Kategorie: Alltag

  • 25-02-11 Sopran, Theorbe, Barockharfe

    25-02-11 Sopran, Theorbe, Barockharfe

    Dota veröffentlichte ein neues Lied: Kettenkarussel: (Sammel-Streaming-Link)

    Good Times im Good Time mit Ente Classic und Bebek Cocos. Irgendwann werde ich dort Nasi Goreng bestellen, nur um zu wissen, wie es schmeckt, wenn es Profis zubereiten.

    Madame ist verspätete Tochter der römischen Provinzen Germania superior/ Maxima Sequanorum. Seitdem ich sie kenne, erzählt sie, dass sie einfach merkt, ob sie Cis-Limes oder Trans-Limes in Deutschland unterwegs ist. Ich hmme dann.

    Aus dem Bauchgefühl verschiedener Deutschlandreisen halte ich die These für plausibel. Aber der Limes und die römische Zeit in Deutschland sind 1500 Jahre her. So lange kann Prägung nicht anhalten.

    Madame wurde durch Forschung bestätigt: Der Limes bildet einer internationalen Studie zufolge seit zwei Jahrtausenden auch eine psychologische Grenze zwischen der deutschen Bevölkerung diesseits und jenseits des einstigen römischen Befestigungsgürtels.

    Ebenfalls lautet Madames These, dass die FDP in der Ampel an sich selber scheiterte. Die Partei hatte offenbar Niemanden, der in der Lage war, FDP-affine Themen zu finden, die umsetzbar waren.

    In der deutschen Bürokratie zum Beispiel befindet sich mehr Sinnvolles als man von außen denkt. Aber dort befindet sich auch viel historischer Unfug und wild gewachsene Umständlichkeiten. Wenn die FDP diese identifiziert hätte, wären sie zur Freude Aller abzubauen gewesen. Aber die FDP fand keine Themen. Orientierungs- und hilflos stolperten sie durch die Koalition, nur um sich am Ende bockig auf den Boden zu setzen und den anderen die Beine wegzuziehen.

    Hier bekam Madame Recht von der FAS „Eine Partei ohne Profis

    Seit einigen Wochen habe ich das WordPress-Plugin WP Armour – Anti Spam installiert. Das hat den Eingang von Spam-Kommentaren in diesem Blog von mehreren Dutzend am Tag auf Null reduziert. Ein voller Erfolg. Leider frisst es anscheinend auch WordPress-Pingbacks.

    Mein Verständnis des Moduls Betriebliche Informationssysteme wächst weiter. Langsam glaube ich zu verstehen, warum es so ist wie es ist. Der Lehrstuhl hätte gerne etwas richtig Cooles zum Zusammenspiel zwischen Standardsoftware und maßgeschneiderten Anpassungen in echten industriellen Produktionsbetrieben gemacht. Leider wurde er mit einem Einführungsmodel für Wirtschaftsinformatiker gestraft.

    So schwankt das Niveau wild zwischen Wunsch und Wirklichkeit, passen die Klausuraufgaben nur manchmal zu den Übungen im Modul. Leider verlor der dann auch die Lust am Modul. In einem Text zur Softwareentwlickung keine Literatur zu verwenden, die nach 2007 erschienen ist, spricht nicht für Hingabe.

    Aber langsam beginne ich das Modul in all‘ seiner Unvollkommenheit zu mögen, arbeite mich durch Frameworks und Modellierungsentscheidungen und alles wird gut.

    Immer noch kein Dach über dem Kopf

    Fiat Lux! Vor einem halben Jahr kamen wir aus dem Urlaub zurück, und hatten kein Dach mehr über dem Kopf. Dort, wo sich vor unserer Abreise Dach- und Dachstuhl befanden, war nun eine große hallenartige Konstruktion aus Folie, einem gigantischem Zelt nicht unähnlich. Diese überspannte das gesamte ehemalige Dach und die Hälfte des obersten Stockwerks.

    Wir gingen davon aus, dass eines Tages, wie beim Zauberer, die Folie weggezogen wird, und darunter ein neues Dach zum Vorschein kommt.

    Welch Irrtum: Nach einem halben Jahr des fleißigen Werkens verschwindet die Folie – und darunter ist – nichts! Immer noch kein Dach.

    Wir hoffen immerhin, dass viele Monate des Rummsens und Bohrens und Schlamm-vom-Dach-Schieben dazu führten, dass der ehemalige Dachboden-Boden jetzt verbessert und wasserdicht ist. Wir hoffen, dass in den nächsten Tagen der neu gewonnene Freiraum zur Errichtung eines Dachstuhls genutzt wird.

    Noch genießen wir auf jeden Fall den wiedergewonnen Himmelsblick und ungeahntes Licht in der Wohnung!

    Und Erzlaute

    Heute Abend beginnt das Festival della Canzone Italiana – das Festival des italienischen Liedes, besser bekannt als Sanremo-Festival. Und auch wenn wir am Wochenende im weitesten Sinne italienische Lieder hörten – sie wären nichts für Sanremo.

    Denn sie waren nicht neu, sondern 300 bis 400 Jahre alt. Unter dem Titel Amor, io parto hatten Roberta Mameli (Sopran), Michele Pasotti (Erzlaute und Theorbe) und Margret Koell (Barockharfe) ein Programm aus italienischer Musik des Frühbarocks zusammengestellt.

    Werke wurden gespielt unter anderem von Luigi Rossi, Giulio Caccini, Barbara Strozzi und Arcangelo Corelli. Das Programm kündigte an „Befreit vom Kontrapunkt-Korsett des vorangegangenen Jahrhunderts folgen die Gesangslinien in Vertonungen wie Dovrò dunque morire oder Dolcissimo sospiro, angelehnt an den natürlichen Fluss sprachlicher Deklamation, seinen bzw. ihren Herzensregungen und Gefühlsausbrüchen.“

    Und Gefühlausbrüche waren da. Himmelhochjauchzend, Abstürze, große Gefühle. Fast möchte ich schreiben „Große Oper“ – wenn es denn zu der Zeit schon Oper gegeben hätte. Tatsächlich entstand die Oper zu dieser Zeit erst, befeuert durch die hier vorgeführte Musik. Welch musikalisches Spektakel.

    Noch besonderiger als eh schon, weil wir feststellten, dass Mameli, Pasotti, Koell sonst nie zusammenspielen. Pasotti leitet sein eigenes Alte-Musik-Ensemble La fonte musica; Mameli und Koell sind Spezialistinnen, bei entsprechenden Veranstaltungen in wechselnden Formationen weltweit unterwegs.

    Diese drei einmalig zusammen, mit dem großen Programm, im wunderbaren Boulez-Saal. Was ein Glück.

    Das Gefühlsdrama fand statt im Boulez-Saal, dem neu-Berliner-Amphitheater des guten Klangs. Das Publikum: Erwartungsgemäß Alte-Musik-nerdig. Die Kleidung in gedeckten Farben, weniger Glamour als sonst in Oper oder Philharmonie. Sogar ein bedrucktes T-Shirt der Buchhandlung Hammet verirrte sich in den Saal. Es gab wenig ostentativtes „ich habe Geld“ zu sehen, dafür mehr subtiles „ich habe Bildung.“

    Lascia ch’io pianga

    poupou war auf einem Konzert: Berlin, Boulez Saal: ROBERTA MAMELI, MARGRET KOELL & MICHELE PASOTTI, Amor, io parto.

    Hanjo las: Wu Cheng’en: Die Reise in den Westen, einen der Klassiker der chinesischen Literatur. Und wenn ich irgendwann ganz viel Zeit habe, will ich auch.

    Herr Rau und das Rätsel der vierten Stunde.

    Ach, Leipzig. Ich seufze: 07.Februar 2025 – gute Tapas & ganz übles Kabarett

    Der zweite Platz hinter dem ersten Platz hinter meiner Omis Grünkohl (stellvertretend für meine Mutter, meinen Bruder und mich, wir können Grünkohl inzwischen genauso gut) geht an einen Griechen. In der Taverna Olympisches Feuer – ja, die in der Schanze – kocht man Grünkohl nach klassischem Rezept;

    Finnland 1: Die Abiturient*innen fahren bei den sogenannten Penkkarit – frei übersetzt soviel wie Schulbankräumfest – in lustigen Kostümen auf LKWs durchs Stadtzentrum und werfen Süssigkeiten in die ihnen am Strassenrand zujubelnde Menge.

    Finnland 2: Up until then, not knowing the local language hadn’t posed any problems in getting around Europe. .. Lost in an Italian town? Mix Spanish and Latin. Interacting in Denmark or Sweden? Pull out German. To my surprise, the althochdeutsch literature courses I took in university really came in handy when deciphering the Morgunblaðið in Iceland. Finnish however…

  • 25-02-09 Qobuz

    25-02-09 Qobuz

    Die Zahl der Schwimmbadbesucher im Mecklenburg-Vorpommern ist wieder auf dem Vor-Corona-Niveau.

    In Baden-Württemberg müssen Glasaale nicht ausgeschrieben werden. Die können die zuständigen Landesbehörden einfach beim Zoll abholen. Fischundfang.de berichtet ausführlich darüber, wie der Stuttgarter Zoll 170.000 Glasaale beschlagnahmte, die noch am selben Tag im Rhein landeten: Aal-Rettung erfolgreich:

    Bevor die Rettung der Aale durch Rückführung in ein geeignetes Gewässer erfolgen konnte, musste die erforderliche artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung erteilt werden, um den Tieren einen legalen Aufenthalt im Land zu bescheinigen.

    Madame fand im Internet eine Robbie-Williams-Doku. Darauf Luftaufnahmen vom Glastonbury-Festival: 88000 Besuchende und nie endende wollende Menschenmassen auf den Bildern. Oder anders gesagt: Halb so viele wie letzte Woche auf der Demo in Berlin und ein Drittel so viele wie diese Woche in München.1

    Montag wird die BVG wieder streiken, dafür ist das Fahrrad halbwegs entmaladiert. (Zumindest okay, der Fahrradmeister hat ja eh beschlossen, dass ich mir zum Frühjahr ein neues kaufen muss).

    Ab Dienstag läuft das Festival della Canzone Italiana (besser bekannt als Sanremo-Festival) über fünf Tage. Ich hoffe die RAI gönnt uns auch dieses Jahr einen Stream

    Seit zehn Jahren und zwei Arbeitsstellen radle ich auf dem Arbeitsweg am Werdauer Weg vorbei. Dieser liegt inmitten eines Autobahnkreuzes und führt im Wesentlichen zu einem Schrottplatz und einem Baumaterialgroßhandel. Einst stand an der Kreuzung zum Sachsendamm ein Bordell. Dies wurde abgerissen und durch ein Hotel ersetzt.

    Erst diese Woche lernte ich. Das Hotel – im Autobahnkreuz, an der Straße zum Schrottplatz – heißt „NIU Schöneberg Dwarf“ und steht unter dem Motto Gartenzwerg und Garten.

    Nachbar Omega brachts uns „das beste Tahini!“ aus Israel mit.

    Ein zweiter Versuch mit der Ninja Creami wurde unternommen. Vielleicht bekommen wir dieses mal ein Exemplar, das funktioniert.

    Der milde Winter zeigt sich. Soweit sichtbar noch keine Frostverluste auf den Latifundien, hingegen schon einiges an Blüten. Der Winter ist auch trockener als der letzte: Im Loch steht kein Grundwasser.

    Das Klausurlernen für die Betrieblichen Informationssysteme nimmt Fahrt auf. Ich sichtete die drei Musterklausuren des Lehrstuhls. Noch bin ich dabei vorsichtig: Es gibt keine Altklausuren und nur drei Muster – die möchte ich mir als Sparringspartner bis kurz vor knapp aufheben.

    Aber zumindest wollte ich ein Gefühl für die Art der Aufgabenstellung bekommen:

    • Es wird einige Aufgaben geben in der Form „Erläutern sie den Unterschied zwischen einem Planungs- und Dispositionssystem..“ Das wird auf Auswendiglernen hinauslaufen, denn ich bin sicher, er möchte dafür die Fachbegriffe hören, die er in seinen eigenen Definitionen verwendet.
    • Es wird eine Aufgabe geben: Zeichen sie ein Diagramm in UML oder EPK.. Da ich ja schon ein ganzes Modul Modellierung betrieblicher Informationssysteme hinter mir habe, konnte ich das zumindest schon mal in diesem Studium.
    • Vielleicht wird es eine Aufgabe geben: Schreiben sie Pseudocode für folgende Aufgabe… Das wird am herausfordernsten. Pseudocode bedeutet: kein lauffähiges Programm, sondern nur dessen wichtigste Elemente, damit ein Mensch versteht was der Code machen soll. Da verstehe ich anhand der kargen Beispiele immer noch nicht richtig, was der Lehrstuhl als wichtig empfindet. Aber das wird noch.

    Langsam freunde ich mich aber mit Modul und Thema an. Inzwischen finde ich es sogar inhaltlich interessant.

    0,022 > 0,004

    Ein nächster Schritt auf der Demiliardärisierung des Internets ist vollzogen und das Spotify-Abo gekündigt. Jetzt gibt es den französischer Streamer Qobuz. Neben dem Unwillen die Unbequemlichkeietn des Wechsels auf uns zu nehmen, bot Spotify halt auch Podcasts. Es war so schön einfach beides aus derselben Quellen zu bekommen. Aber no more.

    Der Wechsel war einfach. Konto anlegen, Playlists per Soundiiz übertragen und dann in der neuen Oberfläche zurechtfinden. Alles war ein überschaubarer Aufwand.

    Qobuz kostet etwas mehr als Spotify (13 Euro / Monat mstatt 10 Euro/Monat). Es bietet aber mindestens drei Vorteile:

    • Die Künstler*innen bekommen am meisten (Qobuz 0,022 $/Stream, Tidal 0,013$, Spotify 0,004$)
    • Die Soundqualität ist besser (mindestens CD, wenn besseres verfügbar ist auch das)
    • Merkte ich erst nach der Anmeldung: Die ganze Attitütde ist eine andere; eine die Musik und Musiker*innen wirklich ernst nimmt. Es lässt sich schwer festmachen, zeigt sich aber sowohl daran wie Musik beschrieben wird, auch an Auswahlen und Zusammenstellungen.

    Bisher also ein Win-Win, bei dem das ethischere Handeln auch persönlichen Gewinn bringt.

    Einziger Nachteil: Ich habe nicht die geringste Idee, wie sich das Wort Qobuz ausspricht.

    Koffer nächste Woche

    Als mir damals in den 1990ern der globalisierte Kapitalismus versprochen wurde, hat niemand dazu gesagt „Es wird in ganz Berlin nur noch eine Werkstatt für Koffer geben. Und wenn Du einen kaputten Koffer hast, musst du die fünf Stunden in der Woche abpassen, in der die Werkstatt offen hat. Und dann ein halbes Jahr auf den Koffer warten, weil sie so überlaufen ist. „

    Madames Koffer rief an: Er ist jetzt fertig. Wir rechneten kurz: Wenn die Kofferwerkstatt um 11 in Charlottenburg öffnet, und unser Gartengerätsfachgeschäft um 12 in Vehlefanz schließt, dann.. schaffen wir das nicht. Koffer ist verschoben.

    Denn hinter dem Heckenscheren-Erwerb steht eine echte Deadline: §39 des Gesetzes über Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege:

    Es ist verboten … Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden.

    Also muss die latifundale Ligusterhecke (des Nachbarn auch noch, der sie irgendwie nicht selber geschnitten bekommt) bis zum 28. Februar gestutzt werden, wofür es der Heckenschere bedarf, die erst erworben werden muss, wofür wir nach Vehlefanz müssen.. und naja, die Wochenenden sind knapp, jetzt oder nie.

    Das Fachgeschäft war wie man es sich wünscht: ausführliches Erklären und Testen am lebenden Objekt. Wir nahmen noch ein Glas Honig mit, das der geschäftseigene Schlosser imkert. Und der Kunde nach uns wurde gleich erkannt „Ach, da bist du ja wieder!“ und der Mitarbeiter instruiert „Der kommt einmal pro Jahr, braucht ein Teil für seinen John Deere und das kann man nur auf diesen verschlungenen Wegen bestellen..“

    Wir brachen um 11.30h zu den Latifundien auf. Im Gepäck ein Glas Honig und die Stihl HSA60. Seitdem sind Madames Arme wobbly.

    Problematisch unterwegs

    So schnell kann es gehen:

    Weil ich merkte das jetzt irgendwas nicht mit mir stimmt wollte ich mich in den kleinen Pausenraum zurückziehen. Ich stand vor dessen Türe und wusste nicht mehr wie diese auf geht. Keine Ahnung wie lange ich da stand die Türe anstarrend. Die Kollegin kam und meinte „Soll ich Dir aufmachen?“ und ich glotzte auf ihre Hand mit dem Schlüsselbund während sie öffnete. Wie in Zeitlupe sah ich ihren Schlüssel und dachte“,“ „Ich wusste doch irgendwie das ich den brauche, warum ist mir das nicht eingefallen?“

    Langanhaltend: Die Probleme der LKW-Fahrer2:

    Reaktion des Arbeitgebers: Versuche, den Anhänger gewaltsam zu entfernen.
    Einschüchterung durch eine litauische Schlägertruppe. Sperrung seiner Temporary Resident Card (TRC), um ihn in einen illegalen Status zu drängen und seine Abschiebung zu erzwingen. Seine Angst: Er schläft kaum noch, aus Angst, überfallen oder getötet zu werden.

    Beim Pubquiz mit den Crushes von vor 20 Jahren.

    Anmerkungen

    1. Das Wacken-Open-Air hat 85.000 Besucher. Wenn ihr davon Bilder seht, stellt Euch einfach doppelt so viele Menschen vor, dann habt ihr die Berliner Demo letzte Woche. ↩︎
    2. Nicht gegendert. Man kann sich aber mühelos vorstellen, dass die Gewalterfahrungen die Frauen abbekommen würde, deutlich größer wären. ↩︎
  • 25-02-06 Posteo

    25-02-06 Posteo

    Falls ihr zufällig größere Mengen Glasaale habt: die Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt sucht. Ausschreibung FiA-25-001 Aalbesatz für offene Berliner Gewässer.

    Falls hingegen Produktion, Lieferung und Montage eines Walskeletts zu Euren Fertigkeiten gehört: Das Museum für Naturkunde sucht (MfN-56-2024 Walskelett – noch 12 Tage)

    Erstmals gesehen: Ein polnisches E-Auto an einer öffentlichen Berliner Stromsäule.

    Die Dachbodenbaustelle schmoddert vor sich hin. Ab und an lassen sie auch Schränke aus höher Höhe auf den Boden fallen. Zumindest hört es sich so an.

    Eine nicht-mehr-Böttcher-Bestellung von 20 kg Büromaterialien landete im Wohnungsflur. Meine Güte, eigentlich möchte ich doch nur hier gemütlich vor mich hinsumpfen, und mir nicht auch noch beim Dicke-Buntstift-Bestellen Gedanken um Politik machen müssen.

    Jede Wahl was anderes: Nach Wahlhelfer im Wahllokal (BTW 2021), Wahlhelfer im Briefwahllokal (Europawahl 2024), nun Wahlhelfer der Reserve: „Halten Sie sich zwischen 7 und 10 Uhr bereit und warten Sie auf den Anruf.“ Ich sehe es kommen: Morgens um 7 nach Mariendorf hasten, damit ich hechelnd um 8 im unterbesetzt-gestressten Wahllokal ankomme..

    Lernen für die Betrieblichen Informationssysteme bleibt sperrig: Die ausführliche Beschreibung eines Systems, gefolgt von „in den letzten Jahren sind mehrere Nachfolgesysteme auf den Markt gekommen [auf die wir hier nicht weiter eingehen werden]“ wirkt halt arg unmotiviert von Seiten des Erstellers.

    Wir veranstalteten eine erfolglose Fotosession im Serverraum.

    Im öffentlichen Dienst bewegen sich Angelegenheiten eher glazial. Aber manchmal bricht ein Eisberg ab, und dann passiert vieles in kurzer Zeit. So auch hier und jetzt. Ich bin sehr gespannt wie sich das auswirkt.

    Kurze Büroaufregung wegen eines Feueralarms. Oder doch kein Feueralarm? Jemand will Handwerker gesehen haben, die die Rauchmelder abschreiten. Ich erinnere mich an einen ehemaligen Arbeitsplatz, an dem wir uns einige Monate lang alle 14 Tage im Sammelbereich wiederfanden, weil die Baustellenschweißarbeiten im Keller und das Alarmsystem nicht harmonierten.

    Vor 15 Jahren hätte ich auch nicht gewettet, dass ausgerechnet in Berlin zwar die MLPD und die Vierte Internationale zur Bundestagswahl antreten, die Piraten aber daran scheitern, dass sie keine Unterschriften bekommen.

    Falls es Friedrich Merz gelingt, die Linke in den Bundestag zu hieven, schreibe ich ihm persönlich eine Glückwunschkarte.

    Hippiemail

    Ich habe beschlossen, die Demilliardärisierung meines Internets voranzutreiben. Die low hanging fruits sind bis auf Spotify schon lange gepflückt. Wobei der Spotify-Qobuz-Wechsel tagtäglich stattfinden wird, sobald ich mal eine halbe Stunde Konzentration dafür aufbringe.

    Jetzt kommen die hoch hängenden Elefanten im Raum:

    • Gmail
    • Paypal/Klarna/Kreditkarte

    Halbherzig versuchte ich bereits mehrmals, den Mail-Anbieter zu wechseln. Dann aber fielen mir wieder die gmail-Vorteile auf: Riesiger Speicher, große Bequemlichkeit und das Vertrauen, dass niemand auf diese Mails zugreifen kann, den Google nicht für befugt hält.

    Andererseits stammt der gmail-Account noch aus zu Zeiten, in denen Google das Motto „don’t be evil/ sei nicht böse“ hatte und dabei halbwegs glaubwürdig klang. Mein Vertrauen darin, wen genau Google für vertrauenswürdig hält, schwindet von Jahr zu Jahr.

    Also ein neuer Versuch: Posteo. Ich bin inzwischen bereit Geld zu bezahlen für einen guten Mail-Anbieter. Posteo scheint all‘ meine Wünsche zu erfüllen.

    Ich habe mir also eine Posteo-E-Mail-Adresse angelegt und werde testen, ob diese alltagstauglich funktionert.

    In Düsseldorf gäbe es einen Abräumroboter

    Wenn Du eine Berliner Restaurantwebsite öffnest und gleich am Beginn wird Schweineaorta, Gänsedarm und Froschschenkel angeboten – dann weißt Du, dass sich das Angebot nicht unbedingt an alteingesessene Berliner*innen richtet.

    Les musiciens hatten Lust essen zu gehen und schlugen uns Shoo Long Kan Berlin Hotpot vor. Das Lokal liegt in der Nähe des Ku’damms, eine Tafel in chinesischen Schriftzeichen informierte uns, dass wir auch mit Alipay bezahlen können, der Personal redete etwa hälftig deutsch und englisch mit uns.

    Shoo Long Kan (auch XiaoLongKan) ist eine chinesische Kette für HotPot mit etwa 800 Standorten weltweit. Die meisten davon liegen in China. In Deutschland existieren drei Restaurants (Berlin, Düsseldorf. Frankfurt), in Österreich eines in Wien, in der Schweiz eines in Genf.

    Einerseits also eine Kette (mit allem was an Vereinfachung und Standardisierung dazugehört), andererseits überzeugend chinesisch und dabei dann auch noch edel – ein wenig musste ich an Tony Roma’s Ribs denken vom Konzept her.

    Das Publikum gemischt aus vielen Ländern in vielen Sprachen – im Stil zwischen Trainingshose und direkt-vor-dem-Ball.

    Das Essen HotPot (aka chinesisches Fondue). Wir hatten einen großen Kessel in der Mitte mit zweierlei kochenden Brühen (Spicy Stufe 1 / Tomate) und dazu verschiedene Zutaten. Auf Aorta und Frosch verzichteten wird, wir blieben bei Fleisch, Gemüse, Pilzen, Algen, Eier-Dumplings, Minitintenfischen und Garnelenbällchen. Dazu gab es ein Dip-Buffet an dem wir selbst Saucen und Dips zusammenmischen durften.

    Halt großartig so insgesamt. Auch großartig, dass les musiciens den Eindruck erweckten, dass es ihnen persönlich gerade richtig gut geht – und das erfreut mein Herz.

    Wie es sich für ein chinesisches Restaurant im Jahre 2025 gehörte, lief Auswahl und Bestellung über ein zum Tisch gehöriges Tablet. Selbst, dass wir zahlen wollten, sollten wir über das Tablet melden.

    Stratifizierung und Kontrolle

    poupou schrieb über Stratifizierung des Bildungssystems.

    Claudia briefwählt aus Japan und begründet, warum.

    Frau Chilli Ciabatta macht einen hoch alltagstauglichen Asia-Salat mit Hähnchen, Paprika und Pomelo.

    Internet-Werkzeugwechsel ist im Trend: Von Trello zu Joplin.

    Warner Movies veröffentlicht aus heiterem Himmel 30 Klassiker in voller Länge auf Youtube: The list is full of cinematic masterpieces, obscure cult cinema, and absolute trash.

    Eigentlich wollte ich das USA-Haareraufen den den vielen anderen Medien überlassen, die dies gerade zu Recht versuchen. Aber Atlantic-Artikel trifft too close to home: Elon Musk Wants What He Can’t Have: Wikipedia.

    Warum die Wikimedia Foundation allerdings 2016 nicht begonnen hat, die USA zu verlassen, habe ich schon damals nicht verstanden.

    Und warum ich nicht mehr über die USA posten will:

    „Thinkers like Jean-Paul Sartre and Hannah Arendt warned us that the point of this deluge is not to persuade, but to overwhelm and paralyze our capacity to act. More recently, researchers have found that the viral outrage disseminated on social media in response to these ridiculous claims actually reduces the effectiveness of collective action.

    The result is a media environment that keeps us in a state of debilitating fear and anger, endlessly reacting to our oppressors instead of organizing against them.“ (You Can’t Post Your Way Out of Fascism)

    Silbermond veröffentlicht seinen 2019er Song „Mein Osten“ neu – dieses Mal im Duett mit Herbert Grönemeyer, wie man es im August 2024 erstmals live performt hat. Es ist wohl auch als Apell zu verstehen, vor dem zu befürchtenden Rechtsruck der Bundestagswahl.

  • 25-02-04 Klausur naht, trotzdem da – Teilzeitstudi-Antifa

    25-02-04 Klausur naht, trotzdem da – Teilzeitstudi-Antifa

    Fiat Lux! Madame testete, ob der Baustellenschmodder an unseren Fenstern eher abwaschbarer Schlamm oder eher ewig bliebender Betonmatsch ist. Es sieht nach Schlamm aus. Sie bekam die Fenster ein gutes Stück sauberer.

    Fiat Lux! Selbst an längeren Bürotagen gehe ich im Hellen aus dem Haus und verlasse zumindest in der Dämmerung die Südkreuz Offices.

    Happy office days because of zwei neue Kolleg*innen.

    (Auch Du kannst Nummer 3 werden, wir suchen noch eine:n Teamleiter:in IT-Infrastruktur (d/w/m))

    Mir träumte, dass Anna-Maria aus Bielefeld mir einen bösen Brief schickte, weil ich ihre Rezepte nicht mehr in meinem Blog verlinke. Anna-Maria, ich weiß nicht wer du bist und ob du jenseits des Traums existiert – aber sorry.

    „Bier ist mein Yoga“ titelte ein LKW, der an mir vorbeifuhr. Und damit bringt er viele Probleme von Männlichkeit auf einen Punkt.1

    Letztens gab es eine Suche nach einem Slow Medium, dass die US-Ereignisse zusammenfasst. Ich neige zum neuen Rebecca Solnit-Newsletter Meditations in an Emergency – weil Rebecca Solnit großartig ist. Und weil sie niemals nie dieses verzweifelte Doomscrolling von sich gibt. Gedanklich ist sie schon einen Schritt weiter:

    Underlying all this is an old assumption by many elites, especially the authoritarian and fascist variety, that ordinary people are weak, timid, fearful and pretty much collapse if you say boo to them. They also tend to think we are selfish and operate only out of self-interest because they think we’re like them. They are very often wrong in very consequential ways..

    Some resistance is going to look familiar: protests, marches, demonstrations, blockades. New tactics may emerge, and there is reason to fear that the lawless people who’ve seized our federal government–or rather parts of it–will be ruthless in new ways against civil disobedience. But that’s far from all that’s happening. …

    Some resistance is not going to look like anything at all because we will not see what goes on inside some of those government offices or how a medical worker doesn’t comply with an unjust or inhumane mandate or how local police rebuff ICE (though it’s been great to local police say publicly „here’s how we do not with ICE“), will not see a neighbor quietly reaching out to a targeted individual. All this matters.

    Die Partei die Linke hat 71.000 Mitglieder und damit so viele wie seit 2010 nicht mehr. Vor zwei Wochen waren es noch 60.000. In 14 Tagen 11.000 Mitglieder zu gewinnen ist ein nie dagewesener Rekord. Bei Bündnis90/Die Grünen waren es 5000 neue Mitglieder in fünf Tagen. Sie müsstem damit bei 165.000 Mitgliedern sein: „Seit November haben wir eine riesige Eintrittswelle, seit letzten Mittwoch ist daraus ein regelrechter Ansturm geworden.“

    Oha, das Wikipedia:Café wurde gelöscht. Die eine Seite, die frei von jedem Enzyklopädie- oder Arbeitsgedanken rein der Laberei diente. Prinzipiell fand ich das Konzept sympathisch – praktisch waren die „Diskussionen“ dort meistens komplett unerträglich. Diese Meinungen teilten viele Wikipedistas, wie sich der epischen Löschdikussion entnehmen lässt.

    Über die Mengenlehre zu SAP

    Samstag teilte sich unser temporäres Sextett auf.

    Der jung-dynamische Teil verschwand Richtung Olympiastadion, eine Stadionführung mitmachen. Der ältere gebildete Teil ging erst zum Noonsong und dann ins Museum. Ich ging ein Café suchen.

    Nach kurzen Einkäufen rosenkohliger Art suchte ich mir ein friedliches Café zum Lernen. Samstagnachmittag war die Suche nach einem freien Platz überraschend schwierig. Aber am Ende landete ich im Wiener (Offenbacher) Feinbäcker im Eingang von Rewe. Der Kaffee war vollkommen okay, ich hatte Platz, um mich auszubreiten, ich hatte alle Ruhe der Welt zum Lernen und konnte ab und an Leute schauen. Triple Win.

    Lernen aber tut not. NUR NOCH ZWEI WOCHEN BIS ZUR KLAUSUR! und ich komme immer noch mit der Struktur des Moduls Betriebliche Informationssysteme nicht klar – finde sie im Aufbau so komplett fremdartig und eigentümlich, so wild im Niveau schwankend, dass ich mich nur schwerlich eingrooven kann.

    Er definiert wirklich von ganz unten „Was ist Information?“, „Was ist ein Betrieb?“, „Was ist ein automatisches System“ und bastelt sich langsam hoch. Der Versuch einer mathematischen Denkweise, in der wirklich jeder Schritt sicher und schlüssig auf dem Vorhergehenden aufbaut und ganz genau definiert ist – aber angewandt auf ein realweltliches System. Das ist schräg.

    Noch schräger die gelegentlichen wilden Ausflüge in Mathematik oder Code, die nirgendwo eingeführt werden und dann auch plötzlich wieder enden.

    Aber ich mache glaube ich Fortschritte. Ich glaube zu verstehen, was genau dieser Aufbau und Ablauf beabsichtigen will. Ich finde es immer noch falsch – aber zumindest erkennen ich ein System; es kommen nicht mehr wild blaue und rote Stangen auf mich zu, sondern ich erkenne die gesteckte Slalomstrecke.

    Und am Ende landet alles bei SAP.

    Antipasti Baba Ganoush

    Abends galt es, das Sextett wieder zusammenzusammeln. Nach unseren verschiedenen Exkusionen (Olympiastadion/Hackesche Höfe oder DHM mit zwei Ausstellungen (Aufklärung und Roads not taken) oder Café und lernen) trafen wir uns im Marienkäfer an der Marienstraße. Die osteuropäische Kellnerin servierte uns von Arabern zubereitete Pizza, und es war wie immer großartig.

    Für Mitte-Mitte, für eine Lage nahe von Friedrichstadtpalast, Berliner Ensemble und drölf Millionen Hauptstadtsitzen von Lobbyorganisationen, ist der Laden extrem nett, die Pizza überdurchschnittlich und selbst das Ambiente und die Deko wirklich schön. Wir hörten Erzählungen vom Deutschen Stadion (dem Vorgängerbau des Olympiastadions) und den Wendepunkten deutscher Geschichte.

    Heimfahrt mit dem 100er Bus, noch einmal vorbei an Brandenburger Tor, Reichstag, Schloss Bellevue und Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Mit den M46 nach Schöneberg.

    Danach: Alle platt. Alle Bett.

    Plakate mit Faltanleitungen auf der Rückseite

    Sonntag: Platt. Nicht im Bett.

    Denn die CDU und Friedrich Merz nötigten mich zum Aufstehen. Auf zum Reichstag, demonstrieren.

    Die Zahlen sind müßig, wenn Du auf der Straße des 17. Juni stehst und weder ein Ende noch ein Anfang der Demo erahnbar sind; wenn selbst die breite Prachtschneise mit ihren 45 bis 85 Metern Breite nicht mehr ausreicht, die Demo aufzunehmen und diese auf Parallelstraßen ausweicht.

    Ich glaube außer „Silvester 2000 – oh Gott wie bin ich hier hingekommen“ auf derselben Straße war ich noch nie in annähernd so großen Menschenmengen. Und es war komplett friedlich und entspannt. Wieder einmal staunte ich darüber wie normal alle waren. Wie jede zweite Gruppe IKEA oder Umzugs-Kartons wiederentdeckt hatte und mit eigenen Sprüchen verziert. Da war nichts zentral organisiert, nichts gelenkt – es waren einfach sehr sehr viele Menschen, die die Ereignisse der letzten Tage sehr scheiße fanden.

    Zwei Plakate fielen mir besonders auf:

    Kein Lillet trotzdem da – Nina Chuba Antifa. Eine Prise Humor, eine Prise Hedonimus, und ein Zeichen dafür, dass der Protest weit über die üblichen Kreise hinaus trug.2

    Meine Vorfahren kamen nicht her, haben dieses Land aufgebaut und für die Demokratie gekämpft, damit jetzt dies passiert. (Sinngemäß, der Spruch war vergleichsweise lang und komplex). Endlich einmal ein Faschismus-Protest, der anerkennt, dass in Deutschland auch Menschen leben und mitzureden haben, deren Vorfahren 1933 noch nicht in Deutschland lebten. Die haben auch eine deutsche Geschichte und die muss erzählt werden. Davon gibt es auch auf den Demos viel zu wenig.

    Montag nach dem Wochenende: Alle platt. Alle Bett.

    Kafka Zombie Kürbiseintopf

    Die Washington Post gedachte Jimmy Carter mit einem Rezept und Frau Küchenlatein adaptiert: Kürbis-Erdnusseintopf.

    Thomas Gigold räumt auf: Wenn auf einer internationalen Seite mit 30.000 Followern pro Post noch 3 Likes zusammenkommen weißt du: Organische Reichweite beim dicken blauen Flaggschiff [Facebook] ist tot.

    Herr Rau hadert mit einem Theaterbesuch.

    Sari fährt sehr tapfer sehr oft zum Fußball.

    1. Muss ich erklären, warum? Ich hoffe nicht. ↩︎
    2. Der Wikipedia-Erklärartikel für dienigen, die sich fragen: Lillet? Nina Chuba?: Wildberry Lillet (Lied) ↩︎
  • 25-02-02 Vecchia zimarra, senti

    25-02-02 Vecchia zimarra, senti

    Im Berliner Schillertheater finden 1070 Personen Platz, in der Komischen Oper (vor der Renovierung) 1190 Personen.

    Sushi Goku am Kaiser-Richard-Platz schließt schon wieder und wird sich als Restaurant Al-Sult wiedererfinden.

    Die Zeugen Telekoms klingelten erneut. Sie wollten wieder mit uns über Glasfaser reden. Immerhin hatten sie eigentlich schon im Hausflur die Glasfaser-Leitung in unsere Wohnung gesehen. So ließen sie sich schnell von „hammwa schon, wollnwa nich nochma“ überzeugen.

    Wartend vor der doppelverlegten Bushaushaltestelle. Vor mir bremst ein Lastenrad. Der Lastenradfahrer schaut Richtung Gulli und flucht. Er steigt ab und fängt an zu telefonieren. Später sehe ich den platten Reifen am stehen gelassenen Rad. Ach, Berlin, ach, Glasscherben auf Wegen und Straßen.

    Bei Decathlon erwarb ich neue Beißringe. Aka ringförmige Handkrafttrainer. Aka Mausarm-Verhinderungsgeräte. Denn aus Schaden wurde ich klug, und seitdem die Beißringe im Einsatz sind, blieb ich vom Mausarm verschont.

    In Perleberg (Prignitz) demonstrierten 300 Menschen gegen Faschismus. Ich verneige mich vor Respekt.

    Im Tagesspiegel lese ich, dass Grüne und die Linke Rekordzahlen an Parteieintritten melden.

    Madame stand Donnerstag mit 5999-12999 anderen Demonstrant*innen vor dem Adenauerhaus, mal kurz der CDU sagen was okay ist und was nicht. Sie war ziemlich früh dort und beeindruckt vom Anfang der Demo. Die wirkte so als wären einfach Menschen aus den Bürohäusern nebenan in Bürokleidung mit Aktentaschen gekommen – und das ist die Klientel, deren Protest die CDU wirklich schmerzt.

    Freitag: Wochen-End-Erschöpfung. Nur um Haaresbreite gelang es mir, drei Minuten vor Beginn der Pflicht-Anwesenheits-Zeit am Arbeitsplatz sitzen.

    Sì. Mi chiamano Mimì

    Der erste Komische-Opern-Besuch der Saison ließ sich bis zum 31. Januar Zeit. Zusammen mit drei HSV-Fans und einer Musiklehrerin gingen wir zur Barrie-Kosky-Inszenierung von Puccinis La Boheme. Den beiden jüngeren Besucher*innen wurde die übliche Sawade-Schokolade am Opernausgang versprochen.

    Die Oper erzählt die Geschichte von 6 Bohemians im Paris der 1830er. Sie hungern, sie frieren, sie feiern, sie lieben sich, sie streiten sich, sich machen Kunst und am Ende stirbt Mimi.

    Der Stoff greift Koskys Inszenierungsthema in Berlin auf: Der Tanz am Abgrund.

    Oft findet der Tanz am Abgrund im Subtext statt. Die Perlen der Cleopatra sind das urkomischste (Musik-)Theaterstück, dass ich sah, mit Schwung und Elan inszeniert, dass man gar nicht mehr weiß wohin mit den Augen. Aber Kosky, den Künstler*innen und einem Großteil des Publikums ist bewusst, dass Komponist und Librettisten 15 Jahre nach der Uraufführung des Stücks vor den Nazis flüchten mussten und Familienmitglieder im Holocaust verloren.

    In La Boheme ist der Abgrund stückimmanent. Die Figuren Feiern begeisternd. Die Szene im Quartier Latin ist ein wahres Wimmelbild der Kostüme, sich Liebenden vieler denkbarer Geschlechter, tollenden Kindern, trinkenden Nonnen – wie man es sich wünscht.

    Und doch: der Abschluss. Mimi (Ru­zan Man­tash­yan) liegt im Sterben. Musetta (Penny Sofroniadou) trennt sich von ihrem Lieblingsschmuck, um Mimi einen wärmenden Puff und Medizin zu kaufen.

    Colline (Tijl Fav­eyts) zieht seinen abgeranzten Prachtmantel aus, steht im Unterhemd da und verabschiedet sich von diesem ins Leihaus. Danke dir alter Mantel, nie beugtest du dich den Reichen und Mächtigen. In Deinen Taschen verkehrten Philosophen und Poeten. Aber nun musst Du gehen. Zum heulen:

    Le mie grazie ricevi
    Mai non curvasti il logoro
    Dorso ai ricchi ed ai potenti
    Passâr nelle tue tasche
    Come in antri tranquilli
    Filosofi e poeti

    Im Hintergrund der Bühne Daguerrotypien aus der Zeit der Handlung. Kostüme und Beleuchtung lassen die Figuren teilweise so wirken als wären sie in ihrer Monochromität Teile der Daguerrotypie.

    Sicut cervus

    Während die HSV-Fans eine Führung durch das Olympiastadion bekamen, brachen wir Samstag auf zum NoonSong – immernoch erstaunt, dass es ihn gibt, immer noch erstaunt, dass wir die ersten 700 Veranstaltungen verpassten.

    Ein kurzer Gottedienst in der Kirche am Hohenzollernplatz. Eine Liturgie, angelehnt an den anglikanischen Evensong mit professionellen Sänger*innen und von Anfang bis Ende (sans Lesung) gesungen. Eine eindrucksolle Kirche, eindrucksvolle Musik, ein nahezu perfekter Start in ein Wochenende.

    Der 701. NoonSong , letzter Sonntag nach Epiphanias und einen Tag vor Lichtmeß feierte das Ende der liturgischen Weihnachtszeit: mit Musik aus Renaissance und Barock

    Zum selber ansehen von diesem Samstag: Heinrich Schütz: Das Wort ward Fleisch. (der ganze NoonSong im ganzen Video)

    Lernen und Schreiben

    Wir entdeckten: Der NoonSong hat seinen einen Wikipedia-Artikel.

    Schöne Idee, unbedingt beibehalten: Was ich im Januar gelernt habe (und danke für die Links)

    Anderswo gelernt: Zwirnbinden, manchmal auch als Zwirnflechten benannt, ist eine der ältesten Techniken, um geschlossene Flächen aus Fasern verschiedenster Stärke herzustellen. Dabei wurde mir klar, der Übergang von der Textilherstellung zum Korbflechten ist fließend.

    Warum Nazis KI-Bilder lieben. Geschichte der Gegenwart: Echte Emotionen. Generative KI und rechte Weltbilder

    Den Vormittag verbrachte ich mit Mailverkehr, ich schrieb diejenigen in der SPD, die gestern nicht mit abgestimmt hatten, an und fragte warum. Außerdem fragte ich noch bei Herrn Wanderwitz nach, aus persönlichem Interesse und ich bedankte mich bei Frau Tillmann für ihre Haltung – sei wie Frau Novemberregen.

  • 25-01-30 In Richtung Frauen umkippen

    25-01-30 In Richtung Frauen umkippen

    Achtung! Wesselburen gewann beim Feldkampf am letzten Wochenende am Ende mit zwei Schott und drei Metern Kiek ut gegen die Vereinigten Köge. Dabei kam es zum ungewöhnlichen Ereignis, dass Jörn Hinz zu seinem ersten und zu seinem zweiten Wurf aufgeschottet wurde. (Mehr Details in der Dithmarscher Landeszeitung)

    Die Autobahnbeleuchtung auf der A100 bleibt vorerst an.

    In den USA werden die Eier knapp. American food markets are running short on eggs, and the situation may not improve for months. Prices are skyrocketing.

    Im Internet lese ich, dass der Neubau der Berliner Tangentialverbindung Ost (einer Stadtschnellstraße) 350 Millionen Euro kosten soll. Direkt darunter, dass nicht klar ist, woher das Geld für die dringend sanierungsbedürftigen Verkehrsbrücken in der Innenstadt kommen soll. Ich hätte eine Idee.

    „Meine“ Bushaltestelle wurde aufgehoben, weil einige Straßen vorher auf der Anfahrt ein Wasserrohr brach. Jetzt fährt der Bus eine größere Runde und umgeht die Bushaltestelle hier komplett.

    Ich trug eine Eismaschine zum Späti. Hoffentlich kommt sie in repariert zurück.

    In der AöR fand eine Ersthelfer*innenschulung statt. Das Verhältnis Frauen zu Männern betrug 7:1 – keinesfalls repräsentativ für die AöR insgesamt. Also merken: Falls ich umkippe, dann möglichst in Richtung einer Frau fallen. Meine Chancen sind größer, dass sie weiß was sie tun muss.

    Frauen, die eher wissen müssen, was sie tun müssen als die Männer, sitzen auch in der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Die einzige Gegenstimme gegen den katastrophalen Merz-AfD-Kuschelantrag kam von Antje Tillmann (Wahlkreis Erfurt-Weimar). Die acht immerhin-die-Abstimmung-Meidenden heißen Monika, Thomas, Roderich, Yvonne, Astrid, Marco, Sabine, Annette.1 Auch nicht repräsentativ für die Fraktion insgesamt. Im Zweifel auf die ostdeutschen Frauen hoffen und auf sie hören.

    Auch in anderen Lebenslagen ist das oft eine gute Idee.

    Anfang der Woche dachte ich noch beim Zubereiten von Mulgipuder: „Ah, klassisches Kitchen-Impossible-Gericht: Nur zwei Zutaten, jede Menge Tradition, daran muss jeder Profikoch scheitern.“ Sagen wir es so: Man muss zum Scheitern kein Profikoch sein. Entweder habe ich mich verkocht, oder es ist wirklich ein angelernter Geschmack, oder beides: das Zeug war komplett ungenießbar.

    Also auf die Liste für den nächsten Aufenthalt Richtung Baltikum/Finnland gesetzt: Mulgipuder von jemand essen, die weiß, was sie tut. Dann habe ich einen fairen Vergleich.

    Madame buk Bananenkuchen.

    Das Fernuni-Modul betriebliche Informationssysteme führte mich mal wieder zu den Global Bikes – dem Standard-SAP-Beispiel-Unternehmen für Schulungen. Ich freue mich, dass die Fernuni-Hagen-mach-etwas-in-SAP-Übungen deutlich besser aufbereitet sind, als anderswo.

    Mobiles-Arbeiten-Zeit ist Arbeiten-zu-Hause-Zeit ist Arbeiten-mit-Bohrmaschinen-Sägen und anderen Geräuschen. Immerhin lassen sich mit viel Kopfverdrehen gerüstartige Strukturen direkt auf dem Dach erkennen. Etwas passiert.

    Die Aussicht aus dieser Wohnung war auch schon besser. Die Baustelle darf gerne fertig werden.

    Wo ist die Orangenmarmelade nachts?

    Poupou fasste Modul 1 C LE 1 SB3 zusammen zur beruflichen Bildung.

    Herr Rau kocht Orangenmarmelade.

    Claudia war in Yokohama auf einem Konzert.

    Karen plant eine Reise nach Ex-Jugoslawien.

    Elke Brüser über das offenbar sehr schöne Buch: Wo sind die Vögel nachts? Braucht noch jemand Geschenke?

    Bäume sprengen ist gut. Ja, wirklich.

    Daniel überlegt wen er wählen soll: Zeit für Alice Weidel.

    Zweimal Konzern-Social-Media-Exodus. Pixelboomer: Kurswechsel (gibt einen Abriss über verschiedensten Ecken, wo er von Facebook/Google/ChatGPT weggeht) und Henning Uhle: Follower sein ohne klassisches Social Media

    Anmerkungen

    1. Grütters, Heilmann, Kiesewetter, Magwas, Timmermann-Fechter, Wanderwitz, Weiss, Widmann-Mauz ↩︎

  • 25-01-28 The most unglamourös Gericht on earth

    25-01-28 The most unglamourös Gericht on earth

    Madame bekam eine Einladung zur Wahlhelfendenschulung. Ich bekam eine Einladung als Zählkommission.

    Der ehemalige Asia-Imbiss im Südkreuz verwandelte sich in Döner Biz.

    Die Otto-Bock-Zentral am Potsdamer Platz verwandelte sich im Laufe der letzten Jahre in eine Telekom-Dependance.

    Büromaterialversandhändler Böttcher spendete möglicherweise über Umwege eine Million an die AfD. Ich muss mir wohl einen neuen Kugelschreiber- und Paketbandabrollerversand suchen. Schade. Aber es gibt Grenzen.

    Ich weiß nicht, was die Freunde auf dem Dachboden machen. Aber unser Schlafzimmerfenster sieht von außen aus als hätten es sich im Schlamm gesuhlt.

    Mir träumte, ich müsste den Rückflug aus Portugal erwischen. Leider fand ich meinen Koffer nicht mehr. Und niemand konnte mir sagen wann der Bus zum Flughafen fährt. Dementsprechende Hektik herrschte im Traum. Als ich aufwachte, musste ich mir mühsam sagen, dass Sonntag ist, und ich überhaupt nirgendwo hin muss.

    Die Entschleunigung gelang. So brauchte ich dann auch 13 Stunden nach dem Aufstehen, um zumindest mit den Jakobsbüchern in die Badewanne zu kommen.

    Vorher Fernsehen.

    Ich schaute die ersten Folgen von „Ich bin ein Star“. Ich muss ja Auskunft geben können, wenn Madame mich fragt wer wer ist.

    Ich staune, dass sich Reality Star weiterhin zum Ausbildungsberuf mit Karriereoption entwickelt. Alessia Herren „Mein Traum wäre es bei Aldi an der Kasse zu sitzen mit einem regelmäßigen Einkommen.“ Yeliz Koc: „Ich hab dann viele Dating Shows gemacht. Ich bin froh, dass ich da endlich raus bin und zum Dschungelcamp aufgestiegen.“

    Und wenn man drüber nachdenkt gibt es vermutlich viele Jobs, die besser bezahlt und inhaltlich weit unseriöser sind als Reality Star.

    Selbst in unsere friedliche bodenständige AöR zieht das Schlagwort KI ein.

    Nachdem wir feststellten, dass Netflix genau gar keinen der 100 berühmtesten Paris-Filme im Programm hat, fand ich Furies.

    Furies ist eine nett geistlose aber explosionsreiche Serie über die Pariser Unterwelt.

    Der Plot: Die sechs Familien habe eine „Furie“ als Aufpasserin und Polizei zwischen sich. Ein junges Mädchen gerät in das Geflecht aus Unterwelt-Paten und Furie. Sie wird als Nachwuchsfurie gecastet. Nach und nach entwickelt sich in immer abstruseres Geflecht aus historischen Verwicklungen.

    Aber ich sehe tolle Paris-Aufnahmen und tolle Explosionen.

    Madame fuhr mit ECE150 am Europapark vorbei, später stieg sie in Frankfurt in den ICE832 um.

    Die Tage zuvor testete sie die neue Busverbindung Markgräflerland-Elsass-Flughagen Mulhouse/Basel/Freiburg. Die Verbindung akzeptiert jede Menge verschiedenste Fahrscheine aus halb Europa, darunter auch das Deutschlandticket. Und plötzlich wird ein Busausflug ins Elsass ein Kinderspiel. Manches wird besser auf der Welt.

    Montag: Arbeit.

    ECE, ICE und Elsass-Bus fuhren besser als der Berliner Nahverkehr. Die Busse und U-Bahnen und Trams wurden durch den Ver.di-Streik lahmgelegt. Die S-Bahn litt unter Personen im Gleis.

    Dafür traf ich WiseWoman auf dem Bahnhofsvorplatz. I’m delighted.

    Zum Glück kann ich auch einfach nach Hause laufen. Hätte es nicht geregnet, wäre es sogar noch besser gegangen.

    Kartoffeln mit Graupen. Als Brei.

    Damit ich am Sonntag nicht nur fernsehe – was sollen denn die Leute denken! – köchelte ich noch ein wenig vor mich hin.

    Wir haben größere Mengen Crowdfarming-Avocados. Und so kochte ich ein fleischarmes Schwarze-Bohnen-Chilli. Ich hoffte auf die Aussicht, ein Avocado-Limetten-Salsa anzurühren.

    Außerdem kochte ich etwas, dass einerseits das am wenigsten sexieste Essen der Erde sein könnte – andererseits aber als Unesco-Welterbe geschützt ist: Mulgi Puder.

    Ein estnischer Brei aus Graupen und Kartoffeln und Salz. Und sonst nichts. So wie es klingt ist es vielleicht auch das geschmacksneutralste Essen der Welt. Noch weiß ich es nicht, denn noch probierte ich nicht.

    Ich konsultierte mehrere Rezepte. Alle waren sich einig; In Mulgi Puder gehören Kartoffel und Graupen. Sonst nichts. Zum servieren dürfen dann noch Speck dazu, oder Kräuter oder fermentiertes Gemüse oder fermentierte Milch (=etwas Joghurtartiges). Hier unterscheiden sich die Rezepte.

    Aber die Essens scheint der graugelbe Brei ohne Geschmack zu sein.

    Ein Essen konstitutiv für die Kultur der Mulgi, die bei Valga leben. Gestern noch im Unesco-Report, heute auf ihrem Tisch.

    Blau, grün, braun, Schneefarben

    Mehr zum Thema Böttcher und die AfD und so: Weitere Details zum AfD-Spender aufgetaucht

    Poupou besuchte die Nordlichter-Ausstellung in der Foundation Beyeler und war sehr angetan:

    warmes Blau, warmes Grün, rötliches Braun, Schneefarben. Die Szenerie wirkt stets statisch, auch wenn Spuren im Schnee, Lokomotivenqualm oder abgeholzte Stämme die eben aus dem Bildausschnitt getretenen Menschen verraten. Spärliches Licht und dunkle Horizonte kontrastieren Schneemassen auf Hängen und Wäldern. Der Schritt zum Abstrakten wäre nicht weit – genau wie zum Ornament und zum Dekorativen, Tapetenhaften, wie es sich in einem von goldenen Kanteleseiten überspannten Wasserfall zeigt.

    Frau KrautundRüben las an der Alpe Adria Universität in Klagenfurt.

    Readinginsweden war auch auf der Pro Democracy Rally am Brandenburger Tor: 26.1.2025 Wochenende Lebe lieber bunt

    Ebenso wie loosy die Demo besuchte: 25.01.2025 – Bunt statt SchwarzZuBlau

    Frau Kluges & Scheiß empfiehlt ein Tanzvideo.