Schlagwort: Cheruskerpark

  • 25-11-18 Pain au chocolat mit Meise

    25-11-18 Pain au chocolat mit Meise

    Im Schrank ein Karton mit 200 Versandtaschen. Der war überraschend.

    Die Bratsche ist bereits in Wilmersdorf. Sherry, Brandy und Whiskey werden zeitnah folgen.

    Uns verließen viele – also mehrere hundert – Bücher.

    Und es fühlt sich gut an. Denn in den zweiten Regalreihen und unter den Stapeln tauchten lauter Favoriten wieder auf. Derzeit denke ich bei fast jedem von „meinem“ Büchern im Regal – dieses Buch würde ich sofort gerne und mit Gewinn nochmal lesen. Der aktuelle Zustand unseres Bücherregals macht mich sehr happy.

    Mein kurzer Arbeitsweg streift Cheruskerpark und Euref-Gelände. Heute war dort viel Polizei, also sehr viel. Auf dem Nachhauseweg war alles voller Taxis. Ich dachte schon, ach gott, was hier los, so viele wichtige Menschen offenbar. Und siehe da, ich hatte zweimal den Summit of European Digital Sovereignty passiert. Bei einer Teilnehmerliste mit Friedrich Merz, Emmanuel Macron, Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger, Frankreichs Digitalministerin Anne Le Hénanff, EU-Vizepräsidentin Henna Virkkunen sowie Digitalministerinnen und -minister aus 23 EU-Mitgliedstaaten weiß ich dann auch, warum die Polizei so zahlreich meinen üblichen Spazierpark bewachte.

    Etwa 100 Meter vom Eingang zum Euref-Gelände entfernt sucht die Polizei Zeugen eines Drive-by-Shootings vor Ort. Ich würde nie behaupten, hier einen Mangel an Abwechslung zu haben.

    Abwechslung bringt auch der Hallodri-Plan im Schöneberger Haus ein ordentlich bürgerliches Haus zu suggerieren, indem die Hoftür seit neuestem abgeschlossen wird. Leider stoppt das geschlossene Tür auch die BSR – und nichts suggeriert so erfolgreich bürgerliche Ordnung, wie Hinterhofcontainer, die vor Müll in alle Richtungen überquellen, weil sie niemand mehr leeren kann.

    Das ist nicht mehr lange unser Problem.

    Madame erhöhte die Zahl der Buchstaben in diesem Haushalt. Während ich letztens das B.Sc. hinter meinem Namen erkämpfte (aber noch nicht formal tragen darf), darf Madame ein O mehr vor dem Namen tragen. Sie ist jetzt ORR (Oberregierungsrätin) Madame, M.A.

    Zeitverwerfungen

    Zustand: Ich muss mir mehrmals täglich bewusst sagen: „Heute ist Dienstag. Das bedeutet, gestern war Montag. Morgen ist Mittwoch. Heute ist Dienstag.“ Denn eigentlich funktioniert mein Hirn gerade nur mit dem Tunnelblick Umzug und zählt Tage danach.

    Es ist übrigens T-15. Dann geht es endgültig auf nach Wilmersdorf.

    Eigentlich will mein Hirn nur funktionieren nach „Heute ist Küchenrest-kommt“, „Morgen ist Umzugsunternehmen kommt schauen.“, „Übermorgen ist Küchenbauer kommen“, „Den Tag danach ist Ummelden-im-Bürgeramt“. Alles was nicht in dieser Schiene hängt, bedarf extra Aufmerksamkeit und bewusster Steuerung, um durchzudringen.

    Insofern war es nicht schlecht, dass wir heute Teammeeting hatte, und ich bewusst darüber nachdenken musste, was eigentlich letzte Woche in der Arbeitszeit passierte.

    Aber erstmal fange ich mit dem Tunnel an.

    Noch 6 Stopps dann da

    Sie haben es geschafft. Die letzten zehn Einzelteile Küche kamen an.

    Die IKEA/Rhenus-Livetracker-Lieferanzeige ist ein Witz. Entgegen aller Absprachen und vielfach hinterlassener Telefonnummern, rief auch niemand an. Aber der dienstägliche Küchenauslieferfahrer war fitter als derjenige vom letzten Donnerstag, und fand den Schwimmbadeingang – und damit auch unsere Wohnung.

    Halleluja!

    Alle Teile sind (vermutlich) angekommen, die Küchenbauer dürfen bauen.

    Und weil es so schön war, standen dann noch die Klempner vor der Tür, „sie wären eh grad im Gebäude und wollten mal schauen, ob sie jetzt den Boiler anschließen können.“

    Halleluja!

    Handwerker, die von der Hausverwaltung geschickt werden, und dann selber kommen, weil sie eh grad im Gebäude sind. Ein komplett unbekanntes Phänomen in den letzten 17 Jahren Berlin.

    Halleluja!

    Mittlerweile entdeckte ich auch, dass Service&more gar nicht der generische Claim der Küchenbauer ist, sondern ihr Firmenname. Seitdem weiß ich wo sie wohnen, und unter welcher Telefonnummer ihr Büro erreichbar ist – und auch das erleichtert unser Leben.

    Halleluja!

    Fast schade, dass wir keine weitere Küche benötigen. Ich glaube, mit Service&more eine Küche von Anfang an zu planen und bauen zu lassen, würde richtig Spaß machen.

    Die Wohnung sparkt Joy

    Warten auf und Betreuung von Lieferdiensten und Handwerkern bewegte uns vielfach in die Wilmersdorfer Wohnung. Auch wenn Madame dankenswerterweise einen Großteil dieser Aufgaben übernahm, fuhr ich auch nach Wilmersdorf, sofern mein Arbeitgeber erlaubte.

    Da die üblichen Verdächtigen gerne ein Ankommen „ab 7“ ankündigen, fuhren wir dementsprechend früh. Und da dachten wir, wir können ja auch dort frühstücken, uns an der S-Bahn ein Pain au chocolat kaufen und dann wenigstens nett warten.

    Wie nett! Die Wohnung liegt in der Innenstadt. Theoretisch sehen wir auf einen Parkplatz. Praktisch fühlt es sich an, als würden wir einen Park betrachten, so grün ist das alles. Im Baum direkt vor dem Fenster kommen Meisen, abends läuft der Fuchs vorbei. Ein großer Fortschritt gegenüber den Schöneberger Randaletauben.

    Mit 10-Meter-Turm in der Halle. So wow.

    Denkwürdig war dann doch, dass ich mal Ausgang bekam. Normalerweise arbeite ich ja für Schwimmbäder, aber nicht in diesen. The Verwaltung is my home.

    Aber ich hatte mir eine Exkursion erkämpft. Und dann sogar ins Forumbad, das selbst in der Berliner Landschaft vieler besonderer Bäder ganz besondrig ist.

    Das Bad wurde noch vor den Nazis konzipiert, aber 1934 eröffnet, ist architektonisch auf jeden Fall eindrucksvoll. Es liegt im Olympiapark neben dem Olympiastadion – eine gottverlassene Gegend voller Hertha-Insignien, die bestenfalls semiöffentlich ist. Auf dem Weg zum Bad passierte ich verschiedene Tore und Zäune, alles hatte Vibes von „Bist du sicher, dass du hierhin darfst?“

    Und wie es sich dann gehört, ist das Bad für die Öffentlich nicht offen, sondern ist reiner Ort für Spandau 04 und die Sportschule nebenan. Die Berliner Bäder sind zwar irgendwie präsent – aber so wenig, dass ich vor dem Bad stehend in der Technik anrufen musste, damit ich einen Kollegen finde – und der kam dann durch abgeschlossene Stahltüren aus dem Keller heraus.

    Dafür hat das Bad gigantische Katakomben, im Stil der 1930er. Und ein großes, leeres Büro. Und eine Belegenschaft, die durch den eigentümliche Ort, die Abkapselung von der normalen Öffentlichkeit, und die Tatsache, dass das Bad in jeder Hinsicht entlegen ist, auch besonderer ist als andere Belegschaften.

    Es war großes Kino. Ich will da wieder hin! Und ich will davon bei einem Bier erzählen!

    Schütteln, schreiben und grüßen

    Das „Schöneberger Dreieck“, also der Ort wo die alte Wohnung liegt, soll Klimaquartier werden.

    Andere Menschen fragen sich desöfteren „warum blogge ich?“, Ich eigentlich nicht. Ich frage mich ja auch nicht, warum ich atme. Aber ich stelle fest; Wenn ich lese „..wie ich heute bei iberty las und mich kurz schüttelte„, dann freut das mein kleines Herz. Ehrlicher Impact! (und beste Grüße an den Rhein)

    Robin Rendle definierte, welche Art von Science Fiction ich mag und gab ihr einen netten Namen: „Cardigan Sci-Fi“:

    The science or the tools or the spaceships do not sit at the heart of Cardigan sci-fi — it’s all about the people that wear the cardigans instead.

    (via Ligne Claire)

    In Wikipedia können User kleine Kästchen, sogenannte Babel-Boxen, auf ihre Userseite stellen. Diese können mal sinnvoll sein im Rahmen kollaborativer Zusammenarbeit („Diese Userin spricht Friesisch“, „… kann Algebra lesen“, „.. kann Sütterlin lesen“, mal halbwegs seriös „..wohnt in Thüringen“, „.. hat Katzen“, mal albern. Damit kann mensch spielen und versuchen, cooler und interessanter zu sein andere. Das Spiel allerdings ist zu Ende: Astro_Christina hat gewonnen.

    Zumal von Christina auch die erste Wikipedia-Bearbeitung stammt, die aus dem Weltraum heraus (an Bord der ISS) vorgenommen wurde.

    Früher am Telefon musste ich „Grüß Gott“ sagen, denn der Auftraggeber saß in München. Heute bin ich schriftlich-dienstlich bei „Liebe/r“, mündlich – sofern ich das Gegenüber kenne und mag, also in 99% der Fälle, bei einem „IT, southpark, Hi!!!“ Herr Rau trat eine epische Diskussion zum Thema Grußformen los.

  • 25-09-11 Felder, die auch Säulen sind

    25-09-11 Felder, die auch Säulen sind

    Madame holte eine solidarische Experimentalmelone ab.

    Sie stellte fest, dass wir noch nie zusammen bei Caruso waren.

    Auf unsere Dachbaustelle wurden Solarpaneele angefahren. Da sich diese Dachbaustelle langsam ihrem Ende zuneigt, entsteht die nächste. Auf dem Mittelbau bauen sich Menschen mit Dachpappe und Brennern auf. Als erstes installierten sie ein improvisiertes Geländer auf dem Dach.

    Madame entdeckte die Gestaltungslinie „Leberwurst mit Griffmulde“.

    Die Welt verändert sich. Zu merken, daran, dass selbst vor dem Baumarkt der Fahrradständer komplett überfüllt ist. Aber wenn mensch wie ich nur ein solides Vorhängeschloss benötigt oder ein paar Oberflächen sehen will, muss man halt nicht mit dem Auto kommen.

    In Anbetracht der Tatsache, dass ich auf den Latifundien nicht eine Mücke sah, sind meine Beine erstaunlich zerstochen.

    Im Cheruskerpark am Erwachsenen-Spielplatz den Sportgeräten erstmals zwei geparkte Kinderwagen. Am anderen Sportparcours ein Grüppchen mit Warnwesten, die wild Fotos machten und Sachen notierten.

    Der Bahnhof Südkreuz besitzt ein gewisses Gewerbegebietsflair. Das wird aktuell dadurch verstärkt, dass ein Großteil aller Aufzüge und Rolltreppen weiträumig von Baustellenabsperrungen umgeben sind.

    Es waren zweieinhalb Werktage des Arbeitens und Lernens. Denn soweit ich meinen Urlaub dieses Jahr mit bezahltem Urlaub, unbezahltem Urlaub und Bildungsurlaub ausgedehnt habe – er ist immer noch endlich. Der letzte Klausurstoff muss neben die Arbeit passen.

    Normalerweise verbringe ich die ersten Arbeitstage nach dem Urlaub in einer Art Staunen: „Wer bin ich? Wo bin ich? Was mache ich hier? Woraus besteht überhaupt meine Arbeit?“. Dieses mal hatte ich dazu keine Chance. Es ging in zwei Minuten von Null auf Hundert und ist auf dem Tempo durchgängig die ersten Tage geblieben. Am ersten Tag gegen 15 Uhr hatte ich einen Großteil meiner verschiedenen Tätigkeiten einmal durch.

    Gute Nachricht: Offenbar wurde ich vermisst.

    Noch bessere Nachricht: Trotzdem hat sich niemand in meinem Urlaub hinein gemeldet,

    Immerhin steht demnächst echter Urlaub-Urlaub an. Mit Zwischenstopp in dem Land in dem gestern Ganzlandesblockade aufgerufen war, mit der Ankündigung, „Das ist erst der Anfang.“ Es wird spannend: Werden wir nach Paris kommen? Und noch spannender: Werden wir es wieder verlassen können?

    Vor den Urlaub allerdings setzte die FernUniversität in Hagen die letzte Klausur des Semesters: Knowledge Management.

    The problem is not the language

    Dieses Modul ist einigermaßen kurios.

    Es ist Wahlpflicht, also sogar von mir ausgesucht. Inhaltlich bin ich wohl in keinem anderen Modul so zu Hause. Der Lehrstuhl gewinnt auch regelmäßig Wahlen, wenn die Student*innen ihre liebsten Wiwi-Veranstaltungen wählen. Da wurde ich neugierig.

    Allerdings ist das Modul selber gewöhnungsbedürftig.

    Es beginnt damit, dass es auf Englisch geschrieben ist, und das sehr offensichtlich von Nicht-Muttersprachlern. Satzbau und Wortwahl sind so unfassbar deutsch – ich hätte nicht gedacht, dass so etwas im Rahmen einer prinzipiell korrekten englischen Grammatik überhaupt möglich ist. Ein einziger Stolperparcours durch die Sprache.

    Und ja, leider, die Reihenfolge der Wörter im Satz ist im Englischen bedeutungstragender als im Deutschen. Es macht etwas mit Inhalten wenn die Wörter wild durch die Gegend aneinandergereiht werden. Mehr als einmal habe ich Mühe zu enträtseln, was mir ein Satz nun wirklich sagen will.

    Denn was will mir Folgendes sagen?

    Regardless of the community type, most communities experience through three lifecycle phases comprising various sub-processes:

    Aber je mehr ich mich aber in das Modul hineinarbeite, desto mehr stelle ich fest: Die Sprache ist gar nicht das Hauptproblem. Der Text würde so auch auf deutsch durch die Gegend holpern.

    Es steht dort: Buzzwords, such as growing competition .. are only some of the challenges

    Und nein, herrje. Buzzwords sind bestenfalls eine Challenge für die Sprache. Andernfalls bezeichnen Wörter vielleicht Herausforderungen. Aber sie sind es nicht selber.

    While various values.. take their time to unfold fully

    Weiterhin nicht klar ist es mir, wie ein kultureller Wert sich entfalten kann. Seine Wirkung vielleicht. Aber Werte entfalten sich nicht.

    Das ist einfach wirr. Man möchte sie schütteln „You know, words have meaning!“ Und das in einem akademischen Kontext!

    Es sind nicht auch nicht nur die Worte: Selbst die Infografiken sind alle unscharf, als wären sie zwischendurch von einem Bildschirm gescreenshottet und dann wieder groß gezogen worden. Wahrlich ein seltsames Modul.

    Naja, egal, inzwischen habe ich mich damit arrangiert, das Modul einfach nur als exzentrisch anzusehen und werde versuchen, die Klausur im selben exzentrischen Stil zu beantworten.

    Nachts in der Bibliothek

    Überraschend hilfreich beim Hineindenken in das Modul war der Lesesaal der Stabi (Langform: Staatsbibliothek Berlin Preußischer Kulturbesitz – Standort Potsdamer Straße). Den entdeckte ich nach einigen Jahren der Absenz wieder.

    Vom Südkreuz kann ich mich kurz in die S-Bahn schwingen, zwei Stationen später am Potsdamer Platz wieder aussteigen, beim Pseudo-Tanzfestival am indischen Stand ein Butter Chicken kaufen und dann an der Spielbank vorbei zur Bibliothek laufen.

    Der Leseaal hat sich meinem letzten Besuch verbessert: Ich glaube es sind mehr Plätze. Es kostet keine Gebühr mehr. Und er hat bis 22 Uhr geöffnet. Ich ahnte, dass ich nach 18 Uhr problemlos einen Platz finden kann. Und ich ahnte richtig. Nach einiger Zeit des Herumirrens erinnerte ich mich sogar wieder, dass mein liebster Platz an der Empore ist.

    Über mir thronte der TVöD – offenbar war ich grad an den Regalen mit dem Verwaltungsrecht angekommen, um mich herum die genau richtige Mischung aus einigen Menschen, Bewegung, einer leisen Geräuschkulissen, die aber alle noch nicht störten.

    Wobei die Zahl der Anwesenden mit Kopfhörern auffällig war. Ich glaube, das letzte Mal als ich dort war, wäre noch jede*r hochkant hinausgeflogen, die auch nur den Anschein erweckt hätte, Musik abspielen zu wollen – und sei es über Kopfhörer.1

    Und so versuche ich auswendig zu lernen, dass die vier Action fields nach Riempp die Fields Content Collaboration Competence Culture sind, beziehungsweise sind Content Collaboration Competence auch drei der vier main pillars, in die die Architektur aufgeteilt ist.

    Und als die Nacht dann tiefer wurde, konnte ich durch die Scheibe sogar noch den Mercedes-Stern auf dem Europa-Center sehen. Gerne wieder.

    Blick vom Schreibtisch in der Stabi Potsdamer Straße. Im Vordergrund ein Stück leerer Schreibtisch und eine dunkelrot/braune Schreibtischlampe. Der Tisch steht an einer Brüstung, der Blick geht nach unten in den Lesesaal, im oberen Bildteil Deckenlampen.

    Genua statt Chatbot

    People in the Middle East Disagree About a Lot of Things, But I’m Quite Sure That They All Agree That This Is the Silliest Android Bug Ever

    Social Media und der Halluzinator klauen Daten. Aber vor allem klauen sie Zeit: Diebe deiner Lebenszeit:

    Social media platforms have been stealing our time using a sneaky trick: they’ve been speeding up our sense of time […].A sinister thing about social media is that it speeds up your time both in the moment and in retrospect. It does this by simultaneously impairing your awareness of the present and your memory of the past.

    Thomas berichtet: Mensch darf Hakenkreuze übermalen solange das nicht die Sachbeschädigung vergrößert. Man sollte also auf die Verhältnismäßigkeit achten. Und nun viel Spaß da draussen!

    Jedes mal wenn Frau Maultauschenravioli aus Genua postet, denke ich, jetzt müssen wir da aber wirklich mal hin!

    Nun heißt das Buch „STERBEN“ und dieses Wort prangt auch groß auf dem Umschlag. Das sah auf der Notaufnahme natürlich fantastisch aus. Habs dann gleich demonstrativ auf den Tisch gelegt, aber die beiden Frauen interessierten sich nicht dafür, sondern schauten sich Videos auf YouTube an. Sie hörten tatsächlich die ganze Zeit Schlagermusik. Das kann man sich nicht ausdenken: Frakturschrift am Hals und dann hören sie Schlagermusik.

    Anmerkungen

    1. Aber passt: die Massenverbreitung der geräuschunterdrückenden Kopfhörer erfolgte soweit ich herausfinden kann seit 2016 mit den Bose QC35, und vor allem seit den AirPods Pro im Jahr 2019. Meine letzten Lesesaalzeiten waren deutlich davor. ↩︎
  • 25-06-26 Beschränkung des Zielfunktionskoeffizienten

    25-06-26 Beschränkung des Zielfunktionskoeffizienten

    Von: <no-reply@ba-ts.berlin.de>
    Date: Mi., 25. Juni 2025 um 08:11 Uhr
    Subject: Vielen Dank für Ihre Meldung!

    Sehr geehrte Dame / sehr geehrter Herr,

    Ihre Meldung mit der Nummer […] und dem Betreff Abfall/Elektroschrott wurde an das Ordnungsamt übermittelt.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Ordnungsamt-Onlineportal

    Niemand liest Mails der IT

    Ich meldete eine verlorene Waschmaschine auf dem Bürgersteig. Sogar eine Miele.

    Weniger Erfolg hatten wir damit, das – mal wieder – nicht funktionierende Warmwasser an die Hausverwaltung zu melden.

    Es waren drei sommerliche Arbeitstage zwischen Schwüler Kälte, schwüler Hitze und Unwetter. Zwei davon in den Offices, einer in der Wohnung.

    Auf der Arbeit bestätigt bekommen: Niemand liest die Mails der IT. Nicht einmal die IT liest die Mails der IT.

    Ich öffne die Wikipedia und der erste Satz, den ich lese, ist „Ich sehe die Löschung der Bratwurstliste sicherlich emotionslos“ — ~~~~

    Gärtner Pötschke ist zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre insolvent. Der Markenname wird vermutlich weiterleben, und ich glaube von der eigentlichen geschäftlichen Substanz ist eh nicht mehr viel übrig.

    In Mastodon sucht jemand in einem überwiegend deutschsprachigen Post eine Stelle und bezeichnet sich dabei als „Truthsayer“ und „Bullshit-Detektor“. Mein Hirn übersetzt das quasi automatisch in „Drunterkommentierer“ und „Mansplainer“ und denkt sich „Hell No! Nicht wenn ich bei der Auswahl mitreden darf.“

    Gelernt fürs Leben: Wie rette ich alle geöffneten Tabs einer Firefox-Session mit wenig Aufwand auf einen anderen Rechner.

    (Rechtsclick auf einen Tab -> Alle Tabs auswählen -> Als Lesezeichnen-Ordner speichern -> die Datei auf den anderen Rechner -> Dort in der Lesezeichen-Verwaltung „Alle Tabs im Ordner öffnen“. Et voila!)

    ((Was asking for a friend. Ich persönlich werde hibbelig bei mehr als fünf geöffneten Tabs gleichzeitig. So wenige Tabs lassen sich anders transferieren)

    Saubohnen und Käse

    Madame kam in der Hafenstadt am polnischen Marktstand vorbei und entdeckte zu ihrer Freude frische Saubohnen (oder auch Puffbohnen, Feldbohnen, Schweinsbohnen, Pferdebohnen, Fababohnen, Faberbohnen, Favabohnen, Viehbohnen, Dicke Bohnen). Angesichts dessen wie viele Namen sie hat, gibt es sie nur selten zu kaufen. Sie kaufte. In ihrem Kopf formte sich der Gedanke Coronation Quiche.

    Die ist gerne wiederholbar, und auch unser Nach-Paris-Ehrgeiz: nicht nur selber kochen, sondern nach Möglichkeit mehrere Gänge pro warmer Mahlzeit, funktioniert noch. Das kann die Vorspeise mal eine Ofen-Rote-Beete sein oder auch nur ein aufgeschnittenes Mairübchen.

    Schlangen vor Enrico

    Schöneberg um 8:40h. Menschen führen ihre Hunde aus. Ratten führen sich selber aus.

    Meine Fahrrad-zu-zu-Fuß-Umstellung des Arbeitswegs hat einen deutlichen Nachteil: Es dauert länger. Und sie hat einen deutlichen Vorteil: Ich sehe mehr.

    Zum Beispiel morgendliche Schlangen, die sich vor dem Café de Enrico bilden – zurecht.

    Ich konnte den schlechten Tag des Carsharing-Anbieters Miles würdigen. Am Morgen: ein Miles-Auto auf der Busspur, das gerade abgeschleppt wird. Am Nachmittag ein anderer Abschleppwagen mit einem Miles-Wrack auf der Ladefläche.

    Ich kann die Polizei sehen wie sie den Zugang zum Euref-Gelände abriegelt (Dienstag) und die Sperren wieder abbaut (Mittwoch). Ich vermute, die angepreiste Versammlung des Bundes Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) war der Grund.

    Bitte bremsen

    Durch Umstände verloren wir unsere bisherige Autowerkstatt. Das ist misslich, denn dadurch stellte sich wieder einmal das wo-kriegen-wir-vertrauenswürdige-Handwerker-her-Problem.

    Fast schon glücklicherweise hatten wir ein kleines Problem zum Testen: Ein ausgefallenes Rücklicht. Zwischen Wohnung und Office fand sich sogar eine Werkstatt, deren Website okay wirkte und auch sonst nichts gegen sie sprach.

    Das Telefonat war nett „Kannst du heute noch vorbeikommen“ – „Schlecht“ -“ Dann morgen kurz?“

    Die Reparatur war so schnell und unkompliziert wie gedacht. Ich wurde dazwischen geschoben. Alle Werkstattmitarbeiter, die ich sah, entsprachen dem Typ „Älterer, gesetzter türkischer Mann.“ Der Mechaniker wusste nach Ansicht des Autos (ohne nachzusehen oder aufzuschrauben) welche Glühbirne er einbauen sollte und erledigte es in fünf Minuten. Zum Abschluss ein „Bitte Bremsen“ – nicht dass die Bremsleuchte jetzt auch ein Problem hat, und ich durfte wieder fahren.

    Schwierigster Punkt: die Anfahrt. Ein Gewerbe-Hinterhof mit versteckter Einfahrt (die ich beim dritten Versuch fand), dann zweimal um eine Ecke gekurvt, und plötzlich stehe ich in einer Art historischer Garagenhof, von dem etwa ein Drittel der Werkstatt gehört. Zwei Hebebühnen, beide in Betrieb, mehrere Männer wuseln herum und schrauben.

    Dualer Simplex

    Das Bachelorarbeitstempo sinkt etwas – was kein Wunder ist. Langsam komme ich in komplexeren Teilen des Textes an; immer noch aber bin ich hocherfreut. Dann gefühlt ist es das erste Mal, dass ich nicht nur was weiß ich mache, sondern vor allem auch weiß, warum. Aber das Niederschreiben geht dann doch langsamer als in den Teilen die ich schon Dutzende Mal vorexerziert habe.

    Stand: 18 Seiten. Erstaunlich oft schreibe ich den Ausdruck „Beschränkung des Zielfunktionskoeffizienten“, unerstaunlich oft muss ich danach noch Schreibfehler von Zielfunktionskoeffizient korrigieren.

    Es ergibt plötzlich alles Sinn, wie man in der dualen Methode das Simplex-Tableau auf Links dreht und plötzlich nicht mehr von Spalte nach Zeile rechnet, sondern von Zeile nach Spalte.

    Die Erkenntnis verdanke ich maßgeblich Gilbert Strang. Danach hat sich auch meine Frage vom 8. Mai geklärt: seine Vorlesung war keineswegs banal sondern superspannend, weil sie mir den Weg in mein Thema perfekt ebnet.)

    Durch Stadt und Land

    Neues von Kulturhauptstadt Chemnitz:

    Früher in Dithmarschen habe ich gerne zur Sommersonnenwende eine Mitternachtsradtour über die Felder gemacht – nach Möglichkeit ohne Licht, weil es ja ging. Thomas Gigold veranstaltete das ganze in Groß: Mit Licht aber dafür auch dreihundert Kilometer lang: 300 Kilometer mit dem Fahrrad durch die Nacht

    Konflikt aus der Nähe 1: Eine Schlägerei in der Großstadtwirklichkeit ist ein hauptsächlich trauriger Anblick. Wenn man genug räumlichen Abstand zur gerade eskalierenden Szene hat, wirkt das Traurige auch deutlich stärker als das Gefährliche.

    Konflikt aus der Nähe 2: I Fought in Ukraine and Here’s Why FPV Drones Kind of Suck

    The End

    Von: <no-reply@ba-ts.berlin.de>
    Date: Do., 26. Juni 2025 um 15:44 Uhr
    Subject: Statusänderung zu Ihrer Meldung […], Abfall – Elektroschrott an Ordnungsamt

    Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

    zu Ihrer Meldung mit der Nummer […] gibt es eine Statusänderung.

    Status: Erledigt

    Rückmeldung: Vielen Dank für Ihren Hinweis.

    Die Störung wurde am 25.06.2025 zur Bearbeitung an die Berliner Stadtreinigung weitergeleitet.

    Die Berliner Stadtreinigung teilte uns am 26.06.2025 mit, dass die Angelegenheit erledigt wurde.


    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr Ordnungsamt

  • 25-06-19 Zehntausend Wörter; das entspricht ca. 30 bis 35 Seiten

    25-06-19 Zehntausend Wörter; das entspricht ca. 30 bis 35 Seiten

    Im Auto liegen 10 Kilo Kaffee, Ich bin nur mittelmotiviert, diese jetzt bis ganz nach oben in die Wohnung zu tragen.

    Freuden der Prozessdigitalisierung: Nachdem man allen Beteiligten mal wirklich einen Prozessablauf entlockt- und den in ein Schaubild gebracht hat, sagen dann auch alle „Oh Gott!“. Der erste Schritt, um den Prozess schöner und besser zu machen.

    Es waren drei Arbeitstage knapp unter 30 Grad. Zwei davon in den Südkreuz Offices, einer in der Schöneberger Wohnung.

    Ein Verkäufer rief mich mit meiner persönlichen Arbeitsmail an. Er strahlte so abschreckende Verkäufervibes aus, dass ich erst nach einiger Gesprächszeit merkte, dass er gar nicht meinem Arbeitgeber Unfug verkaufen wollte, sondern mich als IT-Admin für die Charité ködern wollte. Kein Interesse.

    Im Nachhinein wurde ich aber neugierig genug, um mich zu fragen, wo er meine Arbeitsdurchwahl her hat. Ich würde behaupten, die ist schwerer zu finden als diverse private Kontaktmöglichkeiten. Auch wollte ich nun wissen, um welchen Job es geht. Allerdings steht auf der Charité-Website gar nichts Dementsprechendes. Dasisallesseltsam.

    Mein neuer Arbeitsweg entlang des Cheruskerparks entpuppt sich als geeignete Flaniermeile für Freund*innen halbnackter sportlicher Männer. Ich hatte offenbar die Anziehungskraft von vier Turngeräten an einer Stelle unterschätzt. Da ist immer was los, und die Beteiligten sehen auch nicht so aus als würde sie da nur einmal die Woche hingehen.

    Madame brachte frische Bohnen und Kohlrabi vom hafenstädtischen Wochenmarkt. Zusammen mit dem weißen Johannisbeeren aus den Latifundien lebt es sich wie Gott in Frankreich.

    Das Bestattungshaus an der Ecke hat einen neuen E-Auto-Leichenwagen. Selten ist das lautlose Schweben, das mit E-Autos leicht einhergeht, so passend wie in diesem Fall.

    Nach Steglitz

    Ich schwamm die ersten Freibadmeter dieses Jahres. Wie es sich gehört: im Insulanerbad. Wie es sich nicht gehört: Noch immer ohne Saisonkabine, denn diese sind immer noch im Baustellenstadium.

    Ich bin untypisch spät dran. Aber nachdem das Bad im Mai weder beheiztes Wasser noch funktionierende Duschen und auch weder Saisonkabinen oder normale Umkleidekabinen im Programm hatte, wurde ich störrisch und mied das Bad. Inzwischen gibt es Duschen und Umkleiden. Das Wasser erreicht auch ohne Zusatzheizung Temperaturen jenseits der 20 Grad – jetzt fehlt nur noch die Saisonkabine.

    Ich liebe es ja, durch die Stadt zu fahren, während diese noch schläft. Und mit der frühen Junisonne um Sieben ins Freibad: Es gibt fast nichts besseres. (wenn es nur alles nicht so früh wäre..).

    Aber ich überwand mich. Ich erfuhr, dass die Saisonkabinen fast beinah wieder fertig sind – wie schon seit längerem, schleppte mein Zeug für Wiese und bewegte mich ins Becken. Die tiefstehende kräftige Sonne sorgte für lange Schatten und schon fast heiße Bereiche im Bad. Die Mitschwimmerschaft war älter, Gewohnheits*schwimmerinnen, aber noch entspannt. Der Schmetterlingsschwimmer blieb erfreulich auf der Nachbarbahn.

    Sonne, Wasser, Schweben, Untertauchen, der Blick halb unter Wasser halb über Wasser. Eigentlich sollte ich das 24/7 machen.

    Austernfond Mocro-Mafia

    Entdeckungen über die Normandie: Nicht nur ist das Departement Calvados die Heimat von Calvados (dem Branntwein), Cidre und Camembert, sondern aus der Normandie stammt auch die Sauce normande mit Mehlschwitze, Cidre, Austernwasser (in dem Austern gekocht wurden), Fischfond, Eidotter, Sahne und Butter.

    Auch entdeckt: Das Departement Calvados mit immerhin 700.000 Einwohnern hat eine Zweitwohnungsquote von fast 20%. In den entsprechenden Küsten- und Touristenorten vermutlich weit höher.

    Ein unbekannteres aber wichtiges Mahnmal: das Mémorial des reporters de Bayeux, ein Mahnmal für im Einsatz getötete Journalisten. Errichtet 2007 in Bayeux in Zusammenarbeit mit Reporter ohne Grenzen und bedauerlicherweise jedes Jahr mit Aktualsierungen. 58 waren es im Jahr 2023.

    Es fehlt nur der deutsche Wikipedia-Artikel zum Mahnmal.

    Spätestens am 2. November

    Nachdem ich großspurig verkündet hatte, bis Ende dieses Monats eine formal vollständige Bachelorarbeit geschrieben haben zu wollen, fiel mir auf, dass ich gar nicht so genau weiß, was die Formalien sind, die ich erfüllen möchte.

    Um Schriftgröße, Literaturfomratierung et cetera mache ich mir weniger Sorgen; immerhin habe ich am betreuenden Lehrstuhl gerade eine Seminararbeit geschrieben. Ich unterstelle, dass die formalen Anforderungen sich in der Hinsicht wenig unterscheiden. Außerdem stellt der Lehrstuhl bwlquam freundlicherweise eine Vorlage in LaTeX zur Verfügung, in der das Wichtigste schon festgesetzt ist.

    Aber eine Frage blieb mir: Wie lang muss die Arbeit sein? Mein aus verschwommener Erinnerung gespeistes Bauchgefühl sagte 30 Seiten. Und es hatte ungefähr recht: Prüfungsordnung und Lehrstul sagen: Zehntausend Wörter; das entspricht ca. 30 bis 35 Seiten, plusminus 10%. Also 9.000 bis 11.000 Wörter.

    Zusatzentdeckungen:

    • Innerhalb von zwei Monaten muss die Arbeit korrigiert sein. Das heißt: spätestens am 2. November sollte ich das Ergebnis wissen.
    • Laut Prüfungsordnung müssen die Bachelorarbeiten für den B.Sc. Wirtschaftsinformatik einen wirtschaftsinformatischen Bezug haben. Also vermutlich wäre ich weder mit einer Geschichte des Steuerrechts durchgekommen, noch mit einer reinen Programmieraufgabe.
    • Auch entdeckt: ich muss die Mikroökonomik-Klausur dieses Semester gar nicht bestehen. Bei den fünf Pflichtmodulen Wiwi reicht es, wenn man die vier halbwegs gut besteht und im fünften dann 25% (statt 50%) der Punkte einsammelt. Die vier anderen habe ich schon bestanden. Das senkt die Hürde deutlich.
    • Während ich allerdings Klausuren immer zweimal wiederholen darf, darf die Arbeit nur einmal wiederholt werden. Im Moment halte ich das aber für ziemlich ausgeschlossen – außer ich verschätze mich brutal in meinem aktuellen Kenntnisstand, oder mich holt zwischendurch ein wochenlanger Zustand geistiger Umnachtung ein.

    In Cannes

    Irgendwann haben die Möwenkinder genug gefiept, die Eltern genug geschimpft und ermuntert. Dann heben die grauen, rundlichen Möwenbabys endlich ab. Noch ziemlich ungelenk fliegen sie mit ausgebreiteten Flügeln schnurstracks geradeaus. Man ahnt ihren panischen Blick und möchte nicht in ihrem Weg stehen.

  • 25-06-12 Das tragische Schicksal zweier Teekannen

    25-06-12 Das tragische Schicksal zweier Teekannen

    Es waren drei Arbeitstage, davon einer im mobilen Arbeiten. Erst regnete es, dann wurde es heiß.

    Auch der Mond passt sich der Jahreszeit an. Der diesmonatige Mondaufreger ist folglich nicht der Blut- sondern der Erdbeermond. Dabei sollte man meinen, der Mond an sich ist als Wort schon poetisch genug.

    Am Vitra-Museum in Weil am Rhein ist liegt ein weiterer Piet-Oudolf-Garten. Vor allem aber bekamen wir schicke Bilder gesendet, von einer Ausstellung über die Shaker und deren Möbel. Auch scheint dort der Dachumbau deutlich zügiger voranzugehen als in Berlin.

    Madame war im Insulanerbad. Weiterhin können keine Kabanen gemietet werden. Das Wasser ist weiterhin kalt. Am nächsten Tag brachte sie ungesponnene Schafwolle aus der Hafenstadt mit.

    Kurz nach Iberty berichtet auch die BZ über den Umbau des ehemaligen Sony Centers: Am alten Sony Center wächst neues Leben

    Bei der Bachelorarbeit habe ich mich dazu entschieden, erst einmal etwas mehr Volumen zu schaffen und erst danach nötige grundlegende Formalkorrekturen anzubringen.

    Irgendwie brauche ich das Gefühl, mal vom Fleck zu kommen. Und um mir selbst die Einstiegshürde niedrig zu halten, und um ins Schreiben zu kommen, fange ich mit einem netten kleinen BWL-Lehrbuch zur Auswertung an: Stepan/Fischer 2009.

    Dabei feiere ich mich sehr, dass ich es auf mich nahm, schon die Seminararbeit in LaTeX zu schreiben – soviel Schmerz den ich dort durchlitt, und den ich mir jetzt einfach ersparen kann, indem ich einfach die Formatierung bei der Seminararbeit nachschlage.

    Zufällig stellte ich fest: Eine Lieblingskollegin studierte einst vor Corona Sozialwissenschaften an der Fernuni Hagen. Damit wird sie natürlich noch mehr Lieblingskollegin. Auch wenn ihre Umstände anders waren: Sie hatte zu der Zeit kleine Kinder, Hagen selbst wartete Prä-Corona noch mit sehr viel mehr Präsenzerfordernissen auf als heutzutage.

    Ich habe ja mein Berufsleben so ausgesucht, dass ich die Leidensgruppe Powerpoint meist gut umgehen kann. Ob das auch in Zukunft gutgeht? Wir werden sehen.

    Schwerkraftwellen

    In einem Ladengeschäft im Erdgeschoss unseres Wohnungshauses hängt ein Verkaufsplakat. Dieses Haus bleibt spannend.

    Küchenexperiment: Rhabarberstangen aus dem Ofen mit Vanille, Honig und frischem Thymian. Auf jeden Fall wiederholbar.

    Sonst zeigte sich der Haushalt dieser Woche ungewohnt garstig. Ein Gefrierschrank, dessen Tür nicht richtig schloß, eine Geschirrspülmaschine mit Fehlermeldung. Madame versuchte sich wieder einmal daran, den Schmodder abzukommen, den uns die immerwährende Dachbaustelle einbringt:

    Am Schlafzimmerfenster hatte sie halbwegs Erfolg. Nur ein paar Zementflecken erweisen sich als hartnäckig, wir hoffen durch unseren Sieg durch Ermüdung. Rätselhafter das Kammerfenster, das mit einer durchgehenden Schicht von ???? überzogen ist. Noch keine Ahnung, was ???? ist, aber gegenüber handelsüblichen Reinigungsmitteln ist es unempfindlich.

    Und dann ist da die hartnäckige Schwerkraft, gerne in Verbindung mit dem gefliesten Küchenfußboden. Ein Kaffeebecher fiel um zum Opfer – im wahrsten Sinne des Wortes – sowie zwei Teekannen. Bei der ersten übertrieb ich mit Einschenken, so dass ihr Deckel auf den Boden sauste. Die zweite – gerade als Ersatz für die Erste besorgt – wurde Opfer eines von mir herabgeworfenen Gewürzglases, das auf der Kanne einschlug.

    Ganz schön frech die Wohnung diese Woche.

    Hier wohnt der Girlitz

    Ich sah Hape Kerkeling vielleicht. Also auf jeden Fall sah ich einen Staatsbesuch, dessen Auto die niederländische Standarte trug. Vielleicht allerdings war es auch gar nicht Kerkeling-als-Beatrix, sondern nur ein*e normale Politiker*in.

    Überhaupt ist nicht nur Saison von Sommerfesten, Vereinsversammlungen und allem anderen, was noch vor den Sommerferien stattfinden soll – auch die Staatsbesuche scheinen sich zu häufen.

    Fast jeden zweiten Tag begegnet mir derzeit auf dem Arbeitsweg die einschlägige Motorradkolonne und die schwarzen Autos mit den Blaulichtern. Am Anfang der Woche flog sogar ein Militärhubschrauber Richtung Flughafen.

    Frühsommer und Kopfhörer motivieren mich doch, die meisten Wege zur Arbeit zu Fuß zu laufen, dabei der Sportgruppe Cheruskerpark ebenso zuzusehen wie den Bürosströmenden zum Euref-Gelände. Und immer laufe ich über den neuen Quartiersweg mit seiner ungemähten Wiese und dem großen Schild „Hier wohnt der Girlitz! Das soll so aussehen!“

    Auf dem Weg stellte ich überrascht fest, dass der Song Controversy von Prince ein komplettes Vaterunser enthält (im Video ungefähr bei Minute vier). Auch der Rest der Lyrics ist überraschend kirchenzumutbar. Und jetzt stelle ich mir die übliche Sakro-Pop Band vor, die sich am Funk der Prince-Musik abmüht.

    Drei- und mehr Dimensionen

    Der Jean Pütz der Heim-KI schlägt wieder zu, und erklärt was Large Language Modelle mit Embedding und Vektorenrechnung zu tun haben.

    Im Sommer in den französischen Bergen.

  • 25-06-05 KI Präsident ohne Höhle

    25-06-05 KI Präsident ohne Höhle

    Neues Karriereziel: Ausbilder für Leiterbeauftragte. Dann kann ich zweitägige Schulungen zur korrekten Nutzung einer Leiter geben. Und am Ende gibt es eine schriftliche Prüfung zu Themen wie“ Sinn und Zweck von Leitern u. Tritten“.

    Von des Kaptains Balkonkästen konnte sie fünf Erdbeeren von den Pflanzen des letzten Jahres ernten.

    Madame sprintete in Frankfurt nicht zum Sprinter, denn der Anschluss war schon weg. So konnte sie entspannt den ICE72 in Mannheim verlassen und den nächsten Zug nach Berlin nehmen.

    Während alle Unwetter um Berlin und die Latifundien herumziehen, wurde das Markgräfler Land bereits dreimal schwer getroffen. Hier schiebe ich mich nur durch die Schwüle und am Ende tröpfen drei Tropfen.

    Im Bergmannkiez eröffnete ein „Nur-Sachen-mit-Mais“-Imbiss.

    Ich „kochte“ experimental: Buttermilchsauce aus Buttermilch, Creme fraiche und Dill. Einfach kalt zusammengerührt. Zusammen mit Gemüse schmeckt das wie Sommer auf dem Tisch.

    Manchmal hält „die Zukunft“ was sie damals versprochen hat: Edis bat um einen Stromstand. Ich machte ein Foto des Zählers, scannte einen QR-Code und gut wars. Old School blieb hingegen das Öffnen des flechtenüberwachsenen Stromzähler auf den Latifundien, einschließlich des mehrfachen Ruckelns mit dem Schlüssel.

    Ich bestand die Einsendeaufgaben Knowledge Management und Mikroökonomik. Damit bin ich zu beiden Klausuren zugelassen und darf rein formal die Module bis zur Abgabe der Bachelorarbeit ignorieren.

    Zumindest bei der Mikroökonomik scheint mir das aber ungeschickt. Sollte ich das Modul bis September ignorieren, wird es kein Augen-zu-und-Knirsch während der Klausur sondern ein Vollcrash. Mal schauen, jetzt erstmal Parametrische Optimierung.

    Wie verspielt ist noch seriös?

    In den Notizen finde ich den Eintrag „KI Präsident ohne Höhle.“ Aha, denke ich. Erst nach einiger Zeit wird mir bewusst, dass der Eintrag aus einer Mischung aus Faulheit und irrelaufender Rechtschreibkorrektur entstand. Der Eintrag wollte sagen „KI-Präsentation ohne Höhlengleichnis“

    Wir veranstalteten ein intensives Besprechungszimmer-Bootcamp mit der Vorbereitung der „Was ist diese künstliche Intelligenz eigentlich und was können wir damit machen“. Dabei ist das Höhlengleichnis aus der Präsentation gefallen: Zu abstrakt, zu umständlich und vor allem viel zu lang.

    Meine Entscheidung – aber eine, die ich mit einem tränenden Auge traf.

    30 Jahre Krimi-Buchhandlung

    Die Hammett-Buchhandlung feiert 30-jähriges Jubiläum, und ist damit die zweitälteste Krimibuchhandlung Europas. Es gibt die ganze Woche über Kuchen, alkoholfreie Getränke und eine kleine Bücherverlosung. Da musste ich natürlich kommen und kurz vorbei schauen und gratulieren – leider ohne Losglück.

    E ist bekanntermaßen unmöglich, eine Buchhandlung zu betreten, ohne ein Buch zu kaufen, nahm ich etwas mit: Kathleen Kent: The Dime.

    Für Spontankäufe in Buchhandlung habe ich zwei Regeln:

    • Keine deutsche Übersetzung eines englisches Buchs
    • Autorin

    Gerade in einer Krimi-Buchhandlung fallen damit eine Menge Bücher aus der Wahl. Aber Hammett führt im Regal links des Eingangs natürlich auch englische Originale. Ich wurde dort fündig – und ich glaube ich habe mich am Ende entschieden, weil der Klappentext so schön nach amerikanischer Umgangssprache klang. Bei „Betty is as tough as the best of them, but she’s thrown for a loop when her first investigation goes sideways“ hatten sie mich.

    Erst zu Hause entdeckte ich, dass die Heldin „An almost-6-foot-tall, red-haired Polish Yankee lesbian“ ist – was mir das Buch gleich noch mal sympathischer macht.

    Frühsport im Cheruskerpark

    In der Qobuz-Biographie einer Künstlerin (Oklou) las ich etwas von „Nullerjahre-Nostalgie“ und dachte „Wie jetzt? Das war doch erst gestern? Und außerdem leben wir doch immer noch in den Nullerjahren?“

    Mit Qobuz verbringe ich derzeit einige Zeit, denn ich muss die neuen Kopfhörer ausführen. Dafür eignet es sich, zur Arbeit zu laufen, statt das Fahrrad zu nehmen. Neben Oklou entdeckte ich dabei Valerie June, musikalisch und biographisch spannend und höre Soundinstallationen von Luc Ferrari.

    Auffallend: wenn ich so eine Soundinstallation höre, und daneben schaltet ein Arbeiter einen Freischneider an, dann passt es richtig gut in den Sound.

    „The Medium is the message“ möchte ich Marshall McLuhan fernab jedes sinnvolles Kontextes zitieren. Aber das Fortbewegungsmittel ist der Weg. Und so entdecke ich vollkommen neue Aspekte der Gegend:

    • Die Frühsportler im Cheruskerpark, die im Schatten des Gasometers Klimmzüge machen.
    • Ein komplett neuer Weg bei der Arbeit, der erst durch Neubauten entstand – ich glaube er heißt Quartiersweg
    • Ein baustellenermöglichter Blick auf die komplette Luise-und-Wilhelm-Teske-Schule

    31041 bis 63811

    Ein Jahr staatliche Fernuniversität kostet übrigens weniger als eine zweitägige Schulung zum Leiterbeauftragten.

    Ich meldete mich zurück. Nach dem Seminarsemester WS 24/25 und dem Bachelorarbeitssemester SoSe25 versuche ich, mir etwas Entspannung zu verschaffen. Nur „normale“ Module, auch da nur Module für insgesamt 25 ECTS und, soweit ich beurteilen kann nichts übermäßig aufwendiges.

    • Ich wiederhol-belegte die beiden normalen Module aus diesem Semester (31041 Mikroökonomik und Modul 31831 Knowledge Management). Weil ich dieses Semester ja vor allem die Bachelorarbeit schreibe, werden die beiden Klausuren dort absehbar Knirsch und Krach. Es ist im Rahmen des Möglichen, dass sie zu sehr knirschen, ich durchfalle und wiederholen. Nach Plan ist diese Rückmeldung natürlich rein formal, weil ich den Schein schon habe.
    • Eigentlich gehe ich ja davon aus, dass ich lauter neue Module belegen darf:
    • Modul 32281 Digitale Diversität, mein erstes Modul, das offiziell als Mastermodul ausgeschrieben ist. Ich habe mich entschieden. Der Lehrstuhl BIGSI (Lehrstuhl für Betriebs­wirtschafts­lehre, insb. Gestaltung soziotechnischer Informationssysteme) ist der letzte Wirtschaftsinformatik-Lehrstuhl, bei dem ich noch kein Modul belegt habe. Am Ende ist meine Präsenz-Uni-Magsiterzeit länger her, und im Zweifel lasse ich mir auch von BWL-Lehrstühlen etwas über den aktuellen Stand sozialwissenschaftlicher Debatte. Außerdem könnte das Modul genau mein richtiges Level an vorhandener Vorkenntnis plus innerer Reibung haben, um leicht unbequem zu sein und mich aufzuwecken.
    • Modul 63811 Einführung in die imperative Programmierung. Wird nur für den eventuellen Bachelor Mathematisch-technische Softwareentwicklung oder Informatik benötigt – da aber natürlich zwingend. Ich hoffe, das wird eine Mischung aus schon vorhandenem Vorwissen und praktischer Übung und Vertiefung.
    • Modul 63113 Datenstrukturen und Algorithmen. Eines der wenigen Module, die ich mir gleichzeitig auf den Master Wirtschaftsinformatik und das Bachelorduo anrechnen lassen könnte. Ich hoffe, das wird eine Mischung aus schon vorhandenem Vorwissen und praktischer Übung und Vertiefung.

    WordPress / Bell Labs

    Würde ich nicht so drastisch sagen, aber inhaltlich denke ich ähnliches: Immer dieses WordPress Bashing.

    Why Bell Labs worked so well, and could innovate so much, while today’s innovation, in spite of the huge private funding, goes in hype-and-fizzle cycles that leave relatively little behind

  • 23-11-25 Taktflankenfliplops

    23-11-25 Taktflankenfliplops

    A aus R, derzeit in W, bestand ihren Führerschein.

    Seltsame Zeiten. Mehr als einmal wache ich nachts um 0h/1h/2h auf, denke „Wow – spannender Traum. Wow – noch ganze 5/4/3 Stunden Schlaf, welch Luxus“ und schlafe wieder ein. Bis morgens erinnere ich mich noch, dass ich von den Träumen beeindruckt war, aber nicht mehr, worum es ging. Vielleicht ist es auch nur die Erkältung, die sich anschleicht und im Kopf herumspukt.

    Nach einigen Wochen erkältungsfreiheit ist dieses Glücksgefühl schon wieder vorbei. Ich huste und schniefe vor mich hin.

    Solange die Tests einstrichig bleiben, beginnt der Morgen mit der Entscheidung Bett, mobiles Arbeiten oder Office office. Freitag fiel die Entscheidung in Richtung Office office. Ich wollte meinen in monatelanger Nerverei errungenen Triumph über das ITDZ genießen.

    Immerhin verleitet das Wochenende dann endgültig zum Einkuscheln. Ein spätes Frühstück mit durch Madame bereiteten Pancakes nach Gabi Frankemölle bildete den würdigen Abschluß ein eingerollten Vormittags..

    Wir nutzten eine Regenpause, um zum Rentnerspielplatz am Cheruskerpark zu laufen. Madame sportelte, ich rentnerte. Leider war niemand anwesend, den man hätte spontan in seine Schranken weisen können. Die anwesenden Kalisthenie-Treibenden sahen nicht so aus als würden sie sich klaglos bepöbeln lassen.

    Nach dem Sport führten uns die Schritte zum Euref-Gelände. Wir staunten, wie man so derart viel Geld in die Hand nehmen kann, um ein Stadtviertel zu gestalten und es dabei so unfassbar nicht-einladend wirkt.

    Die Abwasserrohr(?)-Baustelle entwickelt sich prächtig. Inzwischen werden die Rohre in einer Art Bogenbrücke über eine Fußgängerampfel geführt, um direkt dahinter im Boden zu verschwinden.

    Ein „Reserviert“-Schild auf den Hinterhofparkplätzen sah ich im Müllcontainer. Parkplatzmiete nicht bezahlt? Doch zuviel gemietet? Innerhallodrische Auseinandersetzungen? Weiterhin parkt eins der beiden Autos der Doppelparkplatzmieter meist quer über beide Parkplätze während das andere halt irgendwo anders im „freien“ Hinterhofbereich steht.

    11 mal 11 ist 1001

    Es wird durchgeregnet diesen November. Laut Dürremonitor ist die „extreme Dürre“ selbst im Berliner Umland noch vorhanden – aber nicht mehr durchgehend und komplett. (Komplementär: Auch nach einem Monat Dauerregen gibt es immer noch große Bereiche in Berlin/Brandenburg, in denen im Boden extremer Wassermangel herrscht).

    Regen, kält, dezent erkältet. Das letzte Wochenende dieses Jahr, an dem keine größere Aktivität geplant ist. Eine ideale Zeit, um sich mit Rechenwerken und Prozessorschaltungen zu beschäftigen.

    Nachdem das Skript zur Technischen Informatik durch verknappten Minimalismus glänzt, nahm ich einen Tipp einer Kommilitonnin aus dem Mentoriat auf und bestellte Roland Hellmanns „Rechnerarchitektur: Einführung In Den Aufbau Moderner Computer“ (Gebraucht gekauft, in einer älteren Ausgabe. So grundlegend und abstrakt wie der Stoff ist, hat sich in 10 Jahren wenig verändert).

    Gefühl behandelt er auf dem fünffachen der Seiten ungefähr denselben Themenbereich wie das Skript. Und das ist für mich erkenntnisfördernd. Zumal er manchmal den einen Schritt weiter geht. Hört das Skript bei den Speicherregistern im Prozessor auf (die jeweils ein „Wort“, also 8 Bit, 16 Bit.. 64 Bit speichern können), geht Hellmann bis hinunter den Flipflops, also den Bausteinen, die 1 oder 0 anzeigen.

    Endlich mal verstehen, wie und wo in einem Rechner tatsächlich Strom fließt oder nicht. Und wie man daraus mathematische und logische Operationen bastelt und am Ende Programmiersprachen bekommt. So manche Eigenheiten der Programmierung ergeben plötzlich deutlich mehr Sinn, wenn ich verstehe wie sie historisch-physikalisch entstanden sind.

    Auch gelernt: Meistens reagieren die Flipflops nicht darauf, ob auf Strom fließt oder Strom nicht fließt, sondern auf „Der Stromfluss steigt/fällt in einer bestimmten Steilheit.“ Der getaktet Strom hat Flanken des An- und Absteigens, der Flipflop reagiert auf diese Taktflanke.

    Auch gelernt: Wenn ich ein Rechenwerk habe, das nur 0 und 1 addieren kann: Wie berechnet es eine Division mit Gleitkommazahlen?

    Dabei zur Eigenverständnisförderung gleich mal das kleinere 1×1 (bis 8×8) in Binärzahlen multipliziert und dividiert.

    Quadratkilometerzahl mal 20

    Beim Borgen-schauen trat die Frage auf: Wird in Dänemark eigentlich werktags gewählt?

    Die Frage ließ sich nicht ergründen. Aber dafür traten andere Eigenheiten des dänischen Wahlrechts auf: Es gibt ein komplexes System mit Direkt- und Listenplätzen in Mehrkandidatenwahlkreisen. Die Zahl der Mandate pro Wahlkreis errechnet sich aus: „Die Verteilung der 175 Mandate insgesamt und der Direktmandate erfolgt dabei aufgrund der Kennzahl = Einwohner + Wähler der letzten Wahl + Quadratkilometerzahl x 20.“

    Noch verwunderter festgestellt: Die Realität folgt der Serie. Heldin der Serie ist die Politikerin Brigitte Nyborg, die für die „Moderaten“ Regierungschefin ist, sich später mit der Partei überwirft und dann die „Neuen Demokraten“ gründet.

    Zur Zeit der Serie 2010-2013 gab es keine Moderaten im dänischen Parlament. Aber es ist deutlich zu erkennen, dass Nyborgs Partei am linksliberalen „Venstre“ orientiert ist.

    In der Zeit des Seriendrehs von 2009 bis 2011 war Lars Løkke Rasmussen Ministerpräsident für Venstre. Dieser überwarf sich 2022 mit seiner Partei. Er trat aus, und gründete einen Nachfolger: „Die Moderaten“.

    Im Gegensatz zu Nyborg ist es Rasmussen aber nicht gelungen zum Zünglein an der Waage zwischen rotem und blauem Lager zu werfen.

    Wer ebenfalls noch nie einen Escape Room von innen gesehen hat und immer wissen wollte, es es dort ist: Andrea Karminrot war: Sherlocks Falle im Escape Berlin.

    Auch Berlin, auch ein spannender Ort fernab jeglicher meiner Wege: Königlicher Tischtennisclum Berlin im Hotel Berlin Berlin.

    Christa Chorherr schreibt, warum sie bloggt.