Schlagwort: Steglitz

  • 25-08-05 function badoffen() function badsensibel()

    25-08-05 function badoffen() function badsensibel()

    Am Breslauer Platz stehen Trinkbrunnen. Eine gute Idee in einem Sommer, in dem es zwar nur 21 Grad hat, es dank Dauerregen aber schwül ist wie nichts Gutes. Lasst einmal einen Strahl der knalligen Sonne auf mich fallen und ich verwandle mich spontan in einen Schweißtropfen.

    Die ganze Stadt fühlt sich inzwischen wie ein Campingurlaub bei Regen an. Nichts trocknet mehr.

    Neues Lebensziel: Namenspatron einer Pastaform werden. Wobei „Adriano Celentano werden“ eh ein Ziel für das nächste Leben werden könnte.

    Auf einer Café Speisekarte lese ich Guacamole und habe sofort das Lumpenpack in den Ohren. Kaum bin ich an meinem Platz zurück, höre ich vom Nebentisch einen Bericht vom letzte Abend „Es war wie eine WG Party. Aber gehobener.“ Ich fürchte, niemand konnte meinen Kicheranfall verstehen.

    Es war ein Abschied von den Latifundien und anderthalb Bachelurlaubstage in Berlin.

    solution_summary(model; verbose = true)

    Good news: Zwei von drei Bachelorarbeits-Knacknüssen sind erlegt.

    Meine Bachelorarbeit geht ja im Wesentlichen um ein Gleichungssystem zu optimalen Öffnungszeiten von Schwimmbädern. (und den dazu gehörigen Fragen woher / wohin / warum / warumauchdasnoch). Das Gleichungssystem ist schick, hatte aber bisher den Nachteil, dass ich selber es nur mit seltsamen Baumarktworkarounds ansatzsweise lösen konnte.

    Mittlerweile kann ich es dank zwei kleiner JuMP-Funktionen (badoffen() und badsensibel()) lösen (Knacknuss 1) und auch eine lesbare Sensitivitätsanalyse dazu erstellen (2). Damit kann ich nicht nur dieses System lösen, sondern auch gleich ohne Aufwand viel komplexer werden. Damit ist ein großer Schritt vorwärts erreicht.

    Es fehlt nur noch Knacknuss 3: Das ganze auch mit Parametern lösbar zu machen.

    Deshalb der Plan für heute: ParametricOptInterface.jl – JuMP-Example-step-by-step-usage richtig ernsthaft verstehen. Das ist der entscheidende Punkt. Danach wäre ich dann sicher zurück in meiner Komfortzone – gebildet und intelligent wirkende Deko um das Programmiergerüst bauen kann ich normalerweise im Schlaf.

    Der innere Zusammenhang zwischen mittelalterlichem Teppich und Soldatenfriedhöfen

    Madame wandelt derweil durch die Normandie. Sie besuchte das Café La Reine Mathilde in Bayeux, das ihr hier von Gabi Frankemölle bereits in den Kommentaren empfohlen wurde.

    Bayeux besitzt zwei internationale Tourismusmagneten: einen Teppich aus dem Mittelalter und Bunker aus dem 20. Jahrhundert. Es ist eigentümlich wie zwei so verschiedene Gegenstände am Ende fast dieselbe Geschichte erzählen.

    Nachdem sie ausführlich Kathedrale von Bayeux und den Teppich in mehreren Besuchen betrachtete, fährt sie heute mit einer Tour und einem englischen Paar mit Teenie-Tochter die Strände. Alleine die Fotos sehen beeindruckend aus.

    Die somalische Botschaft

    Um am Bachelorarbeitsabgabetermin nicht komplett verzottelt und verflossen in die Welt zu treten, bemühe ich mich Alltagsstruktur aufrecht zu halten. Das hat bei Corona ja auch schon gut funktioniert.

    Also führen mich meine Wege zu einer längeren Fußwegs/Bus-Expedition zu Lidl, der Bücherei, entlang der Schloßstraße, ins Café und zur BioCompany.

    Entdeckt: In der Schloßstraße und quasi fußläufig von hier, residiert die Botschaft Somalias. Sie lebt soweit ich erkennen kann in einer Wohnung in einem Wohn/Geschäftshaus an der Haupstraße. Erkennbar ist das der somalischen Flagge im ersten Stock – weißer Stern auf blauem Grund. Ob der Inklusionsdienstleister Sterntalente seinem Namen daher hat?

    Auch entdeckt: Der immer eher abweisend wirkende Sufi-Orden in der Martin-Luther-Straße verließ uns und wurde gegen ein Brettspielcafé getauscht. Eröffnung am Tag zuvor. Das staune ich über mein Schnellmerken. Das wirkt deutlich einladender. Ich denke mal ich werde in dieser Woche vorbeigehen.

    Vor allem aber entdeckt: das GM26 – ein Café, das es in dieser Gegend (Haupteinkaufsstaße) und in durchgetrifizierenden Berlin des Jahres 2025 nicht geben dürfte. Bereits mehrfach dringend empfohlen von Madame, nutzte ich den Tag, um dort einen Nachdenkcafé zu trinken.

    Offenbar ist es in seiner rumpeligen Gemütlichkeit mit dem traumhaften Innenhof durch eine Raum-Zeit-Falte gerutscht. Es fühlt sich an wie Schöneberg 1985 gewesen sein muss, erinnert an alte Uni-Studi-Selbsterverwaltungs-Cafés – aber mit Stil und Kompetenz. Andere schreiben von „Gefühl eines Bradenburger Hofladens“ (neben dem Einkaufszentrum!) – und irgendwie trifft es das alles.

    Jeder Stuhl und jeder Tisch ein wenig anders. Alles war mal eine alte Garagenanlage, und irgendwie ist hier ein Ort in dem Raum und Zeit auszusetzen scheinen.

    Mit Rad und Boot

    Wenn meine Augen mal auf etwas anderes denn auf JuMP schauen wollte, berachte ich die Punkte beim Transcontinental Race No. 11 – einem Fahrradrennen quer durch Europa, das soweit ich verstehe größtenteils selbst organisiert ist. Auch schön das folgen des Hasthtags #tcrno11 auf Mastodon – wo alle Rennbeobachter auch nicht mehr wissen als sie aus den Punkten entnehmen, aber zum Teil mit großer Fahrrad und Geographieerfahrung rätseln können was passiert.

    Atemberaubende Sekunden, als die beiden führenden die kritische Fähre von Bari nach Durres bekommen musste, kurz vor knapp waren und dann erkennbar durch den Hafen von Bari irrten.

    Radtour anderer Art, auch via Mastodon gefunden: Rebis reist Rad – Osten ohne Plan. Von Deutschland bis derzeit durch Kasachstan auf der Suche nach der ehemaligen Ballettlehrerin, die dort im Lager war.

    Ähnlich episch: Angela und Holger brechen zu ihrer 13-Monats-Segeltour auf, hängen aber noch in Brunsbüttel fest: AZ13 – weitere Details und AZ13 – Zwei Meilen Ostwärts

    Nicht aktuell, aber gerade inhaltlich passend: Gabi Frankemölle in der Normandie.

    Derweil in Chemnitz: Bedenkenswerte Begehungen im Heizkraftwerk Nord (das mit dem bunten Schornstein)

    Die taz war im erweiteren Wohnzimmer: Die bonbonbunte Fressbudengasse des Insulanerbades erinnert an Imbissstände am Strand von Coney Island.

  • 25-06-29 Laufkundschaft im Nirwana

    25-06-29 Laufkundschaft im Nirwana

    Auf der Budapest Pride waren mehrere hunderttausend Menschen. Besser werden die Nachrichten nicht.

    In Steglitz kann mensch Austernmesser mit einem Griff aus zerstoßenen Austernschalen kaufen.

    Es war ein Donnerstagabend, ein Office-Freitag und ein Latifundien-Samstag, durchgehend schwül bei wechselndem Temperaturen. Von: 21 Grad und schwül bis zu „Ladevorgang des Telefons unterbrochen bis dieses wieder normale Temperaturen hat.“

    Teile der Kollegenschaft verabschiedeten sich ins lange Wochenende auf das Fusion-Festival. Natürlich nur Verwaltung, die anderen müssen hitzegenervte Berliner*innen in den Freibädern bändigen.

    Auf dem Weg ins Büro: der Geruch von frischem Asphalt am Morgen. Immerhin eine Baustelle, die erkennbare Fortschritte macht.

    Das märkische DHL versucht seit zwei Tagen ein Paket auszuliefern, scheitert aber immer an „Krankheit oder Unfall oder Arbeitszeitüberschreitung.“ Was schade ist – nachdem Pakete und Briefe in Berlin schon längerem ein Glücksspiel sind, war die Lage in den märkischen Hamptons bis 2024 mustergültig. Pakete kamen wie angekündigt, Wünsche funktionierten und wir kannten die Austrägerin. Offenbar gab es eine Umorganisation.

    Ein Lob der Schöneberger Nachbarin von gegenüber. Diese erschafft ein wahres grünes Paradies auf ihrem Balkon.

    Gelesen: Carlo Levi „Die doppelte Nacht“ und weiter in „Wir schon wieder.“ Später dazu mehr.

    Die 606 mit Mangolikör

    Es war Donnerstag am späten Nachmittag. Für den Abend war ein mittlerer Weltuntergang angekündigt, vorher war es the new normal mit Temperaturen jenseits der 30-Grad-und-Schwüle. Ich also im besten IT-im-Home-Office-bei-30-Grad-Outfit, Madame hatte sich noch aufgerafft ins Insulanerbad zu gehen.

    Anruf von der Bank: Wir haben noch ein Konto, wegen dem sie uns seit über 10 Jahren nicht gesehen haben – das stimmt. Es ist ein reines Funktionskonto, das macht was es soll und keinerlei Aufmerksamkeit bedarf.

    Und weil die Bank keine aktuellen Ausweise und Unterschriften haben, soll das Konto jetzt gesperrt werden – WHAT??? Es stellte sich heraus, dass sie uns im Februar ein Dokument geschickt hatten – das wurde auch ausgefüllt und unterschrieben – aber falsch! WHAT???

    Wir können aber gleich bis 18 Uhr in Steglitz vorbeikommen und Ausweise zeigen. Es war 17:20h in Schöneberg und ich so unvorbereitet auf Außeneinsätze wie mensch nur sein kann. Außerdem: Schwül, Unwetter.

    Aber hilft ja nichts. Ich habe etwas herausgesucht was auf den ersten Blick als ernsthafte Hose erkennbar war. Wir sind zum Bus, dann nach Steglitz und im Eilschritt zur Bank. WIr waren mal echte Laufkundschaft.

    Dann haben wir brav Ausweise eingescannt, drei Stammdatenverträge unterschrieben, erfahren, dass die Dame gerade nur die Vertretung ist1, während wir aus dem Fenster sahen, wie der Himmel immer dunkler wurde, die Bäume sich wild schüttelten. Aber wenn das Banksystem 30 Sekunden benötigt, um den Stammdatenvertrag zu öffnen, dann benötigt es halt 30 Sekunden.

    Wir kamen im trockenen Sturm wieder aus der Bank. Es waren noch ein paar Meter zur Bushaltestelle. Madame bemerkte, dass sie nach Möglichkeit nicht vom einem Baum erschlagen werden möchte und wir jetzt einfach ins nächstes Lokal gehen, dort mit einem Abendessen den Sturm überbrücken.

    Jenseits der Kreuzung war „…sches Restaurant“ an einer Fassade zu lesen. Leider war die Kreuzung sechsspurig mit dichtem Verkehr, so dass wir die grünen Ampeln abwarten mussten. Und der Regen begann, und nach 15 Sekunden waren wir nass. Also die letzten Meter im Laufschritt ins Restaurant. Der Abend der Laufkundschaft zum Zweiten.

    Das entpuppte sich als „indisches Restaurant Nirwana“. Sie waren sicher hocherfreut uns durchgeschwitzt und vollgeregnet im Hause begrüßen zu dürfen, waren aber trotzdem ausgesprochen nett.

    Idunda ist auf Hochzeitsreise in Kopenhagen

    Wir kamen auf Zoos zu sprechen und inspiriert von Frau Brüllen fragte Madame sich, was auf den Basler Zooelefanten ihrer Jugend wurde. Die beiden Anwesenden und Idunda, die laut Schild, immer auf Hochzeitsreise in Kopenhagen war.

    Dabei stieß Madame auf die Geschichte der fünf Elefäntli, die alle als Babies vom Zoo Basel gekauft wurden – natürlich eine Riesenattraktion waren, und auch gerne mal durch die Stadt geführt wurden; auch war es üblich, dass Kinder auf ihnen reiten durften. Soweit rekonstruierbar waren diese immer im Elefantenhaus angekettet. Zu Madames Zeiten waren zwei davon bereits gestorben, Idunda war unterwegs und die anderen beiden standen im Zoo.

    Welch unterschied zu heute. Im Jahr 2025 bereibt der Zoo Basel eine „berührungslose Haltung“, die natürlich sehr viel näher am natürlichen Leben der Elefanten ist, zum Beispiel auch aber bedeutet, dass medizinische Maßnahmen nur stattfinden können, wenn die Elefanten aktiv mitmachen. Und wenn nicht, dann nicht. Wie jetzt als eine Elefantenkuh starb, weil ihr Baby im Körper starb aber nicht entfernt werden konnte, und jetzt auch die Mutter starb.

    A long way seit den Fünf Elefäntli.

    Zum Glück ist der Garten eh viel zu trocken zum Kohlanbau

    Madame brachte Bitumen entlang der Gierschfront aus. Während Nachbar Ost gerade Giersch produziert, verhält sich der Bambus auf der Seite von Nachbar West friedlich – vermutlich ist es dem zu trocken.

    Über der Wiese 30-40 Kohlweißlinge gleichzeitig. Dem benachbarten Rapsfeld sei dank. Dazu Schachbrettfalter, Zitronenfalter, Kleinzeug (Schwebfliegen, Käfer, Bienen) aller Art und die großen Holzbienen. Madame vergleicht ihren Flug mit Militärhubschraubern: groß, dunkel und immer sehr zielgerichtet etwas ansteuernd.

    Eine Wiese in gelb und rosa und violett. Die Knautien blühen noch, inzwischen aber hat das Labkraut die halbe Wiese eingenommen und blüht im bezaubernden Gelb. Darüber eine rosa-weiße Schicht aus rankenden Platterbsen. Hätten wir etwas von geplant, wir hätten es uns nicht besser ausdenken können.

    Da die Temperaturen erträglich sind, erfolgte leichtes Sommeraufräumen – Mohn an diversen Stellen abmähen, Schönheitskorrekturen mit der Heckenschere und die diesjährige Finalisierung des Wiesenwegkonzeptes. Die Pergola bekam ihr Schattiernetz, so dass auch die Sonnetage kommen können.

    Den Rosen geht es geht, Apple Blossom fühlt sich sichtlich wohl.

    And I knew it complete

    Prägendes Erlebnis meiner ehemaligen Interrail-Fahrt: der knallevolle Nachtzug von Montpellier nach Calais – nur ein Abteil war fast leer. Was sich erklärte, wenn man die Tür öffnete: Es stank massiv nach Alkohol. Ich war damals ebenso unerschrocken wie faul und zog einen Sitzplatz mit Abenteuer dem Gangstehen vor. Ich lernte einen lustigen Polen kennen, der mir Rotwein aus einer Plastik-Colaflasche anbot und mir ausführlich vom Theaterfestival in Avignon erzählte. Seitdem bin ich Fan des Festivals, freue mich natürlich wenn Christiane noch etwas mehr dazu schreibt: Erinnerungen an Avignon

    What’s the Right Way to Translate Chinese Dish Names? (via Kaltmamsell)

    Beste Art der Fernreise: von der aus Vietnam stammenden Kollegin zu deren Hochzeit in Vietnam eingeladen werden.

    Der Herr Flusskiesel hat seine Blogroll überarbeitet und eine kleine und feine Liste zusammengestellt. Und das sage ich nicht nur, weil iberty darauf steht.

    Posts mit Billy Joel werden hier natürlich immer verlinkt: It’s sad and it’s sweet

    Famous last words

    Es gibt zwei Gründe, warum ich noch ein New-York-Times-Abo habe. Einerseits. Durch mehrfaches kündigen und Bleib-hier-Angebote zahle ich derzeit nur 2 Euro im Monat dafür. Andererseits der Dealbook-Newsletter, der halt Nachrichten aus Perspektive der Finanzwirtschaft erzählt. Einerseits eine Perspektive, die ich sonst woanders nur schwerlich bekomme, andererseits sortiert der ziemlich gut nach relevanten Themen und irrelevanten Sau-durchs-Dorf-Debatten durch. Zum Wochenende zum Klimawandel (und ja, ich halte den Tonfall für Sarkasmus):


    Banks have started to bake this [Klimawandel-]forecast, once thought extreme, into their research. A recent report from Morgan Stanley on the air-conditioning market, which is expected to benefit from increases in urbanization as well as the frequency and intensity of heat waves, said its “base case” was a 3 percent rise in average global temperatures. In that scenario, how much did analysts expect the cooling market to grow by 2030?

    A. 16 percent, to $272 billion

    B. 41 percent, to $331 billion

    C. 104 percent, to $479.4 billion


    1. Unser Glück vermutlich. Der eigentlich zuständige Herr hätte uns vermutlich einfach in die Kontosperrung laufen lassen und dann einen Formbrief geschickt. ↩︎
  • 25-01-09 Fischsticker aus Steglitz

    25-01-09 Fischsticker aus Steglitz

    Der rbb24 titelt nebeneinander „Schnee wird erwartet“ und „Koks-Taxi hochgenommen.“ Schnee wird erwartet, aber kommt nicht.

    Währenddessen nähern sich die Brände in Los Angeles dem Hollywood-Zeichen.

    Die Ninja Creami droppt ihr Messer. Das ist unerfreulich – dann testen wir mal den Gewährleistungsprozess des Händlers.

    Madame erwarb eine Discounter-„Rettertüte“ mit andernfalls unverkäuflichen Lebensmitteln. Das bescherte uns so seltenes Januaressen wie Himbeeren oder Grüne Bohnen.

    Überraschendes vom Haus. Während die Hausverwaltung sich zum Thema „Silvesterrakete durchschlug Fensterscheiben“ erwartungsgemäß quer stellt, wurde der Beauftragte des Wohnungseigentümers tätig. Er schleppte ein kaputtes Oberlicht höchstselbst zum nächsten Glaser. Ich weiß nicht, ob ich emotional damit klarkomme.

    Auf dem Dachboden scheinen Arbeiten zu laufen, die sich nach dem Abflämmen von Teerpappe anhören. Das Dach selber fehlt weiterhin.

    Dafür teilte mir ein Kontaktformular-Bot (vmtl mit KI) der neuen Hausratversicherung mit, dass diese Gerüste am Gebäude nicht als bemerkenswerk ansieht. Ich möge die Versicherung bitte von einer Mitteilung über Baugerüste verschonen.

    Diesen „lesen“ der Kontaktaufnahme und die Antwort „Das müssen sie gar nicht senden – wollen sie trotzdem?“ ist mir neu und wirkt überraschend futuristisch.

    Offensichtlich fassten einige Kollegen einige Vorsätze für das neue Jahr. Auch ansonsten nehme ich einen frischen Wind der Abteilung wahr. Dieser war natürlich besonders deutlich, weil wir ein schickes Strategiemeeting beim Blumenfisch hatten. Ein Seminarraum, fast um die Ecke vom Büro, freundlich eingerichtet, freundlich begastgebert – Hauptsache wir essen nichts vom Obst der anderen Gruppe!

    Weil ich zu früh kam, gönnte ich mir ein kurzes Einhalten beim Blumenfisch-Café mit erster Arbeit. So mit gekauftem Kaffee und aufgeklapptem Laptop am Cafétresen kamen ungeahnte ich-bin-jung-und-arbeite-irgendeinen-wasmitMedien-Unfug-Vibes über mich.

    Der knirschende Organisationskörper, der sich zum Jahresstart in Bewegung setzt, lädt weiterhin Schmerzen bei mir ab. Mein knirschender Körper reagiert daraufhin mit Ruhebedürfnis. Außer Heimweg und Rückweg bleibt wenig.

    Immerhin nutzte ich den Heimweg, um in meiner Freizeit(!) mit eigenem Geld(!!) mein Lieblings-Arbeitsmaterial zu kaufen: Identische Fisch-Sticker mit denen jeweils zusammengehörige Mäuse und Tastaturen im Gebrauchtlagerbestand gekennzeichnet werden. Es hat sich über die Zeit als einfachste und zuverlässigste Low-Tech-Lösung erwiesen. Außerdem erfreut sie mein Herz.

    Einziges Problem beim Kauf: „Werken Spielen Schenken“ in der Steglitzer Schloßstraße leidet noch am Weihnachts- und Silvesterdekoansturm. Alle Regale sind leer. Es war nicht einfach Sticker in der richtigen Größe zu finden, mit denen sich jeweils Paare basteln ließen.

    Auf der Hinfahrt: Lebenspremiere im U-Bahnhof Schlossstraße. Anscheinend kam ich bisher mein ganzes Leben mit Bus oder Fahrrad an diesen Ort. Niemals fuhr ich U-Bahn. Was für eine tolle Pop-Architektur. Wie konnte ich sie bisher übersehen?

    Auf der Heimfahrt im M48-Bus ein live-Loriot-Impro-Theater. Zwei ältere Herren am Berlinern. Einer immer happy „Ach, guck mal! Da habe ich gearbeitet! Das war spannend! Schau! Was stehen hier für eindrucksvolle neue Bauten!“, der andere stets missgelaunt „Immer dieser Stau. Ich steig gleich aus! Hier steht gar nicht wo wir sind! Was soll das!“ Sie kamen glänzend miteinander klar.

    Grießschaum politische Verfolgung

    Herr Rau liebäugelt als Gründungsbibliothekar einer Schulbibliothek.

    Die Heritage Foundation, Autoren vom Project2025 und quasi der denkende Arm von MAGA, kündigt an, Wikipedia-Autoren verfolgen zu wollen, die ungewünschtes Schreiben. Vorerst mit der klassischen Taktik des Doxxing, also veröffentlichen von Namen und Adressen. Scoop: Heritage Foundation plans to ‘identify and target’ Wikipedia editors

    Dabei entdeckt. Es gibt in der englischen Wikipedia eine Seite über Personal security practices für Wikipedianer*innen.

    Auch eine mögliche Reisevorbereitung. Die Zubereitung von Roosamanna ehk mannavaht – Rosa Fruchtmousse oder Grießschaum aus Estland

    Lidl macht jetzt in schick. Discount deluxe: So versucht sich Lidl in Berlin als Warenhaus-Retter

  • 24-12-19 Liste von Filmen, die in „The Holiday“ empfohlen werden (18×0- (13,7))

    24-12-19 Liste von Filmen, die in „The Holiday“ empfohlen werden (18×0- (13,7))

    Richard of York gave battle in vain.

    Mit dieser Eselsbrücke lernen englische Schüler*innen die Farben des Regenbogens (Red, Orange, Yellow, Green, Blue, Indigo, Violet). Unter pubertierenden Penäler*innen auch gern umgedichtet zu Richard of York gave battle in Vagina.

    Dieses wichtige Wissen erlangten wir durch die Fernsehserie Taskmaster.

    Der Innsbrucker Platz ist Nummer 2 der Unfallschwerpunkte in Berlin. Als Mensch der den Platz regelmäßig überquert und regelmäßig Unfallfahrzeuge am Rande des Platzes stehen sieht, wundert mich das gar nicht.

    Die Lotto-Stiftung fördert eine Produktion der Komischen Oper von Jesus Christ Superstar im Flughafen Tempelhof. I need tickets. Entweder wird es großes Desaster oder eine begeisternde Sache – auf jeden Fall denkwürdig.

    Madame beorderte die Deckenlochbohrer zur Deckenlochstopfung. Stand aktuell: Gestopft, nicht gemalert. Auch die angedrohte Rohrfreilegung im Bad passierte noch nicht. Aber wir erfuhren, dass auf dem Dachboden – unserer Decke – das erste Mal seit Menschengedenken eine Dämmung auf dem Fußoden angebracht ist, unsere Wohnung also wärmer werden sollte als je zuvor.

    Der Kaptain widerfuhr eine Erscheinung aus der Vergangenheit. Mein Ex-Mitbewohner in Leipzig und (einige Jahre später) Ex-Genosse in Kiel tauchte in der Dithmarscher Landeszeitung auf. Er ist neuer ehrenamtlicher Geschäftsführer von Sarahs Getreuen in Schleswig-Holstein. Das ist jetzt einerseits überraschend, andererseits auch nicht. Hauptsache die Frisur sitzt.

    Wer jemals links der Mitte in Hamburg politisch aktiv war, weiß dass Hamburg ein ganz besonderer Ort voll bizarrer Überraschungen ist. Das BSW setzt diesen Trend fort: Sieben Mitglieder des Bündnisses Sahra Wagenknecht haben am Wochenende ohne Kenntnis des Bundesvorstandes einen Landesverband in Hamburg gegründet. Diesen Landesverband nennen sie „Bündnis für Vernunft und Gerechtigkeit“, ohne den Namen der Gründerin der Bundespartei Sahra Wagenknecht

    Unvergessen die Sitzung im Hamburger Gewerkschaftshaus 2001 als erst Mitglieder des anstrengenden Flügels des Saals verwiesen wurden. Nur damit sie kurze Zeit darauf im 1. Stock mit Plakaten auf dem Fenstersims balancierend und an die Scheiben hämmernd wieder auftauchten.

    Während der Postbote noch darum kämpft, jeden Großbrief an sein Ziel zu bringen, hat DHL in Schöneberg kapituliert. Die Weihnachtsaufmerksamkeit der BBB kam bei Kollegen bereits letzten Mittwoch an, hier noch nicht. Diverse Pakete befinden sich seit >1 Woche im Status „in der Zustellregion angekommen.“

    Bluten in Lichterfelde

    Während mir die rechte Hand des DRK seit Wochen Mails und Briefe sendete, um mich zur Blutspende zu treiben, weiß ich, dass die linke Hand des DRKs mich eiskalt abweisen würde, wenn ich käme. Grimpfung und Mandelentzündung sei dank. Also wartete ich brav meine Frist ab, bevor ich Dienstagabend den M85 Richtung Charité nahm.

    Die Deko dezent weihnachtlich, die Mitarbeiter*innen und Ehrenamtlichen sowieso immer total freundlich. Ich geriet an denselben Arzt bei dem vor zwei Versuchen die Chemie irgendwie nicht stimmte. Diesmal war alles okay und prompt waren auch die Werte okay.

    Das Spritzen blieb störrisch. Ich lernte den Einmal-sofort-Eispack kennen, der zur Blauer-Fleck-Vermeidung auf den Arm kam. Weil fast Weihnachten ist, ging ich sogar mit einem kleinen Geschenk in Form eines Kuschelschals nach Hause.

    Der eigentliche Grund, warum ich zur Blutspende gehe, war auch vorhanden: die Freiwilligen servierten frisch gestrichene Heckerle-Stullen.

    Wenig neues bei der immerwährenden Querdenkerdemo auf der Schloßstraße. Dieselben 10 Menschen, dieselben Schilder („Zahle bar!“ / „WHO – NATO – EU“ / Irgendwasmitfrieden) und derselbe Aufbau wie immer. Ihr Durchhaltevermögen schwächelt allerdings. Dass sie während meines Blutspenderückwegs bereits komplett zusammengepackt hatten, ist neu. Das gab es seit Corona nicht mehr.

    Alle Filme mit Irene Dunne

    Nach dem Regeltermin Blutspendet am Dienstag folgte der Regeltermin Fetch am Mittwoch. Das Odeon bringt einmal pro Monat eine klassische RomCom, wie alles im Odeon in OV/OmU. Im Dezember natürlich einen Weihnachtsfilm. Nach Love Actually im Dezember 2023 folgte 2024 Nancy Meyers The Holiday („Liebe braucht keine Ferien“) von 2006.

    Der Plot so realistisch wie zum Beispiel der Plot von Top Gun. Zu Weihnachten tauschen eine liebesleidende Engländerin (Iris – Kate Winslet) und eine liebesleidende Amerikanerin (Amanda – Cameron Diaz) ihre Wohnungen. Beide lernen jemand kennen (Graham – Jude Law – lernt Amanda kennen; Miles – Jack Black – lernt Iris kennen).

    Aber auf einer emotionalen Ebene ist alles wahr und jede*r kann sich in einem Charakter wiederfinden. Kate Winslet, Cameron Diaz, Jack Black und Jude Law sind allesamt vollkommen hinreißend, die Szenen charmant und Vieles fühlt sich vollkommen korrekt an.

    Was den Film aber groß macht, wird durch das fünfte Rad am Wagen neben den beiden Paaren, dargestellt: Arthur Abbott, Drehbuchautor aus der großen Zeit in Hollywood und Zufallsbekanntschaft von Iris/Kate Winslet in L.A.

    Abbott (ohne Alter, sein Schauspieler Eli Wallach war beim Dreh 90 Jahre alt) entführt Iris in die Welt des alten Hollywoods. Er bringt sie in seine Wohnung voller Memorabilia. Abbott erzählt Anekdoten von damals, nutzt dabei schöne Wörter wie gumptious oder Schmock und empfiehlt historische Filme. Meine Lieblingsszene des Films findet statt, als Abbott mit ein paar alten Kumpels eine Channuka1-Party2 bei Iris in Amandas Haus schmeißt.

    Wo Abbott aufhört, macht Miles weiter. Der Charakter ist Komponist von Filmmusik, er gestaltet den Film zu einer Hommage an die Filmmusik und insbesondere an den Komponisten Hans Zimmer.

    Zimmer komponierte die Musik für The Holiday. Im Film wird das Heimstudio von Miles gezeigt – dies ist eine ziemlich genaue Kopie des Studios, das Zimmer damals bei sich im Haus hatte.

    Die IMDB verzeichnet weit über 50 Verbindungen zu anderen Filmen. Vor allem aber von Filmen, die als DVDs in Regalen stehen. Ihre Titel sind ohne Anhalten von The Holiday kaum erkennbar.

    Das Blog watchingforever zählt nicht nur die Filme auf, die erwähnt werden, sondern geht auch tiefer darauf ein, wo Filme Nancy Meyer Filme referenzierte ohne sie explizit zu nennen: ‘The Holiday’: a modern rom-com with a classic movie heart:

    Von Arthur Abbott erwähnt

    His Girl Friday („Sein Mädchen für besondere Fälle“) (1940 – Klassiker der Screwball-Komödie, Rotten Tomatoes 99/100, in verschiedensten Listen der besten Filme aller Zeiten; und mir komplett unbekannt).

    The Lady Eve („Die Falschspielerin“) (1941) – Unkonventioneller Screwball-Klassiker

    Allgemein Filme mit Irene Dunne.

    Bluebeard’s Eighth Wife („Blaubarts achte Frau“) (1938 von Ernst Lubitsch) – wird nicht explizit erwähnt. Aber wenn Arthur das Konzept meet-cute erklärt, schildert er dazu eine Szene aus dem Film.

    In der Videothek

    Jaws („Der Weiße Hai“) 1975 – Filmmusik von John Williams – Miles performt die Titelsequenz

    Driving Miss Daisy („Miss Daisy und ihr Chaffeur“), 1989, Filmmusik von Hans Zimmer. Auch angesungen von Miles.

    The Graduate („Die Reifeprüfung“) 1967 – Songs von Paul Simon. Hello Mrs Robinson angesungen von Miles. Dustin Hoffmann hat ein Cameo als Videotheksbesucher und schüttelt den Kopf.

    Chariots of Fire („Die Stunde des Siegers“) 1981 – Musik von Vangelis.

    The Mission („Die Mission“) – 1986 – Musik von Ennio Morricone.

    Sonstige Erwähnungen

    Cinema Paradiso (1988, Musik von Ennio Morricone / Andrea Morricone) – Die Filmmusik läuft in Miles Auto als er Iris das erste Mal trifft.

    Mon Oncle („Mein Onkel“) – 1958 – das Poster hängt prominent in Amandas Haus.

    Once Upon a Time in America (Es war einmal in Amerika) 1984 – Musik von Ennio Morricone; die Titelmelodie von The Holiday beginnt mit den ersten Takten von Deborahs Theme aus Once Upon a Time.

    Der Mann im Mond braucht keine KI

    Da His Girl Friday in den USA keinem Copyright mehr unterliegt, beherbegt Wikipedia den kompletten Film.

    Wo ich schob bei Watchingforever rumstöberte entdeckte ich „Just Imagine“ It’s a pre-Code sci-fi musical comedy with Busby Berkley-like dance numbers, vaudevillian humor, a trip to Mars and a man brought back to life after 50 years.

    Die ehemaligen humoristischen Songwriter des Lumpenpacks kombinieren Billy Joel mit Slime: WZF?! (2.4 Update) feat. Alligatoah

    Maik Riecken mit vielen spannenden Gedanken zu KI in der Schule, insbesondere zum Thema „was passiert eigentlich kognitiv bei den Lernenden wenn sie KI nutzen“?: KI in der Schule? Ist sie nun einmal da und muss man sich deswegen damit beschäftigen? (via Hajo Inwanowitsch)

    Anmerkungen

    1. Überhaupt Chanukka-Party. Natürlich fand ich die Szene total schön, andererseits verfluchte ich meine Landsleute: wir könnten hier auch einfach nette, spannende Chanukka-Parties in Deutschland haben, wenn wir nicht die Feiernden vertrieben und ausgerottet hätten. ↩︎
    2. Der Weihnachtsfilm mit Chanukka-, Weihnachts und Silvesterparty. Wie es sein sollte. ↩︎
  • 23-01-14 Lokus-Gang-Kräuter

    23-01-14 Lokus-Gang-Kräuter

    Madame übt für den Rundfunkauftritt.

    Im Briefkasten entdeckte ich die Gasabrechnung für 2022. Die war erfreulich. Unsere letzte eigene Abschlagsanpassung im Spätsommer lief unter der Vorraussetzung „Alle denkbaren Schlechtszenarien treffen ein“. Sie trafen nicht ein.

    Den Briefkasten passierte ich als ich auf dem Weg zum innerstädtischen Sightseeing war. Er führte mich zu „Berlins No.1 Frische Center“ im Forum Steglitz; einem neuen Großflächen-Edeka, der vielleicht – hoffentlich nicht – verkörpert, wie Edeka sich die Zukunft des Einkaufs vorstellt. Meine Eindrücke waren, in zeitlicher Reihenfolge:

    (1) Überraschend ramschig

    (2) Sehr eng

    (3) Echt bizarr.

    Samstag Nachmittag ist nicht der optimalste Zeitpunkt, um einen Supermarkt zu erkunden. Aber der Müll, den ich schon vor dem Edeka antraf war nicht gut. Dass ich nicht einmal einen Entsorgungsort für die Einkaufsreste fand, die mir mein Vorgänger im Einkaufswagen überlassen hatte, erklärt vielleicht Teile des herumliegenden Mülls. Auch leere Großgebindeverpackungen in den Regalen wirkten nicht heimelig.

    Warum noch vor dem Eingang des Edekas der Zukunft eine größere Fläche gefüllt wird mit Toilettenpapier und H-Milch „billiger als zum Discountpreis“ – das mag vielleicht realistisch sein, dass irgendwann alle Supermärkte so aussehen. Aber einladend geht anders. Es passte ins Bild, das zahlreiche Schreibfehler auf Schildern auftauchten. Minutenlang erklang eine Warnsirene aus der Fleischkühlung, die auch drei ratlos davor stehende Mitarbeiter:innen nicht ausschalten konnten.

    Eng: Ich ging durch die überraschend kleine Gemüseabteilung und schlenderte im Sightseeingmodus. Ein junger Mann, offensichtlich in anderer Mission, rammte mir mehrfach seinen Einkaufswagen in die Hacken, weil zwei Einkaufswägen dort nicht durch den Gang passten. Für einen modernen Supermarkt wirkt es alles überraschend vollgestopft. Die warme, stickige Luft verstärkte den Eindruck effektiv.

    Bizarr: Neben den offensichtlichen Nachteilen gibt es auch große Veganbereiche, einen ausladenden Dry-Aged-Rindfleischschrank und die beste Berliner Fischtheke südlich des KaDeWes. Das Personal an den Bedientheken ist von einer höflichen Freundlichkeit, die in Berliner Supermärkten positiv auffällt. Der Laden hatte ein komplettes Alpro-Sortiment. Ich hätte mir Edelfleisch aus der Theke direkt an einer der Bedientheken braten lassen können und vor Ort verzehren. Auch die Käsetheke gehörte zu den besten 10% die ich bei Edeka gesehen habe. Das Drogeriesortiment war für einen Supermarkt eindrucksvoll.

    Stilleben von Edouard Manet "Austern". Ein Teller mit Austern, daneben eine Gabel, eine durchgeschnitte Zitrone und eine leere Austernschale.
    Édouard Manet: Huîtres.

    Der rationale Soziologe in mir sagte: „Führung im Team. Widersprüchliche Zielvorgaben. Überlappende Kompetenzen, und niemand redet miteinander.“

    Der desorientierte Besucher in mir fragte sich: „Warum bezeichnen sie selbst ihr Gemüse als ‚Grünzeug‘ „? Warum kann ich zwar aktuell fünf Sorten frische Austern kaufen, aber Nicht-ESL-Milch ist aus? Warum hängen Schleich-Pferde neben den Erdnüssen? Warum liegen Wolldecken neben der Milch?

    Warum stehen auf dem Gang zu den Toiletten lauter Infarm-Kräuterschränke? Der Ansatz, die Kräuter direkt im Supermarkt zu ziehen ist löblich. Auch befinden sich die Kräuter in verschlossenen Glasschränken mit eigener Kliamreguliereung. Aber welcher Kunde käuft diese, wenn er weiß dass sie einen Meter neben der Herrentoilette gewachsen sind? Und warum überhaupt heißt die Toilette ‚Lokus‘? Warum gibt es einen Probierstand für etwas, aber am Stand steht nicht angeschrieben, was man dort probieren kann? Warum sieht das vieles so lotterig so aus wie in den ehemaligen Real-Märkten aber es gibt neben den Austern auch göttliche aussehende Schollen und Biolachs an der Fischtheke?

    Gut, dass mir der Sonntag bleibt, um diese Erfahrung zu verarbeiten.

    Im Fernuni-Moodle entdeckte ich ausreichend Ergebnisse der Objektorientierten-Programmierungs-Einsendeaufgaben, um zu wissen, dass ich mich auch hier für die Klausur qualifizierte. Ich gewann damit also noch mehr lernen und den sicheren Klausurtermin Mitte Februar. Also auf zum Lernen. Ich begann mit „Fernuni & Chill“ und schaute die Erklärvideos, um mich langsam wieder ins Thema einzugrooven. Das war schön – auch weil es mir selbst vergewisserte, dass ich zumindest die Grundlagen von das alles ziemlich gut kann.

    Abends ging es zu Asterix-Freunden und den Alemannen.

    Ars Technica veröffentlicht einen spannenden Artikel zu „I disconnected from the electric grid for 8 months—in Manhattan„. Es klingt realistisch. Methoden: Er kann aufs Dach und dort eine Solarbatterie laden. Für Notfälle gibt es Strom an der Uni (er ist Teil des Uni-Lehrkörpers). Essen besteht zum Großteil aus rohem Salat, Fermentiertem und Stew, dass sich in Mehrtagesvorräten auf einmal mit einer Solarbatterieladung herstellen lässt. Er passt seinen Tagesrhythmus der Sonne an. Der Verzicht auf Radio, Fernsehen, Social Media ist offensichtlich. Interessant zu lesen, wie man das Leben verändern muss, um in einer Großstadt 2022 ohne Strom aus dem Netz leben zu können. Nur eine Frage beantwortet er mir nicht: wie wäscht er seine Kleidung?

  • 22-12-13 Pharao süßsauer

    22-12-13 Pharao süßsauer

    Um meinen CO2-Feuerlöscher-Kurs von gestern fortzusetzen:

    • Solltet ihr einen handelsüblichen Serverraum besitzen (also kein Rechenzentrum, keine ganze Etage, sondern einen Raum, bestenfalls Wohnzimmergroß), der ein bis eine handvoll Racks beherbergt und natürlich keine Außenöffnung besitzt.
    • Und sollte ein Feuer in diesem Raum sein.
    • Und ihr habt zufällig einen CO2-Feuerlöscher in der Hand, weil der die Technik nicht beschädigt.
    • Dann löscht von außerhalb des Raums.

    CO2 löscht, indem es den Sauerstoff verdrängt. In einem Raum von Wohnzimmergröße reicht ein Löscher locker, um sämtlichen Sauerstoff zu verdrängen. Und ihr wollt Euch sicher nicht in einem Raum befinden, in dem keinerlei Sauerstoff ist.

    Die beste Löschtechnik: Tür auf. Auf den Flur stellen. Einmal den Feuerlöscher in den Raum blasen. Tür wieder zu. Und warten bis der Raum entlüftet ist – oder die Feuerwehr mit Atemschutzmasken gekommen ist – bevor ihr die Tür wieder öffnet.

    CO2-Löschen ist Spaß mit Trockeneis!

    Bild: Brandweer Co2 von: Erik1980 Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

    Weniger Spaß mit Nasseis hatte ich heute morgen als das Fahrradschloss eingefroren war. Ich nahm also überraschend den Bus zum Südkreuz.

    Ich kam eher spät und dann war eher viel los. Anderthalb Stunden Zeitablauf, nur um endlich Gelegenheit zu haben, die externe Tastatur aus dem Schließfach zu nehmen und an den Rechner anzustöpseln, das hatte ich auch noch nicht. Nach dem Blumenfisch-Mittag wurde es weihnachtlich-entspannter. (Unser Azubi wirkt leicht überfordert von der Tatsache, dass man dort nur Bar bezahlen kann).

    Nach unserer Perlen-der-Cleopatra-Vorbereitung am Samstag erlebten KFL Abenteuer am Nil, bildeten erst sich und dann uns fort.

    Aufführungsort der Ägyptenbildung war ein „Chinese“, also ein Chinarestaurant wie es früher einmal war, mit Holzvertäfelung, Aquarium, Warmhalteplatten und Ente süßsauer. Selbst ein Telefon-Symbol hing noch an der Garderobe, wo früher einst der öffentliche Fernsprecher war. Das Hee Lam Mun ist laut Berliner Zeitung eines der besten chinesischen Restaurants Berlins. Wir hatten einen wohlschmeckenden, vergnügten Abend.