Kategorie: Alltag

  • 24-03-30 Liberté Egalité Fight AfD (Posaunenchor)

    24-03-30 Liberté Egalité Fight AfD (Posaunenchor)

    Die Brandenburger Spargelsaison beginnt am 4. April. Beim Spargelhof gibt es bereits Spargel (u.a. Bruchspargel, geschält, 9 Euro für 1,5 Kilo). Bei Donna Rosa in Oranienburg gibt es auch Spargel. Zum Beispiel zu Lachs oder zu hausgemachten Bandnudeln.

    Der Kaptain, Zia sociale und andere Familienmitglieder trafen sich zu Spargel, Saltimbocca und Steinpilzen zur Einstimmung der Ostertage. Alle waren besser auf den Beinen als auch schon. Wir versuchten zio macchina zu einem Seniorenstudium zu überreden. Er fremdelt noch.

    Madame kämpfte gegen die Scheinauswahloptionen des Santander-Automaten. Dafür verkaufte der Eierautomat um 22 Uhr noch Eier aus dem Hühnermobil.

    Der Kaptain beobachtete einen Storch. Kohlmeisen und Blaumeisen gröhlten uns um 5 Uhr morgens aus dem Bett.

    Wochenende ist Lernzeit. Endlich einmal verstanden was Rainbow tables sind und viele Details zu Verschlüsselungsmechanismen. Auch gelernt: zur langen Liste von Wissenschaftlern, die die Nazis aus Deutschland vertrieben, gehört auch Horst Feistel, der bahnbrechende kryptographische Verfahren entwickelte.

    Der Grill ist auferstanden, ebenso wie der Rasenmäher.

    Die Schlüsselblümchen verbreiten sich. Das Immergrün ist überraschenderweise noch vorhanden. Der Zierapfel wirkt als würden er seine Blätter jede Minute ausklappen. Die Hyazinthen wachsen unregelmäßig, je nachdem wo sie stehen.

    Auf dem Südsee schwimmen Enten. Samstag flog ein Kranichschwarm im Saharastaub über das kleingärtnerische Osterfeuer.

    Frau Tegel erzählte Schwänke aus ihrem Leben inklusive dem Zusammentreffen mit Christiane F.

    Der Herr im Neoprenanzug hinter die Fasssauna

    Karfreitag eröffnet gewöhnlich das Strandbad Wannsee die Saison. Gewöhnlich sind wir Karfreitag nicht in Berlin. Aber wo sich die Gelegenheit ergab, packten wir den Kaptain ein und fuhren auf zum Wannsee.

    Abenteuerroute: Erst die Schönwalder-Spandauer-Kopfsteinpflasterallee, dann 10 Kilometer die Havelchaussee entlang. Wir genossen den Ausblick durch die ergrünten aber noch unbelaubten Bäume auf die Havel. Endlich wissen wir, wo der Grunewaldturm steht.

    Am Wannsee: der Eintritt umsonst, Kinder und andere Willige bekamen Süßigkeiten am Einlass. Die 7 Grad Wassertemperatur hätten mich nicht geschreckt, aber ich hatte bereits zwei Tage vorher vergessen, die entsprechenden Badesachen einzupacken.

    Also gab es Milchkaffee und Kaffee und Entertainment durch die Saunierenden der Fasssauna. Diese gingen von der Sauna aus tapfer baden. Die Handvoll anderer Badegäste wurden ebenfalls in den Wannseebereich hinter der Sauna delegiert. Der „Herr im Neoprenanzug“ einmal per Lautsprecherdurchsage.

    Die Freibadesaison kann kommen.

    Der Schwebende / M. Friedländer

    Highlife in Velten. An einem Tag Holi-Fest in der Innenstadt (Hauptsache Bunt). Eine Nazi-Compact-Andre Poggenburg-Demo. Eine direkte Gegendemo der Partei die Linken (selbe Zeit fast selber Ort). Und eine nicht ganz so direkte Gegendemo des Bündnisses für Demokratie zwei Stunden vorher.

    Wir gingen auf die Lagnese-Familiendemo, aka die Demo des Bündnisses für Vielfalt. Das war eine gute Idee. Ein paar hundert Menschen waren anwesend. Etwa die Hälfte war dort als wir kamen, knapp die andere Hälfte kam mit dem Zug aus Richtung Berlin.

    Das Bündnis war breit. Es spielte mehrfach der Posaunenchor. Ich sah Deutschlandfahnen ebenso wie Fahnen der Antifaschistischen Aktion. Es wirkte als wäre die halbe evangelische Gemeinde gekommen, ein breites Spektrum von sehr bürgerlich bis ziemlich links. Fahnen sah ich von DGB, Volt, SPD, Linker aber vor allem selbstgebasteltete Schilder.

    Als wir das Holi-Familienfest passierten stand dort auch eine handvoll AfD-Anhänger. Mit verlaub, aber es waren so richtige Dorfproll-Schläger-Hackfressen. Sie trugen Schlumpfkostüme. In der Glamour-Wertung hat die AfD den Tag wenig gerissen.

    Mich berührte das Schild auf dem auf einer Seite Barlachs „Der Schwebende“ zu sehen war und auf der anderen Seite ein Zitat von Margot Friedländer. Der Politaktivist in mir denkt bei sowas immer sofort „Viel zu kompliziert. Nicht plakativ genug.“ Der normale Mensch ist berührt.

    Die Redner*innen alle aus Velten und Umgebung – ich habe schon sehr viel größere Demos mit sehr viel schlechteren Redner*innen erlebt: die vor vielen Jahren Zugezogene gutbürgerliche, der 1989-Demokratie-Aktivist der immer noch im Veltener Stadtrat sitzt, der Historiker, der Jugendliche der in Velten aufwuchs und erlebt hat wie seine Klassenkameraden sich radikalisierten..

    Insgesamt alles sehr schön: ich glaube alle Anwesenden waren gerührt und allen hat es Mut gegeben auch hier in der Kleinstadt nicht allein zu sein. Viele Veltener haben es aus dem Fenster und beim Vorbeigehen mitbekommen – und ich glaube die Demo hat es geschafft, auch auf Außenstehende einladend und motivierend zu wirken.

    Ist in Velten, trotzdem da. Teddybären-Antifa.

    Biarritz mit Schafen

    Letzte Woche stellte ich fest, dass Northvolt in Dithmarschen Stellen ausschreibt, die dort bisher ungehört waren. Die Logik wirkt in beide Richtungen. Menschen, die in solchen Jobs arbeiten wollen, leben nicht (mehr) in Dithmarschen. Das ist ein Problem für Northvolt. Der Chef wird dazu in der Süddeutschen Zeitung porträtiert mit seinem Streben nach

    „eine Art Biarritz von Schleswig-Holstein“ machen könne. Großes Gelächter im Raum. Carlsson guckt irritiert, warum so viel Skepsis? Das wäre doch was: Morgens Batterien montieren, nachmittags Surfen in Büsum oder St. Peter Ording. Man müsste sich halt nur ein bisschen wärmer einpacken als am Atlantik.

    Der RIAS-Kammerchor sang einen Audio-Guide zu Passionsbildern.

    Christa Chorherr über Ostern als sie ein Kind war.

  • 24-03-28 bln.local

    24-03-28 bln.local

    Momega bewahrte 23 Kilogramm Blöcke für uns auf.

    Madame beendete ihr kurzes Studium der Kulturwissenschaften. Die Verwaltung entschuldigte sich.

    Madame faltete Berge.

    Der Kaptain beobachtete Elstern.

    Wir unterschrieben für eine Lieferung geformten Holzes.

    Ich fehlberichtete: das neue Café am Südkreuz wird gar nicht Café exclusive heißen sondern Exclusive Coffee – denn was gibt es exklusiveres als einen amerikanisch gebrandeten Coffeeshop am Fernbahnhof?

    Der Staudenmarkt ist zurück. Er zog vom Botanischen Garten in die Domäne Dahlem und wird am 6./7. April stattfinden.

    Ein Staat, der im Fernsehen Menschen foltern lässt, ist innerlich verrottet und wird sich früher oder noch früher selbst verzehren.

    Die Berliner Politik diskutiert, ob ins ehemalige Straßenbahndepot Schöneberg ein Polizeimuseum oder eine Probebühne einziehen soll. Ich überlege, was davon brauchen die Menschen wirklich und komme auf „Abreißen und Wohnhochhäuser bauen.“

    Staunen über die Let’s Dance Italonight. Sie brachten gar nicht die alten in Deutschland bekannten Klassiker von Eros Ramazotti und Gianna Nannini, sondern die Paare tanzten zu dem, was gerade auf RAI Tutta italiana rauf und runter läuft: Von Disco Paradise (Fedez, Annalisa, Articolo 31) bis Italodisco (The Kolors).

    Ich möchte anmerken, dass die Let’s-Dance-Jury sich totgelaufen hat, langweilt, und dringend gewechselt werden sollte.

    Madame spendierte dazu ein Reisemitbringsel vergangener Zeiten: Wiener Trilogie vom Bisamberg.

    Iberty.de schrieb letztes Jahr: „Meine leichte Befürchtung – kurz vor Ostern, nix los, was mach ich dann? – zerschlug sich schnell. Die Menschen, die schon in den Osterferien sind wurden ersetzt durch die Gehetzten, die noch vor ihrem Osterurlaub alles fertig bekommen wollen.“ – das ist die Erfahrung dieses Jahres. Ich erkenne ein Muster.

    Wobei es nicht hilft, dass Ostern und Quartalswechsel auf dasselbe Datum fallen. Zeit für’s lange Wochenende.

    TwinDos 2 ist aus.

    Irren durch das Bärenbrot

    Mir träumte, Deutschland hätte mitten am Tage Linksverkehr eingeführt und dieses würde zu gigantischen Staus führen. Woher die Traumbilder kommen ist klar: Auf der Berliner Stadtautobahn führt eine Osterbaustelle zu gigantischen Staus. Auf meinem Arbeitsweg staut sich der Autobahnvermeidungsverkehr. Ein Hoch auf das Fahrrad.

    Der strömende Regen der letzten Wochen zieht sich zurück. Die Klausuren haben sich ganz zurückgezogen. Und trotz Ostervorbereitungen nehme ich mir wieder Zeit, etwas durch den Bezirk zu radeln.

    Auf zur ehemaligen Bärenbrotfabrik neben der ehemaligen Malzfabrik, Super-8-Filme abgeben. Es folgte ein mehrmaliges Umrunden des Gebäudes und ratloses Stehen vor dem verschlossenen Eingang neben dem historischen Schornstein. Ein weitere Fabrikumrundung folgte bis ich den offenen Eingang finde.

    Er führte mich in einen Co-Working Space, der auch als Drehort für die nächsten Squid-Games-Staffel durchgehen könnte. Metal, weiß, große Metalltüren, ein spärlich aufgehübschtes leeres Foyer. Patrollierende Menschen in Uniform hätten gut in das Ambiente gepasst.

    Am letzten Ende des letztes Ganges die Film-Abgabestelle: die Tür öffnete sich und es sah aus wir bei künstlerisch interessierten Handwerkern: nette Menschen, geordnetes Chaos, Farbe. Die Filme fühlten sich gut aufgehoben an.

    Auf zum Osterbraten. Bayerisches Viertel und Bayerischer Platz im Sonnenuntergang. Fleischer Bachhuber schlug vor, Osterhasensalami zu kaufen. (Die aber gar nicht aus Hasen bestand, sondern aus Schwein und Geflügel). Ich blieb bei Bratwurst und Schweinenacken.

    Auf dem Platz waren alle Bänke besetzt. Im nahegelegenen Café war die Außengastronomie voll. Der Rückweg über die Akazienstraße. Junge Menschen belagerten die schmalen Platz um die Apostel-Paulus-Kirche und genossen den sonnigen Frühlingsabend.

    An einer Kreuzung sah ich eine Dreiergruppe, die anscheinend zu einem Purim-Fest wollte. Und mein Herz erfreute sich.

    Kawai*i

    Auf einem meiner Wege zum Bayerischen Platz kam ich am China-Laden vorbei. Und der wirkt so aus der Zeit gefallen, so bevor-es-das-Internet-gab, dass ich mich wundere mit welch geheimnisvollen Mysterien seine noch-Existenz zu erklären ist. Drei Tage später informierte mich der Tagesspiegel-Schöneberg-Newsletter. Es gibt keine Mysterien: Am 31. März wird [nach 45 Jahren] ein Ort des kulturellen Austauschs und ein Stück chinesischer Präsenz in Berlin-Schöneberg geschlossen: Es ist der Chinaladen des Vereins Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft Berlin. Und da der Artikel inzwischen gepaywalled ist, der Link zum Verein: Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft Berlin.

    Das Baltimore Banner stellte fest: wenn ein Containerschiff gegen eine Brücke fahren kann, wird früher später ein Containerschiff gegen eine Brücke fahren. Spektrum der Wissenschaft erklärt weiter: Wie man große Schiffe von Brücken fernhält

    Margaret Atwood über Stephen Kings “Carrie“: Stephen King’s First Book Is 50 Years Old, and Still Horrifyingly Relevant

    Claudias Blog mit Auftragszeichnungen und mindestens 50% mehr Kawaii.

    Herr*in Rau war auf der Leipziger Buchmesse.

    Am 12. Mai bekommen die Palmen ausgang. Ilka war schon vorher in der Orangerie.

  • 24-03-26 Saladette ineffizient

    24-03-26 Saladette ineffizient

    Die Brombeere ist zurück. Die bereits mehrfach (Mai ’23, August ’23, Oktober ’23) großzügig ausgegrabene Brombeere lässt sich nicht beeindrucken. Sie treibt schon wieder. Immerhin beschränkt sie sich weiterhin auf den Raum innerhalb ihres Geheges.

    Der durchdringende Ruf der Kohlmeise weckte uns.

    Sailboat segelt. Die Abelie treibt höchst dekorative Knospen.

    Wir benötigen eine Säge an einem Stiel.

    Der Spargelhof verkauft ersten Spargel. Ich möchte nicht wissen, welche Kombination aus Klimawandel und schwarzer Anbaumagie dazu führte.

    Madame begann eine erfreuliche Korrespondenz mit Dr. Z. (Horticultural Manager).

    Der Kaptain möchte ein Freigetränk.

    Um die Kohlmeise zu hören, fuhr ich ausnahmsweise nicht 15 Minuten mit dem Fahrrad in die Verwaltung sondern 95 Minuten mit Regional- und S-Bahn.

    Wenn ich schon experimentalpendelte wollte ich den Umstieg in Spandau testen. Aber dann hielt mich eine Weichenstörung in Falkensee davon ab. Also wieder einmal der Umstieg schnellen Schrittes in Hennigsdorf.

    Blick vom Bahnhof Hennigsdorf auf den Rest des Bahnsteigs, eine einfahrende S-Bahn, einen Industrieturm und mehrere Signal- und Leitungsmasten.

    Im Zug weitergelesen: A Deadly Education. Und weiterhin sehr angetan.

    Ich durfte einer neuen Kollegin ihre IT-Ausstattung samt dazugehöriger Einführung übergeben. Ich bin schon jetzt Fan von ihr.

    Tiefgaragen-Mitmieter testen ein neues Mittel gegen die Tauben. Sie parken ihre Autos jetzt unter überdimensionalen Lametta-Spirelli. Ich werde gespannt beobachten. Andere legen einfach Decken, Folien oder Planen auf ihre Autodächer. Und wiederum ein anderer(?) entschied sich für Gewalt. In der Tiefgaragenzufahrt liegt eine platt gefahrene Taube.

    Im Strandbad Wannsee gibt es einen Kinosaal. Dort zeigt die Künstlerin Christine Kisorsy über die Osterfeiertage unter dem Motto „Wochenend’ und Sonnenschein“ historische Kurzfilme aus dem Berlin der 1920er und 1930er Jahre. Überhaupt eröffnet das Strandbad Ostern für die Saison.

    Halb zufällig stolperte ich über die Dithmarscher Stellenausschreibungen der Northvolt-Fabrik, die in zwei Jahren ihre Arbeit aufnehmen soll. Und schon jetzt staune ich: das ist ein Kaliber von Jobs, die ich so in Dithmarschen noch nie gesehen habe. Das ist wirklich etwas anderes als das übliche Bauhelfer-Lehrer-Bäcker, das sonst dort vorherrscht.

    Das Wacken Open Air hat eine braune Autobahntafel

    Mit dem Flixtrain ging es Samstag hin zur Eidermündung und mit dem Kaptainsmobil am Sonntag schon wieder zurück. 359 Kilometer über die A23, einmal quer über die Alster und die A24 in die Mittelmark. Dabei einen halben Tank Kaptainsmobilstreibstoff verbrauchend.

    Auffallend: Ein weit verbreitetes Auto, von dem ich noch nie in der Presse las, das auch in Berlin-Innenstadt nicht gefahren wird, das aber geschätzt ein Zehntel aller Autobahnnutzer fuhr: der T-Roc.

    Noch auffallender: ein stark rauchendes Wohnmobil auf einem Autobahnparkplatz. Ich hoffe jetzt einfach darauf, dass entweder die Wohnmobilfahrenden oder andere Autobahnparkplatzbesuchende die Situation einschätzen konnten und nichts taten/löschten/die Feuerwehr riefen/ den Katastrophenschutz riefen.

    Traurig auffallend: Der Rasthof Schaalsee. Vor nicht so langer Zeit gab es Autobahnraststätten normaler Art und Kettenrestaurants (McDonalds, Burger King) an den Autobahnen. Die haben sich in Qualität und Preis wenig genommen, nur dass bei den Ketten immer lange Schlangen waren.

    Inzwischen scheinen die normalen Raststätten in einer Abwärtsspirale. Immer weniger Gäste. Dadurch immer Umdrehungen an Nahrungsmitteln. Das Angebot wird kleiner, die Speisen liegen offensichtlich länger, wodurch die Zahl der Gäste weiter abnimmt. Man kann den Gaststätten quasi live beim Sterben zusehen. Neuster Stand: Die Saladette ist weg.

    Nachfrage an der Pommesausgabe: „Zu ineffizient. Wer soll die befüllen?“ Statt dessen ein riesiger Fleck inmitten der Essensausgabe, so dass alles noch leerer wirkt. Eine weitere Runde gedreht auf der Abwärtsspirale.

    Überhaupt wurde das ganze Kuchen-Salat-Brot-Kleingkeiten-Sortiment gestrichen. Iß Currywurst oder „Asia Bowl des Monats“ oder iß gar nichts.

    Nicht, dass die Gaststätten ein Hort der Gastronomiekunst und Lebensfreude gewesen wären – aber einem einst geselligen Ort beim Sterben zusehen, ist schon schad.

  • 24-03-23 Brisket (via *Bergedorf*/*Batteriefabrik*)

    24-03-23 Brisket (via *Bergedorf*/*Batteriefabrik*)

    Das Strandbad Wannsee hatte vor dem Zweiten Weltkrieg noch knapp 1,5 Millionen Besucher*innen im Jahr. Inzwischen sind es 200.000.

    Am 30. März veranstaltet das nazifreundliche Blatt Compact ein Volksfest für die AfD in Velten nicht weit entfernt der Latifundien. Um 15 Uhr ist Gegendemo am Bahnhofsplatz Velten.

    Pünktlich zum Klausurenende stellte auch die Dachbodenbaustelle ihren Betrieb ein.

    In Dithmarschen war erstmals an der Northvolt-Batteriefabriksbaustelle etwas zu sehen. Mächtig gewaltig. Der Landeszeitung ist zu entnehmen, dass der Kanzler zur Baustelleneröffnung kommen will.

    Madame fuhr nach Johannistal.

    Ich brauchte vom Klausurende Donnerstag Mittag bis Freitag Nachmittag um auch nur halbwegs wieder zu entspannen. Mein Versuch Resident Alien zu sehen, schlug komplett fehl. Aber rumgruschteln, planlos durch die Wohnung laufen und am Ende ein Buch lesen, taten langsam ihre Wirkung.

    Morgen läuft unser Netflix-Gutschein für den Winter aus und damit ist die Fernsehsaison beendet. Zum Abschluss gab es „Der Bestatter – der Film.“

    Zur Selbstbelohnung nach den Wochen gingen wir Freitag ins Restaurant. Es war in einer Gegend, in der wir sonst selten ausgehen (um die Ecke vom KaDeWe), das Publikum war deutlich jünger als dort wo wir normalerweise sind und trotz Reservierung haben wir etwa 20 Minuten in einer Schlange vor der Tür gewartet.

    Es hat gelohnt: Endlich, endlich einmal in Deutschland Grillgut wie es sich gehört und wie es ich in den USA kennenlernte. Im Chicago Williams hatten wir einen Platz an der Bar, bestellten Brisket und Pulled Pork und Mac ’n‘ Cheese, Pommes und Coleslaw. Und es war alles wie es sollte. Alles in einer superben Qualität und auch in einem Ambiente, das deutlich mehr an Memphis lag als an Brandenburg. Das war nicht das letzte Mal dort.

    Lili, Stefan, Naomi

    Mein Geist ist frei und ich kann lesen. Zwei Tage, eine Bahnfahrt, querlesen durch drei Bücher.

    Lili Grün: Junge Bürokraft übernimmt auch andere Arbeit. Ein Zeitungsroman aus der Zwischenkriegszeit, der das Leben der jungen Wienerin Susi Urban zwischen ihrem 14 und 19 Lebensjahr erzählt. Vater im Krieg gefallen, Bruder über den Krieg zum Taugenichts geworden, versucht die junge Susi wenigstens ein kleines Stückchen Glück im Leben zu erlangen. Schön geschrieben und spannend einen zeitgenössischen Blick auf das Leben „der kleinen Leute“ in den 1920ern zu haben.

    Stefan Wohlfeil: Sicherheit im Internet. Das erste Skript für das neue Semester. Noch ganz sutsche angegangen. Bisher noch nichts, was ich nicht schon mal gehört hätte oder gewusst hätte (Angriffsmöglichkeiten auf Netzwerke, wie funktionieren verschiedene Würmer und Viren, Zertifikate und Hashes), aber trotzdem schön, das einmal grundlegend und zusammenhängend zu lesen.

    Naomi Novik: A Deadly Education. Ein Buch, dass sich alle Mühe gibt of „Putting the dark in dark academia“. Hat etwas wir Harry Potter gesehen durch einen wirklich bösartigen LSD-Trip. Eine Welt mit Zauberer und Zauberinternat, in der man aber ganz bestimmt kein Zauberer sein will, weil es alles so furchtbar ist. Ich bin extrem beeindruckt. Das Buch könnte etwas für die Insel werden. Mal weiter lesen.

    Ach, Pinneberg, schon wieder

    Bahnhof Heide: Wir warten auf unser Aufsammeltaxi. Ein einsamer Bahnangestellter flitzte aus seinem Kabuff „Jetzt hab ich den schon dreimal des Bahnhofs verwiesen und da ist er schon wieder! Aber die Polizei macht auch nichts. Der ist ja erst 13!“. Mir scheint das Problem Heide und die herumhängenden aggressiven Jugendgruppen ist noch nicht gelöst.

    Regionalbahn nach Neumünster/Büsum im Bahnhof Heide

    Es war das Ende einer Fahrt. Mit dem M85 nach Berlin Hauptbahnhof, dann bei Pret einen Kaffee trinken. Weiter mit Flixtrain FLX35 Richtung Hamburg. Hinter uns eine Gruppe, die noch mit dem Bus weiter nach Oslo wollten.

    Weil Hamburg dieses Wochenende Bahn-Großbaustelle ist, fuhr der Zug nur nach Bergedorf. Ein Bahnhof mit verbesserungsfähiger Aufenthaltsqualität. Also umstieg zusammen mit dem gesamten Flixtrain in die S2 und nach Altona. Die Abfahrtstafel dort verwirrend: nur ein einziger Zug angeschrieben und der sollte erst in 9 Stunden fahren.

    Ah. Weil Hamburg dieses Wochenende Bahn-Großbaustelle ist, fahren die Züge nur bis Pinneberg. Also wieder in die S-Bahn (S3) diesmal und nach Norden zuckeln. In Pinneberg durch das Baustellenlabyrinth laufen und schließlich im richtigen Zug sitzen.

    Der Kaptain holte uns ab zum Rübenmus.

    Regenbogenforellen / Medienethik

    Katja Kipping, ehemals Linke-Bundesvorsitzende, gibt ein Interview zum Thema Kraulschwimmen und Prinzenbad.

    Eva Farniente schrieb auch eine Prüfung, sie in Online.

  • 24-03-21 Helene Helmut

    24-03-21 Helene Helmut

    Liebe Leserinnen und Leser. Die Redaktion möchte sich für die monothematische Gestaltung dieses Blogs in den letzten Wochen entschuldigen. Dies ist der letzte Beitrag aus dem Klausurtunnel. Danach wird das normale Programm wieder aufgenommen.

    Rechtzeitig zur Klausur begann die Dachbaustelle wieder zu Lärmen. Aber ha, ausgetrickst. War gar keine Onlineklausur heute.

    Die Fernuni gab die Ergebnisse der Algo-Mathe-Klausur im WS 23/24 bekannt: bei den Wirtschafts-Infos sind zwei Drittel durchgefallen, bei den Info-Infos die Hälfte. Das waren schon diejenigen, die die Einsendeaufgaben überwunden hatten. Gut, dass ich das Algo-Mathe Hindernis bereits letztes Semester aus dem Weg räumte.

    Es gibt Rauchmelderverwirrung. Der Rauchmelderwartungsdienst beschwert sich, dass Herr T in unserer Wohnung sie nicht hereinlässt. Wir antworten, dass es in dieser Wohnung keinen Herrn T gibt und die letzte Kontaktaufnahme mit Familie southpark im August 2023 durchaus erfolgreich war. Die Hausverwaltung gibt bekannt, dass sie nach 16 Jahren Mietdauer unmöglich wissen kann, wer in der Wohnung wohnt.

    Ein Kosmisches Osterprogramm ist kein Komisches Opernprogramm. Erst wunderte ich mich, dass Barrie Kosky in der Werbemail gar nicht vorkam. Dann fiel mir auf, das die Mail vom Planetarium kam und nicht von der Komischen Oper.

    In Marzahn steht eine Apotheke namens Baba Jaga. Irgendwie sympathisch; andererseits denke ich natürlich gleich an sämtliche Homöopathie-und-Wlan-Schmuh-Schilder, die ich in den letzten Jahren in Apotheken sah.

    Gegenüber von Ishin hat ein Premier Inn eröffnet.

    Der vorletzte Berliner Swapfiets-Store hat geschlossen. Ein Zeichen?

    Im Internet lernte ich: das gleichzeitig Drücken von Shift und Escape im Firefox zeigt welcher Tab wirklich den ganzen Speicher frisst. Und erlaubt es, diesen Tab zu schließen.

    Zehn Stifte und kein Taschenrechner

    Das war sie, die letzte Klausur des Semesters. Wieder einmal radeln zum Ku’damm. Wieder einmal das Fahrrad anschließen unter der Verkehrskanzel und wieder einmal eine halbe Stunde Zeit zum Durchatmen und Frische Luft genießen, bevor es in den Fernuni-Campus-Berlin ging.

    Ungewohnt: das ganze fand Mittags statt. Und ich war patschnass. Denn bis zum Ku’damm begleitete mich ein Regenschauer. Erst als ich bereit war, kam die Sonne. Ich nahm es als Zeichen.

    Klausur „Modellierung betrieblicher Informationssysteme.“ Die Zahl der (in Berlin) Teilnehmenden war auf Fünf geschrumpft; erkennbar durch das wilde Assortment von Stiften und anderen Zeichengeräten auf dem Tisch.

    Drei Aufgabenblöcke: (a) Multiple-Choice-Fragen (Richtig/Falsch). (b) Zeichnen Sie für folgenden Beispielfall ein Datenmodell unter Nutzung des Entity-Relationship-Modells (c) Zeichen Sie für folgenden Beispielfall ein Prozessmodell unter Nutzung der Business Process Model und Notation.

    An sich fällt mir die Strukturierung und Aufbereitung von Inhalten leicht. Die Notenstatistiken geben Grund zur Hoffnung. Hauptrisiko ist natürlich, dass ich das komplette Modell auf begrenztem Platz unterbringen musste, und die Lesbarkeit meiner Schrift dann endgültig grenzwertig wird. Ich lasse mich überraschen.

    Aber gut, dass das die letzte Klausur war. Ich merkte, dass es mir zum Ende der Klausurenkampagne doch einiges an Überwindung kostet, die nötige innere Spannung für einen solchen Event aufzubauen.

    Erlebnisduschen

    Nach der Klausur: Fahrrad wieder in Schöneberg abstellen und mit Ringbahn und S7 zur Station Springpfuhl. Dann durch die elend lange Unterführung, welche DDR-Verkehrsplaner ersonnen hatten, damit kein Trabi auf der vierspurigen Straße an einer Ampel halten muss. Vorbei am Rathaus Marzahn auf zur Schwimmhalle Helene-Weigel-Platz -Helmut Behrendt –.

    Ich wusste von der 50-Meter-Bahn. Bei nächtlicher Websitelektüre hatte ich mir „Erlebnisduschen“ herbeiphantasiert und war nun gespannt.

    Schwimmhalle Helene-Weigel-Platz und dahinter ein Marzahner Wohnhochhaus.

    Mein letzter Besuch war einige Jahre her. Das einzige Erlebnis an das ich mich erinnerte war die in Marzahn noch bestehende soziale Kontrolle, die dazu führte, dass Menschen die nach Ansicht der älteren Herren nicht gründlich genug geduscht hatten, angepflaumt wurden. Aber war das gemeint? Immerhin fand seit meinen letzten Besuch eine Sanierung statt.

    Die Duschen kamen mir vor wie immer. Nur neuer. Erlebnishighlight war die weibliche Putzkraft, die mit einem gelben Schlauch die Räume säuberte während geduscht wurde. Ich glaube das war auch nicht gemeint.

    Eigentlich war gar nichts gemeint. Eine heutiger Check ergab, dass auf der Website nur etwas von barrierefrei steht. Zeit für Urlaub.

    Egal, ich schwamm, planschte, gluckerte die letzte Anspannung aus dem Körper. Der Platz war reichlich, die Menschen waren nett. Und 50-Meter-Bahnen sind eh das Beste.

    Hobby ohne H

    Im Internet lernte ich, dass der Markenname Moulinex von einer Vorläuferin der Flotten Lotte stammt. (Gemüsemühle -> Moulin-Légume -> Moulinex).

    Schöner noch: Obi war einst eine französische Baumarktkette, und Obi ist die französische Aussprache von Hobby.

    Dolly Parton verkauft Gusseisen-Pfannen.

    Wofür ich das Internet liebe: Schilder mit Kühen, die die Straße überqueren. Zitat:

    Finland’s next-door neighbour Sweden gives us our first Moo on the Move. She has places to be, and those places might involve her crossing the carriageway, so watch out! A solid 7/10, but her attitude bumps her up to an 8.5/10.

    Ich bin quasi nachträglich so so unfassbar neidisch auf finnische Abiturient*innen. Da wirkt die deutsche Bildungsdebatte gleich noch ein Stück furchtbarer als eh schon. Und glückwunsch zum Geburtstag!

    Berlin feierte N**r*z (Nowruz, Nouruz, Newroz, Nevruz, Nauruz, Nauryz..), also Neujahrsfest wegen Tagundnachtgleiche, normalerweise gefeiert in Istanbul und östlich davon. Östlich von Istanbul berichtet von der Berliner Feier.

  • 24-03-19 Pfeilspitze Pergola

    24-03-19 Pfeilspitze Pergola

    Das Strandbad Wannsee öffnet traditionell am Karfreitag. Dann findet dort ein halbes Jahr Remmidemmi statt, bevor das Bad wieder in seinen winterlichen Dornröschenschlaf fällt.

    Strahlend blauer Himmel lässt heiße Sommertage vorahnen. Ein Mittel gegen die Hitze ist zum Beispiel eine Pergola. In einer vortrefflichen Weltkulturvariante steht eine solche in Breslau. Weniger spektakuläre Varianten sind aber auch für den Garten denkbar.

    Das Café am Südkreuz nimmt Gestalt an. Ein Schild kündigt an: Café Exclusive. Was gibt es vertrauenswürdigeres als eine Gastro, die sich selbst als exklusiv bezeichnet?

    Im leerstehenden Laden des ehemaligen Klavierbauers sind Handwerker unterwegs.

    In Gang C der Südkreuz Offices wurden Blaumänner und Helme verteilt.

    Professor Transformation feierte Geburtstag. In einem Kreuzberger Hinterhof wurden Vitello Carciofato, Artischoken mit Stracciatella und Pistacci, Crostino von der Milchkalbsleber, Suppli romani, Gnocchi mit Gorgonzolasauce, Kaninchen alle Cacciatore, Parmigiana und Passionsfrucht-Mousse serviert.

    Wir führten anregende Gespräche über das Connewitzer Kreuz, die Commerzbank-IT, darüber wie Norweger*innen Freunde finden, Hans Fallada, Lebenspartner aus Kasachstan, Bach-Kantaten, Claudia Roth und die Stasi-Unterlagenbehörde, Münchner Schwimmbäder sowie „My ex-boyfriend. As stupid as a cactus.“ . Am Ende wurden italienische Schlager gesungen.

    Interessant der hohe Prozentsatz Menschen unserer Alters, die studierten, dann in der „freien Wirtschaft“ arbeiteten und vor wenigen Jahren in den öffentlichen Dienst wechselten. Der Lebensweg der halben Generation X, deutsche Version.

    Ein gebrauchtes Fachbuch zum Haus vom Nikolaus landete in diesem Haushalt. Es handelt sich um Domschke/Scholl: Logistik: Rundreisen und Touren. Ausweislich der handschriftlichen Anmerkungen im Buch kam das Vorbesitzer*in nie über Kapitel 1 Abschnitt 1 hinaus.

    Schenken, Spielen, Werken verkauft die guten französischen Karohefte.

    Ein Ginster, zwei Ginster

    Madame hat gute Gummischuhe.

    Der latifundale See schrumpft. Ebenso wie der Wasserstand im Revisionsschacht. Inzwischen liegen die eigentlichen Armaturen schon wieder oberhalb des Wasserspiegels.

    Wir genoßen die Sonne und ließen Rombitombi auf dem Schlafboden in den Abgrund blicken. Madame führte Gartenzaungespräche über Rechtsschutzversicherungen.

    Die Kraniche wurden mehr – wenn auch nicht mehr direkt hinter dem Grundstück. An den Taubnesseln summten erste Bienen. Der Zierapfel bildet kleine Blätterchen aus, Knospen allüberall.

    Madame erinnerte sich, dass wir Sailboats vergraben hatten. Merken für den Herbst: Am Obstbaumweg ist etwa ein Meter Lücke auf Höhe der alten Birne.

    Zwischen Flieder und Abelie buddelten wir einen einen Zweitginster ein – dieser soll rot blühen.

    Bodenperspektive-Blick auf Ginstertrauch im Gegenlicht die untergehende Sonne.

    Briefumschlagszeichnungsübungen

    In der Modelliersprache BPMN wird eine eingehende Nachricht durch einen weißen Briefumschlag in einem Kreis gekennzeichnet.

    Ein schwarzer Briefumschlag in einem Doppelkreis stellt eine ausgehende Nachricht dar.

    Beides ist gar nicht soo einfach zu zeichen. Und da ich bei der Klausur auf Zeit ein erkennbares BPMN-Diagramm anfertigen werde, übe ich nun erkennbares schnelles Zeichnen von Briefumschlägen in Kreisen.

    Überhaupt male ich Diagramme. Geschäftsprozesse wollen modelliert werden ebenso wie Objektrelationen.

    Schön, wenn das Arbeitsleben soviel Geschäftsprozesse und potenzielle datenbankfähige Elemente bereitstellt, dass die zu modellierenden Gegenstände nie ausgehen. Größtes Problem bisher: die Pfeilspitzen. Die sind je nach Form (gefüllt, dreieckig, bestehend aus zwei Strichen) mit verschiedenen Bedeutungen versehen. Und da das ganze Diagramm eh von links nach rechts und von oben nach unten gelesen wird, neige ich dazu, die Spitzen komplett zu vergessen: ist ja offensichtlich. Aber wird trotzdem Punktabzug.

    Donnerstag um 13:45h werde ich für dieses Semester durch sein mit dem Klausurieren – und langsam ist auch mal gut.

    Mark the eggs as scrambled with a jelly pack

    Ich bin fasziniert: Wie Waffle-House-Angestellte eine Bazillion verschiedene Bestellungen mit Hilfe von Marmeladenpackungen, Ketchuppackungen, Servieten und anderen Kleinigkeiten auf dem Teller zur späteren Zubereitung markieren. Da staunt der Prozessmensch und der Kommunikationsmensch in mir: Waffle House’s Magic Marker System

    Das letzte im Leben, was ich mir kaufen würde, wäre eine Gedenkmünze. Aber wenn Gedenkmünze, dann die 5-Euro-Hainschwebfliege. (via Treibsand)

    Einst verbrachten wir ein Wochenende in einem Hotel gegenüber dem alten Frankfurter Polizeipräsidium. Eva Farniente hätte einen Gastotipp für uns gehabt: das Toh Thong.

    Frau Kraut und Rüben reiste von Antalya nach Zypern: Alles legal – όλα νόμιμα

    Kellerkind begrüßt 2024 transzendent.

  • 24-03-16 Sanitätsservice Pissarek

    24-03-16 Sanitätsservice Pissarek

    Im Hausflur steht eine Matratze. Das ist erstmal nicht ungewöhnlich. Außergewöhnlich ist es dadurch, dass sie neu und originalverpackt ist. Es steht eine Empfängerin auf dem Paket, die mir im Haus unbekannt ist.

    Madame bekam zu Recht Blumen.

    Typisches durch-die-Stadt-treiben-lassen nach der Klausur: 248er-Bus, U7, zu Fuß laufen, Schwimmbad, X71-Bus, am Hafenbecken sitzen und der Bootsschule zusehen, U6 und M46.

    Mäandern durch die Stadt führte mich unter anderem zur alten Wirkungsstätte am Ullsteinhaus. Dafür, dass die Samwer-Brüder einst Großes ankündigten, wirkt alles unverändert. Nur die Currywurstbude neben dem Einkaufszentrum verschwand. Die U-Bahn-Baustelle ist in den letzten zwei Jahren gewachsen.

    In Neukölln steht eine Pizzeria Cordoba. Hauptsache Griechenland.

    Neben meinem Bus hielt ein Kastenwagen vom Sanitätsservice Pissarek. Ich grinste. Ich hoffe, sie melden sich mit „Läuft“ am Telefon.

    Gelernt: wenn jemand sagt, dass er die Fernuni-Online-Klausuren nicht Online schreiben kann, besteht die Möglichkeit nach Hagen zu kommen und die Klausuren vor Ort zu schreiben.

    (Bereits gewusst: Es gibt umfangreiche Sonderregelungen und -Bestimmungen für JVA-Einsitzende, aber die laufen nochmal anders.)

    Schokoladenfabrik

    Die BWL-Klausur dieses Semester ist Vergangenheit.

    Inzwischen habe ich ganz gut Routine im Online-Klausur-Verfahren: Aufbau und Rückbau des klausurgerechten Arbeitsplatzes läuft von mal zu mal schneller. Die Klausur selbst mochte ich.

    Angesetzt war die Klausur von 8:55h bis 11:00h. Um 9:13h hatte ich den Eindruck, dass ich genug Punkte zum Bestehen zusammengesammelt hatte. Um 9.33h hatte ich alle Fragen beantwortet. Um 10:00h hatte ich alles doppelt gecheckt und alle Rechnungen soweit möglich mit anderen Rechenwegen nochmal gerechnet.

    (Also erst aufgelöst, dann umgeformt statt anders herum. Handgerechnete Teile diesmal mit Taschenrechner bzw. umbekehrt etc.)

    Um 1030h hatte ich dann alles, wo es Hakler gab oder Ergebnisse in den ersten beiden Runden nicht übereinstimmten noch ein drittes und viertel Mal durchgegangen.

    Und dann stellte ich langsam fest, dass ich meine Lösungen und Rechenwege auswendig konnte.

    Weitere Korrekturrunden hätten nur etwas gebracht, wenn ich zwischendurch 10 Minuten auf den Balkon hätte gehen können, kurz ein Youtube-Clip sehen – halt lauter Sachen, die im Rahmen einer Klausur nicht möglich sind.

    Also gab ich ab. Wenn ich hier nicht bestanden habe, muss ich heute morgen vielleicht ein hallizugenes Stadium der Besundseinsverwirrung durchlaufen haben.

    50-Meter-Bahnen

    Nach der Klausur ist vor der Klausur ist nach der Klausur. Oder so. Es galt drei Klausuren (eine geschrieben, eine noch-zuschreiben, von einer das Ergebnis bekommen) zu verarbeiten.

    Auf jeden Fall wollte ich mir nach Abgabe Anspannung vom Leibe schwimmen. Und da ich noch einen halben Tag übrig hatte, konnte ich mich nahe der brandenburgischen Landesgrenze begeben.

    Mit der U7 ging es nach Gropiusstadt und dann durch den Frühling zum Kombibad Gropiusstadt. Ein echter Vorteil der Großsiedlungen sind ihre reichlichen Grünflächen. Ein Vorteil, den sie bei knapp 20 Grad, Sonnenschein und Frühblühern allüberall perfekt ausspielen können. Es roch nicht nur nach Frühjahr, das Frühjahr wirkte intensiv aus sämtliche Sinne ein.

    Der Spaziergang war architektonisch spannend, seelenwärmend und voller Rentner*innen?

    Wo kamen sie her? Inmitten der Gropiusstädter gingen selbst unsere Eltern noch als junge Hüpfer durch. Uns verkaufen sie in Gropiusstadt vermutlich nicht mal Alkohol ohne Ausweiskontrolle.

    Wo wollten sie hin? Ins Schwimmbad! Meine Güte war das voll. Eine grau-weiße Haarmenge wogte über den Wellen.

    Zum Glück war das Becken in drei Bereiche geteilt: Sportschwimmer, Unsportschwimmer und Menschen-die-sich-im-Wasser-unterhalten-wollen. Das hat gut funktioniert. Die 50-Meter-Bahn in Gropiusstadt half, damit die Rentner*innen sich verteilen konnten.

    Ich war im Flow, die Sonne schien, das Fenster erlaubte den vorfreudigen Blick auf das Freibadgelände. Elend des Lebens: würde ich nicht soviel Zeit damit verbringen, für die die Bäder zu arbeiten, hätte ich mehr Zeit zum Schwimmen.

    Aber auch so: alles molto perfetto und wunderbar, um die eine Klausur (BWL) aus dem System zu bekommen und die andere (Mathe) innerlich zu verarbeiten.

    Blick auf den Vorplatz Kombibad Gropiusstadt vor strahlend blauem Frühlingshimel. Ein noch kahler Baum, angeschlossene Fahrräder, ein Mann der auf das Bad zuläuft.

    Bye, bye Zahlentheorie

    Nahezu Zeitgleich mit dem Verfassen der BWL-Gedöns-Klausur kam die Notennachricht der Mathematische-Grundlagen-Klausur.

    Es war knapp. Leider von der falschen Seite. 27 Punkte hätte zum Bestehen gereicht, bei mir waren es 25 Punkte und die Note „n.b.“ wie „nicht bestanden.“. Manchmal hat man Glück und manchmal läuft es so.

    Spontan hörte ich tief in mich hinein, wie ich damit umgehen will und wie es mit dem Masterplan steht und hörte ein überraschend lautes: „Fuck You! Jetzt erst recht. Ich hab die Tortur doch nicht für ein blödes „nb“ auf mich genommen.“ Okay.

    Nach einer Nacht des darüber Schlafens und einmal drüber Schwimmen stimmt die Grundtendenz immer noch. Aber ist natürlich ambivalenter geworden, offenbart Schmerz und Freude.

    Schmerz, denn es kratzt am Ego. Mein Selbstbild ist das eines Menschen, der Klausuren besteht und erst recht Mathe-Klausuren. Nun ist Uni-Mathe-Mathe etwas Anderes als anderes Mathe. Die Durchfallquote von knapp 60% bei der Klausur sagt auch etwas. Zumal die Schreibenden kein repräsentativer Schnitt durch die Gesellschaft sind. Dennoch: Autsch,

    Schmerz, denn die Lernerei war aufwendig im letzten Semester. Ich hatte die Hoffnung, es im Sommersemester ruhiger angehen zu lassen. Und nicht den Mist schon wieder vor der Nase zu haben.

    Schmerz, denn ich muss mir den Platz freiräumen für die Mathematische Grundlagen. Mein schöner innerer Plan für die nächsten drei Semester geht nicht mehr. Das bedeutet mindestens, dass das Modul Zahlentheorie auf Unbestimmt verschoben wird.

    Freude, denn ich habe wenig Zweifel, dass es nächstes Semester etwas wird mit der Klausur und mir. Zwei Punkte sind nicht viel; die kann ich mir in einem Semester erarbeiten.

    Zumal ich weiß, woran es haperte: Zuwenig praktische Übung, zuwenig Aufgaben gerechnet. Das wusste ich auch schon vor der Klausur. Aber es war eine bewusste Entscheidung.

    Meiner Erfahrung bringt es mir wenig, bei den Rechnungen im Nebel zu stochern, wenn ich die Grundsystematik nicht verinnerlicht haben. Die zu verstehen war ein Kampf. Aber ich bilde mir, den Kmapf habe ich gewonnen.

    Da ich mir diesmal den langen, ausführlichen Teil erspare, der da lautet „was wollen die von mir?!?“, kann ich von Anfang an mit rechnen loslegen. Darauf freue mich.

    Freude, denn der Titel „Mathematische Grundlagen“ scheint Programm. Auf dem Inhalt dieses Moduls baut die komplette Uni-Mathematik auf. Wenn das Fundament schief sitzt, kann der Aufbau nicht gut werden. Inhaltlich ist es mir lieber, die Inhalte dieses Kurses sitzen fest als „irgendwo so durchgemogelt.“

    Also wieder angemeldet und auf in’s Abenteuer.

    Stand

    10 Klausuren insgesamt geschrieben, eine dieses Semester noch ausstehend. Bei zweien fehlt noch die Bewertung, sieben sind bestanden, eine ist nicht bestanden. Bachelor Wirtschaftsinformatik: 70 von 180 nötigen ECTS. Eventueller Bachelor Mathematisch-Technische-Softwareentwicklung: 10 von 180 ECTS plus ein Fehlversuch.

    Why libertarian cities fail

    Als wir letzten Sommer bei knapp 40 Grad in Warschau waren, sahen wir gelegentlich einfache Wasserschläuche in den Straßen, die für Sprühnebel sorgten. Das schien mir sofort ein überzeugendes Konzept zur Stadtkühlung im Sommer. Die SPD Schöneberg sieht das auch so und möchte es einführen: Wassernebel gegen Hitzeinseln.

    Schönes aus dem Autorenleben: Cover Animal For ActivityPub Book (via Tröt)

    Auch viaa Tröt: Why libertarian cities fail.

    Blog-Schreiben als Teil des Schulunterrichts. Spannend. Schreibenblog.

    Anke Gröner freut sich über den ICE neo.