Kategorie: Alltag

  • 25-07-29 Ein Dutzend Schornsteinfeger

    25-07-29 Ein Dutzend Schornsteinfeger

    Am 14. September findet das Dackelrennen in Bärenklau statt. Am 16. September schreibe ich meine letzte Klausur dieses Semester. Zwei Tage davor werde ich sicher nicht nach Bärenklau fahren.

    Was ich bedaure.

    Madame lud 10 Seiten plus 5 Seiten auf den Fernuni-Server und kümmerte sich danach um Pariser Bahnhofshoppingpläne.

    Bahnhofs-Hopping, keine Pläne fürs Bahnhof-Shopping.

    Es war ein (Urlaubs-)sonntag auf den Latifundien und ein back-to-work-Montag in Berlin.

    Spannend gegessen: Samstagabend Pfifferlinge und Bigos im deutsch-polnischen Landgasthof, Sonntag Bratwurst von Dorfmetzger, Geschmacksrichtung „Chimichurri“ und dazu gegrillter Pfirsich. Montag machte Madame Green Goddess.

    Inspiriert von Magentratzerl und vermutlich auch noch getragen vom Garten im Innern bereite Madame Green-Goddess-Joghurt zu, den es zu Kühlschrankresten (Blumenkohl, Kohlrabi) gab. Gerne wieder.

    Schwalbenschwanz unfotografierbar

    Ein grüner Fluss fließt durch die Latifundien. Während die Wohnungsfenster wortwörtlich unter dem Regen ächzen, bringt der Garten erstaunliche Anblicke. Voller Hochsommergarten – in einem satten grün als wäre wir auf einem englischen Landgut.

    Ein Anblick, den es noch nie gab, und wer weiß, ob es ihn je wieder gehen wird. Die „Wege“ – in Wahrheit gemähte Flächen neben den Beeten, wirken wie ein grüner Fluss, der sich die Beete entlang schlängelt. An den Flussufern – den Beeten – ein einzelnen Farbspiel.

    Kommt doch einmal die Sonne heraus, stürzen sich Hummeln, Wildbienen, Wildwespen, Schmetterlinge aus ihren Höhlen aus das Werk. Ein Dutzend Kohlweißlinge gleichzeitig in der Luft. Allein am weißen Lavendel ein Dutzend Hummeln. Hauhechelbläulinge kreuzen meine Wege. Der Schwalbenschwanz entzieht sich weiterhin flatternd jedem Foto. Und wo kommen die ganzen Schornsteinfeger-Schmetterlinge her? Einmal die Beete von 1L bis 5R abgelaufen, und auch dort kommen wir auf ein Dutzend.

    Ein ganzer regenfreier Tag. Ich nutzte ihn – neben schlafen und lesen natürlich – um unter Rosenbüschen zu kriechen und Brennesseln zu jagen. Einerseits Respekt, dass die Brennesseln es schaffen aus den 1,60m hohen Rosen oben herauszuwachsen; andererseits haben sie genug andere Plätze an denen sie weniger stören.

    Wo ich dabei war, wurde auch der große Vulkan entbrennesselt und vom verdorrten Mohn befreit, offenbarte bereits eine neue Pflanzenschicht unter dem Holzmohnhain.

    Wenn man Brennesseln hinterherkriecht und diese ausreißt und dabei am Oberarm und den Schienbeinen reichlich Brennesselnessel einsammelt, dann kann man das brennen auch einen Tag später noch als Phantomjucken spüren. Für Euch getestet.

    Blick aus der Pergola in den Garten: ein geschlungener Weg aus ggemähter Wiese, in der Mitte Beete, rechts und links Wiese. Im Hintergrund bewegter Wolkenhimmel.

    Heimkehr, Regen, Dach

    Ein gutes Drittel des Dachs ist neu gedeckt. Das ist ein überraschend erhabener Anblick. Leider fehlt weiterhin die Dachrinne, leider ist dies der Sommer der dauernden Regenschauer, die nun auf an und in den Holzfenstern landen. Aber immerhin: Bewegung.

    Die ukrainischen Nachbarn aus 3R zogen aus. Aber so richtig: sie ziehen nach Kanada.

    Falls sich jemand über eine freie Wohnung (knapp) innerhalb des S-Bahn-Rings freut: Soweit ich weiß wird die Wohnung möbliert für Mondpreise immer nur über mehrere Monate vermietet. Also nichts, was ich als „Mietwohnung“ bezeichnen würde.

    Arbeitszwiespalt: ich könnte und möchte gerade richtig viel machen; bin aber die nächsten Wochen bachelorarbeitsbedingt eher sporadisch und kurz anwesend. Naja, dafür wurde der Montag ernstlich sportlich, nicht nur weil er teilweise in Begleitung von Aquafittrainer*innen stattfand.

    Gelesen: Kathleen Kent: The Dime. Ungefähr die Hälfte. Die Klappentexte reden von „Fast paced“ und „Page turner“, was klar untertrieben ist. Meine Güte.

    Die wesentlichen Dinge

    Gelernt von The Dime: Es gibt einen Video-Trailer für ein Roman.

    Manchmal denke ich, ein Großkonzern-armes Handy wäre schnafte: also weder Android noch iOS. Dann fällt mir ein, dass es schwierig ist. Eigentlich fällt mir als Alternative nur ein (ehemaliges) Android-Handy mit GrapheneOS ein. Bisher war mir das zu mühsam. Jetzt lernte ich: Es ist mühsam und suspekt: GrapheneOS ist ein gefährlicher Kult

    Dabei auch gelernt: Neben GrapheneOS existiert auch Calyx­OS – vielleicht sollte ich es ausprobieren.

    To something even more fundamental:

    Deshalb fordert meine Petition ein radikales Umdenken. Zurück mit dieser Verantwortung in öffentliche Hand. Toiletten an Autobahnen, in Bahnhöfen, in Städten, diese müssen in staatlicher Trägerschaft sein, kostenfrei und sauber. Das ist kein überzogener Wunsch, sondern eine staatliche Grundpflicht im Sinne des Allgemeinwohls.

    Auch als e-Petition beim Bundestag. Ich zeichnete mit.

  • 25-07-26 Regen Rauch Regen Pilze Gänse Regen Brombeere

    25-07-26 Regen Rauch Regen Pilze Gänse Regen Brombeere

    Zum Merken: der Edeka in Kremmen schließt um 20 Uhr, der Lidl um 21 Uhr. Damit sind Lidl/Kremmen und Netto/Schwante die beiden Supermärkte der Wahl für Last-minute-Einkäufe.

    Auf dem Netto-Parkplatz in Vehlefanz stand ein Auto dessen Front überwiegend aus Klebeband bestand. Respekt dafür, damit noch durch die Gegend fahren zu können.

    Madame schreibt zuviel Text für zuwenige Seiten. Aber da lässt sich mit der Formatierung arbeiten.

    Der Dorfstorch ist zurück.

    Es waren zwei Urlaubstage auf den Latifundien.

    Es war ein Mix aus grauem Himmel, kurzer sonniger Schwüle und einem überraschenden Regenschauer nach dem nächsten.

    Irgendwie geriet ich in ein Impfgegner-Rabbithole, das sich in ein Sonnenschutz-Gegner-Rabbithole weiter entwickelte. Ich fragte mich „Gibt es schon eine Verschwörungstheorie gegen das Zähneputzen? Hat die AfD sie schon aufgegriffen?“

    Das Jugendzentrum Hennigsdorf heißt Conny Island und als jemand für den das Leipziger Conne Island einst zweites Wohnzimmer war, freut mich das besonders.

    Der Lokalzeitung entnehme ich, dass es eine „offizielle Grillsaison“ gibt, und frage mich seitdem wer diese festlegt? Die UNO-Unterbehörde für das Grillwesen?

    Etwas weiter hinten im Generalanzeiger eine Anzeige unter „Kontakte“. Der gesamte Text: „Polin macht Alles! 0152..“. Ich denke sofort an die große Kiste mit verhedderten Ladekabeln bei der Arbeit, die schon seit drei Monaten niemand entknoten will. Vielleicht könnte die Polin..

    Zwoi sechs

    Die Brombeere ist zurück. Nachdem wir die Brombeere bereits fünfmal komplett mit allen Wurzeln und einem Eimer umgebende Erde ausgegraben hatten (Mai ’24, April ’24, März ’24, August ’23 und Mai ’23), steckte sie schon wieder einen Trieb aus der Erde. Immerhin wuchs sie noch auf der richtigen Seite der Wurzelsperre.

    So grub ich sie wieder einmal aus, buddelte knapp 50 Zentimeter tief der Wurzel hinterher und entsorgte wieder einmal einen 10 Liter Eimer Erde in den Hausmüll. Zumindest wissen wir, warum wir sie ausbuddeln. Diese Brombeere ist ein Monster. Zwoi halt.

    Ich kann mich nicht erinnern, den Garten je im Hochsommer so grün gesehen zu haben. Auf dem Feld nebenan bildet sich der erste kleine See, die Erde ist in ihren oberen Schichten nasser Brösel.

    So also sähe der Garten aus, wenn wir regelmäßig gießen würden!

    Zum Beispiel wachsen Pilze. Die speisepilzartigen mit Fruchtkörpern, die sich schon bis zu einem halben Hexenring am Thingplatz auswuchsen. Aber natürlich auch diejenigen Pilze, die Blätter und Stämme anderer Pflanzen wie Rosen befallen, und weniger erwünscht sind.

    Da traf es sich gut, dass ich das nasse Wetter und die nicht-mehr-vorhandene Waldbrandstufe nutzen wollte, um ebenjenen pilzigen Rosenschnitt zu verbrennen. Das schöne an halbwilden Gartenteilen ist es, dass ich dort bedenkenlos Löcher graben und danach wieder zuschütten kann, ohne dass es für ästhetische Verwerfungen sorgt.

    Nachteile des nassen Wetters: Meine Güte hat das alles geraucht. Ich glaube ich habe ungesundes Zeug im Gegenwert von zwei Schachteln Zigaretten eingeatmet und roch danach wie ein frischer Räucheraal. Denn dieses Rosenschnittzeug ist dünn und voller Stacheln, so dass es sich nur schwer schichten und verbrennen lässt und sich gerne ineinander aber auch in meinen Klamotten verhakt. Ein großes Abenteuer im Nahkampf mit dem Feuer.

    Sogar zwei Stunden ganz ohne Regen erwischt ich. Welch Wunder!

    Die Beetrosen hingegen lieben das nasse Wetter. Die kommen mit ihren Wurzeln nicht so tief wie die Sträucher, freuen sich über den feuchten Boden. Überhaupt wirken die Beete so lebendig wie nie.

    Überraschend auch für den Juli: Gänseschwärme. Die fressen sich gerade auf den gemähten Rapsfeldern neben den Latifundien satt, fliegen in Schwärmen direkt über unsere Köpfe nach Hause zum Nachtplatz.

    Quattro Stagioni e due caffè

    Am Marktplatz Kremmen steht eine Hand-Wasserpumpe, wie ich sie sonst nur aus Berlin kenne.

    Grillen ist weiterin wetterschwierig. Außerdem haben wir ungewohnt viel Zeit und können Sachen unternehmen, die wir „schon immer mal“ unternehmen wollten.

    Darunter fällt der Besuch des Altstadtstübchens / L’antica Torino in Kremmen. Eine Pizzeria in einer Brandenburger Kleinstadt, die nicht einmal von Italiener*innen betrieben wird, weckt großes Misstrauen.

    Aber irgendwie strömte die Karte positive Vibes aus, ebenso wie der Betreiber, den wir einst zufällig vor seinem Ristorante trafen, und wollten es doch einmal versuchen. Welch weise Entscheidung.

    Nicht nur, war das lokal voller guter Vibes. Auch die Pizza war gut. Also nicht nur gut-für-Brandenburg, sondern auch da-würde-ich-auch-in-Italien-nochmal hingehen. Guter norditalienischer Stil mit großem Teig und genau der richtigen Mengen an Blasenbildung am Rand, Belag der erfreulich nach Tomate (Madame) bzw. Artischocken und Paprila (ich) schmeckte. Gerne wieder.

    Danach ein Last minute Trip zum Lidl unter dem Storchenturm, um Chips und Bargeld zu holen.

    Alter Fabrikschornstein mit Storchennest und zwei Störchen gegen das Licht im Sonnenuntergang

    In Erinnerung bleibt ein inneres Bild von Schneewelten

    Ausgelesen: Emily Wildes Encyclopedia of Fairies. Das Ende ist ein wenig meh, ändert aber nichts daran, wie schön das Buch an sich ist. Eine nette Mischung aus Fantasy, the most unlikely RomCom character on Earth und einer intensiven Beschreibung einer nordeuropäischen Landschaft.

    Autorin Heather Fawcett ist unter anderem Archäologin – und es zeigt darin, wie intensiv und detailreich sie Landschaft wahrnehmen und beschreiben kann. Ebenso wie es sich beim abgeklärten Blick auf die Welt der Wissenschaft (Hier: Dryadology/Feenkund, Cambrigde 1909) zeigt und auch darin, wie es ist, komplett in einer Recherche und einem Thema zu versinken.

    Emily Wilde, Dryadoloin aus Cambridge, auf Expeditionsreise in ein unbekanntes Land – mich erinnert es an Spitzbergen – und dem Versuch, den Einheimischen ihre Geheimnisse im Umgang mit den Fairies zu entlocken.

    Besonders sympathisch: Sie erklärt nicht das Feenwesen und die Welt. Die „Welt“ besteht größtenteils aus einem Dorf und den Wäldern, Bergen und Gletschern drumherum, sowie einer Briefverbindung ins ferne Cambridge. Die „Erklärung“ der Feen erfolgt aus Sicht der Wissenschaft 1909, durch die Forscherin selbst, die halt weiß, dass sie wenig weiß und gerne mit Fußnoten verschiedene Theorien referiert.

    Beste Urlaubslektüre.

    Gelesen: weitere Texte in Wir schon wieder – 16 jüdische Erzählungen. Ein Text von Eva Menasse, der sich relativ schnell als politische Streitschrift entpuppt und für mich genauso uninteressant wie die meisten politischen Streitschriften.

    Das Essay/die Selbstreflexion Die 13 toten Nachbarinnen1 von Dmitrij Kapitelman stoppt mich erstmal am Lesen. Der Text schmerzt. Kapitelmann wohnt neben dem Mahnmal „Jüdische Opfer des Faschismus“, einer Skulptur die 13 verhärmte Frauenfiguren darstellt, und reflektion darüber was dies mit ihm macht, wie sich sein Verhältnis zum Mahnmal und zur Erinnerung ändert, wie er reagiert wenn rechte „Friedensdemos“ am Mahnmal vorbeiziehen.

    Zug in Split, Segelboot in Flensburg und ein erfundenes Buch

    Karen berichtet weiter von der Balkan-Zug-Reise. Kapitel 6: Zagreb und doppelwow für Turku-Sarajevo mit dem Zug: (7) Zagreb – Split

    Deutlich gefährlicher. Die Marina in Flensburg

    Neues vom Halluzinator: Er erfindet Bücher, die dann in der Buchhandlung gar nicht erhältlich sind. Seltsam wird es, wenn gleich mehrere Kundinnen dasselbe nicht-existente-Buch kaufen wollen: 26.7.2025 Vertrauen und Charlotte

    Im weiteren Sinne verbringe ich vermutlich 50% meiner Arbeitszeit mit Datenschutz und Informationssicherheit, bzw. der Frage wer unter welchen Umständen auf welche Systeme zugreifen darf und wer nicht. Da freue ich mich doch über Daten schützen mit gutem Bauchgefühl (via wasmachstdueigentlichso)

    So alt, dass ich mein Auto mit dem Pinsel reinige, werde ich wohl nie werden.

    Wie kaputt das Internet ist, merkt mensch wenn mensch einfache Antworten auf einfache Fragen sucht. Zum Beispiel „wie kriege ich Kunststoff, der sich altersbedingt selbst verschmoddert hat, wieder schön.“ Es folgen erstmal 20 Treffer bei denen in 10 Seiten die Antwort nach drei Seiten Text steht und bei anderen zehn steht sie gar nicht. Holger macht es besser: Der löst Probleme und schreibt darüber: Also nahm ich kurzerhand Ethanol, also klassisches Spiritus. Und das ging prima! Klebrigen Kunststoff reinigen

    Anmerkungen

    1. Anscheinend zuerst erschienen in der Zeit: Hier mit Paywall-Link: https://www.zeit.de/zeit-magazin/2023/33/holocaust-denkmal-berlin-mitte-juden-nationalsozialismus ↩︎
  • 25-07-24 20×0- (14,6)

    25-07-24 20×0- (14,6)

    Auf dem Berliner Wohnungsdach liegen Ziegel. Es liegen mehr als drei Ziegel. Es gibt Hoffnung auf Baustellenvollendung innerhalb unserer Lebenszeit.

    Eine eher gut gekleidete Frau schrie eine leere Bushaltestelle an. Ich fragte mich, ob sie vielleicht zur Querdenkerdemo gehen möchte, der neben ihr stehende mit Klamotten vollgepackte Einkaufswagen deutete ein anderes Schicksal an.

    Ein Mann fragte mich, wo er meine Armbanduhr bekommen könnte. Ich sagte „Internet“. Er war enttäuscht, dass er sie nicht aus einem Automaten um die Ecke ziehen kann.

    Sobald der ewige Regen nachlässt, stürzen sich sofort die Schmetterlinge auf alle verfügbaren Blüten.

    Es waren drei Urlaubstage auf den Latifundien, unterbrochen durch eine Berlin-Blutspende-Exkursion am Dienstag.

    Ich träume reichlich, aber kann mich nicht erinnern. Tendenziell von der Arbeit. Wobei ich mir sicher bin, dass außerhalb der Traumwelt weder die Zubereitung von Unkentunke noch der Abtransport defekter Waschmaschinen in meinen Aufgabenbereich gehört.

    Madame vollendete die Steuererklärung.

    Madame entdeckte Huber (2014) und widmete Bork (1997) einen Absatz und stieß in die Geschichte der Rechtsdidaktik vor. Sie sucht für eine Einladung einen 70s Look, ich versuche sie entweder zum Look Mahogany oder Annie Hall (der Stadtneurotiker) zu bewegen.

    Regeneration durch Schnitzel

    Der Besuch des Insulanerbads bleibt in 2025 schwierig – jetzt haben wir eine Saisonkabine, dank Urlaubsexkursion wäre Zeit gewesen – und dann sind dieses die Juliwochen mit Regen und Gewitter und Regen.

    Also blieb ich in der Wohnung und fuhr diretissima mit dem M85 ins Blutspendezentrum Benjamin Franklin. Ein ungewohntes Erleben: Nachmittags ist das anders als Abends; mehr Leute, andere Leute. Dachte ich, alle schon zu kennen, tauchten vollkommen neue Ärzt*innen und Schwestern auf.

    Die junge Dame diesmal lies sich von meinem anspruchsvollen Adern nicht beirren, setzte auf ein gewisses Maß Entschlossenheit und erlangte ihr Blut. Damit habe ich die 20 voll.

    Als Prämie gab es es Karten für das Potsdam-Royals-Heimspiel am 16.8 (2 für eine Vollblutspende, 1 für Plasma). Ich hätte sie gerne genommen, Football ist cool, außerdem könnte ich Ilka stalken, aber dann fiel mir ein, dass ich ja den ganzen August die Bachelorarbeit schreiben werde und ganz sicher keine halben Tage durch die Gegend gondle.

    Nachmittags: Häckerle-Schnitten der Blutspendefreiwilligen. Abends eine Einleitung durch den Flötisten in die Feinbäckerei. Wir saßen in der ehemaligen Backstube. Er erzählte von den Freunden in Dresden (nicht zu verwechseln mit denen in Freital) und ihrer besonderen Thüringer Verwandtschaft.

    Taschenschirmhalle

    Es ist gut wenn es dauerregnet. Dann kann ich den ganzen Tag schlafen und lesen. Und ab und an mal aus dem Fenster sehen und dann wieder schlafen und lesen. Mir scheint, es ist ganz gut, dass Urlaub ist.

    Mitte Juli war ich kurz davor, den Kamin anzuheizen, noch nicht aus Kälte- aber aus Gemütlichkeitsgründen. Es wäre eine Premiere gewesen.

    Eine Premiere war eine Zweifachmähung der Gartenwege im Juli. So grün im Hochsommer erinnere den Garten nicht, so wuchsfreudig das Gras aber auch nicht. Was für ein Regen.

    Wenn wir schon einmal länger hier sind, und aufgrund des Regens eh nicht in den Garten kommen, unternehmen wir verrückte Sachen: Wir gehen auswärts essen. Mittwoch den Mittagstisch bei Rinderstolz&Wildeslust im Schwanteland, Donnerstag das Frühstück bei OpdenSteinen im Oranienwerk / Oranienburg.

    Rinderstolz betreibt unsere mittelmärkische Stammfleischerei aus dem Gelände des Gartenbaubetriebs/der Spedition Schwanteland. Vor allem für die dortigen Mitarbeiter*innen, aber natürlich auch alle anderen, gibt es Mittagstisch. Wir nutzt die Chance in der Woche da zu sein: Am Schnitzeltag am Mittwoch mit (sehr gutem) Letscho.

    Nebentischgespräche: „Die Arschlöcher im Bundestag“. Ich staune: in meiner Jugend wäre die Aussage in ihrer undifferenzierten Schlagkraft als „links“ wahrgenommen worden, jetzt eher als „rechts.“

    Donnerstag: Ins Oranienwerk. Die ehemalige Regenschirmfabrik ist heute Kulturzentrum/ Veranstaltungsort/ Sitz kommunaler Einrichtungen. Neben dem üblichen „Kesselhaus“ stehen dort auch Gebäude, die „Galvanik“ oder „Taschenschirmhalle“ heißen. Eine der Hallen beherbergt ein Café-Restaurant. Das Gute: Der Restaurantbetreiber war mal Kochweltmeister, die Karte sieht ansprechend aus. Das Schlechte: die Öffnungszeiten richten sich nach dem Mond, an drei Stellen stehen drei verschiedene Angaben, im Restaurant selber „keine feste Öffnung, bitte fragen.“

    Also besuchten wir das Café, hatten ein wunderbares Frühstück mit dem üblichen Brot/Wurst/Marmelade und gegrilltem Gemüse, Salaten, Lachs und Caprese. Welch ein Fest.

    Danach: Warten auf die Trocknung des Gartens.

    Klapp-Gartentisch (ausgeklappt mit zahlreichen Pfützen darauf, fotografiert durch ein Fenster mit Regentropfen darauf)

    Nicht-menschlich

    Gelesen: Zwei Drittel von Emily Wildes Encyclopedia of Fairies. von Heather Fawcett. Genau die richtige Mischung aus Fantasy-Unterhaltungsroman und gritty-Realwelteinflüssen mit einer denkwürdigen Heldin, die zwischen akademischen Ehrgeiz, sozialer Inkompetenz und einer scharfen Beobachtungsgabe changiert. Sehr angenehm: die Beschreibung der Fairies, die einerseits angenehm-märchenhafte Elemente hat, andererseits sind es halt mächtige Wesen, denen menschliches Verhalten fremd ist und die dementsprechend für Menschen gefährlich sind.

    Bonus-Sympathiepunkte für fiktive Charaktere, die Enzyklopädien erstellen wollen.

    Birke und Wurzeln

    Schiefgelesen las Tokarczuk und ich werde dieses Buch wohl auch demnächst lesen: „Gesang der Fledermäuse“ von Olga Tokarczuk Tierische Vendetta – „Gesang der Fledermäuse“ von Olga Tokarczuk

    Ach schau, da hätte ich auf dem Weg zur Blutspende fast zu Christiane ins Literaturhotel winken können.

    Das Ende einer Birke: Leb wohl, Birk

    Das Ende einer – DER – Rap-Gruppe. Anil Dash über das letzte Wu-Tang-Konzert in voller Besetzung: Einschließlich Ol‘ Dirty Bastard, der zum Zeitpunkt des Konzerts von der Polizei gesucht wurde: Exit the Wu

    Ich liebe Gibanitsa, was eine Art Auflauf aus Blätterteig und Frischkäse aus dem Balkan ist. Ich vermute, die Verwandtschaft zum bulgarischen Banitsa ist eng.

    Ich habe mehrere Worte im aktiven Wortschatz für dieses orange Gemüse: Möhre oder Karotte zum Beispiel. Aber das einzig wahre Wort ist Wurzel. Herr Buddenbohm reflektiert über Sprache und Heimat und endet mit dem Gemüse: Wurzeln übrigens, fiel mir vorhin beim Schreiben der Überschrift ein, wenn ich einmal nicht an Metaphern, sondern an das Gemüse denke, kann ich vierfach benennen. Und dabei stets so, dass es für mich jeweils vollkommen richtig und immer nach dem Gleichen klingt. Nämlich als Wurzeln, Wöddeln, Karotten und Möhren.

  • 25-07-22 Die Skorpionfliege liebt Funklöcher

    25-07-22 Die Skorpionfliege liebt Funklöcher

    Das Parkhaus der Spandau Arcaden funktioniert mittlerweile mit Kamera statt mit Schranke. In Parkbereich E3 hängt eine Schuhsohle in der Außenwand.

    Madame entdeckte die Big-in-Japan-Coverversion von Ane Brun und damit auch gleich Bruns Gesamtwerk.

    Es war ein Sonntag und ein freier Montag auf den Latifundien. Montags mit einer kleinen Exkursion zum Bahnhof Spandau.

    Ich lese mich weiter durch „Wir schon wieder – 16 jüdische Erzählungen.“ Ich versuche, mich nach jeweils zwei Texten zu bremsen, weil sonst die Texte ineinander übergehen, ich nicht mehr richtig mitbekomme, was ich lese. Montag kam ich zu Texten von Lena Gorelik und Elfriede Jelinek – beide relativ direkt politisch, beide intelligent aber ohne bei mir wirklich etwas auszulösen.

    Dafür stolperte ich noch über ein Marina-Frenk-Zitat. Nach ihrem Hadern mit der imperialen Sprache des Russischen überlegt sie, welche Sprache nie anderen Menschen aufgezwungen wurde – und kommt auf Jiddisch; dessen einziger Nachteil ist seine Nähe zum Deutschen, und die Tatsache, dass Frenk es (noch) nicht spricht.

    Madame hörte Alpenpodcast. Sie lernte, dass die Hautkrebsrate in der Schweiz deutlich höher ist als in Deutschland und Österreich. Sie lernte auch, dass die Nutzung von Sonnenschutz in der Schweiz deutlich seltener ist als in Deutschland oder Österreich.

    Ich hörte im Insulanerbecken einen Dialog: „Ich bin eine Spitzensportlerin gefangen im Körper eines faulen Menschen.“ Sind wir das nicht alle?

    We meet at Dunkin‘ Donuts

    Nicht immer hängen Zugreiseprobleme mit der Deutschen Bahn zusammen. Manchmal ist es auch die SBB, die die S-Bahn zu Tagesrandzeiten streicht und damit die Weiterfahrt ab Basel verunmöglicht.

    Zum Glück bemerkten wir dies rechtzeitig, die Markgräfter Gäste konnten sich auf einen früheren Zug, den ICE 373, umbuchen, und so fuhren wir zeitverkürzt zum Bahnhof Spandau.

    Die Fahrt beinhaltete nicht nur 20 Kilometer der besten Hoppelpisten Brandenburgs und Berlins, sondern auch einige Kilometer Panoramafahrt durch das Katastrophengebiet Spandauer Forst. Meine Güte.

    Wir hatten zwar gelesen, dass die beiden Kurzstürme vor ein paar Wochen Verhehrungen angerichtet hatten. Aber es ist etwas Anderes über Kilometer einen umgestürzten großen Baum nach dem nächsten zu sehen. Teilweise waren diese schon zersägt, teilweise hatten ihre Wurzeln Teile des Straßenbanketts mitgerissen, teilweise lagen sie auch in ganzer Länge noch quer hängend über anderen Bäumen.

    Ich zählte nicht und schaute nur halb hin – die Hoppelpiste wollte ja Aufmerksamkeit – aber es sah nach Hunderten gefallener Bäume aus, die man nur von der Straße aus sehen kann.

    Erfreulich normal der Bahnhof Spandau: Besuch absetzen, Auto in der Parkgarage der Arcaden parken, wiedertreffen bei Donkin‘ Donuts mit Panoramascheibe auf den Bahnhofsvorplatz und schließlich an Gleis 4 zum ICE373 nach Interlaken-Ost.

    Die Deutsche Bahn erreicht schließlich mit gut 15 Minuten Verspätung Basel Bad, was gerade auf dieser Strecke einer herausragenden Glanzleistung entspricht.

    Pilze und Flechten – im Juli

    Selbsttätige Kreativität der Technik bedarf nicht zwingend einer generativen KI. Manchmal reicht auch die Autokorrektur. Da wollte ich mit dicken Finger schreiben „die Skorpionfliege liebt dunkl[es feuchtes Gelände]“ schon stand in der Notizapp „die Skorpionfliege liebt Funklöcher.“

    Auf dem Weg zum Kompost saß eine einsame Skorpionfliege auf dem Getüm; gut zu sehen vor dem monoton orangen Hintergrund und optisch eine der spektakulärern Fliegen der Gegend. Ich staunte und bestimmte nachträglich.

    Ich las nach und stellte fest „Insekt des Jahres 2018“, sowie „Waldbewohner. Liebt es dunkel und feucht.“

    Das war originell. Die Latifundien sind im Sommer durchgehend trocken, heiß und vollsonnig. Aber diesen Sommer ist alles anders. Auf das heiße Wochenende folgt die nächste Regenwoche.

    Das Re-Arrangement der Autos fand statt. Der Rennpolo ist wieder in Wochenend-West. Die Übergabe fand unter Hinzuziehung von Erdbeerkuchen und Waldbeerkuchen in der Mittelmark statt. Ein Sonntag in hitziger Heiße: Die Kuchencreme am Schmelzen. Wir selbst schützten uns unter dem Pergola-Schattiernetz mit Verstärkung durch den Sonnenschirm in Sichtweite der Gartendusche.

    Am Montag: Regen ohne Ende. Vollkommen unbekannte Insekten im Bungalow, die sich anscheinend vor dem Wasser flüchteten. Was sind diese schwarzen Käfer?

    Aber auch bekannte Insekten auf überdachten Abwegen: Abends, ich im Sessel, lesen, ein Pfump neben mir. Madame meinte, es klang wie ein Ball, der herunterfiel. Nur dass wir keine Bälle an der Bungalowdecke haben. Neugierige Forschung enthüllte ein Heupferd, welches sich mindestens ein paar Stunden lang im Wohnzimmer aufgehalten hatte.

    Wir wiesen ihm den Weg in den Regen.

    Große Königskerze auf Wiese. Links im Vordergrund Paletten mit gestapeltem Holz, rechts neben der Königskerze ein sehr viel kleinerer Sauerkirsch-Baum
    Zugeflogen: Königskerze

    Die Skorpionfliege liebt Funklöcher wäre ein toller Titel für eine schrägen Indie-Superhelden-Comic. Wer mag?

    Sektglas in der Kaffeeküche, Garnele im Dumpling

    Madame fuhr einst mit dem Zug von Ljubljana nach Zagreb. Die Strecke war so schön, dass sie beschloss, einmal mit dem Zug ganz Ex-Jugoslawien und den Balkan abfahren zu müssen. Dieses Jahr waren Karen und Familie dort unterwegs. Erst in Ljubljana (Turku-Sarajevo mit dem Zug: (4) Ljubljana) , dann auf genau jener Zugstrecke: Ljubljana-Zagreb: Turku-Sarajevo mit dem Zug: (5) Ljubljana – Zagreb.

    Herr Rau, der Jean Pütz der Heim-KI beendet seine Serie: Stilwell Brain Revisited, und mein erstes JavaScript-ProgrammDas letzte Neuronale Netz für eine Weile, VERSPROCHEN! Wer ihn nicht liest, könnte wenigstens ganz unten meine JavaScript-Künste bewundern und will umherklicken.

    In der Kaffeeküche steht auf der Spüle nahezu täglich ein gebrauchtes Sektglas mit einem Kaffeelöffel darin. Abgesehen von der Frage, warum der- oder diejenige nicht in der Lage ist, es direkt in die Spülmaschine zu stellen, wüsste ich gerne, was darin zuvor verzehrt wurde.

    Wilma Pane-Bistecca kochte offene Dumplings mit Garnelen und die sehen toll aus.

    Durch Herrn Paul lernte ich: Die S-Bahn Berlin macht mittlerweile Videos zu Baustellen damit zusammenhängenden Fahrplanänderungen. (Direktlink zum Video S3)

  • 25-07-19 Ich werde dieses Tüchlein in Cassios Gemach verlieren

    25-07-19 Ich werde dieses Tüchlein in Cassios Gemach verlieren

    Ich liege auf dem Bett und denke an Julia. Langsam habe ich Ideen, wie ich die JuMP-Optimierung in der Julia programming language möglichst sinnvoll in Funktionen packen kann, so dass das alles nicht ganz so sehr nach der improvisierten Baumarktlösung aussieht, die es im Grunde ist und bis Ende August auch bleiben wird.

    Ich freute mich, dass es auch anderen so geht: „Manchmal lege ich mich früher ins Bett, um über Mathe nachzudenken“ Ich fürchte allerdings, dies ist die einzige Gemeinsamkeit zwischen mir und Hannah Cairo.

    Madame verbringt 40 Minuten auf dem Bahnhof Eichwalde. Strom kaputt. Der S-Bahnfahrer scheuchte sie aus dem Zug, solange der Batterie-Rest-Strom noch eine Öffnung der Türen ermöglichte.

    Vor dem Nachbarhaus waren Gerüstbauer zugange. Aber anscheinend bauten sie weder ein Gerüst auf noch ein Gerüst ab. Aber wir freuen uns ja, wenn wir überhaupt Bewegung von Bauarbeitern sehen, selbst ganz ohne Baustelle.

    Ich wehrte einen Montags-nach-dem-Urlaub-um-sieben-Uhr-morgens-Termin ab.

    Es war ein Bürofreitag und ein Latifundiensamstag mit Berlinexkursion.

    Ich las ein bißchen herum. In Granta blieb ich diesmal allerdings eher an der Biographie einer Autorin hängen „She is a part time climate justice organiser“ und freute mich an der Inner-Satz-Fallhöhe zwischen absoluter Weltrettung und Widrigkeiten des Alltags.

    Sonst weiter in Wir schon wieder – 16 jüdische Erzählungen. Die Texte von Joe Fleisch und Marina Frenk. Beide spannend.

    Der Fleisch- Text: Wie der prozionistische Reichskanzler Kroll Rumpelstielzchen und die anti-zionistische TV-Journalistin Gayle „FistAss“ Hasardeur aufeinandertrafen – der Schilderung einer Diskussion Kroll Rumpelstielzchen und einer amerikanischen AlArabiya-Journalistin dachte ich während des Lesens: Viertes Reich, eine Fernsehmoderatorin, die vor laufender Kamera kotzt, Gaza-Hamas-Vorträge mit Hitlerbärtchen – muss das alles sein? Muss wirklich der sprachliche Lautstärkeregler des Textes permanent voll aufgedreht sein? Dann aber stellte ich fest, dass unter der Oberfläche genug Substanz ist, um noch länger über den Text nachzudenken.

    Marina Frenks Text Ein Versuch, sich zu verabschieden hatte mich sofort: Sprache und ihre seelische Auswirkung. Der Versuch, die Muttersprache, russisch, aus politischen Gründen nicht mehr zu reden. Changieren zwischen Politik und Poetologie mit Identität. Ich begann Frenk zu recherchieren: Stellte fest: Sie schreibt und schauspielert und macht Musik, und ich bin noch gespannter – es gelang mir aber nicht herauszufinden, ob sie jetzt gerade etwas auf einer Bühne macht.

    Unterwasserscheinwerfer

    Seit drei Jahren lädt der Insulaner zur Nacht. Der Insulaner selbst ist ein Trümmerberg, der nach dem Zweiten Weltkrieg entstand. Dort befindet sich ein Park, ein Planetarium samt Sternwarte, das Insulanerbad und die Spielstätte der Shakespeare-Company.

    Seit drei Jahren koopieren die drei zur Langen Nacht: das Schwimmbad bietet Schwimmen bis Mitternacht, Shakespeare bietet ein Sonderprogramm, das teilweise auf dem Badgelände stattfindet und ebenso die Sternwarte.

    Wenn in unserem dritten Wohnzimmer so etwas stattfindet, wollen wir natürlich hin. Wir beobachten wie sich alles einspielt: die Sternwarte hatte große von innen beleuchtete Darstellungen der Planeten auf der Liegewiese platziert und ein mobilbes Planetarium aufgebaut. Im Bad gab es einen DJ und erstmals auch Unterwasserscheinwerfer, der Übergang zum Theater war offen, dort gab es die Bar und immer wieder auf der Bühne einzelne Szenen aus ihren Stücken.

    Wir reisten aus der Mittelmark an und begannen beim Inder – Korma, Saag und Vindaloo. Am Nebentisch eine größere Familie, die wir später im Bad wiedersehen sollten. Dann ab ins Freibad. Entweder gleich mit Getränken in die Gastronomie-Liegestühle oder in die neue Saisonkabine und ins Wasser.

    Wie geplante verdunkelte sich der Himmel, die Beleuchtung aus farbigen Scheinwerfern zeigte immer mehr Effekt. Halblauf lief Musik, der Fünf-Meter-Turm war geöffnet und die Schwimmer*innen freuten sich.

    Zum Abschluss: zwei Szenen Othello bei Shakespeare. Die tragische Wendung des Stücks: Desdemona verliert ihr Taschentuch, Jago schiebt dies Cassios unter und Othello ist überzeugt, dass Desdemona und Cassios ihn betrügen, das Unglück nimmt seinen Lauf. Zwei Schaupieler, eine Schauspielerin, zehn Minuten und doch einmal das ganze Elend der Menschheit eindrucksvoll vorgeführt.

    Marderparty Schmetterlingswolke

    Die Schubkarre entdeckt eine zweite Karriere als Mini-Swimming-Pool, auf dem Rasen sind Schleimspuren der Schnecken und alles zusammen ist grün wie seit Monaten nicht mehr. Eine Woche Regen hinterließ Spuren im Garten.

    Die Rosenblüten sind größtenteils abgeschlagen, die Erde ist einmal durchgeweicht. Aber jetzt ist wieder trocken und heiß, uns springt alles entgegen.

    Wortwörtlich: Insekten. Kaum streife ich beim Wege-Mähen Stauden oder Gräser springen und fliegen sie empor. Eine unbedachte Bewegung und schon stehe ich in einer Wolke aus weißen, braunen, rötlichen und blaunen Schmetterlingen. Einmal mit dem Fuß durchs Gras und drei empörte Grashüpfer springen noch. Einmal den Lavendel angehaucht und sechs Hummeln hummeln herum. Es ist Insektenwetter.

    Die Zahl der Schwalbenschwänze steigerte sich auf zwei. So schön.

    Die/der Marder freut sich, dass der Subaru wieder da ist. Die Fußspuren aus Lehm auf Dach und Rückfenster deuten auf eine Party hin, die Verdauungshinterlassenschaften auf der Motorhaube ehrlich gesagt auch.

    Der Bauer mähte das Rapsfeld. Am Himmel ein Rotmilan.

    Kein Rotmilan.

    Kobern-Gondorf-Prag-Ljubljana

    Christiane erstand einen Comic von Brétécher und Monsieur eine Kettensäge

    Der Halluzinator empfiehlt mir regelmäßig The Gleaners zu sehen. Ich freute mich, auch mal eine menschliche Empfehlung zu lesen: Gesehen: The Gleaners and I (2000) – Politische Nachlese

    Karen reiste weiter: Turku-Sarajevo mit dem Zug. Folge 2: Prag und Folge 3: Prag – Graz – Ljubljana

    Kubiwahn liest Judith Hermann auf tschechisch um Tschechisch zu lernen.

    Plötzlich – kurz vor Kobern-Gondorf („Wo war Gondorf als die Westfold fiel?“) – habe ich ein starkes Gefühl der Großartigkeit. Damit meine ich nicht meine eigene Großartigkeit, sondern die des Lebens in diesem einen Moment. Ist es nicht großartig, abwechselnd lesend und aus dem Fenster schauend durch eine so schöne Gegend kutschiert zu werden?

    Ich lese und staune: Der KI – Themenbuch – Verlag® bietet freien Autoren und Ghostwritern in der Jetztzeit die Möglichkeit eigene Klima bezogene Umweltbücher zu schreiben! Im Zeichen der Umweltzerstörung und der sich anbahnenden Klimakatastrophen ist es wichtig, dass viele Autoren mit ihren KI-Umweltbüchern die Menschen auf die kommenden Umweltveränderungen vorbereiten! (Mit Link. Ich halte euch alle für erwachsen und seelisch gefestigt genug, dass ihr das weder als Empfehlung noch als Werbung interpretiert.)

  • 25-07-17 Kabane! Kabane! Kabane!

    25-07-17 Kabane! Kabane! Kabane!

    Zeichen des Herbstes: Die Komische Oper schickt ihren ersten Programmflyer für die Saison ’25/’26.

    Zeichen des Sommers: Endlich wurden die Saisonkabinen im Insulanerbad zur Vermietung freigegeben und noch freudiger gelang es mir sogar, eine zu mieten. Die Kabane ist zurück.

    Zeichen des Sommers: Madame wechselte in die sommerfrische Frisur.

    Mittwoch hatte sie ein Gespräch mit ihrem Dienstherrn, das einen leichten Hoffnungsschimmer auf irgendwannige Aufwertung meines Grabsteins umfasste. Immerhin möchte ich da im Falle eines Falles „Gatte einer Superobergeheimregierungsrätin dritten Grades“ drauf stehen haben.

    In der Ebersstraße eröffnete Cosmetique Susanne.

    Direkt am Innsi wurde das Gerüst am Platz-Umrandungs-Haus abgeräumt.

    Ich erläuterte einem DPD-Paketboten, dass man mit polnischer SIM-Karte im Handy nicht nur die +49 für Deutschland vorwählen muss, sondern auch die führende Null bei der Ortsvorwahl weglassen.

    Es gelang mir, ein wenig zu lesen. Weiter in Granta 163 Best of Young British Novelists 2023. Die Geschichte Ivor von Camilla Grudova blieb hängen. Die ist gleichzeitig verstörend, originell und gewinnt ihre Spannung daraus, dass der Ich-Erzähler das alles für vollkommen normal hält.

    Schiefgelesen.net hat mehr zu Grudova und verweist auf einen anderen Text von ihr in Granta: My art has often been criticised for being too gross, too bodily, but I am only recounting what I have seen and cleaned up in the service industry.

    Es waren drei Arbeitstage, überwiegend im Büro, in einem angenehm kühlen Juli

    Bewunderung auf dem Arbeitsweg für die Erzieher*innen und Lehrer*innen die größere Kindergruppen durch die Straßen lotsen. Ich würde Panik bekommen bei dem Gedanken, jetzt für 30 kleine Kinder verantwortlich zu sein, die über die bevölkerten Bürgersteige einer stark befahrenen vier- bis sechsspurigen Straße wandern müssen.

    Mein Arbeitsweg führt mich die meisten Tage direkt am abgebrannten Haus ein paar Straßen weiter vorbei. Jedesmal mit dem Gedanken: „Und ich bin morgens noch vorbeigelaufen, habe gesehen wie sie am Baugerüst gearbeitet haben und einfach nur ‚interessant‘ gedacht. Meine Fresse, ein paar Minuten unachtsam, jetzt ist ein ganzes Mehrfamilienhaus unbewohnbar und muss vermutlich abgerissen werden. Menschen sind innerhalb weniger Minuten obdach- und besitzlos geworden.“

    Ich denke natürlich auch: „So ein Baugerüst und so eine Dachbaustelle haben/hatten wir auch. Die haben da oben auch mit Feuer gearbeitet. Glück gehabt.“

    „Unsere“ Dachbaustelle fährt leere Paletten und abgeschnittenes Holz ab. Das weckt in mir die Hoffnung, dass irgendein Abschnitt fertig ist und Zwischen-Aufgeräumt wird.

    Erfreulicherweise funktioniert derzeit auch Warmwasser.

    Jemand beschwerte sich auf Mastodon über dienstliche Mails, die mit „Brudi“ anfangen. Ich glaube ich habe eine neue Mail-Standardbegrüßung gefunden. Muss nur noch überlegen, wie ich mit Schwesti umgehe.

    Zeichen des Herbstes: Es wird eine Arbeitsdeadline am 30. Oktober angesprochen und jemand sagt „wenn man die Urlaube rausrechnet, ist das quasi nächste Woche.“

    Bauzaun und Beginn des Tunnels unter eine Brücke mit verschiedenen Graffitti. Unter anderem "FCK Afd" und "Nazis Boxn". Im Hintergrund ein halber Bagger und das Dach eines historischen Schulgebäudes.

    Ohne Nüsse mit Märkischer Landmann

    Nach vielfachen Verschiebungen fand der Treff der Karpfentruppe1 in der Resonanz statt. Erfreulicherweise dieselbe Resonanz, die schon den Wikipedia-Stammtisch beherbergt. Und auch dieses mal fand die Wahl der Lokalität ohne meinen Beitrag statt – ist halt einfach schön dort.

    Wir begannen mit veganer Pizza ohne Nüsse bei der unkomplizierten Pizzeria nebenan, betrachteten aus der Ferne das abgebrannte Haus („die gute andere Pizzeria!“) und zogen auf die Resonanz-Terrasse weiter. Reden und Technik und Organisation, Projekte und Sternzeichen, die Oberlausitz und die AfD.

    Gerne wieder.

    optimize!.jl

    Meine eigene Woche Urlaub steht bevor und findet mich im inneren Driespalt. Einerseits ist diese Woche fest als „Wirklich, wirklich Urlaub“ vorgemerkt, denn es wird die einzige Woche dieses Sommers werden, in dem ich bachelorarbeitsfrei nehmen wollte.

    Andererseits sah der Zeitplan halt auch vor, dass ich in der Bachelorarbeit schon an anderen Stellen unterwegs bin als ich gerade bin. Und da ich ab nächsten Montag viel arbeitsfrei habe und nur sporadisch arbeite, aber eigentlich auch gerade vieles Spannendes in den Südkreuz Offices anliegt, überlege ich, wann ich die Arbeit eigentlich machen soll. Eine Woche – so viele Möglichkeiten.

    Aber noch bin ich im Alltag und kann ohne schlechtes Gewissen bachelorieren.

    Nach der gut einwöchigen Pause bewege ich mich gedanklich zurück zur Bachelorarbeit. Das bedeutet das ich VS Code/Julia öffne und erstmal

    msg = "Hello World"
    println(msg)

    vorfinde.

    Das reicht noch nicht, bringt aber gedanklich Gewöhnung zurück. Schnell aber bin ich wieder im JuMP-Tutorial und gehe noch einmal durch, wie das mit der Linearen Optimierung via JuMP funktioniert.

    (der folgende Abschnitt kommt vor allem, damit ich es einmal aufschreibe und es mir so besser merken kann). Im einfachen Beispiel:

    model = Model(HiGHS.Optimizer) #- Sagen, dass jetzt ein Optimierung kommt und diese per HiGHS gelöst werden soll
    @variable(model, xHG >= 0) #- Variablen festlegen
    @objective(model, Max, 4xHG + 2xHK + 2xSP + 2xFI + 6xFR + 4xNA) #- Zielfunktion aufschreiben, festlegen ob Minimierung oder Maximierung
    @constraint(model, c1, 3.5xHG + 2xHK + 4xSP + 2xFI + 8xFR + 0.5xNA <= 100) #- Nebenbedingungen aufschreiben
    optimize!(model) #- Modell wird gelöst. Leider ist das Ergebnis kaum entzifferbar und es bedarf weiterer Befehle, um damit etwas sinnvolles herauszubekommen
    
    #- Bei komplexeren Modellen lohnt es, sämtliche Zahlen vorher in einer CSV oder ähnlichen Datei zu schreiben und die im ersten Schritt zu importieren. -#
    

    Wenn ich das Modell jetzt einmal komplett durch JuMP/HiGHS laufen lassen, habe ich folgendes Ergebnis (das mir in der Form nicht viel mehr sagt als Euch vermutlich):

    Activating project at `C:\Users\dirki\.julia\environments\v1.11`
    Running HiGHS 1.11.0 (git hash: 364c83a51e): Copyright (c) 2025 HiGHS under MIT licence terms
    LP   has 11 rows; 6 cols; 32 nonzeros
    Coefficient ranges:
      Matrix [5e-01, 3e+01]
      Cost   [2e+00, 6e+00]
      Bound  [0e+00, 0e+00]
      RHS    [1e+00, 5e+01]
    Presolving model
    5 rows, 6 cols, 26 nonzeros  0s
    5 rows, 6 cols, 26 nonzeros  0s
    Presolve : Reductions: rows 5(-6); columns 6(-0); elements 26(-6)
    Solving the presolved LP
    Using EKK dual simplex solver - serial
      Iteration        Objective     Infeasibilities num(sum)
              0     0.0000000000e+00 Ph1: 0(0) 0s
              5    -1.5442105263e+01 Pr: 0(0) 0s
    Solving the original LP from the solution after postsolve
    Model status        : Optimal
    Simplex   iterations: 5
    Objective value     :  1.5442105263e+01
    P-D objective error :  0.0000000000e+00
    HiGHS run time      :          0.02

    Stadt-Druide mit dem Zug

    Der umgezogene Edeka Wesselburen bekommt sogar eine Pressemitteilung aus der Konzernzentrale spendiert: Kaufmann Alexander Kemper eröffnet neuen EDEKA-Markt in Wesselburen

    Berlin hat eine Stadt-Druidin: Kaa Faensen – Stadt-Druide in Berlin

    Jonas hat das Talent, irgendwohin zu gehen und es sieht auf den Fotos immer einladend und interesseweckend aus: Ein sommerlicher Tag im liebreizenden Luxemburg.

    Karen wieder on Tour: Turku-Sarajevo mit dem Zug: (1) Turku – Stockholm – Berlin – Prag

    „Temu greift mit Tütensuppen an“, steht in der Zeitung. Auch das noch.

    Anmerkungen

    1. Fragt nicht. Es ist kompliziert. Und ich kriege auch nicht mehr zusammen, woher der Name stammt. Es hat irgendwas mit generativer KI zu tun. ↩︎
  • 25-07-15 Hängende Hummeln (Dithmarschen->Berlin)

    25-07-15 Hängende Hummeln (Dithmarschen->Berlin)

    Die Rolltreppe wird 100. Ich sollte mir zur Feier des Anlasses einen Partyhut und eine rote Pappnase aufsetzen und stundenlang in der U-Bahn herauf- und herunterfahren.

    Weitere gute Nachrichten: Der Bus fährt wieder durch den Tiergartentunnel. Der Haupt-Lidl hat jetzt auch SB-Kassen.

    In Zarrentin in Mecklenburg steht ein großes Jysk-(Ex-Dänisches-Bettenlager)-Logistikzentrum.

    An der Autobahnausfahrt Kremmen wird ein großes Netto-Logistikzentrum gebaut.

    Ich störte das System der Systemgastronomie durch Bestellung eines Mehrwegbechers. Drei Angestellte berieten, was zu tun sei, als ich ihn zurückgeben wollte.

    Es war ein Restwochenende auf der Autobahn und den Latifundien und Wochenend-West sowie ein bürolicher Montag. Sommer, wie er sein soll: Mit nicht mehr als 25 Grad und ausreichend Regen für alle Pflanzen.

    Madame wurde entdeckt, dass in Chantily („einem der schönsten Schlösser Frankreichs“) diesen Sommer die Trés riches heures von 1410 (lt. Wikipedia „die berühmteste und künstlerisch wertvollesten Stundenbücher der Welt“) zu sehen sind. Da sie gerade restauriert werden, ausnahmsweise nicht nur mit Buchrücken und einer aufgeschlagenen Seite, sondern mit vielen zu sehenden Seiten. Eines der herausragenden künstlerischen Werke des Mittealters in einem herausragenden Schloss: Gut, dass Madame schon in Frankreich sein wird. (Artikel in der FAZ, leider gepaywalled, ohne Paywall: The Art Newspaper: Très Riches Heures: Chantilly exhibition offers ‘once-in-a-lifetime opportunity’ to see famed medieval manuscript)

    Madame war bei Stahl-hart, Steglitz, holte Messer ab und einen neuen Wetzstein.

    Ich war nach den Dithmarscher Tagen zurück in der Großstadt, begann die Rückkehr damit, T-Shirts aus der Altpapiertonne zu sammeln und als ich das Grundstück verlassen hatte, begegnete mir als erstes eine Radlerin, die wüst einem wegfahrenden Auto hinterherschimpft. Willkommen zurück. Berlin!

    Die Alte Schule heißt Beach and Burger

    Auf der Rückfahrt entdeckte ich neue Radiosendung: Sehr ungesund, weil sie dazu verleitete, das Radio viel zu laut aufzudrehen: die Tanzhalle auf radioeins. Mit einem wildem Stilmix tanzbarer Musik von 1950 bis 20251, quer durch Stile und Genres hüpfend, was bei Hüpfmusik auch angebracht ist. Endlich mal eine Radiosendung, die erfolgreich suggeriert einfach Lust auf Musik zu haben, ohne in Muster passen zu müssen.2

    Bonus, weil ausgerechnet der komplett unbekannte 1990s Dance Kracher Shopaholic von bis aus Glasgow3 auf der Playlist auftauchte, von dem ich immer dachte, dass den außer mir in Deutschland nie jemand gehört hat.

    Auch auf der Rückfahrt war ich auf der Suche nach einer Alternative zum McDonalds Wittenburg. Also fragte ich mal den Halluzinator. Nach etwas hin- und her-iterieren einigten wir uns, dass ich eine Bademöglichkeit in der Pause nett fände und er empfahl:

    • Zarrentin. Das Café Alte Schule und die Schaalsee-Badestelle am Kloster.

    Ihr ahnt es. Weder gibt es in Zarrentin ein Café Alte Schule noch eine Badestelle am Kloster. Aber es gibt Zarrentin. Und es liegt sowohl neben der Autobahn wie auch am Schaalsee. Und es gibt eine gut aussehende Strandbadgastronomie.

    Somit funktionierte der Halluzinator wie so oft bei mir: Inhaltlich falsch, aber mich auf richtige Ideen bringend.

    Naja, der Badebesuch fiel ins Regen-Wasser. Aber ich wollte zumindest schauen, fuhr kurz von der A24 ab, lief die kurze Strecke zum Strandbad – und war angetan. Genau so sollte ein nettes sympathisches Seebad aussehen. Ich komme wieder.

    Blick auf die Badestelle Schaalsee in Zarrentin. Wiese mit einem kleinen Stück Sandstrand, eine hölzerne Begrenzung des Nichtschwimmerbereichs, Holzbänke und eine kleine Badeinsel. Ein großer Baum würde Schatten spenden wenn es nicht eh nieselregnete.

    Kugeldistel Regenschutz

    Zwei Tage Regen in Latifundinien. Ein ungewohntes Ereignis, aber kein unwillkommenes. Der Garten ist zwar sehr auf trockene, heiße Bedingungen ausgelegt, sieht in grün aber tendenziell besser aus als in braun.

    In einer Regenpause: Friedlich auf der Bank sitzen, Schuhe anziehen und durch einen Windhauch eine Rosenduftwolke Stanwell Perpetual abbekommen. Diese Hecken sind einfach faszinierend.

    Die Himalayan Musk an der Pergola beginnt inzwischen in mehrere Richtungen gleichzeitig zu wachsen. Ich bin gespannt auf den Tag, an dem wir unserer Nachbarn vor ihr beschützen müssen.

    Die frei versamte Königskerze auf der Wiese ist schon lange großer als das Bäumchen mit den Sauerkirschen, mittlerweile überragt sie auch mich.

    Ein Anblick zum Schmelzen: klatschnasse Hummelpulks, die unter den Kugeln der Kugeldistel hängen, auf der Hoffnung dort vom Sturzregen geschützt zu sein und gleichzeitig eine Pollenversorgung zu haben,

    Puscheln und Rauchen

    Vielleicht sollte ich diesen Post einfach das nächste halbe Jahr jede Woche verlinken. Frau Herzbruch: 14.07.2025 (post-Puschelparade)

    Readinginsweden puschelt mit und war den Rest des Tages beim Postcrossen: #12von12 12.7.2025

    Hotel Mama feiert Geburtstag und bemerkt Kulturwandel: ich biete das bei einladungen immer allen an, raucht drinnen, ich mag das aroma, macht aber keiner mehr, der gang auf den balkon ist konditioniert, ist ja auch so ein ausstieg aus der sozialen situation ins ganz eigene, du mit deiner kippe unterm nachthimmel, das hat was.

    It always rains bei Foersters Garten.

    Onli blogging probiert LLM im praktisch-automatisierten Einsatz: So kann man LLMs nutzen, um in Bilder verpackte Charts zu Text umzuwandeln Spannend. Aber auch mit dem erwartbaren Ergebnis: Die LLMs jetzt, also zumindest gemma3, machen das Interpretieren der Chartgrafiken dagegen erstaunlich gut. In vielen Fällen funktioniert das einfach, dann ist das wie Magie. Leider funktioniert es nicht immer, und genau, da rennt dieser Ansatz in die typischen LLM-Probleme… Auf der einen Seite ist das nun mögliche automatische Umwandeln also eine riesige Arbeitserleichterung, auf der anderen muss man die LLM-Ausgaben sehr genau kontrollieren, sonst haut man sich Fehler in die Datenbank

    Anmerkungen

    1. Wobei ich den vagen Verdacht habe, dass die moderierende Redakteurin Annika Line Trost ein 1970er und früh 1980er-Jahrgang ist – zumindest der Musikgeschmack spricht dafür. ↩︎
    2. Dreimal herumlicken brachte mir die Erkenntnis, dass sie auch regelmäßig Parties im Haus der Kulturen der Welt veranstaltet: Dance the Oyster. Das kann eigentlich nur Spaß machen. ↩︎
    3. Zu meiner Überraschung: Sie existieren noch/wieder und gehen auf Tour: 9th October 2025 – Glasgow, QMU (with Jesus Jones and EMF). Hmm. ↩︎