Schlagwort: Deutsche Bahn

  • 24-11-28 Chaos bei Knaus-Tabbert

    24-11-28 Chaos bei Knaus-Tabbert

    Sie ist weg, weg und ich fühl mich ein klein bisschen ausgebrannt. Heute um 17:17h ging die Seminararbeit Sensitivitätsanalyse des Begrenzungsvektors in die Mail. Natürlich fallen mir zum Ende hin immer noch tausend Sachen ein, die ich noch verbessern könnte. Aber ziemlich sicher hatte ich den Zustand eklatanter Verschlimmbesserung erreicht, in der ich eine Kleinigkeit verbessere und gleichzeitig zwei andere Sachen schlechter mache denn zuvor. Also weg, weg, damit.

    Pro: Dank LaTeX ist es die mit Abstand bestaussehendste Uni-Arbeit, die ich je irgendwo abgab. Und ich widerstand meinem Drang kurz vor knapp alles umzubauen und habe lieber die Fassade weiter verputzt und Formalien überprüft.

    Kemenaten-Time: Vom mobiles-Arbeiten-Schreibtisch an den Uni-Schreibtisch – der ja derselbe Schreibtisch ist. Am mobiles-Arbeiten-Tisch lernte ich mehr über virtuelle Dokumentenmappen im Unterschied zu Dokumentenbibliotheken als ich je wissen wollte. Draußen hat es vielleicht geregnet. Oder die Sonne schien. Schnee? Keine Ahnung.

    Aus Madame-Hafenstadt-Gründen stehe ich um fünf Uhr morgens auf. Versuchte, in der mobilen Mittagspause etwas Schlaf nachzuholen. Mir träumte, ich hätte eine leere Pfanne auf dem voll aufgedrehten Gasherd stehen lassen. Das Mittagsdösen beendete sich abrupt.

    Brandenburg bekommt ein BSW-Finanzministerium. Wir bleiben gespannt.

    Die Bahn schafft die weißen Aushänge ab, auf denen Zug-Ankunftszeiten angezeigt werden. Ich kann mir den gigantischen Aufwand vorstellen, den es benötigt alle diese Aushänge zu produzieren und in den richtigen Schaukasten zu bringen. Ich kann mir vorstellen, warum die Bahn den Aushang-Aufwand gerne los werden würde.

    Andererseits ist so ein Papieraushang gegenüber App und elektronischer Anzeige sowohl niederschwellig benutzbar sowie unempfindlich gegenüber Störungen, neudeutsch ist er geradezu resilient. Ob man nicht ganz generell zur Zeit wieder störungstoleranter planen sollte?

    Damals als wir noch eine physische FAZ ins Haus bekamen, war der Dienstag ein Highlight. Dienstag lag der Technik-&-Motor-Teil bei. Irgendwo hinten besprach Hans-Heinrich Pardey mit tiefer Liebe und Kenntnis alle Details der Fahrradtechnik.

    Etwas weiter vorne lernten wir vieles über diese komplett andere Welt, die Wunderwelt der Wohnmobile und ihrer Inneneinrichtungen. Irgendwo da draußen gab es ein Leben, dass sich um Küchen drehte, die auch in Büroschreibtische umgewandelt werden konnte, fahr- und drehbare Betten und Luxusduschen auf einem viertel Quadratmeter Grundfläche. So exotisch und doch in seiner Beständigkeit so zuverlässig wie das Rauschen des Meeres oder der Autobahn. Könige dieser Welt waren Knaus-Tabbert, die emsig WoMos bauten und jedes Jahr Gewinn- und Umsatzrekorde erzielten.

    Es waren selige Zeiten. Denn 2024 gilt auch dort: Chaos, Untergang, Verfall. Razzia bei Knaus-Tabbert informiert mich der Bayerische Rundfunk. Hunderte Polizist*innen1 stürmten das Werksgelände, zwei Manager nahmen sie gleich mit. Der Börsenkurs ist im Keller, die Produktion zeitweise ausgesetzt. Wenn man sich nicht einmal mehr auf diese Parallelwelten verlassen kann.

    Jetzt erstmal die Bibliotheksbücher zusammensuchen, die ich am Ende doch nicht nutzte, die aber nach Hagen zurücksollten.

    Nähen, Kochen, Haare schneiden

    Debbie schreibt eine Anleitung für Deutsche wie sie in Deutschland Thanks-Giving-Dinner machen können. Mit Verweis auf ein verlinktes Excel-Sheet: Thanksgiving Dinner in Germany

    Bei der Kaltmamsell wird in den Kommentaren über nähen oder kleben diskutiert und am Folgetag über Nudelköpfe,

    1. Sternchen von mir eingefügt. Der Bayerische Rundfunk doch nicht! ↩︎
  • 24-10-21 Chillen und Grillen

    24-10-21 Chillen und Grillen

    Montag Morgen begann with a bang. Vermutlich war den Dachbodenbauarabeitern etwas umgefallen. Punkt 7 begann das Hämmern und Bohren. The marvelous Frau Z, die zum Putzen kam, hatte Mitleid mit uns.

    Aber ich freue mich über jedes Anzeichen, dass die Dachbodenbaustelle weitergeht. Ihr stetiger Arbeitsbeginn genau um 7, spricht zudem für eine Grundprofessionalität, die in diesem Hause ungewöhnlich ist.

    Am Südkreuz recherchierte ich Parkplätze. Es gibt Ebenerdig-Tempelhof, Ebenerdig-Schöneberg und Parkhaus-Süd. Alle drei kosten denselben Stundenpreis (2,50€)1, haben aber alle verschiedene Tagespreise (E-T: 27€, E-S 30€, PH: 25€). Mein Lieblingsparkplatz dort ist allerdings das Parkhaus-Nord: Dem gönnte die Bahn nicht einmal eine Auffahrt, so dass es seit Jahren als Lost Place mitten am ICE-Bahnhof steht.

    Die Bahn spendierte Madame eine knappe Stunde Aufenthalt in Zeuthen. Das war nicht der Tagesauftakt, den sie sich vorstellte.

    Der tip besuchte das Botanische Bistro Talea. Langsam wird es peinlich, dass wir immer noch nicht da waren. Vermutlich wird es in der New York Times stehen, bevor wir hinkommen.

    Roastbeef? Rumpsteak?

    Madame und Euphegenia sammelten die letzten Schlehen und setzten Sloe Gin an.

    Samstag bei Donna Rosa fragte Mio macchina, was der Platz für den Rest des Wochenendes sei? Nichts. Chillen. Ach ja. Und Grillen. Ausnahmsweise weder Gemüse noch Schweinekamm, noch Spezialbratwürste sondern Steaks.

    Es gab Unklarheiten, was wir gekauft hatten: Roastbeef oder Rumpsteak. Anforderung an die Verkäuferin war gewesen: „Ein ganzes Stück Rindfleisch aus dem man gut Steaks schneiden kann.“ Wir bekamen ein Kilostück schön aussehendes Fleisch. Auf dem Schild stand Rumpsteak. Der Metzger sprach von Roastbeef. Wikipedia klärte auf: Rumpsteak ist Roastbeef.2

    Am Ende egal. Aufgrund mangelnder Steak-Übung schlug ich nach: Beide Sorten fallen unter „mittelfestes Rindfleisch“.

    Ich schnitt das Kilostück in zwei Scheiben (500 Gramm, etwa 4 cm dick), heizte den Grill auf etwa 280 Grad.

    Die Scheiben kamen einige Minuten direkt über die Hitze (etwa 3 Minuten von jeder Seite – bis sie recht aussahen) und etwa 20 Minuten bei 270 Grad in die indirekte Hitze. Vor dem Servieren wurden beide Scheiben geviertelt und über den Salzstein gezogen.

    Werden wir wiederholen.

    Die Gottesanbeterin vom Samstag tauchte wieder auf, selbe Zeit, selber Ort. Auf den Astern machte es sich ein Distelfalter bequem. Madame bezwang in herkulischer Aufgabe den nicht-mehr-nötigen Maschendrahtschutz um Apple Blossom. Bei der Gelegenheit dezimierte sie auch verschiedene der Fremdbäume, die sich im Rambler-Konglomerat angesiedelt hatten.

    Die Mathe-Tafel feierte ihre Premiere auf der Terrasse. Wir müssen mit dem Wind aufpassen, sonst ist sie ebenso praktisch wie ausnehmend dekorativ. Überhaupt gönnte der Oktober zum Hochzeits-Nachtag unseren Gästen einen ausgesprochen dekorativ-spätsommerlichen Abschied.

    Harzen

    Über das Wochenende las ich zwei Filmbesprechungen, die mich interessieren: Zone und Rumours.

    Zone spielt im Nachkriegsharz. Versucht sich daran, die deutsche Geschichte mit ihren beiderlei Lagern auszutreiben:

    Friedrich exorziert die deutsche Geschichte, aber sie tut es in Bildern, die man so noch nicht gesehen hat. In der Zone herrschen die beiden Wächter (Tobias Ofenbauer und Jonas Schlagowsky) in ihren Großvater-Pullovern. Beim täglichen Putzritual müssen die Kacheln mit Essiglösung geschrubbt werden, die besonders hartnäckigen Flecken auch mit der Rasierklinge. Alles muss picobello sein! Zum Abendbrot gibt es Blut- und Leberwurstbrote. Draußen lebt ebenfalls unter strenger Aufsicht der Wächter ein russischer Soldat in einem Hundezwinger. Nur manchmal tut sich ein Fenster auf: In einer Szene liegt das Mädchen da, nackt auf dem Boden, nur bedeckt mit Blättern, und beißt in eine Ananas. (Peter Neumann: Zum Fürchten gut)

    Beim Lesen dachte ich noch: Nanü? Wie kommt dieser Film auf diese Website? Das ist viel zu sehr außerhalb des Gängigen für deutsches Feuilleton. Der Film kommt mir deutlich zu sperrig vor, um in gängingen Diskursen anschlussfähig zu sein.

    Weitere Recherchen erbrachten, ich hatte Recht. Die Filmbesprechung kam offenbar nicht über die üblichen Marketingkanäle zustande. Filmstart war am 3. Oktober. Eigentlich ist Zone schon wieder aus den Kinos raus. Offenbar hat ein Autor/ ein Hinweisgeber den Film gesehen, und dann überzeugt.

    Kurze Recherche nach dem Autor: Schreibt auch über die Soziologin Eva Illouz, Lyotard + Snoop Dogg (in einem Artikel), Interview mit der Philosophin Maria-Sibylla Lotter über Rache – passt.

    Der zweite Film spielt auch im Harz, ist anders ungewöhnlich. Aber immerhin hat er dank Cate Blanchett Star-Power. Ich warte auf den deutschen Kino-Release:

    [Rumours] a stylized and self-aware satire set during a G7 summit hosted by the German prime minister (played by Blanchett); things go horribly and hilariously wrong when these leaders of the world’s most advanced economies find themselves lost in a primeval forest and are set upon by onanist bog-men, Scandinavian witches, and a giant glowing brain, as well as their own petty, childish regrets. (Bilge Ebiri: How Did Cate Blanchett Wind Up in the Year’s Funniest Movie?)

    Schnitzel und Elternzeit

    Die FAZ veröffentlichte einst ein Best of Google Streetview Berlin 2008. Ich werde meine Bibliothekszugänge durchforsten müssen, um den ganzen Artikel zu sehen.

    Vincent Klink über Wiener Schnitzel: Wiener Schnitzel, seltenes Vergnügen (via Nils Minkmar/der Siebte Tag)

    Elternzeit und Berufsleben. Für einen Mann im Bildungssystem Österreichs: Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr und für eine Frau bei einer deutschen Behörde. (Zurück ins Berufsleben – ein neuer Alltag)

    Ach du Scheiße. Haltet durch!

    Anmerkungen

    1. Für vorsichtig-regeltreue Menschen könnte der Preis im Parkhaus besser sein, da nur die wirklich geparkte Zeit bezahlt wird; im Gegensatz zur Vorauskasse des Parkplatz-Parkscheins. Für verwegen-rücksichtlos Parkende gilt das Gegenteil. ↩︎
    2. Zumindest wenn ich dem Roastbeef-Artikel der Wikipedia glaube. Der Rumpsteak-Artikel sieht es schon wieder anders. ↩︎
  • 24-10-10 Wie retten wir Fotos eines iPhones, das einen defekten Bildschirm hat?

    24-10-10 Wie retten wir Fotos eines iPhones, das einen defekten Bildschirm hat?

    Ninja Warrior Germany startet am 18. Oktober.

    Das CO-Meter bekam neue Batterien. Wenn schon Kohlenmonoxidvergiftung, dann bitte begleitet von einem heulendem Warnton.

    Die Elster erhielt sich wie erwartet. Das ist erfreulich.

    Weiterhin wildes Getöse auf dem Dachboden. Dem Geräusch nach werden dort Wettbewerbe im Baumstammwurf veranstaltet – aber immerhin passiert etwas.

    Auf dem Hinterhof verlor die Birke einen Fünf-Meter-Ast. Insofern gut, dass der Subaru gerade in der Werkstatt steht und nicht auf dem Hinterhofparkplatz.

    Ein Makler führte zwei junge Männer über den Hof. Leider war ich nicht spontan genug auszurufen „Lauft! Solange ihr noch könnt.“

    Madame joggte durch das Stadtbad Wilmersdorf I. Sie berichtete von vielen motivierten Schwimmer*innen selbst auf der Plansch- und Schwaderbahn.

    Andere Fahrradfahrer klingeln mich wild an, weil ich in der Konstellation grüne Autoampel – rote Fahrradampel stehen bleibe.

    Anscheinend gibt es wieder Autobahnprobleme. Auf der Ausweichstrecke zum Innsbrucker Platz stauen sich die Autos. Auf dem Platz selber stehender Verkehr in alle Richtungen und wildes Gehupe. Hätte ich nicht schon andere Pläne gehabt, hätte ich den Mittwoch Abend damit verbracht, mir am Späti eine Dose Bier zu besorgen, und dann von einer Bank aus zuzuschauen wie sich Autofahrer gegenseitig beschimpfen.

    Am Bahnhof Südkreuz steht seit einiger Zeit ein Sperrholz-Wartehäuschen, das so aussieht als hätte es ein Schausteller auf Durchreise vergessen. Im Stil irgendwo zwischen Weihnachtsmarkt und Landesgartenschau; in seiner provisorischen Holzigkeit am Beton-Glas-Monster Bahnhof Südkreuz maximal fehl am Platz. Heute sah ich das Schild: Pilotprojekt ressourcenschonendes Bauen in innovativer Holzleichtbauweise.

    Fände ich spannend. Es wäre aber ein maximaler Wandel der DB-Architektur.

    Horror-Zecke erobert Deutschland informiert mich das Zeitungsregal bei Edeka. Das war es dann mit der Ampel. Sicher möchte Horror-Zecke nach erfolgreicher Eroberung auch Kanzler werden.

    Immerhin: ZDF-Sommerinterview mit Horror-Zecke klingt spannender als dieselbe Veranstaltung mit Olaf Scholz.

    Am Mittwoch absolvierte ich online das erste Tutorium Lineare Algebra. Es bestätigte meine Vermutung: der Stoff ist krass viel. In Anderthalb Stunden kam der Dozent vielleicht durch ein Viertel von Kapitel 1, das eigentlich komplett abgehandelt werden sollte. Leider war das auch das Viertel, das ich im Prinzip verstanden habe. Die anderen drei Viertel aus Kapitel 1 werfen bei mir mehr Fragen auf.

    Ich lernte dort: „Assoziativtität zu beweisen ist entweder sehr einfach oder sehr lästig.“

    Tragik des Informationsmanagements-Moduls: Ich las mittlerweile mehr und studierte ihre Moodle-Seiten. Sie geben sich richtig viel Mühe, das Modul interessant zu machen und die Student*innen zu involvieren. Leider bin ich richtig motiviert, all mein persönliches Involvement auf andere Module zu werfen und für Informationsmanagement nur gerade eben soviel zu tun wie zwingend nötig zum Bestehen ist.

    Mit Streifen ohne Daten

    Es gibt so Zeiten im Leben. Der Subaru wartet weiterhin auf seine Benzinpumpe, und dann verabschiedet sich auch noch Madames iPhone. Am Bahnhof der Hafenstadt stürzte es sich in den Abgrund.

    Nun funktioniert es im Prinzip noch. Aber das nutzt wenig wenn der Bildschirm nur noch bunte Streifen zeigt. Eine Reparatur würde den Zeitwert des historischen Geräts um ein mehrfaches überkosten. Also besorgen wir ein neues historisches Gerät.

    Nun aber die Frage: wie bekommen wir Daten und Einstellungen von Einem zum Anderen? Für sachdienliche Hinweise sind wir dankbar. Rudimentärbedienung des Handies ist noch möglich – ein „Ok“-Button ließe sich vermutlich identifizieren und clicken. MacBook ist hier nicht vorhanden, ließe sich im Notfall aber ausleihen.

    Mit dem Zug nach Südkreuz

    Kaum hatten wir dem Kaptain abschiedsgewinkt, standen auch schon Euphegenia und Dr D an Gleis 8 im Südkreuz. Die Deutsche Bahn hatte die Strecke Basel->Berlin wider allen Erwartungen tadellos gemeistert. Umstieg in den Rennpolo – dank zweier artistischer Hinterbanksitzerinnen gelangten wir zu viert im Polo auf die Latifundien.

    Für eine angemessene Gartenwürdigung war es zu nass und zu dunkel. Aber wir haben ja noch den Bungalow, wo Madame schon Flammkuchen mit Feigen, Ziegenkäse und Speck vorbereitet hatte. Die beiden packten aus, wir packten ein und ließen uns nach Kremmen an den Bahnhof bringen.

    Aus den märkischen Hamptons empfangen wir Berichte von Blumenzwiebelpaketen, Schornsteinfegern und Bäckern. Wir fuhren mit dem Prignitz-Express über Spandau und Charlottenburg zurück zum tösenden Dachboden.

    Mit dem Zug nach Laibach

    Es geht nicht nur um Musik in diesem Blog: Schreiben und Zeichnen mit Tinte aus Schopftintlingen

    Einst fuhr ich meine allererste Interrail-Eisenbahnstrecke von Villach nach Ljubljana. Damals galt Interrail noch nicht im Wohnland (Deutschland). Die Deutsche Grenze galt es ohne Interrail zu überwinden, so dass mich ein Mitfahrzentralaudi nach Villach fuhr.

    Am Villacher Bahnhof musste ich mich einmal am Schalter zusammenstauchen lassen, weil ich Ljubljana gesagt hatte anstelle von Laibach. Dann aber fuhr ich, kompett übermüdet und vor allem schlafend in die weite Welt.

    Bahnreisen Richtung Ljubljana sprechen mich besonders an. Zumal wenn sie so schön beschrieben sind, wie beim Kieselblog (auch lesenswert, die andere Reiseeinträge rechts und links davon): 2024-09-30 Montag: Slowenien 5, Von Koper nach Ljubljana

    Dazu passend: Kürzlich fand ich mich in einer lustigen Diskussion wieder, in deren Verlauf ich gewagt hatte, die Meinung in den Raum zu werfen, dass man innerhalb Europas eigentlich nicht zu fliegen braucht.

    Kürzer im Ort, weiter im Herzen: Teen Herzbruch macht Sozialpraktikum in der Demenz-Tagespflege.

  • 24-10-03 Das Wacken-Schild um Mitternacht

    24-10-03 Das Wacken-Schild um Mitternacht

    Ich packe meinen Koffer und ich nehme mit: Eine Badehose. Selbstredend.

    These: Wenn du mit 10 Personen zusammen deren Handy aufsetzt, wird mindestens eine Person aus Versehen eine Sprache wählen, die sie nicht versteht.

    Ich verbringe zuviel Zeit damit, Internetvideos zu Kugelbahnen anzusehen.

    Im Frühjahr kommt hoffentlich Glasfaser samt Glasfaser-Modem. Bis dahin benötigen wir aber noch einen neuen Router. Es stellt sich die Frage: Router inklusive Modem, das ab Frühjahr sinnlos wird. Oder nur einen tollen Router ohne Modem und irgendwie die Zeit bis zum Frühjahr überbrücken?

    Danke allen Menschen, die sich an alle Corona-Regelungen hielten. Dadurch konnte der Kaptain sich die Krankheit bis nach der fünften Impfung fernhalten – ist schon wieder auf den Beinen und aktiv.

    Ich lernte: Tamago-Sushi (also Sushi mit Omelett) und das Tamagotchi (= Tamago-tchi) gehen auf dasselbe japanische Wort Tamago für Ei zurück.

    Madame versuchte telefonisch ein Restaurant zu reservieren. Das Restaurant nahm ab, informierte, dass sie heute geschlossen haben; aber trotzdem ans Telefon gehen, weil sie neugierig sind; Reservierungen machen sie aber nicht; dafür bitte morgen nochmal anrufen.

    Wo ist Gal 1973?

    Das Seminar nimmt Formen an. Wir hatten eine Seminar-Zoom-Besprechung. Ich lernte Professor und Betreuer*innen persönlich kennen (alles sehr angenehm und sympathisch – I am happy), ebenso wie die meisten anderen Teilnehmer*innen.

    Überraschend, und auch nicht – das Seminar ist ein kombinertes Bachelor/Master-Seminar. Alle anderen absolvieren den Master, ein Großteil im Studiengang „WIrtschaftswissenschaften für Naturwissenschaftler und Ingenieure.“ Gefühlt hat die Hälfte meiner Co-Kommillitonen in diesem Seminar bereist einen Master der RWTH Aachen, mindestens ein promovierter Ingenieur ist dabei.

    Ich fürchte, ich muss mir wirklich, wirklich Mühe geben, um nicht komplett abzufallen. Aber das erhöht die Herausforderung.

    Erste Herausforderung: Gal 1973 ist verschwunden. Das zentrale Werk für mein Seminarthema. In Berlin: Nichts. Auf den Latifundien: Nichts. Erst nach Ankunft an der Nordsee tauchte es auf. Ich hatte es vorsichtshalber alle erstes ganz weit unten in den Koffer gepackt.

    Weiter geht’s in Richtung Nord

    Tja, Deutsche Bahn. Nachdem es in den letzten Jahren zunehmend schwieriger wurde, Abends überhaupt von Hamburg nach Dithmarschen zu kommen, ist es jetzt vorbei. Die Bahn-Baustelle Berlin-Hamburg macht es schwierig vor Spätnacht in Hamburg anzukommen. Beim Bahnroulette Hamburg-Dithmarschen haben wir wenig Lust, auf einmal in Pinneberg/Elmshorn/Itzehoe hängenzubleiben und bis fünf Uhr morgens auf den ersten Zug zu warten.

    Also rauf auf die A100 / A10 / A 24 / A7 / A24, den Tempomat eingelegt ebenso wie den Zwischenstopp um 21:30 Uhr beim McDonalds Hagenow. Mit geliehenem Rennpolo (Vielen Dank!), denn unser Auto steht ohne Benzinpumpe aber mit Navi in der Werkstatt. Aber die Strecke geht auch ohne Navi; die Routenführung Schöneberg-Dithmarschen beherrsche ich im Tiefschlaf.

    Manche Menschen denken beim Autobahnfahren an Kraftwerk. Fahr’n fahr’n fahr’n.. Ich denke an Dackelblut: Weiter geht’s auf der A7, weiter geht’s in Richtung Nord.

    Diesmal wortwörtlich: Dort wo wir von der A7 auf die A23 hätten abzweigen sollen, war eine imposante Autobahnbaustelle. Also weiter geht’s auf der A7. Weiter gings in Richtung Nord, Richtung Flensburg. Natürlich setzte mein im-Schlaf-Ortskenntnis komplett aus. Madame musste zur nächtlichen Spontannavigation via Handy einspringen. Bis Schnelsen-Nord waren wir wieder orientiert, fuhren durch das nächtliche Rellingen und weiter in RIchtung Nord.

    Während der Deutschlandfunk die Nationalhymne zur Mitternacht spielte, passierten wir das braune Autobahnschild „Wacken-Festival.“ Damit begann mein Geburtstag. Irgendwie passend.

    Nach der Ankunft Sternenhimmel, Wind, Sonne, Meer und Queller.

    Herbst-Queller / Salicorn

    Das Ende des Nachtzugbooms

    Selten hat eine Woche meines Lebens so tiefe Spuren hinterlassen, so sehr ein dauerhaftes Staunen und Bewunderung, wie die eine Woche im Hongkong. Stadt, der Städte. Die New York Times fuhr nach Hong Kong, suchte Wok Hei und fertigte ein Multimediafeature an. Was für eine Stadt! Was für Essen!

    Sehr viel kürzer in derselben Zeitung; Yes, You Can Swim in Louboutins

    In Büsum gibt es Business-Oasen-Workration-Strandkörbe.

    In Berlin gibt es eine Bastel- und Kuchenmesse, auf der der komplette Das-große-Backen-Cast als Stargast anwesend ist.

    Der Nachtzugboom hatte gar nicht richtig angefangen, da ist er schon wieder vorbei. Zugpost: Europas Nachtzug-Boom gerät ins Stocken

  • 24-09-28 Sanddorn später pflücken

    24-09-28 Sanddorn später pflücken

    Weihnachten klopft an die Tür. Die BBB verschickten eine Einladung zum (alkoholfreien) Weihnachtsumtrunk. Damit sind sie die ersten. Noch vor meinem Geburtstag!

    Andererseits finde ich, ich habe jetzt genug gekaufte Weihnachtskekse für dieses Jahr gegessen. Nun ist gut.

    DPD versteckte ein Paket auf dem Hausflur so geschickt zwischen dem Gerümpel des Nachbarn, dass ich zwei Tage benötigte, um es zu bemerken.

    Mir träumte, mir wurden mein Fahrrad, eine weiße Schallplatte und Keksteig geklaut. Ein freundlicher Mann machte mich auf die Diebe aufmerksam. Aber bis ich den Mann bemerkt hatte, waren sie schon weg. Später trafen wir uns wieder. Die Diebe waren junge Menschen in Barockkostümen, aber hatten ihr Diebesgut schon weitergegeben.

    Ich ging zur Polizei. Dort hörten wir aus der Ferne die geklaute Schallplatte, aber die Polizei wollte nichts bemerkt haben. Ich ging dem Sound nach, traf eine ältere Frau, die aus dem geklauten Keksteig Kekse für Waisenkinder gebacken hatte. Niemsand träumte mehr vom Fahrrad. Ich auch nicht, denn ich wachte auf.

    Die VG Wort gab ihre Zahlen bekannt. Weniger als in den letzten Jahren, mehr als erwartet.

    Kreativer Umgang mit der Geschäftsordnung gehört zum kleinen 1×1 des Politikers. Ich staune, wie sehr sich Berufspolitiker mit Geschäftsordnungsunfug vorführen lassen.

    Gelesen: Im Tagesspiegel ein Interview mit einem Jugendforscher zu den vielen jungen AfD-Wähler*innen. Mir gemerkt habe ich: Er findet sie nicht so bedrohlich, denn bei der Altersgruppe sind auch politische Einstellungen noch im Fluss, können sich in kurzer Zeit deutlich ändern. Viel bedrohlicher findet er die Gruppe 40+, die über ein gefestigtes Weltbild verfügt und damit AfD wählt.

    Gemerkt auch: Viele Jugendliche halten sich auf einer Skale von Ganz-weit-links bis ganz-weit-rechts selber für „etwas Rechts der Mitte“. Sie halten aber auch die AfD für etwas Rechts der Mitte.

    Ich fühle mich darin bestätigt, dass der öffentliche Diskurs hundsmiserabel daran ist, rechts und rechtsextrem zu differenzieren; wie oft er schon scheitert, den Unterschied zwischen „findet Unisex-Toiletten doof“ und „möchte Lager errichten“ wirklich deutlich zu machen.

    Madame und ich stellten fest, es gibt einen bestimmten Stil des bundesrepublianischen Tagungshauses mit Party-Keller-Bar, Kegelbahn, Getränkeautomat (gern mit Bier), viel Holz, vielen Parkplätzen und miserabler ÖPNV-Anbindung – wo die 1980er bis heute fortleben.

    In der Straßenbahn nach Köln traf Madame einen Lokführer. Ehemals Neuköllner, seit fünfzehn Jahren Neu-Kölner, schwärmte er vom Rheinland.

    Und er schwärmte von der Deutschen Bahn und ihren geordneten Prozessen. Leider ist er im „start-uppy“ Chaosladen Flixtrain und kann nicht zur Deutschen Bahn. Die ist in NRW gut besetzt, sucht nur Lokführer im Osten. Und zurück nach Berlin? Auf keinen Fall!

    Später reise Madame zur Zugvereinigung in Hamm.

    Sie war in Hamm. Ich war bei Hammett. Die Saison der Buchbestellungen begann wieder. Sie erlaubte mir einen kleinen Radausflug nach Kreuzberg zur Lieblingsbuchhandlung.

    Dabei festgestellt. vom Südkreuz vom Platz der Luftbrücke sind es nur 2,2 Kilometer. Auch festgestellt: die Marathon-Auftaktveranstaltung ist im Tempelhofer Flughafengelände. Der PladeLü und angrenzende Gegenden sind echt voll, wenn tausende Marathonis gleichzeitig aus dem Messegelände in ihre Hotels strömen.

    Bei Hammett war es normalvoll. Ich widerstand wieder erfolgreich dem Impuls zu Otherland zu gehen und einfach den kompletten Laden leerzukaufen.

    Doch, Bildungsurlaub!

    Glaubt nicht, was im Internet steht. So las ich vor längerem sehr überzeugend, dass sich Fernuni nicht als Bildungsurlaub qualifiziert. Welch Illtum! Jetzt habe ich schriftlich, dass Seminare, Prüfungen und Klausuren in Berlin als Bildungsurlaub zählen + damit wurden mir fünf Urlaubstage im Jahr geschenkt. Hooray!

    Lebensgeister und Konzentratiosfähigkeit kehren wieder. Sie werden aber auch auf eine harte Probe gestellt. Die Lineare Algebra ist zu den Polynomen gelangt „dem schwersten Teil des ersten Kapitels, aber auch einem sehr grundlegenden“ und ich staune und wundere mich. Immerhin staune ich nicht mehr ganz so viel wie beim Polynomteil der Mathematischen Grundlagen.

    Ich lese Seminarlektüre von 1973 – eine echte Hausarbeit, die ich schreiben werde. Wie aufregend.

    Spontanidee. Falls ich den Master mache und die Masterarbeit in Wirtschaftsinformatik-im-engeren-Sinne ablegen: Wäre der Pywikibot ein Thema?

    Stare zu Kranichen

    Der Edeka in Vehlefanz verkauft Renterkalender – das Original.

    Leider verkauft er keine Waffeleisen.

    Auf dem Feierabendweg ein Einspänner.

    Wir fuhren in die Pilze. Also eigentlich fuhren wir über die Landstraße und Madame entdeckte einen Parasol. Anhalten, aussteigen, ernten, braten.

    Der Sanddorn erwies sich als zu-früh-gepflückt. Jetzt wäre die perfekte Zeit wie die übrigen Beeren beweisen.

    Die Sonnenblumen sind unruly, reißen sich immer wieder los. Leider kippen sie manchmal auch um.

    Mal eine Woche Regen und der Garten ist wieder grün wie im Frühjahr. Dazu die schon blühenden Astern und noch blühender Hibiscus und Rosen.

    Noch flattern letzte Schmetterlinge und springen letzte Grashöpfer. Die Stare haben sich bereits gesammelt, kommen ab und an den Latifundien vorbei.

    Die Kraniche sind schon da. Erste Voraustrupps in Kleingruppen fliegen über den Bungalow. Bis Mitte Oktober werden es deutlich mehr werden.

    Die Gänse fehlen.

    Chemnitz / vegetarisch

    In Chemnitz ist Festival of Lights, bzw. Light our Vision. Finde ich aufgrund des demonstrativen Stromverbrauchs eigentlich gar nicht so doll, aber Chemnitz ist eine Herzensstadt. Jonas Fotos sind toll.

    In Cannes hat es geregnet:

    Andere trugen wieder Möbel und Matratzen hinaus und hängten durchnässte Wäsche zum Trocknen an den Zaun und in die Sonne. Was soll ich sagen? Die Jahrhunderthochwasser kommen jetzt alle zehn Jahre oder schon nach neun Jahren oder vielleicht noch öfter. Wenigstens ist diesmal niemand umgekommen.

    In Potsdam-Krampnitz schien die Sonne. Ilka trug eine Warnweste: Da kommst du sonst nicht hin.

    Christa Chorherr über vegetarisches Essen:

    Es gibt immer mehr vegetarisch bzw. vegan kochender Restaurants, in unterschiedlichsten Preisklassen.  Wenn ich mir dort die Speisenkarten ansehe, finde ich wenig von dem, was früher bei uns als Hausmannkost bezeichnet wurde, und was ich wirklich gerne gegessen habe. Aber es war weitgehend vegetarisch! Meine Mutter hat gekocht, und Fleisch gab es meist nur am Sonntag.

    Schon allein lesenswert, weil es so schöne Ausdrücke enthält wie „Dann gab es die guten Eiernockerln und zuweilen (wenn Rest’ln vorhanden waren) die Schinkenfleckerln (genannt Fleischversteckerln) oder den Grenadiermarsch.“

    Gut in die Kategorie vegetarischer Hausmannkost passt da das Magentratzerln: Captain’s Dinner mit zweierlei Erbsen und gelbem Blumenkohl | kapucijnerschotel

  • 24-09-07 Sensitivitätsanlayse wegschieben

    24-09-07 Sensitivitätsanlayse wegschieben

    College Football ist dieses Jahr nicht im deutschen Fernsehen zu sehen. Es gibt nicht einmal legales Streaming. Das trifft meine Herbst-Freizeitgestaltung.

    Madame machte drei Kreuze.

    Im Akazienkies Udon-Nudeln, Sommerrollen und Mangosalat.

    Das Theater Chemnitz besitzt das Talent, ein auf den ersten Blick nur mäßig begeisterndes Programm aufzulegen. Und dann schaue ich genauer hin und es sparkt Joy. Und dann sehen wir eine Vorstellung und sind nach Monaten, ach was Jahren!, begeistert.

    Im Internet fand ich eine Vorstellung, die Joy sparkte.

    Der Qualitätspresse entnehme ich, dass Danni Büchner eine eigene Fernseh.-Reality-Show bekommt. Ich finde das spannend:

    Ihr verstorbener Mann, Partyschlagersänger Jens Büchner war zwar nicht wirklich sympathisch, aber zumindest eine echte Rampensau. Der hatte das Talent, nichts peinlich zu finden, wenn es unterhält. Wie gemacht für das Fernsehen. Danni hingegen hat weder Charisma, noch ist sie sympathisch, noch hat sie irgendeine Art von Bühnen- oder Fernsehpräsenz. Aber sie ist eingeführter Charakter im D-Promi-Universum. Das reicht anscheinend um von Sendung zu Sendung gereicht zu werden.

    Im Generalanzeiger ein Porträt des Brandenburg-FDP-Spitzenkandiaten Zyon Braun. Ich erfahre, dass er zweimal studierte, aber nicht was uns wo. Sein Wikipedia-Artikel ist wegen Irrelevanz gelöscht. Im Internet lerne ich schließlich: irgendwas mit BWL an Privat-FHs. Gibt nicht so viel her zum Angeben,

    Immer noch 30 Grad. Ich schwanke zwischen „Möge es endlich vorbei sein. Es ist September!“ und „Wahrscheinlich ist dies das letzte Sommerwochenende des Jahres. Sauge es auf. Du wirst es vermissen!“

    Donnerstag kombinierten wir beides: to summer und to Abkühlung. Knapp anderthalb Stunden im Insulanerbad (ich) bzw eine halbe Stunde (Madane) und danach waren wir schlapp und gut durchgekühlt. (SK 31/32)

    Sternenhimmel, ich seh den Sternenhimmel, huaah! Fast hätten wir Hubert Kah anstimmen können als wir Freitag auf die Latifundien fuhren. Nicht im Süden natürlich, da hängt die LIchtglocke über Berlin – aber im Norden, Osten und Westen: The greatest show on earth!

    Eine Katze lag im Vulkan.

    Madame moppte die Wand des Bungalows.

    Wo sind all‘ die Admirale hin? Vermutlich auf dem Weg nach Südwestdeutschland.

    Dafür Heupferde, jede Menge Heupferde. Die richtig großen. Madame prognostiziert uns nindestens eines im Schlafzimmer.

    Madame entwicklet starke Symapthien für empirische Sozialforschung. hält sie aber für sehr anstrengend.

    Gliederung abzugeben bis zum 31. Oktober

    Der Lehrstuhl bwlquam schickte mir eine längere Mail zum Seminar nächstes Semester. Ich habe ein Seminarthema: Sensitivitätsanalyse bezüglich des Begrenzungsvektors.

    Nicht, dass ich eine Ahnung hätte, worum es dabei geht. Aber es war mein Wunschthema.

    Vielleicht auch, weil ich die anderen Themen genausowenig verstehe.

    Vielleicht war ich bei der Wahl dieses Seminars auch einfach überoptismitisch.

    ABENTEUER.

    In mir strebt alles auf die Bücher, in die Bibliotheksdatenbank und ans Konzeptpapier. Aber noch sollte ich nicht. Noch sollte ich das Thema innerlich wegschieben. Noch wartet eine Klausur; passenderweise beim selben Lehrstuhl bwlquam bei dem das Seminar löuft. Das sollte ich nicht als inkompetent auffallen.

    Alpha ist klar. Aber Phi?

    Also lernen: Metra-Potenzial-Methode, Simplex-Verfahren (einstufig und zweistufig), Branch and Bound, Greedy- und Vogel-Heuristiken, Stochastische Simulation. Das Modul hat Tendenzen in absurde mathematische Bereiche auszureißen – die Klausur wird aber allen Erwartens nach Wiwi-freundlich werden und sich auf angewandte Mathematik beschränken.

    Mechanisch durchrechnen. Textaufgabe in eine Formel umsetzen und dann dem vorgegebenen Programm folgen. Die schwierigste Rechnerei ist sowas wie 0,3 – (2/3 * (-0,5)). Das ist eher banal, aber ich verrechne mich erschreckend oft. Noch zwei Tage.

    Die Klausuren des Lehrstuhl sind formal seit Jahren nahezu identisch und ich habe Vertrauen, dass es so bleiben wird. Inhaltlich hatte ich vieles schon mal im Laufe des Semsters verstanden. Jetzt nachlesen und neu verstehen (zweistufiger Simplex, Branch-and-Bound)

    Nur das mit der Bestimmung der Konfidenzintervalle hakt noch. Immerhin verstand ich inzwischen was ich bisher nicht verstand.

    Et tu, Neil?

    Es war eine Frage der Zeit. Irgendwann wird es einen von mir geschätzten Prominenten mit #metoo erwischen. Es war Neil Gaiman; bekannt als Autor von Sandman oder American Gods. Ich las Anansi Boys und ihn gerne ab und an im Internet. Er wurde wegen sexueller Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung angeklagt.

    Hotel Mama fragt, wie ich damit umgehe?

    Ich muss sagen, es traf mich nicht tief. Dafür ist er emotional zu weit weg. Dafür war mir innerlich zu klar, dass irgendwann ein Mann aus meinem persönlicher Bewunderskosmos auffliegen würde. Ein kleiner Stich ins Herz trifft es eher.

    Generell denke ich pragmatisch; ich bin so unwichtig, dass meine Einstellung wirklich null Unterschied auf den Fortgang der Dinge nimmt. Er kennt mich nicht, ich kenne ihn nicht, seine Einstellung mir gegenüber wird „egal“ sein.

    Ich kann ihn innerlich ohne großes Nachdenken von „wirkt symapathisch und schreibt schöne Bücher“ auf „ist Vergewaltiger und schreibt schöner Bücher“ umsortieren. Sollte ich ihm damit wieder erwarten Unrecht tun, wird er davon auch nichts mitbekommen.

    Den Unterschied, den mein Verhalten macht, ist auch nahe Null, aber nicht Null. Ich habe mein einziges Gaiman-Buch vor 15 Jahren gekauft und werde keines mehr ergänzen. Ich habe Gaiman bisher etwa einmal im Jahr irgendwie positiv erwähnt. Das werde ich wohl sein lassen. Sollte ich in eine Situation kommen, in der er positiv erwähnt wird, werde ich widersprechen.

    Noch gerade so ins Insulanerbad

    Poupou telefonierte und winkte mit dem Busfahrer und kam gerade so ins Sommerbad am Insulaner.

    Was machst du eigentlich den ganzen Tag, Trucker-Edition.

    Die Bahn-Auskennerin empfiehlt den Platz zwischen den Sesseln.

    {F}ür alle die ACE-Hemmer (eine Klasse an Blutdrucksenkern) nehmen und generell Medikamente, bei denen im Beipackzettel „Angioödem“ oder „Schwellungen zB im Gesicht“ angegeben sind: das ist kein Spass, das kann auch nach längerer problemloser Einnahme auf einmal auftreten. Es sieht vielleicht erst nur ein bisschen komisch verquetscht aus, aber bitte gehen Sie damit zum Arzt und zwar ohne lang zu warten und erwähnen Sie die Medikamente.

  • 24-08-17 NATURAL JOIN UNDER Schattiernetz

    24-08-17 NATURAL JOIN UNDER Schattiernetz

    The Beauty Bar (Ex-Lauretta) eröffnete.

    Mir Döner arbeitet daran, Influencer-Hip zu werden. Freitagnachmittag bei absurden Temperaturen zog es eine Schlange vor der Dönerausgabe an.

    Beim Kaptain wurde ein Paket abgegeben. Sie fragte, ob es mit Buch kommt.

    Die Deutsche Bahn kündigte an, dass ein Zug nicht zwischen Frankfurt und Fulda fahren wird.

    Ich nutzte die Datenbanklernerei, um mal wieder tiefer in das Datenbankbackend unseres eigenen Ticketsystems zu schauen. Immer wieder nett, dass es dort plötzlich sehr niederländisch wird. Denn die Programmier*innen kommen von dort.

    Oh Zeiten. Zweimal wollte ich diese Woche in einem Blog kommentieren, zweimal war die Kommentarfunktion deaktiviert.

    Bei der UX-Fortbildung diese Woche lernte ich das schöne Wort Affordanz. Im gelernten Sinne: Man erkennt wie etwas zu Nutzen ist, allein aus der Form und Gestaltung. Paradebeispiel mit hoher Affordanz: der Henkel einer Tasse. Oder eine Türklinke. Im Webdesign wird der Begriff vor allem angeführt, wenn es darum geht, dass Buttons als solche erkannt werden sollen.

    Ein Beispiel für furchtbare Affordanz schildert Torsten Kleinz: Ein Weg, der aussieht wie ein Radweg aber keiner ist: Das ist kein Radweg

    Nebenentdeckung: Unser Dauerbeispiel der UX-Schulung war der Carsharing-Anbieter Stadtmobil. Von neun Anwesenden waren zwei Stadtmobil-Kunden plus ich mit meiner Cambio-Karte, die Stadtmobilpartner in Berlin sind.

    Flurgespräche. Mir wird das Leid eines Jungen Vaters geklagt, der auf „Wunsch“ seiner Frau eine große Einschulungsfeier organisiern muss. Wir wundern uns, warum das in den letzten Jahren so eskalierte? Wann wandelte es sich von Kaffee und Kuchen mit Verwandtschaft aus der Nähe zu einem Tagesevent mit vollem Programm? WIr zweifeln beide. Er allerdings benötigt noch Bierbänke und einen Zauberer.

    Gelernt: Zauberer nehmen ähnliche Honorare wie SAP-Berater.

    Madame radelte zum Bäckereiwagen und brachte Kartoffeln mit. Diese bereitete sie zusammen mit der litauischen kalten Rote-Beete-Suppe zu.

    Gießen bis der Regen kommt

    Was für absurdes Wetter. Ich laufe von der Pergola in die Küche, um mir ein Glas Wasser zu holen. Und nur für den Weg hin- und zurück schwitze ich dieselbe Menge an Flüssigkeit aus, die das Glas nachführt.

    Dann doch lieber Nebelfunktion der Gartendusche. Da gelangt das Wasser gleich von der Leitung auf die Haut ohne Umweg durch den Körper.

    Immerhin hängt das Schattiernetz. Brav schattierte es, brav versorgt es die Pergola mit einem neuen Raumgefühl. Gut kann man darunter ebenso Kuchen essen wie Datenbanken lernen.

    Ebenso kann man auf den Regen warten, der sich über Stunden ankündigte, und dann doch auf sich warten ließ. Madame packet sie Ungeduld. Sie fing an die Beete zu gießen. Wie üblich hatte es Erfolg.

    Das Schattiernetz bewährte sich doppelt. Im Gegensatz zu einer Markise schattet es weniger. Dafür lässt es Wind und Wasser hindurch, man muss es bei Unwetter oder bei Abwesenheit nicht abmontieren. Seinen ersten Regen übrstand es bravorös und machte was wir erwarteten.

    Scarmans Himalayan Musk legte in dieser Woche allerdings auch 25 Zentimeter zu. Es ist absehbar, dass sie in diesem Jahr noch das Dach der Pergola erreichen wird, nächstes Jahr bereits Schatten-durch-Rosen ein Thema wird.

    COUNT (*) AS

    Weiterlernen an den Datenbanken. Vor allem SQL-Befehle schreiben und verstehen und in Relationenalgebra umwandeln beziehungsweise rückwärts. Wenn es Summieren oder Zählen in Verschachtelung geht, wackelt die Sache noch.

    Aber eigentlich bin ich sehr optimistisch bei den Datenbanken.

    Das sollte ich besser sein. Morgen, Montag und Dienstag wird Sicherheit im Internet gelernt. Mittwoch sind Altklausuren dran (beide Themen). Donnerstag ist Klausur und (danach) Chill.

    Ein Ballsaal als Schwimmbad

    Ich bin entsetzt. Vier Nächte meines Lebens verbrachte ich direkt neben dem Warschauer Kulturpalast. Und mir entging, dass er ein Schwimmbad beherbergt. Oder wie Spiegel schreibt: EIn Ballsaal voller Wasser: Wie der Kulturpalast in Warschau zu Europas coolstem Monument wurde

    Hanjo las Olga Tokarczuk Empusion – und ich fürchte ich muss ihr Gesamtwerk lesen. Gelesen. Tokarczuk.

    Karin destillierte Damaszenerrosen.

    Ebenso in Polen, in Kattowitz, fand die Wikimania 2024 statt. Sie nahm etwas schönes der deutschen Wikicon auf: das improvisierte Orchester anwesender Wikipedianer*innen: How a “WikiOrchestra” performed Polish music at Wikimania 2024