Schlagwort: Deutsche Bahn

  • 23-11-07 Letzte Worte ohne Worte

    23-11-07 Letzte Worte ohne Worte

    Ilka fragt nach einer Lese-Empfehlung für Internes Marketing bei Dienstleistung. Die einschlägige Fachliteratur scheint sich auf Externes Marketing für Produkt zu fokussieren. Da ich auch nicht weiterwusste, gebe ich die Frage mal hier in die große Runde. Tipps in den Kommentaren sind ausdrücklich erbeten.

    Twindos2 ist in Wohnung 2R gelandet. Eine gute Gelegenheit, die neuen Nachbarn kennenzulernen. Außerdem können wir dann gleich ergründen, wie dieser DEUTSCHE (aber sowas von DEUTSCH) Nachname an der Tür zu den ukrainischen Umzugskartons passt, die im Treppenhaus standen.

    Auf der Dachbodenbaustelle wird gehämmert.

    Madame stand in Charlottenburg vor einer verschlossenen Haustür.

    Die Vorräte an Schwarztee, Backpapier und Notfall-Fischstäbchen haben die kritische Lagermenge s unterschritten und müssen wieder aufgefüllt werden.

    Die Neubauten neben den Südkreuz-Offices scheinen in die nächste Phase zu gehen. Wir sehen Alltagsmenschen, die anscheinend Wohnungen besichtigen. Als ob 2023 noch irgendjemand in Berlin eine bezahlbare Innenstadtwohnung anschauen müsste, bevor sie sagt: „Nehme ich! Sofort! Egal was! Alles! An wen muss ich meine Seele verkaufen?“

    Ungeahntes passiert in den Offices selber. Jemand entfernte in der Tiefgarage die zentimeterdicke Schicht an Taubenhinterlassenschaften. Nur die Tauben sind noch da. Vermutlich war es nicht die effektivste Methode bei der Taubenvergrämung auf die Zusammenarbeit mit dem Taubenschutzverein zu setzen.

    Seit dieser Woche haben wir auch eine Hausordnung. Ich brach sie am ersten Tag ihrer Geltung, denn ich fuhr mit dem Fahrrad in die Tiefgarage anstatt es zu schieben.

    Zwooi (Alarmanlage)

    In unserem Büro steht derzeit ein Alarmanlagen-Mockup. Montiert auf ein fahrbares menschengroßes Holzgestell finden sich Alarmleuchten, Alarmtaster und verschiedene Sensoren. Es sieht nach Roboter aus. StarWars-semi-mächtige Kolleg*innen tauften ihn sofort auf R2D2. Ich bin inzwischen bei Zwooi.

    Wir versuchen gerade, R2D2 einfache Supportaufgaben beizubringen. Wir würden ihn auch an die entsprechenden Stellen hinrollen.

    Andere Abteilungen bereiten das 125-jährige Jubiläum des Stadtbad Charlottenburgs vor: Am Samstag gibt es historischen Eintritt und vier Führungen durch das Gebäude. Mir gibt das die Chance mal auf einen historischen Blogbeitrag von mir zum Thema zu verlinken.

    Consummatum est!

    Kurz wähnte ich mich in einer Zeitschleife. Nachdem wir das Theater im Delphi betreten hatten, dachte ich, ich sei im schönen Teil Berlins 1995 angekommen. Ein Ort, der in den 1920ern hochstilisch war und seitdem genau da richtige Maß an Patina, Lost-Places-Scharm und Shabby Glamour angesammelt hat. Hätte ich in den letzten 10 Jahren schon fast nicht mehr für möglich gehalten.

    Aber es war 2023 und das Theater im Delphi weltberühmt in Berlin durch seine Gastrolle als Moka Efti in Babylon Berlin. Wir aber wollten keine 1920er-Jahre-Musik hören, sondern 18. Jahrhundert trifft 2023.

    Theater im Delphi vor dem Auftritt

    Das in diesem Haushalt weltberühmte ensemble reflektor hatte eingeladen. Es ging um ein Konzert mit Joseph Haydns Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze (konzertante Version) entgegengestellt mit zeitgenössischen Auftragswerken. Der Zyklus der sieben neuen Werke entstand zusammen mit dem Forum Esslingen, in einem aufwendigen Prozess, der mich faszinierte, bei dem ich aber auch dachte „ein bißchen weniger anstrengend wäre auch ganz gut gewesen.“ Aber egal, auf jeden Fall gab es spannende Musik.

    Haydn: Das Ensemble ist einfach toll. Technisch virtuos natürlich, aber auch so sichtlich engagiert, unprätentios und Willens die Stücke für sich neu zu entdecken und zu interpretieren.

    Der neue Zyklus: Unterschiedlich, spannend. Auffallend der Schlagzeuger, der bei Haydn 59 Minuten stil saß um dann 20 Sekunden zu trommeln. Im zweiten Teil rannte er bei fast allen Stücken durch die Gegend und benutzte als Instrumentarium einen kompletten Hobbykeller. Uns faszinierend: Die Marimba, gespielt als Streichinstrument mit dem Bassbogen. Die Stücke reichten von fast technoiden Loops (Emma O’Halloran) über Soundcollagen (Anahita Abbasi) bis zum Stück von Ying Wang, dem wir zweifellos anhörten, dass es zum Themenkomplex „Krieg“ gehörte.

    Wir waren etwa 5 Meter vom Orchester entfernt, das ohne Bühne auftrat. Es. war. intensiv.

    Nicht Solaris

    Die Deutsche Bahn möchte Eure Eindrücke sammeln. Man weiß nicht, ob sie je Folgerungen daraus zieht. Aber sie möchte sie auf jeden Fall haben. (via Tröt/ Torsten Kleinz)

    Fast hätte ich mir das erste mal seit 20 Jahren ein PC-Spiel gekauft. „The Invincible“, ein Spiel aus Polen nach einem Roman von Stanislaw Lem tickt alle meine Boxen gleichzeitig. Erst im letzten Moment fiel mir ein, dass meine Kreditkarte bereits am 7. November komplett an der Maximumauslastung und weitere Käufe von irgendetwas nicht ratsam.

    Lila schreibt weiter aus Israel.

    Frau Novemberregen träumt von Tellerlinsen. Etwas weiter vorne im Blog sind die Novemberbruch-Wien-Reiseberichte.

  • 23-10-29 Little Schock of Hoppel

    23-10-29 Little Schock of Hoppel

    Über hf leipzig existieren Anekdoten, dass er einst mit dem Auto von Hannover nach Travemünde fuhr, um dort mit Ostseeblick einen Kaffee zu trinken, und dann wieder zurück.

    Ich eifere imperfekt nach. Es war ein Wochenende. Und es war der Zug. Aber der ganze Chemnitz-Besuch ging schon vom Angelpunkt eines Burger-Essens aus.

    Programmnotizen

    IC2271 am Freitag Abend von Berlin-Südkreuz nach Chemnitz. Einchecken im Super 8. Kleiner Stadtbummel, Nachtmahl im Turm-Bräu, Ninja Warrior die 100 Jahre Radio Show auf dem Hotelzimmer schauen.

    Samstag sehr spätes Frühstück im Rosenhof (Cafe Türmer), nach Zick-Zick durch die Stadt ins ehemalige Kaufhaus SCHOCKEN, heute Sächsisches Museum für Archäologie (smac) in die Sonderausstellung „Home Sweet Home.“ Danach ins Hotel, mit EV1 in’s 50s Ville Diner gefahren: Philly Cheese Steak und Ceasar’s Burger essen. Mit EV1 zurück, dann in die Tram 5 und zum Spinnbau gefahren. Das Theater Chemnitz gab „Der kleine Horrorladen / Little Shop of Horrors.“

    Sonntag spätes Frühstück, wieder im 50s Ville Diner, dann eine Deutschlandticket-Stadtrundfahrt. EV1 zurück zur Zentralhaltestelle, mit der C13 zum TU Campus. Dann mit dem Ringbus 82B bis zum Schlosspark. Umrundung des Schlossteiches und Fortsetzung der Ringbusfahrt zurück zum TU Campus. In der Stadt im Das Tietz den versteinerten Wald betrachten und im Café Möbius milchfreien Kaffee trinken. Mit dem RE6 nach Leipzig, dort Nachtmahl im Ciao Bella und mit dem ICE 72 zurück nach Südkreuz.

    Aufgefallen Teil 1

    14000 Schritte heute. Angesichts Innerer Umstände war das heroisch oder bescheuert, auf jeden Fall weiß ich warum gerade nichts mehr geht.

    In der „Home Sweet Home“-Ausstellung gab es verschiedene Mitmachelemente. Unter anderem konnte man Zettel beschriften mit „Was würdest Du aus einem brennenden Haus mitnehmen?“. Der erste Zettel den ich las: „Hoppel“. Später die Frage „Was muss ein Ort haben, damit er zuhause ist?“ – Antwort: „Viele Bücher und Hoppel.“

    Ich bin begeistert, dass Chemitz einen Ringbus hat und wir damit spannende Ecken der Stadt sehen konnten, die wir sonst nie sähen. Ich bin begeistert davon, dass es eine Zentralhaltestelle gibt, die auch so heißt.

    ICE72. Ausgerechnet. Der Zug von Chaos und Destruktion mit dem wir, aus Basel kommend, schon so oft auf der Strecke gestrandet sind und absurdeste Berlin-Rückreisen antraten. Er kam 3 Minuten zu früh im Südkreuz an. Was ist passiert?

    Mehr offensichtliche Punks gesehen (4) als Nazis (1). Auch immer mal wieder Normales mit Antifa-Taschen oder Anarchie-Symbolen. Mir tut die Stadt leid, in diesem sächsisch-politischen Umfeld existieren zu müssen.

    Im Lokal ein Gespräch mitgehört, bei dem jemand von „Umerziehung durch die Eliten sprach“ aber fehlerfrei fließend LGBTQ sagen konnte.

    Buch gekauft: Moderne ohne Bauhaus. Wie jüdische Unternehmer und ihre Industriearchitektur das Chemnitzer Stadtbild der Moderne prägten. Ich bin echt hin und weg von diesem Stadtbild.

    Cafe Türmer, Turm-Brau, Haltestelle am Roten Turm. Ich wunder mich, dass Chemnitz keinen Beinamen als „Stadt der Türme“ hat.

    Jetzt aber erstmal hinlegen und selbstbemitleiden.

    Chemnitz, Schlossteich, Schloss und Kraftwerksturm
  • 23-10-13 Sieben auf sieben Streich

    23-10-13 Sieben auf sieben Streich

    Was sollen wir machen 48 Stunden lang? Was sollen wir machen?

    Schlafen.

    Okay, nicht 48 Stunden am Stück. Aber den überwiegenden Teil des Mittwochs und auch am Donnerstag größere Stücke. Die kleine nervige Erkältung, die seit Wochen weder verschwinden noch eskalieren will, hatte sich doch zur Eskalation entschieden.

    Nachdem der Mitwoch dann aus Schlaf-Halbschlaf-Dösen bestand, ich das Schlafzimmer nur kurz zum zwischenzeitlichen Durchlüften oder zum Abendessen verließ, wurde der Donnerstag aktiver.

    Ich kochte selbsttätig Kamillentee! Und suchte mir auf ran.de das ReLive des College-Football-Spiels Wake Forest Demon Deacons vs. Clemson Tigers heraus.

    Der Versuch, das Mittagessen vorzubereiten endete hingegen darin, dass ich ein Geschirrtuch in Brand setzte. Immerhin fiel mir dann ein, dass Madame ja zum Mittagessen kommen wollte und es eh noch der falsche Zeitpunkt war. Es zeigte mir schnell meine begrenzten Möglichkeiten auf.

    Durch meinen Nebel hindurch drang die Nachricht, dass Madame Zugfahrkarten für Weihnachten gekauft hatte.

    Protipp: Kaufen Sie JETZT Bahnfahrkarten für Weihnachten. Der Verkauf wurde gerade eröffnet. Noch sind Supersparpreise, Sparpreise – und in beliebten Zügen überhaupt Plätze – verfügbar.

    Die letzten 34

    Auch durch den Nebel hindurch erreichte mich die Nachricht:

    Die Algorithmische-Mathematik-Klausur ist bestanden!

    Es war, passend, ein Gewürge und ein gerade-so-eben. Aber das bleibt im Stil zwischen mir und dem Kurs. It was a wild ride, sehr anstrengend, aber ich quasi durchgehend mit breitem Grinsem im Gesicht. Damit habe ich einen großen Stein zwischen mir und dem Bachelor aus dem Weg geräumt.

    Das bedeutet:

    Sieben Module belegt, zu sieben Klausuren angemeldet und siebenmal bestanden. Ich habe ein halbes Semester Vorsprung vor der Teilzeitstudiums-Regelzeit.

    Für den Bachelor Wirtschaftsinformatik sind 70 von 185 nötigen ECTS auf meinem Konto.

    Für DEN MASTERPLAN sind es 80 von 600 nötigen ECTS.

    Die Hälfte der Bachelor-Pflichtmodule liegt hinter mir. Darunter, irgendwie erschreckend, sämtliche reinen Mathekurse. (BWL: 3/4 Modulen, VWL 0/1, Mathe: 2/2, Informatik: 1/3, Wirtschaftsinformatik i.e.S.: 1/4.)

    Auch gelernt: Bei dem Wirtschaftsinformatik-Pflichtmodul Algo-Mathe haben neben mir genau 33 weitere Wirtschaftsinformatiker*innen bestanden. Wir schrumpfen plötzlich auf eine kleine Gruppe zusammen.

    Im Parlament

    Madame wurde auf Insta gefeatured.

    Später belebte sie mit Hilfe fortgeschrittenen Küchenvoodoos einen untoten Sauerteig zurück zum Leben, wurde aber vom Käse versetzt.

    Mich trieb es heute zurück ins Büro und zur Südkreuzmittagspause.

    Steppengarten hinter Sitzback. Im Hintergrund Flixbus.

    Die Woche über hatten sich zwei Zertifikate höchst merkwürdig verhalten. Die erfolgreiche Reparatur war dabei noch irritierender als der ursprüngliche Fehler. Ich wollte den Freitag-ab-eins-Nachmittag dazu nutzen, noch etwas an den Zertifikaten herumzuspielen. Aber Kollege Kiefer erinnerte daran, dass heute Freitag der 13. ist und damit gilt „Never change a running system on a friday – unless you want to fix it over the weekend.“ -> Verschoben auf den Montag.

    Frau Chorherr war essen.

    Christiane war in Italien.

    Szenen einer häuslichen Wohngemeinschaft.

    Seit Jahren ärgert mich, dass wir vage-unbestimmt-verharmlosend von „Rechtspopulismus“ reden; der Vergleich zum Faschismus aber bestenfalls als polemische Zuspitzung und rhetorische Übertreibung daherkommt. Dabei gibt es gute politikwissenschaftliche und ideengeschichtliche Gründe Orbán, Trump und Bolsonaro in eine Reihe zu stellen mit Horvath, Mussolini und Franco. Freundlicherweise versucht Berthold Franke (keine Verwandtschaft) das ausführlich fundiert das in den Blättern für deutsche und internationale Politik: Für einen neuen Faschismusbegriff. (via @ot@troet.cafe)

  • 23-10-08 FCK GRN

    23-10-08 FCK GRN

    Zwei Landtagswahlen in Bayern und Hessen fanden statt. Und bevor es für alle noch peinlicher wird, schlage ich vor, wir ignorieren das einfach und tun so als hätte es diese Wahlen nie gegeben.

    Ein Amöbenballon brachte die Nachricht eines erfolgreichen absolvierten Aqua-Fitness-Trainerinnenscheins. Das finde ich natürlich hochgrad töfte.

    Madame las einen Artikel aus Moderne Regional zum Kino International vor.

    Freitag an der Dauerbaustelle vor dem Büro: Das erste Mal „Zivilisten“, die weder nach Bauarbeitern noch nach Immobilienbeauftragten aussahen. Sollten die Wohnung dort langsam vermietet werden?

    Der Schornsteinfeger ließ sich seinen latifundierenden Besuch mit 45 Euro bezahlen.

    Daniel bezahlt die Strafgebühren

    Nachdem das Schicksal auf der kaptainschen Holtour die Ereigniskarten „Lokführer verlässt spontan den Zug“ und „Auffahrunfall vor Neuruppin“ ausgespielt hatte, begnügte es sich auf der Bringtour mit „Elbtunnel gesperrt.“

    Das betraf uns nicht direkt – die märkischen Hamptons und Dithmarschen liegen auf derselben Elbseite – aber indirekt schon. Ganz Südelbien auf dem Weg nach Norden breitete sich quer durch das Hamburger Stadtgebiet aus. Den Teil der Südelbier, der nach Sylt / Nordfriesland / Eiderstedt / Flensburg wollte, trafen wir nicht erst auf der A7 / A23 sondern bereits im Stau auf den Hamburger Zubringern.

    Auf der Bringtour Teil 2 war das Schicksal vielleicht versöhnt, weil wir einen großen Stein im Gepäck hatten (literally, not figuratively). Trotz Nutzung vierer Züge (RB63, RE6, RE70, FLX35) von zwei Anbietern (Deutsche Bahn/ Flixtrain) funktionierten alle Anschlüsse. Wir kamen nach Plan in Südkreuz an. Ich hätte zur Feier eine Blaskapelle erwartet.

    A24-Erkenntnisse: die Raststätte in Gudow rast in erstaunlichem Tempo in den Abgrund. Der Burger King scheint ausweichlich unserer Besuche und der Internet-Rezensionen überhaupt nie mehr „normal“ zu funktionieren. (Überraschend geschlossen, Terminals kaputt, Rindfleisch alle, Getränkemaschine kaputt, you name it), Tank&Rast daneben gibt sich jede Mühe nur ja keine der suchenden Kunden anzuziehen. Die einzige örtliche Alternative, McDonalds am Autohof nebenan, ist vor kurzem abgebrannt. Und das am perfekten Pausenort, je zwei Stunden von Berlin Innenstadt und Hamburg Innenstadt entfernt.

    Zuggespräche: Eine Hamburger Deern aus dem Bilderbuch (schlicht gekleidet aber edel, ebenso zurechtgemacht, leicht raue Stimme, erfolgreich eine zupackende-Art-vermittelnd), erzählte davon wie sie ihr Segelboot überwintern.

    Eine Gruppe Jungerwachsener aus NRW auf Heimfahrt stritt durch den halben Waggon hindurch, ob ihre Zugbindung jetzt aufgehoben ist oder nicht. (Fazit: Daniel zahlt die Strafgebühr, falls sie doch nicht aufgehoben ist)

    Der zugfahrende Bro von heute trägt baggy Cargohosen und wirft sich dazu einen Badezimmerteppich um die Schultern.

    Ländliche Bushaltestelle mit Kühen dahinter und Backsteinhäusern im Hintergrund.

    Gestovter Kohl und lineares Fernsehen

    In Dithmarschen erwartete mich die nächste Runde gegen den semi-smarten-Stromzähler.

    Das obligatorische Fisch-Möller-Essen in Büsum zeigte Inflationserscheinungen. Das Gericht „Scholle“ für 25 Euro hatte sich aufgeteilt in „Scholle-groß“ für 30 Euro und „Scholle-klein“ für 21 Euro. Neu auf der Karte budgetfreundliches Essen wie gestovter Kohl mit Salzkartoffeln für 10 Euro. Als kulinarischer Kohlfan nahm ich die gestovter-Kohl-Variante mit Fischfilet und war glücklich.

    Beim Kaptain ergibt sich die seltene Chance linear fernzusehen. Wir schauten bei Columbo herein. Fast anrührend wie in der Folge von 1990 das hochmoderne Faxgerät zur Lösung des Falles führt – einschließlich Columbo, der („Ich verstehe von diesen modernen Sachen nichts.“) sich das Fax von einer Sekretärin vorführen und erklären lässt.

    Auch gesehen: College Football auf Pro7Maxx. Nachdem ich vor vielen Jahren American Football im Deutschen Fernsehen abgeschworen hatte (Einäugige erklären den Sport Menschen die sie für blindtaubgeruchslos halten), hat sich viel getan. Die Moderation war kompetent und sie scheute sich nicht, es zu zeigen. Hurra! Und ich hatte Glück – es fand ein krasses Spiel statt – die Oklahoma Sooners gewannen in einem Nailbiter par excellence gegen die Texas Longhorns.

    Vor lauter Überschwang wollte ich dann doch gleich den ESPN-Player abonnieren – nur um festzustellen, dass der mittlerweile in Deutschland geogeblockt wird. Ich suche also gerade die beste Variante, College Football legal in Deutschland zu streamen.

    NZS BXN

    Beim Tanken in Dithmarschen sah ich meinen ersten „FCK-GRN“-Aufkleber. Im Stil von NZS BXN (Nazis Boxen) oder FCK AFD (Fuck AfD) nun als FCK GRN (Fuck Grün).

    Erster Gedanke: „Okay. In Schleswig-Holstein. Nicht in Brandenburg. Ich staune.“

    Zweiter Gedanke: „Es gibt Teile der Bevölkerung in der Grüne-hassen schon so sehr als Lifestyleelement angekommen ist, dass man sich Lifestyle-Aufkleber damit ans Auto bappen kann. Was sind das so für Menschen?“

    Junge Männer, Auto mäßig preiswert, tiefergelegt, mit breiten Reifen und breitem Auspuff.

    Zum Teil konnte ich das nicht verstehen: Die Grünen machen die gesellschaftlichen Änderungen ja nicht, ich habe den Eindruck, sie versuchen als einzige darauf eine konstruktive Antwort zu finden. Nur sieht diese Antwort halt keinen Platz für DIY-Autotuner vor.

    Zum Teil verstand ich die jungen Männer also: Sie sind Vertreter einer Lebensform, die stark unter Druck steht: Autofahren wird in den Medien abgewertet; praktisch wird es durch steigende Benzinkosten immer schwieriger. Das Image „des Schraubers“ ist im Vergleich zum Beispiel zur Projektmanagerin auf dem absteigenden Ast. Und irgendwie verkörpern die Grünen das alles. (Von Attitüdeproblemen grünnaher Menschen in den Medien und dem Missverhältnis aus Ankündigung und Umsetzung will ich jetzt gar nicht anfangen.)

    Aber wenn Du eine Lifestylebewegung gegen Dich hast – dann brauchst Du dringend auch eine Lifestylebewegung für dich, sonst hast Du ein Problem.

    European-Sleeper-Kurzbett

    Herr Mess war bei Zammreißen.

    Inka lag im European Sleeper probe.

    Uschi fährt zu allen Nino-de-Angelo-Konzerten.

    Poupou erzählt von der anbrechenden Kultursaison.

    Why Hamas attacked.

    Wer die Landtagswahlen nicht ignorieren will, lerne doch bitte aus der Geschichte. Und zwar nicht „Nazis sind schlimm“ sondern „Welche Formen des Widerstands waren erfolgreich?“ NZS BXN war da nicht das schlechteste. (Langfristig erfolgreicher: Gegenbewegungen. Die erfolgreichste antifaschistische Bewegung der letzten Jahre war Fridays für Future.)

  • 23-09-23 Tanz der Kohlelfen

    23-09-23 Tanz der Kohlelfen

    Alexa hat keine Ahnung von Tiden.

    Kohlbrot ist aus. Da muss man schon vormittags kommen. Das wollen ja alle haben. Das gibt es nur einmal im Jahr. Nur wenn in Dithmarschen Kohltage sind, der Spielmannszug Blau- Weiss neben einem Traktor auf dem Ankerplatz Büsum auftritt und Edeka Kohlpyramiden neben dem Eingang stapelt, dann gibt es Kohlbrot.

    Dr. Ali war auf ausnehmend freundlich. Das will ich ihm auch geraten haben. Ich glaube, ich besiegte den semi-smarten Stromzähler.

    In Elmshorn gerieten wir in ein Feuerwerk.

    Madame warf sich Indiana-Jones-like in den ICE.

    Obwohl mein Geburtstag erst nächsten Monat ist, kündigte DHL ein erstes Geschenk an: Gut 2000 Seiten Fernuni-Kursmaterialien sind auf dem Weg.

    Im Anzeigenblättle schöne Kohltage-Fotos. Unter allem sämtliche lokale Honoratioren stolz mit je einem Kohlkopf im Arm. Und die beiden im Kostüm auf Kohlfeld, die das Blãttle als „Tanz der Kohlelfen“ titulierte.

    Trotzdem zog es uns ans Meer. Wir wandelten in einer Regenpause von der Büsumer Jugendherberge vorbei an den Krabbenkuttern zum Strand. Dann weiter zur Perlebucht, Kitesurfer schauen und zurück. Wäre ich sehr viel sportlicher – und wohnte ich am Meer – und wäre bereit viel Geld in Sport-Grümpel zu investieren, dann könnte ich mir Kitesurfing als Sport vorstellen. Zwischen Strand und Jugendherberg brach der nächste Sturzregen über uns herein.

    Gelesen: Claudio Magris: Verstehen Sie mich bitte recht. Nicht aufgepasst. Erfolgreiche-Schriftsteller-schreiben-selbstreflexiv-über-die-Allüren-erfolgreicher-Schriftsteller ist nicht mein Lieblingsgenre.

    Ich steige jetzt aus

    Es ist ein wenig lahm, bei jeder Bahnfahrt über die Deutsche Bahn zu lästern. Aber sie ist halt so voller Überraschungen. Nachdem Berlin-Hamburg weitgehend komplikationsfrei funktionierte, wurde es im RE6 nach Heide spannend.

    Der Zug fuhr. Dann stand er. Durchsage „Personen im Gleis“. Dann fuhr er wieder „Personen weg“. Dann hielt er wieder. Dann fuhr er und der Lokführer sagte: „Wir halten jetzt in Pinneberg. Das ist kein regulärer Halt. Aber wir müssen da jetzt anhalten.“ Dann hielten wir in Pinneberg.

    Wir hörten zufällig wie der Lokführer sagte: „Ich steige jetzt aus“. Dann stieg er aus und ging und ward nicht wieder gesehen. Etwa 20 Minuten später kam eine Schaffnerin und erzählte, dass der Zug nicht weiterfährt. Also standen wir in Pinneberg, an einem Bahnhof an dem der reguläre RE nicht hält.

    Irgendwie gelangten wir um 22:30h nach Heide. Leider ohne Anschluss bzw. wäre der nächste Zug um 4:49h gefahren. Knapp 20 Kilometer vom Kaptain entfernt. Zum Glück ist das örtliche Taxigewerbe auf die Deutsche Bahn eingestellt und wartete bereits am Bahnhof.

    Osten

    Madame sagt, ich soll Dmitry Kapitelmann Googlen.

    So ein bisschen New York.

    Frau Herzbruch war im Theater und heulte.

  • 23-08-22 Fahrrad des Theseus

    23-08-22 Fahrrad des Theseus

    Montag ist ein Tag des Aufbruchs und der Entdeckungen. Zum Beispiel der Entdeckungen zahlreicher neuer Mückenstiche, denn ich war Sonntag zu faul kurz vor dem Aufbruch mich noch abzusprühen.

    Jeder Tag beginnt damit, in dem letzten bisschen kühle Brise zu liegen und zu hoffen, dass der Morgen nicht vorbeigeht.

    Die Tupperdosen liegen in der Latifundienkiste. Auf dem Lidl-Parkplatz stand ein Auto mit Wasserstoffantrieb.

    Madame traf sich mit dem Kantor.

    Essen gibt es wieder aus dem Crocky: Oxtail Stew nach Jamie Oliver. Und da es im August spontan nirgendwo Ochsenschwanz gibt, wird es Ossobuco Stew nach Jamie Oliver.

    Aber es wird: wenn die Wettervorhersage sich nicht komplett irrt, wird es kühler und dann ist der Hochsommer auch vorbei. Immerhin kein nennenswerter Waldbrand, keine Überschwemmungen in unmittelbarer Nähe und die Hitzewellen blieben selten länger als eine Woche erhalten. Glück gehabt, so insgesamt.

    Langsam wird das Freibadwetter wieder besser. Also wieder auf in das Insulanerbad – für einen bewölkten Tag war es überraschend voll; vielleicht wollten die Berliner noch die letzten paar Tage Sommerferien mitnehmen und die letzten Coupons vom Ferienpass einlösen?

    Die Bahnaufteilung verlief auch nicht so ganz reibungslos – Langsamschwimmer und im-Wasser-Treidler sortieren sich nicht so schön auseinander. Aber für eine schöne Dreiviertelstunde im Untergang der hinter den Wolken hervortretenden Sonne reichte es.

    Kleine Rutsche in Form eines Krokodilkopfes. Darauf ein Blumenkübel.

    Auf dem Weg entdeckt: Das Fahrrad muss wieder zum Fahrradmeister. Eine Befestigung des Gepäckträgers ist gebrochen. Was nach 23 Jahren und mehrfach wöchentlichem Einkaufstransport vollkommen okay ist. Andererseits war der Gepäckträger eines der letzten Originalteile des Rads. Es bleiben noch Gabel, Lenker, Lenkervorbau, Sattelstütze und Rahmen – alles andere wurde (mehrfach) erneuert.

    Die Ferne rückt nah

    Die Fernuni-Klausuren rücken näher und langsam groove ich mich wieder auf den Studiumsrhythmus ein. Nicht ohne zwischendurch ein paar Blogs zu lesen.

    Länger schon kannte ich den Nebenbeistudent, der Bildungswissenschaft und Wirtschaftsinformatik studierte. Spannend. Aber wie viele derartiger Blogs in der Mitte abbrechend. Studium geschmissen? Blog umgezogen? ich weiß es nicht.

    Um so beeindruckender der Blog zum Fernstudium Wirtschaftsinformatik und Praktische Informatik an der FernUniversität Hagen. Der gute Mensch hat nicht nur den Bachelor in Wirtschaftsinformatik gemacht und den Master in Wirtschaftsinformatik und dann auch noch den Master in Praktischer Informatik, sondern auch bis zum Ende darüber gebloggt.

    (und nach meinen durchaus fordernden Erfahrungen zum Thema Algorithmische Mathematik erfreute ich mich auch am Post zu dem Thema – wobei es damals noch keine Einsendeaufgaben gab und jede*r an der Klausur teilnehmen durfte. Eine Herausforderung war der Kurs dennoch.)

    Let it Bahn

    In das Nachtzugthema kommt Bewegung. Nicht nur die Finnen, die Österreicher und die Italiener bestellten neue Nachtzuggarnituren, sondern auch die Norweger, die polnische PKP und das Privatunternehmen Midnight Trains bestellten neue Waggons. Back-on-track.eu bringt ein längeres Update zu den ersten Trenitalia/Skoda-Entwürfen für neue Nachtzugwaggons: IC Notte starts to renew its fleet.

    Nur die Deutsche Bahn ist nicht dabei. Die hat andere Sorgen. Nachdem wir live miterlebt haben, wie ein ICE zwischen Leipzig und Erfurt strauchelte, stundenlang in der Hitze brütete und nur mühselig evakuiert werden konnte, wird dieser nun zum Beispiel: Chaotisches Notfallmanagement bei der Bahn – Diesen Sommer steckten Tausende Bahnreisende oft stundenlang in Zügen ohne funktionierende Klimaanlage fest, weil unter anderem der Strom ausfiel. Recherchen von Report Mainz zeigen Probleme beim Notfallmanagement der Deutschen Bahn.

    Die New York Times hat einen Newsletter zu neuer Musik. Meist ignoriere ich diesen. Aber diesmal schaute ich rein: Guns’n’Roses existieren noch! Über die Band und das einzige Stadionkonzert meines Lebens sollte ich vielleicht auch mal schreiben.

    Es gibt eine neue Coversion von Let it Be. So weit, so öde. Diese aber ist von Peter Frampton (73 Jahre alt), Mick Fleetwood (Fleetwood Mac, 76 Jahre, Ringo Starr (The Beatles, 83 Jahre), Paul McCartney (The Beatles, 81 Jahre) und the one and only Dolly Parton (77 Jahre) – und das Ergebnis entsprechend grandios.

    Ähnlich besonders: Emma McKee – die Kreuzstich-Stickerin der US-Hip-Hop-Szene. (The Stitch Gawd)

    Nachdem das Wetter sich langsam wieder in erträgliche Gefilde bewegt, scheint mein Körper zu sagen: Nun hab‘ ich mich aber auch lange genug zusammengerissen. Der erste Abend in der Wohnung ohne Ofeneffekt und prompt kommt die Erkältung. Noch ist alles offen: Wird morgen ein „Mit einmal Nachtschlaf ist alles okay.“ oder ein „So wie ich huste und niese bleib ich aus Infektionsschutzgründen besser im immobilen Arbeiten“ oder wird es „Uuuaaaah, krank, schlafen..“ Ich bin gespannt.

  • 23-08-10 Die Abrechnung (kein Kaffee)

    23-08-10 Die Abrechnung (kein Kaffee)

    Der Aufzug fährt. Ich sah, dass der Gerüstaufzug am Haus in der Position „oben“ geparkt war. Madame berichtete davon, dass verschiedene Handwerker (mir ist nicht 100% klar welches Gewerk zuständig ist) einen Durchgang im Dach öffneten und dort einen Tunnel von der Aufzugplattform auf den Dachboden errichteten.

    Damit uns die Baustellen nicht ausgehen, informierte uns die S-Bahn von Gleisbauarbeiten in Hörweite in den kommenden Nächten.

    Wenigstens das Gerüst vor Domino’s Pizza verschwand, so dass dort die Fahrradfahrt etwas einfacher voruberführt.

    Anlässlich der Familienaufdröselung lernte ich, dass „gegenüber von Straßburg“ gar nicht in Nordbaden liegt, sondern Mittelbaden. Und der Familienteil S(ö) demzufolge nicht aus der Schweiz nach Nordbaden zog, sondern nach Mittel- und Südbaden.

    Derweil besuchten zwei Abgesandte von Familienteil S(e) mit ihren beiden Cavalier King Charles Spaniels die Stadt Berlin. Sie reisten aus Luxemburg an. Madame lief mit ihnen die große Spazierrunde vom Stadtschloß die Spree entlang bis zum Hauptbahnhof, dann Kaffee im Futurium und über Kanzleramt/Brandenburger Tor und Unter den Linden zurück zu Dussmann.

    Madame hatte danach 12.000 Schritte absolviert, die Spaniel mit den kurzen Beinchen und ihrem Zick-Zack-Lauf vermutlich um die 80.000 Schritte. Dafür wirkten sie erstaunlich frisch.

    Abends trafen wir uns auf halber Strecke zwischen Hotel und unserer Wohnung. Madame hatte das Phojito („Vietnamese & Tapas in Berlin“) entdeckt. Es gab vietnamesisch beinflusste Tapas. Allein der Anblick von 12 Schälchen mit Dim Sum, Tofucurry, Pfannkuchen, Papayasalat, Sommerrollen et cetera war eine Schau. Auch geschmacklich zu empfehlen. Wir kommen wieder.

    Danach Eis.

    Auffallend. Sowohl bei Phijito als auch in der Eisdiele waren sämtliche Beschriftungen im Raum, die auf Angebote und Karte hinwiesen auf englisch.

    Für den Alltag preppte ich Linsen Stroganoff, für den Crocky umgewandelt nach einem Rezept von Frau Küchenlatein.

    Bergfest! Sofern die Dottores recht behalten, hat Madame die erste Hälfte ihrer Armbruchrekonvaleszenz hinter sich gebracht.

    Nach dem Urlaub habe ich wieder etwas Energie und lebe nicht nur meiner Planung aus dem Frühjahr hinterher, sondern mache Neues. Ich installiere zum Beispiel spontan die App Urban Mind um am Projekt Deine Emotionale Stadt teilzunehmen.

    Der Flurfunk sagt, dass jemand sämtliche freien Parkplätze in der Tiefgarage der Südkreuz Offices mietete. Eigentlich kommen dafür nur das DLR oder Vattenfall in Frage.

    Auch wenn die ganze Gegend um die Südkreuz Offices etwas seltsam ist. Ich mag den Gedanken, dass ich aus der Geschäftsstelle spontan über die Straße gehen könnte und mich in einen Zug nach Prag setzen könnte oder auch nach Interlaken.

    Niemals nach Interlaken

    Richtung Interlaken will ich vielleicht auch nicht. Die Züge kommen ja nie an. Die SBB ist kurz davor, die Deutsche Bahn komplett aus dem Netz zu verbannen. Die irrlichterndern Züge der Deutschen Bahn enttakten das SBB-Netz und aktuell hält die SBB für jeden deutschen Zug einen Schweizer Zug in Reserve.

    Wenn ich richtig rechne, sind wir bei unseren letzten 5 Fahrten nach Basel nicht einmal in dem Zug gefahren, den wir nehmen sollten. Also er war nicht zu spät – oder viel zu spät. Er fuhr nicht.

    Mal nahm Madame den Ersatzzug vom Ersatzzug des Ersatzzugs des Ersatzzugs. Mal fingen wir an, bei Offenburg heftig Verbindungen zu suchen, weil unser Ersatzzug ohne jeden Ersatz in Mannheim aufhören würde. Mal gab es eine stundenlange Evakuierung.

    Ich glaube, das Problem ist, dass es nur eine kleine Zahl an physischen Zügen gibt, die technisch und rechtlich in der Schweiz dürfen – und diese sind alle marode.

    Diesmal: Der Zug fährt erst ab Karlsruhe. Was uns in Basel wenig nutzt. Es gibt einen Ersatz nach Karlsruhe. Der kommt aber erst an, wenn „unser“ ICE70 bereits abgefahren ist. Wir bekommen es gerade noch mit, sprinten zum Bahnhof Lörrach, fahren mit der S-Bahn nach Basel, wo wir in den EC8 fallen (Thank God, betrieben von der SBB) und gerade noch rechtzeitig nach Karlsruhe gelangen.

    Blick aus dem Zugfenster. Strommast, grüner Acker im Hintergrund Unwetterwolken.

    Durch die Überstürzung hatten wir keinen Kaffee mehr. Ich gehe also kurz nach Abfahrt Karlsruhe im ICE von Wagen 2 in Wagen 10 ins Bistro. Dort eine 5-Personen-Schlange. 10 Minuten später ist es eine 4-Personen-Schlange und ich verstehe nicht, was die Dame an der Theke so macht. Weitere 15 Minuten später haben wir Mannheim passiert. Ich stehe vorne. Die Dame sagt „in 50 Minuten erreichen wir Frankfürt Süd. Da gibt es Personalwechsel. Wir müssen das Bistro jetzt zumachen.“ Ich stolpere mit Koffeinmangel zurück, nicht ohne auf dem Rückweg nochmal die Durchsage zu hören „Besuchen Sie auch unseren gastronomischen Service.“

    Abrechnung

    Die Abrechnung der Polen-Reise ist durchgeführt.

    Wir zahlten 1822 Euro. Davon für

    Bahn 239 Euro (2 Personen, Berlin -> Breslau. Breslau -> Warschau. Warschau -> Danzig. Danzig -> Berlin)

    Hotel 796 Euro (2 Personen, 8 Übernachtungen, davon 5 mit Frühstück)

    ÖPNV 60 Euro (2 Personen, jeweils großzügig geschnittene 2/3-Tagestickets)

    Sonstiges 727 Euro (vor allem Essengehen, Eintritte etc.)

    In dem Fall bin ich ungern der Welle voraus: Poland to see growing summer tourism amid climate change, says head of travel giant TUI

    Soultrain / Busspur

    Madame hört „Alles gesagt?“ mit Kevin Kühnert. Kühnert lebte und lebt in der Gegend, in der wir wohnen; er spielte Jugendhandball und arbeitete einst im Call Center. Ich fühle mich verbunden.

    Herr Rau testet einen mechanischen Elektrobaukasten.

    Frau Chilli Ciabatta probiert einen Potje aus (ähnlich dem, was in Deutschland Dutch Oven heißt, aber mit rundem Boden).

    Neidisch bin ich auf die Ferienwohnung in der Hufeisensiedlung von Christine Cazon.

    Nachwirkend von der Hochzeit, überlegte ich, wie so ein Paar-und-Trauzeugen-Let’s-Get-Loud-Einzug wohl aussehen könnte. Das prodancersstudio auf youtube scheint mir ein paar Ideen zu haben. Das ist die Version, die für Normalsterbliche machbar sein könnte. Wer höher hinaus will, kann sich auch am LD Dance Studio orientieren. (Man achte allein auf das deutlich höhere Tempo).

    Wo wir bei Tanz-Videos sind. Im Laufe der Hochzeit stellte es sich heraus, dass ich Madame noch nie zu Soul-Train-Video-Schau-Sessions gezwungen habe. Das gilt es nachzuholen: Soul Train Line Dance to Jungle Boogie (1973)

    Falschparker auf Berliner Busspuren sollen zukünftig mit Kameras aufgezeichnet werden.