Kategorie: Alltag

  • 25-08-30 Bin ich Bernd?

    25-08-30 Bin ich Bernd?

    T minus 3. Noch drei Tage bis zur Abgabefrist der Bachelorarbeit.

    Im Bus fragte mich eine Frau: „Entschuldigung, aber heißt Du Bernd?“. Äh, nein. Ich bilde mir ein, diese Frage vor ein paar Jahren schon mal bekommen zu haben. Anscheinend habe ich einen Doppelgänger in Berlin.

    Madame zeigte Fotos aus Halle und berichtete von einem Ministeriumsvorbereitungsgespräch. Später kaufte sie einen italienischen Terrassenvorhang und fuhr damit auf eine Party nach Hamburg.

    Im Motzkiez ist Folsom Europe. Ich fuhr zufällig mit dem Bus vorhin und freute mich sehr an den ganzen Männern in Leder, Latex und anderen phantasievollen Anzügen. Nachdem meine Wahrnehmung entsprechend ausgerichtet war, erfreute ich mich fast noch mehr daran, auch im ganzen weiteren Stadtgebiet Männer in eher kurzen Lederoutfits zu sehen. Meine Lieblinge aber war das Pärchen in Ganzkörperleder mit Hundemasken am Bahnhof Zoo. Mehr Folsom wagen!

    Unabhängig vom Folsom(?) eine Frau mit zerrissene-Strumpfhose-Tattoo am Bein. Spannend.

    Am Steinplatz wunderte ich mich über eine aparte aber am Ort überraschende Statue einer Kröte auf der Rasenfläche. Bis sie sich bewegte und sich als liegender Mops herausstellte.

    Es war ein Freitag und ein Samstag des Bachelurlaubs.

    Das Hygrometer im Wohnzimmer zeigt bei geöffneter Balkontür knapp 80% Luftfeuchtigkeit. Das erklärt das tropische schweißfreundliche Feeling, selbst bei gemäßigten Temperaturen.

    Freitag führte der Weg ins Insulanerbad. Alle Wege waren noch regennass. Aber ich kam trocken ins Becken. Wir teilten uns eine Doppelbahn zu zweit und damit war natürlich alles wunderbar. Sogar ein weiterer Regenschauer war mir vergönnt. Denn es gibt kaum etwas jauchzerinduzierendes als eh schon im Wasser zu sein und dann im Regen zu schwimmen. Nur das Handtuch litt etwas.

    Wann führt Berlin endlich ein Badeschluss-Lied ein? Zu den vielen, vielen Sachen, die Wien besser hinbekommt als jede deutsche Stadt, gehört der Schwimmbadbetrieb eindeutig dazu.

    Samstag ein kleiner Spaziergang wieder auf den Spuren von Carlo Levi und Håkan Nesser.

    10961

    Zum Soundtrack der Arbeitet entwickelt sich deutlich der Song Occhi a Spillo auf Dauerschleife.

    Aktueller Stand: 10961 Worte. Wortvorgabe des Lehrstuhls sind 9000 bis 11000. Für die Zählung von Formeln etc. bin ich gerade zu erschöpft.

    Aber: Die Wörter stimmen. Es gibt ein Fazit und ein echtes Literaturverzeichnis. Ich finde keine Fehlrechnungen mehr. Die Arbeit ist quasi fertig. Ich könnte sie mit gutem Gewissen so einreichen.

    Jetzt habe ich noch drei Tage Zeit, um den Text noch ein wenig schöner machen.

    Das Literaturverzeichnis wurde spannend. Der Lehrstuhl sagt „Hardvard-Stil.“ Menschen, die sich damit auskennen, werden jetzt kurz auflachen. Es gibt ungefähr zwei Dutzend Zitierstile, die sich „Harvard“ nennen. Das vom Lehrstuhl gegebene Paxisbeispiel einer Literaturangabe entsprach keinem dieser zwei Dutzend Stile.

    Zum Glück besitzt eine Suchoption, bei der ich einstellen kann „Namen in Kapitälchen – Check.“, „Jahreszahl in Klammern – Check“, „Keine typographische Auszeichnung des Aufsatztitels – Check“. Und so weiter. Es fanden sich drei ungefähr passende Stile: „Berichte über Landwirtschaft“, „geoLoge“ und „HNI-Berlag“. Ich entschied mich für einen modifizierten geoLoge.

    Erudiendae Artibus Iuventuti

    Es funktioniert recht gut, den Kopf im Wechsel mit Schwimm- und Spaziereinheiten freizubekommen. Nachdem Freitag Swimming in the rain angesagt war, also am Samstag wieder ein längerer Spaziergang. Erstmals im Bachelurlaub hatte ich alle 46 Seiten (35 Text, 11 Seiten Klimbim wie diverse Verzeichnisse) ausgedruckt und wollte diese in anderer Umgebung – einem Café – mit Stift in der Hand korrekturlesen.

    Die Fortsetzung der Levi/Nesser-Tour bot sich an. Denn so grundverschieden deren Bücher „Die doppelte Nacht“ und „Elf Tage in Berlin“ sind – sie spielen in sich überlappenden Teilen Berlins.

    Die Route führte vom Zoo (beide) über die Hardenbergstraße zur Fasanenstraße. Dort die Fasanenstraße hinauf und hinunter, auf den Spuren von Nesser. Mit tiefem Durchatmen und Platz-genießen am Fasanenplatz.

    Zurück in der Hardenbergstraße folgten ein paar Meter zum Steinplatz. Hier hatte Levi 1958 in der Intellektuellenkneipe Volle Pulle so manchen Abend verbracht. Auch dieser Platz war einladend. Ich strich spontan den Korrektur-im-Café-Plan. Immerhin saß ich direkt im Schatten der Hauptgebäudes der Universität der Künste. Über mir der Spruch Erudiendae Artibus Iuventuti/Der in den Künsten zu unterrichtenden Jugend, nahm den einladenden Platz und das gute Karme der UdK als gutes Omen und korrigierte hier.

    Blick entlang eines geplasterten Teils des Steinplatzes hin zum Hauptgebäude der UdK. Ein großer wilhelmischer Prachtbau. Wild bewölkter Himmel.

    Zurück dann über den Savigny-Platz (Levi) und den Ku’damm (auch hier war Levi ein eifriger Bummler). Am Hard-Rock-Café strich ich einen weiteren Punkt von der könnte-ich-mal-Liste. Der Ausblick von dort auf die Ku’damm-Bummelant*innen war nett, der Rest nicht wiederholenswert. Dann weiter Reste des 1950er-Ku’Damm suchen, den Levi beschrieb. Am Europa-Center stieg ich wieder in den Bus zurück an den Rechner.

    Lieber Bücher als Scooter

    Weil ich so tapfer Wörter strich, nehme ich damit an der Blogparade „Weniger ist mehr“ teil. Oder auch nicht. Bildchen und Blogtitelmodifikation überfordert mich.

    Weniger ist mehr gilt auch oft für E-Scooter. Via Mastodon entdeckt: der Melder für unmögliche abgestellte Jeräte: Scooter-Melder.

    Daniel besorgte sich seinen ersten Bibliotheksausweis. Und das ich finde ich töfte!

    Margrit und Wally besuchten das Poet*innenfest Erlangen, das seit einigen Jahren auch in die Heime kommt.

    Campcatatonia sang Strada da Sole in Leipzig.

    Herr Rau trägt Hut.

    Spannender System-Admin-Kram trifft Mastodon: Die Rettung vom Troet.Cafe (via onli blogging)

  • 25-08-28 Brot- Käse- und Gemüsebedingungen (D nur auf der RHS)

    25-08-28 Brot- Käse- und Gemüsebedingungen (D nur auf der RHS)

    T minus 5. Noch fünf Tage bis zur Abgabe der Bachelorarbeit.

    Heute pulle ich einen All-Nighter. Zumindest wenn ich aus dem Fenster schaue. Die Uhrzeit (15:17h) spricht gegen die Nacht; die Tatsache, dass alle Lampen dieser Wohnung brennen, spricht stark dafür, dass schon Nacht ist.

    Ich habe Respekt: In Ostsachsen ehrenamtlich ein Freibad betreiben, dass dann auch noch politische Diskussionsveranstaltungen beherbergt oder wo Menschen von ihrer Arbeit in der Flüchtlingshilfe berichten: Wie ein Schwimmbad der AfD trotzt.

    Gelegenheit für eine Kurzpredigt: Menschen radikalisieren sich nicht, weil es ihnen selbst schlecht gibt, sondern wenn sie den Eindruck haben, dass es in ihrer Umgebung bergab geht. Das geschlossene Schwimmbad ist ähnlich wie die geschlossene Post oder der Supermarkt sehr wirkmächtig. In related news: In der Berliner Reinhardtstraße ist ein Wohnhaus geräumt worden, weil der Dachstuhl einzustürzen droht. Nun werden Teile des Dachs abgetragen.

    Unser Dach-Bauleiter des gerade neu aufgebauten Dachstuhls kam, sah sich Schäden an Er will, sobald ihre Bauten an den Dach-Außenanlagen fertig sind (sehr bald!), unsere Wohnung renovieren lassen. Das ist an sich sehr löblich. Nur leider sind die nächsten Wochen, gar Monate, so vollgestopft, dass wir alles brauchen können, nur keine Handwerker, die hier noch Zusatzchaos verursachen.

    Der Tagespresse entnehme ich, dass der durchschnittliche Single auf 68 qm lebt, der durchschnittliche zwei-Personen-Haushalt auf 104 qm. Da liegen wir mit der Wohnung deutlich drunter; mit Wohnung und Bungalow zusammengerechnet kommt es ungefähr hin. Im Sommer können wir auch noch den dreiviertel Quadratmeter der Schwimmbadkabane dazu rechnen!

    Es waren drei Tage des Bachelurlaubs.

    Dienstag: ein abendlicher Hops mit Madame ins Insulanerbad. Strahlender Sonnenschein. Aber die 20 Grad Wassertemperatur ermunterten zur Bewegung. Premiere: Madame überholte aquajoggend eine Kraulschwimmerin. Es lag nicht daran, dass Madame in Speedjogging ausgebrochen wäre. So bizarr.

    Mittwoch: Wir waren beide etwas neben der Spur. Zum Ausgleich ein Feel-good-Mittagessen an einem weiteren Punkt, der „könnten-wir-mal“-Liste: Nonna Anna. Auch am Südkreuz. Es spricht für italienische Restaurants, wenn der Karte eine regionale Färbung anzumerken ist. Nonna Anna ist offenbar Römerin oder kommt zumindest aus dem Latium.1 Dementsprechend bekamen wir sensationelle Spaghetti Carbonara und Spaghetti all’amatriciana serviert.

    Abends fühlten wir uns beide davon überfordert bei schwülen 29 Grad noch mal den Weg ins Bad auf uns zu nehmen. Dann auch noch durch das Bad laufen und die ganze Umzieherei! Noch haben wir bis zum 7. September. Jeder Tag der Kabane wird genutzt werden!

    Madame versucht’s mal mit Gemüslichkeit2 und unterschrieb dafür einen Vertrag über die Brot- Käse- und Gemüsebedingungen. Solang wir aber das solidarische Gemüsli noch nicht bekommen, brachte sie Pfifferlinge aus der Hafenstadt mit.

    Heute besichtigt Madame im Dauerregen die Himmelsscheibe. Vielleicht bringt sie Salz mit.

    Eingang zum Sommerbad am Insulaner. Ein schmales Kassenhäuschen, unter einem Dach mit zwei Durchgängen links und rechts.

    scatter!(xs2, ys2; label  = „D nur auf der RHS“, marker = :utriangle, )

    Aktueller Stand der Arbeit: 11700 Wörter (Ziel: 9000 bis 11000), 42 Seiten (Zielwert: 30 bis 35), 104 Formeln, fünf Tabellen, zwei Grafiken und null unklare Rechnungen.

    Zwischenzeitlich gab es von allem wieder mehr. Selbst die falsch berechneten 2/19, die ich nun schon mehrfach gelöscht hatte, tauchten an einer weiteren Stelle im Text auf. Nachdem ich die Zahlen alle sortiert haben, kommen jetzt die griechischen Buchstaben dran.

    Mein Plot-Erstellungs-Game hat sich stark verbessert: Ich könnte innerhalb von wenigen Stunden die Seitenzahl der Arbeit von 42 auf 84 steigern, indem ich alles nur mit sinnlosen Plots (Plotten?, Plotoi?) überziehe. Aber eigentlich will ich ja bei 35 Seiten enden, nicht bei 84.

    Noch sind es erst zwei Plotoi. Ein Plot mit D in allen Szenarien, ein Plot mit D auf der RHS. Aber noch habe ich Zeit.

    Langsam biege ich auf die Zielgerade ein. Der Anteil der Straffungen überwiegt inzwischen den Anteil der Ausbauten.

    Das bedeutet auch: Ich verbringe viel Zeit damit, meine alte Arbeit durchzulesen, und freue mich: Sie wirkt kompetent. Leider ist der bestwirkendste Teil derjenige, der ein wenig ins Nichts führt und wohl weiteren Kürzungen zum Opfer fallen wird. Aber noch kann ich mich nicht trennen.

    Karton in Wohnung, Fahrrad nicht zu Grundschule, Essen auf Förderband

    Frau Wunnibar zog um.

    Es gibt immer noch einen Ort, wo das mit dem Radfahren noch schlimmer ist: Mit dem Fahrrad zur Grundschule – ein Follow up

    Ein Mastodon-Thread: Das Vagina-Museum zum Thema wie generative KI funktioniert „and how it can tell you you’ll give birth out of your penis-rectum.“

    Drive-in vollautomatisiert: The “Motormat” Was a Drive-In in Los Angeles, Where the Food Tray Was Sent Out on Rails Right to Your Car

    I’ve spent the better part of two decades dealing with people trying to dox and harass the volunteers who make Wikipedia the incredible resource it is today. I liked it better when they weren’t in Congress.

    Mein innerer Freund mathematischer Modellierung liest erfreut Holgers Gedanken dazu, wie er von Dieppe weiter nach Westen segeln kann. (Gegen den Wind, aber zeitweise mit dem Tidenstrom)

    Anmerkungen

    1. Habe inzwischen die Website konsultiert und fühle mich bestätigt: „Wir begrüßen Sie herzlichst bei Nonna Anna – Un Gusto Etrusco, dem Restaurant, das Sie in die Aromen und Traditionen Nord-Latiums entführt. Lassen Sie sich von Gerichten inspirieren, die nach den Rezepten meiner Schwiegermutter, Anna di Russo, aus Cerveteri zubereitet werden.“ ↩︎
    2. SCNR ↩︎
  • 25-08-26 BBmax = BBmaxtab = 15,2

    25-08-26 BBmax = BBmaxtab = 15,2

    T minus 7. Noch sieben Tage bis zur Abgabe der Bachelorarbeit. Derzeitiger Stand: 11.900 Wörter (Zielwert 9.000-11.000), davon 75 Symbole, 111 Formeln, 5 Tabellen, 1 Plot (keine Zielwert) und ich entdecke null unstimmige Rechnungen (Zielwert: 0).

    Madame erntete James Grieve und die leicht erreichbaren Alkmene-Äpfel. Nächstes Wochenende wird es wohl nichts mit uns und den Latifundien und dann ist es zu spät.

    Bei der zu besorgenden Rose für den focal point am Wegende steht Penelope gut im Rennen. Oder ich bekomme noch heraus, zu welcher Sorte diese gigantische Vier-Meter-Strauchrose in der Kyffhäuserstraße gehört.

    Geerntete Äpfel verarbeitete Madame zu Kompott. Die 3-Gänge-Tage setzen sich fort. Vor dem Kompott ein lauwarmer Linsensalat und davor Oeuf mayo. Oder halt Eier mit Mayonnaise. Aber da die Vorspeise von diesem FAS-Artikel über Pariser Bouillons und das dortige Oeuf mayo inspiriert war, sollte ich es auch französisch bezeichnen.

    Außerdem ist Oeuf mayo eine Kulturform, Eier mit Mayonnaise eher nicht.

    Es war ein Sonntag und der erste Montag des Bachelurlaubs II.

    Gelernt: das englische fast-Fachwort satifisficing, eine Mischung aus satisfacton und optimizing, deutsche Übersetzung „gut genug“. Wenn die Optimierung irgendwann zu aufwendig wird.

    Zuchtbullen zu Erdbeeren

    Zufällig las ich direkt nacheinander etwas über Karls Erdbeerhof und den Prickings-Hof, die Heimat von Bauer Ewald.

    Wer in den 1980er/1990ern in Nordwestdeutschland lebte, kennt Bauer Ewald. Und sei es nur für den Flyern, die alle zwei Monate im Briefkasten lagen und zur Bustour in den Prickings-Hof einluden.

    Mir erschloss sich: Bauer Ewald war der Karl Erdbeere der 1980er. Und am Unterschied zwischen dem Prickings Hof und dessen Attraktionen (Kaffeefahrten, gigantische Schlachtplatten, die Cadillac-Sammlung, Bauer Ewald selbst) und Karls Erdbeerhof kann mensch schön gesellschaftliche Entwicklung sehen.

    Bei Ewald war alles groß und schwer und riesig: Von den Cadillacs der Autosammlung bis zum größten Zuchtbullen der Welt. Tourist*inne kamen mit Bussen, bekamen im Restaurant klodeckelgroße Schnitzel serviert und gingen mit der 30-Kilo-Tasche Wurst nach Hause.

    Bei Karl ist alles leicht und schwebend. Familien kommen individuell, verbringen eine Zeit im Karussel, beim Kaffee und schauen der Bonbonproduktion zu, am Ende geht es mit einem teuren Glas Marmelade nach Hause.

    Aber Ewald war auch räumlich gebunden: Es gab nur einen Bauer Ewald und nur einen weltgrößten Zuchtbullen. Die Cadillacs konnten nur an einem Ort ausgestellt werden. Karls Konzept hingehen ist so schwebend und abstrakt – er kann einfach jede Woche einen neuen Standort quer durch Europa eröffnen. Der Unterschied zwischen 1980 und 2025.

    Zielfunktionswert in Abhängigkeit von D

    So alle Rechnungen stimmen überein. BBmax (der Wert, den Julia ausspuckt) und BBmaxtab (der Wert den der manuelle Simpex ausspuckt) sind identisch: 15,2. Und wenn ich jetzt noch einen rechnerischen Fehler finde, muss ich den kaschieren. Nochmal rechne ich den ganzen Schmuh nicht mehr von vorne bis hinten durch. Das ist Arbeit!

    Immerhin bin ich meinem Grundschul-ich treu geblieben: Alle Fehler in der Arbeit entstanden durch Unaufmerksamkeit, weil ich irgendwo in der Zeile oder der Spalte verrutscht bin.

    Die letzten großen inhaltlichen Lücken der Arbeit sind gefüllt. Nicht nur, dass ich eine ungefähr Vorstellung habe, was ich tun muss: ich habe es getan.

    Ich habe noch ein paar Ergebnistabellen angelegt und auch einen ersten Ergebnisplot. Das schöne: Da wo der Plot herkommt, kann ich problemlos noch ein Dutzend weitere Grafiken ziehen. Aber ist das sinnvoll?

    Noch steht alles im Rohbau da, und noch kann auch inhaltlich noch vieles aufgemotzt werden. Aber es gibt keinen Bereich mehr, von dem ich sagen würde „das muss unbedingt noch, sonst grande miseria“.

    Jetzt sitze ich gerade etwas ratlos vor der Arbeit, und frage mich, welche Klein- und Mittelbaustellen ich in welcher Reihenfolge angehe.

    Die schlimmsten Baustellen sind eigentlich: „Es gibt noch kein Fazit“ und „das Literaturverzeichnis ist derzeit eher eine Stichwortliste denn ein Literaturverzeichnis.“ Uneigentlich ergibt es aber erst Sinn, die beiden Baustellen anzugehen, wenn alles andere wirklich fertig ist.

    Barbarossastraße

    Fertig gelesen: Håkan Nesser „Elf Tage in Berlin„. Irgendwie ein seltsames Buch. Mit einer inhaltlichen Konsistenz irgendwo zwischen Weissbrot und Lachgas liest es sich schnell weg, macht auch gute Laune, aber es bleibt wenig greifbar.

    Seltsam aber: während das Buch so vor sich dahinschwebt, sind seine Handlungsorte seltsam konkret. Die Elf Tage spielen nicht irgendwo in Berlin, sondern in der Schuhetage vom KaDeWe, oder in einem Hotel in der Fasanenstraße. Oder es spielt in Wohnungen in der Meraner Straße und der Kyffhäuserstraße in Schöneberg. Das sind reine Wohnstraßen hier in der Nachbarschaft.

    Vor meinem inneren Auge bleibt die Romanhandlung etwas schwach. Aber umso deutlicher sehe ich Nesser auf Berlinurlaub vor mir, der in einem Hotel Charlottenburg wohnt, abends die Restaurants der Gegend aufsucht und durch die lieblichen Straßen des Bayerischen Viertels spazierengeht.

    Gute Idee. Um mal von meiner Arbeit wegzukommen, folge ich Nessers Spuren.

    Ich laufe das kurze Stück von der Wohnung zur Meraner Straße – wirklich ein perfekter Wohnort für eine Bibliothekarin – und mäandere mich durchs Bayerische Viertel. Die Kyffhäuserstraße – noch ein Stück herrschaftlicher und großbürgerlicher als die Meraner – wie gemacht für einen verrückten Professor.

    Lachen muss ich als mir einfällt, dass der verrückte Professor den Kampfnamen Barbarossa trägt – und welche Straße liegt zwischen Meraner und Kyffhäuser? Genau, die Barbarossastraße.

    Es folgt ein Abstecker zu Viki-Lu, dem Victoria-Luise-Platz, so leicht und schwebend wie Nessers ganzer Roman – von ihm aus unerfindlichen Gründen übersehen.

    Aber dann ist es auch nicht mehr weit bis zum KaDeWe. Das hat leider seit Romanerscheinen 2015 stark an Glanz und Niveau verloren, ist jetzt eine seltsame Mischung aus Shopping-Mall im Luxussegment und verlorener Wirke Reste ehemaliger Kaufhausherrlichkeit, und so abschreckend wirkt auch die Schuhabteilung.

    Also lieber eins weiter zum echten Schuhgeschäft, und sogar welche gelauft. Der M46 brachte mich zurück nach Schöneberg Süd.

    Viki Lu – sollte im Nesser-Roman vorkommen, bleibt aber unerwähnt.

    Mit Zug, Segelboot und Bus

    Karen beendete die epische Zugreise: Turku-Sarajevo mit dem Zug: (17) Bratislava – Berlin – Stockholm – Turku

    Es soll hier ja nicht nur ums Zugfahren gehen. Angela und Holger segeln weiterhin: Dieppe I und Dieppe II und gute Besserung.

    Camp Catatonia kam nicht ganz so weit. Sie aquajoggte: Intervallbegegnungen

    Chemnitz oder Paris? Zwei Herzensstädte. Amberlight Label war auf dem Loop-Festival 2025 Limbach Oberfrohna Esche-Museum Strickfestival Chemnitz . Herr Fliegende Bretter fuhr weiter: In der Nachbarstadt im Süden gibt es ein Reiseunternehmen, das ganz Europa per Bus erschließt. Die haben unter anderem auch eine Tagestour nach Paris im Sortiment. (via Flusskiesel)

  • 25-08-24 Spontanhalt an der Einheitseiche

    25-08-24 Spontanhalt an der Einheitseiche

    T minus 9. Noch neun Tage bis zur Abgabe der Bachelorarbeit. Derzeit besteht ihr Entwurf aus 11.300 Wörtern (Zielwert 9.000-11.000), davon 98 Formeln, 59 Symbole im Symbolverzeichnis und etwa zwei Seiten Code. (keine expliziten Zielwerte). Ich finde drei Rechnungen mit unstimmigen Ergebnissen. (Zielwert: Null).

    Mir träumte ich nahm an einem Kongress teil; Thema unbekannt, aber zahlreiche Wikipedianer*innen unter den Anwesenden. Ein Veranstaltssaal war eine Kirche im Kellergeschoss. Als ich dort zu einem Panel wollte, war dieser bereits zum Schlafsaal umdrappiert.

    Mir träumte, dass ich auf diesem Kongress Debbie meine Bachelorarbeit zeigen wollte. Was mir sagt, dass mein Traum-Ich sie für vorzeigenswert hält.

    Mir träumte, ich teste Fahrräder, und eines davon gefiel mir so gut, dass ich einfach bei der Testfahrt nur noch weiterfuhr. Mein Traumfahrrad ist also durchgängig anthrazit, robust gebaut, hat bis auf Schutzbleche keinerlei Anbauten und eine gerade Lenkerstange.

    Es war ein letzter halber Arbeitstag, ein halber Tag der Bachelorarbeit und ein freier Tag auf den Latifundien. Der letzte gänzliche freie Tag bis T, dem Tag der Abgabe.

    Das Katzenstreuwrack auf dem Hinterhof ist zu verschenken. Sagt zumindest der daran hängende Zettel. Auf die Idee hätten sie auch schon vor einem Jahr kommen können.

    In einer benachbarten Baumscheibe wachsen Cannabispflanzen. Ist das eigentlich inzwischen legal?

    Madame weckte die kühlschrankeigene Kefirknolle aus dem Tiefschlaf.

    Die Apotheke kann nur durch das Notdienstfenster bedienen. Ein Feuer im Stromverteiler des Hauses setzte auch die elektrische Öffnung der Ladentür außer Kraft. Allerdings frage ich mich seitdem, durch welches Fenster eigentlich die Apothekerin und ihre Angestellten jeden morgen ins Geschäft krabbeln?

    Startmenü mit morrderlig

    Eigentlich hatte ich ja nur einen kurzen besuchsartigen Aufenthalt in der Erwerbsarbeit die Woche. Gerade mal genug, um in laufenden Projekten mal kurz auf Stand zu kommen und mehr oder weniger weise Worte von mir zu geben, immer begleitet von, „freut mich wenn ihr das dann umsetzt.“

    Eigentlich konnte sich in 5×4 Stunden überhaupt nichts ansammeln, was hätte Stress verursachen können. Uneigentlich haben offenbar alle Kolleg*innen aller Abteilungen am Freitag gerochen, dass dies die vorerst letzte Chance vor Bachelurlaub II ist mit mir zu reden. Meine Güte! Und das Freitag!

    Immerhin, ein wenig Selbstentertainment blieb. Ich lies mir – bestenfalls semi-ernsthaft, weil ich das Ergebnis ahnte – vom Halluzinator eine Infografik über die Unterschiede zwischen Windows 10 und 11 aus Usersicht erstellen. Auch wenn KI-Bilder in Blogs doof sind: Wenn das KI-Bild inhaltliches Thema ist, dann muss es sein. Der Halluzinator hört doch niemals auf mich zu begeistern. Immerhin passt der Gesichtsausdruck:

    Talea chiuso

    Madame ist wieder in Berlin, hat aber noch freie Tage. Wir haben die Gelegenheit, zusammen die „könnten wir mal“-Liste abzuarbeiten. Zumindest so lange diese „könnten wir mals“ zeitlich übersichtlich sind. Restaurants und Cafés zum Mittagessen zum Beispiel.

    Donnerstag: Talea, das botanische Bistro, wollte uns mal wieder nicht. Diesmal wegen Urlaub. Ich glaub, das wird nichts mehr. Aber wir entdeckten, dass Gümüş, die ganz vortrefflich aussehende türkische Bäckerei, direkt gegenüber von Talea eine zweite Filiale eröffnet hatte. So genössen wir Gözleme und Lahmacun und danach eine Tarte Citron und Kaffee Galão bei Enricos Kaffeerösterei.

    Die Dichte an wirklich gutem bodenständigen Essen und Trinken in Schöneberg ist krass – lässt sich nicht anders sagen.

    Freitag ein ähnliches Spielchen, auf französisch. Erst Le Quartier Bistronomique im Nachbargebäude des Büros – mit 20 Euro für ein Mittagsgericht nicht mehr ganz so bodenständig. Aber dafür hatten Hummus und gerösteter Blumenkohl bereits beste Fine Dining-Qualitäten. Dann weiter zu Gorilla, auch eher mit der Zielgruppe gut verdienendes Büropublikum – aber dieses Pain au chocolat war schon sehr sehr gut.

    Geschlechtsanpassung in der Bachelorarbeit

    Ich habe tausend Ideen zur Fortentwicklung, Verschönerung und inhaltlichen Aufmöbelung der Bachelorbeit. Da zeigt sich der Unterschied zwischen Studium 1 und 2 und meiner persönlichen Entwicklung seitdem: Vor 23 Jahren hätte ich begeistert versucht, die Ideen noch umzusetzen. Jetzt denke ich „T minus 9. Never in my life. Lieber das Niveau das sie jetzt hat, aber das so gut wir irgendmöglich exekutiert.“

    Langsam versuche ich die verschiedenen losen Enden der Bachelorarbeit aufzunehmen und ineinanderzuweben. Zu dem Kompetenzeindruck, den ich erwecken will, gehört ja, dass es so wirken soll, als wäre alles geplant was da steht.

    Dabei lese ich alles nochmal durch. Auch das Beispiel an dem ich meine mathematische Theorie durchexerziere. Das Beispiel handelt, vielleicht wenig überraschend, von optimalen Öffnungszeiten von Schwimmbädern. Diese Schwimmbäder werden von einer Anstalt öffentlichen Rechts betrieben.

    Und da fiel mir mein eigener Geschlechtswahnsinn von den Augen: DIE Anstalt. Weiblich. Also auch die Badbetreiberin, nicht der Badbetreiber. Schwupps, einmal Geschlechtsanpassung quer durch die Arbeit und alles passte wieder.

    Wieso kein Regenbogen?

    Der Gartensamstag spielte quattro stagioni. Außer Schnee hatten wir jedes Wetter, und das im Fünf-Minuten-Takt.

    Während Madame fleißig Fallobst sammelte, den Vorgarten aufmöbelte, deadheaddete saß ich auf der Terrasse und las. Oder ich saß im Haus und las. Oder wieder auf der Terrasse.

    Ich las Carlo Levis weiter in Die doppelte Nacht. Wieder nur kurze Abschnitte. Ein Buch mit einer so dichten Sprache – es wäre Verschwendung größere Teile davon auf einmal zu lesen. Fast liest es sich wie Lyrik, nicht wie ein Dokumentartext. Daneben Håkan Nessers Elf Tage in Berlin – ein anderes Buch über einen Berlinbesuch, wie es verschiedener nicht sein könnte.

    Wo Levis Text über das Nachkriegsberlin 1958 sich liest als wäre er in Tontafeln gemeißelt, jedes Wort wohlüberlegt, wirkt Nessers Buch über das Berlin 2015 leicht und unfassbar wie eine fluffige Wolke. Das Buch lies sich problemlos von Samstagnachmittag bis Sonntagvormittag komplett durchlesen.

    Madame las derweil Original Sin über das Elend, dass da Joe Bidens Wiederwahlversuch war.

    Zusammen versuchten wir den wilden Himalayan Musk zu bändigen. Der wächst zwar brav über die Pergola hinweg wie er soll. Aber halt auch in fünf andere Himmelsrichtungen. Ich bin mir sicher, wir werden viel Spaß haben.

    Wir fanden einen weiteren focal point an den eine Rose gehört. Aber Mozart? Reine de Violettes? Jacques Cartier? F.J. Grootendorst? Westerland?

    Rinderstolz empfahl eine Dicke Rippe für den Grill, die ernstlich gut aussah, ich aber hatte kein Vertrauen in mehrere Stunden Draußenwetter am Stück – nächstes Mal. Dieses mal halt Burger.

    Dazu gelang es uns, Gartenzucchini aus einer Tüte am Gartenzaun zu grillen, wie es sich gehört. Die Spontanbremsung zum Spontankauf inmitten von Vehlefanz brachte erstmals die Gedenktafel der Vehlefanzer Einheitseiche in mein Blickfeld.

    Zu Lande, zu Lande und zu Lande

    Während der Halluzinator bei Infografiken erwartbar versagt, schockte er Denny damit wie gut er programmieren kann. Im Blog (und weil das grad unter dem Ansturm zusammenbricht via Google doc: Additions with unique digits: a tale of puzzling and AI) (via Denny in Mastodon)

    The defense against slop and brainrot. What I am doing to prevent myself from stagnating and rotting. (via Jason Kotke auf Mastodon)

    Qbi fuhr Langstrecke nach Jena mit dem E-Auto. Fazit: In allen Ländern, wo ich bisher war, gab es genügend Ladesäulen, auf die man im Notfall ausweichen könnte. Aber es funktionierten immer alle, so dass ich nicht ausweichen musste. Daher hat sich bei mir mittlerweile der Eindruck verfestigt, dass ein E-Auto ein optimales Langstreckenfahrzeug ist. Ich fahre mit dem deutlich lieber lange Strecken als mit den Verbrennern, die ich vorher fuhr.

    Readinginsweden fuhr mit dem Zug aus dem ländlichen Bayern nach Berlin: 22.8.2025 Zuggeschichten

    Sari fuhr Mittelstrecke mit dem Fahrrad zu Karl Erdbeerhof: Eine Radtour durch die Natur im Alleingang

    Schon mal vormerken, Lorenzos zweiter Mint-Post: Linux Mint optimal nutzen: 8 Tipps für mehr Komfort, Sicherheit und Spaß

  • 25-08-21 Korrespondierende Variablen

    25-08-21 Korrespondierende Variablen

    T-12, noch zwölf Tage bis zur Abgabe. Aktuell 10700 Wörter, darunter 97 Formeln und ungefähr zwei Seiten Code.

    Madame ist zurück. Zur Feier der Rückkehr kaufte sie gleich für uns Fahrkarten für ICE und TGV. Wir können den Satz sagen, der zwar ein bißchen pathetisch ist, aber irgendwie auch schön: „Wir haben ein Stammhotel in Paris.“

    Bei zwei bzw. drei Aufenthalten in einem Jahr sollte das gehen. Diese Bahn-Direktverbindung Berlin-Paris ist schon sehr, sehr schön.

    Abendliche drei-Gänge-Menüs sind viel weniger Aufwand für mich, wenn Madame sie zubereitet.

    Auf der Bank im Bahnhof Südkreuz: Ein älterer Herr im gut sitzenden Anzug, der eine gedruckte Zeitung las. Es hat den Stil der ganzen Bahnhofshalle ein Stück nach oben gezogen.

    Auf der Arbeit freue ich mich über Tickets, die den SM-Raum betreffen. Auch in den Schwimmmeister-Räumen steht Technik.

    Es waren drei Tage der halben Erwerbsarbeit und der halben Bachelorarbeit.

    Manchmal fühle ich mich beim Mail-Schreiben seltsam. Erst eine Mail an die Hausverwaltung: „Hallo, wir haben zuwenig Wasser. Also eigentlich gar keins, zumindest kein Warmes.“ Direkt danach die zweite Mail an die Hausverwaltung: „Hallo, wir haben zuviel Wasser, es kommt aus der Zimmerdecke von der Dachbaustelle.“

    Logistik, so wichtig. Es kommt nicht nur auf die Wassermenge an, sondern auch auf den genauen Ort wo es ist.

    Ich gab zuviel Geld für handgestreichelte, biologisch harmonisierte und von glücklichen Kindern am Strand eingesammelte Kokosbriketts für den Grill aus. Wenn schon Geld verbrennen, dann wenigstens wortwörtlich.

    Nach September kommt Oktober

    Auch wenn die hochdramatische Phase mit Bachelorabgabe und direkt darauffolgenden Klausuren erst folgt. Langsam bin ich in der Lage wahrzunehmen, dass die Welt sich am 17. September weiter drehen wird.

    Der erste Termin der Komischen Oper taucht in meinem Sichtfeld des Kalenders auf: Hallo, Jesus Christ Superstar.

    Neben den ICE/TGV-Fahrkarten erfolgten auch Hotel- und Restaurantbuchungen, eine Buchung für eine Pferdeshow über Madame (nein, nicht die Madame) und eine vage Grilleinladung für September und Oktober.

    Auch werde ich endlich mal das Projekt „Linux auf den alten Laptop“ in Angriff nehmen.

    Fast hätte ich mich im Überschwang der Gefühle für die Wikipedia-Schreibwettbewerbsjury gemeldet. Aber da setzte dann doch die Vernunft noch rechtzeitig ein.

    Vage angedacht fürs nächste Jahr: Via Interrail eine Grand Tour Berlin->Paris->Mailand->Triest->Wien->Warschau->Berlin. Auch auf die Gefahr hin, spätestens im Zug Paris->Mailand the most underdressend person in the train zu sein.

    Ist x=2 eine Formel?

    In einer Bachelorarbeitsquelle lese ich etwas von „korrespondierenden Variablen“ und denke spontan an ein kleines x und ein kleines y. Beide betreiben Briefkorrespondenz mit Feder, Tintenfass und Siegelwachs.

    Die Bachelorarbeit fliegt nicht, aber sie geht brav und unbeirrt ihren Gang. Kaum denke ich, das Problem ist gelöst, dann erhebt ein neuer Nebenaspekt sein Haupt aus den Nebeln meines Unwissens.

    Aber ich bin mir relativ sicher, etwas abgeben zu können, für das ich mich nicht abgrundtief schämen muss. Damit ist mein komplettes Ziel für die Bachelorarbeit schon erreicht.

    Weiterhin happy über die frühzeitige Entscheidung alles in LaTeX zu machen – egal, was für einen Humbug ich abgebe. Es sieht toll aus.

    97 Formen erscheinen mir arg viel. Ich überlege, bei „Formeln“ wie

    \[ x_{HG} = 0,564753 \]

    die Nummerierung zu entfernen. Überhaupt könnte ich heute einen Zwischen-Aufräumtag machen, Dopplungen streichen, unbeholfene Formulierungen überarbeiten, und ergründen, warum das Symbolverzeichnis zwar vorhanden ist, nicht aber im Inhaltsverzeichnis angezeigt wird.

    Bild vom Schreibtisch mit zwei ausgeschalteten Monitoren, Tastatur, Maus, Mousepad, zwei Schreibtischaufsätzen - drumherum diverse Bibliotheksbücher zu mathematischer Programmierung, Stifte und ein Taschenrechner.

    Malende Musiker und tanzende Häuser

    Getriggert durch den La-Chimera-Soundtrack habe ich mehr zu Franco Battiato gelesen. Der hat nicht nur mit Centro di gravità permanente einen ewigen Italo-Disco-Synthiehit geschrieben, sondern auch sonst ein überraschend vielfältiges Leben geführt: Prog Rock -> Stockhausen -> Brian Eno -> spiritueller Synth-Pop (die Centro..-Phase) -> Songschreiber für u.a. Milva -> Erste Oper -> Musikalische Messe -> Weitere Oper und verschiedene spiritiuell-philosophische Bücher -> Mit La Cura (hier der deutsche Text) einen der Liebesliedklassiker Italiens veröffentlicht -> Film gedreht -> Mitglied der sizialianischen Regionalregierung -> weitere Opern und Filme.

    Die taz würdigt Hinrich Baller, dem unsere Nachbarschaft einige ihrer spannendsten Bauten verdankt: Als würden sie tanzen

    Readinsweden in Straubing und danke für’s Mitfiebern!

    Passend zu meinen Linux-Plänen für den Oktober veröffentliche Lorenzo den Post: Linux Mint – Schritt für Schritt, so wie ich es gemacht habe

    Wenn ich in Stuttgart bin, sollte ich den Restaurantempfehlungen von Vincent Klink folgen: Wo ich gerne esse. Überhaupt schreibt er ein hoch unterhaltsamen Blog.

    Was ich nicht nachmachen sollte: Mit (am Anfang noch nicht auftretendem) Covid eine Fernwanderung starten: Hardangervidda in Norwegen: Warum ich abbrechen musste

    Filme die ich sehen muss (via Feuilleton und Firlefanz):

    Set at the height of the Cold War, 1949 centres on the relationship between the writer Thomas Mann, played by Hanns Zischler, and his actress, journalist and rally driver daughter Erika, played by Sandra Hüller, as they embark on a road trip in a black Buick cruiser across a Germany in ruins.

  • 25-08-19 Vašek to the rescue (Cantuccini und Buttermilch)

    25-08-19 Vašek to the rescue (Cantuccini und Buttermilch)

    Es ist überraschend un-intuitiv, mp3-Dateien vom Rechner auf ein Handy zu bekommen. Es ist überraschend schwierg, mal eben im Internet irgendwelche beliebigen mp3-Dateien zu finden, um zu testen.

    Wikimedia Commons to the rescue!

    Es war überraschend, zwei Zahlen zu vergleichen. In der Bachelorarbeit rechne ich mein Problem einmal quasi manuell – um zu zeigen, was passiert- und einmal per Funktion in Julia/JuMP – weil solche Aufgaben in echt natürlich niemand je per Hand rechnen würde.

    Beim Vergleich beider Rechnungen entdeckte ich, dass der manuelle Weg ein anderes Ergebnis liefert (276/19) als die computerisierte Rechnung (15,4421..). So Pi mal Daumen sah das plausibel nach identischen Ergebnissen aus. Die letzten drei Wochen dachte ich auch, beide Rechenwege kämen zu einem identischen Ergebnis.

    Aber dem ist nicht so, wie sich bei genauerer Betrachtung zeigte. 276/19 ist auch nach Rundung ein komplett anderer Wert als 15,4421.. Das war jetzt blöd.

    Wie sich nach einiger spannender Zeit des Nachforschens zeigte, lag der Computer falsch. Also natürlich ich, als ich beim Eingeben der Zahlen in der Spalte verrutscht war. Puh.

    Es war ein sonntägliches Latifundienfrühstück, ein montäglicher Arbeitsmorgen und zwei Nachmittage der Bachelorarbeit.

    Sonntag: In unserem Briefkasten lag ein gelber Briefumschlag – klassische Gerichts-/Gerichtsvollstrecker-Post. Ich bin erst erschrocken, spontane Reaktion „I didn’t do it!“. Dann las ich den Briefumschlag. Ah, der Brief war für Edmund…, gar nicht für uns. Edmund wohnt hier nicht. Der Name sagt mir auch nichts. Aber bei inzwischen 28 Briefkästen für 12 Mietparteien im Hausflur ist das nicht so überraschend.

    Edmund hat sogar einen Briefkasten im Hausflur, wie ich feststellte. Der Briefkasten quillt über und wurde schon mal aufgebrochen. Jetzt quillt er mit einem gelben Brief mehr über.

    Auf den Latifundien spielte ich mit dem Halluzinator. Er schlug vor, diejenigen Wiesenteile, die vor allem aus Reitgras oder Glatthafer bestehen, im Frühjahr zu stören / in Teilen zu sensen, um Löcher und Platz für andere Bewohner zu schaffen. Ich werde mal suchen, ob ich eine Quelle mit einem engeren Verhältnis zur Wahrheit finde, die das bestätigt.

    Mein montägliches Aufwachgefühl: „Das ist gar nicht mal so warm.“ Und das war sehr schön.

    The Dime

    Ausgelesen: Kathleen Kents The Dime. Weiterhin ein Pageturner mit einer Erzählgeschwindigkeit, der dem mir als Leser schwindlig wird. Wie in einer guten Achterbahn flicht Kent immer mal einen kurzen Abschnitt zum Atemholen ein, damit es danach noch rasanter weiter geht. Daneben nette mir plausibel erscheinende Beobachtungen, wie es ist, als lesbische Polizisten in einer Großstadt in Texas zu leben.

    Lieblingsszene: Das Gefecht zwischen einem mexikanischen Drogenkartell und der Re-Enactment-Gruppe mit Waffen aus dem amerikanischen Bürgerkrieg.

    Bonuspunkte für eine der besten toten Nebenfiguren in einem Roman (Benny, der tote polnisch-New-Yorker-Polizistenonkel der Erzählerin) mit seinem großen Vorrat polnischer Sprichwörter.

    Dass die – große, rothaarige, polnischstämmige, lesbische – Polizistin am Ende von einer Familie durchgeknallter Nazi-Drogenhändler als Familienmitglied wider willen auserkoren wird, stellt nicht den Gipfel realistischen Erzählens dar – gibt der Geschichte aber noch einen schönen Spin zum Abschluss, der in der Erzählwelt sogar recht plausibel wirkt.

    Das Kabanenparadies

    Kaum bin ich da, bin ich schon wieder weg. So zumindest Montag im Büro. Ich durfte einen seltenen Einsatz im Freibad absolvieren. Ich packte ein wenig Gepäck ein, und machte mich auf den Weg ins Sommerbad Mariendorf. Das war allgemein schon sehr nett. Noch netter: Direkt nach dem frühen Feierabend quasi dort vom Rechner aus ins Wasser springen.

    Wobei auch das Sommerbad: „Vintage“ wie ein Kassierer sagte, aber der Zustand war im Jahr 2025 deutlich weniger desolat als ich ihn in Erinnerung hatte. Was beispielsweise die Kabanen-Situation angeht, steht Mariendorf derzeit klar besser da als der Insulaner.

    Wir wunderten uns zusammen: 27 Grad, strahlend blauer Himmel, Sommerferien – und die Bäder sind trotzdem ziemlich leer. Wurde alle Besucher*innen im Frühsommer durch ungeheizte Becken und schlechtes Wetter verschreckt?

    Mir privat sollte es recht sein: in 24-Grad-Wasser bei strahlendem Sonnenschein schwamm ich ein paar Bahnen und war glücklich.

    Nett zum Abschied: der junge Mann – deutlich besserer Schwimmer als ich – der mich fragte, ob er auf meine Bahn kommen könne, weil ich grad der einzige sei, der den schwarzen Strich auf dem Boden als Bahnmarkierung anerkennt.

    Auf der Rückfahrt gelernt: am mir unbekannten S-Bahnhof Attilastraße wohnt das Eisenbahn-Bundesamt. EBA, ich weiß jetzt wo du wohnst!

    Unüberdachter S-Bahn-Bahnsteig, mit S-Bahn auf der rechten Seite. Strahlend blauer Himmel, im Hintergrund zu erahnen ein grünes modernes Bürogebäude.
    S-Bahn und S-Bahn-Bahnsteig Attilastraße. Rechts in grün das Eisenbahn-Bundesamt.

    Das y-Heureka

    Der Späti übergab mir „Applied Mathematical Programming“ (Bradley/ Hax/ Magnati 1976) und „Introduction to Mathematical Programming“ (Hillier/ Lieberman 1995). Keine Ahnung, ob ich die Bücher noch nutzen kann – oder ob ich auch nur dazu komme, sie noch aufzuschlagen – aber ich bin so bildungssozialisiert, dass sich Texte besser schreiben, wenn neben dem Schreibplatz ein Stapel alter Bücher liegt.

    Die Bachelorarbeit verlor sich ja in den letzten Tagen in den Mühen des Kriechgipfels und der nach außen erkennbare Fortschritt blieb spärlich. Ich weiß zwar, was ich rechnen muss, aber nicht warum. Damit wird es halt viel Gestockel, ich habe Probleme es zu erklären und bin auch reichlich unflexibel in der Anwendung.

    Aber 10 Grad weniger Außentemperatur plus Latifundien plus Schwimmen taten den Trick: ein kleiner Heureka-Moment im Schwimmbecken: Vašek mein Freund! Vašek Chavtál. Meister der Erklärung linearer Programme, der Gilbert Strang der Optimierungsprobleme. Er würde mir weiterhelfen.

    Dann ein großes Heureka am Freitagabend: Seite 54 bis 57, in Linear Programming (Chvatál 1983) und es kam das große Heureka! Verstanden! Daher kommt das y! (und das b und das a und c. Aber das y ist am Wichtigsten). Das ist ja ganz einfach. Fast hätte ich lauter Ausrufezeichen und Kringel in das Buch gemalt – nur um im letzten Moment zu bemerken, dass das Buch aus der Bibliothek kommt.

    Ein Moment des persönlichen intellektuellen Durchbruchs! Und ich war live dabei. So amazing!

    Nur erforderte der Durchbruch ein Opfer: Nichts mit Drei-Gänge-Menü am Montagabend. Die Energie reichte nur für Cantuccini und Buttermilch.

    Vielleicht war auch nur die Mischung ais Cantuccini, Buttermilch und Spliffs Carbonara, welches gerade lief, das den Durchbruch brachte.

    Internetausdrucker Fahrradpacker

    I painstakingly printed out my social media feeds FOR AN ENTIRE MONTH so I could read them like a newspaper, as god intended. (via Thomas)

    Spain is one of only three European countries (along with Switzerland and Norway) to still collect wealth taxes. (via Kaltmamsell)

    Sarajeeeeevo! Turku-Sarajevo mit dem Zug: (14) Sarajevo

    Radfahrgeschichten kommen zusammen. Da wäre zum einen Rebis, die mit dem Rad gerade durch Zentralasien fährt. Und da wäre das Ultra Cycling, das sich via Dotwatching auf Mastodon ausbreitet. Jetzt gibt es mit dem Silk Road Mountain Race ein Ultracycling-Rennen durch Kirgistan. Mit 4000-Meter-Passen. Und Rebis schaut zu. Bißchen mehr Hintergrund: Mit was für Fahrrädern fährt Mensch 2000 Kilometer durch alpinen kirgischen Schotter: Rigs of the 2025 Silk Road Mountain Race (Part One)

    Nur krass: Dedicated volunteer exposes “single largest self-promotion operation in Wikipedia’s history”

  • 25-08-17 Prüfungsanmeldung nachts um 02:34h (28 Grad Celsius)

    25-08-17 Prüfungsanmeldung nachts um 02:34h (28 Grad Celsius)

    Madame schickte Aufnahmen vom Basler Rheinschwimmen und vom em Bebby sy Jazz in Basel. Später bastelte sie in R.

    Nachbar little swingin‘ K hatte Damenbesuch.

    Mensch kennt es: Kolleg*innen gehen in Rente, es gibt eine kleine Abschiedsfeier mit Kuchen und (alkoholfreiem) Sekt, jemensch spricht ein paar salbungsvolle Worte und vielleicht gibt es sogar ein Abschiedsgeschenk. Das hatte ich auch: Nur geht die Kollegin nicht in Rente, sondern zur Rente. Um genau zu sein: Zur Deutschen Rentenversicherung. Ihr wurden bereits zahlreiche Fragen zu Vorruhestandsregelungen angedroht.

    Es war ein Tag der halbzeitigen Arbeit in Berlin und ein Tag auf den Latifundien. Die Außentemperaturen lagen Donnerstag Abend und Freitag bei 36 Grad, Samstag wurde es besser.

    In der Nacht von Donnerstag auf Freitag, 2:34h. Ich weiß nicht mehr ob ich noch nicht schlafen konnte, weil es so elendig heiß war oder aufwachte, weil sich ein erster leicht kühler Luftzug abzeichnete. Auf jeden Fall lag ich da, dachte, ich kann ja nicht immer nur denken „es ist ganz schön heiß“ und denke mal was anderes_

    Zum Beispiel: Habe ich mich für die Fernuni-Klausuren dieses Semester schon angemeldet? Wann ist überhaupt der Anmeldezeitraum? Die sind ja schon bald? Habe ich den vielleicht verpasst. Es stellte sich heraus: die Anmeldefrist begann Freitag um 0:00h und so schnell nach Fristbeginn war ich noch nie angemeldet.

    Nebenbei übrigens bei Buddenbohm & Kaltmamsell zum Thema: Ruhig sein und denken und die Eigenheit der Menschheit, diese Fähigkeit zu verlieren. Ich beobachte das Phänomen auch, finde aber persönlich: Was gibt es besseres als einfach zu sitzen und zu denken? So entertaining! Mein Problem dabei ist eher, dass ich beim Sitzen&Denken alle 30 Sekunden auf blöde Ideen komme, die aber schlecht alle sofort umsetzen kann.

    La Chimera II

    Manchmal brauche ich länger. Obwohl ich in meinen Worten zu La Chimera ja schon Monteverdis Orfeo erwähnt hatte, brauchte ich doch noch ein paar Tage, um zu bemerken: „Moment! Mann geht in die Unterwelt, um verschwundene Frau wiederzufinden? Das ist schon sehr direkt die Geschichte aus Orpheus und Eurydike!“ Zu meiner Ehrenrettung: Arthur, der Held aus La Chimera, singt nicht.

    Weiterhin habe ich sehr viele Fragen, zum Film La Chimera. Und ich dachte, vielleicht kann ja die Youtube-University ein paar beantworten.

    Naja, ich suche nach einem Film, der vielschichtig ist, und in einer semirealen Traumwelt verfangen, die einem dauernd den Boden unter den Füßen wacklig werden lässt.

    Dann mache ich Youtube an, dann kommt so ein Erklär-Bro mit „Ich erzähl euch mal genau wie das ist..“ und dann denke ich „Falscher Stil. Wir finden nicht zusammen.“

    Immerhin fand ich ein kurzes Gespräch mit Regisseurin Alice Rohrwacher herself, die Filme aufzählt, die La Chimera beeinflusst haben:

    Skandalöserweise ist keiner der Filme auf Filmfriend. Dabei hatte ich gerade dort auf Europäisches gehofft.

    Vermiglio II

    Spannend auch, dass ich mit Vermiglio und La Chimera gerade zwei sehr ähnliche und doch verschiedene Filme gesehen habe.

    Beides sind aktuelle Filme einer italienischen Regisseurin (Vermiglio: Maura Delpero, La Chimera: Alice Rohrwacher). Beide spielen im ländlichen Italien (V: Trentino, C: Südliche Toskana), im 20. Jahrhundert (V: 1940er: C: 1980er). Die Handlung setzt ein weil ein Fremder (V: Sizilianer, C: Engländer) am Beginn des Winters im Dorf/der Kleinstadt ankommt. Ein um-Weihnachten-herum-Fest (V: Santa Lucia, C: Epiphanias) spielt eine wichtige Rolle. Aber wo Vermiglio karg und spröde ist, ist La Chimera ausufernd und phantasievoll.

    Vom Dual zur Sensitivität

    Vierundrölfzig Millionen Grad Außentemperatur helfen nicht beim Denken.

    Die Bachelorarbeit bewegt sich im Kriechtempo. Ich schrieb einfach Donnerstag dieselbe halbe Seite nochmal, die ich Mittwoch schon geschrieben hatte und ging Freitag zurück an die Quellen. Sie kriecht, aber in die richtige Richtung. Und ich weiß, dass hier ein entscheidender Punkt der Arbeit liegt, und dass jede Stunden, die dort hineingeht sinnvoll investiert ist.

    Nach Diskussionen über die Arbeit und Erinnerungen an meine ehemalige Magisterarbeit, bin ich wieder froh, in LaTeX zu schreiben. Da habe ich zwar am Anfang ein paar Monate geflucht. Aber ich erinnere mich, und werde bestätigt, dass man in Word dann halt am Ende vor der Abgabe flucht. Und: Lieber ein Jahr vor der Abgabe über die Software die Haare raufen als eine Woche vor der Abgabe.

    Während ich jetzt denke: Ganz unabhängig von der Qualität des Inhalts: Die Arbeit wird auf jeden Fall toll aussehen.

    Noch sinnvoller: Kopf freibekommen, mit den Händen arbeiten, ab auf die Latifundien – dabei weder Bachelorbücher noch das Spielzeug mitnehmend.

    Alkmenes verstecken sich im Gras

    Abfahrt in Berlin Freitag Abend um 21 Uhr bei 29 Grad. Ankunft auf den Latifundien eine halbe Stunde später bei 23 Grad. Liebe Berliner Stadtplanung, mache bitte etwas gegen die Hitzefalle, die diese Stadt im Sommer wird.

    Am Morgen begrüßten mich zwei Störche kreisend über der Schlehe. Später: Dann die kleine Nachbarskatze, die ihre Leine ausgedehnt hatte, um ein halbes Meter auf unser Grundstück zu kommen.

    Der ganze Regen im Juli war ja schon sehr nass: Aber meine Güte ist das alles grün! Erstaunlich wie spektakulär der Garten aussehen kann. Selbst alle Pflegehortensien rafften sich zur Blüte auf, die ganzen normalen Blühstauden zu dieser Zeit sowieso.

    Zeichen des Spätsommers: Ich musste erste einen 10-LIter-Eimer Falläpfel aufsammeln bevor ich unter dem Baum rasenmähen konnte. Zeichen des ungewöhnlichen Spätsommers: ich musste überhaupt rasenmähen zu einer Jahreszeit, da die gemähten Wege sich sonst immer in brau-gelbe-Stoppel verwandelt haben und nichts nirgends wächst.

    Ich las Falläpfel auf, richtete sie in der Küche her, und der ganze Bungalow roch intensiv nach Apfelaroma. Welch ein Traum. Alkmene-Äpfel sind wahrlich Nachfahren von Cox Orange. Um mich selbst aus Wikipedia zu zitieren:

    Alkmene ist eine Sorte des Kulturapfels.[1] Sie wurde für den Anbau in trockenerem Klima als Ersatz-Sorte für den Cox Orange gezüchtet. Die Kreuzung aus Cox Orange und Geheimrat Dr. Oldenburg ist in Europa im Frühherbst Anfang/Mitte September pflückreif.[1] Im Erwerbsanbau wird Alkmene vor allem wegen seines Geschmacks und des damit erzielbaren Preises gepflanzt, obwohl die Erträge nicht an andere Sorten heranreichen.[2

    (Auch Entdeckung: Die Äpfel noch am Baum waren recht säuerlich. Die können noch ein wenig).

    Geerntet: Alle drei Mirabellen. Der Baum ist mittlerweile ziemlich groß, investiert seine Energie aber lieber in Äste und Blätter als in Früchte.

    Die Pergola begrünt sich langsam.

    Blick von unten aus der Pergola. Zu sehen: ein oranges Schattiernetz. Durchscheinend Schatten der Pergolabalken und der ersten Kletterrosen über den Balken. Sonne und am Rande blauer Himmel.

    Lucy in Prague with Selam

    Where it was filmed ‚La chimera‘

    Lucy kommt aus Äthiopien das erste Mal nach Europa. Zusammen mit Selam wird sie ab vom 25. August bis 23. Oktober in der Ausstellung „People and their Ancestors“ in Prag zu sehen sein. Das ist erste der zweite Aufenthalt des Lucy-Skeletts überhaupt außerhalb Äthiopiens.

    Ich habe jetzt jeden Tag einen Song in meiner Inbox: Ein Song reicht (via Andre Pitz). Seitdem ich den Newsletter abonnierte kommen natürlich nur noch Songs, die mich nicht abholen. Aber das wird noch.

    Beim Stöbern durch’s dortige Archiv entdeckt: Die aufgrund ihres Friseursalonesken Namens hier schön bespöttelten Versengold performen den Song, den Heidi Reichinnek empfiehlt: Sie spielen Braune Pfeifen.

    Thomas Gigold mit einer überraschend frankophilen Liste der besten Car Chases im Kino.

    Frau Brüllen und die Jagd nach den Fledermäusen.

    Nic auf Island.

    High-School-Baseball. Bester Sport zum Sitzen und Denken. In Japan ein nationaler Event: Sommer, Sonne, Highschool Baseball!

    1962 gelang ihr zusammen mit ihrem Mann die Flucht in den Westen. Sie waren beide ausgebildete Ingenieure, so fand er bald Arbeit.