Kategorie: Alltag

  • 25-07-13 Knobi-Pferd im Nordseewind (Dithmarschen)

    25-07-13 Knobi-Pferd im Nordseewind (Dithmarschen)

    Beim Schleswig-Holstein Musikfestival ist ein KI-Chatbot unterwegs, der sich Wolltraut nennt:

    Moin! Ich bin Wolltraut, Ihre digitale Konzertberatung beim Schleswig-Holstein Musik Festival, und durchgrase für Sie das Programm. Meine Antworten basieren auf künstlicher Intelligenz. Da ich ein Schaf bin, mache ich auch mal Fehler.

    Flens, das Bier, wirbt mit dem Wasser aus der Flensburger Gletscherquelle. Angesichts der Topographie Schleswig-Holsteins eine mutige Bezeichnung.

    Edeka Wesselburen verschenkte angesichts des Umzugs-Ausräumens Wurst und Käse an die Angestellten, was uns zu Besitzern zweiter Ordnung eines Wurst- und Käsepakets machte. Nächsten Mittwoch ist glanzvolle Supermarkt-Neueröffnung am Kohlosseum.

    Zeichen des nahenden Herbstes: der Kohl auf den Feldern ist ganz schön groß. Er sieht so aus als könnte er morgen abgeerntet werden.

    Es waren zwei Tage in Dithmarschen. Ein Freitagvormittag im mobilen Arbeiten, zwei Abende und ein Samstagvormittag frei für Belustigungsaktivitäten.

    Den Nicht-Belustigungs-Teil eines Abends verbrachte ich mit Wissenserwerb: ich weiß jetzt wie man verschollene Passwörter zu @arcor.de-E-Mail-Accounts zurücksetzen kann. Immerhin handelt es sich bei ihnen um schützenswerte historische Relikte aus den Jahren 1996 bis 2011.

    Auch gelernt: Krankenkassenkarten dürfen ohne Foto sein, wenn mensch aufgrund eines Pflegegrads dauerhaft mobilitätseingeschränkt ist.

    Schollen und Seeschwalben

    Alteingesessene Dithmarscher*innen beschweren sich, dass Büsum vom gemütlichen Familienbad hin mutierte, hin zur reinen Partystadt. Jedes Wochenende Festival, jedes Wochenede Rummsfallera. Nur noch für junge Leute. Als ich versuchte nach Büsum hineinzufahren und hinter einer Brigade grauhaariger Paare im Partnerlook auf Rädern, E-Bikes und Mobilitätshilfen aller Art, festhing, hatte ich Zweifel an der These.

    Wir wollten zum traditionellen Schollenessen bei Fisch-Möller. Ich hatte beschlossen, dass die Chance auf einen Platz Donnerstagabend besser ist als Freitagabend, und so brachen wir früh auf. Scholle und alkoholfreies Flens mit Blick auf das Hafenbecken, so darf es sein. Scholle mit Kraut / man sich erbaut.

    Weil der Abend noch jung war, ging es weitere zur anderen Attraktion mit Meerblick: dem Eidersperrwerk. In der Abendsonne ließen wir uns vom Nordseewind freiwehen, lauschten dem Kreischen der Möwen und Seeschwalben und bestaunten mit welcher Geschwindigkeit das Wasser durch die breite Eidermündung rauscht.

    Ich absolviert den obligatorischen Fußgang über die Eider von Dithmarschen nach Eiderstedt, bewunderte dabei die ewigwährende Baustelle (jetzt am Nordende) und die englisch geführte Gruppe Naturisten Naturkundler*innen auf der Suche nach den Seeschwalben.

    Ratten- und Axtwerfen

    Dieses Ende der Woche hatte einen Moment zum Atemanhalten und erschrocken die Hände vor den Mund legen. Wir sahen auf dem Heider Marktfrieden zu, wie ein Besucher sich im Axtwerfen übte, die ganze Zielwand verfehlte, und die Axt hoch hinter die Zielwand flog – außer Sicht aber definitiv auf dem Marktgelände landend.

    Zum Glück war dies anscheinend antiziapiert worden: Die abgesperrte Freifläche hinter dem Axtwurfstand war riesig.

    Nach 30 Jahren gelang es dem Kaptain und mir erstmals den Heider Marktfrieden zu besuchen. Den könnte mal als Mittelaltermarkt bezeichnen – aber das würde der Sache nicht gerecht werden.

    Denn er ist historisch verortet: Die Zeit der Schlacht von Hemmingstedt, als die Dithmarscher Bauern den Holsteinischen Adel besiegten, ist in der Dithmarscher Seele stets präsent1.Gefühlt ist jede*r zweite Dithmarscher*in auch heute noch in der Seele stolzes Mitglied der Bauernrepublik.

    Heide bezeichnet im Stadtslogan als „Marktstadt im Nordseewind“. Der Markt, und überhaupte jede Form von Markt, ist in Heide wichtiger als in anderen Städten.

    So passt ein historischer Markt genau in das Selbstbild der Stadt – der „Marktfrieden“ ging auch aus der Stadtgesellschaft hervor – eher unter Hinzuziehung des üblichen Mittelaltermarktprogramms.

    Das zeigte sich auch auf dem Markt.

    Es gab ein paar Schausteller, die ihr übliches Programm mühsam auf Mittelalter getrimmt hatten: Hallo Slushie/Frost-Trunk!

    Aber das blieb die Ausnahme: Vor allem war war eine große Mischung aus Schaustellern und Ehrenamtlichen Lokalen.

    Nett der Rattenwurf, bei dem niedliche Plüschratten auf eine Wand voller Mäusefalle geworfen werden musste, mit dem Ziel dass sie eine Falle auslösen und hängen bleiben. Selbst die meisten Essens- und Getränkestände boten etwas an, das es theoretisch ähnlich zur Zeit der Renaissance in Europa hätte geben können. So verzehrte ich eine Pferdwurst (Knobi-Pferd).

    Aber es gab auch einen großen Getränkestand in passendem Ambiente durch die Fuerwehr Heid; diverse örtliche Vereine und Organisationen hatten sich in historische Gewänder gehüllt. Die evangelische Kirchengemeinde bot „Pilger’s Rast“ an mit Stockbrot, Kräutergarten, einer Gutenbergpresse und Abendgebet.

    Wir kamen zufällig zur Eröffnung, die Hälfte der Programmbeiträge waren von Ehrenamtlichen auf Plattdeutsch und am Ende ritt ein ein vielleicht 16/17-jähriges Mädchen vor die Bühne und sprach vom Pferd auf Platt einleitende Worte.

    Im Nachhinein frage ich mich, warum ich 30 Jahre brauchte von der Erstaufführung des Marktes bis zu meinem Besuch.

    In der Seine baden, hinter die Paywall kommen

    Pariser*innen in der Seine vor 1913: PHOTOS : cette époque où les parisiens se baignaient dans la Seine (via Messy Nessy)

    Falls ihr nichts mehr von mir hört, kann es sein, dass ich mich im Curious-about-Everything-Newsletter verloren habe.. zuviele Themen. Eigentlich könnte ich alles hier verlinken, beschränke mich aber auf drei: (1) The Wild Within the Walls From antiquity to modern times, Rome has been entangled with the wild animals who creep, slither, scurry, and nest among its pillars and palaces. (2) Pirates of the Ayahuasca. That shaman stole my personality (3) The Wet History of Media in the Bathroom

    Irgendwie habe ich bisher alle Erwähnugen des Bibbots gekonnt ignoriert: Ich glaube es war ein Fehler. Herr Paul hat mich jetzt endlich draufgestupst. Browser-Erweiterung, um Premiumangebote deutscher Nachrichtenseiten über Ihren Bibliothekszugang zu nutzen.

    Anmerkungen

    1. 1500. Also auch nicht Mittelalter. ↩︎
  • 25-07-10 Some users may experience a loss of freshness (Berlin-> Dithmarschen)

    25-07-10 Some users may experience a loss of freshness (Berlin-> Dithmarschen)

    Ich könnte Spagetti mit Tunfisch zubereiten, dazu etwas Gemüse aus dem Frigidär. Danach eine Jogurt-Polonäse! Allein aus vehementen Protest gegen den Rat für deutsche Rechtschreibung, der Spagetti, Tunfisch, Frigidär, Jogurt, Polonäse, Panter, photogen und andere „nicht oder kaum genutzte Fremdwort-Varianten“ wieder aus der Liste erlaubter Schreibungen streichen möchte.

    In Kronprinzenkoog wurden dieses Jahr Sachen im Maifeuer deponiert, die dort nicht hineingehören. Das nächste Maifeuer wird aber trotzdem stattfinden. In Dithmarschen lebt der Lokaljournalismus.

    Es waren drei Arbeitstage, einer in Berlin, zwei im ausgesprochen mobilen Arbeiten im Nordsee-Office. In 22-Grad-Sommertagen wie sie früher einmal waren, und eigentlich immer sein sollten.

    Alle Autos und Personen sind in den letzten Tagen wohlbehalten dort angekommen, wo sie sein sollen. Jetzt Party. Die Markgräfler auf den Latifundien konnten auch gleich die Anbringung eines neues Terrassengeländers begleiten. Auch dieses kam wohlbehalten dort an, wo es sein soll.

    Tipp für’s Leben: Falls ihr einen Rollator benötigt, oder jemand kennt, der dies tut: Bitte nehmt etwas Geld in die Hand. Der Unterschied zwischen einem leichten Modell mit großen Schlauch/Luftreifen und dem schweren Krankenkassen-Standard mit kleinen Plastikreifchen ist immens. Außerdem freut ihr Euch quasi jedes Mal über diese Entscheidung, wenn ihr das Plastikreifchen-Modell in freier Wildbahn seht und denkt „Gott sei dank, habe ich etwas Anderes.“

    Wenn man vor dem Krankenhaus sitzt, zum Abschied Kaffee trinkt, Leute schaut, und eine Gruppe kommt heraus mit ganz unmetaphorisch todernsten Mienen.

    Das Strandbad Wannsee als Videokonferenz-Hintergrundbild

    Microsoft schickt eine Fehlermeldung in die Welt: Some users may experience a loss of freshness for some data sources mit geschickten Zeilenumbruch direkt hinter freshness. Ich denke: Some users may experience a loss of freshness – ein passendes Thema für die Wochen kurz vor dem Sommerurlaub. Hier wirken doch einige User arg ausgewrungen.

    Eine demnächst-Ex-Kollegin fragt, ob sie auch nach dem Ausscheiden mit privaten PC-Problemen kommen darf. Hell No!

    Prince2 – das Projektmanagementmodell hat diesen Namen angenommen, kurz nachdem Two Princes von den Spin Doctors in den Charts war. Zufall?

    Dota-CD vergessen

    Die Steigerung von „auf der Toilette mit dem Handy daddeln“ ist „Auf der McDonalds-Toilette mit dem Handy und Lautsprecher telefonieren“, so dass der ganze Raum das Gespräch aus dem abgeschlossenen Kabuff mitbekommt. Leider fand es in einer mir nicht verständlichen Sprache statt.

    Der McDonalds in Wittenburg war in seiner üblichen Überfüllung angekommen, bot keinen Salat an, aber immerhin Mehrwegbecher. Ich überlege mal wieder ob mir an A100/A10/A24/Hamburg/A7/A23 – bzw. halt auf den 50 Kilometern ungefähr in der Mitte der Strecke – ein anderer geeigneter Pausenplatz direkt an der Autobahn einfällt – aber nein.

    Außerdem bietet der McDonalds das übliche geschätzte Maß an Entertainment durch Mitreisende.

    Selbst der Panzertransport auf der Autobahnauffahrt fand genau wie letztes Mal wieder statt. Diesmal begleitet von einer langen Kolonne von Militär-Geländewagen ohne erkennbares Kennzeichen. Von der Optik der Autos würde ich auf die US Army tippen.

    Die Airbeat-OneMain-Camp-Wegweiser auf der Autobahn hingegen führen gar nicht zu einem NATO-Manöver, wie von mir gedacht, sondern zu drei Tagen Party. Oder wie Wikipedia im besten Stil toter Studienräte schreibt, zu einem Festival der elektronischen Tanzmusik in Neustadt-Glewe, Mecklenburg-Vorpommern. 

    Ungünstig gelegene Tiden

    Edeka Wesselburen zieht um. Am Freitag/Samstag ist Schlußverkauf am alten Standort in der Stadtmitte. Eine Woche später große Neueröffnung beim Kohlosseum.

    Die Turniere der Ringreiter*innen lassen sich davon nicht beeindrucken. Sie finden gerade auf allen Plätzen und Feldern statt.

    Die Zahnpasta fährt elektrisch. Das kleine Züglein zwischen Heide und Büsum wirbt damit, dass es jetzt „elektrisch ohne Oberleitung“ fährt. Das ist ein deutlicher Vorsprung in Sachen Mobilität. Leider ging die Umstellung auch mit einer neuen Farbgestaltung einher, jetzt sieht der Zug gar nicht mehr aus wie ein Streifen Zahnpasta direkt aus der Verpackung gedrückt.

    Des Kaptains Garten ist ein einziger Traum. So viel Leben auf so wenigen Quadratmetern! Auch 15 Jahre nach Geschäftsverkauf wird sie von Fremden begeistert auf den damaligen Pflegedienst angesprochen.

    Büsum gestaltet sich um. Beim Umlaufen der großen toten Baustelle direkt am Museumshafen komme ich mir vor, wie im Berliner Verkehr. Alle Strandkörbe sind ausgerollt, Watt, Sonnenuntergang und heimkehrendes Helgoland-Schiff ergänzen sich in ihrer Optik auf das Liebreizendste.

    Im Hafen ein seltener Besuch: die Janne Yerseke, niederländischer Muschelkutter, der den Besatz für Muschelbänke durchführen kann. Sie kannsich mit beiden Ankerpfählen am Boden verankern kann und so standorttreu Arbeiten durchführen.

    Crack in Hamburg, Tee in Brandenburg

    Madame wird zum Teppich von Bayeux fahren und kurz darauf wird dieser nach London reisen. Kein innerer Zusammenhang.

    Kaum bin ich am Deich, bloggt Christiane über Schafe: Transhumance

    Zum Glück sind die Crack-Geplagten in Schöneberg noch nicht so häufig. Aber doch zu häufig. Menschen in einer irritierenden Mischung, die einerseits wirken als wären sie körperlich nicht einmal mehr in der Lage aufzustehen und 10 Schritte zu laufen. Andererseits erfüllen sie jedes Klischee für „Scheiß unheimlich“. Herr Buddenbohm schildert aus Hamburg.

    Mein Verhältnis zu Auberginen ist kompliziert. Da freue ich mich doch sehr über das bulgarische Moussaka-Rezept auf Kartoffelbasis.

    Zwei Jahre nach ihrer Eingebung im portugiesischen Hochland kniet Antje Kühnle in der Brandenburger Tiefebene und vergräbt Schafwolle im märkischen Sandboden. „Das dämmt und düngt die Camelia sinensis“ – also die Teepflanzen. 6,4 Hektar Land haben Antje und ihr Ehemann Rüdiger gekauft, auf dreieinhalb davon sollen bald 20.000 Tee­pflanzen blühen. (Wo Brandenburg wie Japan schmeckt)

  • 25-07-08 Denk nicht in deiner Drangsalshitze, Dass du von Gott verlassen seist

    25-07-08 Denk nicht in deiner Drangsalshitze, Dass du von Gott verlassen seist

    Am Leo steht ein Karussel.

    Die evangelische Kirchengemeinde am Heilsbronnen ist etwas Besonderes. Nicht nur, dass dort eine „evangelische Messe“ gefeiert wird, auch kam vor dem Gottesdienst jemand zu den zwei Damen neben mir und sagte „die Beichte findet heute schon jetzt in der Kapelle statt“ und beide gingen hin.

    Ich kann mich nicht daran erinnern, schon je in einem Leben Beichte live erlebt zu haben.

    Andererseits kann die Gemeinde halt auch finanzieren, im normalen Gottesdienst eine Bachkantate aufführen zu lassen und dafür professionelle Musiker und Solisten zu bezahlen.

    Es war ein Sonntag zwischen Berliner Kantate und latifundaler Vorbereitung, ein Montag zwischen Arbeit und Empfang der Gäste. Stand Bachelorarbeit: Die allererste Runde Lineare Optimierung (Theorie und Rechnen „von Hand“) ist durch – jetzt kommt erstmal Julia und Rechnen per Computer dran.

    Das bekannte Deutsche Fernverkehrsunternehmen mit den Zügen ist für Abwechslung gut:

    „Wagen 1 bis 4 müssen geräumt werden wegen Ausfall der Klimaanlage und somit ohne Frischluftzufuhr. Alle Reisenden ohne Reservierung müssen aussteigen“

    Das hatten wir noch nicht. Gut, dass „unsere“ Reisenden eine Reservierung haben.

    Die Geschichte vom ehemaligen türkische Basar im mauerbedingt stillgelegten U-Bahnhof Bülowstraße ist einer der Geschichten, die bundesweit bekannt sein sollten. Noch aber bleibt es bei Lokalkolorit. Immerhin existiert inzwischen eine gewisse lokale Würdiging: Am 27. September findet das Musikfest „Gazino und Türkischer Basar“ in der Steinmetzstraße statt.

    Eine der Mittagessengelegenheiten um das Südkreuz bietet als Salat des Tages Bratkartoffelsalat an – ich finde das konzeptuell schwierig.

    Nicht schwierig hingegen einiges Essen der letzten Tage: Coronation Quiche – Ratatouille aus dem Slow Cooker – Erdbeereis aus dem Creami. Es könnte schlimmer sein.

    Bekümmernis!

    Madame gab Bach. Der Chor hatte sich an die längste Bach-Kantate, und dazu eine der schönsten und spektakulärsten, herangewagt: Ich hatte viel Bekümmernis. Aufgeführt im Rahmen eines Sonntagsgottesdienstes im Heilsbronnen.

    Ich schwankte. Notenpunkte oder Karmapunkte? Karmapunkte, denn schöne Musik erhebt. Zumal wenn Madame sie vorträgt. Notenpunkte: Denn ich könnte diesen Vormittag auch an der Bachelorarbeit verbringen.

    Am Ende entschied der untere Rücken. Der hatte beim Aufstehen schon eindrucksvoll verkündet, dass ich am Vortag zu lange am Schreibtisch saß und er heute ein wenig raus möchte.

    Eine weise Entscheidung. Die Bachipedia (was es alles gibt!) schreibt Die Kantate «Ich hatte viel Bekümmernis» ist mit ihrer emotionalen Tiefe und ihrem formalen Reichtum nahezu ein Solitär in Bachs Kirchenmusik.

    Und auch wenn ich weit davon entfernt bin, einen Gesamtüberblick über Bachs Kirchenmusik zu besitzen, unterschreibe ich die emotionale Tiefe und den formalen Reichtum sofort: das geradezu nervenaufreibende Leiden und Grämen, die Tränen der Verzweiflung, die Suche nach Gott – und dessen Antwort. In jeder Hinsicht großes Kino. (Hier in Gänze als Video der Netherlands Bach Society)

    Und eine letzte Lobhudelei: Solisten (in Erinnerung besonders Sopran Anne Brettschneider) und das Orchester.

    Ein Hin- und her

    Tage der Autorochade.

    Samstag

    Rennpolo Schöneberg Garage -> Schöneberg Parkplatz // Subaru: Schöneberg Parkplatz -> Schöneberg Straße // (denn nur der Subaru darf hier Anwohnerparken)

    Sonntag

    Rennpolo: Schöneberg Parkplatz -> Latifundien -> Kremmen Bahnhof // Subaru: Schöneberg Straße -> Schöneberg Parkplatz (denn ab Montag ist die Straße auch mit Anwohnerplakette kein legaler Parkplatz mehr)

    Montag

    Rennpolo: Kremmen Bahnhof -> Latifundien // Subaru: Schöneberg Parkplatz -> Carglass -> Latifundien -> Schöneberg Parkplatz

    Tage der Personenrochade

    Ich fühlte mich wie in einem Film mit Umschnitten. Drei Personengruppen starten an verschiedenen Startpunkten (Lörrach in Südbaden, Hafenstadt, Südkreuz Offices), erleben Abenteuer (DB Fernverkehr / DB Regionalverkehr / wird das Auto repariert werden?) und streben einem gemeinsamem Zielpunkt zu.

    Und wie es war

    So der Plan: die Deutsche Bahn sorgte für Abwechslung, weil Teile der parallel laufenden Zugrochade ausfielen, so dass die Autorochade um einen spontanen Ausflug zum Berliner Hauptbahnhof erweitert werden musste. Außerdem mussten wir mit einem Auto zum Bahnhof waren, um das andere Auto dort abzuholen, weil ja der Zug eher nicht fuhr.

    Montagabend aber waren alle Personen und Autos dort wo sie hätten sein sollen. Der Subaru dazu mit heiler Frontscheibe und geretteter Parkplakette. Und ich habe einen unausweichlichen Carglass-repariert-Ohrwurm.

    Immerhin gelang es uns bei den Rochaden noch beim Spargelhof vorbeizufahren (überraschend voll, auch ohne Spargel) und einmal den Latifundien zu winken. Die präsentierten sich im besten Katalogmodus: Im Vorgarten sahen wir schon aus dem Rennpolo je ein Dutzend Schmetterlinge und Hummeln, und es wurden immer mehr. Die Rosen blühen ALLE. Und wie. Selbst die Wiese trägt beginnende Bräunlichkeit in sich, noch aber leuchtet sie in Gelb oder auch in Weiß-Pink.

    Farbenrausch zerfließt in Butter (Erdbeereis)

    Nils Minkmar in Bestform: Wenn ich im Sommer nach Frankreich reise, handelt es sich nicht um Ferien im klassischen Sinne. In den Augen der Freunde und Verwandten kehre ich dann in mein eigentliches Leben zurück.

    Mit „Farbenrausch … ein expressionistisches Meisterwerk der Industriearchitektur“ bin ich immer zu kriegen. Etwas erschrocken aber bin ich, weil mir der dortige Behrensbau trotz zahlreicher langer Aufenthalte in Frankfurt nie auffiel. (via Ligne Clair)

    Nein! Jonathan Richman macht noch Musik: Only Frozen Sky Anyway (auch via Ligne Clair via martin)

    Mein innerer-US-Boykott-aus-Trotz ist gar nicht so einfach. Zumal wenn Gabi Frankemölle Catfish erwähnt, den ich seit damals in Mississippi nie wieder gegessen habe: Grilled Catfish (Wels vom Grill)

    Öfter mal sagen „Der Rest des Tages zerfließt wie Butter.

    Poupou produzierte Erdbeereis.

  • 25-07-04 Streckenfilm der Leipziger Straßenbahn (1931)

    25-07-04 Streckenfilm der Leipziger Straßenbahn (1931)

    Motorräder der Marke Harley Davidson sind nicht nur bei Rockern, sondern auch bei Rentnern beliebt.

    Im Treppenhaus liegen Taubenfedern und Reste eines zerbrochenen Eis.

    Der Ausdruck \sum_{j=1}^{n}\overline{x_{j}^{[1}+\delta} bringt Obsidian an seine Grenzen. Das Programm beschwert sich nachdrücklich, dass ich keine Steuerzeichen in einer Überschrift benutzen soll. Dann nicht. Dabei sollte dort nur stehen:

    \[ \sum_{j=1}^{n} \overline{x_{j}^1} + \delta \]

    Die Bachelorarbeit geht voran. Die mathematischen Formeln in der Arbeit sind nur noch schlecht – aber nicht mehr falsch. Ähnliches gilt für den Text. Ich bin zwar am äußersten Rand des geplanten Zeitplans – aber der ist ja auch mit Puffern geplant.

    Auf dem Dach ist Party. Während ich dies in der Berliner Wohnung schreibe, höre ich die Beats von der Dachterrasse des Nachbarhauses, wo sich etwa 30 Menschen versammelt. Erst grillten sie, jetzt stehtanzen sie. Seitdem sie sich zum Stehtanz versammelt haben, muss ich mir auch keine Sorgen mehr um die Freizeitgestaltung machen. Immerhin habe ich in Zimmerlautstärke Partymusik.

    Madame fuhr nach Bonn und wieder zurück. Insofern die Deustsche Bahn sie halt lies. Zwischen Hin- und Rückfahrt definierte sie Religion und beschäftigte sich mit dem ALLBUS.

    Aus den Leitungen kommt kaltes klares Wasser. Leider auch aus der Warmwasserleitung.

    Der Rennpolo steht auf unserem Parkplatz. Der Große musste ins Ausweichquartier.

    Reprise

    Auf dem Arbeitsweg riecht es verräuchert. Der Weg führt vorbei am abgebrannten Dachboden, auch nach einigen Tagen ist es in der Umgebung des Gebäudes merklich nach Feuer.

    Anlässlich des Brandes erfuhr ich, dass die Kariboschweizerin aus Wilmersdorf großer Fan von Da Michele ist, das derzeit wegen Brand- und Wasserschäden nicht geöffnet hat.

    Das hätte sich Madame auch nicht denken können, als sie vor 17 Jahren im Rahmen einer Wohnungsbesichtigungspause bei Marcello einen Espresso trank. Und sich im Anschluss für dieses Wohnung entschied.

    Aus Marcello wurde Beppino und dann Michele und jetzt brannte es. Aber die Wohnung hat Madame immer noch.

    Pferdewagen!

    Ich surfte bei Filmfriend, dem Filmstreaming der öffentlichen Bibliotheken. Mit unendlichen vielen Filmen, von denen ich quasi keinen namentlich kenne. Von denen aber sehr viele ausgesprochen spannend wirken. Leider fehlt mir akut die konzentrierte Energie, um Anderthalb Stunden einen Spielfilm zu schauen.

    Aber es reichte für ein kleines Schwarz-Weiß-Filmchen: Den Streckenfilm der Leipziger Straßenbahn von 1931. Einmal aus dem Fahrerhäuschen quer durch die Stadt. Es fällt das Erwartbare auf: Das Vorkriegsleipzig sah anders aus als das Nach-Wende-Leipzig das ich erlebt habe. Es fällt aber auch auf: So viele Fußgänger*innen! So viele Radfahrer*innen! So wenig Autos! 1931 war es noch kein Problem auch als Fußgänger*in einfach mal quer ohne schauen über eine Hauptstraße zu laufen. Was mich aber noch mehr wunderte: Warum waren die Straßen schon damals so breit, die Fußwege so schmal, wenn der Bedarf offenbar ein vollkommen anderer war als heute?

    massive militarization of ICE is the real heart of this law

    Im Guardian ist ein Artikel über sich-selbst-verunglückende Teslas. Er enthält eine Szene in denen Feuerwehrleute zusehen mussten, wie ein Fahrer in seinem Tesla verbrannte, weil es ihnen nicht gelang an das Innere des Autos zu kommen.

    So ähnlich fühlt es sich an, die politischen Ereignisse in den USA wahrzunehmen. Und weil das kein schönes Gefühl ist, versuche ich meine Aufnahme dessen zu begrenzen. Aber jetzt haben wir einen Wendepunkt erreicht. Der Trump-Haushalt wurde verabschiedet, „The big beautiful bill“.

    Wenn ein englischsprachiger Zeithistoriker als Reaktion auf die gerade beschlossene „big beautiful bill“ nur das eine Wort „Ermächtigungsgesetz“ schreibt, auf deutsch, dann ist ein Wendepunkt erreicht.

    Neben den ganzen Kürzungen verspricht das Gesetz dem Immigrations and Customs Enforcement (ICE) 150 Milliarden US-Dollar in den nächsten vier Jahren. Das entspricht dem zehnfachen des gesamten UN-Haushalts und ist mehr als die anderen Bundespolizeien FBI, DEA, ATF, der Marshals Service und die Gefängnisverwaltung zusammen bekommen.

    Offensichtlich ist das für eine Spezialpolizei komplett überzogen. Und da kommt der Punkt. Ich – und informiertere – halten den Föderalismus für das stärke Bollwerk gegen Trump. Traditionell hat die Bundespolitik und der Präsident wenig im Innern zu sagen. Hier aber sieht es so, als würden sich Trump und die Trumpisten eine gigantische paramilitärische Truppe zusammenstellen, die das Machtgleichgewicht in den USA kippen soll.

    In den Worten der Harvard-Sozialwissenschaftlerin Theda Skocpol:

    I thought last year that the USA was somewhat protected against any similar coerceive authoritarian takeover by its federal structure, given state and local government rights to control most U.S. police powers .. But now I see that the Miller-Trump ethno-authoritarians have figured out a devilishly clever workaround.   Immigration is an area where a U.S. President can exercise virtually unchecked legal coercive power, especially if backed by a Supreme Court majority and corrupted Department of Justice. 

    (Critical Read About the BBB, Federalism and the Future of American Democracy)

    Die Gleichzeitigkeit des Alltags

    An der Seine ist das erste Mal seit 1923 wieder normales Baden im Fluss möglich. Gut, dass ich schon vorher beschlossen hatte, dass ich eigentlich nach Paris gehöre 🙂

    Christiane schwimmt eher im Mittelmeer als in der Seine, feiert gerade 20-jähriges Frankreichjubiläum. Glückwunsch auch hier: Zwanzig – oder Es begann mit einer Suppenschüssel

    Wovon leben Buchhandlungen: Endlich sind wieder Pokemonboosterpaks vorrätig. Der Goldstaub an der Kasse. (5.7.2025 #WMDEDGT?)

    Und nochmal readinginsweden über den Buchbahnshop Lichtenberg: Der Laden ist großartig und genauso, wie man sich so einen Laden vorstellt. Der Verkäufer weiß vermutlich alles über jedes Eisenbahndetail, dass man sich auf de Welt aneignen kann. … Es gibt jeden verfügbaren alten Streckenplan, Fahrplanbücher zum Beispiel Railways of Europe (oder so ähnlich), Eisenbahnliteratur vom feinsten, antiquarisch und neu. Waggons der Berliner Öffis, die auf jede Holzeisenbahnschiene passen, Bastelbögen und eine kleine Kiste mit Druckplatten für 9 Euro. Beim Rausgehen schaue ich mir diese genauer an. Auf kleinen Metallplatten sind (seitenverkehrt natürlich) Fahrkartentexte im Hochdruck aufgebracht.

    Spitfire – Moonpie’s Mission präsentiert ein Alpaca in einem Railshooter-Musical. Alpaca, Musical, „sodass während so einiger Kämpfe gesungen wird und absurderweise in Zwischensequenzen eine Karotte samt Blumenchor Teile der Handlung erzählt.“ , what could possible go wrong?

    Auch Künstler kleckern.

  • 25-07-02 Eisraum. Ein Dach brennt.

    25-07-02 Eisraum. Ein Dach brennt.

    Eine erste Ziegelreihe liegt auf dem Dach.

    Madame kämpft sich durch den Jahresendspurt. Sie sammelt Plusstunden, die vermutlich bis Dezember reichen.

    Es gelang ihr, zwischendurch eine Gluckerkanne zu töpfern, die auch ordnungsgemäß gluckert.

    Warum besitze ich eigentlich keinen Fächer?

    Es waren drei Arbeitstage – ein Teamtag, ein Bürotag, ein Mobiles-Arbeiten-Tag. Mittwoch kam die Hitzekeule.

    Im Keller des Lido

    Pack die Badekleidung ein, denn wir fahren auf zum Teamtag.

    Wir blieben im Betrieb. Es ging zum Strandbad Wannsee. Manchmal darf man auch feiern, wo man arbeitet. Manchmal muss man auch das Timing haben, den 33-Grad-Tag im Auftrag der Arbeit am See zu verbringen.

    Ich war früh. So konnte ich noch ein wenig durchs Wasser plantschen, bevor Teil 1 – Strategiebesprechung – begann. Die Umgebung beflügelte. Es war eine der besten Großbesprechungen, die ich im Team erlebt habe.

    Danach eine kleine Führung durch das Bad. Wie anders so ein Strandbad funktioniert: Es gibt natürlich keinerlei Schwimmbadtechnik: Kein Pumpsystem, keine Filter, keine Wassertanks. Denn das Wasser ist in der Havel.

    Dafür gibt es Strandtechnik: den Unimog, den Traktor, die Quads, die Boote. Und bei diesem Strandbad gibt es ein gigantisches Gelände auf dem mehrere Häuser stehen.

    Dort stehen die eigentlichen Gebäude des Strandbades: Sanitärbereiche, Umkleiden, Imbiss.

    Dazu kommen die Anlagen des ehemaligen Kriegsversehrtenbades – heute Berlinzentrale der DRK Wasserwacht. Es gibt unter anderem die ehemaligen Wohnhäuser der im Strandbad Arbeitenden. Es gibt diverse genutzte und vor allem ungenutzt-baufällige Funktionsgebäude wie eine ehemalige eigene kleine Müllverbrennungsanlage.

    Die größte Entdeckung waren allerdings die Sportfreunde von Sonne 08. Die existieren so lange wie das erste Strandbad, seit 1908, damals noch als „Club der fidelen Sonnenbrüder“. Sonne 08 wohnt mit seinem Vereinsplatz auf dessen Gelände. Am nördlichen Ende des Geländes befinden sich ihre kleinen Holzhäuschen mit großen Fenstern – dicht an dicht direkt am Wasser mit eigenem kleinen Strandabschnitt. Ein wenig wie eine Kleingartenkolonie ohne Garten mit Strand.

    Dort halten sich die Mitglieder von Sonne 08 auf. Ehemals eine Mitgliedschaft, die über Generationen vererbt wurde – heute wurde mir erzählt, sind Hütten frei.

    Am anderen Ende: Das ehemalige Lido. Ein Speiselokal, das bis 1996 in Betrieb war und seitdem spektakulär zusammenfällt. Wir hatten eine schicke Tour durch die Katakomben mit dem „Eisraum“ und dem Pumpenraum, in den die Pumpen nicht mehr funktionieren „Im Winter kann man im Keller nicht mehr stehen, dann steht der Unterwasser.“ Wenn man sieht was war, wenn man sich vorstellt, was sein könnte – und dann sieht, dass nichts passiert. Es ist doch zum Haareraufen.

    Überall Absperrungen, Flatterbänder und ehemalige Herrlichkeit. Immer mit der Trias „Kein Geld, zumindest nicht genug um den Denkmalschutz zufrieden zu stellen. Und im Zweifel sagt dann der Naturschutz nein.“ Berlin und seine öffentlichen Gebäude.

    Wobei am Wannsee die Diskrepanz zwischen dem was ist und dem was an Sommerherrlichkeit sein könnte besonders frappierend auffällt.

    Aber wir hatten ja Teamtag. Das Kino auf dem Gelände ist in einem vergleichsweise guten Zustand. Und noch besser: Das Gebäude ist so im Schatten des Hangs gebaut, dass es selbst bei 33 Grad Außentemperatur innen angenehm kühl ist.

    Die kleidungsdemokratisierende Wirkung von über 35 Grad im öffentlichen Nahverkehr

    Dienstag 33 Grad am Wannsee, Mittwoch 37 Grad im Büro.

    Es stellte sich heraus: Dienstag 33 Grad, die Rückfahrt von Wannsee über den Edeka nach Hause war sehr viel anstrengender als Mittwoch die 37 Grad mit Kurzbusfahrt von den Südkreuz Offices nach Hause.

    Stehen im engen Bus mit Einkaufstaschen war kein Gewinn an Lebensqualität.

    Immerhin war die Fahrt nicht so episch wie Madame, die ihr defektes Fahrrad durch eine ganze Reihe S-Bahn-Treppenhäuser tragen musste, weil alle Aufzüge hitzebedingt die Funktion einstellten: Von der Hafenstadt zur Swapfietszentrale am Alexanderplatz nach Schöneberg.

    Mittwoch stellte sich die Frage: Früh zur Arbeit gehen, um den Weg noch in der Morgenkühle zu bestreiten? Oder möglichst spät losgehen, um Peak Tageshitze im klimatisierten Büro zu überdauern und möglichst lange zu bleiben?

    Die Vorhersage sagte 36 Grad noch für 19 Uhr und 29 Grad für Mitternacht voraus. Damit war der Plan Peak Tageshitze tot. So lange wollte ich dann doch nicht bleiben.

    Aber: Es gab die andere Idee: Morgen möglichst lange lüften, um die Wohnung so weit wie geht herunterzukühlen. Also blieb ich bis zur letzten Minute und nahm dann den leeren Bus.

    Die 24 Grad kühle Wohnung am Abend dankte es.

    Raucharoma, unschön

    Anruf beim Kollegen in den Offices: „Schaut mal raus. Bei Euch in der Nähe brennt es. Hab ich von der Stadtautobahn aus gesehen.“ Wenig später Anruf Madame: Bei uns in der Straße steht alles voller Feuerwehr und die Rauchwolke sieht so aus als würde es im hinteren Teil des Grundstückes brennen.

    Oha.

    Später stellte sich heraus: Nebenstraße. Eine Dachbaustelle war in Brand geraten, 400 Quadratmeter Dachstuhl und Dachfolie brannten; Teile des brennenden Dachs fielen auf die Straße.

    Die Feuerwehrautos waren so zahlreich, dass sie bis in unsere Straße hinein standen.

    Ich nahm etwas später den Bus von den Offices nach Hause, wollte den Rest der Strecke zu Fuß gehen und scheiterte: Der Weg war auch für Fußgänger gesperrt.

    Was angesichts des intensiven Raucharomas nachvollziehbar war. Also lief ich bei 37 Grad außen herum, versuchte, mit dem Wind im Rücken von der anderen Seite des Blocks aus zur Wohnung vorzudringen.

    Und hatte Glück: Gerade noch durfte ich ins Haus, Nachbarn von fünf Häusern weiter wurde der Durchlass verwehrt: zu ungesund das Raucharoma, zu stark die Gefahr der Gasflaschen auf dem brennenden Dach. Das Treppenhaus, in dem ein kleines Fensterchen geöffnet war, stank ordentlich nach Rauch.

    Und dann einschließen: Weder wollten wir heiße Luft noch Rauchgas in der Wohnung haben.

    Unerwartete Wikipedia-Referenzen

    Im queerfeministischen Rap

    Pretty pretty mit den mini titties
    Sweeter als ein Cini Mini
    Kill ich, Kill ich, Kill ich
    Kill ich deine fucking City
    Frag die City
    Oder ließ in meiner fucking Wiki

    (Ebow: Schmeck mein Blut)

    Im Experimentalfilm

    Wikiriders ist ein mexikanisch-deutscher Experimentalfilm unter Regie von Clarer Winter und Miiel Ferráez. Der Film in der Tradition des Roadmovies feierte seine internationale Premiere bei der Woche der Kritik 2024 in Berlin. Seine nicht-lineare Erzählung entwickelt sich um den Wikipedia-Artikel einer seit der Kolonialzeit politisch und wirtschaftlich einflussreichen Familie in Mexiko.

    Elektro-Dreirad-Mangoeis

    If you ever want feel-good tears, go read the reviews of electric tricycles.

    Bettina Schmidt-Czaia geht als Direkttorin des Stadtarchiv Kölns in den Ruhestand. Raymond nutzt dies um seine und Elyas Geschichte um/mit/bei dem Archiv zu erzählen: Unsere Archivstory 2008–2025

    Gelernt: Es gibt ein Computerspiel zu/über/mit zusammenbrechender Infrastruktur: Du bist ein Ingenieur, der zuschaut wie eine Stadt zusammenbricht und versuchst, das nötigste zu tun: Infragame.

    Poupou bereite Mango-Eis in der Creami zu.

    Ich werde es noch öfter schreiben: Das was aktuell umgangssprachlich als KI bezeichnet wird, denkt nicht. Es reiht Worte aneinander – ohne irgendeine Ahnung was diese Worte bedeuten. Es kann überzeugend plausibel klingenden Text produzieren und sonst wenig. Belegstück drölfzigtausend: KI durfte Verkaufsautomat betreiben und scheiterte spektakulär:

    Während des Monatswechsels machte die KI außerdem etwas durch, was die Forscher bei Anthropic als „Identitätskrise“ bezeichnen. Am 31. März halluzinierte sie eine Konversation über die Wiederauffüllung der Lagerbestände mit einer Person namens „Sarah“ von Andon Labs. Dort gibt es allerdings keine „Sarah“, und auch ein solches Gespräch hat nie stattgefunden. Darauf hingewiesen zeigte sich die KI verärgert und drohte, „alternative Optionen für Lagerverwaltung“ zu finden. Claudius behauptete weiters, persönlich die Adresse Evergreen Terrace 742 aufgesucht zu haben, um dort den Vertrag mit Andon Labs zu unterzeichnen. Die Adresse ist bekannt, denn an jenem Ort wohnen die Simpsons im fiktiven Springfield.

    Die KI setzte ihr Rollenspiel als „echter Mensch“ am nächsten Tag fort und kündigte an, angezogen mit einem blauen Blazer und roter Krawatte persönlich zuzustellen.

  • 25-07-01 Glamour war Zoopalast, Spaßbad war Blubb, die U1 war die U2

    25-07-01 Glamour war Zoopalast, Spaßbad war Blubb, die U1 war die U2

    Wir tranken Bier (alkoholfrei) und Buttermilch.

    Es war ein latifundaler Sonntag und ein arbeitlicher Montag, weiterhin im Juni-Hochsommer. Die kurze Brutalhitze begann sich langsam anzukündigen.

    Am Montagmorgen passierte ich den Späti mit dem handgeschriebenen Corona-Gedächtnis-Schild: Dieser verkauft Masken, Klopapier und Küchenpapier.

    In Voraussicht der Hitzetage transportierten wir den Ventilator aus der Mittelmark nach Berlin. Madame bestellte Kälteschals.

    Montag war es schwül.

    In letzter Zeit häuft sich Besuch. Montagabend versuchte sich ein Gas-Vertrags-Verkäufer. Aber anscheinend war er neu im Job. Er hatte versäumt wieder zu Atem zu kommen, bevor er in unserem Stockwerk die Klingel drückte. Und so stand ein schwer hechelnder junger Mann vor mir, der kaum in der Lage war, sein Sprüchlein aufzusagen.

    Bachstelze am morgen

    Die Hausrotschwänze besuchen uns dieses Jahr weiterhin seltener in den märkischen Hamptons. Dafür kommen regelmäßig Bachstelzen. Offenbar haben sie ein Domizil in der Nähe bezogen.

    Als leichte Andeutung des Herbstes sammeln sich Stare zu schwärmen und ziehen am Himmel über die Kolonie.

    Auch der Marder kommt weiterhin. Etwas Regen letzte Woche, weichte den Boden genug auf, dass unser komplettes Auto von seinen schlammigen Fußabdrücken gezeichnet wird. Andere Menschen müssen so etwas notdürftig mit Aufklebern simulieren.

    Spaß mit dem Halluzinator: Ich nehme ein Bild eines grün-gelben Käfers auf, frage ihn: „Was ist das?“ Er antwortet mit einem Käfer, der immer rot-schwarz ist.

    Rückfrage von mir: „Hä?“

    Antwort: „Das hast Du sehr gut beobachtet!“ Diese Mischung aus kompletten Gaga-Antworten mit ewiger Lobhudelei – der Nutzwert generativer KI scheint mir weiter stark eingeschränkt, aber unterhaltsam ist sie auf jeden Fall.

    Spannender (und soweit ich beurteilen kann auch richtiger): Die Antwort des Halluzinators auf die Frage, warum auf der Wiese mal Knautien wachsen und mal Land-Reitgras (auch Landschilf). Auch wirkt seine Auskunft kompetent, was Boden, Mikroklima und verschiedene Mahd-Regime der Vergangenheit im Platterbsenbereiche von den vier Brennesselecken unterscheidet.

    Auch spannend: Dass ein eigentlich kleines Gelände so eine Vielfalt an verschiedenen Wuchszonen auf der Wiese bietet. Aktuell breiten sich Labkraut und Knautien aus, während Reitgras stabil bleibt, Glatthafer potenziell auf dem Rückzug ist.

    Eines haben die Halluzinator-Auskünfte der Wikipedia voraus: Der Halluzinator weiß, dass das rötlich blühende Reitgras in der Abendsonne poetisch aussieht. Wikipedia verschweigt das.

    Unbekannter Käfer. Auf jeden Fall kein Oulema melanopus

    Gedanken schwirren lose wie Fruchtfliegen um mich her

    Während ich dies schreibe, mache ich mich für den Teamtag am Wannsee bereit; in einem Team voller gebürtiger Berliner wird das zum Teil ein Trip down memory lane. Passend dazu läuft das Dota-Kehr-Lied zur Westberlin-Nostalgie:

    Und ich bin im alten Westberlin / das es komischerweise immer noch gibt .. Komm wir verschleudern die gute Laune am U-Bahnhof Bundesplatz / Bleiben am Steintisch sitzen / oder fahren raus zum Wannsee mein Schatz .. Wir waren im Linientreu, waren im Rock-it / mit Schülerausweis 16 und drei Getränken frei / Glamour war Zoopalast, Spaßbad war Blubb, die U1 war die U2

    Denn die Post brachte Dota die Triple-Deluxe-Box von Dotas crowdgefundetem Albun Springbrunnen. Es kamen das Album, das Bonus-Album, das Live-Solo-Album (mit Westberlin) und das Liederbuch – und jetzt bin ich beschäftigt. Soviel Text. Soviel Musik. Quasi alles davon spannend, interessant, bedenkenswert. (Besprechung im Rolling Stone von Album 1: Obwohl Dota Kehr schon zweimal den Deutschen Kleinkunstpreis gewonnen hat, ist der Pop auf „Springbrunnen“ viel zu groß, um noch als Kleinkunst durchzugehen.)

    Falls ihr nichts mehr von hört, ich bin Dota hören und lesen.

    Essen bei Hitze

    Als Erinnerung (auch an mich selbst): Der Crocky bleibt beim Kochen ziemlich kühl – gut wenn man nicht noch Zusatzgrad in der Küche produzieren will: Gabi Frankemölle mit Die 10 besten Slowcooker-Gerichte für den Sommer

    Noch besser: Das Restaurant im Fluss: Chef Dean Baldwin Lew was looking to host a dinner of an invasive species. The Ministry of Natural Resources told him that it was illegal to carry the Rusty Crawfish over land as a single pregnant animal could extend the population to another watershed. His only option to cook & serve was to do the whole thing in the actual river where they are caught. (via Messy Nessy Chic)

  • 25-06-29 Laufkundschaft im Nirwana

    25-06-29 Laufkundschaft im Nirwana

    Auf der Budapest Pride waren mehrere hunderttausend Menschen. Besser werden die Nachrichten nicht.

    In Steglitz kann mensch Austernmesser mit einem Griff aus zerstoßenen Austernschalen kaufen.

    Es war ein Donnerstagabend, ein Office-Freitag und ein Latifundien-Samstag, durchgehend schwül bei wechselndem Temperaturen. Von: 21 Grad und schwül bis zu „Ladevorgang des Telefons unterbrochen bis dieses wieder normale Temperaturen hat.“

    Teile der Kollegenschaft verabschiedeten sich ins lange Wochenende auf das Fusion-Festival. Natürlich nur Verwaltung, die anderen müssen hitzegenervte Berliner*innen in den Freibädern bändigen.

    Auf dem Weg ins Büro: der Geruch von frischem Asphalt am Morgen. Immerhin eine Baustelle, die erkennbare Fortschritte macht.

    Das märkische DHL versucht seit zwei Tagen ein Paket auszuliefern, scheitert aber immer an „Krankheit oder Unfall oder Arbeitszeitüberschreitung.“ Was schade ist – nachdem Pakete und Briefe in Berlin schon längerem ein Glücksspiel sind, war die Lage in den märkischen Hamptons bis 2024 mustergültig. Pakete kamen wie angekündigt, Wünsche funktionierten und wir kannten die Austrägerin. Offenbar gab es eine Umorganisation.

    Ein Lob der Schöneberger Nachbarin von gegenüber. Diese erschafft ein wahres grünes Paradies auf ihrem Balkon.

    Gelesen: Carlo Levi „Die doppelte Nacht“ und weiter in „Wir schon wieder.“ Später dazu mehr.

    Die 606 mit Mangolikör

    Es war Donnerstag am späten Nachmittag. Für den Abend war ein mittlerer Weltuntergang angekündigt, vorher war es the new normal mit Temperaturen jenseits der 30-Grad-und-Schwüle. Ich also im besten IT-im-Home-Office-bei-30-Grad-Outfit, Madame hatte sich noch aufgerafft ins Insulanerbad zu gehen.

    Anruf von der Bank: Wir haben noch ein Konto, wegen dem sie uns seit über 10 Jahren nicht gesehen haben – das stimmt. Es ist ein reines Funktionskonto, das macht was es soll und keinerlei Aufmerksamkeit bedarf.

    Und weil die Bank keine aktuellen Ausweise und Unterschriften haben, soll das Konto jetzt gesperrt werden – WHAT??? Es stellte sich heraus, dass sie uns im Februar ein Dokument geschickt hatten – das wurde auch ausgefüllt und unterschrieben – aber falsch! WHAT???

    Wir können aber gleich bis 18 Uhr in Steglitz vorbeikommen und Ausweise zeigen. Es war 17:20h in Schöneberg und ich so unvorbereitet auf Außeneinsätze wie mensch nur sein kann. Außerdem: Schwül, Unwetter.

    Aber hilft ja nichts. Ich habe etwas herausgesucht was auf den ersten Blick als ernsthafte Hose erkennbar war. Wir sind zum Bus, dann nach Steglitz und im Eilschritt zur Bank. WIr waren mal echte Laufkundschaft.

    Dann haben wir brav Ausweise eingescannt, drei Stammdatenverträge unterschrieben, erfahren, dass die Dame gerade nur die Vertretung ist1, während wir aus dem Fenster sahen, wie der Himmel immer dunkler wurde, die Bäume sich wild schüttelten. Aber wenn das Banksystem 30 Sekunden benötigt, um den Stammdatenvertrag zu öffnen, dann benötigt es halt 30 Sekunden.

    Wir kamen im trockenen Sturm wieder aus der Bank. Es waren noch ein paar Meter zur Bushaltestelle. Madame bemerkte, dass sie nach Möglichkeit nicht vom einem Baum erschlagen werden möchte und wir jetzt einfach ins nächstes Lokal gehen, dort mit einem Abendessen den Sturm überbrücken.

    Jenseits der Kreuzung war „…sches Restaurant“ an einer Fassade zu lesen. Leider war die Kreuzung sechsspurig mit dichtem Verkehr, so dass wir die grünen Ampeln abwarten mussten. Und der Regen begann, und nach 15 Sekunden waren wir nass. Also die letzten Meter im Laufschritt ins Restaurant. Der Abend der Laufkundschaft zum Zweiten.

    Das entpuppte sich als „indisches Restaurant Nirwana“. Sie waren sicher hocherfreut uns durchgeschwitzt und vollgeregnet im Hause begrüßen zu dürfen, waren aber trotzdem ausgesprochen nett.

    Idunda ist auf Hochzeitsreise in Kopenhagen

    Wir kamen auf Zoos zu sprechen und inspiriert von Frau Brüllen fragte Madame sich, was auf den Basler Zooelefanten ihrer Jugend wurde. Die beiden Anwesenden und Idunda, die laut Schild, immer auf Hochzeitsreise in Kopenhagen war.

    Dabei stieß Madame auf die Geschichte der fünf Elefäntli, die alle als Babies vom Zoo Basel gekauft wurden – natürlich eine Riesenattraktion waren, und auch gerne mal durch die Stadt geführt wurden; auch war es üblich, dass Kinder auf ihnen reiten durften. Soweit rekonstruierbar waren diese immer im Elefantenhaus angekettet. Zu Madames Zeiten waren zwei davon bereits gestorben, Idunda war unterwegs und die anderen beiden standen im Zoo.

    Welch unterschied zu heute. Im Jahr 2025 bereibt der Zoo Basel eine „berührungslose Haltung“, die natürlich sehr viel näher am natürlichen Leben der Elefanten ist, zum Beispiel auch aber bedeutet, dass medizinische Maßnahmen nur stattfinden können, wenn die Elefanten aktiv mitmachen. Und wenn nicht, dann nicht. Wie jetzt als eine Elefantenkuh starb, weil ihr Baby im Körper starb aber nicht entfernt werden konnte, und jetzt auch die Mutter starb.

    A long way seit den Fünf Elefäntli.

    Zum Glück ist der Garten eh viel zu trocken zum Kohlanbau

    Madame brachte Bitumen entlang der Gierschfront aus. Während Nachbar Ost gerade Giersch produziert, verhält sich der Bambus auf der Seite von Nachbar West friedlich – vermutlich ist es dem zu trocken.

    Über der Wiese 30-40 Kohlweißlinge gleichzeitig. Dem benachbarten Rapsfeld sei dank. Dazu Schachbrettfalter, Zitronenfalter, Kleinzeug (Schwebfliegen, Käfer, Bienen) aller Art und die großen Holzbienen. Madame vergleicht ihren Flug mit Militärhubschraubern: groß, dunkel und immer sehr zielgerichtet etwas ansteuernd.

    Eine Wiese in gelb und rosa und violett. Die Knautien blühen noch, inzwischen aber hat das Labkraut die halbe Wiese eingenommen und blüht im bezaubernden Gelb. Darüber eine rosa-weiße Schicht aus rankenden Platterbsen. Hätten wir etwas von geplant, wir hätten es uns nicht besser ausdenken können.

    Da die Temperaturen erträglich sind, erfolgte leichtes Sommeraufräumen – Mohn an diversen Stellen abmähen, Schönheitskorrekturen mit der Heckenschere und die diesjährige Finalisierung des Wiesenwegkonzeptes. Die Pergola bekam ihr Schattiernetz, so dass auch die Sonnetage kommen können.

    Den Rosen geht es geht, Apple Blossom fühlt sich sichtlich wohl.

    And I knew it complete

    Prägendes Erlebnis meiner ehemaligen Interrail-Fahrt: der knallevolle Nachtzug von Montpellier nach Calais – nur ein Abteil war fast leer. Was sich erklärte, wenn man die Tür öffnete: Es stank massiv nach Alkohol. Ich war damals ebenso unerschrocken wie faul und zog einen Sitzplatz mit Abenteuer dem Gangstehen vor. Ich lernte einen lustigen Polen kennen, der mir Rotwein aus einer Plastik-Colaflasche anbot und mir ausführlich vom Theaterfestival in Avignon erzählte. Seitdem bin ich Fan des Festivals, freue mich natürlich wenn Christiane noch etwas mehr dazu schreibt: Erinnerungen an Avignon

    What’s the Right Way to Translate Chinese Dish Names? (via Kaltmamsell)

    Beste Art der Fernreise: von der aus Vietnam stammenden Kollegin zu deren Hochzeit in Vietnam eingeladen werden.

    Der Herr Flusskiesel hat seine Blogroll überarbeitet und eine kleine und feine Liste zusammengestellt. Und das sage ich nicht nur, weil iberty darauf steht.

    Posts mit Billy Joel werden hier natürlich immer verlinkt: It’s sad and it’s sweet

    Famous last words

    Es gibt zwei Gründe, warum ich noch ein New-York-Times-Abo habe. Einerseits. Durch mehrfaches kündigen und Bleib-hier-Angebote zahle ich derzeit nur 2 Euro im Monat dafür. Andererseits der Dealbook-Newsletter, der halt Nachrichten aus Perspektive der Finanzwirtschaft erzählt. Einerseits eine Perspektive, die ich sonst woanders nur schwerlich bekomme, andererseits sortiert der ziemlich gut nach relevanten Themen und irrelevanten Sau-durchs-Dorf-Debatten durch. Zum Wochenende zum Klimawandel (und ja, ich halte den Tonfall für Sarkasmus):


    Banks have started to bake this [Klimawandel-]forecast, once thought extreme, into their research. A recent report from Morgan Stanley on the air-conditioning market, which is expected to benefit from increases in urbanization as well as the frequency and intensity of heat waves, said its “base case” was a 3 percent rise in average global temperatures. In that scenario, how much did analysts expect the cooling market to grow by 2030?

    A. 16 percent, to $272 billion

    B. 41 percent, to $331 billion

    C. 104 percent, to $479.4 billion


    1. Unser Glück vermutlich. Der eigentlich zuständige Herr hätte uns vermutlich einfach in die Kontosperrung laufen lassen und dann einen Formbrief geschickt. ↩︎