Schlagwort: Dachboden

  • 25-04-09 In den Raum tritt Dr. Hans-Leopold von Archenfeld, Senior Consultant Emeritus, Träger der goldenen Taschenrechnernadel.

    25-04-09 In den Raum tritt Dr. Hans-Leopold von Archenfeld, Senior Consultant Emeritus, Träger der goldenen Taschenrechnernadel.

    Auf der Straße liegen frische Dachziegel. Vielleicht dürfen wir hoffen, dass diese eines Tages auf den Dachboden hinauffahren und dann vielleicht sogar auf dem Dachstuhl enden.

    Der Bahnhof Südkreuz – voll mit Jugendreisegruppen.

    Das Bahnhofsklavier zog von der Ost- in die Westhalle. Es machte Platz für eine Kulturhauptstadt-Chemnitz-Werbung in der Osthalle.

    Madame bestand 2A1.

    Mastodon streitet, ob wir in den USA gerade einen durchdachten Masterplan sehen oder bodenlose Dummheit. Und die Antwort ist: Beides. Es gibt Menschen mit Masterplan. Aber die Pläne müssen durch einen Menschen durch, der keinerlei Plan und keine langfristigen Ziele hat, aber dafür Bauernschläue und einen instinktiven Hang zu Grausamkeit und Chaos.

    Und dann passiert was halt gerade passiert. Irgendwo zwischen perfider Machtstrategie und der totalen Unfähigkeit zu erkennen, dass Natur- und Marktgesetze halt auch für einen selber gelten.

    Meine Erkältung reist ab. Leider nicht ohne Zwischenstopp bei Madame.

    Rumspielen mit Karpfen

    Weiteres Rumspielen mit ChatGPT. Unter anderem mit den Prompts „Stell Dir vor, du bist ein betrunkener Matrose.. preise OneNote an“, „Stell Dir vor, du bist ein charismatischer Priester der Pfingstgemeinde. Schreibe eine Mail, die Kollegen davon überzeugt, dass Programm A besser ist als B..“, .. „Erzähle ein Märchen, dass sich um .. MS Planner“ und eine Fantasy-Geschichte mit einem unauffälligen Büromitarbeiter, der heimlich Tiermagier ist.

    Ich bin erschüttert, wie gut der Output ist.

    Was ich nicht gedacht hätte, aber um die Zukunft der Gebrauchstextschreiber mache ich mir Sorgen. Und damit meine ich ernsthafte Texte, die echten Menschen Wissen vermitteln soll – die Produktion von Internetmist ist ja eh inzwischen voll automatisiert.

    Ungelogen. Die Fantasy-Geschichte ist besser als ein Großteil dessen, was ich in der Buchhandlung an halbwegs renommierter Fantasy gekauft habe. (Ein Eindruck, der mir auch von Kollegen bestätigt wird.)

    Als mir die freien Prompts ausgingen, saß ich da und dachte „NEIN! Ich will Wissen wie es mit Quintus V. Chartwell – Protokollant der Schatten, Mirella Synk – Die Agile Change Witch und dem Kampfkunstanalyst & Pivot-Schamanen Dr. Hans-Leopold von Archenfeld weitergeht.“

    Sehr beeindruckend und sehr beängstigend.

    Wie man sieht, spielte ich auch wenig mit Bildern. Und mal ehrlich: für so etwas berechnen kommerzielle Berater drei- bis vierstellige Summen. Es ist auch nicht besser als das was ChatGPT in 10 Minuten hinbekam:

    Haltet die Bücher fest

    Das sind doch wirklich sinnvolle Blogartikel: Wo steht die Zählernummer?

    Die Zeit ist gekommen. Verlage wollen keine Bücher mehr verkaufen, sondern nur noch verleihen. Natürlich fangen die wissenschaftlichen Verlage an. Was mir vollkommen entging: On February 18, 2025, Clarivate announced that as part of its “transformative strategy and following changes in demand from libraries” it would “phase out one-time perpetual purchases of print books”

    Als Anhänger von Deutschlandfunk und Architektur des 20. Jahrhunderts doppelt geliebt: Deutschlandradio in Köln: Turm mit Sendungsbewusstsein (via Ligne Claire)

    Wer jemals mehr als fünf Meter durch eine polnische Stadt gelaufen ist, kennt die allgegenwärtige Kiosk-Kette Żabka . Jetzt auch in Potsdam: Kassenloser Żabka Nano in Potsdam: Grüner Smiley im Tarnmodus

  • 25-04-03 Thanks to modern chemistry sleep is still possible *hust**hust*

    25-04-03 Thanks to modern chemistry sleep is still possible *hust**hust*

    Gebe seit Tagen mein Arbeitspasswort am Privatrechner ein und das ist bezeichnend für den Gesamtzustand.

    Wie erkältet kann mensch sein? Immerhin haarscharf am Fieber vorbei. Aber einmal nach dem Tee bücken ruft einen mehrminütigen Hustenanfall hervor.

    Außenweltwahrnehmung ist auf das nötigste Minimum reduziert.

    Habe den obersten Projektleiter der Dachbodenbaustelle kennengelernt, und dafür dass er zwangsweise ganz andere Interessen vertritt als wir, macht er einen guten Eindruck.

    Gute Nachricht 1: Frühlingssonne!

    Gute Nachricht 2: Die Klausur Betriebliche Informationssysteme ist bewertet und bestanden. 14 down, 1 in Bewertung, 3 more to go.

    Zum Seelestreicheln. Ein Nachtreh:

    Rehbock mit Geweih vor dem Zaun, aufgenommen des Nachts von einer Wildkamera.
  • 25-03-20 Lpsolver API

    25-03-20 Lpsolver API

    Die Berliner Ringbahnbrücke ist gesperrt. Bis 2027. Oder kürzer. Oder länger. Genau weiß man es nicht. Diese Brücke betrifft nicht die Ringbahn direkt. Sie führt die Stadtautobahn A100 über die S-Bahn.

    Halb Charlottenburg droht in den nächsten Monaten im Verkehrschaos zu versinken. Unsere Anfahrt zu den Latifundien hat sich gerade deutlich verkompliziert und verlängert.

    Oh Welt, in der es soviel sexier ist, etwas neu auf die Wiese zu setzen, statt das alte instand zu halten.

    In der sonnigen Südkreuz-Mittagspause sehe ich die Shuttlebusse zum Tesla-Werk. Ich staune, wie sich in wenigen Wochen meine Gedanken von „Da fährt die Zukunft. Und das direkt vor meiner Nase.“ verwandelten in „Ein Wunder, dass noch niemand die Busse angezündet hat.“

    Langsam wird es auch eng mit Sitzplätzen in meinem ehemaligen Miniatur-Geheimpark, er wird quasi täglich beliebter. Heute lagen schon tschechische Bibeln auf der Bank.

    Gute Nachricht: Der Paketdienst brachte rote und rosa Schuhe in den Späti-Paketshop.

    Auf der guten Seite: Unsere Dachbaustelle ist im sexy Teil angekommen, wo neues gebaut wird, wo die letzten Teil des Dachstuhls angenagelt werden. Es gibt Chancen, dass zumindest diese Baustelle jemals beendet wird.

    Ich habe Hoffnung, dass auch der ganze Baustellengruscht vom Hinterhof verschwindet, der zunehmendes Slalomisieren dort verlangt. Zumal das Autowrack weiterhin keinerlei Anstalten macht zu verschwinden.

    Die Spannung der letzten Woche fällt ab. Madame muss Freitag noch Schokostengel übergeben, aber dann sind wir mit den Spätwinterstressungen durch. Ich hätte schon die ganze letzte Woche einfach durchschlafen können, wurde aber mühsam von meinem Arbeitgeber gehindert.

    Ich muss dort um 9 Uhr anwesend sein, und es ist selten sinnvoll vor 7:30h zu kommen. Innerhalb dieser Zeitspanne bin ich frei in der Ankunftsgestaltung. An meiner echten Ankunftszeit lässt sich ganz gut die Energie des Tages ablesen. Je früher, desto Energie. Ich glaube die ganze Woche kam ich zwischen 8:50h und 8:58h.

    Aber so sehr langsam beginne ich wieder aktiv Außenwelt wahrzunehmen. Bei den Bädern bin ich gerade in ein paar ganz spannende Sachen hineingeraten, und werde demnächst ein wenig Spieltrieb ausleben können.

    1e30

    Langsam beginne ich auch, über das nächste Fernuni-Semester nachzudenken. Zum Beispiel die Bachelorarbeit. In dieser wird es nach Plan um Lineare Programmierung gehen. Also grob gesagt, um Gleichungssysteme der Form:

    Es gibt eine Zielfunktion \[ \max. 30x + 10y + 5z \]

    Unter einschränkenden Nebenbedingungen. Also zum Beispiel

    \[x \le 10 \] \[y + z \le 20 \] \[x – z \le 15 \]

    Die Zahl der Nebenbedingungen kann bei eins beginnen und mehrere Tausend umfassen.

    Das Lösen solcher Gleichungssysteme ist an sich nicht schwer. Es bedarf nur der Addition und Multiplikation. Allerdings ist das ganze stark Rechenfehleranfällig. Selbst in einfachen Beispielen hat man schnell Dutzende von Rechnungen mit verwirrenden Vorzeichnungen und komischen Brüchen. Wird man realitätsnäher mit einer höheren Anzahl Nebenbedingungen kann man Wochen mit dem Ausrechnen zubringen.

    Während ich Seminararbeit noch von Hand rechnete und fluchte, bedarf es für Weiteres der Softwareunterstützung. Dabei lernte ich: Die Sache wächst so schnell so stark, dass selbst im Jahr 2025 viel Software an ihre Grenzen kommt. Softwarelaufzeiten und Laufzeiten der Berechnungen sind hier immer noch ein Thema. Viele der angebotenen Softwarelösungen kommen schnell an ihre Grenzen, wenn die Fragestellungen nur etwas komplexer werden.

    Es gibt unfassbar teure Industrielösungen, aber für einfachere Fälle auch alles vom Excel-Plugin bis zu Standanlone-Programmen mäßiger Bedienfreundlichkeit.

    Excel kommt mir nicht in Haus. Industrielösungen scheinen mir overkill, die standalone-Programme eigentlich auch.

    Da hier im Haushalt in letzter Zeit öfter von der Programmier/Statistiksprache R die Rede war, und weil ich R mag, dachte ich, warum nicht R? Und begann heute mal ganz langsam ein paar Videos zu schauen und Websites zu sichten.

    Erste Entdeckung: Fast alle Videos zum Thema wurden von Indern aufgenommen. Zweite Entdeckung: Im Moment scheint die Lösung die beiden Software-Pakete lpsolver und lpsolverAPI zu umfassen. In RStudio die beiden Packages aufrufen und dann alles mit den entsprechenden Daten füttern.

    Dritte Entdeckung: Selbst bei einfachen Fragestellungen gibt es hier unerwartete Grenzen. In bestimmten Fällen weist lpsolver gar nicht den echten Wert aus, an dem eine Begrenzung gültig wird, sondern gibt nur an: 1e30, oder \[ 10^{30} \], also sehr viel, bzw. unendlich. Da sollte man bedenken, dass 1e30 heißen kann: Die Lösung ist unendlich groß. Oder: Hier ist ein Bug.

    Und solange ich noch gar keine offizielle Bestätigung habe, dass ich Anfangen darf – geschweige denn, dass ich angefangen habe, kann ich ja ein wenig mit Software spielen und mir Videos anschauen.

    Gelernt

    Hervorragenden Bubble Tea gibt es bei Xing Fu Tang in Flushing, Queens, New York. Denn mein Mastodon-Admin Kunal Mehta verbringt das Jahr 2025 damit Boba Shops in ganz New York zu testen. Boba Quest: Xing Fu Tang

    Die Sonnenwende ist kein Tag, sondern ein Zeitpunkt. Dieses Jahr am 20. März um 10:01 MEZ – The Vernal Equinox 2025

    Ich habe nichts mit Schul-Digitalsierung zu tun. Aber das Phänomen kenne ich: Man baut analoge Prozesse 1:1 digital nach und hat sich plötzlich in eine Sackgasse manövriert, die das schlechteste aus beiden Welten enthält. Mein persönlicher Lieblingsgegner ist ja inzwischen AdobePro, mit dem sich so schön ausdruckbare Formulare gestalten lassen. Hier ist es die digitale Mappe: Digitale Mappenführung – Sackgasse für die digitale Schulentwicklung?

  • 25-03-13 SOLL und IST

    25-03-13 SOLL und IST

    Ich erschlug die erste Stechmücke bevor ich den ersten Kaffee aufsetzte. Und für eine Innenstadtwohnung, zu Zeiten, die an Nachtfrost kratzen, ist das die falsche Reihenfolge.

    Die Dachbodenbaustelle sieht mittlerweile überzeugend nach fast-fertigem-Dachstuhl aus.

    Straßenszenen: ein Mann trägt einen kindsgroßen Kuschel-Halbmond über die Kreuzung. Davor eine polizeiliche Unfallaufnahme zwischen weißem Mercedes (tiefergelegt) und grauem Golf. Instinktiv will ich denken „Bestimmt war der Golf unschuldig.“ Aber so wie die Autos stehen, kann es nur anders herum gewesen sein.

    Die BSR streikt. Langsam wird es mühselig die Hinterhof-Müllcontainer unter dem Müllberg wiederzufinden. Aber da die BSR unter anderem auch für mein höchstpersönliches Gehalt streikt, stelle ich mich jeden Tag mit erhobener Faust vor die Container und singe die Internationale.

    Ich könnte auch endlich mal bei der Gewerkschaft eintreten. Aber das wäre zu einfach.

    Die BVG streikt nicht. Dennoch verschmäht der 248er schon wieder unsere Haltestelle und schon wieder aufgrund eines Wasserrohrbruchs auf dem Weg dorthin.

    Der Fernuni-Gebührenbescheid Sommersemester 2025 kam. Wenn alles nach Plan läuft, ist Knowledge Management (engl-sprachiges Modul) das letzte Modul für das ich im Bachelor Wirtschaftsinformatik bezahlen werde.

    Weiterhin staune ich, dass ein ganzes Semester bei einer staatlichen Universität dasselbe Geld kostet, wie etwa anderthalb Stunden Fortbildung bei einem kommerziellen Anbieter unklarer Qualität.

    Donald Trump veranstaltete vor dem Weißen Haus eine Tesla-Verkaufsshow. Und dafür dass wir gerade einmal in Monat 3 der Amtszeit sind, hatte das erstaunlich starke 4-Seasons-Total-Landscaping-Vibes.

    Wir veranstalteten ein neues Experiment zur IT-Wissens-Vermittlung in der Verwaltung und ich bin ziemlich happy über das Ergebnis. More to come.

    Ich veranstaltete unfreiwillig ein Experiment der Mittagspause am Schreibtisch. Hopefully not more to come.

    Ich komm nicht raus, entdecke vorm Büro aber einen unerwarteten Fernsehturmblick.

    Einsatzszenarien

    Die Informationsmanagement-Klausur rückt näher, und langsam versuche ich die Ganzhirnimmersion in strategisches Alignment, Unternehmensarchitektur-Referenzmodelle und das Standard-Datenschutz-Modell. Sollte ich die ganzen Nummern von ISO-Standards jetzt wirklich auswendig lernen?

    Immerhin: ISO/IEC 27001 Information technology – Security techniques – Information security management systems – Requirements kann ich schon fast auswendig aufsagen ohne sie bewusst gelernt zu haben. Auch erinnere ich mich im Zweifel mitten in der Nacht daran, dass 27001:1 die wirklich relevante Unternorm ist.

    Spannend weiterhin, zumindest einen Teil des Inhalts tagsüber in der Verwaltung direkt vor der Nase zu haben.

    Und wenn das Modul schon bei Fragen der Strategie und des Projektmanagements von SOLL und IST spricht, habe ich derzeit jeden Tag den Abgleich zwischen Informationsmanagement nach Lehrbuch (SOLL) und Informationsmanagement in einer realen Organisation des öffentlichen Dienstes (IST).

    Einige Verwerfungen des täglichen Lebens sind im Lehrbuch halt doch weg-abstrahiert.

    Holzschnitt-Bürgergeld

    Von Berlin aus denkt man ja manchmal, dass die Nordeuropäer viel zivilisierter sind als die eigene Umgebung. Nur um dann zu lesen, dass die Finnen sich mit neuen Straßenbahnen genauso anstellen wie Deutsche: Strassenbahn? Ja bitte!

    Wie konnte ich das bisher übersehen?: Schlossruine Dammsmühle.

    WIE KONNTE ICH DAS BISHER ÜBERSEHEN? Holzschnitte der Berliner Bäder.

    Bürgergeld und Mental Health – aus der Nähe betrachtet.

  • 25-03-06 Benennen, Erläutern, Erklären

    25-03-06 Benennen, Erläutern, Erklären

    Servicehinweis für Berliner*innen: Samstag ist Feiertag. Auch für Leute, die am Wochenende eh nicht arbeiten, haben die Geschäfte geschlossen.

    Dota veröffentlichte ein neues Video: Kettenkarussel. Wenn ich ein Berlin-Musikvideo sehe, frage ich mich immer: Erkenne ich, wo es gedreht ist? Und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus: die erkennbaren Drehorte sind Innsbrucker Platz (erstes Auftreten 1:11) , S-Bahnhof Julius-Leber-Brücke und U-Bahnhof Schlossstzraße. Orte, die ich zum erweiterten Wohnzimmer zählen würden und die im Blog schon ihre Spuren hinterlassen haben.

    Auf dem Hinterhof steht ein Elektroswapfiets.

    Die Dachbaustelle macht optisch erkennbare Fortschritte. Leider betreibt sie auch weiterhin die Mückenzuchtanlage. Mittwoch war anscheinend Großbesprechungstag mit allen Chefs.

    Der Nachbar mit ohne Hund hat von den Dachbauarbeitern erfahren, dass sie bis Ende April fertig sein wollen. Außerdem erzählte er seine spannende Wohnungs- und Umzugsgeschichte, die in von einer 35-Mark-Einzimmerwohnung in Kreuzberg über Schöneberg, Charlottenburg und Brandenburg wieder nach Schöneberg brachte.

    Ich las ein paar Seiten in der Geschichte der Wirtschaftsinformatik. Das Buch kreist unter anderem um die Frage: Ist Wirtschaftsinformatik eine eigenständige Wissenschaft? Oder ist sie nur ein Lehrgebiet mit akademischen Anspruch ähnlich dem Wirtschaftsingenieurwesen?

    Die Frage wird verkompliziert, weil es das Fach so nur im deutschsprachigen Raum gibt, während im englischsprachigen Raum eher die Information Systems ähnliche Themen bearbeitet. Die Information Systems haben immerhin schon ein eigenes Wiki mit den gängigsten Theorien des Fachs: Information System Theories.

    Andererseits nähern wir uns gerade mit dem Tempo eines abstürzenden Düsenflugzeugs einem Post-amerikanischen Zeitalter, wer weiß was das mit dem Stellenwert der US-Universitäten in der Welt macht. Und intensiv beten, dass beim Absturz möglichst wenige Menschen zu Schaden kommen.

    Kleeblatt / 1C / 2A1

    Ich lerne das Kleeblatt auswendig. Der Lehrbrief Informationsmanagement hat sein Modul in die vier inhaltlichen Bereiche Strategie, Bedarf, Erbringung und Technologie aufgeteilt und diese in Form eines hübschen Kleeblatts angeordnet.

    Auf den Rändern finden sich dann jeweils kleinere Teilbereiche, Theorien und Rollenbeschreibungen in Unternehmen. So finden sich auf dem Kleeblattblatt „Bedarf“ unter anderem die Teilbereiche Innovationsmanagement und Geschäftsprozessmanagement, die Systemtheorie und die Theorie der Innovationsdiffusion sowie der Enterprise Architect und der Business Analyst.

    Inhaltlich ist es halt sehr praxisnah. Das sorgt bei mir für Wiedererkennungseffekte, muss aber darum kämpfen, akademischen Anspruch zu halten. Soweit ich mitbekam, hat der vorherige FernUni-Lehrstuhl für diesen Bereich dieses Anspruchsproblem durch unfassbare Mengen Text und unfair gestellte Klausuren gelöst.

    Hier hingegen gibt sich der neue Lehrstuhl auffallend viel Mühe, alles verständlich, nachvollziehbar und intuitiv zu halten und die Studierenden zu motivieren. Soweit so sympathisch. Leider gibt es keine Altklausuren, so dass ich etwas ins Blaue hinein lerne.

    Madame schrieb eine Klausur in 1C. Diese gehört zu einer anderen FernUni-Fakultät, scheint aber auch den Pfad von gigantischen Textmengen und tendenziell unfairer Klausurstellung zu verfolgen. Großer Wert wurde auf die „Operatoren“ gelegt – Erklären sie.. erfordert andere Antworten als Erläutern sie.. oder Beschreiben sie.. Wenn man halt inhaltlich nichts zu bieten hat und Student*innen das Leben schwer machen wil.

    Naja, sie hat es geschafft. Eigentlich wäre die Berufliche Bildung ein spannendes Thema – aber so eher nicht.

    Jetzt weiter für sie mit 2A1 – Empirischer Bildungsforschung. Dafür installierte Madame R Studio.

    Aber vorher und nach der Klausur: Belohnungsessen bei Da Michele mit Pizza Margherita und Amalfi Spritz,

    Kekse statt Nazis

    Mittwoch lagen Sticker in meinem Briefkasten „Kekse statt Nazis.“ Ich werde diese natürlich keinesfalls im öffentlichen Raum verkleben. Solltet ihr sie je dort sehen, müssen sie von jemand anderem stammen.

    Die Sticker waren ein letzten Abschiedsgeschenk, el incognito +3 hatten den Weg vom schönen Bayern ins schöne interessante Berlin auf sich genommen. Weitere Bekannte besuchen.

    Wir sahen uns an den Südkreuz Offices und fuhren mit der 248 nach Norden. Auf der Fahrt durfte sich datura mein Bachelorarbeitsthema anhören und deckte natürlich sofort auf, dass sich das Thema zwar als wirtschaftswissenschaftlich tarnt, aber eigentlich informatisch ist.

    Kurzes Stöbern durch den Bergmannkiez, ungeschoren an der Hammett-Buchhandlung vorbeigekommen. Dafür gab es eine kleine Eskalation im Otherland.

    Ich habe eigentlich eine Regel, dass bestimmte Autoren gekauft werden müssen, wenn sie in Buchhandlungen vorrätig sind (zum Beispiel Naomi Novik, Jasper Fforde) – aber auch nur, weil ich weiß, dass sie nie im Regal stehen. Im Otherland setzte ich die Regel schon beim Durchschreiten der Schwelle aus. Eine gute Entscheidung – sonst hätte ich jetzt 10 Bücher mehr.

    Weiter zu Barcomis, Brownies und New York Cheesecake

  • 25-02-27 Eine Anmeldung zu einer Prüfungsleistung

    25-02-27 Eine Anmeldung zu einer Prüfungsleistung

    Die Mücken sind zurück. Zu den unerwarteten Plagen unserer Dachbaustelle gehörte die Mückenplage. Kurzzeitig durch Frosttage unterbrochen, fliegen die Viecher schon wieder in der Wohnung herum. Wir hoffen, dass die Bauarbeiter im Rahmen der weiteren Arbeiten auch die Stechmückenzuchtanlage wieder abbauen.

    Auch zurück ist der Schlamm der allmorgendlich auf unser Fenster gefegt wird.

    Verschwunden hingegen sind die schönen Schaffell-Hausschuhe. Denn eine Horde Kleidermotten mochte diese Schuhe noch lieber als ich sie mochte und siedelte sich dort wiederholt an.

    Ein Techem-Ableser kam, wollte aber nur zwei unserer drei Warmwasserzähler sehen. UPS lieferte Ersatzteile für Rombitombi.

    Verschwunden sind die Absperrgitter am Sachsendamm. Montag sah ich Polizei-LKWs, die diese wider einsammelten. Hätte ich Sonntag nicht wahlgeholfen hätte ich tagsüber auf der Straße herumlungern können und warten, wofür die Gitter benötigt werden.

    Aus Gründen beschäftigte ich mit intensiver mit der Microsoft-Planungssoftware MS-Planner. Und stellte dabei fest: ich denke fundamental anders. Ich denke in Strichen und Pfeile oder Verbindungen und Links; ich will Zusammenhänge und Abhängigkeiten.

    Listen sind okay. Aber sobald es graphisch wird, will ich Netzwerke und Pfade.

    Madame beobachtet bei ihren Chorproben unfreiwillig die Wanderung einer kleinen Drogenszene durch die Schöneberger U-Bahn.

    Mittwoch Abend war ich endlich wieder im Stadtbad Lankwitz. Das Bad war voll, dennoch gelang es problemlos und flüssig eine längere Strecke zu schwimmen. Wie schön. Wie gut es tat. Was nett war: mit den Badleitungen noch eine Rauchen (also sie rauchen, ich steh mit rum). Die Nettigkeit gab es nicht umsonst: Zu Recht wurde ich dafür getadelt, dass ich so lange nicht mehr im Bad war.

    Parametrische Optimierung?

    Linkerhand beginne ich das Lernen für das Klausur Informationsmanagement. Dabei nehme ich aus den Augenwinkeln war, dass auch die Einsendeaufgaben 2 mich für die Klausur qualifiziert hätten – aber ich war ja dank EA1 eh schon durch.

    Weiter bin ich mir nicht sicher, ob das wertvolle Inhalte sind oder Bullshit Bingo für Fortgeschrittene. Andererseits ist es für mich das mit Abstand arbeitsnähste Seminar; gefühlt könnte ich die Hälfte der Aufgaben aus den Unterlagen unseres „digitalen Transformationsprojektes“ lösen.

    Rechterhand meldete ich mich für die Bachelorarbeit an und besitze jetzt eine „Eingangsbestätigung zu einer Anmeldung einer Prüfungsleistung.“ Diese Anmeldung wird an den Lehrstuhl überstellt werden, der dann entscheidet.

    Ich hoffe mal, seit dem Seminar am selben Lehrstuhl vor vier Wochen hat sich nichts an der Meinung des Lehrstuhls geändert. Sollte alles so kommen wie geplant, werde ich im Juni/Juli/August 2025 eine Bachelorarbeit zur Parametrischen Optimierung schreiben.

    Auf jeden Fall habe ich mir schon ein schönes Schwimmbadbeispiel ausgedacht, an dem mensch die ganzen mathematischen Konzepte demonstrieren könnte.

    Grün-Links-AfD

    Mir scheint, alles was ich zur Bundestagswahl an sich schreiben könnte, wurde anderswo bereits besser geschrieben. Deshalb möchte mich auf Bundestagswahlereignisse mit persönlichem Bezug beschränken.

    Ein paar Ergebnisse auf Mikrolevel, jeweils die Top3 der Zweitstimmen:

    Madame zählte einen Tempelhofer Briefwahlbezirk aus (die Adressen liegen in netter Gegend mit schönen Altbauten) mit dem Ergebnis:

    • Grüne 101 Stimmen / 24,7%
    • Die Linke 93 Stimmen / 22,7%
    • CDU 84 Stimmen / 20,5%

    Unsere eigene Schöneberger Nachbarschaft hat natürlich auch gewählt:

    • Die Linke 165 Stimmen / 29,9%
    • Grüne 153 Stimmen / 27,8%
    • SPD 81 Stimmen / 14,7%

    Für die Latifundien finde ich nicht den Wahlkreis in dem wir gewählt hätten, hätten wir dort wählen dürfen, aber zumindest die Gemeinde:

    • AfD 2650 Stimmen / 31,7%
    • CDU 2413 Stimmen / 28,9%
    • SPD 1491 Stimmen / 17,8%

    Und das ist kein ländlicher Bereich. Das ist inzwischen echter Speckgürtel, in dem ein großer Teil der Einwohnerschaft in Einfamilienhäusern lebt, deren Wohngebiete erst seit 20 Jahren überhaupt erschlossen sind.

    Lindh-Arndt

    Neben den Parteien muss ich doch noch zwei MdBs würdigen

    Wahlkreis 101 Wuppertal – SPD

    Einst ereignete sich eine größere Wikipedia-Veranstaltung in Wuppertal. Diese hatte eine Eröffnungsveranstaltung. Auf dem Programm der Veranstaltung war eine Rede des örtlichen Bundestags-Abgeordnete Helge Lindh angekündigt.

    Mein Gedanke war „Ey, jetzt fahre ich extra nach Wuppertal für den Event und dann muss ich mir Politiker-Grußworte anhören? Womit habe ich das verdient?“.

    Welch Irrtum. Es folgte eine der besten Wikipedia-Reden, die ich je hörte. Von jemand, der sich richtig gut damit auskannte, großer Fan war und hervorragend begründen konnte, warum ihm die Idee einer Bildung für alle so wichtig ist. Jemand, der es verstand die Grundidee der Wikipedia und eine politische Mission zu verbinden.

    Ich war beeindruckt und wünschte Lindh, dass er möglichst lange im Bundestag bleiben kann. Es hat trotz schwer angeschlagener SPD funktioniert. Im Wahlkreis 101 gewann Helge Frederik Lindh 33% der Erststimmen und damit das Mandat. (Die SPD holte bei den Zweistimmen nur 20%, noch einmal zeigend wie sehr es ein persönliches Ergebnis ist)

    Landesliste Saarland – Die Linke

    Fast vom Stuhl gefallen wäre ich allerdings bei der Info, dass Moses Arndt in den Bundestag einzieht.

    Moses Arndt prägte meine Jugend und trug maßgeblich zur Politisierung bei. Das ZAP-Punkfanzine war laut, unangepasst, herausfordernd, links, aber viel zu wild um irgendwie vereinnahmt zu werden. Im Triumvirat aus dem Pop-Intellektuellen Martin Büsser, dem Punk-Schlager-Perry-Rhodan-Kuschelautoren Klaus N. Frick und der wilden nihilistischen Energie von Moritz Arndt entstand etwas Einmaliges.

    Natürlich halten solche Glückskonstellationen nie lange. Das ZAP hielt in seiner Blüte gerade noch so lange durch, um die zweite Auflage der Chaostage in Hannover ins Leben zu rufen. (siehe August 1995: Drei Tage Chaos in Hannover)

    Dann zerfiel es, eine letzte Tat war die Gründung der APPD, der Anarchistischen Pogo Partei Deutschlands, die aber nur ein schwacher Abglanz ehemaliger Energie darstellte.

    Büsser gründete intellektuelle Popmagazine, Frick kuschelte in einer unpolitischeren Szene vor sich hin, und von Arndt hörte man, dass er hinter runtergelassenen Jalousien in einem schwer kameraüberwachten Haus im Saarland wohnt.

    Später dann: Er hat als Arzt promoviert und ist jetzt Ringarzt bei Mixed-Martial-Arts kämpfen.

    Und jetzt: Er ist Bundestagsabgeordnete für die Linke, Landesliste Saarland. So speziell übrigens, dass ich anlässlich dessen das erste Moses-Arndt-Foto meines Lebens sehe. Das kam für mich so erwartet als würde Papst Franziskus einer queeren Volleyballmannschaft beitreten.

    Französischer Easy Listening

    Feinanteil: Als Wahlhelfer in einem sächsischen Dorf.

    Männergenerationen am Land.

    Seit langem mal wieder ein Computerspiel, das mich interessieren könnte: Caravan SandWitch durchgespielt und verblüfft

    Gunhild Rudolph fuhr nach Frankfurt und beabschlusste an der Deutschen Gartenakademie.

    Sei wie Frau Novemberregen: Ich habe ja seit einigen Wochen ein neues Hobby, nämlich lästige Bürgerin sein. Man kennt sowas ja im Rahmen des Shareholder Activism, Leute, die einem den letzten Nerv rauben, ich freue mich auf viel Korrespondenz mit meinem/meinen Wahlkreisabgeordneten

    Claudia im Schnee: Nur eineinhalb Stunden vom Bahnhof Tokyo entfernt liegt das Skigebiet Yuzawa (湯沢). Dort liegt ab Dezember bis in den April hinein Schnee, oft mehrere Meter hoch. Hat sich der Schneeanzug für unseren Sohn doch gelohnt

  • 25-02-20 Kleiner als / Gr??er als

    25-02-20 Kleiner als / Gr??er als

    Ein Holzbalken auf dem Dach ist besser als Baustellenschlamm am Fenster. Zwei Holzbalken auf dem Dach sind noch besser.

    Mittwoch kam eine Lieferung Balken von Nord Holz an unserem Haus an. Bis Nachmittags war eine Art Dachbalken auf dem Dach zu erahnen. Und wo Dachbalken sind, ist der Dachstuhl nicht mehr fern. Wo ein Dachstuhl entsteht, entsteht vielleicht sogar ein Dach.

    Aus Gründen, die wir noch ergründen müssen, hatten wir 2024 einen überraschend hohen Wasserverbrauch auf den Latifundien. Es kam die Rechnung. Die war angesichts des Verbrauchs nicht überraschend. Aber sie reichte doch, um eins, zwei mal tief luftzuholen.

    Gehirne funktionieren lustig. Heute wollte ich schreiben „Bitte Peter sagen..“ und schrieb „Bitte Bäder sagen..“ Also im Wortklang war ich ziemlich nah dran.

    Madame war im Humboldtforum/Stadtschloss, die temporäre Ausstellung über die frühere Inkarnation des Gebäudes als Palast der Republik anschauen. Sie würde die Ausstellung empfehlen – allerdings schloss sie ihre Pforten. Unter anderem gab es zahlreiche interaktive Elemente. Zuschauer*innen hatten die Möglichkeit, Rückmeldung zu geben.

    Es gab zwei immer wieder kehrende Meinungen:

    • die temporäre Ausstellung soll eine Dauerausstellung werden
    • Nachdem der Palast der Republik schon abgerissen ist, soll wenigstens das SEZ erhalten werden.

    Fast wäre ich zur Berlinale gegangen. Eine Karte hatte ich. Zum Potsdamer Platz war ich gefahren.. und dann beschloss ich, dass ich mich unfit fühle, wahnsinnig lahm, leicht schwindlig und etwas in Watte lebend, und nahm den Bus nach Hause.

    Dabei gemerkt wie lange ich nicht mehr am Potsdamer Platz, und ich lange ich nicht mehr den Bus die Potsdamer Straße hinunter nahm. Vor einigen Jahren war ich dort mindestens wöchentlich, jetzt staunte ich über alle Änderungen.

    Der Abbruch des Abends war etwas schade. Hé Mán klang nach einem guten Film.

    Insgesamt aber war es eine gute Idee. Am nächsten Morgen ging es deutlich besser.

    Tage im klassischen Rhythmus Schlafen-Essen-Arbeiten-Essen-Schlafen. Am Donnerstag mit heftigem Aufwachmoment.

    Die Rest-Energie nutzte ich zur Klärung der Frage, warum mein LaTeX in Formeln keine Umlaute mehr beherrscht. Zwischenstand: Ich werde die Formeln so umformulieren, dass keine Umlaute mehr darin vorkommen.

    Träumen von Karl Klammer

    Es gibt ja immer mehr KI-Bilder, auch in Blogs, und diese sind eine verläßliche furchtbare Verschlechterung jedes Textes. Ich fand eine Ausnahme: Dort sind die Bilder auch furchtbar – aber es passt perfekt zum Inhalt: Ghost in the Machine: Clippy’s Spooky Awakening as Microsoft 365 Copilot Launches GA

    Kann es sein, dass KIs überhaupt nicht halluzinieren, sondern vielmehr träumen?

    Frau Novemberregen hört Friedrich Merz und schläft reproduzierbar ein, wenn er Pfundskerl sagt.

    Die alten Internet-Geschäftsmodelle existieren noch: Nachtrag: Die Zeichnung von Lucy habe ich per Abmahnung entfernen müssen. Bei Weiterverwendung hätte ich 900€uro zahlen müssen. (Lucy van Pelt)

    Menschen existieren, die festlegen, dass die erlaubte Einfuhr afrikanischer Riesenschnecken zwei Kilo pro Person beträgt.

    Es wäre der Beweis, dass wir in einer Simulation leben: The odds of a city-killer asteroid impact in 2032 keep rising. Leider werden wir in ein paar Monaten keine NASA mehr haben, die Aussagen über den Asteroiden treffen könnte.

    So sehr es mir beim Nachrichten sehen graust und so beängstigend es ist – einer (ehemaligen) Supermacht live dabei zuzusehen wie sie sich mit Ansage und Anlauf in dramatischem Tempo selbstverzwergt ist faszinierend.