Kategorie: Alltag

  • 24-05-02 Obstbaumwegblick

    24-05-02 Obstbaumwegblick

    Es war der Nachmittag vor dem Feiertag. Die wahren Herr*innen der Tiefgarage, die Tauben, standen schon bereit, um wieder die Herrschaft über den Raum zu ergreifen.

    Madame buchte eine Zugfahrkarte nach Pasewalk.

    Stettin besitzt, ähnlich wie Hannover, einen durchgezogenen aufgemalten Roten Faden durch die Stadt, an dem sich alle Sehenswürdigkeiten befinden.

    Der McDonalds am Autohof Oberkrämer hat eröffnet.

    Der Haupt-Lidl schließt um 22 Uhr. Es gibt keinen Grund, sich zu beeilen, um noch um 20:50h dort zu sein.

    Aus informierter Quelle erfuhr ich: Die jungen Herren, die wundersamerweise in den fetten Karren durch Berlin cruisen, folgen dem Motto Sharing is Caring. Wenn man eine 1000 Euro-Mercedes-AMG-Leasingrate durch acht Personen teilt, kommen bezahlbare Summen heraus. Ein Glück dem, der das Auto nicht zum Transport benötigt.

    Der Wikiphotographer traf DEVO auf dem Sundance Film Festival.

    Madame las Annette, ein Heldinnenepos und war sehr begeistert.

    Dienstag noch geträumt, heute schon Realität. Ich nahm (stummgeschaltet) an einer Videokonferenz teil, Headset an einem Ohr, während ich auf dem anderen Ohr mit dem Handy telefonierte. Soll jetzt aber keine Gewohnheit werden.

    Da dieses Jahr alles vier Wochen zu früh ist, beginnt auch mein Pseudoheuschnupfen Ende April. Noch weigere ich mich, diese Realität anzuerkennen.

    Es war die Nachtigall und nicht die Krickente

    Ankunft in der Mittelmark Dienstag Abend: wir hören eine Nachtigall und die Autobahn. Madame und ich zücken je verschiedene Vogelbestimmungsapps. Die bieten Saatkrähe, Waldkauz, Krickente oder Uhu. Keine Nachtigall.

    Am Feiertag flog eine Drohne über das Grundstück und filmte über den Südsee. Labten sich dort Brandgänse? Eine Fotofalle nahm vielleicht einen Waschbären auf. Vielleicht war es auch ein Löwe.

    Der FDGO-Biker klagte über den Wind, schien sich aber sonst zu amüsieren. Gerne stellt er Menschen die Frage, ob sie richtig sind.

    Der Floratempel bekam weitere Balken. Wir können den Blick durch die späteren Rosen antizipieren: Genau auf und entlang des Obstbaumwegs. Als wir diesen anlegten, existierte noch kein Gedanke an die Lauzebo – aber der Blick ist apart.

    In der Abelie entdeckten wir einen Klimawandelmigrant: der Trauer-Rosenkäfer – laut unserem Bestimmungsbuch noch mediterran und selten in Süddeutschland, laut diverse Websites inzwischen deutschlandweit verbreitet.

    Faszinierend: die Abelie riecht sehr schön. Aber in einer Intensität, die selbst für Menschen in einem halben Meter Abstand die Assoziation „Opiumhöhle“ entstehen lässt. Wie sieht das für einen Käfer aus, der quasi in den Blüten sitzt, die auch halb so groß sind wie er selber?

    Kann er nichts riechen? Oder lebt er in einem Dauer-High auf das Elon Musk neidisch wäre?

    Rosen-Träuerkäfer in Abelie.

    Ursula und?

    Kurzes politisches Quiz für zwischendurch: Wer sind die deutschen Spitzenkandidaten der Europawahl?

    • der CDU
    • der CSU
    • der SPD
    • der Grünen
    • der FDP
    • der AfD
    • der Linken
    • von Volt

    (Auflösung)

    Black Forest, der Nationalkuchen Trinidads

    Schon lange war ich stolz auf mein Nischenwissen, dass die Schwarzwälder Kirschtorte in Pakistan als Nationalkuchen gilt. Was ich aber lernte: nicht nur in Pakistan. Trinidados schwören, dass „Black Forest Cake“ mit Rum IHR Nationalkuchen ist. Anscheinend ist das halbe britische Empire der Meinung. Nur in Deutschland ist die Torte aus der Mode: How Did Black Forest Cake Become the World’s Favorite Dessert? -Dessert lovers from Chile to Pakistan to Fiji claim it as a national treat. How did it get there from the woods of Germany?

    Flachbauten in Baulücken. (via Buddenbohm, der via Ute Vogel)

    Von derselben Fotografin: Nachkriegswohnbau für berufstätige alleinstehende Frauen

    Die Zeit chillt: Die Freibadsaison hat begonnen. Berlin zum Beispiel, wo sich die Leute sonst eher anblaffen oder ignorieren, verwandelt sich darum nun kurz in eine Stadt des Lächelns.

    (Noch schöner, wenn man den bärtigen Mensch an der Kasse persönlich kennt ;-))

  • 24-04-30 Tuten und Knirschen

    24-04-30 Tuten und Knirschen

    Rüyam, in Reiseführern weltberühmt als Schöneberger Döner-Geheimtipp, zog über die Straße. Die Schlange ist noch länger als sonst.

    Elite Kickboxing heißt jetzt Fight Academy und bietet neben Kinderkarate auch Selbstverteidigung für Frauen an. Von all‘ den Kampfsportschulen der Gegend bleibt es diejenige mit den positivsten Vibes.

    Mir träumte, ich würde an zwei Videokonferenzen gleichzeitig teilnehmen. Mit zwei Headsets auf dem Kopf. Und sei es nur im Traum – etwas mehr Schwung kommt ins Leben zurück.

    Die Berliner Freibäder öffneten. Am Wochenende das Sommerbad am Olympiastadion und am Montag das Prinzenbad. Am Mittwoch wird das Insulanerbad die Drehkreuze öffnen.

    Über Jahre wollte ich zum Strausberger Seeschwimmen, verpeilte es aber immer. Nun ist das Strausberger Srandbad bis auf Weiteres geschlossen, mangels Wasser – und jetzt mag ich dort nicht mehr hin.

    Zeit, umzuplanen. Am 6. Juli findet am Strandbad Kyritz das Insel- und Langstreckenschwimmen statt. Ich fürchte bis dahin bin ich nicht fit genug für ein Langstreckenschwimmen. Aber Ansehen wäre ein Plan: dann weiß ich, worauf ich mich vielleicht einlasse.

    Der Flötist zieht aus. Nach knapp 50 Jahren in seiner Wohnung und 80 Jahren im selben Kiez wurde er Opfer einer Eigenbedarfsklage. Der Grund hierfür ist so Wohnungsmarkt Berlin 2024 wie er nur sein kann: die Vermieterin kann sich die Miete ihrer aktuellen Berliner Mietwohnung nicht mehr leisten und will nun in die eigene Wohnung.

    Peter Schleuse ging wieder auf große Fahrt. Er war einer dieser Menschen, die, egal an welchen Ort sie kommen, der Ort war danach ein Stück heller, fröhlicher als vorher. Er hinterließ ein Leuchten.

    Zum Abschied tutet ein Nebelhorn.

    Kenntnisse in gremienrelevanten Prozessen und Protokollführung

    Falls ihr Eurer IT einen Gefallen tun wollt: Heiratet nicht! Oder behaltet zumindest Euren Namen. Namensänderungen in der Windows-Accountverwaltung sind auch 2024 noch ein Thema zum die-Luft-anhalten.

    Erwerbsarbeit hindert uns daran, eine Feiertagswochenende auf den Latifundien zu verbringen. Und so fahren wir von Mittelmark nach Berlin und werden wieder nach Mittelmark fahren und wieder nach Berlin und wieder nach Mittelmark.

    Einige der Strecken begleitet uns das entvandalierte Latifundienrad.

    Für Madame ist es die letzte Woche eines anstrengenden Frühjahrs. Für mich wird es anscheinend eine Woche mit Öffentlicher-Dienst-Extrem.

    Ich lernte ein neues Feature des öffentlichen Ausschreibewesens kennen: die verifizierende Teststellung.

    Bei einer Ausschreibung werden Kriterien aufgestellt und die Bewerber sagen, ob sie diese erfüllen können. Wenn es wichtig ist, müssen sie die Erfüllung beweisen: hier im Rahmen der verfizierenden Teststellung. Wir hatten eine sehr lange Liste mit Anforderungen an eine Software. Der brave Außendienstler musste nun bei allen Anforderungen vorführen, dass seine Software sie auch wirklich erfüllt.

    (Man stelle ich als Beispiel vor: 300 leicht verschiedene Funktionen von MS Word und eine mehrstündige Vorführung:

    • Kann Überschriften verschiedener Levels – Check
    • Kann Text in Überschriften umwandeln – Check
    • Kann drucken – Check
    • Kann als PDF drucken – Check
    • Kann Kopfzeilen – Check
    • Kann Fußzeilen – Check
    • Kann Seitenzahlen – Check
    • Kann Textmarken visuell anzeigen – Check
    • Kann Kommentare inline anzeigen – Check

    Es ging natürlich nicht um Word. Aber die umfassende Kleinteiligkeit war ähnlich.)

    Wild.

    Wer Lust auf noch mehr öffentlichen Dienst extrem hat: Die Berliner Bäder haben seit heute eine neue Stellenausschreibung: „Assistent:in (d/w/m) für Vorstands- und Gremienangelegenheiten – Organisatorisch und inhaltlich – Abgeschlossenes Hochschulstudium in Wirtschaftswissenschaften und/oder entsprechende Berufserfahrung – TVÖD 9b“. (= je nach Berufserfahrung 3500 bis 5000 Euro netto).

    Auf Weißblüte folgt Rotblüte

    Die Sportflugzeuge brummen wieder.

    Madame wuschelte den Buchs.

    Madame nennt die Brombeere Zwooi. (Genau – diejenige Brombeere, die wir schon im Mai ’23, August ’23, Oktober ’23 und März ’24 umfassend ausgruben). Madame grub sie erneut großzügig mit einem halben Kubikmeter Erde drumherum aus. Jetzt neu: Zwooi treibt an zwei Stellen gleichzeitig. Diesmal im Gehege und erstmals auch außerhalb des Geheges. Der Name Zwooi ist mehr als verdient für dieses Getüm.

    Sowohl am Gartenzaun (West) wie auch am Gartenzaun (Ost) entdeckten wir Giersch-Nester. Noch jenseits unserer Latifundien. Dort sollen sie auch bleiben.

    Währenddessen erreicht uns die ersten Rosen, die die Gazebola bewachsen sollen. Scarman’s Himalayan Musk. Nachdem ich einst Paul’s Himalayan Musk in einem Garten sah – acht Meter hoch und mit Profiradler-Oberschenkeldicken-Stämmen habe ich tiefen Respekt und etwas Angst vor dieser Rosengattung.

    In weniger beeindruckenden Neuigkeiten: der neue Rote Ginster blüht. Eine erste zarte Mohnknospe beginnt sich zu öffnen. Und auch der Rotdorn erweckt den Anschein diese Woche noch loszulegen.

    Zum Abschied erwies uns der Kaminkehrerrotschwanz die Ehre und knirschte standesgemäß vom Schornstein der Ost-Nachbarn.

    Kleiner rot blühender Ginster vor sehr viel Gras (gegen die Sonne)

    Mit der Bahn / bei der Bahn

    Diesedunstpoesie

    Die vielleicht eindrucksvollste Bahnfahrt meines Lebens, das erste Teilstück Interrail 1993, endete am Zielbahnhof Villach. Christa Chorherr ist in Villach, schreibt über die Eisenbahnerstadt und die falsche Seite der Bahngleise.

    Auf den Bahngleisen sind die Bähnler. Krautreporter besuchte, schöne Fragestellung. Nicht: Warum ist alles so schlecht? Sondern: Wie ist es wirklich? Ein Zugbegleiter, ein Fahrdienstleiter und eine Lokführerin erzählen. Geschenkt von Kieselblog. Vielen Dank!

    (Nebelhorn-Datei: East Brother Light Diaphone Foghorn, aufgenommen von Frank Schulenburg, Lizenz Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

  • 24-04-28 Laubola Floratempel

    24-04-28 Laubola Floratempel

    Madame lernte in der Hafenstadt ein neues Wort: Vollkornsprudel. Auch bekannt als Bier.

    Auch in der Hafenstadt wurde ihr Swapfiets fast geklaut. Das Kettenschloss wurde entfernt. Das andere Schloss zeigte Einbruchsversuchsspuren. Das Bike war zerkratzt. Dabei gelernt: die Serviceangebote von Swapfiets gehen weiterhin zurück. Wir hoffen, dass sie durchhalten. Immerhin hat Madame jetzt ein instantrepariertes Fahrrad.

    Madame durchleidet Vandalismuswoche. Im Stadtbad Lankwitz war ein ebenso rammender wie pöbelnder Rückenschwimmer unterwegs. Immerhin verhielt sich das Personal vorbildlich. Das will ich ihnen auch geraten haben.

    Kaputt hingegen ist Madames Fahrrad auf den Latifundien. Das hat eventuell etwas mit meinen Reparaturversuchen zu tun. Es gibt Tage, an denen sollte man die Arme hochnehmen und gar nicht erst versuchen, etwas Sinnvolles zu unternehmen. Fast wäre mir das am Samstag gelungen. Aber nur fast.

    Den Rest des Tages vorsichtshalber geschlafen.

    Am Wochenende erfuhren alle Mitglieder des Haushalts, dass wir eine Geflügelschere besitzen.

    Kevin Kühnert bittet mich per E-Mail, der SPD Großplakate zur Europawahl zu spendieren. Ich darf auch in Maßen Motiv und Ort mitbestimmen.

    Für Berlin denke ich ja, die Plakate sollen von den Ministerialbeamt*innen und wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen selbst bezahlt werden.

    Aber auf dem Dorf, sei es auf den Latifundien, sei es in Dithmarschen, wäre ich neugierig, was der Spaß kosten soll. Leider ist die Website so derart nicht-Handy-geeignet als wäre 1982. Ich werde es nie erfahren.

    Wir und die Stadttauben befinden uns seit Jahren in einem Dauerkonflikt um unseren Balkon. Darüber, wer mehr Rechte hat, kann man streiten – aber immerhin nutzt eine Partei dieses Streits den Balkon nicht als Toilette.

    Dieses Frühjahr allerdings steht ein Gerüst vor dem Haus, das den Tauben zahlreiche Sitz- und Unterschlupfmöglichkeiten bietet, balkonnahe und knapp jenseits unserer Reichweite. Ich fürchte, diesen Sommer ist der Balkon für uns verloren.

    Sie sparen 3000 Euro Anschlußgebühr

    Donnerstag abend klingelte es an der Wohngstür. Bei uns klingelt es nie an der Wohnungstür. Wenn, dann sind es Nachbarn oder der Schornsteinfeger.

    Ich öffnete.

    Keine Nachbarn, kein Schornsteinfeger. Ich war genervt. Ein Duo stand auf dem Treppenabsatz, das gleichzeitig bei mir und Dr. K. geklingelt hatte. Ich war noch genervter.

    Nach zwei Sätzen hatte ich raus, dass es sich um einen Glasfaser-Verkäufer der Telekom handellte. Ich sagte „kein Interesse“ und begann die Tür zu schließen. Der Verkäufer war entrüstet. Das wirkte wenig gespielt und überraschend unprofessionell. „Sie schließen mir einfach so die Tür ins Gesicht???“ – „Ja.“

    Nun war ich einen Tick neugierig. Aber es blieb bei der Glasfaserverkaufsmasche. Ich wurde noch genervter und sagte, er solle mir das doch schriftlich in den Briefkasten werfen. Er: „Sie machen mir Angst.“

    Und so einigten wir uns, dass es besser für alle Beteiligten ist, die Tür zu schließen.

    Es war die Nachtigall und die Amsel

    Passend zum Wochenend-Frühstück hörte Madame eine Nachtigall. Wir vermuteten sie auf des Nachbarn Fichte zu sehen. Nachtigall-untypisch sang sie den Tag über und verstummte am Abend. Aber die App bestätigte Madame: Luscinia megarhynchos gemischt mit Amsel, Fitis und Zilpzalp.

    Wir fuhren auf die Latifundien, Frostschäden und Baustelle besichtigen.

    Die Einheimischen begrüßten uns mit einer Ladung Gift. Rechtzeitig zum Samstagsfrühstück verteilte ein Traktor Herbizide oder Pestizide über den gartenangrenzenden Acker. Vielleicht war es auch Dünger. Aber es roch nach Klebstoff.

    Die Birnen waren früh genug, um dem Frost zu entgehen. Als der Frost kam, war die kritische Zeit anscheinend vorüber. Sie tragen Fruchtansätze.

    Die Äpfel waren zumindest zum Teil spät genug für den Frost. Sie produzieren noch Blüten und Knospen.

    Einige Rosentriebe starben, besonders schlimm am Stacheldraht und an Graham Thomas. Die schlimmsten Schäden allerdings sind am Buchs. Sie haben nichts mit Frost zu tun, sondern gehen auf Kosten des Buchsbaumzünslers.

    Der Tag entwickelte sich zu einem Perfect Day. Gut 20 Grad, strahlender Sonnenschein und blauer Himmel, ein angenehmer Wind. Vom Südsee-Rest wehte Meeresgeruch hinüber, Wolken zogen über den Himmel.

    Im Südsee watschelten Enten und Gänse. Die Abelie ist aufgeblüht, selbst die zwei Blüten verbreiten ihren Duft. War der Flieder je eindrucksvoller? Der Schneeball ist kurz vor dem Aufblühen, die ersten Pfingstrosen sind soweit.

    Jegliches Insekt nutzte die Sonne, Holzbiene, Hornisse und Hummel sind schon da. Hummel und Hornisse offensichtlich im Suchflug knapp über dem Boden auf der Suche nach einem geeigneter Nesteingangsstelle. Uns besonders freute der Wollschweber, das Taubenschwänzchen des kleinen Mannes.

    Der Beginn unserer Gartenhalle steht. Meist sind wir uns einig, sie Pergola zu nennen. Manchmal auch nicht, Laube ist auch eine Möglichkeit Vielleicht Pergolaub? Ihr derzeitiger Zustand erinnert an einen griechischen Tempel. Das Parthenon des Kleingartens. Ein Floratempel.

    Blick in den Garten: Flieder, Schneeball, Wiese und gemähte Wege, im Hintergrund ein Schuppen und das erste Gerüst einer Pergola.

    Lieferdrohnen in Wusterhausen/Dosse

    In Wusterhausen/Dosse surrt die Zukunft. Lieferdrohnen sind unterwegs. Was mir in ländlichen Gebieten (lange Wege, viel Platz zum Landen) auch sinnvoller erscheint als in der Stadt,

    Offensichtlich war vor 20 Jahren etwas im Wasser. Zahlreiche Wikipedianer*innen feiern gerade 20jähriges. Der Verein Wikimedia Deutschland feiert im Juni sein 20-Jahr-Fest. Und auch bei den Blogs brechen die Jubiläen aus. So bei Chilli-Ciabatta oder bei Herrn Rau.

    Italienische Wikipedianer*innen veranstalteten The first Wikipedia editathon from Antarctica in history

    The state of the english language book market. Die Hälfte aller verlegten Bücher verkauft keine 12 Exemplare. Aus Verlagssicht ergeben nur Promi-Biographien oder The Girl with the Dragon Tattoo / Der Herr der Ringe / Tom Clancy / Die Raupe Nimmersatt überhaupt sinn. (via Kaltmamsell)

  • 24-04-25 Zwei Rasenmäherbreiten

    24-04-25 Zwei Rasenmäherbreiten

    /me duckduckgo’t „Geschmolzenes Plastik von Bratpfanne entfernen“ .

    Zustand sonst: Habe versucht, einen Teefilter in der Kaffeemaschine zu installieren und wunderte mich, warum es nicht funktioniert.

    Es wird Zeit für ein ereignisarmes Wochenende.

    Der koreanische Solaranlagenhersteller Qcells eröffnet am Südkreuz neben Vattenfall einen Showroom.

    Auf der Straße mitgehört: Ein türkischer Berliner erklärt Bekannten, wie der Döner erfunden wurde. Es begab sich so: Die Deutschen wollten unbedingt etwas, dass man IM GEHEN essen konnte. Kulturloses Volk halt. Daher die Idee mit dem Brot als offenem Transportbehälter für Fleisch und Salat. Und weil die Deutschen so große Kohlfans waren, wurde Rotkohl ergänzt.

    Keine Ahnung, ob es stimmt. Aber es klang überzeugend.

    Ich will nicht sagen, dass ich xkcd 2916 (machine) immer noch spiele. Aber wenn es dafür eine echte Version gäbe (größeres Spielfeld, Möglichkeiten zu speichern und Maschinen mit Freund*innen zusammen zu bauen), würde ich sofort begeistert größere Geldbeträge bezahlen.

    Umsonst war die zweite Runde Rechercheschulung der UB Hagen. Ich dachte ja schon, dass ich bei dem Thema nicht unbewandert bin. Aber das war noch mal ein anderes Level. Respekt.

    Nach Feierabend: Endlich mal wieder ins Stadtbad Lankwitz. Noch eine Woche bis das Freibad am Insulaner wieder öffnet.

    In der Mittagspause ging es zur Salbung.

    Blick auf den Richard-von-Weizsäcker-Platz. Polizei und Ampelreparateure im Einsatz.

    Anti-Fa/Pro-Fa

    Die Grünen haben weitere Wahlplakate aufgehängt. Diese strömen eine Aura maximaler Unmotiviertheit aus.

    Übel nehme ich, dass auf den Plakaten Fotos der Wir-sind-die-Brandmauer-Demos aus dem Winter sind. Ich möchte klarstellen, dass ich gegen Faschismus demonstrierte und nicht für die Grünen.

    (Nichts gegen die Grünen. Aber wenn man die antifaschistische Brandmauer auf Grünen-Anhänger*innen beschränkt, kann man es auch sein lassen mit dem Brandmauern).

    Bei den Profaschisten: Auch wenn es politische Unterschiede gibt, scheint die Gangster- und Halunkendichte in der AfD ähnlich hoch wie ehedem in der NSDAP. (Aktuelles Ausstellungsstück 1: Krah, aktuelles Ausstellungstück 2: Halemba). Das hat politische Gründe.

    In der Politik geht es um Macht und Einfluss. Sie zieht Halunken aller Coleur magisch an.

    Die liberale Demokratie erfand Regeln der bürokratischen gegenseitigen Kontrolle, um dies einzudämmen – von der Gewaltenteilung zwischen Exekutive / Legislative / Judikative bis hin zum Elend einer europaweiten öffentlichen Ausschreibung. Das stoppt Halunken nicht. Es macht ihr Leben aber so anstrengend, dass sie sich meist andere Betätigungsfelder suchen.

    Der Faschismus kennt derartige Mechanismen nicht: In faschistischen Bewegungen herrscht eine strikte Unterteilung zwischen Freund und Feind.

    Freund ist wer „der Bewegung“ gegenüber loyal ist, unabhängig vom sonstigen Verhalten. Man kommt mit Allem durch, solange man Loyalität vorgibt. Menschen mit dehnbarem Gewissen haben keinerlei Probleme sich loyal zum Faschismus zu bekennen.

    Systematisch lässt sich sagen: je faschistischer eine Organisation ist, desto mehr Halunken.

    Treillage

    Es gibt überraschende Anrufe. Und es gibt Anrufe vom Handwerker, dass er genau jetzt 50 Kilometer entfernt auf den Latifundien steht, anfangen möchte zu arbeiten, und es wäre gut wenn Du auch anwesend wärst. Natürlich klingelt das Telefon während des Duschens. Während gerade der Paketbote mit dem 25 Kilo-Paket klingelt.

    Zum Glück für mich widerfuhr dieses Erlebnis Madame. Die zum zweiten Glück auch noch Möglichkeit und Geistesgegenwart hatte, sofort Richtung Latifundien aufzubrechen. (Also nachdem der Paketbote versorgt war.)

    Immerhin hatten die Zimmerleute das nötige Holz mitgebracht. Sie haben sich für die Nicht-Vorankündigung vielmals entschuldigt. Während ich dies schreibe, wird in der Mittelmark hoffentlich etwas aufgebaut.

    Aber was: Eine Laube? Eine Pergola? Ein Pavillon? Eine Treillage? Ein Salettl? Eine Sommerhalle, Trinkhalle oder ein Gartensaal? Die Begriff verwischen fröhlich ineinander. Wikipedia sagt unter anderem: eine Laube steht frei, eine Pergola schließt an ein anderen Gebäude an.

    Zählen zwei Rasenmäherbreiten Abstand zum Schuppen als „anschließen“?

    Auf jeden Fall wird ein Holzbau mit Rankgittern in der Mittelmark gebaut. An dem werden in Zukunft Rosen einen schönen Sommerschatten spenden. Denn es wird heiß werden in Brandenburg.

    Da uns aber die welterbigste aller Pergolas inspirierte (sooo schön), werde ich bei „Pergola“ bleiben.

    Fast Schneechaos

    Gabi Frankemölle stellte in der US-Botschaft ihr neues Kochbuch vor: Cook across America.

    Schneechaos ist eigentlich ein Wort, das es in Finnland nicht gibt. Aber gestern waren wir nahe dran.

    Formschub über The Nanny Car. Schnickschnack:

    Daneben sondert die Elektronik beim Fahren aber auch ohne begleitende grafische Einblendungen allerlei weitere Pling-, Dödel-, Palim-Palim- und Piepgeräusche ab, deren Bedeutung ohne Konsultation DER ANLEITUNG komplett im Dunkeln bleibt. Eine der akustischen Belästigungen scheint zu bedeuten, dass das Fahrzeug den Kontakt zum Internet verloren hat. Ja, meine Güte, das passiert mir auch ständig, dann guck halt so lange mal aus dem Fenster, Gefährt, ey!

    (via hmbl)

    Die gesammelte Weisheit unbekannter Menschen im Internet plädiert für „Pfanne wegwerfen.“

  • 24-04-23 Jenseits von Afrika

    24-04-23 Jenseits von Afrika

    Die Wahlplakate zur Europawahl hängen. Hier vor allem die CDU, gefolgt von der SPD. Ich sah bisher nur vier AfD-Plakate. Die hängen aber gemeinerweise direkt vor dem Büroeingang. Noch gemeinererweisen hängen sie hoch und die Stelle ist viel zu gut einsehbar.

    Am Sachsendamm schloss ein unauffälliger Döner-Burger-Laden. Hätten sie nicht das alte Schild hängen lassen, wüsste ich nicht einmal, was es war.

    In der Hauptstraße eröffnete Barber Broz. Damit dürfte an der Straßenecke langsam die Zahl der Friseure die Zahl der Dönerläden überbieten.

    Gelesen:

    Joe Moran: On Roads. Ein perfektes Reisebuch. Moran schreibt eine Art gutgeschriebene Wikipedia-Artikel über die Kulturgeschichte englischer Straßen (vor allem der Autobahnen): Von der Entwicklung der Verkehrzeichen und ihrer Typographie („the north“) bis zu den Autobahnraststätten. Kurze Kapitel, die recht unverbunden sind, unterhaltsam, lehrreich, und beim Zugfahren kann man natürlich immer gleich hochschauen und vergleichen.

    Madame las:

    Barrie Kosky/ Rainer Simon: Und Vorhang auf, Hallo! Die Autobiographie von Barrie Kosky. Sie ist begeistert. Sehr. Ich werde noch lesen. Stelle aber erfreut fest, dass Kosky großer Muppet-Show-Fan ist. Und da die Muppets ebenso wie Kosky zu den Privatheiligen dieses Blogs gehören, ist es umso schöner, dass sie zusammenfanden.

    Your time to shine has come

    Im April 1974 führte Willy Brandt seine letzte Auslandsreise als Kanzler durch. Am Ende des Monats wurde der DDR-Spion Günter Guillaume enttarnt. Damit war Brandts Kanzlerschaft vorbei. In denselben Tagen erlebte der Steglitzer Kreisel seine erste Insolvenz. Das spielte alles am Wochenende keine Rolle. Denn obwohl wir am Wochenende intensiv in den April 1974 zurückschauten, ging es um Anderes.

    Irgendwie zu heiraten bekommen viele hin. Fünfzig Jahre durchhalten, auch when times get rough and when evening falls so hard, das ist eine besondere Leistung, die musste gefeiert werden. Eine Feier, die immer noch so voll und groß ist, dass ich ihrer Erinnerung nur schwer handhabbar werde. Einige Szenen:

    Das weiße Geschirr mit blauem Rand ist Orga-Geschirr und kann genutzt werden, ohne mit dem Festivitätsgeschirr in Konflikt zu geraten.

    Um zum Lokal zu kommen: Nach der Unterführung links-rechts-links. Parken am Friedhof. Der nächste Parkplatz zur Kirche ist neben der Gewerbeschule, die direkte Durchfahrt nach dort aber eine Baustelle.

    Ungewohnte Familienaufstellungen und Mischungsverhältnisse. Sehr erfreulich.

    Pizzeriagespräche über das Fotografenehepaar in Rente, das Koryphäen für die Reparatur von BMW-Z-Cabrio-Verdecks ist. Sie können nichts anderes, aber das können sie gut.

    Das Strauß-Transportgefäß.

    In der Kirche wurde Stuhlreihe um Stuhlreihe ergänzt.

    Eine außergewöhnlich gute Predigt, begleitet vom begeistertem Nicken des Jungen Glücks. Fürbitten der neuen Generation.

    Eine Liveschaltung zum Korintherbrief.

    Die Gute-Worte-Torte.

    Das Max-Raabe-Stand-Up.

    Ungewohnte Familienaufstellungen und Mischungsverhältnisse. Sehr erfreulich.

    English Liquorice.

    Like a bridge over troubled water I will lay me down.

    Menükarte auf Goldener-Hochzeits-Tisch

    Panoramawagen

    Langstreckenfahrten mit der Deutschen Bahn werden auch objektiv immer abenteuerlicher. Diesmal aber in der für mich erfreulichen und dennoch absurden Situation, dass ich durchgehend auf reservierten 1-Klasse-Plätzen schaukelte, während um mich herum Chaos ausbrach.

    Berlin->Basel. 6.30h am Bahnhof die Mitteilung: Ihr Zug (ICE 995) fällt aus. Ersatzlos gestrichen. Der Anschluss an den EC9 ist damit natrülich auch perdü. Während sich am Bahninfo-Schalter eine Schlange bildet, versuche ich so schnell ich kann, noch Plätze im nächstbesten Zug (ICE 279) zu reservieren. Ich erwische einen der letzten vier freien Plätze in der Ersten Klasse. Im weiteren Verlauf des Tages fallen weitere Züge aus. Unser Zug hält länger in Eisenach, weil er überfüllt ist, die Fluchtwege nicht mehr frei sind und sich doch bitte alle etwas besser verteilen sollen. Selbst 8in der Ersten Klasse stehen Menschen im Gang. Währenddessen trinke ich Kaffee am Platz und lese ein schönes Buch.

    Nebenentdeckung: Frau Unterwegs-ist-das-Ziel existiert wirklich. Huschte aber leider nur kurz durch den Waggon, so dass ich sie nicht ansprechen konnte.

    Basel->Berlin. Man sollte meinen, eine Stunde Umsteigezeit in Mannheim reicht. Ich hatte absichtlich den Eurocity gewählt, denn er wird von Schweizern betrieben. Auch fährt dort der Gotthard-Panoramawagen mit. Leider werden die Waggons bis Hamburg von der SBB gestellt, die Lokomotive aber ab Basel von der DB. Und dort begann das Elend.

    Wenn die Deutsche Lok vor den Schweizer Waggons im EC8 schon 40 Minuten braucht, um zum Einsatzort zu kommen und dann zwischendurch wieder streikt, wird es eng. Freundlicherweise überholte der nachfolgende ICE (ICE72) in Karlsruhe am selben Bahnsteig, so dass wir spontanes Zughopping machen konnten, In Frankfurt nutzten die zusammengeschrumpfte Umsteigezeit von 7 Minuten in den ICE596.

    Beides am Ende nette Fahrten, aber beide begannen mit viel Chaos. Auch wenn ich glimpflich davonkam. Ich fände es apart wenn Bahnfahren auch funktionieren würde, ohne dass man die halbe Fahrt mit Spontan-neu-planen beschäftigt ist.

    Einbürgerung Welfencreme

    Die Muppet-Macher*innen noch alberner als sonst: „The Muppet Show“ Season 1 CREW VIDEO 1976

    Mequito scheiterte an Einbürgerungstestterminen in Berlin und weicht nach Brandenburg aus.

    Ilka war im Hallenbad Feuerbach und ich! bin! neidisch!

    Gabi Frankemölle bereitete Welfencreme zu.

    Anke Gröner derweil über den Sinn in Sternerestaurants zu gehen.

  • 24-04-21 De Leiw hört nienich op!

    24-04-21 De Leiw hört nienich op!

    Hossa. Was ein Wochenende. Jetzt erstmal drei Tage Schlaf- und Badekur. Auch, um die ganzen Eindrücke zu verarbeiten.

    Die Rahmenhandlung:

    Freitag: ICE995 -> EC9 // ICE 279 -> Schwalbenäscht -> Abends Pinocchio (Pizza Nordstadt). Zwischendurch das Ergebnis der Technische-/Theoretische-Informatik-Klausur: Bestanden. Damit Bergfest: 90 von 180 ECTS errungen!

    Samstag: Christuskirche -> Schwalbenäscht (Morchelsauce und Krokotten) -> Das alte Haus am Zentrum der Macht (Zuger Kirschtorte und Rüblimuffins) -> Das alte Haus am Zentrum der Macht (Dolomiti).

    Eigentlich könnte ich die nächsten drei Wochen Blog nur mit Samstagsrückblicken füllen. Mal schauen.

    Sonntag: Schwarzwälder Kirschtortenfrühstück -> EC8 -> Überraschungsintermezzo ICE72 -> ICE596. In Berlin vom ersten Europawahlplakat (SPD) begrüßt worden.

    Vogelperspektive auf gedeckten Festtisch.
  • 24-04-18 Anmeldeinformationsverwaltung

    24-04-18 Anmeldeinformationsverwaltung

    Dem Kaptain wurde Pizza geschenkt. Madame orderte Radieschen. Der Strohwitwer kocht gerade Brokkoli mit Kartoffeln.

    Es dauert nicht mehr lange bis zur Freibadsaison. Ich zähle Tage.

    Der April bringt Wetterwechsel. Er lockt meine gerade halbwegs überwundene Erkältung wieder hervor. Gna. *Hust*

    Die Post brachte Studienmodul 3 für den Kurs zur Planung mit mathematischen Modellen: „Stochachistische Modelle.“ Das lies ich aber erstmal ungeöffnet liegen.

    Ich beschäftigte ich mich mit den Extracurricular activities.

    Nicht ohne mich zu ärgern. Wenn ich für Materialien einer Universität (Uni Duisburg-Essen) Geld zahle, wäre ich glücklicher, wenn die Zahl der Rechtschreibfehler sich in überschaubaren Grenzen bewegt. Auch die drei Seiten Lerntext, die offensichtlich 1:1 aus einem SAP-Werbematerial kopiert waren, hätte ich mir anders gewünscht.

    Aber das war nur Geplänkel: Der inhaltlich spannende Teil kommt noch.

    Good UniNews: bei der Internes-Rechnungswesen-Klausur haben sich genug Student*innen über unklare Klausurfragen beschwert. Die beteiligten Lehrstühle korrigierten nach. Meine Note hat sich um eine Stufe verbessert hat.

    Auf Arbeit lernte ich, dass es einen TÜV für Hubwagen gibt. Unser IT-Hubwagen hat den TÜV mit fliegenden Fahnen bestanden Der Prüfer schlug allerdings vor, dass wir ab und an mit dem Wagen Gassi gehen sollten, damit er mal aus dem dunklen Lager rauskommt.

    Passend dazu: Während ich mit dem Prüfer durch die Tiefgarage zum Lager lief, kamen wir an einem unterirdischen Fahrradtest vorbei.

    Fünf ist gleich Sechs

    Jobs, die ich nicht ausüben möchte: Inmitten einer Baustelle an einem Klapptisch sitzen und Namen abstreichen. Immer dasselbe Sprüchlein aufsagen. „Sie müssen in die Fünfte Etage. Das ist im Fahrstuhl die 6“

    Alle 15 Minuten versucht irgendein Honk mich schlecht anzuflirten, weil er hofft, damit seine Chancen auf eine Berliner Mietwohnung zu steigern. Willkommen in der Zukunft.

    Eine Expedition führte mich in die Nachbarschaft. Dort entstand auf einem ehemaligen Güterbahnhofsgelände ein Wohngebiet. Es gab Neubauwohnungen zu besichtigen – das Wohnen der Zukunft halt – unser Neugier war geweckt. Madame organisierte mir einen Besichtigungstermin.

    Die Rahmenbedingungen versprachen nichts Gutes. Die Miete pro Quadratmeter liegt bei ungefähr dem Zweieinhalbfachen dessen, was wir ein paar hundert Luftlinie entfernt gerade bezahlen. Wir wohnen im Altbau. Der Mietunterschied pro Kubikmeter Wohnungsraumraum ist also noch höher.

    Es gab zwei positive Aspekte: Die Aussicht aus dem fünften Stock nach Norden war wirklich nett mit dem Stadtpark, dem Schöneberger Rathausturm und dem Deutschlandfunk Kultur (Ex-RIAS). Zumal sie unverbaubar ist. Denn – das ist das Spezielle – das Haus liegt neben Stadtautobahn und Ringbahn. Also: kein offenes Fenster nach Norden. Die Schallisolierung war immerhin gut.

    Auch positiv: Ein wahnsinnig netter Nachbar, den ich im Hausflur traf. Der ist allerdings gerade eingezogen und hat schon „second thoughts“, überlegt wie er wieder ausziehen kann. Denn seine Wohnung ist sehr klein und sehr teuer und wäre er nicht in Eile gewesen, hätte er sie gar nicht erst genommen.

    Denn bedingt durch die Autobahn müssen alle Wohnungen des Hauses Balkon und Fenster nach Süden haben. Was zu eigenwilligen Schnitten führt und den eh schon knappen Platz schlecht ausnutzt. Die Räume wirkten selbst komplett leer und mit weißen Wänden eng und dunkel. Da will ich mir das nicht mit Möbeln vorstellen.

    Das Wohnen der Zukunft will ich nicht. Was schade ist: von Außen wirkt das Gebiet eigentlich okay.

    Arzt und Feuerwehr

    Wenn ich nicht gerade den Tenenbom mit dem Jiddisch sprechenden Gott weiter las, versank ich in einem Wikipedia-Kanincheloch zur Frühzeit der Computerei.

    Ich staunte: Es gab Zeiten, wurden zum Beispiel komplette Textverarbeitungen von einer Person geschrieben, oder überwiegend in Assembler. Oder sie kamen ohne Betriebssystem aus und setzten direkt auf der Hardware auf.

    Mich gefreut: dank der Einführung in die Technische Informatik konnte ich beim Artikel über den Zilog Z80 deutlich weiter folgen.

    Netter Zeitvertreib mit Lerneffekt: Das Feuerwehr-Escape-Game: Kommst Du in 120 Sekunden aus einer brennenden Wohnung? (via Colognella/Tröt)

    Ein Tag im Leben einer Großtierärztin und Landwirtin.

    Herr*in Rau unternimmt Zeitreisen mit dem Perry-Rhodan-Werkstattband (1986)