fällt mir noch etwas ein, was ich noch dringend hätte ändern wollen.

    Also fertig: Sonntagabend.

    Abklingzeit Sonntagnacht.

    Montagvormittag dann wirklich noch Kleinigkeiten geändert.

    Montagmittag 14:11h. Abgabe.

    Dabei fiel mir wieder auf, wie sehr ich LaTeX schätze. Auch nach vielen Jahren erinnere ich mich noch deutlich daran, dass ich die letzten Tage der Magisterarbeit vor allem damit verbrachte, Word zu verfluchen. Im Jahr 2025, Bachelorarbeit in MikTeX: Alles lief genau wie es sollte. Das Programm machte zuverlässig genau was ich ihm sagte und der Text sieht dazu noch optisch phänomenal aus.

    Aber okay: Erkauft ist es damit, dass der Quelltext zusätzlich zu den 11000 Wörtern der Arbeit auch noch gefühlt 22000 Steuerzeichen enthält.

    Endstand: 10700 Wörter, sieben Tabellen, zwei Abbildungen und siebzig Formeln.

    Letzte Handlung: die Dateien Ergebnis_D_alle.cvs, Parameter_alle_Bereiche_einzel_in_Plot.jl, und Parameter_zusammen_in_CSV.jl in eine Zip-Datei packen und als Anhang hochladen. Danach erstmal ein Gefühl der Leere: Was nun?

    Aber das wird sich geben. Immerhin bot die Gartenparty die Gelegenheit, eine Flasche Sekt mitzubringen.

    Screenshot der Fernuni-Website. Bestätigung der Abgabe der Bacheloarbeit

    Dann bestellte er ein Bier, das war perfekt.

    Notes on Managing ADHD – Ich weiß gar nicht, ob die so ADHS-spezifisch ist. Aber vieles davon betreibe ich inzwischen auch, und es hat sich als sinnvoll erwiesen. Ich glaube insbesondere Inbox zero und eine ausgeprägte Neigung dazu, alles vorherzuplanen und diesen Plan quasi ununterbrochen innerlich durchzugehen.

    Um beim Thema zu bleiben: ADHS bei Frauen: Wenn 100 % Perfektion nur Fassade ist

    Die Farben für derzeit moderne Männerklamotten sind ganz furchtbar und sehen aus wie mehrfach zu heiß gewaschen. Quasi Haferflockenfarben. (und danke für’s Erwähnen)

    Role model Papa N: Die Waffel war außen knusprig und innen weich-fluffig, nicht zu süß und knallheiß. Papa N fand sie zu heiß, er aß nur die Sahne und die Kirschen. Und seinen Eiskaffee zu kalt, von dem aß er auch nur die Sahne und dann noch die Eiswaffel. Dann bestellte er ein Bier, das war perfekt.

    Marcus im Braunkohleland. Erinnert mich stark daran, wie ich 1990 als 15jähriger zusammen mit unser Leipziger Partnergemeinde durch die gerade verlassenen Braunkohltagebaue kraxelte.

    Falls wir nächstes Jahr die Grand Tour machen, steht Triest auf der Liste. Wir können uns schon mal einstimmen mit Gulasch alla Triestina.

    Falls wir mal Geld spenden, geht es mit hoher Wahrscheinlichkeit an Reporter-ohne-Grenzen oder Sanktionsfrei oder den Freiheitsfonds. Bei letzterem kann man hier lesen, warum Kein Geld fürs Busticket und deshalb in Haft: Freiheitsfonds kauft 100 Häftlinge frei.

    Rebecca Solnit in ihrem Newsletter mit einer Reprise zu ihrem wunderbaren Buch Orwell’s Roses unter dem Titel Circuses vs. Roses: Notes on Pleasure and Scold Culture:

    I have been blessed to be around drag queens, who are clearly dedicated to the more baroque possibilities of eyeliner and hairspray, often make much of being gossipy about celebrities even when they’re not dressing up as them, and who are often the most dedicated and valiant organizers around.