Schlagwort: Deutsche Bahn

  • 23-06-22 Schmalziger Storchenblick

    23-06-22 Schmalziger Storchenblick

    Madame bekam eine Miniatür-Schultüte. Nun besitzt sie bereits zwei.

    Die lange Baustelle entlang der Straße scheint weder für Glasfaser noch für eine Radspur zu sein. Die Bauarbeiter sägten jeweils zwei Meter Asphalt links und rechts der Gullideckel auf. Noch deutlicher der Hinweis an der gesperrten Bushaltestelle: „Gesperrt wegen einer Baustelle im Auftrag der Wasserbetriebe.“

    Den Rest der Absperrung haben inzwischen parkende Autos in Beschlag genommen.

    Unser privatbaustelliger vor-dem-Haus-Bauzaun ist beim letzten Sturm in Teilen umgekippt. Die zuständigen Bauarbeiter scheinen hier schon länger nicht mehr vorbeigekommen. Heute Nacht wird dann vermutlich der Rest des Zaunes fallen.

    Das im März angestoßene Gaspreis-Schlichtungsverfahren ist inzwischen in die Phase eingetreten, in der die Schlichtungsstelle Energie die e.on angesprochen hat. Ich habe Glück, dass die neumodische Untugend der Ungeduld nicht die meine ist.

    Die latifundierenden Gäste besuchten den Werksverkauf des Luisenhofes und brachten biologisch besternte Milch und Käse mit. Abends trafen wir uns im Dorfkrug Bärenklau.

    Ein jedes Dorf sollte einen solchen Krug haben: Im Besitz und verpachtet von der Gemeinde. Die Pächterfamilie(?) kommt aus Polen und macht das was man hervorragende Hausmannskost nennen würde. Wenn mensch sich ein idealtypisches „Hier kocht Oma“ vorstellt, reicht das Essen im Dorfkrug nah an diese Vorstellung heran. Die Gastfreundschaft ist auch familiär.

    Schön für Pächters, schade für uns: Wir scheiterten schon mehrfach daran, „einfach so“ vorbeizukommen. Wir mussten reservieren.

    Auf dem Dächern des benachbarten Remontehofes ein Storchennest. Mampapa Storch fütterte zwei Jungstörche. Der Bärenkrug reichte Schmalzstullen als Gruß aus der Küche.

    Demnächst wird im www etwas stehen.

    Madame buchte zwei Fahrkarten Warschau \( \rightarrowtail \) Danzig im polnischen ICE, dem EIP (Express InterCity Premium). Kurz danach verkündete die Deutsche Bahn demnächst unbefristete Streiks. Wenn wir erstmal in Warschau sind, ist das natürlich kein Problem mehr. Aber wir müssen ja auch noch nach Polen gelangen.

    Paris ist eine Stadt, die mich nie reizte. So sehr gingen mir an Anpreisung als Weltzentrum der Romantik und meine inneren Bilder vom 12-spurigen Kreisverkehr am Arc de Triomphe, überteuerten Mini-Wohnungen, und Touristenhorden vor dem Eiffelturm auseinander. Aber dieser Spaziergang, der reizt mich schon. Auf der Löffelliste steht Blackpool weiterhin vor Paris.

    In einer Premiere nach 60 Jahren nannte David Austin Roses ihre neue Züchtung nach einem nicht-weißen Menschen. Die Dannahue ist benannt nach Danny Clarke, UK-bekannt als „The Black Gardener“ der BBC.

    Gestern Nacht im Radio Dota mit Per l’Universo – der Crucchi-Gang Italo-Pop-Version von „Für die Sterne.“ Gerne wäre ich genau zu diesem Sound eingeschlafen. Hat leider nicht funktioniert.

    Kuechenlatein.com wird volljährig. Frau Rabe inspiziert Korea.

    Ein Mittagspausenspaziergang ließ sich nett mit einem Außeneinsatz in den Büros der Sportschwimmhalle Schöneberg kombinieren. In der Tasche Privathandy und Diensthandy nebeneinander. Das Privathandy hatte nach 15 Minuten Weg 30% Akku verloren und ich hätte mir daran fast die Finger verbrannt. Das Diensthandy blieb ungerührt.

    Immerhin kam ich beim Spaziergang an einem schönen „Vorgarten“/Fensterarrrangement vorbei.

    Vorgarten mit verschiedenen Sommerblüten auf Gras, ein Fenster mit rotem Regenschirm.

    Mittwoch Abend: Temperatur Küche 26 Grad, Luftfeuchtigkeit knapp 70%. Wetter, um stumpf vor dem Regenradar zu hocken und auf bessere Zeiten zu warten. Wobei, da fällt mir ein: Ich glaube, genau so habe ich manch‘ Sommerwoche im Studium verbracht.

  • 23-04-11 Zahl der Gäste mal drei plus ein ganzer Kuchen

    23-04-11 Zahl der Gäste mal drei plus ein ganzer Kuchen

    Eine Hochzeit steht am Horizont. Und welche bessere Gelegenheit gibt es, diese ausführlich zu besprechen als ein österlichen (Schwieger)familien-Besuch. So viele Cousins, Cousinen, Tanten und andere Anverwandte. So viele Details von der Wahl der Musik bis zur Wahl des Weines. Es wird so spannend!

    Ostern fahren wir traditionell in den Frühling. Vom Braun-nassen Berlin geht bis nach Südbaden in das Land der sonnenbeschienenen blühenden Obstbäume. Bei Frankfurt ungefähr liegt die Grenze zwischen braun und hellgrün-mit-weiß,-gelb-und-rosa.

    Es war Ostern wie es sein soll: Mit Updates über alle bekannten Verwandten und über unbekannte Verwandte als Bonus, mit Lammbraten und Kroketten, Gemüsebeilagen, grüner Sauce, Trümmertorte, Apfelkuchen, und zwiebelschalengefärbten Eiern. Das Hauptfestmahl zum Gästebesuch bestand aus russischen Eiern, Kartoffelsalat, verschiedenen Salaten und Sticks. Natürlich Sticks!

    Aufgelockert wurde dies durch diverse Spaziergänge. Inhaltliches Highlight: die inspirierende Gartenausstellung im Vitra-Design-Museum Weil am Rhein mit anschließender privater Kurzbesichtigung der Gartenstadt Weil. Aber dazu später mehr.

    Blick in den Garten mit blühenden Bäumen und Kamelien.

    Auf der Rückfahrt gab die die Deutsche Bahn alles: Personenschäden im Gleis, Personalausfall (mehrfach), Zugwechsel, Züge in umgekehrter Wagenreihung, Ausfall der Kühlung im Bistro. Und ganz neu: Anschlusszug lässt den Umsteigebahnhof aus. Trotz aller Widrigkeiten kamen wir im Umsteigebahnhof Mannheim an. Die Zeit zum Zugwechsel würde dank vorsichtiger Planung sogar noch bequem reichen. Der Anschlusszug fährt halbwegs nach Plan. Aber er lässt den Halt in Mannheim aus. Wo kein Zug, da kein Umstieg. Und trotzdem erreichten wir noch (sehr knapp) vor Mitternacht den Bahnhof Berlin-Südkreuz.

    Vor lauter Begeisterung kaufte Madame aus dem fahrenden Zug heraus per WifionICE zwei weitere Langstrecken-Bahnfahrkarten – eine davon sogar für einen Nachtzug. Wir wollen ja zur Hochzeit gelangen.

    Gelesen: Georges Simenon: Maigret hat Angst. Zu Maigret schreibe ich vielleicht auch an anderer Stelle mal mehr. Ich merke mir auf jeden Fall die chronologische Liste der Maigret-Bücher.

    Die Fernuni meldete sich: Die Mathe/Statistik-Klausur habe ich bestanden. Damit: Bestanden: 5. Nicht bestanden: 0. Noch übrig: 11.

    Ein Clown kaufte einen Wohnwagen.

    Bianca Schwimmblog möchte Schwimmbäder neu denken.

    Hotel Mama hörte die Matthäuspassion im Duome di Milano.

    Der Blogevent „Essen voller Erinnerungen“ hatte ich bereits verlinkt; und nun über diesen auch die spannende Geschichte von Gabi „USA kulinarisch“ Frankemölles Hawaii-Aufenthalt, dem Sloppy Joe in Wyoming dem Sweet and Sour Fish erfahren.

    Bereits Ende Januar eröffnete in Amsterdam ein Unterwasser-Fahrrad-Parkhaus für mehrere tausend Räder (die Quellen schwanken zwischen 4.000 und 7.000): Preisgekröntes Unterwasser-Fahrradparkhaus in Amsterdam

  • 23-03-09 Die Verbeigung der Welt

    23-03-09 Die Verbeigung der Welt

    Ich fürchte, ich muss kündigen. Heute wurde ich „ein Geschenk Gottes“ genannt. Besser wird es nicht mehr werden.

    Madame kam gestern Nacht mit dem Ersatzzug des Ersatzzugs vom Ersatzzug in Berlin an. Angesichts der Umstände der Fahrt waren weniger als zwei Stunden Verspätung erstaunlich.

    • Zug 1 (der eigentliche Zug) wurde bereits von der Polizei beschlagnahmt bevor er auch nur Madame aufnehmen konnte. Als Ersatz gab es
    • Zug 2 (der Ersatzzug). Dieser hielt genau eine Station durch, bevor eine lockere Scheibe einen langen Reparaturaufenthalt verursachte. Die Bahn riet, doch lieber eine Alternativverbindung zu nehmen. Nämlich:
    • Zug 3 (der Ersatzzug vom Ersatzzug). Der war auch irgendwo auf der Strecke verschollen. Zum Glück war die DB koordiert und schickte als Ersatz
    • Zug 4 (den Ersatzzug des Ersatzzugs vom Ersatzzugs). Dieser fuhr erfreulicherweise die komplette Strecke von Süddeutschland nach Berlin. Nur in Spandau musste er länger pausieren, weil die Polizei einen randalierenden Fahrgast aus dem Zug geleiten musste. Was IST mit den Leuten?

    Madames Abenteuer verschafften mir einen langen Abende, den ich nutzte, um mich weiter mit Kovarianzen von stetigen Zufallsvariablen zu beschäftigen. Leider sollte ich mich gerade auf die Klausur fokussieren. Sonst fiele mir ein, dass ich vor eins, zwei Jahren in R (Programmiersprache für statistische Berechnungen und Grafiken) herumgetöckelt habe. Mir kommen viele Ideen, wie ich R und mein neu wieder-erworbenes Statistikwissen zusammenbringen kann. Aber erstmal die Klausur bestehen, ganz ohne R.

    Spannend, dass der WiWi-Teil meines Studiums die Klausuren online schreiben lässt, während der Informatik-Teil auf körperliche Anwesenheit besteht. Wobei ich heilfroh bin, dass es die Unterlagen noch ausgedruckt auf Papier gibt. Ich glaube wenn ich diese 600 Seiten pro Kurs und Semester online lesen müsste, würde ich im Studium scheitern.

    Bereits erfolgreich fertig studiert hat Herr Rau. Er schreibt eine Serie: „Wie ich einer KI Breakout-Spielen beibrachte, mit weiteren Ausführungen.“ Da artet das Lesen in Arbeit aus, aber die Teile die ich durch habe, waren spannend. KI: Reinforcement Learning: Teil 1, und Teil 2, und Teil 3. More to come wahrscheinlich mit Autorennen.

    Bei den Berliner Bädern darf hochoffiziell auch mit weiblich gelesener Brust oben ohne gebadet werden. Ich beiße mir auf die Zunge und verlinke nur die Pressemitteilung des Senats.

    Lesetipp: Wie es 2013 war im Silicon Valley. Mich hatte der Artikel spätestens als der erste Investor ein persischer Teppichhandel war: One Startup’s Struggle to Survive Silicon Valley’s Gold Rush. (Für den Artikel spricht, dass das portraitierte Startup 2017 genau so einen Exit machte wie im Artikel 2013 vorhergesagt.)

    Zahlreiche Influencer:innen versuchen, alle Farbe aus der Welt zu verdrängen, indem sie die Welt verbeigen. Solange sich das Thema Beige auf Instagramm, instagrammable Orte und Zeit-Artikel zum Thema Kinderzimmereinrichtung beschränkte, war es nicht mein Thema. Aber jetzt schaffen die Oscars den Roten Teppich ab und ersetzen ihn durch ein Exemplar in beige. (Offiziell: Champagne) Oh Zeiten. Da poste ich lieber erneut den Link zur Oscars-Eröffnung 1989.

    Inneneinrichtung von Huis Sonneveld. Beiger Designerstuhl neben beiger Couch auf beidem Teppich vor beiger Wand.

    Bild: WLANL – Adfoto – Huis Sonneveld, stoel Gispen von: Ad from The Netherlands Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic

  • 23-01-29 Do zobaczenia w Poznaniu

    23-01-29 Do zobaczenia w Poznaniu

    Die kühle Schöneberger Wohnung hat uns wieder. Der Eurocity brachte uns zurück aus Posen und es wird sicher noch einige Zeit dauern, bis alle Eindrücke verarbeitet sind, der Ansturm von Neuem seinen Platz im Hirn gefunden hat.

    Bisher weiß ich nur: Krass, dass man zweieinhalb Stunden Zugfahrt in einer anderen Welt ankommen kann. Schön, wie lebendig, sympathisch, abwechslungsreich und einladend diese Welt war.

    Zuerst ein erstes Festhalten dessen, was war:

    Freitag

    Freitag um 17:52 ging es am Berlin-Hauptbahnhof in den EC 249 (Berlin-Warschau-Express). Das Fahrmaterial wurde gestellt von der Polskie Koleje Państwowe, das Personal war bis Frankfurt (Oder) deutsch, danach polnisch. Zug halbleer, um uns die beiden polnischen Familien (zwei Mütter mit insgesamt drei Kindern), die unerfindlich die Hälfte der Zeit englisch miteinander sprachen. Ankunft in Posen viertel vor neun. Wir nahmen ein Uber ins Hotel, warfen die Koffer ins Zimmer und zogen gleich weiter zum Stare Miasto, dem alten Markt, um im Wiejskie Jadło zu essen. Zum unkomplizierten Anfang unserer Reise gab es klassische polnischer Küche: Oscypek-Käse, Schmalzstullen, eine Auswahl an Pierogi, Käsekuchen und eine Art Topfenstrudel. Plus Bier für 170 Złoty.

    Danach: „Ich bin ein Star“ auf dem Hotelfernseher.

    Samstag – Dominsel

    Samstag, Hotelfrühstück, irgendwann gegen 10:00h Aufbruch zur Tourist-Info am Alten Markt, um uns einen einfachen Stadtplan zu besorgen. Die Jakdojade-App (die ist soo toll!) empfahl uns einen kurzen Fußweg und dann die 98er-Tram zur Haltestelle Katedra, um zur Dominsel zu gelangen. Wir besichtigten den Dom (speziell: Backsteingothik in Katholisch – wie halt zur Bauzeit alle Backsteingothik-Kirchen gedacht waren) und umrundeten die Dominsel. Schauten von der Brücke in den Fluss Cybina.

    Da wir per Jakdojade (die App ist so toll) gleich ein Wochenendticket gebucht hatten, nutzten wir das, fuhren mit der 98 im Kreis und wieder urück zum Ausgangspunkt. Zu Fuß weiter durch die Stadt zum Zamek, dem ehemals preußisch-wilhelmischen Kaiserpalast und vor allem zur Enigma-Ausstellung.

    Samstag – Enigma

    Die war sehr beeindruckend, dazu später mehr. Nur kurz: Enigma war die Maschine mit der die deustche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg ihre Kommunikation verschlüsselte. Dank Briten und Polen konnten diese Nachrichten schon früh entschlüsselt werden, was entscheidenden Einfluss auf den Kriegsverlauf hatte.

    Die Ausstellung ist aufgeteilt in zwei Teile: Der erste Teil empfindet den Kryptographie-Kursus nach den die drei polnischen Dechiffrierer Marian Rejewski, Jerzy Różycki und Henryk Zygalski als Mathematikstudenten im Posen der 1920er durchliefen – es wird dargestellt, in dem man selber einen Crash-Kurs zum Thema Ver- und Entschlüsselung durchläuft mit zahlreichen praktischen Übungen.

    Kärtchen mit einem wilden Farbmuster. Ein Teil ist bedeckt mit einem Rotfilter, der eine Ziege sichtbar macht.
    Eine der ersten Übungen im Kryptographie-Kurs: Steganographie. Die Nachricht ist nicht verschlüsselt, aber versteckt. Nur wer weiß, dass dort eine Nachricht ist, wird sie (wie hier mit Hilfe eines Farbfilters) sichtbar machen können. Die Ziehe ist das inoffizielle Wappentier Posens.

    Im zweiten Teil weiß man dann ja schon gut wie Verschlüsselung funktioniert, und kann den historischen Teil, was genau die drei machten, um Enigma zu entschlüsseln – und wie überhaupt die Enigma-Maschine funktionierte, viel besser würdigen. Wir hielten uns dort gut zwei Stunden auf, bevor es mal wieder zu Fuß durch weitere Teile der pittoresken Posener Innenstadt wieder zum Hotel ging.

    Samstag – Kommunales Bad Rataje

    Wir griffen Schwimmsachen, nahmen die 13er Tram bis zur Haltestelle Wioślarska und liefen zur Pływalnia kryta Rataje, dem „Städtischen Schwimmbad [im Stadtteil] Rataje.“ Wir zogen die ein oder andere Bahn und erfreuten uns danach kurz am ungewohnten Luxus eines 32 Grad warmen Nichtschwimmerbeckens. Zurück mit der Tram, auf zum Essen.

    Nach einem kurzen Abstecher durch die Haupteinkaufsstraße, der Pólwiejska, war uns experimenteller beim Essen zumute. Wir kehrten im Laboratorium Smaku ein. Die waren so wenig auf Touristen eingestellt, dass wir beim Bestellen dreiviertel geraten haben was wir bestellten. Wir wurden mit außergewöhnlicher Darreichung von schönem Essen belohnt. Als Vorspeise Grützwurstkroketten mit Cranberry-Apfel-Salzgurke und Pilzsalat, danach Pad Thai und Wiener Schnitzel. 180 Złoty für zwei Gänge plus Wein.

    Danach: „Ich bin ein Star“ auf dem Hotelfernseher.

    Sonntag

    Heute Hotelfrühstück. Ein Fußweg wieder über den Alten Markt (der es schafft trotz einer Riesenbaustelle immer noch echt schön auszusehen) zur „Neuen Synagoge“, die wir auch aus der Nähe sehen wollten. Die stammt aus dem 19. Jahrhundert, wurde von den Nazis in ein Schwimmbad umgebaut, die polnischen Kommunisten haben das Schwimmbad gleich weitergenutzt und mittlerweile steht das Gebäude leer. Beeindruckender Bau, traurige Geschichte.

    Zu Fuß noch mal ernsthaft Posener Geschäftsinnenstadt besichtigen/bebummeln. Dabei staunten wir über hunderte (tausende?) junger Menschen bester Laune in Teils aufwendigem Cosplay mit Spendendosen; sowie darüber, dass jeder zweite Mensch in der Stadt einen Herzaufkleber trug, den man bei den jungen Menschen gegen eine Spende erwerben konnte. Schließlich wurden wir aufgeklärt: Heute ist der Abschlusstag des Wielka Orkiestra Świątecznej Pomocy (des Großen Orchesters der Weihnachtshilfe), eines jährlichen Charity-Events, der polenweit durchgeführt wird und anscheinend eine heftige Resonanz in der Bevölkerung findet.

    Danach dann (mit der 9er- und der 6er-Tram) zum Bahnhof, noch Zeit im Shoppingzentrum Avenida vertreiben und die Sahnetörtchen-Auslage der Bäckerei dort bewundern. Um 15:26 stiegen wir in den pünktlichen Fahren EC 44 (Warschau-Berlin-Express), der uns kurz nach 18 Uhr wieder in Berlin Hauptbahnhof aussteigen ließ.

  • 22-12-19 Größter Binnenhafen Brandenburgs

    22-12-19 Größter Binnenhafen Brandenburgs

    Das Fahrradschloss-Enteisungsspray war genauso effektiv wie gedacht: Gar nicht. Aber ich nahm es gelassen und den 248er-Bus, den ich wusste ja: Der heutige Über-Null-Grad-Dauerregen wird das Schloss wieder öffnen.

    Kurz-vor-Weihnachten bei BBB ist wie überall sonst auch: der Vor-Weihnachtsstress wandelt sich in eins, zwei Tagen in „wird dieses Jahr eh nichts mehr“; ab und an unterbrochen von Ausbrüchen, die jetzt wirklich ganz dringend und wichtig sind.

    Highlight: Anrede in einer Mail „Guten Tag Herr Dirk.“

    Madame erledigte derzeit Erwachsenensachen: Autoversicherung, Krankenversicherung, Neuverplombung des Abwasserzählers.

    Zwischendurch erfuhr sie, dass es trotz Bahnprivatisierung 1993 noch ein staatseigenes Bundeseisenbahnvermögen gibt. Zu diesem gehört unter anderem der Bahnhof Basel Badischer Bahnhof.

    Dessen Rechtsstatus geht auf einen Vertrag von 1852 zwischen der Schweiz und dem Grossherzogtum Baden zurück. Und überhaupt ist dort alles anderes, als in allen anderen Deutschen oder Schweizer Bahnhöfen.

    Schilder an Basel Bad Bf Bild: Basel 2012-10-05 Batch 2 von:
    Mattes  Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 German

    Ich las derweil über Häfen. Als Meer- und Hafenfan ist das Leben in Berlin-Brandenburg hart. Aber der rbb veröffentlichte einen Artikel über den Hafen Königs Wusterhausen, den „größten Binnenhafen Brandenburgs“ – groß und berühmt geworden als Umladepunkt für Berliner Braunkohle.

    Der Wikipedianer in mir stolperte natürlich sofort über den Nischensuperlativ. Also über einen Suplerlativ („größter“), der aber sofort eingeschränkt wird (BINNEN_Hafen, nicht etwa Hafen). In Wikipedia ein gern genutztes Stilmittel, um einer Sache mehr Bedeutung zu geben als sie hat.

    Also dachte ich: wenn KW der größte Binnenhafen ist, welches ist der größte Hafen? Und welche anderen Arten von Häfen gibt es? Und nun frage ich mich: Welches ist der größte Meereshafen Brandenburgs?

    Ernsthafter zur Wikipedia: Cirdan schrieb einen langen Kurierartikel, warum es mit WMDE und der Community nicht funktioniert.

    Flapsig würde ich sagen: WMDE kann es nicht, weil der Wille fehlt, das Kommunikations und Verständigungsproblem als Vereinsproblem ernst zu nehmen. Ein Punkt: Auch nach 20 Jahren Existenz hat WMDE, ein Verein mit ~100 Mitarbeiter*innen, nicht einmal das Mindestmaß an Professionalität aufgebracht, um eine*n verbindlichen Ansprechpartner*in des Vereins für die Community zu kommunizieren.

    Die zweite Externes-Rechnungswesen-Einsendeaufgabe ist zurück. 93,3%. Das heißt, ich darf die Klausur schreiben.

    Abends ging es zu „She Said“ in den Delphi Filmpalast. In seiner filmischen Umsetzung mäßig; als Story aber einfach so stark, dass es insgesamt stark empfehlenswert ist.