Kategorie: Alltag

  • 26-03-31 Mr. Darcy treibt kräftig

    26-03-31 Mr. Darcy treibt kräftig

    Wal, da liegt er.

    2026 gibt sich mit Buckelwal und beißendem-Wolf-bei-IKEA bereits im Frühjahr mehr Mühe im Bereich nachrichtenwürdiger Großtiere als manches Jahr im Hochsommer. Aber auch: Eine Nachrichtensendung in der ein Buckelwal in der Ostsee und Wölfe in der Hamburger Innenstadt vorkommen, schreit danach, Hintergrundgeräusch in den ersten fünf Minuten eines apokalyptischen Films zu sein.

    Und das noch vor dem Politikteil.

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    Streitpunkt mit Madame: Zählt „den anderen Ausgang am S-Bahnhof nehmen“ schon als Mikroabenteuer? Was sagt ClipClop dazu?

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    Montagmorgen am S-Bahnsteig schaute ich schon mal in das Handy. Generell bin ich sehr beeindruckt von der karibischen Schweizerin, halte sie für das beste was einem an Kollegin passieren kann und bewundere sie in vielerlei Hinsicht. Aber in diesem Moment dachte ich nur: „Meine Güte, Mädel, wie kann man Montagmorgen schon so motiviert sein?“ Beziehunsgweise dachte ich eher „Mgmmlknmnmthmotirtmm!“. Das sind Uhrzeiten, in denen ich selbst geistig noch nicht artikulationsfähig bin.

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    In der S-Bahn eine Frau, die ihr Handy in metallicrosa Hülle direkt an ihr metallicrosa Kopftuch hielt. Innerlich pfiff ich anerkennend.

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    Südkreuz. Rolltreppe. Mit April Lavigne: Can I make it more obvious?

    Blick auf einen Bauzaun, hinter dem das brandneue Folienbild einer Rolltreppe zu sehen ist.,

    Es war der Sonntag der zwei Gärten und ein Arbeitsmontag der Rinderlappen.

    Bleek und wie er die Welt sah

    Der Jazz-Noir-Film Mo‘ Better Blues vom letzten Donnerstag spukte mir weiterhin im Kopf herum. Wie kann ein Film, der so intelligent gebaut ist, an einzelnen Stellen so doof sein? Das ergibt keinen Sinn.

    Je länger ich darüber nachdachte, desto mehr stolperte ich über das Ende. Das ist in den doofen Schleifen des Films ganz besonders doof. Das kann nicht aus Versehen passiert sein.

    Das Ende muss der Schlüssel sein.

    Deshalb rekapitulierte ich: Ungefähr bei 80% der Filmlaufzeit ist Protagonist „Bleek“ Gilliam am Ende: Frauen weg, Band weg, Gig weg und er selbst so übel zusammengeschlagen, dass er nie wieder richtig trompeten wird. Dann kommt die sagenhafte Wendung, in der er innerhalb von zwei Minuten vom Tiefpunkt seines Lebens mit Hilfe purer Aufdringlichkeit zu Frau, Kind und einem Bilderbuchleben kommt, das genau seiner Kindheit entspricht.

    This cannot be real

    Und wenn es nicht real sein kann, ist es vielleicht Einbildung? Ist es das Traumbild von Bleek? Das er sich ausmalt?

    Ist es vielleicht der Punkt, an dem er die Realität nicht mehr verklärt, sondern komplett in Tagträume abdriftet. Schildert der Film die Realität gar nicht mehr als „objektiver Beobachter“ sondern zeigt er quasi das, was in Bleeks Kopf vorgeht?

    It’s just a dream

    Voraus dann der nächste Gedanke folgt: Wenn der Film am Ende quasi Bleeks geträumte Version der Geschichte zeigt, kann das auch am Anfang sein? Zu der Zeit als er noch nicht in Tagträumen lebte, aber offensichtlich eine ziemlich verklärte Sicht von sich und der Welt hatte?

    Dann würde vieles mehr Sinn ergeben: Die karikaturenhaftigkeit mancher Nebenfiguren. Die Tatsache, dass alle Frauen nie miteinander, sondern immer nur mit ihm reden. Sowieso, wie sehr die komplette Filmwelt um ihn herum kreist. Das ergibt überraschend Sinn.

    Ich müsste den Film noch einmal sehen, um diese These zu überprüfen. Also spätestens 2046 wenn er wieder mal in einem Kino gebracht wird.

    Zwei Gärten

    Hamptons der Mittelmark

    Unter ernsthaften Gärtnern ist die Forsythie eine Art André Rieu des Pflanzenorchesters. Plakativ, platt, ohne jede Tiefe, und ein One-Trick-Pony. Dementsprechend ist sie ähnlich beliebt unter Gartenfachleuten wie Rieu unter Musikkritikern. Aber wie auch der Rieu – die Menschheit liebt sie.

    Ungleich Rieu allerdings mögen wir sie auch. So ein strahlendes Gelb, gerettet mit Hilfe eines Ablegers aus dem Schöneberger Hinterhof, bringt sie die ganze Ecke aus Totholzstapel, dunkler Nachbarsfichte und bräunlich-grünen Wiesenresten aus dem Vorjahr zum Leuchten.

    Während die Narzissen langsam eine nach dem anderen die Köpfe ausstrecken, der Blattpflaum des Zierapfels einen Bartwuchs eines Vierzehnjährigen erinnert und die Rosen noch mit Austrieb vollbeschäftigt sind (selbst der kleine Mr Darcy) leuchtet sie schon wie eine Rolltreppenwarnabsperrung: Hier bin ich! Und es wird Frühling!

    Dann sehen wir: Beet 2L entwickelt sich zum Königskerzenwald. Weitere ungeahnte Schachbrettblumen treiben aus. Die Hummeln mühen sich in den Regenpausen ab,

    Wochenend-West

    Das Forsythienleuchten bedeutet aber auch: Die Exkursion nach Wochenend-West stand an. Auch dort stehen Obstbäume und Rosen, die geschnitten werden wollen. Auch wenn dort, Sandboden, halb im Wald, quasi alles anders ist als auf unserem sonnengefluteten Lehm, die Rosen wachsen hier wie dort.

    Wie bewunderten den neuen Zaun (kein Jägerzaun mehr, denn wie der Berliner sagt Jägerzaun = Jekreuzt), ebenso wie die neue Treppe. Wir informierten über Familienmitglieder, hörten uns News zur Fast-Triest-Reise an und zu den Problemen der Internet-Reisebuchung. Am Ende gab es Pilzsuppe, Gemüsequiche und wie immer den spirituellen Geist eines Asterix-Gelages am Lagerfeuer.

    Blick nach oben in die Brandenburger Nadelbäume. Dazu strahlendblauer Himmel.

    Pilze sind keine Pflanzen, sonst wären es ja Pflilze

    Gegessene Gemüsesorten zu zählen ist zugegebenermaßen eine hochgradig alberne Angelegenheit. So wie vieles im Leben. Erwerbsarbeit zum Beispiel. Aber hier wie dort, gilt: Die Albernheit läuft zur höchsten Form auf, wenn mensch sie in Regeln gießt.

    Wenn ich also die 30-Pflanzen-Challenge durchspiele, möchte ich halbwegs klare Regeln haben, was eine Pflanze ist und was nicht. Etwas Recherchen erbrachten den Ursprung der Angelegenheit: 10.000 Citizen Scientists schickten Stuhlproben und Ernährungslisten an Ernährungswissenschaftler und nach einigen Statistikskripts (RStudio?) und etwas Magie, entstand die Zahl von 30 notwendigen Pflanzenarten, die Citizen Scientist essen muss für die optimale Stuhlprobe.

    Es gilt:

    • Pilze sind Pflanzen (An dieser Stelle atme ich einmal gut hörbar ein.)
    • Verschiedenfarbige Gemüse zählen mehrfach. Also zum Beispiel Rote und Grüne Paprika.
    • Es geht vor allem um die sekundären, obskuren Inhalte. Wenn die noch vorhanden sind (Kaffee, Fermentiertes, Vollkornmehl) zählt das Lebensmittel. Wenn es zu stark verarbeitet ist, zählt die Pflanze nicht (Zucker, Weißmehl).
    • Es muss eine erkennbare Menge sein. Die ist bei Kartoffeln größer als bei Kurkuma, aber es muss schon echter Bestandteil der Mahlzeit sein, nicht der siebzehnte Zusatzstoff auf der Inhaltsangabe.

    Und nach all‘ der Vorrede zähle ich weiter für diese Woche:

    • 30 – Orange (Snack)
    • 31 – Feldsalat (Mittagessen)
    • 32 – Kumquat (Abendessenauftakt Wochenend-West)
    • 33 – Grüner Salat (Abendessensalat Wochenend-West)
    • 34 – Radieschen (Abendessensalat Wochenend-West)
    • 35 – Schnittlauch (Abendessensalat Wochenend-West)
    • 36 – Stangensellerie (Abendessensalat Wochenend-West)
    • 37 – Salbei (Pilzsuppe Abendessen Wochenend-West)
    • 38 – Champignons (Pilzsuppe Abendessen Wochenend-West)
    • 39 – Petersilienwurzel (Gemüsequiche Abendessen Wochenend-West)
    • 40 – Erdnuss (Erdnussmus, Frühstück)
    • 41 – Blauschimmel (Im-Käse-Lebenwesen, Frühstück)
    • 42 – Pak Choi (Hot Pot Friedrichshain)
    • 43 – Chinakohl (Hot Pot Friedrichshain)
    • 44 – Grüne Paprika (Hot Pot Friedrichshain)
    • 45 – Brokkoli (Hot Pot Friedrichshain)
    • 46 – Blumenkohl (Hot Pot Friedrichshain)
    • 47 – Diverse chinesische Pilze, die ich im Leben nicht benennen könnte (Hot Pot Friedrichshain)

    Viele Pandas

    Letzte Woche noch im Kino, heute schon mit uns im Hot-Pot-Restaurant-in-der-leblosen-Mall: Jazz Musiker*innen.

    Auch wenn die Spike-Lee-Versionen im Kino noch cooler waren als die Friedrichshainer vor uns, und außerdem Musik machten, waren die beiden vor uns die sehr viel bessere Wahl: Umgänglich, eine Freude für ihr Umfeld und einfach tolle Menschen. Im Leben siegt toller-Mensch-sein vor Coolness.

    Wir saßen im Ruyixuan Hot Pot Restaurant in einer Deko aus Plastikpandas, roter atmosphärischer Beleuchtung, um uns herum, viele Menschen, die ich nach China verorten würde. Eindrucksvoll die Frau mit dem spektakukären Blumen-Hemd unter dem rückenfreien Top, das sich beim zweiten Gang als Tatoo herausstellte.

    Gut, dass ich kein Mandarin kann: das eindrückliche Ohrwurmpotenzial des zuckersüßen Chinapops entfaltete sich weniger, wenn keine Wörter stellte.

    Schnell stellte sich die Frage: Wie authentisch ist zu authentisch?

    Wir hatten vor uns den typischen Hot-Pot-Tisch in dem Tomaten- und Pilzbrühe1 eingelassen waren, und konnten ans Buffet gehen. Dort lagen, hm, vermutlich Tierteile, die ich weder einem Tier noch einem bestimmten Teil eines Tiers hätte zuordnen können – nur Muskelfleisch war das nicht. Am Rand des Buffets standen 10 Schilder „Schichtdarm, Rinderlappen, Rindfleischkugeln, Entenfüße..“ und wir konnten raten, welches Schild zu welchem Teil gehört. Spannender wurde es in der Abteilung „aus der See“. Da sind die Tiere kleiner, manchmal war raten besser, aber so einiges war nur für den abenteuerlustigen Europäer.

    Glücklicherweise waren unbeholfene Europäer nicht die Hauptzielgruppe, aber auch vorgesehen. Nudeln, vielerlei Gemüse, vielerlei Pilze, Rindfleisch(muskel) und die nicht ganz so extravaganten Fleisch- und Fischstücke von „Ente“ bis zu „Hm, mal schauen“ ergaben ein köstliches Essen, dass sich wie es sich gehört über gesprächsreiche Stunden hinzog.

    Land-Grazien und Nagerteppiche

    Verbrennt die Handies. Denn quasi jeder Mann, der in der Beziehung Gewalt ausübt, dauerüberwacht seine „Partnerin“ auch per Tracking-App auf dem Handy. Das ist so ein Punkt in dem ich mich frage, ob das all‘ das nette, was Handies gebracht haben, die Opfer an anderem Ort wert sind.

    Im Deutschlandfunk sprach Miriam Peters vom Verein Land-Grazien über die Probleme, auch nur mit diesen Frauen zu reden ohne dass ihr Schläger es mitbekommt. Und noch über vieles Andere, was ich so prinzipiell weiß, dass es stattfindet – so im Detail ist es aber doch eine andere Nummer. Das ist hörenswert, und wird noch eindrucksvoller, weil Peters selbst auch nach allem was sie gehört und gesehen hat, immer noch lebendig und optimistisch auf die Welt sehen kann.

    Und Baustellen. Schwimmbäder. Rolltreppen. Demokratie erodiert nicht spektakulär. Sie verliert im Alltag. Verwaltung entscheidet Demokratie. (via)

    Holger spleisst: Mein erster Augspleiss.

    Holger lernte spleissen. Ich lernte: Frau kann Nagerteppiche abonnieren.

    Doch mal Wuthering Heights lesen.

    Der Tag, an dem mein Herz stillstand – 6 Monate später.

    Anmerkungen

    1. „die nach den Prinzipien der traditionellen chinesischen Medizin zubereitet wird, um die Durchblutung zu fördern und das Immunsystem zu stärken“ ↩︎
  • 26-03-28 Schokohimbeeren mit Sahne

    26-03-28 Schokohimbeeren mit Sahne

    Warum ist Jens Spahn noch im Amt?

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    Die Dammstraße zu den Latifundien ist repariert. Das Otterwechsel-Schild ist zurück!

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    Das Schlafzimmerradio ist kaputt. Der Whiskey ist alle. Selbst falls sich das Radio als irreparabel erweist, kann es sein, dass der Whiskey-Ersatz teurer wird als der Radio-Ersatz.

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    Schlechtes Zeichen: Ich gebe in den letzten Wochen zu oft mein Arbeitspasswort in den Privatrechner ein. Mein Geist hat Bürolösungsprobleme.

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    Dort hatten wir ein Datenstrukturgespräch mit dem technischen Service: Ich habe in kurzer Zeit erstaunlich viel über die eigentliche Schwimmbadtechnik mit ihren Pumpen, Filtern und Flockungsmitteln gelernt.

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    Am U-Bahnhof, eine Säule ist mit Folie abhängt. Darauf ein gedruckter Zettel „Achtung, chemische Behandlung.“ Auf dem Zettel eine handschriftliche Ergänzung „Zauber“. Vermutlich das einzige, was der Infrastruktur noch hilft.

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    U-Bahn-Gedanke 1: Immerhin kein Meth. Gedanke 2: Auch Alkohol kann verdammt kaputt machen.

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    An der Tankstelle: der erste Elektro-LKW, den ich bewusst sah1. Mit großer E-Power-Aufschrift und erkennbarer Batterie unterhalb der Ladefläche.

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    Die Einzugsparty führt zu verstärkten Sozialleben auch außerhalb der Party, mit den ganzen Menschen, die am 20.3. keine Zeit hatten. Am Donnerstag gab es Familienessen mit Kindern. Wir erfuhren, wie es sich bei Siemens Energiy arbeitet. Die Kinder freuten sich an der Bolognese und nicht so sehr an den eingelegten Tomaten der Vorspeise. Spontankreation am Tisch: Himbeeren mit Schokoüberzug, die dann mit Sahne übergossen wurden. Schmeckte wohl nicht so gut, wie sich die kleine Kreativgestalterin das vorher dachte.

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    Es war ein Donnerstagabendessen, ein Arbeitsfreitag und ein Gartensamstag.

    Die Männer kummen alleweil wieder zurück

    Ich frage mich, wie ich Jahrzehnte mit Tomaten auf den Augen, bzw. eher auf den Ohren, herumlaufen konnte. Warum entging mir Joy Fleming? Spätestens, dass sie als einzige Deutsche eine Veröffentlichung beim Label of all Labels, Stax, hatte, hätte mich aufwecken müssen.

    Aber irgendwie war da zuviel „Ein Lied muss eine Brücke sein“ und schlechte Schlagerjahre, um zu entdecken wie großartig sie ist. Naja, nachdem ich heute morgen im Radio2Ich sing fer’s Finanzamt“ entdeckte und dann gleich zum Neckarbrückeblues vorstieß, war ich hin und weg.

    Deutschland hatte Weltniveau und hat es nicht gemerkt.

    Einzelne Narzissen blühen, die Forsysthie bildet einen leuchtenden Block gelb im Hintergrund

    Auf dem Sanddorn: ein Rotkehlchen in Augenhöhe. Auf der Ramblerrosenunterlage: eine wild randalierende Blaumeise.

    Auf der Terrasse unter dem Vordach: Toni, die Nachbarskatze, von der Sitzwarte aus auf das Ende des Regens wartend.

    Vom Himmel: Der Regen. Madame nutzte kurz eine Regenpause, um mit der Heckenschere weiter zu arbeiten. Ich drehte die Runde zwischen E10-Benzin, dem Fleischereiwagen (mit Wildschinken) und dem Eierautomaten.

    Danach sitzen wir im Bungalow, freuen uns an den sichtbaren Knospen an den Birnen und den ersten zartgrünen Blättern des Zierapfels. WIr hören Musik, lesen Buch lesen, lesen Lokalzeitung, trinken Tee trinken, Kaffee trinken, Whiskey trinken, mehr Buch lesen, Internet lesen.

    Respect the Dressing room

    Aus dem Kino lernen wir: Zum Beispiel: Auf dem Boden liegen und Musik hören. Der Nachhall des Donnerstagsfilms3 bot sich an. Mo‘ Better Blues lief bei Boulevard Noir, den wie Robin, der großartige Kurator der Serie vor Beginn der Vorstellung anmerkte: Es passt atmosphärisch zum Vibe, den ich mit der Reihe schaffen möchte. Mo‘ Better Blues gehört zu den Musikfilmen mit dem besten Soundtrack. Eingespielt von Branford Marsalis und Terence Blanchard.

    Außerdem hatte der Film mir etwas zum Denken gegeben. Einerseits ein Meisterwerk. Tolle Musik, wahnsinnig gut gut gespielt, großartige Kostüme und emotional ergreifend. Das Ende ist so seltsam, dass es auf jeden Fall denkwürdig ist.

    Andererseits: Die Juden und die Frauen.

    Spike Lee spielt den glücklosen Hallodri

    Um die Grundlagen zu schaffen. Der Film konzentriert sich auf den Jazz-Trompeter Minifield „Bleek“ Gilliam (Denzel Washington) und das Bleek Quintett, das in einem New Yorker Nachtclub auftritt. Bleek ist von seiner Musik besessen, vernachlässigt sein Leben, seine „Freunde“, seine Frauen (plural) und eigentlich alles aus sich und seiner Musik. Der Film folgt ihm, wie sein Leben aufgrund dieser Egozentrik langsam zerfällt bis er vor dem Nachtclub mit seiner Trompete zusammengeschlagen wird, dabei so schwer verletzt wird, dass er nicht mehr spielen kann.

    Dann kommt das überraschende Ende, dass er mit Nervigkeit eine der beiden Frauen doch noch herumkriegt, sie romantisch heiraten, einen kleinen Trompetersohn kriegen und glücklich im Brownstone wohnen. Ist das ernst gemeint? Regisseur Spike Lee doesn’t tell.

    Uneasyness

    Problem eins, Wikipedia informiert mich: For his portrayal of Jewish nightclub owners Moe and Josh Flatbush, Lee drew the ire of the Anti-Defamation League (ADL), B’nai B’rith, and other such Jewish organizations. The ADL claimed that the characterizations of the nightclub owners „dredge up an age-old and highly dangerous form of anti-Semitic stereotyping“. – Ja, stimmt, das ist offensichtlich.

    Unübersichtlicher wird es bei den Frauen. Der Film spielt in einem misogynen Milieu, er ist sich nur irgendwie uneins, ob er es kritisiert, neutral darstellt oder doch mitträgt.

    Dem Film ist bewusst, dass das Milieu frauenfeindlich ist und manchmal kritsiert er es. Faszinierend die Szenen, in denen einerseits maskuliner schlimmer „Dressing room talk“ in der Garderobe zu hören ist, geschnitten mit dem Auftritt eines Black American Fips Asmussen, der so den Dressing-Room-Talk so schlimm und unerträglich auf die Spitze treibt, dass es jedem Film-Sehendem auffallen muss.

    Dass Bleeks Beziehungsmodell egoistisch und selbstbezogen ist, wird auch deutlich.

    Anderseits sind die Jazzer halt trotzdem unfassbar cool im Film, bei allem Scheiß den sie machen.

    Trotzdem schafft der Film nicht einmal den Bechdel-Test.

    Trotzdem sind die Frauen auch in der Filmästhetik Spiegel für Bleek und keine eigenständigen Charaktere. Trotzdem wird die eine Frau, die einfach selber in die Garderobe kommt, als unfassbar ’nagging‘ dargestellt, und jedem Zuseher ist nachvillziehbar, dass sie die Heiligkeit der Garderobe kurz vor dem Auftritt verletzt.

    Eingang zum großen Saal des Yorck Kinos, an der Tür ein Plakat von Mo Better Blues

    Exhalation

    There always have been arguments showing that free will is an illusion, some based on hard physics, others based on pure logic. Most people agree that these arguments are irrefutable, but no one really accepts the conclusion. The experience of having free will is too powerful for an argument to overrule. What it takes is a demonstration, and that’s what a Predictor provides.

    Eine der Philosophie-Studiums-Diskussionen, die mir in Erinnerung blieb, war die Diskussion, ob wir nicht nur Philosophie im engeren Sinn lesen sollten, sondern auch Literatur. Edel-Science-Fiction wie Stanislaw Lem wurde gerne als Beispiel genannt.

    Derzeit fiel mir ein ähnliches Buch in die Hand. Ted Chiangs: Exhalation. Eine vielfach preisgekrönte (Hugo, Nebula, Locus Awards) Kurzgeschichtensammlung. Das Buch schillert zwischen eleganter Erzählung und Gedankenexperiment; stellt philosophische Fragen in Geschichten verpackt.

    Manchmal vielleicht zu schwebend und ins spekulative abgleitend. Aber eine bereichernde Lektüre. BHätte ich es nicht aus der Bibliothek geborgt, wäre es ein Buch zum behalten.

    Wirklich Palmöl?

    Markus schrieb über die 30 verschiedenen Pflanzen, die man in der Woche aufnehmen soll. Sofort stellten sich mir Definitionsprobleme: Zählt Zucker wirklich mit? Was ist mit dem veganen Zwiebelschmalz von heute morgen? Zählen da alle 9 erkennbaren Pflanzen der Zutatenliste? Oder nur die Hauptzutaten Palmöl und Zwiebel? Zählt Palmöl überhaupt?

    Aber wie so oft, nur weil etwas theoretisch unmöglich ist, kann es praktisch trotzdem funktionieren. Und bei Sicherheit, dass ich auch konservativ gezählt in einer Woche weit jenseits der 30 landen werde, fing ich heute morgen an:

    • 1- Weizen (Party-Reste, aufgetaute Laugenstangen)
    • 2- Zwiebel (das Schmalz + Zwiebel (Bolognese) + Röstzwiebel (zum Salat))
    • 3 – Ölpalme (das Schmalz)
    • 4- Ananas
    • 5-13 Pflücksalat aus dem Plastikschälchen mit neunerlei Grünzeug (Rucola, Bull’s Blood, Tatso-Mizuna, Batavia rot, Batavia grün, Baby Spinat, roter Mangold)
    • 14 – Tomate (Bolognese)
    • 15 – Knoblauch (Bolognese)
    • 16 – Ernteanteil-Karotte (Bolognese)
    • 17 – Ernteanteil-Sellerie (Bolognese)
    • 18 – Ernteantel-Pastinake (Bolognese)
    • 19 – Pfeffer (Bolognese)
    • 20 – Oregano (Bolognese)
    • 21 – Lorbeerblatt (Bologense)
    • 22 – Olivenöl (Bolognese)
    • 23 – Ernteanteil-Kartoffeln
    • 24 – Tee (getrunken)
    • 25 – Wein (Weiß – Bolognese; Rot -getrunken)
    • 26 – Rapsöl (Salat)
    • 27 – Mais (Bourbon-Whiskey)
    • 28 – Bockshornklee (im Käse)
    • 29 – Kümmel (im Käse)

    Selbst wenn man um den Mais und Batavia grün/rot diskutieren kann. Ich bin recht zuversichtlich, dass wir in den nächsten sechs Tagen weit über 30 kommen.

    Die albanische Nationalkrabbe möchte Swingtanzen. Oder so.

    Wo ich schon beim Surfen in alter deutscher Musik war: Die allererste Sendung vom Talentschuppen aus Baden-Baden (1967).

    Auch in meiner ausgewählten RSS-Timeline las ich das zweite Blog, bei dessen Post ich von vorne bis hinten dachte „Das ist dieses typische Haselanten-Gesülze. Wie langweilig!“ Beide gehen eher in die semiprofessionelle Richtung, und eigentlich schätze ich ihre Attitüde. Aber irgendwie sehe ich trotzdem nicht, warum ich mich durch die entsprechenden Texte arbeiten soll. Wenn ich den Haselanten direkt befrage, bekomme ich wenigstens personalisierte Antworten.

    Eine unverkennbare eigene Stimme haben:

    Gelesen wird immer weniger (Auch gleich zum Zusammenhang zwischen lesen und schreiben)

    Es sollte allgemein mehr über Arbeit geschrieben werden: Gemeinsam konstruktiv

    Ich hatte ja keine Ahnung. Von Nichts! Aber jetzt ist mein Leben reicher: Ein Hoch auf japanischen Rock und Pop: Das Tsuta Rock Festival

    Flusskiesel sichtet die albanische Nationalkrabbe und mir beschwert das mindestens eine halbe Stunde gute Laune.

    Just do it! Ich möchte fast doch wieder mit dem Swingtanz anfangen, wenn ich das höre, ich möchte mich spontan irgendwo anmelden. Dieses Gefühl wird sich gleich wieder geben, ich weiß, aber dennoch … Ich würde behaupten, dass Männer, die alleine irgendwo beim Tanzen auflaufen, vermittelt sind, bevor sie auch nur „Ach ich weiß nicht“ denken können.

    Anmerkungen

    1. Nicht an der Zapfsäule. Am Halten, um Kaffee und ne Bockwurst zu kaufen. ↩︎
    2. Klassik, Pop et cetera natürlich. Die beste Sendung für augenöffnende Musikentdeckungen. ↩︎
    3. Yorck-Unlimited-No 17 – damit 14€ pro Karte. Das ist bei Yorck der Normalpreis-an-der-Abendkasse-für-einen-Film-mit-Überlänge. ↩︎
  • 26-03-26 Senior IT Administrator:in (d/w/m) oder Stellvertretende Abteilungsleitung IT (d/w/m)

    26-03-26 Senior IT Administrator:in (d/w/m) oder Stellvertretende Abteilungsleitung IT (d/w/m)

    Die Berliner Bäder vergeben aktuell zwei IT-Jobs: Senior IT Administrator:in und Stellvertretende Abteilungsleitung IT. Da ihr hier gelandet sein, beweist ihr Geschmack und Kompetenz und deshalb: Wenn es für Euch in Frage kommt: Bewerbt euch gerne!

    Die Stellen sind im öffentlichen Dienst, mit allen Vor- und Nachteilen, im Microsoft-geprägter Umgebung. Ihr müsst es nicht lieben, solltet davon aber auch keine Bauchschmerzen bekommen. Ihr dürft/könnt/müsst mit mir zusammenarbeiten. Für Fragen dazu bin ich natürlich auch absprechbar.

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    Ende der unbezahlten Werbeeinblendung.

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    Madame vermisste Vögel in der Kornellkirsche. Wie auf Zuruf kamen in der nächsten Minute zwei Meisen und kurz danach auch noch ein Eichelhäher. Ein schönes Tier!

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    Während die Kornellkirsche langsam an Blühkraft verliert, befindet sich die nebenstehende Verdachtskirsche kurz vor dem Ausbruch. Wir hoffen, dass sie sich gut mit dem angesagten Nachtfrost koordiniert.

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    Videomeeting mit Dienstleister „unten in Thüringen.“ Angesichts des Schnees auf seinem Dachfenster sah das für mich eher nach „oben in Thüringen“ aus. Wir einigten uns auf „700 Meter über dem Meeresspiegel kurz vor der bayerischen Landesgrenze.“

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    Ich habe die Ehre, 80 Seiten eines Romans-in-Entstehung lesen zu dürfen, und der ist richtig, richtig gut. Ein Wow-Moment.

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    Edeka Duolingo installierte Kameras über den SB-Terminals.

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    Im Südkreuz, eine junge Frau in Influencer-Beige mit Plüsch-Alpaka im Arm, das fast so groß war wie sie selbst. Und ich dachte immer, der Slogan „Alpakas-sind-die-neuen-Einhörner“ wäre nie aus den Laboren der Werbeabteilungen entkommen.

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    Im Südkreuz auf der Treppe (die Rolltreppen sind weiter außer Gefecht) rannte ein junger Mann mit Angel, Netz und entsprechenden Hut und Hose die Treppe hoch. Wohl doch kein so entspannendes Hobby.

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    Es waren drei Arbeitstage unterbrochen von Nachtkino.

    Das schwappende Geräusch der letzten Wellen

    Ich war mal wieder im Becken. Leider konnte ich nicht wirklich schwimmen. Irgendwie war ich die Hälfte der Zeit von dem Gedanken absorbiert: „Und ich wohne hier. Wie krass ist das?“

    Vielleicht weil es leerer war als sonst. Vielleicht weil ich mehr „Raum“ mitbekam und weniger auf andere Personen achten musste. Die guten Vorsätze aus dem Januar sind längst alle vergessen. Der beginnende Frühling zieht Menschen aus den Hallenbädern und nach draußen.

    Ich nutzte wieder einmal die Zeit, zum Vor-ins-Bettgehen-schwimmen-weil-es-so-schön-nah-ist. Und in den letzten paar Minuten vor dem Ende der Badezeit teilten wir uns zu dritt ein komplettes 25-Meter-Becken; während des draußen schon lange dunkel war, die Rettungsschwimmer*innen und Fachkräfte langsam begannen, zusammenzupacken und dieser ganze Raum in eine seltsam melancholisch-ruhige Stimmung versank.

    Geister in Neukölln

    Ein Traum in Türkis

    An der Kreuzung neben unserer Wohnung ist eine Autowaschstraße mit Boxen zum Auto-Selberwaschen. An der Herrmannstraße/Neukölln ist ein „Selbstwasch Hundesalon“.

    Das Neues Off-Kino in Neukölln wirkt, als hätten sie das Odeon umgebaut und dabei Wes Anderson als Stilberater eingestellt. Vielleicht habe ich neues Lieblingskino.1

    Ich unternahm geistig eine der heftigeren filmischen Achterbahnfahrten meines Lebens. Im gefühlten Tempo von 10 km/h. Der Kinobesuch am Dienstag2 ließ mich ähnlich sprachlos mit offenem Mund zurück wie damals in Sommer La Chimera. Nur war der Film diesmal nicht italienisch sondern thailändisch, mir fehlte also auch noch eine Menge kultureller Referenzrahmen. Die Frage „Was ist seltsam? Was ist normal?“ wird nochmal spannender, wenn ich keine Ahnung habe, was Macher*innen und Zielpublikum des Films als „normal“ empfinden.

    Geister existieren, wenn sie erinnern oder wenn sie erinnert werden

    A Useful Ghost / ผีใช้ได้ค่ะ (Thailand, Singapur, Deutschland, Frankreich 2025) ist das Erstlingswerks des Regisseurs Ratchapoom Boonbunchachoke. Er lief im Rahmen der In the mood-Reihe der Yorck Kinos. Der Film ist mit Hilfe internationaler Gelder aus Berlinale Weltfonds und ähnlichem entstanden, aber komplett mit einem thailändischen Team gedreht.

    Auch in Thailand läuft der als eine Art Arthouse-Film, hat aber gerade bei den weiblichen Hauptdarstellerinnen etablierte Mainstream-Stars am Start.

    Es handelt sich um eine queere Geister-Komödie / politischer Film / Sozialsatire.

    Es beginnt damit, dass ein Staubsauger nachts hustet und Staub wieder ausspuckt, läuft über die Krankenhausszene in der eine Krankenschwester mit einem Staubsauger darüber diskutiert, ob sie als Geist-der-Ehefrau-im-Staubsauger sich an die Besuchszeiten halten muss oder als Ehefrau zu jeder Zeit kommen darf und endet nach über zwei Stunden in einer Szene, in der die Geister des Massakers von 2010 blutige Rache am zuständigen Minister nehmen.

    Zwischendurch ist es eine Art Meditation über Fortschritt und seine Kosten und die Bedeutung der Erinnerung.

    Wie meine Eingangsworte vermuten lassen: Es ist schwer, den Plot in seiner ganzen Komplexität wieder zu geben. Es geht um Geister, die nicht gehen können, weil sie lieben und andere, weil sie noch offene Rechnungen mit den Lebenden haben. Es geht darum, wie die Lebenden versuchen, diese Geister auszunutzen (daher der Titel „A Useful Ghost“) und die Opfer, die dabei anfallen. Und zuletzt ist der Film queer: Mal fast klassisch (Mann-Mann) mal ungewöhnlich (Mann-Geist-Staubsauger).

    Neues Off Kino von außen. Nachts, Schaukästen und Ankündigungstafel über dem Eingang erleuchtet mit "A Useful Ghost"

    Das Denkmal für die Revolution von 1932 fällt

    • Für seine Komplexität und Absurdität ist der Film sehr langsam erzählt. Lange Einstellungen, spärlicher Dialog, Schauspielern auf engem Raum.
    • Es ist ein Erstlingswerk. Ich vermute, jede*r erfahrene Regisseur*in hätte versucht die 800 spannenden Ideen des Film auf 8 zu kürzen, und jede davon mehr durchzuerzählen. Das wäre dann ein formal besserer Film geworden – aber halt auch viel weniger spannend.
    • Mir fehlt jeglicher Referenzrahmen für thailändischen Film. Aber ich vermute, dass dieser Film auch in Thailand aus dem Rahmen fällt. Um so spannender, dass er mit Davika Hoorne und Apasiri Nitibhon zwei echte dortige Stars an Land zog – soweit ich recherchieren konnte, im Fall Hoorne aus persönlicher Bekanntschaft und weil sie das Drehbuch spannend fand.
    • Dass das gestürzte Denkmal, geräumt zugunsten einer Shopping-Mall, an die Revolution von 1932 erinnerte, zum Beispiel musste ich mir erst im Nachhinein anlesen. Bei einem Film, der sich so nachdrücklich um das Thema Erinnern dreht, war das eine Bedeutungsebene, die mir fast entgangen wäre.
    • Die Staubsaugerfabrik sieht so aus wie deutsche Fabriken in den Filmen aus den 1960ern/1970ern, bei denen ich immer denke „die gibt es nicht mehr.“ Doch gibt es: in Thailand.
    • Was ich am Film spannend finde: So sehr die Story die greifbare Realität verlässt, so sehr zeigt er Alltag in einer Welt, die mir sehr fremd ist.
    • Dieser Regisseur ist kein Freund buddhistischer Mönche. Wahrlich nicht. Aber ihre Szenen sind sehr lustig.
    • Ich liebe den Film dafür, dass der Minister als charmanter Sympathieträger eingeführt wird, und sich erst langsam seine Seite als Massaker-Befehlender offenbart. Wobei er als Mensch im eins-zu-eins immer noch charmant und sympathisch bleibt, auch wenn schon klar ist, wie viele Leute er hat umbringen lassen.

    Licht und Schatten

    poupou auf der Suche nach parfümfreien Deo: Parfümfrei: Deoprobleme (unbezahlte Werbung)

    Madame kann beisteuern: Auch Fish&Chips ist ein hervorragenden einarmiges Essen: Abends aßen wir im Restaurant. Bei der Auswahl bin ich zurzeit etwas eingeschränkt, da ich möglichst Gerichte wähle, die problemlos einhändig zu essen sind, etwa Penne mit Rindfleischstreifen oder Erbseneintopf, weil das Essen mit Messer und Gabel wegen der Armschiene etwas mühsam ist. Auch weiterhin gute Genesung.

    Licht und Schatten und licht und ton.

    Ich würde diese Beobachtung aus der S-Bahn bestätigen: Dabei habe ich festgestellt: Man liest offensichtlich wieder. Entgegen all der Meldungen zur Krise des Buches und der Buchhandlungen hatten eine Unzahl von Solo-Personen Bücher in der Hand, und zwar Bücher aller Art

    CW häusliche & sexuelle Gewalt: Grandma’s Hands

    Der grosse Herr Maus, der montags erst um zehn in der Schule sein muss, bekam kurz vor halb zehn einen Anruf von einer unbekannten Nummer. Da sie aber nicht nach einer Werbenummer aussah und er ausserdem einen Rückruf aus der Poliklinik erwartete, ging er glücklicherweise ran. Es war eine Lehrerin, die Aufsicht bei den Abiturprüfungen hatte, und nun anrief, um zu fragen, ob der grosse Herr Maus denn gar nicht zum Deutschabi – das er genau wie die grosse Schwester vor zwei Jahren jetzt schon schreibt – zu kommen gedenke. Ich hörte ihn nur panisch „Was, heute? Jetzt?!“ ins Telefon rufen

    Anmerkungen

    1. Auch das Kino-Kompendium scheint mir ungewöhnlich enthusiastisch im Tonfall. Zu recht. ↩︎
    2. Yorck Unlimted No. 16, damit 14,88€ pro Film. ↩︎

  • 26-03-24 Nur das versteckte Sektglas blieb

    26-03-24 Nur das versteckte Sektglas blieb

    Inspektionstermine beim Fahrradmeister haben eine Wartezeit von sechs Wochen.

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    In der Lokalzeitung lernte ich, dass der Haupt-Außen-Drehort des Netflix-Brüllers Kacken an der Havel in der Kleinstadt Kremmen direkt neben den Latifundien liegt.

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    Im Schöneberger Ex-Kiez hingegen: 38-Jähriger in Schöneberg angeschossen. Was das zweite Mal innerhalb eines halben Jahres ist, dass in 100 Meter Umkreis der Ex-Wohnung Menschen aufeinander schossen. Vielleicht gibt es ein zuviel an Großstadt-Flair.

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    Das Sommersemester 2026 ist das letzte Fernuni-Semester in dem es – je – in allen Zeiten – für immer – gedruckte Studienbriefe geben wird. Ich überlege noch spontan alles zu belegen, was ich vielleicht je belegen wollen würde, um diese Chance zu nutzen.

    Außer natürlich die Digitalisierung bricht an ihren inneren Widersprüchen zusammen, was in den nächsten Jahren auch nicht ausgeschlossen ist.

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    In meinem Kopf kreist eine Partyidee, die ich mit Abstand immer besser finde. Leider wird es keinen Markt geben. Ich mache mich selbstständig unter dem Claim „Informationssicherheit im Zeitalter globaler Krisen – Resilienz durch Rohrpost.“

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    Auch kreisen in meinem Kopf noch leichte Neidgefühle als ich vom Diplomarbeitsthema „Geschenkpapier“ hörte.

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    Positive Partynachwirkung: Wir leben temporär in einem Blumenladen.

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    Es waren die Tage danach: Nach der Klausur, nach der Einweihungsgsparty, nach dem Subbotnik-direkt-im-Anschluss-an-die-Einweihungsparty.

    Weiterhin bleiben die drei Schachbrettblumen unerklärlich

    Nach der direkten Klausur-Party-Subbotnik-Abfolge, brauchte ich den Sonntag, um mich selbst wieder mit mir selbst zusammenzubringen.

    Ich zupfte ein wenig ein frisch gesprießtem Brennnesseln, sah Madame beim Rosenschneiden zu, erfreute mich am Tagpfauenauge und freute mich vor allem darüber, in der Sonne zu sitzen.

    Wir diskutierten, welches die beste Feldfrucht für den Acker nebenan wäre. Kartoffeln wären nett, die haben schöne Blätter und blühen gut. Oder Kohl1: Die Felder in Dithmarschen sehen toll aus. Aber beides wird in Brandenburg nicht in Mengen angebaut.

    Spargel wäre ortstypisch, sieht nach der Saison auch schön aus, wäre in der Saison aber zu anstrengend. Raps sieht zwar zeitweise toll aus, riecht aber auch durchdringend. Mais bildet im Herbst die dunkelgrüne Wand: eindrucksvoll, aber doch auch deprimierend.

    Am Ende ist wahrscheinlich sanft wogendes Getreide das beste was uns auf dem Acker passieren kann. Wir haben Glück, dieses Jahr sieht es ganz danach aus.

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    Zwei Kraniche beschlossen, den Sommer über in Brandenburg zu bleiben und flogen zwei Meter über dem Bungalow vorbei.

    Aus der Höhe, knapp noch kreisend über dem Acker zu sehen, der Schrei zweier Rotmilane.

    Noch ist alles auf den ersten Blick das meiste im Garten braun-grün. Aber es sprießt und keim und knospet an allen Ecken und Enden. Die Farbenpracht steht kurz bevor.

    Tisch weg. Tischtuch bleibt.

    Nachdem wir uns selbst wieder halbwegs alltagstauglich hergerichtet hatten, durfte dann auch der Rest der Wohnung und Umfeld dran glauben.

    Das Auto durfte mal wieder durch die Disco-Inferno-Waschstraße. Offenbar ist der Frühling jetzt lange genug anwesend, damit die Waschstraßenschlange am Wochenende nicht noch hundert Meter die Straße entlangläuft.

    Wir räumten ein wenig hin und her:

    Bier, Tonic Water und Cola wanderten ins Auto – erfahrungsgemäß geht das am Wochenende im Garten besser weg als in der Woche in der Wohnung.

    Die Klappstühle und der Klapptisch wanderten zurück in den Keller. Das restliche Geschirr drehte Runden durch die Geschirrspülmaschine. Nur ein einzelnes Sektglas versteckte sich bis zum Montagsfrühstück in einer hinteren Regaleckeund darf nun allein unter Alltagsgeschirr seine Waschung durchlaufen.

    Die Zitronen-Tischdecke blieb. Die ist zwar grenzwertig groß für den Wohnzimmertisch in seiner Alltagsgröße. Aber sie macht mir einfach gute Laune.

    Nusskanne, Vertreibung, Versöhnung

    Max war im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung – ein Zentrum, das einen maximal schlechten Start hatte, aber sonst sehenswert ist.

    Eine Website zur Nusskanne: Nusskanne.de. Ich hatte keine Ahnung! (via)

    Ich habe auch mal an einer Dunkelfeldstudie teilgenommen. Es war ein Weizenfeld, ich war besoffen und hinterher war das Fahrrad kaputt.

    Anmerkungen

    1. Das Trendgemüse 2026. ↩︎
  • 26-03-21 Es herrschte viel Ostwind, denn dort liegt fast nur Eiche

    26-03-21 Es herrschte viel Ostwind, denn dort liegt fast nur Eiche

    Diversität umfasst objektive und subjektive Merkmale, in welchen sich Menschen unterschiedlicher sozialer Gruppen unterscheiden.

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    Ein PIN-Post-Paketbote brachte 10 Kilo Wolkenberg.

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    Positiver Nebeneffekt der Digitale-Diversitäts-Klausur: Ich bestellte den Kalender der Vielfalt für’s Büro. Ich kenne mindestens eine Person, die das richtig gut finden wird und eine, die es ziemlich fragwürdig finden wird. Bei Beiden ist es richtig, den Kalender aufzuhängen.

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    Der zweite Baumstrauch vor dem Wilmersdorfer Wohnzimmerfenster beginnt zu knospen. Madame vermutet eine Kirsche.

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    Auf unserem Parkplatz-Garten entstanden Familienfotos in Festkleidung vor den blühenden Forsythien. Nach einiger Zeit gelingt mit der Gedankensprung: „Zuckerfest.“

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    Ein Kollege sagte mir, er zähle die Tage bis die Freibäder wieder öffnen und er wieder an der frischen Luft arbeiten können. Auf meinen Versuch, interessiert zu wirken, indem ich fragte „Wie viele sind es noch“ kam aber nur ein „Öh.“

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    Es war ein Bildungsurlaubstag mit Klausur und Wohnungseinweihungsfestivität und ein Subbotniksamstag.

    Bordieu auch, natürlich

    Ich fand mich sehr im Jahre 2026 lebend, als ich per Uber Eats ein USB-Kabel bestellte, damit ich meine Online-Klausur „Diversität“ schreiben kann. Denn nicht nur fiel mir in letzter Minute auf, dass ich seit der letzten Online-Klausur umgezogen war – vor allem fiel mir auf, dass das von der Fernuni gewünschte Setup – mit einer Webcam schräg seitlich auf mich und den Schreibtisch mit Monitor – in der neuen Aufstellung von Rechner, USB-Anschluss und Wand mit dem alten kurzen Kabel nicht mehr funktionierte.

    Und weil ich nicht noch ein bis zwei Stunden damit verdödeln wollte, mir ein entsprechendes Geschäft zu suchen und nach dem entsprechenden Kabel zu fanden, bestellte ich online und der Essens-Lieferdienst brachte zwanzig Minuten später drei Meter USB vorbei.

    Ich lernte noch einmal die grundlegendste aller Definitionen zu Diversität. Ich rekapitulierte, dass das Modell der Charta der Vielfalt auf Gardenswartz and Rowe (2003) zurückgeht und ich versuchte, Grafiken auswendig zu lernen.

    Bei der Klausur merkte ich schon, dass ich Thema prinzipiell kenne, aber auch prinzipiell übersichtlich viel gelernt hatte. Ich wusste an entscheidender Stelle noch, dass es ein Verhalten von der Verhaltensabsicht abhängt, und diese höher ist, wenn das soziale Umfeld das Verhalten befürwortet. Aber ob es in diesem konkreten Modell nun die „soziale Norm“, der „soziale Standard“ oder die „soziale Erwartung“ war – keine Ahnung.

    Und ach, Axel Honneth hat etwas zu Akzeptanzdimensionen gemacht? Kam das echt im Modul dran?

    Also ich werde nicht glänzend gewesen sein. Aber ich denke schon, dass die Klausur nett gestellt war, ich das Thema an sich durchdrungen hatte und vermute auch, dass nett korrigiert werden wird.

    Das wird.

    Bunte amerikanische Messbehälter für Cup-Maße sind ein gutes improvisiertes Kinderspielzeug

    Und nach der Klausur wurde es Zeit, die drei Meter USB-Kabel wieder einzusammeln, den zweiten Monitor wieder vom Gästebett zu bergen und all den anderen Krempel zurückzustellen, den ich aus der Schreibtischnähe geräumt hatte, um ja nicht den Anschein zu erwecken, schummeln zu wollen.

    Denn kaum hatte ich das Klausur-Meeting verlassen, machten sich die ersten Partygäste auf den Weg. Wir hatten zum Umzugs-Einweihungs-Open-Flat geladen „Kommt irgendwann vorbei nach 16 Uhr, drop in, tune in, drop out, Schokokuchen, Brezeln und Gin Tonic gibt es auch.“

    Es kam eine wilde Mischung von Menschen, die sich erfreulich gut ergänzten, anscheinend auch gut miteinander auskamen, und immer wenn ich mal in eine Gespräch hineinhörte, klang es spannend.

    Es begann um 16 Uhr mit einem Ex-Aikido-Lehrer-Rettungsschwimmer mit Informatikstudium. Zwischendurch klagte eine NGO-Lobbyistin über die jungen CDU-Schnösel, die noch nie etwas im Leben erlebt haben aber so altklug sind, dass sie es gar nicht erst nötig haben anderen zuzuhören und es endete um 23 Uhr damit, dass Madame und die Alt-Ostberliner-Künstlerin sich an gemeinsame Meerestier-Töpfer-Erfahrungen erinnerten.

    Was ungewöhnlich aber schön war: immer wieder kamen in ihrer Pause direkt vom Dienst Rettungsschwimmer und Fachkräfte in Uniform und Badeschlappen, nahmen etwas Kuchen, unterhielten sich kurz, und die jüngste Partygästin bekam auch eine kurze Führung durch die Schwimmhalle.

    Verschiedene Käse, Brot, veganer Schmalz und Gebäck auf Buffet.

    Mit letzter Kraft zur Kaffeegartenrunde

    Der Rasenmähertraktor sah aus wie ein Go-Cart

    Nach der Party blieb Kuchen. Aber wir hatten Abnehmer*innen: denn mühsam quälten wir uns aus dem Bett, um Samstag um 10 Uhr auf den Märkischen Latifundien zum Vereinssubbotnik anzutreten. Der Rest-Kuchen war ein guter Beitrag zum Buffet.

    Es wurden Lampen geputzt, Geräte repariert und der Häcksler gefüttert. Wie jedes Jahr gab es die Diskussion „soll das Laub wirklich von der Rasenfläche gerecht werden, die als Vereinsparkplatz dient?“, die wie jedes Jahr mit dem Beschluss endete „Ja, denn es ist Eichenlaub, das ist schwierig.“ Dieses Jahr ergänzt um: „Es herrschte viel Ostwind, denn dort liegt fast nur Eiche.“

    Madame und EnergyD übten für ihren Stihl-Werbespot: Zwei Frauen mit Elektro-Heckenscheren im Kampf gegen das Schlehe-, Wildrosen- und Brombeerdickicht am Übergang von der Ausgleichsfläche zum benachbarten Acker. Jede Baumarkt-Werbeabteilug wäre begeistert gewesen von ihrem Anblick.

    Abends: Erschöpfungs-Pizza

    Madame entdeckte eine erste aufgeblühte Forsythien-Blüte auch in unserem Garten und beschloss, dass sie endlich die Rosen schneiden darf.

    Diesmal wählte sie den Ettenbühl-Schnitt (auf eine Höhe einige, alles darüber weg, und wirklich jeden einzelnen Ast anschneiden) nicht ihren sonst üblichen („Altes Holz unten kürzen, neues weitgehend lassen“).

    Im Beet: Zwei blühende Schachbrettblumen. Wie kamen sie dorthin? Niemand weiß es. Woher das erste aufgeblühte Lungenkraut kommt, wissen wir immerhin, freuen uns aber auch darüber sehr.

    Im Nachbargarten: Zwei Amseln. Die ersten seit Jahren. Eine gute Nachricht. In unserem Garten: Rotkehlchen, Bachstelze und Hummelköniginnen. Solitärwespen und eine Holzbiene suchten nach Löchern im Holz, um dort ein Gelege zu errichten.

    Im Ohr: Duo-Elektro-Heckenscheren von Ostnachbar und vom Westnachbar. Nachbar West operierte kosmetisch den Liguster an der Grenze zu uns.

    Meine Freundin, die Frühjahrsmüdigkeit

    Meine Freundin, der Lacklaborant

    Es ist faszinierend. Perry Rhodan hat mich komplett nie interessiert. Sobald Herr Rau darüber schreibt, demke ich „Ach, spannend“: Perry Rhodan 150 bis 179 Da kann ich dann gleich weitermachen: E.T.A. Hoffmann hat mich immerhin interessiert, aber ich bin mit seinem Stil nicht zurecht gekommen. Vielleicht sollte es nochmal probieren: E.T.A. Hoffmann, Die Elixiere des Teufels

    Christiane hat angebadet: Im März am Meer oder auch im März IM Meer.

    Ja – mich. Es gibt ihn noch: Den User, der Telefon und PC per Kabel sychronisiert

    Originell fand ich aber den Gedanken, dass der Begriff und das Gedankenkonstrukt nicht in allen Sprachen und Kulturen vorkommen, nicht einmal bei unseren direkten Nachbarn. Die Frühjahrsmüdigkeit ist am Ende wissenschaftlich nicht haltbar, aber doch eine deutsche Tradition und damit auch ein deutscher Wert. Die Frühjahrsmüdigkeit (man muss sich das Wort in Fraktur geschrieben und im Wochenschautonfall gesprochen vorstellen) ist daher selbstverständlich auch von den Menschen einzufordern, die hier einwandern.

  • 26-03-19 Suche Empfehlungen für Litauen-Bücher (Tapferes, kleines Handrührgerät)

    26-03-19 Suche Empfehlungen für Litauen-Bücher (Tapferes, kleines Handrührgerät)

    Am Südkreuz, ein Service-Fahrzeug der Hamburger Hochbahn.

    **

    Nachdem dort am Südkreuz die Plätze ausgehen, an denen sich „Rolltreppe-kaputt“-Absperrungen und Schilder aufstellen lassen, dehnt DB InfraGo die Hinweise auf die Laufbänder an den digitalen Abfahrtstafeln aus. „Nur wenige Fahrtreppen verfügbar“ teilen sie mir mit. Ach.

    **

    Ein Forschungsprojekt möchte mich als neuem Studiumsabsolventen für das Projekt „Dynamische Bildungs- und Erwerbsverläufe“ über „..die Veränderungen, die sich im Leben junger Menschen oft in kurzer Zeit ereignen“ befragen. Offenbar ist mein persönlicher Bildungs- und Erwerbsverlauf zu dynamisch, um in deren Raster zu passen.

    **

    Mein Supermarkt teilt mir etwas von Eierlieferproblemen mit, informiert aber auch mit „Hochdruck an einer Eierlösung“ zu arbeiten. Leider tauchen vor meinem inneren Auge sofort Supermarktmitarbeiter in der Hocke mit angespanntem Gesichtsausdruck auf.

    **

    Muss mensch auch erstmal schaffen: Als Kulturstaatsminister zur Leipziger Buchmesse kommen, und von allen Besucher*innen, dem Börsenverein des Buchhandels und dem Oberbürgermeister auf der Eröffnungsfeier abgewatscht werden.

    **

    Das Schöne an der Wohnung: Wenn ich um 20 Uhr beschließe noch mal schwimmen zu gehen, aber bis 20:45 Uhr lethargisch im Sessel hänge, komme ich trotzdem noch vierzehn Minuten vor dem 21-Uhr-Einlasschluss ans Drehkreuz.

    Der Nachteil: Wenn einen alle Rettungsschwimmer*innen und Fachkräfte am Beckenrand persönlich kennen, fühle ich mich genötigt nicht allzu planschig im Becken rumzufaulenzen.

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    In der Mittagspause: Gespräche welches Kind auf das monochrom beigste aller Essen besteht.

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    Es waren drei Arbeitstage im Zeichen kommender Ereignisse.

    The Thin Man möchte in der Thomas-Dehler-Bibliothek abgegeben werden

    Die gesammelten Romane von Dashiel Hammett mussten zurück in die Bibliothek.

    Es gab eine Vormerkung einer anderen Person – was mich rein abstrakt freut, das Buch wird noch gelesen. Konkret bedeutet es für mich einen Abbruch inmitten der Lektüre.

    Leider fehlen mir noch The Glass Key und The Thin Man in meiner Lektüreliste. Aber das wird. Bei der weiteren Maltese-Falcon-Lektüre stellte ich fest, wie sehr sich der Film in meinem Hirn verankert hat.

    Der ist eine sehr getreuliche Adaption des Buches und ich konnte gar nicht anders als vor meinem inneren Auge stets die Filmszenen zu sehen und zu denken „kenn ich schon“. An den wenigen Stellen an denen das Buch abwich und noch ein paar Extraschlenker einbaute, war ich sofort wieder aufmerksam und begeistert.

    Vilnius Poker – was noch?

    Langsam könnte ich mich in Voraussicht des Sommers eh auf eine neue Gegend eingrooven.

    Es wird Zeit für die Litauen-Lektüre: Sachbücher, aber vor allem Romane, um ein Gefühl für die Gegend zu bekommen. Mein Internet spuckte bisher Vilnius Poker und Silva rerum als wichtige Romane über Litauen aus – aber selbst Silva rerum ist schon in keiner Sprache mehr erhältlich, die ich verstehe.

    Wer also gute Romane und Sachbücher über Litauen auf deutsch oder englisch empfehlen kann – immer her damit!

    Das letzte Kimchi

    Es ist vorbei. Die letzte Gemüslichkeits-Lieferung der Saison lag im Spanholzschrank an der Bibliothek. Die Solawi hat die Lager geräumt und fand dort neben den (seltenen) Kartoffeln auch noch Grünkohl, Spinat und Kimchi. Es werden noch einmal Festtage werden bevor der Monat der Gemüseentbehrungen kommt.

    Die nächste Lieferung kommt im Mai, wenn wieder etwas Frisches zu ernten gibt.

    Die Gemüslicher suchen noch mindestens 15 Mitglieder für das nächste Jahr. Falls ihr in Berlin oder der Prignitz wohnt, Gemüse tatsächlich mögt (und nicht nur denkt ’sollte ich öfter‘) und regelmäßig so von Anfang an selbst kocht, vermitteln wir gerne.

    (Das sind natürlich keine offiziellen Einstiegsvoraussetzungen. Aber ohne diese Eigenschaften wird es unerfreulich werden, jede Woche Überraschungsgemüse verarbeiten zu müssen.)

    Rueblitorte und Gin Tonic

    Unsere Vermieterin meinte es gut mit uns – also nicht mit uns direkt, sondern allgemein mit den Bewohner*innen unserer Wohnung. Die Kornellkirsche vor dem Fenster ist eine einzige Pracht – und das zu einer Zeit, in der sonst nur erste Knospen zu sehen sich und sich die ersten Forsythien gerade ganz vorsichtig ein bißchen ans Blühen wagen.

    Wenn es dann draußen heiß wird, haben wir Schatten, dann schicke Kirschen und am Ende wunderbar farbiges Laub.

    Blick in eine leuchtend gelbe blühende Kornellkirsche

    Gespannt sind wir, was auf dem Garten-Parkplatz noch wächst. Nur anhand der leeren Sträucher und Bäume lässt sich das meistens nicht raten. Aber bald werden wir Blüten und Blätter sehen und mehr wissen. Eine handvoll Forsythien ist da. Das wissen wir schon.

    Die Kirsche wird einen schönen Hintergrund liefern zum Wohnungs-mit-Menschen-Einweihungs-Anlass.

    Madame bewältigte große Teigmengen, die zwei Kuchenbleche bis zum Anschlag füllten. Unser kleiner Handmixer ist für solche Einsätze nicht gedacht. Tapfer stand er bis zum Bauch im Teig, seine „Füße“ immer noch nicht am Boden der Schüssel. Aber er und Madame rührten und rührten, Optik und Geruch der Kuchen sind vielversprechend.

    Dabei wieder gelernt: Falls wir mal ein paar Kästen Getränke bringen, kommt ein Lieferdienst und sofern er die richtige Zufahrt findet, ist selbst das Ausladen und Hochbringen ein Traum: Abstellen direkt vor dem Eingang, eine breite Treppe und das war’s. Die Knusprei werden wir vermutlich wiederholen.

    Die Charta der Vielfalt geht auf Gardenswartz and Rowe, 2003 zurück

    Bevor der Kuchen zum Einsatz kommt, findet morgen die Digitale-Diversitäts-Klausur statt. Offenbar bin ich jetzt im Master-Studiengang ein alter, abgeklärter Student: noch nie an der Fernuni ging ich derart unvorbereitet in eine Klausur.

    Ich setze darauf, dass die Klausur inhaltlich tief in meinem eigenen Komfortbereich liegt. Die Bestehensquoten in den letzten Semestern lagen irgendwo zwischen >90% und >98%. Trotz arg hemdsärmeliger Vorbereitung mache ich mir trotzdem Bestehenshoffnungen. Die Noten waren mir ja schon im Bachelorstudium egal – ich will den Schein.

    Ich hoffe, wenn ich die Charta der Vielfalt auswendig kann und verstehe wie ein paar theoretische Konzepte funktionieren, sollte der größe Teil funktionieren.

    Planvoll mit dem Staubsauger

    Weil solche spontanen Ausflüge aber besonders viel Spaß machen, haben wir zur Feier unseres Hochzeitstages eine unglaublich schlecht geplante Reise unternommen. – die aber richtig schön klingt.

    Christa Chorherr blickt auf Rätselrallies zurück: Verschwundenes gesellschaftliches Leben

    Den Gedanken hatte ich noch nie, aber er ist treffend: „Für mich ist Teams ein wenig wie ein schlechtes Betriebssystem als Anwendung auf einem mittelmäßigen Betriebssystem.

    Wenn man bei unserem Staubsaugerroboter auf einen Knopf drückt fängt er an zu saugen und fährt dorthin, wo halt Platz ist, und wenn man wieder auf einen Knopf drückt, hört er damit auf. Das ist alles. Umso faszinierter bin ich, was Felix an dem seinen alles rumbastelt.

    Carsten möchte uns nicht mit allzusehr mit seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung behelligen. Aber, (klingt das schon fast pietätlos?), ich fühlte mich von der Schilderung gut unterhalten und lernte auch etwas: Woche 11/2026: Alles Gute Und natürlich vor allem gutes Abheilen!

  • 26-03-17 Geschichten aus der Hirschgasse (Tübingen->Berlin)

    26-03-17 Geschichten aus der Hirschgasse (Tübingen->Berlin)

    Mir träumte wir tanzen Rock’n’Roll zu Rama Lama Ding Dong. Nicht ganz so athletisch wie in diesem Video1, aber doch besser als es die Realität gerade hergibt. Gibt es ein Wort für das Gegenteil von Alpträumen?

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    An Mann am Busbahnhof redete hingebungsvoll auf eine leere Bank ein: „Wenn ein Deutscher im Ausland ein Kreuz trägt!“

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    Wir liefen durch Landtagswahlreste in Baden-Württemberg. Ach, die Werte-Union existiert noch?

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    Gelernt: Tübinger Hotelpreise stellen selbst Pariser Preise in den Schatten. Auch gelernt: Es gibt sie noch die Hotels, in denen es auf den Zimmern kein Wlan gibt und die darüber hinaus auch noch im Funkloch sitzen. Als Ausgleich teilte mir ein vorsorglicher Sticker im Bad mit „Zähne putzen ab ins Bett.“

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    Es war ein Feiersonntag und ein Reisemontag.

    Im Saal darunter: Ein afrikanischer Gottesdienst

    „Mit 88 Jahren, da fängt das Leben an.“ – ein Satz, den mensch nicht einmal mehr Udo Jürgens abnehmen würde. Um so schöner, wenn das Leben mit 88 Jahren noch läuft und die Jubilarin einladen kann. Sie war wie immer bezaubernd und hinreißend, um sie zu feiern, kamen sie aus Lörrach und Berlin, aus Konstanz und Baden AG, aus Schwenningen und Kempten.

    Angesichts des Orts in der Hirschgasse inmitten der mittelalterlichen Tübinger Altstadt ließ sich über fast 90 Jahre Verwurzlung in Tübingen sinnieren. Wir hörten Geschichten von Jahrzehnten entfernt, in denen die Stadt an dieser Stelle fast genau so aussah aber doch nicht.

    Aber natürlich ging es auch in die weite Welt. Ich konnte über Ecke Tipps zum Studium an der Fernuni geben (1. Es ist schaffbar. 2. Um vorher einzuschätzen wie schwer etwas wird, hilft ein Blick in die Klausurstatistik) und wir sprachen mit dem iranisch angebundenen Familienteil über die Situation dort. Wenig kriegt mensch gerade mit, selbst aus der eigenen Familie, und das was mensch mitbekommt, klingt nicht hoffnungsfroh.

    Wie Basel nur anders

    Auf dem Weg zum Feierort passierten wir die Ecke Hirschgasse/Kirchgasse. Es muss doch wohl einen lokalen Zungenbrecher zu dem Thema geben.

    Nach dem zweiten Besuch in einem halben Jahr (wenn auch aus komplett anderem Anlass) beginne ich eine Basisorientierung in der Stadt zu entwickeln.

    Die Tübingen-Orientierung beschränkt sich bisher natürlich nur auf den touristisch erschlossenen Teil mit und um die Altstadt herum und rudimentärste Kenntnisse der Buslinien. Aber selbst das ist ein Anfang. Zumal es mit der Entdeckung einherging, dass jede Buslinie ein eigenes Zeichen hat (Eichhörnchen, Fußball, Elefant, Kirche), was einerseits vermutlich barrierefrei ist, andererseits aber auch einfach putzig.

    Angenehm aus der Zeit gefallen, wirkt die Stadt im doppelten Sinne. Es gibt eine hohe Anzahl lebendiger inhabergeführter Geschäfte, die ich so an einem Ort glaube ich seit meiner Kindheit nicht mehr gesehen habe. Und eine politisch aktive Szene ist im Stadtbild präsent.

    Das Epplehaus

    Auch in Stuttgart fuhr ein Zug nach Paris Est.

    Ich lernte Zusammenhänge, von deren Existenz ich nichts ahnte. Aufgrund eines Matratzenwechsels im ganzen Hotel, wird die Tiefgarage gesperrt werden.

    Wir aber waren PWK-los mit der Deutschen Bahn unterwegs. Und nachdem vollen Erfolg mit ICE595 (einfach alles funktionierte wie angekündigt), gelang uns dieses seltene Kunststück auch auf dem Rückweg mit ICE596.

    Leider ist meine innere Zeitplanung mittlerweile auf „Ersatzzug des Ersatzzugs vom Ersatzzug, Lokführer fällt aus, Strecke gesperrt und Ersatzbus hält aus seltsamen Anlass“ mit entsprechenden Puffern an möglichen und unmöglichen Stellen ausgelegt.

    Immerhin konnten wir so noch einmal den Fernwandertag Stuttgart-Bahnhofs“halle“<->Stuttgart Bahnhofsvorplatz in beiden Richtungen durchwandern und uns über Stuttgart 21 informieren.

    Der Ersatzverkehr aus Tübingen kam sogar früher in Stuttgart an als erwartet. Unser Zug fuhr um wenige Minuten verspätet los, kam aber wenige Minuten verfrüht am Südkreuz an. Alle Wagen waren in der richtigen Reihenfolge vorhanden. Die Kaffeeversorgung funktionierte tadellos.

    Nur brachte ein Montagsfahrt in der Ersten Klasse die unvermeidliche Mitfahrerschaft aus Businesskasper*innen mit sich. Als sie anfingen, sich gegenseitig MS Teams zu erklären, war das etwas, was ich mir für den Urlaubstag nicht gewünscht hatte.

    Zeit um mal wieder in die Fernuni-Unterlagen zur Digitalen Diversität zu schauen. Die Klausur naht.

    Was ich mir wünschte, und was eintrat: Vor Fulda ein Regenbogen, vor Eisenach ein Storch.

    Wie ich natürliches Assoziationsschweben zur Überschriftengenerierug nutze

    Beim Video-Suchen auf Youtube fand ich ein Role model.

    Vermutlich nur wenige Meter von unseren Festivitäten entfernt, ein Paar beim slawischen Griechen.

    Stefan Rose ehrenmensch. Er mochte die Netflix-Serie Kacken an der Havel nicht und schaute doch neun Folgen um uns davon zu berichten.

    Margrit überzeugte mich: Ich muss Jim Jarmusch’s Father Mother Brother Sister noch sehen.

    Einmal im Leben war ich in der Baggi in Hannover, bei einer eher skurrilen spontanen „Das-schriftliche-Abi-ist-vorbei“-Party. Jedesmal wieder in Hannover staune ich, dass sie noch existiert. Und dort findet sogar noch etwas statt: „Outside World Festival in Hannover am Raschplatz“

    Das ist doch mal eine Blogparade, die mich interessiert: KI und das Bloggen: Wie ich künstliche Intelligenz für meinen Blog nutze. (Hier übrigens vor allem so allgemein unausgegorene Ideen in den Raum zu werfen und unausgegorene Antworten zu bekommen, aus denen sich alles mögliche entwickeln kann, manchmal führt das zu Teilen von Blogposts. Und manchmal als nischiger personalisierter Suchmaschinenersatz. )

    Anmerkung

    1. Überraschendes Nebenbei-Learning der Videosuche: Der Song ist viel zu schnell für die meisten Linedance-Gruppen. Was aber nicht wenige daran hindert, trotzdem eine Choreo im gemächlichen Tempo aufzuführen, die selbst mir möglich wäre. ↩︎