Schlagwort: Blitzeis

  • 26-01-27 Address to a Haggis (Letzte Putzrunde)

    26-01-27 Address to a Haggis (Letzte Putzrunde)

    Ich habe eine DJ-Anfrage von „Oskar“ für ein „House Event in Berlin Schöneberg mit exklusivem Publikum.“ Es werden 200-300 Gäste erwartet, der DJ allerdings soll nicht ganz so exklusiv sein, der wird nach dem Tarif „Günstiger DJ für private Feiern“ bezahlt. Ergo 400-700€.

    Allerdings bin ich weiterhin kein DJ. Ich gebe zu, eine freiberufliche Tätigkeit, bei der mir mittlerweile täglich mehrere Angebote eingehen, hatte ich auch noch nie. Vielleicht sollte ich doch noch „günstiger Freizeit-DJ“ werden.

    Der Ex-Wiener Feinbäcker am Südkreuz verwandelt sich in Dreißig bei Wöllhaf. Oder anders gesagt: Ein Bahnhofsdienstleister (Wöllhaf) verkauft mit seinen Leuten Lizenzprodukte einer sächsischen Traditionsbäckerei.

    Das Festnetztelefon befindet sich wieder auf dem Rückweg. Alcatel-Mobilteil und Fritzbox-Basis mochten sich nicht. Also werde ich wohl in den Sauren Apfel der Langeweile beißen, der da heißt Gigaset.

    In den Kisten tauchten viele viele alte Laptops auf. Ich werde mich irgendwann doch mit der Komplettlöschung ihrer Festplatten beschäftigen müssen und dann 20 Kilo Laptop zur BSR bringen.

    Per Signal kam eim Foto eines handgeschriebenes Rezepts für Vegetarian Haggis.

    Es war ein Sonntag des Aufräumens und Ausgehens und ein Arbeitsmontag des Eises.

    The Leiter has left the building

    Jetzt ist sie leer, leer. Und wir sind wieder heraus, heraus. Die letzte Schöneberger Aufräum- und Ausmistaktion ist beendet. Die alte Wohnung ist bereit für die Übergabe.

    Am Ende trug Madame den Putzeimer voller Schmutzwasser vier Stockwerke hinunter bis zum nächsten Gulli, um nicht mit ihm wieder durch die gewienerte Wohnung zu müssen.

    Die große Leiter zum Erreichen von Altbau-Decken und -Gardinenstangen liegt im Auto und wartet auf ihre endgültige Übersiedlung auf die Latifundien, ebenso wie diverse Bretter aus mutigeren Regal- und Schrankbefestigungskonstruktionen und der Zweitstaubsauger.

    Zuletzt merkten wir, dass weder das Opern-Plakat an der Tür außen noch der Stadtplan an der Tür innen zum unverrückbaren Bestand der Wohnung gehören, sondern einst von uns angebracht wurden. Gerne hätte ich den Stadtplan gerettet. Der ist mittlerweile historisch – vieles hat sich seitdem in der Stadt geändert; und der produzierende Verlag wurde im Februar 2025 aus dem Handelsregister gelöscht.

    Aber natürlich: Ein Stadtplan, der fast 17 Jahre an einer Tür geklebt hat, lässt sich nicht zerstörungsfrei von dieser Tür entfernen.

    Cragganmore ist komplexer als Irn-Bru

    Für mehr Lyrik im Restaurant!

    Sonntagabend führte uns der Weg ins Brlo Charlottenburg zum Burns Supper mit Gieza Poke. Ein Lob mit Bekanntschaft mit schottischer Verwandtschaft.

    All mein Wissen über das Burns Supper habe ich aus der Wikipedia. Es ist ein lustiger, mehr oder weniger ritueller Abend zur Feier des schottischen Nationaldichters Robert Burns, der seit 1801 jährlich weltweit am 25. Januar begangen wird, wenn sich genug Freunde Schottlands finden.

    Unser Abend war nicht ganz so formal, wir waren ja in Berlin, die Schotten und ihre Nachfahren waren in der Minderzahl, und eine Moderation durch eine Drag Queen ist im Original auch nicht vorgesehen. Aber so fröhlich und warmherzig wie man es sich von Schott*innen beim Feiern vorstellt.

    Es gab Essen: Cullen Skink, Haggis mit Neeps und Tattie und zum Nachtisch Cranachan. Es gab natürlich auch Getränke: Bier (wir waren ja bei einer Craft-Bier-Brauerei zu Gast), das offizielle schottische Nationalgetränk Whisky (Bowmore, Cragganmore, Dalwhinnie) und das echte schottische Nationalgetränk Irn-Bru.

    Und es gab Programm. Gieza Poke in formvollendeten Outfit begann mit Ausspracheübungen des Scots (das ch..). Es folgte Lyrik, Dudelsackmusik vom Band, die Address to a Haggis samt ritueller Haggis-Anschneidezeremonie und mehr Lyrik. Dann auch vorgelesen von den deutschen, englischen und schottischen Gästen. Als das Pub Quiz zu Robert Burns begann, brachen wir auf, der frühe Wecker nervt den Feierenden.

    Zum Abschluss erfuhren wir: Das Ganze war ein Event der Brlo-Azubis, die quasi alles vom Konzept bis zu Service und Küche vor Ort selber gemacht haben – Chapeau.

    Encore:

    Fair fa‘ your honest, sonsie face,
    Great chieftain o‘ the pudding race!
    Aboon them a‘ yet tak your place,
    Painch, tripe, or thairm:
    Weel are ye wordy o‘ a grace
    As lang’s my arm.

    Ye Pow’rs, wha mak mankind your care,
    And dish them out their bill o‘ fare,
    Auld Scotland wants nae skinking ware
    That jaups in luggies;
    But, if ye wish her gratefu‘ prayer,
    Gie her a haggis!

    (Robert Burns: Address to a Haggis)

    Es rutscht

    Parkplatzausblicks-Entertainment: das Eisballett des kleinen Schneeräumfahrzeugs. Also so balettig wie ich Ballett tanzen würde. Wegen des großen Erfolgs beschloss der Winter 2025/2026 eine Wiederholung des Features Blitzeis, und diesmal even more extreme.

    U-Bahn-Geländer, die von einer Eisschicht wie von Glas überzogen waren. Dito Ampeln, Laternen und Oberleitungen. Eine Tram, die zwei Tage lang nicht fährt. S-Bahn und U-Bahn am Montagmorgen in Teilstücke zerfallen. Madames Weg in die Hafenstadt verdoppelte sich. Während Berlin zum Gehen ungemütlich war, entpuppte sich die Hafenstadt als blanke Eispiste.

    Ich hatte mehr Glück, mein Weg war kurz genug, um innerhalb eines der Zerfalls-Teilstücke der S-Bahn zu liegen. Aber es war ein Tag, an dem wir keinen Schritt aus dem Gebäude heraus machten, der nicht nötig war.

    Gut, dass der Weg zum Schwimmbad, keinerlei Außentätigkeiten enthält. Madames Besuch Nummer 9. Ich liege weit zurück. (Damit 4,22€ pro Besuch).

    Zum Aufwärmen: Dampfnudeln mit Vanüllesauce.

    Gossip-Manzai

    Passend zum Festnetztelefon: Die Gossip Bench, das kombinierte Mid-Century-Möbel zum Sitzen und Telefonieren. (#5)

    I had no idea: Japans Comedy-Szene live: Manzai

  • 26-01-13 Dunstabzugshaubensäubern (Gunda on my mind)

    26-01-13 Dunstabzugshaubensäubern (Gunda on my mind)

    Kinder fahren Schlitten. Eltern tragen ihre Kinder auf Schlitten sitzend über die geräumte Kreuzung.

    Die Meisenknödel hängen schlapp und missachtet. Zur Stunde der Wintervögel zählten wir: Krähe. Eins.

    Madames Physiotherapeut, 22, erzählte, er sei noch vollkommen fertig von seinem Umzug mit 15 Kisten und drei Wochen Urlaub. Dafür halten wir uns mit 200 Kisten ohne echten Urlaub tapfer.

    Mensch sollte meinen, ein Haushalt mit insgesamt vier Universitätsabschlüssen wäre in der Lage, bis zwölf zu zählen. Aber offensichtlich sind wir damit überfordert. Wir haben noch zehn oder elf, vielleicht auch zwölf unausgepackte Umzugskisten.

    Wie Madame feststellte: Dem Ankommen in der neuen Wohnung hilft enorm, dass die Wohnung so schön ist; es hilft enorm, dass ganze Haus so wahnsinnig freundlich, hilfsbereit und gutwillig ist. Wenn wir kommen und aus der Ferne das beleuchtete Schwimmbad sehen, hüpft unser Herz.

    Mir träumte, mein selbst verursachtes Arbeits-Terminchaos hätte sich erledigt, weil ich die Wochen verwechselt hätte. Aufwachen mit Schrecken: Hatte ich gar nicht! Ich musste mich selbst darum kümmern, in letzter Minute Sachen abzusagen. Vor Schreck war ich so wach, dass ich um Haaresbreite nachts um zwei angefangen hätte, den morgendlichen Kaffee zuzubereiten.

    Es war ein Sonntag der Altwohnungsherrichtung und ein Montag im Home Office.

    Baby, it’s not as cold outside anymore but verry dangerous!

    Nachdem Sturmtief Elli Berlin ignorierte, müht sich überfrierender Regen Gunda allen Vorhersagen gerecht zu werden.

    Eine Gunda-Vorgängerin brachte mich einst mit gebrochener Nase ins Krankenhaus – den Besuch einer Notaufnahme bei solchen Bedingungen empfehle ich nicht. Ich glaube ich las damals ein 500-Seiten-Buch durch bevor ich drankam.

    Madame schlitterte morgens um 6:00h die paar Meter vom Schwimmbadausgang bis U-Bahn-Eingang, wobei sich insbesondere die Treppe zur U-Bahn als wahrer Endgegner entpuppte. Im Team-Teams Chat meldete sich um halb sieben der erste Gestürzte, der jetzt zum Arzt geht. Noch kann ich anderthalb Stunden in der Wohnung ausharren, die Entwicklung beobachten und intensiv das Profil der verschiedenen Schuhe begutachten. Es bleibt spannend.

    Keine Wehmut

    Entdeckung: Japanische Hersteller von Möbeln und Aufbewahrungssystemen kennen sich mit zuwenig Platz sehr gut aus.

    Erste Male: Das erste Mal seit Umzug war wspaniała pani Z wieder in der Wohnung. Sie schien angetan. Und sie war ordnungemäß verwundert von der Wohnung („Und sonst wohnt hier wirklich niemand?“ – „Nein“) Es herrscht wieder Platz genug, dass Putzen einen Sinn ergibt. Und auch wir waren sehr angetan.

    Das erste Mal seit Umzug waren wir wieder ein paar Stunden in der alten Schöneberger Wohnung. Langsam rückt die Übergabe näher.

    Trotz siebzehn Jahren schönen Lebens dort: Keine Wehmut. Zu sehr begrüßten uns gleich die überquellenden Müllcontainer im Hof, die irren Zettel der Hallodris an alle und jeden, die Tauben und die ewige Baustelle. Ich empfand kurze Freude beim Anblick des Sicherungskastens von 1949 über unser neues Modell jetzt. Es ist tragisch: Soviel Potenzial wie die Wohnung hatte, und so schön die Wohnung in ihren Grundzügen war – das Haus wird seit Jahrzehnten misshandelt und es geht ihm an die Substanz.

    Trauer vielleicht darüber, was aus diesem Haus hätte werden können, wenn sich seit 1984 mal einer der diversen Eigentümer sich wirklich dafür interessiert hätte.

    Wir richteten noch einiges her: Schrauben aus den Wänden entfernen, Gardinenstangen und Galerieschienen abschrauben, Dunstabzug säubern, Heizungsrohre säubern, was mensch halt so macht. Aber mit gebremster Aktivität: bei diversen großen Wasserschäden durch die Dachbauarbeiten, halb zerfallenen Fenster und dutzendweise Risse an den Wänden, fühlten wir uns auch blöd, jetzt zuviel Energie in eine Wohnung zu stecken, die ganz offensichtlich gründlich renoviert werden muss.

    Spannender Fund: Die komplett verrosteten Schrauben, die in der Wand eines Wasserschadens steckten.

    Anyway, nicht mehr lange, und die Schöneberger Wohnung ist in unserem Leben wirklich nur noch als Erinnerung präsent.

    Schweinefleisch und Ortsverein

    Angelesen: Jessice B. Harris: High on the Hog: A Culinary Journey from Africa to America. Ein Buch, dass die Geschichte und den Einfluss afrikanischer Ess- und Kochtraditionen in den USA nachzeichnet – und vor allem die Geschichte der Menschen erzählt, die diese Kulturen trugen.

    Ein Buch meiner Herzensthemen: US Südstaaten, African American Culture und insbesondere Essen. Es hat zahlreiche spannende Geschichten, von denen sich Madame auch schon viele anhören musste. Ein Buch, dass ich herzen müsste und mich abends im Bett daran ankuscheln. Aber so richtig dann leider nicht: Irgendwie fehlt entweder sprachliche Wucht oder intellektuelle Durchdringung, angesichts der Autorin wirken überraschend große Teile anekdotisch vor sich hin plätschernd.

    Ein Bich zum Behalten: Auf jeden Fall. Ein Buch, um ihm einen Sonderplatz ihm Regal samt Lichtinstallation zu geben? Nein.

    Festgestellt: Es gibt einen Kinmo-Dokumentarfilm über den SPD Ortsverein Hamburg Lohbrügge. Die Süddeutsche bespricht, Youtube hat einen Trailer und das Xenon Kino wird ihn an einem Dienstag Abend zeigen.

    Israel Erzgebirgisch

    Lila von Letters from Rungholt schreibt wieder über die Situation in Israel: Lange, lange Zeit

    Auch diesen Winter die schöne Visualisierung: Menschen, die nicht an Sackgassenschilder glauben.

    Joel entdeckt einen neuen Song von Vanessa Paradis.

    Jonas rührt mein Herz mit seinem Gedicht in erzgebirgischer Mundart:

    Sunntichs kumm iech garn zur Ruh,
    Vur allm im Winner, da isses Watter derzu.
    Guck ausm Fanstr, sah su viel Schnee,
    Denk of emol: „Iech muss huch vom Kanapee!“ …

  • 24-01-13 Tuba mirum halleluja (Epsilontik)

    24-01-13 Tuba mirum halleluja (Epsilontik)

    Madame betrachtete Autos beim Um-die-Kurve-schlittern.

    Niemand im näheren Berliner Umfeld ist in den letzten Tagen gestürzt oder hat sich Frakturen zugezogen. Das ist erfreulich.

    Überhaupt ist die Entwicklung auf medizinischer Front weitgehend erfreulich. Und die Erkältung, die in diesem Haushalt wieder um die Ecke lugt, wird auch in die Flucht geschlagen werden.

    In der Apotheke: mehrere Schilder, dass rassistische Beleidigungen der Mitarbeitenden nicht geduldet werden und zum Hausverbot führen. Recht so. Aber was bitte ist passiert, damit das Aufhängen dieser Schilder notwendig wurde? Was IST mit den Menschen?

    Im Ex-Bierbrunnen/Ex-Aquaristikbörsen/Ex-Theater-ohne-Namen zieht jetzt „Talea – Botanisches Bistro“ ein, das wirbt mit: „Italienisches Café Bistro […] Seitlich bieten wir ein nachhaltiges Pflanzen Sortiment für Dich und Deine Geliebte“. Leider hat es noch nicht eröffnet. Aber ich möchte dorthin.

    Es gelang mir, (schon wieder) den Kaptain aus dem Griff von eon zu entreißen. Langsam sollte ich mir das als Hobby zulegen. Dafür schickt jetzt die Telekom irre Briefe. Die um so irrer werden, weil schon seit Jahrzehnten kein Telekom-Vertrag mehr besteht.

    Paula kommt am Donnerstag.

    Im Markgräflerland tutete ein Computer.

    Am 25. Dezember werden alle toten deutschen Gänse tiefgefroren. Straußen in Königs Wusterhausen haben vier Beine.

    Madame schaut „der Bestatter„, der ganz sicher im Aargau gedreht wurde. In diesem kommt realitätsgerecht ein wildes Sammelsurium von bundesdeutschem Deutsch, österreichischem Deutsch und diversen Schweizerdeutschvarianten vor. Leider haben wir es zu spät entdeckt: „Der Bestatter – der Film“ lief schon letztes Frühjahr im Kino.

    Berliner Innenstadt-Verkehrstipp zum Bahnstreik: Der S-Bahn-Ersatzverkehr, der den ganzen Januar hindurch den bebaustellten S-Bahn-Tunnel ersetzt. Der fährt mit Bussen und ist nicht von der GDL betroffen. Niemand aber hat ihn auf der Rechnung. Und während in den regulären Bussen Rudelkuscheln mit Anfassen stattfand, hatte ich auf nahezu identischer Strecke einen kompletten Gelenkbus für mich alleine.

    IT-Entdeckung: in einem MS-Teams-Meeting kann man alle Teilnehmer*innen gleichzeitig in eine Aquariumslandschaft setzen. Die Erkenntnis entstammt natürlich hochseriösen Testzwecken.

    Im Körper ist 1 ungleich 0

    Mathematiker*innen haben es nicht so mit Zahlen. Und so dauert der Studientag wieder zwei Tage. Dieses Wochenende wieder in seiner Zoom-Online-Variante mit „Mathematische Grundlagen – Reelle Zahlen, Folgen, Funktionen und mehr..“

    Mir ist das gerade hochsuspekt. Die ganze Zeit denke ich beim Mithören „Ja, klar. Ist offensichtlich. Die nächsten fünf Schritte, um den Beweis zu Ende zu bringen sind eigentlich überflüssig, weil schon jetzt sonnenklar.“

    Da meine normale Mathe-Fernuni-Hagen-Reaktion eher ist „Was wollen die von mir???“ betrachte ich meine Einstellungsänderung skeptisch.

    Entweder das ist inhaltlich viel einfacher geworden. Oder ich habe mehr Vorwissen. Oder langsam bringt die ganze Lernerei etwas. Oder ich bin hirnermatscht und kann überhaupt nicht mehr einschätzen, was ich mache. Letzteres halte ich für möglich.

    Allerdings war selbst in den seligen Zeiten der Schulmathematik die Analysis mein Lieblingsbereich. Vielleicht passt auch nur gerade meine Art des Denkens zum Thema.

    Beim Studientag im Begleitchat gelernt: in keiner der 12 veröffentlichten Altklausuren kam das winzig kleine ε vor.

    Depression und Trecker

    Auch im Studientagsbegleitchat entdeckt: Es gibt ein Wikibook: „Mathe für Nicht-Freaks

    Neben dem Schaukelschaf liegt gerade Lutz Raphaels „Jenseits von Kohle und Stahl„. Eine empfehlenswerte Monographie zum Thema „Wie gingen westliche Industriegesellschaften mit dem Postindustriellen Umbruch um“, der in der Tiefe die ökonomischen Veränderungen betrachtet. Aber auch die Politik und deren Umgang damit im britischen (Thatcher!), französischen und deutschen Modell.

    Den ersten Teil las ich während wir durch Polen fuhren – das zum Teil immer noch in dem Umbruch ist, den Raphael hier beschreibt. Jetzt bin ich beim Kapitel „Umgestaltung der berufsqualifzierenden Ausbildung weg von korporatisch-handwerklichen-Facharbeiter-Strukturen“ hin zu „halt so irgendwas studieren und dann training on the Job.“ Das geschah vor 30 Jahren und wurde maßgeblich von den Konservativen getrieben. In Großbritannien und Frankreich deutlich ausgeprägter als in Deutschland.

    Während ich das lese, stehen Bauern und Handwerker auf der Straße und demonstrieren gegen die Folgen. Womit Deutschland Entwicklungen nachzieht, die in UK und Frankreich schon seit Jahren eskalieren.

    In Südfrankreich scheint die Sonne am Mittelmeer.

    hmbl über den Umgang mit beginnenden Depressionen.

    Karen und Familie fuhren mit dem Zug von Turku nach Warschau. Folge 1: Turku -> Riga. Folge 2: Riga.

    Passend dazu: Ein Bericht von der Premienfahrt der brandneues Verbindung Riga -> Wilna. Damit ist es erstmals seit vielen Jahren wieder möglich mit dem Zug alle drei baltischen Staaten zu erreichen.

    Die Epsilontik ist ein Begriff aus der Analysis.

  • 21-01-11 Stand-Up Waddling

    21-01-11 Stand-Up Waddling

    Das Gerüst am Hinterhaus verschwindet. Es ist unklar, ob die Baustelle fertig ist oder der Bauherr kein Geld mehr hat. Unser Gerüst steht noch. Die dazugehörige sporadische Baustelle allerdings kehrte aus der Dezemberruhe nicht zurück.

    Die Deutsche Bahn möchte mit mir vielleicht ein einstündiges Onlinegespräch zum Thema „Bahn Bonus-Komfortsitze“ führen. Meine komplette Meinung zum Thema ist „Funktioniert halt nicht.“ Bleiben 59:30 Minuten übrig.

    Nick Saban hört nach 17 Jahren als Trainer der Alabama Crimson Tide auf. Damit geht einer der wichtigsten Trainer in 120 Jahren College-Football-Geschichte.

    Madame fuhr mit der Not-S-Bahn in die Hafenstadt.

    Die Bahn streikt, die S-Bahn betreibt einen Notverkehr. Die Busse sind entsprechend voll. Mein Fahrradschloss ist im Eise festgefroren. Also lief ich zu Fuß in die Verwaltung.

    Wobei ich heute morgen noch laufen konnte, mich freiwillig durch die Stadt begab. Dies sollte sich ändern.

    Dabei überquerte ich die Autobahnabfahrt auf der gerne die Letzte Generation festklebt. Kurz überlegte ich mich, mich dem Trend anzuschließen, mich auf die Abfahrt zu setzen und etwas zu blockieren. Ein Grund zur Demonstration und Beschwerung würde sich finden, und sei es dass es kalt und ungemütlich sei.

    Der Heimweg war schwieriger. Nachdem Bahn, Bus und Fahrrad bereits ausgefallen waren, war Nieselregen auf den Minus-Fünf-Grad-Boden gefallen und zu einer glatten Eisfläche gefroren. Zu-Fuß-gehen war nur noch schwerlich möglich. Über einen grasbewachsenen Mittelstreifen rettete ich mich bis zu einem S-Bahn-Ersatz-Bus, der mich die halbe Strecke nach Hause brachte.

    Der Rest: selten habe ich so langsam ein paar hundert Meter zu Fuß hinter mich gebracht; watschelnd in Mini-Schritten an den Hauswänden klebend. Selten habe ich dabei so gut sämtliche Muskeln trainiert, die für die Balance zuständig sind. Wenige Menschen waren auf der Straße, von denen viele rutschten und um ihr Gleichgewicht kämpften. Überraschenderweise sah ich niemand am Hinfallen.

    Noch leerer als die Straßen: Der Verkehrsübungsplatz.

    Epsilon ist winzig winzig klein

    Die Einsendeaufgaben sind durch. Gestern war die Deadline für die zweite Runde Aufgaben. Die hatte ich ja schon im November eingegeben und gespeichert. Aber erst jetzt sind wir im Stadium „nichts geht mehr.“ Ich hoffe, mein November-Ich war kompetent und errang genug Punkte, damit ich im März die Klausur in „Internes Rechnungswesen / Produktion und Logistik / Marketing“ mitschreiben darf.

    Natürlich konnte ich nicht widerstehen und belegte noch einen Kurs, der weder in Plan A Wirtschaftsinformatik, noch in Plan B Mathematisch-Technische-Softwareentwicklung formal eine Rolle spielt: Planen mit mathematischen Modellen. Aber er klingt spannend. Und inhaltlich auch passend. Und nicht zuletzt, er ist eine „wünschenswerte Vorbedingung“ für das Seminar dass ich dann im WS 24/25 belegen möchte. Ich will ja nicht in ein Seminar geraten und dann inhaltlich keine Ahnung haben, worum es geht.

    Noch aber bin ich gerade bei den Mathematischen Grundlagen unterwegs. Weiter unterwegs bei den reellen Zahlen und den Wurzeln mit Brüchen. Maxima und Minima kommen vor, Suprema und Infima und vor allem der winzig, kleine, unvorstellbar kleine Abstand ε, der eine nicht zu unterschätzende Rolle in vielen Beweisen spielt.

    Geld, das rätselhaft verschwindet und erscheint

    Da meine Konzentration immer nur für kleine Mathe-Dosen reicht, ruhe ich das Hirn zwischendurch indem ich durch das Blog-Konvolut der inzwischen 373 Jahresrückblicke schmöckere. Das ist nett und entspannend.

    Verschiedene Menschen bloggen. Aber es liegt eine starke Gewichtung auf bloggende Shepreneure, die achtsames Persönlichkeitscoaching betreiben. Gäbe es eine Wortwolke über alle dortigen Blogs, würde neben Achtsamkeit auch Hochsensibilität, Verbindung, Selbstwirksamkeit, Empowerment et cetera eine Rolle spielen. You get the vibe.

    Fast hätte ich beim Lesen allerdings das Lese-Spielzeug ruiniert, indem ich einen Schluck Tee darauf geprustet hätte. Der Satz in Jahresrückblick No. 286 kam unterwartet:

    Sich wirklich mit Geld zu beschäftigen und selbst die Verantwortung dafür zu übernehmen, bedeutet nämlich auch mal links und rechts über den Tellerrand zu schauen. Und wenn Du das tust, landest Du auf einmal beim Thema Krpytowährungen.

    Das wirkte so passend als würde ein Fußballkommentar zwischendurch Liebeslyrik von Rumi zitieren. Aber nachdem ich den Tee dann runtergeschluckt hatte wurde ich neugierig, wie The Gospel of Crypto in diesem Umfeld umformuliert würde.

    Kurze Antwort: Gar nicht. Es folgte überhaupt nicht The Gospel of Crpyto sondern das viel ältere Loblied des Multi-Level-Marketings aka Schneeballsystem. Ein unseriöses Geschäftsmodell, dass sich als anderes unseriöses Geschäftsmodell tarnt. Irgendwo auch faszinierend. Aber falls jemand in Eurer Nähe die GamesCoin erwähnt: Rennt!

    Auf den ersten Blick seriöser ist Fujitsu. Das Unternehmen allerdings verursachte einen Skandal, der das Vereinigte Königreich in Atem hält. Über Jahre hat die Horizon-Finanz-Software, von Fujitsu für das britische Post Office erstellt, falsche Zahlen geliefert. Hunderte Betreiber*innen einzelner Postfilialen wurden verklagt, zu Gefängnisstrafen verurteilt, in den Ruin gefrieben, in den Suizid getrieben, da sie angeblich Geld unterschlagen hatten – Geld, das nie fehlte, aber von der Software erfunden wurde. Es ist so unglaublich. Der Fall sollte bitte Curriculums-Pflichtinhalt in der Wirtschaftsinformatik werden.

    Schwarzwald-Jungfernstieg-Israel

    Frau Herzbruch entdeckt Plotholes in Schwarzwaldklinik – Die neue Generation

    Herr Buddenbohm würdigt den Yüksel-Mus-Platz

    Lila trifft sich mit dem Team vom Kindergarten Charuv, der seit dem 7. Oktober im Kriegsgebiet liegt.