Kategorie: Alltag

  • 25-03-18 Die vier Mythen des Architekturmanagements

    25-03-18 Die vier Mythen des Architekturmanagements

    In der Südkreuz-Offices-Tiefgarage wurden die Belüftungsanlagen gereinigt. Zur Feier des Tages setzten sich alle Tauben auf dazugehörigen blitzsauberen Rohre.

    Aus überraschend vielen Ecken höre ich etwas von einer Mückenplage.

    Madame töpferte eine Trinkschale für Vögel und Insekten mit einer Ausstiegshilfe für gewässerte Insekten. Werktäglich war sie im Meta-Projektmanagement unterwegs.

    Irgendeine nächtliche Musiksendung des Deutschlandfunks präsentierte Postpunk-Coverversionen von klassischem Anadolu-Rock der 1970er und vielleicht möchte ich mehr von Sinem hören.

    Mein neuer Streamingdienst Qobuz hingegen schlägt mir Last Christmas vor – der will mich doch trollen!

    Ganz langsam bin ich wieder in der Lage, Welt wahrzunehmen, die weder Klausur noch Arbeitsbezug besitzt.

    Das Nettobarwert-Konzept hatte ich auch schon mehrfach

    Es war ein eigentümliches Lernen für die Informationsmanagement-Klausur, denn dies war das Modul in das ich mit dem meisten Vorwissen ging. Als Beispiele:

    ITIL – ich arbeitete einst in einer Organisationseinheit, die lehrbuchmäßig nach ITIL 3 aufgebaut war. Zumindest die ganzen Begriffe habe ich schon mal gehört und eine ziemlich klare Vorstellung, wie sie in der Praxis aussehen.

    Allgemeine Modelltheorie – ich hatte vor einem Jahr ein ganzes Modul zum Thema „Modellierung betrieblicher Informationssysteme“; natürlich kam die Modelltheorie darin ausführlich vor.

    Datenschutz – in den letzten Monaten haben wir intern eine Datenschutzfolgeabschätzung mit TOMs (Technisch-organisatorischen Maßnahmen) durchgeführt. An der war ich nur sporadisch beteiligt, aber dann doch gut genug, um das ganze Prozedere zu verstehen.

    Leider allerdings war absehbar, dass die Klausurfragen nicht nach dem Motto ablaufen würden „Haben sie den Begriff schon mal gehört ja/nein“, sondern etwas tiefer reichen würde.

    Und ein paar Themenbereiche blieben mir auch fremd. Das ganze IT-Architekturmanagement zum Beispiel. Vermutlich hatte ich damit auch schon im Leben zu tun, habe es aber sofort vergessen, weil mir Zweifel an der Sinnhaftigkeit kamen. Also lernte ich noch mal von Grund auf.

    Wieder mit dem bösen Hintergedanken „Vermutlich ist der Hauptzweck, der IT-Unternehmensarchitektur, Manager abzulenken, damit die ihre Untergebenen nicht von der Arbeit abhalten können.“

    Und wie das so ist, wenn ich bei Sachen den Sinn nur so halb sehe, ist es schwierig, sie komplett im Kopf zu behalten.

    Opportunities and Solutions

    Schräg war es, sehr schräg. Die Onlineklausur war auf zwei Stunden angesetzt. Da einige Zeit verloren geht, in der ich meiner Videoaufsicht Personalausweis und Taschenrechnermodell in die Kamera halte, war die offizielle Schreibzeit von 8:55h bis 11:00h.

    Ich dachte: Gut gelernt. Bis 9:01h hatte ich sämtliche Single-Choice und richtig/falsch-Aufgaben angekreuzt. Damit hatte ich mir in sechs Minuten potenziell 60% der möglichen Punkte erarbeitet, und war mir meiner Antworten auch ziemlich sicher.

    Bis 9:10h hatte ich die erste Textaufgabe durch. Es ging den Unterschied zwischen Business Process Automation (ein ganzer Prozess wird von Grund auf neu gestaltet, so dass er automatisch im Hintergrund ablaufen kann) und Robot Process Automation. (Ein Software-Bot tut so als wäre er ein Mensch und bearbeitet eine Oberfläche so, wie es ein Mensch machen würde. Ist natürlich sehr viel schneller und einfacher zu machen als den Prozess neu aufzusetzen, aber halt auch eher die Baumarktlösung.)

    Also in 15 Minuten genug Fragen für 80% der Punkte bearbeitet.

    In den nächsten 40 Minuten kratzte ich mühselig im Vorrat meines Hirns herum für die nächsten möglichen 8%. „Fünf Mythen des Architekturmanagements“ Arrgs! Da war es. Ich wusste, dass ich die exzerpiert und gelernt hatte. Ich wusste, dass mein Exzerpt ungefähr zwei Mausclicks entfernt war.

    Aber was waren die Mythen denn nun? In geistiger Griffweite lagen sie und doch so weit entfernt. 40 Minuten lang Augen geschlossen halten, versuchen mich zu erinnern, und wenn der Geist stockte, mir kurz vorstellen, dass ich im Mittelmeer schwimme.1 Mühsamst kratzte ich mir vier plausibe Mythen und ihre Widerlegung zusammen. Nummer fünf blieb unbeantwortet.

    Ebenso wie die letzt Aufgabe: die 9 Schritte der Architecture Development nach TOGAF. Noch mal Architekturmanagement..

    Ich wusste, ich hatte es gelesen.

    Ich wusste, ich hatte es nicht vertieft gelernt, weil es der Unterpunkt eines Unterpunkts eines Unterpunkts war, und ich weigerte, das ganze Skript auswendig zu lernen. Aber ich hatte es gelesen! Vielleicht kam noch etwas?

    Und nachdem ich dann 40 Minuten lang auf den Bildschirm geschaut hatte, oder auch nicht, ehrlich gesagt, hatte ich meist die Augen geschlossen, und versuchte die Reise ins Innere zu den verschütteten Infos anzutreten, strich ich die Segel.

    Sechs Minuten für die ersten 60% und am Ende 80 Minuten für 8%.. das Modul blieb bis zum Ende komisch.

    Ich habe übrigens immer noch nicht geschaut, was die fünf Mythen oder die neun Schritte sind. Ich weigere mich, dem Thema IT-Unternehmensarchitektur weiteren Hirnplatz einzuräumen.

    Speibecken an der Hallenwand

    Da nun weder Nordsee noch Mittelmeer in Reichweise lagen, mir Schwimmen und Abenteuer aber dennoch als gute Idee erschienen, veranstaltete ich eine kleine Berlin-Expedition:

    Mit Ringbahn, U8 und 221er Bus über Gesundbrunnen und Rathaus Reinickendorf bis zur Märkischen Zeile. Dann in das lustige Stadtbad Märkisches Viertel mit seinem aufmunternden Gelb und den „Behalten sie ihre Badekleidung bloß an!“-Schildern.

    Was soll ich sagen: die Umkleidekabine war relativ groß, die Bank relativ gemütlich, die Belüftung rauschte beruhigend, es war schön warm, ich war durch – um Haaresbreite hätte ich einen kleinen Mittagsschlaf in der Umkleidekabine absolviert.

    Aber dann ins kalte Wasser. Ausplantschen auf der 50-Meter-Bahn und einem Jugendsportgruppe beim Sprungtraining vom 3er zuschauen.

    Extrabonus: Beim Rausgehen noch einen Kaffee beim Badleiter geschnorrt, der mir vom letzten Urlaub und den Zuständen in seinem ruhigen, schönen Bad erzählte.

    Zum eigenwilligen Bad passte, dass das nicht-kleine Schwimmbad am Rande einer gigantischen Baugrube stand.

    Dann zurück mit 221, U6 und M46 wieder nach Hause.

    Abends: Abschluss einer anstrengenden Zeit feiern, mit Madame ins Robbengatter laufen, Schnitzel und Leberkäse essen, und das laute Gespräch am Nachbartisch hören, wo sich zwei Damen über die Arbeitsbedingungen bei einer recht bekannten deutschen NGO beschwerten.

    Take a walk on the soft side

    Die Probleme mit Software-Cloud-Lösungen auch beim Krieg: You Don’t Need A Kill Switch To Hobble Exported F-35s

    Internet-Surfen für Plantschflanierende: Taking an Internet Walk (via Messynessychic)

    Ich bin ja freund unverbastelter Hard- und Software und versuche, an meinen eigenen Sachen möglichst im Out-of-the-box-Zustand zu betreiben. Das gilt natrülich auch für WordPress, das ich möglichst Plug-in-frei halten möchte. Aber die Plugins von Lorenzo klingen zumindest überlegenswert.

    So wird es kommen. Warum sollte das Internet anders werden als anderswo? Es wird ein halbwegs schönes Internet geben zum Bezahlen, es wird ein freies Ramsch-Internet geben, und eine handvoll staatliche und gemeinnützige Initiativen, die versuchen, allen was vom guten Internet zu verschaffen: Das Plebs-Web und das Premium-Web

    Wir staunen bei jedem Auslandsbesuch, wieviel Alltagsmedikamente man dort in jeder Drogeriehandlung bekommt. DM staunte auch, und will das deutsche System ändern. Ich sehe einen gigantischen Markt für Aspirin aus der Drogerie. Der Paracetamol-Plan: So könnte die Markenstrategie für die dm-Apotheke aussehen

    Anmerkungen

    1. Zuerst versuchte ich es mit „in der Nordsee schwimmen.“ Aber da mir eh grad etwas fröstelte, stieg ich auf Mittelmeer um. ↩︎
  • 25-03-15 No Code Softwareentwicklung

    25-03-15 No Code Softwareentwicklung

    Da ich aus Lerngründen gerade noch stark beschränkt ansprechbar und einsatzfähig bin, bin ich auf Madame-Verwöhnung angewiesen. Dies setzte sie heute durch Butter Dal hervorragend um. Crowdfarming-Linsen nach Art Butter Chicken, nur halt ohne Chicken.

    Freitag ein lustiges Drei-Personen-Meeting. Ich „Eigentlich wollte ich heute frei machen, lernen. Aber für Euch beide..“ Nummer 2: „Eigentlich wollte ich heute streiken. Aber für Euch beide..“ Ach, hätte ich heut streiken sollen? Oops, da muss ich wohl besonders laut vor den nicht-geleerten Müllcontainern die Internationale singen.

    Immerhin schönes Meeting: Sehr konstruktiv. Wir haben (geplant und gewollt) alle viel gelernt. In einem Prozess, der sich seit Monaten wie Sirup zieht, sind wir einen großen Schritt weiter. Außerdem sind die beiden einfach an sich großartig, und ich habe mich auf beide gefreut.

    Noch besser: Eine habe ich überzeugt, bei der Bachelorarbeit als Korrekturleserin zur Verfügung zu stehen.

    Ba

    Vor die Bachelorarbeit allerdings setzte die Fernuniversität in Hagen die normalen Module.

    Montag kommt die Klausur in Informationsmanagement. Da ich dies von allen drei Modulen dieses Semesters für das schaffbarste und das am wenigsten aufwendigste hielt, muss ich halt den Aufwand in die übrige kurze Zeit quetschen, die mir die anderen Module lassen.

    Das bedeutet jetzt: Ein paar Tage lernen bis das Hirn sich jeweils in zu-lang-gekochten Blumenkohl verwandelt. Rechtzeitig damit aufhören, damit es sich bis Montag um 9 zur Online-Klausur wieder vollständig entmatschen kann,

    Aber erstmal los. Freitag: IT-Architektur (Unternehmensarchitektur, Referenzarchitekturen, Reifegrade). Heute Erbringung (Dienstleistungsmanagement (Service Management / ITIL), Bedarfsmanagement (Software-Outsourcing / Cloud) und Softwareentwicklung (Wasserfall / Agil)) und Anforderung (Klassisches Anforderungsmanagement und Innovationsmanagement.)

    Ich lernte: SECI benötigt Ba. Die Theorie der organisatorischen Wissensteilung nach dem SECI-Modell (Sharing, Externalisaton, Combine, Internalisation) benötigt einen gemeinsamen geschützten Raum Ba, um zu funktionieren.

    Leicht seltsam der Teil zur Softwareentwicklung.

    Der hat einen Exkurs Richtung Low Code/ No Code und „Citizen Development.“ Dann behandelt er lang und ausführlich Wasserfallmodell in all‘ seinen Phasen mit Lastenheft, Pflichtenheft und allen Prozesschritten, ebenso wie die Abwandlungen wie das SLDC. Natürlich kommt agile Softwareentwicklung unter besonderem Schwerpunkt SCRUM mit Exkurs Spotify-Modell vor. Aber es steht im Modul halt nichts zur eigentlichen Codeerstellung.

    Es istwie ein Überblick über das Schreinern, der von Handwerkskammer, Ausbildungsordnung, Rechnungssstellung und Werkzeugkauf erzählt, in der aber die Wörter Baum, Holz, Maßband und Säge nicht vorkommen.

    Andererseits: für ein Management-Modul ist das realitätsnah.

    Aber zurück in den Lerntunnel.

    Hervorragende Kenntnisse der Popgeschichte

    War was in der Welt um mich herum? Vermutlich. Ab Montag Mittag bin ich bereit, das wieder zur Kenntnis zu nehmen.

    Derzeit nur im Hinterkopf behalten, falls ich auf die Informationstechnologie doch keine Lust mehr habe. Deutschlandradio sucht einen Redakteur Musikplanung. Anforderungen unter anderem: Hervorragende Kenntnisse der Popgeschichte.

  • 25-03-11 Schwimmbadbahnen (metaphorisch)

    25-03-11 Schwimmbadbahnen (metaphorisch)

    Die SPD-Schöneberg verteilt Flyer zum gemeinsamen Iftar-Treffen. Aus dem Bus heraus sah ich ein Iftar-Angebot bei einem Imbiss. Ramadan und Fastenbrechen sind ein Thema in Schöneberg.

    Das Elektro-Swapfiets auf dem Hinterhof hat eine Lieferbox montiert. Vielleicht versucht sich ein neuer Nachbar mal wieder als Essenslieferant. Vor drei Jahren, bei den Spaniern aus dem Vorderhaus, fragte ich mich noch, warum sie so oft Essen bestellen. Irgendwann merkte ich, dass der Mann in Lieferando-Uniform immer derselbe war und anscheinend mit in der Wohnung wohnte.

    Ich überlege, wie ich nach der Bachelorarbeit einen Urlaub machen kann, in dem ich einfach nur an die Decke starre und gelegentlich schwimmen gehe. Derzeit finde ich „Stettin, Hotel mit Schwimmbad, im November“ eine gute Idee. Seeluft, echte Stadt, aber Wetter schlecht. Das ist gut zum Drinnenbleiben.

    Der Kaptain scharmütziert mit der Krankenkasse.

    Unser Büronachbar veranstaltete den AI Monday.

    Ein Tag Sonne reicht für eine Mittagspause im Parkliegestuhl mit Blick auf das Gasometer. Auf dem Rückweg treffe ich Jenni from the Bad und wir planen ein gemeinsames Basketballturnier im BBB-Pausenraum. Nur ein ganz paar kleine Genehmigungen noch..

    Kaffeegartenrunde

    Sonntag begann auf der Terrasse mit Kaffee (Pulver) in der Hand und einem Blick auf die gefrorene Wiese. Dann lieber schnell den Kaffee gekocht, zwei Tassen ans Bett verbracht und dort noch einige Zeit herumgelegen.

    Sonntag, zweiter Versuch, begann einige Stunden später mit Kaffee (flüssig) auf der Terrasse, Aufbackbrötchen und dem Deutschlandfunk-Rundfunkgottesdienst.

    Wir machten uns weiter über die Spitzmaus und ihre Lebensumstände kundig. Ausgehend von den Recherchen beschlossen wir die Reinigungsarbeiten, um ihren ehemaligen Fundort etwas zu eskalieren und räumlich auszudehnen.

    Alles in sonntäglich angemessenem Schneckentempo.

    Von den Schnecken sehen wir noch keine Zeichen. Aber am Kompost ein Gesumse als stände ich inmitten eines Bienenschwarms. Ich schaute hinauf, sah erste Blüten an Schlehe und/oder Weißdorn, aber immer noch keine Insekten. Ich tippe auf Tarn-Hummelköniginnen.

    PÖST

    Madame ist für die nächsten Monate durch mit Bildungswissenschaft. Ich noch nicht.

    Die seltsame Praxisnähe meines Fernuni-Moduls ist manchmal irritierend.

    Also: nicht praktisch im Sinne von Technik. Wie es sich für ein „Management“-Modul gehört, besteht ein relevanter Teil des Moduls aus Luftschlössern, substanzlosen Buzzwords und dem Hype des Tages. Aber hey, Bullshit-Bingo-Kenntnisse sind ein auf dem Markt nachgefragter Skill. Das Modul bringt auf jeden Fall die richtigen Buzzwords, und desöfteren auch Technikkompetenz mit sich.

    Aber was Projekt- und Prozessmanagement angeht.. es ist erschreckend. Es kann passieren, dass ich Abends eine halbe Lektion zum Thema Prozessanalyse durchgehe und dann tagsüber bei den BBB das neu erworbene Wissen einwerfen kann.

    Etwas irritierend: Das Modul hat eine Neigung zum deutschen Begriff. Geschäftsprozessanalyse statt Business Process Analytics, Informationssystem statt Information System – gegen den Trend, aber überzeugend gemacht.

    Nur bei den Abkürzung wird es seltsam. In VUCA1 steht das C für Komplexität. Aha. Und in PEST 2das E für ökonomisch. Jawoll. Andererseits: PÖST wäre auch eine seltsame Abkürzung.

    Mit dabei, mal wieder, meine guten Freunde die Modellierungssprachen.

    Besondere Freude: in der weltweit verbreiteten BPMN (Business Process Model and Notation) werden einzelnen Prozesse in sogenannten Pool Lanes modelliert – auf deutsch Schwimmbadbahnen.3

    Wie groß war meine Freude als ich in der Verwaltung einen echten „Prozess Schwimmbadbahnenbelegung“ in BPMN sah. Pool-Lane-Vergabe in einem Pool-Lane-Prozess. So meta!

    Faune Parisienne

    Netzrumsumpfen.

    Ich suchte auf Youtube ein Slime-Video, anlässlich „der Lage“: Goldene Türme wachsen nicht endlos – sie stürzen ein. .

    Um mir klar zu machen, wie lange das schon her ist, und wieviel älter ich bin, begrüßte mich Youtube mit Werbung für Anti-Verstopfungs-Mittel.

    Geht es nur mir so? Seit Jahren zeigt mir Youtube in seinen Empfehlungen immer nur „best of AfD“. Ich soll laut Youtube immer nur Videos sehen, in denen die Grünen/die Gutmenschen/irgendeine Frau „zerstört“ wird. Jetzt weisen mich jetzt dieselben Empfehlungen auf „AfD = Arschkarte für Doofe“, „Trump destroyed Bourbon Whiskey“, „Fox ABANDONS Trump“ hin. Eine 180-Grad-Wende ohne dass sich mein Surfverhalten verändert hätte.

    Auch beim Netzrumsumpfen: Zeit für das wunderbare Blog/Gemischtwarenladen Messy Nessy Chic – Cabaret of Chic Curiosities gehabt. Alles, was Paris und Europa besonders macht.

    Aktuell mit Artikeln zu „The Women who served Wine on the Battlefield“, „The Initimate Little World of Nun Boxes“ und „In 1970s Paris an American Magazine Broke All the Rules.“

    Die Artikel schön, die käuflichen Curiosities leider eher im gehobenen Preissegment. Aber dieses Schaltuch mit Faune Parisienne! Hart zu widerstehen.

    (Entdeckt via Thomas Gigold)

    Uschi über die Lörracher Christuskirche.

    Legoktm verabschiedet sich von FiveThirtyEight

    Christiane schaut Meghans Netflix-Show und wird Pamela-Anderson-Fan.

    Wohl wahr. Wäre SIE in Elternzeit gegangen, würde ich Bianco: Nur Papa nimmt Elternzeit nicht verlinken.

    Anmerkungen

    1. Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity ↩︎
    2. Poltical, Economical, Social, Technical ↩︎
    3. Diejenigen Leser*innen, die sich mit BPMN auskennen, mögen jetzt nicht in Detaildiskussionen ausbrechen. ↩︎
  • 25-03-09 Volkshochschule, Kindergarten, Studienabbruch

    25-03-09 Volkshochschule, Kindergarten, Studienabbruch

    Ulli Zelle, in Berlin weltberühmt als SFB/RBB-Lokalreporter geht in den Ruhestand. Einst sahen wir ihn mit seiner Band Ulli & die grauen Zellen bei der Brandenburger Landpartie. Der RBB wird zu seinen Ehren am 31. Mai eine Abschiedsgala veranstalten.

    Madame war im Klausurlaub. Nach der Onlineklausur 1C („Berufliche Bildung“) am Mittwoch folgte die Präsenzklausur im Kranzlereck 2A1 („Empirische Bildungsforschung“) am Freitag.

    Donnerstag war sie vor allem damit beschäftigt mit der Statistiksprache/Software RStudio zu spielen.

    Auch memorierte sie die verschiedenen Beispiele für Statistiktests: Volkshochschule für t-Test, Kindergarten für Chi-Quadrat, Studienabbruch für ANOVA und diverse, die ich mir nicht mehr merken konnte.

    Es war nicht ungeschickt gemacht: Jedes Verfahren der Schließenden Statistik war in allen Details an einem Beispiel erklärt. Wenn man sich also Verfahren und Beispiel zusammen merken konnte, konnte man sich merken wie die Daten der Volkshochschülerinnen und erhoben und gestestet wurden wie die Daten der Studienabbrecher. Dann musste man sich nur merken „Aha. Kindergarten = Chi-Quadrat, das heißt es gab zwei Kindergartengruppen und die Daten wurden..“

    In der Verwaltung für mich: Spaß mit Spamfiltern und Druckersoftware. Auf dem Weg getroffen: der recht maskulin wirkende Aufzugshandwerker, der Blümchens Herz-an-Herz hörte.

    In der Verwaltung mitbekommen: Die Berlinovo vermietet inzwischen einen Teil ihrer Appartments ausschließlich an Bedienstete des Landes Berlin. Derzeit nichts, was uns interessierte. Aber angesichts des irren Berliner Wohnungsmarktes ist es auf jeden Fall gut, diese Alternative zu haben.

    Donnerstags abends dann gemeinsames Kopffreiaquajoggen/-schwadern im Stadtbad Lankwitz. Ich versuche ja, meine Schwimmbadbesuche variabel zu halten. Aber manchmal hat das Stammgastsein auch Vorteile. Wenn ich die „Ich-darf-umsonst-rein“-Mitarbeiterkarte vergesse, mich die Dame an der Kasse aber als Stammgast-mit-Betriebsausweis wiedererkennt, komme ich auch ohne Karte ins Bad. Immerhin kenne ich jetzt auch ihren Spitznamen.

    Ich lerne weiter Informationsmanagement, staune, dass der Abschnitt „Technologie“ (neben „Strategie“, „Bedarf“ und „Erbringung“) sich ausschließlich mit Datenschutz, IT-Sicherheit und Nachhaltigkeit beschäftigt. Nichts gegen die drei Themen. Aber meiner bescheidenen Auffassung nach, ist die Technologie doch breiter aufgestellt.

    Mittagsessen mit Lunchbox auf dem schön gegärtnerten Vattenfall-Vorplatz am Südkreuz. In Jahr 3 seines Bestehens entdecken ihn mittlerweile auch andere Menschen. Aber: Sonne! Frühjahr!

    Südkreuz Offices, nicht Vattenfall. In der Pause besser den Bürokomplex verlassen.

    Der Hausrotschwanz ist Vogel des Jahres 2025. Unser Gartenexemplar scheint sich aber noch im Süden die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Das wissen wir, denn wir waren im Garten.

    Die letzten Kraniche fliegen ab

    Es war Der erste Samstag im Frühling.

    Wir begaben uns auf die Latifundien. Noch sind wir im eingeschränkten Gartenmodus von Samstag mittag bis Sonntag mittag, aber der Freitagabend bis Sonntagabend-Rhythmus ist nicht mehr fern.

    Zwar hatten wir immer mal wieder nach dem rechten gesehen – aber das war nur kurz. Diesmal: Wasser wieder anstellen. Zeug hin- und herschieben. Auf dem Küchentisch lag noch eine Zeitung mit der Überschrift „Die letzten Kraniche fliegen davon.“

    Aufräumen bedeutete: Unter der Besteckschublade eine tote Spitzmaus finden. Es stellte sich heraus, diese ist gar keine Maus sondern eine Maulwurf-Verwandte. Anscheinend fand sie im Winter ins Haus, aber nicht wieder hinaus.

    Über uns kreisten die schon wieder zurückgekehrten Kraniche. Im Garten flatterten Distelfalter und Zitronenfalter. The Swingin‘ K’s nahmen ihren Bungalow ebenfalls wieder in Betrieb. Nebenan scheinen sich die Meisen dauerhaft angesiedelt zu haben, die Spatzen ja schon eh. Entweder wir sahen ein halbes Dutzend Hummelköniginnen oder sechsmal diesselbe Hummelkönigin.

    Soweit wir bisher feststellen konnten, hat alles (außer der Spitzmaus) den Winter überlebt.

    Die Schneeglöckchen blühten noch und scheinen sich unter der Rosenhecke häuslich einzurichten. Die Hamamelis blühte schon im der zweiten Runde. Wir bemühten uns, auf keine wachsenden Narzissen zu treten. Die kleineren wildnäheren Narzissen beginnen vorsichtig mit der Blüte Knospen allerüberall.

    Rinderleberpaté

    Am Frühling erfreute sich auch der Mitarbeiter des Landwirtschaftsbetriebs, der an unserer Grünstücksgrenze mit dem Traktor vorbeifuhr und Zeug auf den Acker sprühte. Da es nicht roch, beschlossen wir „Pflanzenschutzmittel“, und dann beschlossen wir Fenster und Türen zu schließen und erstmal ins Dorf zum Einkaufen zu fahren, bis sich das Spray fest mit dem Ackerboden verbunden hatte.

    Und so fuhren wir erst zu Rinderstolz & Wildeslust, kauften einen kompletten Schweinenacken und dann bei den nahegelegenen Sußermärkten Gemüse und anderen Kleinigkeiten. Nur das Brotmehl vergaßen wir, den Kartoffelstampfer für Kartoffelstampf führte keiner der Supermärkte.

    Da der Frühling 2025 nicht bescheiden anfängt, sondern voller Schwung in das Jahr brettert, bot sich ein Draußentag mit langsamen Angrillen an. Da in Berlin Feiertag war, bot es sich an, auch die normalen Lebensmitteleinkäufe in Brandenburg durchzuführen.

    Auf dem Rückweg entdeckten wir: Die Milchtankstelle hat aufgerüstet. Führt neben Milch, Eiern und Wasserbüffelfleisch seit neuestem auch Suppenhuhn und Wagyu-Fleisch von Schloss Schwante.

    Ein Fall von: Sag mir, dass du im Speckgürtel unterwegs bist, ohne zu sagen, dass du im Speckgürtel unterwegs bist. Bzw hier eher der Wagyugürtel.

    Unser nicht ganz so edler Schweinenacken kam bei etwa 140 Grad gut zwei Stunden auf den Grill – und danach hatten wir ein wunderbares Abendessen im Sonnenuntergang und ausreichend Fleisch für die ganze nächste Woche.

    Falsch programmiert

    Computer sind doof

    Züge sind besser (zum Beispiel von Budapest über Berlin nach Stockholm)

    Bei Gelegenheit testen: Taco Casserole (schneller Taco-Auflauf)

    Für alle, die es bis hierher geschafft haben, gibt es ein paar Bilder aus dem Karl-Foerster-Garten vom letzten Wochenende.

  • 25-03-06 Benennen, Erläutern, Erklären

    25-03-06 Benennen, Erläutern, Erklären

    Servicehinweis für Berliner*innen: Samstag ist Feiertag. Auch für Leute, die am Wochenende eh nicht arbeiten, haben die Geschäfte geschlossen.

    Dota veröffentlichte ein neues Video: Kettenkarussel. Wenn ich ein Berlin-Musikvideo sehe, frage ich mich immer: Erkenne ich, wo es gedreht ist? Und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus: die erkennbaren Drehorte sind Innsbrucker Platz (erstes Auftreten 1:11) , S-Bahnhof Julius-Leber-Brücke und U-Bahnhof Schlossstzraße. Orte, die ich zum erweiterten Wohnzimmer zählen würden und die im Blog schon ihre Spuren hinterlassen haben.

    Auf dem Hinterhof steht ein Elektroswapfiets.

    Die Dachbaustelle macht optisch erkennbare Fortschritte. Leider betreibt sie auch weiterhin die Mückenzuchtanlage. Mittwoch war anscheinend Großbesprechungstag mit allen Chefs.

    Der Nachbar mit ohne Hund hat von den Dachbauarbeitern erfahren, dass sie bis Ende April fertig sein wollen. Außerdem erzählte er seine spannende Wohnungs- und Umzugsgeschichte, die in von einer 35-Mark-Einzimmerwohnung in Kreuzberg über Schöneberg, Charlottenburg und Brandenburg wieder nach Schöneberg brachte.

    Ich las ein paar Seiten in der Geschichte der Wirtschaftsinformatik. Das Buch kreist unter anderem um die Frage: Ist Wirtschaftsinformatik eine eigenständige Wissenschaft? Oder ist sie nur ein Lehrgebiet mit akademischen Anspruch ähnlich dem Wirtschaftsingenieurwesen?

    Die Frage wird verkompliziert, weil es das Fach so nur im deutschsprachigen Raum gibt, während im englischsprachigen Raum eher die Information Systems ähnliche Themen bearbeitet. Die Information Systems haben immerhin schon ein eigenes Wiki mit den gängigsten Theorien des Fachs: Information System Theories.

    Andererseits nähern wir uns gerade mit dem Tempo eines abstürzenden Düsenflugzeugs einem Post-amerikanischen Zeitalter, wer weiß was das mit dem Stellenwert der US-Universitäten in der Welt macht. Und intensiv beten, dass beim Absturz möglichst wenige Menschen zu Schaden kommen.

    Kleeblatt / 1C / 2A1

    Ich lerne das Kleeblatt auswendig. Der Lehrbrief Informationsmanagement hat sein Modul in die vier inhaltlichen Bereiche Strategie, Bedarf, Erbringung und Technologie aufgeteilt und diese in Form eines hübschen Kleeblatts angeordnet.

    Auf den Rändern finden sich dann jeweils kleinere Teilbereiche, Theorien und Rollenbeschreibungen in Unternehmen. So finden sich auf dem Kleeblattblatt „Bedarf“ unter anderem die Teilbereiche Innovationsmanagement und Geschäftsprozessmanagement, die Systemtheorie und die Theorie der Innovationsdiffusion sowie der Enterprise Architect und der Business Analyst.

    Inhaltlich ist es halt sehr praxisnah. Das sorgt bei mir für Wiedererkennungseffekte, muss aber darum kämpfen, akademischen Anspruch zu halten. Soweit ich mitbekam, hat der vorherige FernUni-Lehrstuhl für diesen Bereich dieses Anspruchsproblem durch unfassbare Mengen Text und unfair gestellte Klausuren gelöst.

    Hier hingegen gibt sich der neue Lehrstuhl auffallend viel Mühe, alles verständlich, nachvollziehbar und intuitiv zu halten und die Studierenden zu motivieren. Soweit so sympathisch. Leider gibt es keine Altklausuren, so dass ich etwas ins Blaue hinein lerne.

    Madame schrieb eine Klausur in 1C. Diese gehört zu einer anderen FernUni-Fakultät, scheint aber auch den Pfad von gigantischen Textmengen und tendenziell unfairer Klausurstellung zu verfolgen. Großer Wert wurde auf die „Operatoren“ gelegt – Erklären sie.. erfordert andere Antworten als Erläutern sie.. oder Beschreiben sie.. Wenn man halt inhaltlich nichts zu bieten hat und Student*innen das Leben schwer machen wil.

    Naja, sie hat es geschafft. Eigentlich wäre die Berufliche Bildung ein spannendes Thema – aber so eher nicht.

    Jetzt weiter für sie mit 2A1 – Empirischer Bildungsforschung. Dafür installierte Madame R Studio.

    Aber vorher und nach der Klausur: Belohnungsessen bei Da Michele mit Pizza Margherita und Amalfi Spritz,

    Kekse statt Nazis

    Mittwoch lagen Sticker in meinem Briefkasten „Kekse statt Nazis.“ Ich werde diese natürlich keinesfalls im öffentlichen Raum verkleben. Solltet ihr sie je dort sehen, müssen sie von jemand anderem stammen.

    Die Sticker waren ein letzten Abschiedsgeschenk, el incognito +3 hatten den Weg vom schönen Bayern ins schöne interessante Berlin auf sich genommen. Weitere Bekannte besuchen.

    Wir sahen uns an den Südkreuz Offices und fuhren mit der 248 nach Norden. Auf der Fahrt durfte sich datura mein Bachelorarbeitsthema anhören und deckte natürlich sofort auf, dass sich das Thema zwar als wirtschaftswissenschaftlich tarnt, aber eigentlich informatisch ist.

    Kurzes Stöbern durch den Bergmannkiez, ungeschoren an der Hammett-Buchhandlung vorbeigekommen. Dafür gab es eine kleine Eskalation im Otherland.

    Ich habe eigentlich eine Regel, dass bestimmte Autoren gekauft werden müssen, wenn sie in Buchhandlungen vorrätig sind (zum Beispiel Naomi Novik, Jasper Fforde) – aber auch nur, weil ich weiß, dass sie nie im Regal stehen. Im Otherland setzte ich die Regel schon beim Durchschreiten der Schwelle aus. Eine gute Entscheidung – sonst hätte ich jetzt 10 Bücher mehr.

    Weiter zu Barcomis, Brownies und New York Cheesecake

  • 25-03-04 Zweikranstadt

    25-03-04 Zweikranstadt

    Ich bin jetzt in Signal Mitglied einer „Kultur-in-Berlin“-Gruppe, und hoffe, dass mir das etwas Distinktionsgewinn verschaffen wird.

    Madame kochte Tee und lernte dann zum T-Test. Der Chi-Quadrat-Test ist gar nicht nach chinesischer Philosophie benannt, sondern nach einem griechischen Buchstaben.

    Ich repetetiere derweil vom drölfzigsten Mal die Unterschied zwischen Wasserfallmodell und agiler Softwareentwicklung. Schlimmstenfalls werde ich einfach schreiben „Ich habe den gelben Gürtel in SCRUM und muss deshalb keine Fragen beantworten!“

    Der Kaptain bereitet sich innerlich auf die Reise vor. Sie wird keine Cocktails trinken und vorher beim ADAC wegen der Krankenversicherung nachfragen.

    Mit dem Kaptain ein zweiter Besuch beim Eidersperrwerk. Das andere Ufer war am Sonntag zu sehen. Die Tore sahen aus, als müssten sie wieder einmal gestrichen werden. Das „falschrum“ vom Meer ins Land fließende Wasser gurgelte und schlug Wellen. Das Warnschild vor Rutsch- und Strömungsgefahr wirkte ausgesprochen überzeugend.

    Tourist*innen und ihre Wohnmobile waren schon da. Der „Aussichtspavillon/Souvenirladen/Fischbrötchenbude/Minirestaurant“ hatte noch geschlossen. Noch fehlte auch das durchdringende Geschrei von Möwen und Seeschwalben.

    Auf Mastodon las ich, dass die Trump-Selenskyj-Ereignisse vom Wochenende so bedeutsam seien wie der 11. September 2001. Ich halte das für stark untertrieben. Nach dem 11. September hat sich zum Beispiel niemand ernstzunehmendes Gedanken gemacht, ob und wie Deutschland aus dem Atomwaffensperrvertrag aussteigen sollte.

    Lebens-Abzweigungen: Der Doktorvater meine nie vollendeten Doktorarbeit meinte, ich solle lieber den Nebenaspekt „kalifornische Ideologie“ ausbauen und das Urheberrecht vernachlässigen. Ich solle lieber mehr zum Weltbild und zur Weltvision schreiben, die das Silicon Valley antreibt.

    Hätte ich auf ihn gehört, könnte ich jetzt als Oligarchenerklärer durch die Podcasts und Nischentalkshows ziehen. Pro: Ich käme beruflich mehr rum und dürfte aus professionellen Gründen Science-Fiction-Romane lesen. Contra: Wenn ich mich dauerhaft mit der Gedankenwelt der Tech-Bros auseinandersetzte, müsste ich vermutlich jede Menge verschiedener Drogen nehmen, um das zu ertragen.

    So ist das Leben.

    Die Rückfahrt verlief spiegelbildlich zur Hinfahrt. Aufbruch um 14:45h, Ankunft um 20:20h: Dithmarschen – A23 – A7 – Tanken in Hamburg (Super Plus) – A24 – Abendessen (McCrispy Spicy) in Wittenburg – A24 – A10 – A115 Einzig auf den Zwischenstopp an den Latifundien verzichtete ich – zu dunkel.

    Seltsam das Gefühl an den Hamburger Wahlplakaten vorbeizufahren, im Wissen, dass ich wenig später die dazu passende Wahlsondersendung hören würde. Spannend, wie sehr sich schon in der Gestaltung die Plakate der Hamburg-SPD von denen der Bundes-SPD unterschieden.

    Dunkel ists im Kalten

    Wenn Wesselburen am Samstag Mittag in Winterruhe verfällt, dann umso mehr am Samstag Abend. Nur noch eine handvoll Gestalten bewegen sich durch die Stadt. Fernab jeder Tourismussaison sind selbst die Straßen leer – nur gelegentlich fährt ein Auto mit rumänischem Kennzeichen durch die Stadt.

    Verlassen, wenn auch gut ausgeleuchtet, die beiden Baustellen neben der Schule und hinter Richtung Parkplatz Blauort. Zwei gänze Kräne in der Kleinsstadt – ein Bauboom, den ich so dort noch nie erlebte.

    Ich gehe an einem größeren Entwässerungsgraben entlang, denke, nur nicht abrutschen, vor Sonntag bekommt niemand mit, dass Du hier bist. Es ist schon fast 19:30h. Einzig an den beiden noch geöffneten Supermärkten (Netto und Rewe) ist noch Leben. Im Netto-Licht schimmerten die Wolfgang-Kubicki-Großplakate. Daneben, das erste was ich Gutes über die FDP dieses Jahr sagen kann, andere Plakate in Plattdeutsch.

    Von der Kirche weggehend, neben der ehemaligen Schlachterei Lüth, eine Überraschung. Ein Magazin românesc – ein rumänischer Laden. Die rumänische Community verankert sich weiter in der Stadt. Ich bin mir sicher: Nur noch wenige Jahre und Little Bukarest wird in jedem Reiseführer Schleswig-Holsteins stehen.

    Harmlos-verschroben

    Es ist gut, dass ich meist nur innerlich aufspringe. Des Erdrandbewohners Text In meiner eigenen Welt las ich auf dem Parkplatz des Kohlosseums. Wäre ich aufgesprungen, wäre ich mit den Oberschenkeln gegen das Lenkrad geknallt, mit den Knien hätte ich mir am Sitz selber die Beine weggezogen, und der Kopf wäre gegen den Dachhimmel gestoßen. Der Aufsprung hätte peinlich enden können.

    Innerlich aber dachte ich, GENAU SO ist Wikipedia entstanden, und das ist der Grund warum sie existiert. Endlich haben die ganzen Menschen, die sich für Vulkane, Amateurcricket des 19. Jahrhunderts, exotische Programmiersprachen oder ägyptische Königsnamen interessieren, einen Ort für Gleichgesinnte gefunden.

    Nun ist das Leben der meisten Wikipedianer*innen harmonischer verlaufen als dass des Erdrandbewohners; ich würde auch vermuten, dass viele Wikipedöten auf den einschlägigen Spektren noch bei „neurotypisch“ landen würden.

    Die meisten Wikipedistas haben friedlich Abitur gemacht und studierten – aber ich glaube ähnliche Geschichten als „freundlich-harmlosen, verträumten und etwas verschrobenen Schulkameraden …, der sich für seltsame Dinge interessiert, auf die man ihn besser nicht anspricht“ können die meisten Wikipedistas erzählen, ebenso wie das Erlebnis, dass viele Lehrer*innen es nicht goutieren, wenn Kinder sie verbessern und auch noch Recht haben.

    Unvergessen mein siebtes Schuljahr, als mich der Geschichts-/Deutschlehrer wegen mangelnder Eignung vom Gymnasium auf die Realschule weisen wollte, während gleichzeitig die Mathelehrerin versuchte, mich auf ein Hochbegabteninternat zu lotsen.

    Man möchte ihn an sich drücken und rufen „Komm zu uns!“ – und dann hat dieses vermaldeite Blog keinerlei Kontaktmöglichkeit.l

    Eberswalde-Budapest

    Das klingt alltagstauglich und testenswert: Orangen-Blumenkohl

    Ein Zweitstudium der Forstwirtschaft.

    Mit dem Zug von Turku nach Budapest – Manchmal wählen wir ein Reiseziel einfach danach aus, wie schön es mit dem Zug zu erreichen ist.

  • 25-03-01 In der Alster-Schwimmhalle brennt noch Licht

    25-03-01 In der Alster-Schwimmhalle brennt noch Licht

    Edeka Duolingo verkauft blaue Rosen. Sie sehen so aus, als hätten sie weiße Rosen in schlecht haftendes Schlumpf-Eis getaucht.

    Der Plakatwerbung entnehme ich, dass es jetzt Ritter-Sport-Schokolade mit Lakritz gibt. Ich brauche diese.

    Heute beginnt Ramadan, am Mittwoch das christliche Vor-Oster-Fasten. Duofasten, das ist doch sicher religionsverbindend und im Blick auf das Weltgeschehen sinnvoll.

    In der Regionalzeitung lese ich, dass ein Dithmarscher Bürgermeister sich mühsam zurechtrechnet, dass seine Kleinstadt doch überwiegend CDU wählte und nicht AfD.

    Höhepunkt der Krokusblüte um das Husumer Schloss wird der 22./23. März des Jahres.

    Das erste Mal seit vielen Jahren denke ich ernsthafter über eine Neuauflage des Schwimmbadquartetts nach. Noch stehen diverse unüberwindliche Hindernisse zwischen mir und der Neuauflage. Zum Beispiel:

    • Ich habe Null Zeit für solche Scherze
    • Wie halte ich es mit den Berliner Bädern? Es komplett neben ihnen zu machen, wäre seltsam. Bei dem Gedanken, es mit den Bädern zu machen, sehe ich aber so viele Abstimmungsmeetings vor mir, dass mir die Lust vergeht.

    Vielleicht schnappe ich mir einfach mal die zuständige Kollegin für eine Viertelstunde und bin danach schlauer.

    Es fand eine arbeitsintene Geburtstagsgeschenküberreichung mit MMB statt. Zumindest die beiden Überreichenden hatten viel Spaß.

    Pausen auf den märkischen Hamptons, Wittenburg, Hamburg

    Das Wochenende geht es an die Nordsee. Leider ohne Zug. Aber selbst mir war der Anteil der Fast-Strandungen und Katastrophen auf der Strecke zu hoch. Zumal die Zeit zwischen Feierabend und letztmöglichem Zug knapp ist. Es mir nicht mehr möglich ist, die nötigen Reserven in die Reise einzubauen.

    Also Auto: Schöneberg – Stadtautobahn – Kreuz Oranienburg – A10 – Kurzer Zwischenstopp auf den Latifundien – A24 – Abendessen (McCrispy Curry) – A24 – Hamburg (Autogas getankt) – A7 – A23 und nach Dithmarschen. Bei dichterem Verkehr bis zur Landesgrenze Brandenburg und sehr entspanntem Tempo dauert die Fahrt knapp sechs Stunden von 16:50 bis 22:30h.

    In Berlin gerate ich noch den Feierabendverkehr. Da kann die Berliner Mobilitätswende machen was sie will, wenn einfach jedes Jahr die Zahl der Pendler steigt und steigt, weil niemand mehr in Berlin selbst wohnen kann.

    In Hamburg stehen Wahlplakate. SPD-Bürgermeister Peter Tschentscher versucht sich von der Bundestagswahl zu distanzieren. Er lässt groß HAMBURG auf seine Plakate schreiben.

    In der Alster-Schwimmhalle sind noch Menschen. Ich bin versucht, kurz anzuhalten und eine Runde zu schwadern. Aber ich wollte auch vor Mitternacht in Dithmarschen ankommen.

    Die weite Welt ins Auto

    Auf der Fahrt höre ich CDs (Dota, Crucci Gang), Deutschlandfunk, Radio FSK und den Offenen Kanal Westküste. Radio FSK überrascht mich – ausnahmsweise keine politischen Diskussionen, sondern eine Musiksendung. Klänge zwischen Musik und Soundcollage. Spannend.

    Am Rande bekomme ich den Trump-Selenskyj-Eklat am Weißen Haus mit. Da für mich kein unmittelbarer Handlungsbedarf besteht, beschließe ich das Thema weitgehend zu ignorieren. Verständnis funktioniert besser, wenn sich der erste Rauch verzogen hat. Die Frage welche mittelbare Handlungsbedarf sich für mich selbst ergibt, auch.

    Und er wird sich ergeben. Was gerade in den USA passiert wird mehr Auswirkungen auf meinen und deinen Alltag haben als Corona und Ukraine-Überfall zusammen.

    Unmittelbarer Handlungsbedarf hingegen ergibt sich derzeit für deutsche Politiker. Man kann sehen, wer den Schuss gehört hat (Merz – überaschenderweise) und wer glaubt einfach weiter machen zu können wie bisher (Hallo, SPD, jemand zu Hause?).

    Krokusse und Kebab

    Ich betätigte mich als Spaziergänger am Nebelmeer. Am Eidersperrwerk ist kaum das andere Ufer der Eider zu erkennen. Der Wind spärlich, das auflaufende Wasser gurgelt. Im Watt des Sperrwerk stehen die Austernfischer als hätten sie sich anhand mathematischer Berechnung möglichst gleichmäßig über die Fläche verteilt.

    Am Koholosseum Wesselburen läuft ein Flohmarkt. Keine Privatleute, sondern Händler – immerhin keine Neuwaren, sondern unterwätigende Gebrauchtwaren.

    Im Garten finde ich das Sauerkraut wieder, das wir beim letzten Aufenthalt vergaßen.

    Ich laufe durch die Innenstadt. In der Kirche übt der Organist – wovon der ganze Marktplatz etwas hat. Vor der Kirche blühen die Krokoi. City-Kebab preist eine neue Bewirtschaftung an.

    Außer City-Kebab liegt der Ort am Samstag Mittag in der Winterstille. Blumenladen und Spielzeugladen kündigen an, erst in einigen Wochen wieder zu öffnen. Auf der Straße nur die rumänische Community. Die eingeborenen Wesselburener hatten schon zu meiner Zeit dem Spaziergehen abgeschworen und sich auf 100% Auto verlegt.

    Bestes aller Standesämter. Das einzige, in dem ich heiratete.

    London Leonberg Penkkarit

    Langsam verzieht sich der Rauch. Es lohnt, über die Bundestagswahl nachzudenken. Zum Beispiel in Friedrichshain-Kreuzberg: Ströbeles Erbe verspielt? – Die Grünen diskutieren ihre Wahlniederlage in „Xhain“

    Drei analoge Hilfsmittel zur Planung einer Zugreise (via Kieselblog)

    Eine weitere Planung einer Zugreise: Von Berlin nach London

    Ilka lernte: Wenn man am Leonberger Hallenbad hier ungefähr steht, muss man rechts am Gebäude herumgehen, um den Eingang zu finden.

    Eine deutsche Austauschschülerin über Schule in Finnland: 3. Periodi, Leben und Penkkarit