Kategorie: Alltag

  • 22-12-02 xlam ist nicht GLAM

    22-12-02 xlam ist nicht GLAM

    Gestern meldete ich mich zur Fernuni zurück. So ich im Februar/März alle Klausuren bestehe, stehen im Sommer Algorithmische Mathematik und „Finanzierung und Investition“ auf dem Programm.

    Zur Weihnachtsfeier fuhr ich mit dem Fahrrad. Eine großartige Entscheidung. Ich liebe es einfach, selber entspannt und ohne Zeitdruck durch Berlin zu fahren.

    • Die niederländischen Diskussionen im Nikolaiviertel
    • Die fast leere Französische Straße
    • Die leuchtenden Linden unter den Linden
    • Kleine Mädchen vor dem Brandenburger Tor, die versuchen Tor und Weihnachtsbaum und Tor gleichzeitig auf das Foto zu bekommen
    • Strömenden Mengen, die gerade die Philharmonie verlassen
    • Die Schlange bei Minus 2 Grad vor der Viktoria Bar
    • Spätabendpublikum bei Burger King
    • Das LSD Ecke Kurfürstenstraße, dass sich noch tapfer allen Gentrifizierungsbemühungen der Gegend widersetzt
    • Französische Rennradfahrerinnen, die sich lautstark über eine Straßenecke hinweg unterhalten
    • 7 Days Döner (Dependance), neben dem die komplette Straße 30 Meter nördlich und südlich nach Döner riecht
    • Die beiden Transporter mit DHL-Beschriftung, die gerade die Polizeiwache verlassen
    • Das beleuchtete Stadtbad Schöneberg

    So sehr ich KuK schätze, die Radfahrt war ähnlich schön wie die Weihnachtfeier.

    Dort, so gut, dass sich Anwesende nach drei Gin sans Tonic die Meta-Frage nach dem Sinn von Weihnachtsfeiern stellten. Wie üblich erfuhr ich lustige Schwänke aus der Jugend der KuK.

    Madame leuchtete geheim.

  • 22-11-30 Es ist Bekant

    22-11-30 Es ist Bekant

    Der Kaptain fotografierte drei Lübecker Stühle. Das freut mich sehr.

    Eines meiner Lieblingsblogs: news, news, news aus Büsum schrieb einmal wieder. Auch das freut mich – aber nicht so sehr wie das Lübcker Stuhlfoto. Das Blog ist so unfassbar freundlich. Und bringt mit News aus Büsum, die ich sonst nicht bekomme. Auch spannend: Büsum verändert sich. Wilde Diskussionen darüber, ob es gut oder schlecht ist, in den Kommentaren.

    Auch unser Hinterhof verändert sich. Die drei Bauzaunteile, die seit Monaten in einer Ecke auf ihren Einsatz warten, mussten weichen. Einer unserer Parkhallodris hatte diese Ecke zum Parken erkoren. Die Bauzaunteile sind nun in den winzigen Gartenbereich gewandert. Immerhin stehen sie brav angelehnt an dem Baum.

    Wenn ich abends zu IKEA fahre, kann ich in unser neues Bürogebäude hereinsehen und durch die beleuchteten Fenster schauen, wer noch arbeitet. Als ich dort dann stand und wartetet, provozierte meine „Lebensrettungsweste“ (meine ist rot) mal wieder Kunden, die mich fragten, wo ich bezahlen kann, wo es zum Lager geht und ob ich ihnen beim Wagenschieben helfen kann. Nicht so spektakulär wie die Dame die mich einst für einen Zugbegleiter hielt und zu wüsten Beschimpfungen ansetzen wollte, weil ich keine Fahrplanauskünfte geben konnte. Auch die Dame, der ich heute nicht sagen konnte, wie es direkt zum Lager geht, wirkte unglücklich.

    Auch eine Entdeckung im Schwedenshop: Es gibt drollige Schokoladenelche zum Zusammenstecken.

    Foto einer Packung mit Schokoladenelch.

    Einer meiner Wikipedia-Artikel hat promoviert. Bzw. ich erhielt die Nachricht, dass Teile meines 2006 geschriebenen John-Locke-Artikels in einer (noch) erfolgreichen Promotion auftauchten. Es könnte sein, dass die Promition wegen größerer Plagiate wieder rückgängig gemacht werden muss. Plan für morgen: dem näher nachgehen.

    Madame hielt eine Stehgreifrede. A fotografierte ein Kartenspiel. Auch das freut mich.

  • 22-11-29 Über Thun, Spiez, Visp, Brig

    22-11-29 Über Thun, Spiez, Visp, Brig

    Wenn man mit der Bahn nach Domodossola fährt, juckelt man mit einem Regionalzug durchs Wallis. Weltmenschiger: vous voyagez en train à travers le valais.

    Während man so voyagiert, flötet die Sprecherin der Bahngesellschaft in schönem Singsang mit schweizerdeutschem Einschlag die Stationen „über Thun, Spiez, Visp, Brig.“ Und jedes mal wenn ich diese Tage etwas über die FIFA höre, denke ich an Sepp Blatter (geboren in Visp) und Giovanni Infantino (geboren in Brig). In meinem Kopf flötet eine charmante Schweizer-Bahnstrecken-Ansagerin die Streckeansager.

    Bizarr, dass die beiden Fußball Weltpotentaten aus zwei Walliser Kleinstädten kommen, die keine zehn Kilometer auseinander liegen. Und durch die Bahnstrecke über Thun, Spiez, Visp, Brig verbunden sind.

    Bahnhpf Brig (kommt nach Thun, Spiez, Visp)

    Der gestrige Kannibalenfilm ließ uns gut schlafen. Weder die Wurstgulaschszenen noch die bewegende Coming-of-Age-Story des Vorabends schreckten uns auf. Spannend: Es ist ein Film, bei dem nach 10 Minuten klar ist, dass er unmöglich ein Happy-End haben kann. Ich fragte mich eher, ob ein nicht-katastrophales Ende überhaupt möglich ist. Der Film flüchtet sich in Ambivalenz / Open End. Inzwischen las ich. Die Buchvorlage ist konsequenter. Die Protagonistin akzeptiert eine der Katastrophen und lebt in ihr.

    Die Arbeit versprach heute zwei größere Ereignisse. Passenderweise wurde ich mit Blaulich und Eskorte dorthin gefahren. Oder anders: auf dem Sachsendamm fuhr ein längerer Konvoi an mir vorbei, vermutlich auf dem Weg zum Flughafen: Schwarze Limousinen, schwarze Kleinbusse, die Limousine des Pakistanischen Botschafters, vorne und hinten je zwei Oberklasseautos mit Blaulicht und Feldjäger-Kennzeichnung. Leider bogen sie nicht zusammen mit mir in die Tiefgarage.

    Spannendes Gespräch mit Kollegin, die auch quasi vom Schwimmbadfan zur Verwaltungsmitarbeiterin der BBB wurde. Auch darüber, wie wir welches Bad „privat“ fanden und finden.

    Madame entdeckte einen Dienstagswochenmarkt. Bei Lidl ist der Essig ausverkauft. Kann man damit heizen?

  • 22-11-28 Auburn 27 Alabama 49

    22-11-28 Auburn 27 Alabama 49

    Madame sah abends einen Kannibalenfilm.

    Während ich heute Mittag in, um und um den Bahnhof Südkreuz herum stromerte, sah ich, dass der „Club der Mittelalterlichen“ anscheinend endgültig sein Vereinsheim verließ. Das Schild war nur noch zur Hälfte vorhanden, auch der Rest des Hauses wirkte verlassen.

    Das machte mich traurig. War dieser Club doch eines dieser Berlin-ist-nicht-rational-Monumente. Wir haben den Bahnhof Südkreuz: ICE-Halt, Knotenpunkt zweier S-Bahnlinien, direkt mit Autobahnanschluss und doch noch in der erweiterten Berliner Innenstadt. Und das einzige Gebäude überhaupt, das in der Nähe liegt, in Kirschkernspuckweite gar, ist ein Vereinsheim eines geselligen Clubs für Singles ab 45.

    (Und das ist im harmlosesten aller möglichen Sinne gemeint.)

    Aber es kam wie es kommen musste: unter gefälligem Beifall des Tagesspiegels verlangweilt und normalisiert sich das Südkreuz. Bürohäuser, Konzernzentralen und staatlich geförderte Gemeinwohlprojekte entstehen. Und alles was irgendwie anders und spannend ist, muss weichen. Wieder eine schön-abstruse Ecke weniger in der Innenstadt.

    Bizarre Ecken bietet der College Football. Auch da ist so viel historisch gewachsen und logisch nicht erklärbar, dass er zu meinem US-Lieblingssport werden musste. Vieles ist dort so irrational. Allein, die Stadien, die zu den größten Stadien der Welt zählen und in den US-Äquivalenten von Marburg, Tübingen und Jena stehen. Nur dass zwischen Ann Arbor oder Tuscaloosa und der nächsten Großstadt mehrere hundert Meilen liegen.

    Wenn das französische Terroir ein Duft der Erde ist, der sich über alles legt, ist der Lokalbezug im College Football eine Ladung Schlamm direkt ins Gesicht. Diese Woche war Rivalry Week – was in der Schlamm-Terroir-Logik natürlich die wichtigste aller Wochen ist. Ich mein, wen interessiert ob Schalke Meister wird. Hauptsache sie gewinnen gegen Dortmund. Wen interessiert, ob Alabama Meister wird? Hauptsache, sie schlagen Auburn, die andere Uni in Alabama.

    Blick von der Tribüne auf Alabama-Trainingsspiel. Das weiße Team steht an der Line fo Scrimmage, das rote Team in der Verteidigung.
    Bild: Alabama A-Day Game 2010-04-17 von: Carol M. Highsmith Lizenz: This work is from the Carol M. Highsmith Archive collection at the Library of Congress. According to the library, there are no known copyright restrictions on the use of this work.
    Carol M. Highsmith has stipulated that her photographs are in the public domain

    Und obwohl Alabama dieses Jahr ein vergleichsweise schlechtes Jahr hat. Auf Platz 7 des Rankings liegt (bitte nicht fragen, wie das zustande kommt – historisch gewachsen). Der souveräne Sieg über Auburn entschädigt für vieles.

    Vor dem Kannibalenfilm waren wir afghanisch essen. Madame musste während des Films trotzdem immer an Wurstgulasch denken.

  • 22-11-27 Viereinhalb Bauerneinheiten = 7ba9

    22-11-27 Viereinhalb Bauerneinheiten = 7ba9

    Madame begab sich zusammen mit Prof. Victor Hohenfels in die Traumwelt der Romantik.

    Ich nutze die Gelegenheit, um noch einmal vom ensemble reflektor zu schwärmen, welches wir vor ein paar Tagen im Konzerthaus sahen. Junge engagierte Musiker:innen, die es sich zur Aufgabe machen, unbekannte Stücke – vor allem von Komponistinnen – aus dem unbeachteten Nicht-Repertoire aufzuführen.

    Am Mittwoch spielten sie Werke von Maddalena Casulana, inti figgis-vizueta, Grace Wiliams und Louise Farrenc. Schöne Stücke, aufmerksam und alert gespielt. Alles im Rahmen des „Aus-den-Fugen“-Festivals. Und wir waren überhaupt nur anwesend, weil F eine Woche vorher im Tagesspiegel Karten zu einem anderen Konzert gewann und dabei den Aus-den-Fugen-Flyer einsteckte.

    Schwarze Packung eines Mephisto-Schachcomputers in einem Schaufenster. Knapp 40 Jahre alt und dementsprechend abgenutzt. Die Schrift ist rot und weiß.
    Eins, zwei oder drei?

    Hexadezimalzahlen lernte ich im Alter von ungefähr 12 mit Hilfe eines Mephisto-Schachcomputers. Dieser konnte automatisch eine Stellungsbewertung in Hexadezimalziffern anzeigen. 8000 bedeutete ausgeglichen. 8001 bis FFFF bedeutete Vorteil für den Computer und 0001-7999 bedeutete Vorteil für den Menschen. Dabei standen je 256 Punkte für eine Bauerneinheit.

    Ich beherrschte vor alle die Hexadezimalzahlen von 8001 bis FFFF. Heute beteiligte sich das Antiquariat neben unserer Wohnung am verkaufsoffenen Adventssonntag. Wir liefen dort am Rückweg aus dem Stadtbad vorbei. Und ich wäre fast vor Schreck auf die Straße gelaufen, als im Fenster ein Mephisto-Schachcomputer für 55 Euro stand.

    Aber ich war tapfer und er steht dort immer noch. Ich begnügte mich damit, ein Schachcomputer-Wiki ausfindig zu machen und zu lernen, dass der Mephisto nicht nur der erste deutsche Schachcomputer war, sondern als Mephisto-III auch die Schachcomputer-Weltmeisterschaft 1984 gewann.

    Ansonsten kommunizierte ich mit Gas- und Stromversorgern. Und ich muss sagen: e.on sind in dieser Hinsicht die Schlimmsten.

    Also lieber die Versorger Versorger sein lassen, rumsurfen, und feststellen, dass Madames Romantikbegleiter „Das Phantom der Philharmonie„-ist. Die Geschichte hat alles, was ich an Berlin liebe: angefangen vom verarmten österreichischen Adligen, der in die Berliner Gesellschaft einheiratet, über den seltsamen Senatsdeal, die Witwe und den polnischen Alleinerben bis zur die Parallelgesellschaft in der Philharmonie, die vom offiziellen Kunstbetrieb komplett ignoriert wird. West-West-West-Berlin wie ich es liebe und wie es hoffentlich erhalten bleibt. Allein der über Jahrzehnte genutzte Werbeslogan lässt mch dahinschmelzen:

    „Gönnen Sie sich einige Stunden der Entspannung und Harmonie, garantiert durch immer wieder gern gehörte Meisterwerke berühmter Komponisten in der festlichen Atmosphäre eines ausverkauften Hauses“

    Hach.

    Falls jemand am 25. Dezember in Berlin ist und noch nichts vorhat: Es läuft die Festliche Opern- und Operetten-Gala zum 100. Geburtstag von Eva-Maria Hohenfels. Und ich bin mir sicher: der Bär wird steppen bis der Boden durchbricht.

  • 22-11-25 Foul am Bosporus

    22-11-25 Foul am Bosporus

    D brachte einen Eimer Frösche mit.

    Eine Pizzeria bat um Gnade.

    Die Buffalo Bills gewannen gestern gegen Detroit mit 28 zu 25 durch ein Field Goal in letzter Sekunde. Hurra. Es war ein spannendes Spiel. Danach dann die Dallas Cowboys gegen die New York Giants mit 28 zu 20. Es ist spannend, dass jedes Jahr seit 1954 die Detroit Lions am Thanksgiving-Tag spielen, die Dallas Cowboys jedes Jahr seit 1966.

    Der heutige Tag war vergessenheitsgetrieben. Mein ursprünglicher Plan war es, nach der Arbeit nach Kreuzberg zu radeln, ein paar Bücher abzuholen und dann nach Hause zu fahren. Ein vergessenes Portmonnaie zwang mich zur Umplanung. Also erst wieder nach Hause. Da es nun kalt, nass ungemütlich und überhaupt Freitag war, beschloss ich zu Hause im Schaukelschaf zu bleiben. Ein vergessener Fahrradhelm zwang mich, die vier Stockwerke wieder nach unten zu laufen. Und wo ich schon unten war, konnte ich dann ja auch gleich noch weiter nach Kreuzberg..

    Also fuhr ich zur Hammett-Krimibuchhandlung, bei ich – mal wieder ganz der Punk – lauter Nicht-Krimis bestellt hatte:

    Kathryn Davis: The Silk Road (ich finde keine brauchbare Zwei-Satz-Zusammenfassung, aber diese Besprechung fast gut zusammen was ich mir erhoffe: „The Extraordinary Enigmatic: Kathryn Davis’s ‘The Silk Road’“)

    Richard Grant: Dispatches from Pluto – ein New Yorker zieht nach Mississippi und schreibt Dispatches von dort. Vermutlich sehr viel unkomplizierter als The Silk Road. Ich freue mich einfach, mal wieder etwas aus der Gegend zu lesen.

    Adam Bertram: Powershell for Sysadmins – ehrlich gesagt erhoffe ich mir ein paar nette IT-Kartentricks für Entertainment im Arbeitsalltag.

    Und natürlich kann ich nicht an dieser Buchhandlung vorbei, ohne einen Krimi aus der Gebrauchtbuchkiste zu nehmen: Celil Oker – Foul am Bosporus.

    Nachtaufnahme der Hammett-Buchhandlung von Außen. Logo in Gelb und Schwarz, zwei erleuchtete Fensterscheiben. Dahinter sind Bücher zu erkennen.

    Überhaupt solltet ihr auch dort vorbeigehen. Als Kleinstverleger mit Lokalbezug kenne ich ja mittlerweile viele Berliner Buchhandlungen quasi „von der anderen Seite.“ Zum Beispiel war ich angenehm überrascht, dass auch der Riese Dussmann sich nicht zu fein ist, ein Quartett in Miniauflage zu bestellen – und mir am Ende 10% der gesamten Auflage abnimmt. Trotzdem zieht es mich natürlich zum netten Indieladen: Hammett zeichnet sich dadurch aus, dass sie cool sind und in erreichbarer Nähe für mich sitzen. Das ist sehr angenehm.

    Madame bildet sich derweil über Kuhhörner fort und trötet mit Lumi-Nutzer:innen.

    Fundstück: ein Wired-Artikel: How the Queen of England Beat Everyone to the Internet. Alleine schon wegen des großartigen Fotos von Elisabeth II an einem Arpanet-Rechner.

  • 22-11-24 Buffalo Bills (7-3) vs Detroit Lions (4-6)

    22-11-24 Buffalo Bills (7-3) vs Detroit Lions (4-6)

    Madame plant um Sellerie herum.

    Vorhin saß ich auf dem Schaukelschaf, hatte das Granta-Heft auf dem Schoß und hörte hinaus in die Nacht. Es erklang die übliche Berliner Mischung: Autos rumpelten, im Hintergrund ein Blaulicht, jemand schrie laut „Du Arschloch.“

    Ich hörte, denn ich hatte gelesen. Caity Weaver durfte mal wieder für die New York Times schreiben, und das Ergebnis ist immer schön. Sie schrieb Klassiker meiner inneren Leseliste wie „I Lived the VanLife. It wasn’t pretty.“, „Can We Learn Anything from Horses“, „I Also Went to the Royal Wedding“ oder „My 14-Hour Search for the End of TGI Friday’s Endless Appetizers“ neben zahllosen Portraits prominenter Amerikaner. Die sogar ich freiwllig las.

    Ihr neuer Text Could I Survive the ‘Quietest Place on Earth’? (Link ohne Paywall) handelt von ihrem dreistündigen Aufenthalt in einer echofreien Kammer. Und nach dem Lesen hörte ich bewusster hin.

    Was ihr vermutlich nie wissen wolltet: e.on macht irgendetwas Nachhaltiges. Sagen sie. Und obwohl ich nach 50 Minuten in ihrer Warteschleife ihr Nachhaltigkeitssprüchlein wirklich oft gehört hatte, könnte ich nicht sagen, was genau e.on Nachhaltiges machen können tun will. Denkwürdiger eher ihre langen Bandansagen aus welchen Gründen man sie alles nicht anrufen soll.

    Wobei halt leider auch schon ein halbes Dutzend Versuche, mich im Kundenportal zu registrieren fehlschlugen und diverse Mails und Briefe unbeantwortet blieben. Und trotzdem: nach über einer Stunde Nachhaltigskeitssprüchlich gab ich heute auf.

    In den USA ist Thanksgiving. Während gefühlt vor allem Kochblogs sich mühen, dieses Fest den Deutschen zu vermitteln, geht eine wichtige Tradition verloren: Familiengemeinsames American-Football-Schauen. Heute spielt eines meiner Lieblingsteams, die Buffalo Bills. Jetzt zur Halbzeit sieht es gut aus.

    Portrait des Footballspielers Kyle Williams in weißer Buffalo Bills Uniform mit hochgezogenem Helm.
    Bild: Kyle Williams, a player on the National Football League. von:
    Jeffrey Beall Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Unported

    Eher zufällig stieß ich auf einen Text aus dem letzten Jahr, der bei mir mehr echte damals-in-den-USA-Erinnerungen weckt als die ganzen Essensfotos. Er trifft die US-Familienfestathmosphäre sehr schön:

    Post-Dinner Interview with a Twelve-Year-Old Who Sat at the Grown-Ups’ Table for the First Time on Thanksgiving.