Schlagwort: Deutsche Bahn

  • 25-04-24 Der Duft des Dills

    25-04-24 Der Duft des Dills

    Früher stand der Kaptain auf der Porta Nigra. Jetzt plant sie Ausflüge auf dem aufblasbaren Bananen-Boot.

    Der Paris/Trier-Koffer liegt noch im Flur – allerdings so gut wie ausgeräumt.

    Trier-Nachhall

    Eine Trier-Korrektur: Die Allerheiligenlitanei fand vor der Taufe statt, nicht danach.

    Ein Nachtrag: Kellerkinds Inistenz, dass die Taxen auch wirklich, wirklich am Feiertag um vier Uhr morgens am Hotel stehen und uns zur Abtei bringen sollen, hat Spuren hinterlassen. Jeder einzelne Trierer Taxifahrer scheint zu wissen, dass es „Die Taufe“ gab. Kellerkind, eine Legende unter Trierer Taxonauten.

    Ein halber Nachtrag: Ich wurde informiert. Wer die Litanei mit wirklich allen Heiligen ab Heilige Maria, Mutter Gottes hören will, kann Papstbegräbnis oder Konklave schauen. Bei beiden gehört sie zum Programm: Bei der Überführung des Papstes und später dann beim Einzug der Kardinäle zum Konklave.

    Mit ICE Martin Luther nach Wittenberg

    Die Rückfahrt, die unter Kirchengeläut begann, entwickelte sich für Feiertags-Rückreise-Verhältnisse erstaunlich friedlich. Zwischen Trier und Saarbrücken, war der Zug voll, spätestens ab Saarbrücken wurden die Stehplätze knapp. In Kaiserslautern gelang es weiteren Reisenden sich in den Zug zu zwängen.

    Ich erinnerte mich an das Schild von der Hinfahrt nach Trier, dass darauf hinwies, dass auch die Stehplätze in der 1. Klasse nur mit 1-Klasse-Fahrkarten benutzt werden dürfen.

    Bis alle in Neustadt (Weinstraße) ausstiegen. Warum? Ein Rätsel.

    Ab Mannheim, ICE2538, wurde alles schön. Am Ende gab es Kartoffelsuppe und alkoholfreies Bier am Platz mit Blick auf die Elbe im Sonnenuntergang bei Wittenberg.

    Don’t drink and walk. Ach, just don’t drink.

    Ich frage mich, was über Ostern los war. Wir wohnen sowieso nicht in einer Gegend der Sauberkeit, Zivilisation und himmlischen Ruhe. Aber der Nachrückkehrempfang war selbst für hier außergewöhnlich.

    Ausstellungsstück 1: Der Mann in der Ringbahn, der den halben Zug mit Alkoholduft einnebelte, einmal rülpste, und dann kam Döner hinzu. Mir ein Wunder, wie man in diesem Zustand noch gehen und stehen kann. Sogar zum Telefonieren war er noch fähig – ich glaube es war rumänisch. Gehen und Sitzen aber fielen ihm erkennbar schwer – freundlicherweise verlies er den Wagen auch wieder, bevor er anfing zu kotzen. Nur schwer kann ich nachvollziehen, wie man eine derartige Alkohol-Aura um sich verbreiten kann ohne wimmernd in einer Ecke zu liegen.

    Ausstellungstück 2: Dieselbe S-Bahn. Ein Mann im eleganten Dreiteiler, schießt einen anderen Fahrgast fast mit einem Sektkorken ab, wird daraufhin fast verprügelt. Wir steigen zusammen aus, er heftig schwankend, bietet an, unsere Koffer die Treppe hinab zu tragen. – Nein danke. Später erzählt er uns, er heiße Maaaaaarco und komme gerade aus der Kirche. Wir sollen auf uns aufpassen. Ja, danke, du auch..

    Ausstellungsstück 3: Kreuzung vor Istanbul Supermarkt. An meiner Straßenecke steht Nummer drei. Wankend, Flasche in der Hand, Blick ins Leere – aber wirkt noch so als wäre er keine Gefahr für sich und andere. Ich ging über die Kreuzung, kaufte Dill, ging ein Stück weiter und schaute zufällig zurück: der Mann und seine Flasche wankten bei roter Ampel mitten in den Verkehr einer mehrspurigen Straße.

    Sind mir in 49 Jahren meines Lebens die geheimen Alkohol-Bräuche entgangen, die gerade und ganz besonders zu Ostern gefeiert werden müssen?

    Akkurat arbeiten

    Zu Hause haben wir wieder eine Art Dach. Noch keine Ziegel: Aber anscheinend eine durchgehende Holzfläche, befestigt unterhalb des Dachbodens. Hoffnung! Nur die Baustellenmücken lassen sich nicht beeindrucken, die fliegen herbei wie das ganze Jahr schon.

    Im Bahnhof Südkreuz sehe ich Menschen mit Warnwesten „Im Auftrag von DB Sicherheit“ und denke an den Trupp Soldaten/Gendarmerie(?), der durch Gare de L’est zog: 10 Menschen in militärischer Uniform, Barrets, Kampfstiefeln und mit umgehängten Sturmgewehren, die anscheinend auch nur nach dem Rechten sahen.

    Der Urlaub war erfolgreich: Büropiepser – vergessen. Passwort – mit Müh und Not gerade noch erinnert. Ein nerviges Projekt, das nicht wichtig, aber mittlerweile halbwegs dringlich ist, und das ich mir irgendwie eingetreten hatte – hatte ich glücklicher auch für zwei Arbeitstage komplett vergessen.

    Englisch / Englisch

    southpark spielt weiter mit ChatGPT. Es gibt viele Anwendungen, die sehr unterhaltsam sind.

    Manchmal gibt es auch Praktisches:

    Ich belege dieses Fernunimodul auf englisch. Soweit so gut. Das Problem ist: Deutsche haben es geschrieben und ich quäle mich beim Lesen. Der Text bewegt sich im Uncanny Valley zwischen „grammatikalisch korrekt“ und „der Stil ist unfassbar deutsch“.

    Überraschend zuverlässig läuft mir beim Lesen ein kalter Schauer über den Rücken; auch weil ich zwar merke, dass die Tonalität komplett off ist, ich aber nur schwer sagen kann, warum.

    Naja, ich habe jetzt ein paar Seiten Modul-Text an ChatGPT gefüttert mit der Ansage „Formuliere es so um wie ein Native Speaker es schreiben würde“ und es funktioniert. Jetzt habe ich einen flüssig lesbaren Text. Im Vergleich der beiden Varianten kann ich nachschauen, was mich am deutsch-englisch stört.

    Als Beispiel. Das Original:

    In the age of globalization, knowledge management (KM) is gaining in importance and has become vital for business success. The creation, transfer, and retention of knowledge play a key role in any business process. It is especially crucial for corporations and large organizations that all of their employees worldwide can access important knowledge. The future of KM is still a major task on the organizational horizon, especially for organizations surviving in a society fo-cused on knowledge, or those aiming to expand their market leadership

    Schreib „as a native:“

    In today’s era of globalization, knowledge management (KM) has become increasingly important and is essential for business success. The creation, sharing, and retention of knowledge are pivotal in every business process. For corporations and large organizations, it is particularly vital that employees across the globe have access to crucial knowledge. The future of KM remains a significant challenge for organizations, particularly for those navigating a knowledge-driven society or striving to strengthen their market leadership

    Leider allerdings kann ChatGPT weder Layouten noch drucken, so dass die Umwandlung schlecht weiterzuverwenden ist.

    Wenig Salbei

    Eine andere Spielerei: Ich habe ChatGPT den Paris-Blogpost gegeben, und so gesagt „Entwirf ein dazu passendes Essen zur Heimkunft; drei Gänge, alltagstauglich, frühlingsbezug“.

    Es gab

    • Radis au beurre
    • Omelette aux herbes & Grüner Spargel
    • Crème de citron au yaourt

    Gerade das Omelette – bestehend zur Hälfte aus Ei, zur anderen Hälfte aus Petersilie, Dill, Basilikum, Salbei und aus ein bißchen Creme Fraiche, erwies sich als wunderbar französisch inspiriertes Heimessen. Mit dem Bonus, dass die ganze Wohnung nach Kräutern riecht.

    Reichweite Ludwigsburg

    Thomas macht einen Erinnerungstrip nach Ludwigsburg, was in mir verschiedenste Erinnerungen an dortige Verwandtschaftsbesuche weckt.

    Christiane liest Vanessa Schneiders Die Geschichte der Maria Schneider und das schmerzt als Mensch und als Mann.

    Der neuste Trend: Websiten für KIs aufbereiten. Einerseits bin ich mehr als froh, dass das Thema praktisch für mich keinerlei Relevanz mehr hat. Andererseits finde es ich spannend: „WordPress-Blog für KI gut zugänglich machen.“

    Ab und an denken wir darüber nach, was wird, wenn der Subaru endgültig die Waffen streckt und stecken in der E-Frage. Eigentlich habe ich null Lust auf ein Benzinauto. Andererseits möchte ich eigentlich auch ein Auto ohne/mit möglichst wenig Software. Und ich lehne den Kauf von Neufahrzeugen oder fast-Neu-Fahrzeugen auch ab. Zudem: Wir haben das hier-in-der-Gegend-gibt-es-nichtmal-Parkplätze-geschweige-denn-freie-Ladeplätze-Problem. Da liest sich der Post Nein, nein, es kommt nicht auf die Weite an. beruhigend. (via Kieselblog)

    southpark spielt mit ChatGPT

    Noch ist der Spieltrieb ungebrochen. „Hallo, ChatGPT, erstelle mir ein Illustration und passende Empfehlungen zu oben stehendem Blog-Text:

    Die Illustration:

    Einige Empfehlungen:

    Musikempfehlung:

    Criminal“ von Fiona Apple – Ein intensiver Song, der die emotionale Schwere und das Streben nach Individualität widerspiegelt, genau wie die chaotische und reflexive Stimmung des Textes.

    Filmempfehlung:

    Paris, Je T’aime“ – Eine Sammlung von Geschichten über die verschiedenen Facetten der Liebe und des Lebens in Paris. Der Film fängt das Gefühl von Reisen und emotionalen Verbindungen ein, das im Text durchzieht.

    Romanempfehlung:

    „Der Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow – Ein klassischer Roman, der mit surrealen Elementen die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verwischt, passend zu den intensiven Erlebnissen und Nachdenken im Text.

  • 25-04-15 Gare de l’est. Notre terminus.

    25-04-15 Gare de l’est. Notre terminus.

    Ein Glück, dass die Pariser Metro auf gasgefüllten Gummireifen fährt: die Métro sur pneumatiques

    Denn sonst hätten Madame und ich uns vielleicht nie über die Pariser Metro unterhalten. Oder über Paris. Und sie hätte nie erfahren, dass ich noch nie in Paris war. (Außer dem einen Nachtzug 1993, der mich über den Pariser Außenring direkt von Montpellier nach Calais gebracht hat).

    Dann hätte sie mir keinen Paris-Aufenthalt geschenkt. Und ich wäre jetzt nicht im Hotel Okko am Gare de l’est. Und wir wäre davor nicht im Bouillon Chartier gewesen. Und hätten nicht den ICE von Berlin nach Paris genommen mit dem Zugchef mit dem hinreißenden Akzent.

    Alles nur weil die Metro auf Gummireifen fährt.

    Am Wochenende: Manchmal bekommt man einen Baum geschenkt. Vielen Dank.

  • 25-03-01 In der Alster-Schwimmhalle brennt noch Licht

    25-03-01 In der Alster-Schwimmhalle brennt noch Licht

    Edeka Duolingo verkauft blaue Rosen. Sie sehen so aus, als hätten sie weiße Rosen in schlecht haftendes Schlumpf-Eis getaucht.

    Der Plakatwerbung entnehme ich, dass es jetzt Ritter-Sport-Schokolade mit Lakritz gibt. Ich brauche diese.

    Heute beginnt Ramadan, am Mittwoch das christliche Vor-Oster-Fasten. Duofasten, das ist doch sicher religionsverbindend und im Blick auf das Weltgeschehen sinnvoll.

    In der Regionalzeitung lese ich, dass ein Dithmarscher Bürgermeister sich mühsam zurechtrechnet, dass seine Kleinstadt doch überwiegend CDU wählte und nicht AfD.

    Höhepunkt der Krokusblüte um das Husumer Schloss wird der 22./23. März des Jahres.

    Das erste Mal seit vielen Jahren denke ich ernsthafter über eine Neuauflage des Schwimmbadquartetts nach. Noch stehen diverse unüberwindliche Hindernisse zwischen mir und der Neuauflage. Zum Beispiel:

    • Ich habe Null Zeit für solche Scherze
    • Wie halte ich es mit den Berliner Bädern? Es komplett neben ihnen zu machen, wäre seltsam. Bei dem Gedanken, es mit den Bädern zu machen, sehe ich aber so viele Abstimmungsmeetings vor mir, dass mir die Lust vergeht.

    Vielleicht schnappe ich mir einfach mal die zuständige Kollegin für eine Viertelstunde und bin danach schlauer.

    Es fand eine arbeitsintene Geburtstagsgeschenküberreichung mit MMB statt. Zumindest die beiden Überreichenden hatten viel Spaß.

    Pausen auf den märkischen Hamptons, Wittenburg, Hamburg

    Das Wochenende geht es an die Nordsee. Leider ohne Zug. Aber selbst mir war der Anteil der Fast-Strandungen und Katastrophen auf der Strecke zu hoch. Zumal die Zeit zwischen Feierabend und letztmöglichem Zug knapp ist. Es mir nicht mehr möglich ist, die nötigen Reserven in die Reise einzubauen.

    Also Auto: Schöneberg – Stadtautobahn – Kreuz Oranienburg – A10 – Kurzer Zwischenstopp auf den Latifundien – A24 – Abendessen (McCrispy Curry) – A24 – Hamburg (Autogas getankt) – A7 – A23 und nach Dithmarschen. Bei dichterem Verkehr bis zur Landesgrenze Brandenburg und sehr entspanntem Tempo dauert die Fahrt knapp sechs Stunden von 16:50 bis 22:30h.

    In Berlin gerate ich noch den Feierabendverkehr. Da kann die Berliner Mobilitätswende machen was sie will, wenn einfach jedes Jahr die Zahl der Pendler steigt und steigt, weil niemand mehr in Berlin selbst wohnen kann.

    In Hamburg stehen Wahlplakate. SPD-Bürgermeister Peter Tschentscher versucht sich von der Bundestagswahl zu distanzieren. Er lässt groß HAMBURG auf seine Plakate schreiben.

    In der Alster-Schwimmhalle sind noch Menschen. Ich bin versucht, kurz anzuhalten und eine Runde zu schwadern. Aber ich wollte auch vor Mitternacht in Dithmarschen ankommen.

    Die weite Welt ins Auto

    Auf der Fahrt höre ich CDs (Dota, Crucci Gang), Deutschlandfunk, Radio FSK und den Offenen Kanal Westküste. Radio FSK überrascht mich – ausnahmsweise keine politischen Diskussionen, sondern eine Musiksendung. Klänge zwischen Musik und Soundcollage. Spannend.

    Am Rande bekomme ich den Trump-Selenskyj-Eklat am Weißen Haus mit. Da für mich kein unmittelbarer Handlungsbedarf besteht, beschließe ich das Thema weitgehend zu ignorieren. Verständnis funktioniert besser, wenn sich der erste Rauch verzogen hat. Die Frage welche mittelbare Handlungsbedarf sich für mich selbst ergibt, auch.

    Und er wird sich ergeben. Was gerade in den USA passiert wird mehr Auswirkungen auf meinen und deinen Alltag haben als Corona und Ukraine-Überfall zusammen.

    Unmittelbarer Handlungsbedarf hingegen ergibt sich derzeit für deutsche Politiker. Man kann sehen, wer den Schuss gehört hat (Merz – überaschenderweise) und wer glaubt einfach weiter machen zu können wie bisher (Hallo, SPD, jemand zu Hause?).

    Krokusse und Kebab

    Ich betätigte mich als Spaziergänger am Nebelmeer. Am Eidersperrwerk ist kaum das andere Ufer der Eider zu erkennen. Der Wind spärlich, das auflaufende Wasser gurgelt. Im Watt des Sperrwerk stehen die Austernfischer als hätten sie sich anhand mathematischer Berechnung möglichst gleichmäßig über die Fläche verteilt.

    Am Koholosseum Wesselburen läuft ein Flohmarkt. Keine Privatleute, sondern Händler – immerhin keine Neuwaren, sondern unterwätigende Gebrauchtwaren.

    Im Garten finde ich das Sauerkraut wieder, das wir beim letzten Aufenthalt vergaßen.

    Ich laufe durch die Innenstadt. In der Kirche übt der Organist – wovon der ganze Marktplatz etwas hat. Vor der Kirche blühen die Krokoi. City-Kebab preist eine neue Bewirtschaftung an.

    Außer City-Kebab liegt der Ort am Samstag Mittag in der Winterstille. Blumenladen und Spielzeugladen kündigen an, erst in einigen Wochen wieder zu öffnen. Auf der Straße nur die rumänische Community. Die eingeborenen Wesselburener hatten schon zu meiner Zeit dem Spaziergehen abgeschworen und sich auf 100% Auto verlegt.

    Bestes aller Standesämter. Das einzige, in dem ich heiratete.

    London Leonberg Penkkarit

    Langsam verzieht sich der Rauch. Es lohnt, über die Bundestagswahl nachzudenken. Zum Beispiel in Friedrichshain-Kreuzberg: Ströbeles Erbe verspielt? – Die Grünen diskutieren ihre Wahlniederlage in „Xhain“

    Drei analoge Hilfsmittel zur Planung einer Zugreise (via Kieselblog)

    Eine weitere Planung einer Zugreise: Von Berlin nach London

    Ilka lernte: Wenn man am Leonberger Hallenbad hier ungefähr steht, muss man rechts am Gebäude herumgehen, um den Eingang zu finden.

    Eine deutsche Austauschschülerin über Schule in Finnland: 3. Periodi, Leben und Penkkarit

  • 25-01-28 The most unglamourös Gericht on earth

    25-01-28 The most unglamourös Gericht on earth

    Madame bekam eine Einladung zur Wahlhelfendenschulung. Ich bekam eine Einladung als Zählkommission.

    Der ehemalige Asia-Imbiss im Südkreuz verwandelte sich in Döner Biz.

    Die Otto-Bock-Zentral am Potsdamer Platz verwandelte sich im Laufe der letzten Jahre in eine Telekom-Dependance.

    Büromaterialversandhändler Böttcher spendete möglicherweise über Umwege eine Million an die AfD. Ich muss mir wohl einen neuen Kugelschreiber- und Paketbandabrollerversand suchen. Schade. Aber es gibt Grenzen.

    Ich weiß nicht, was die Freunde auf dem Dachboden machen. Aber unser Schlafzimmerfenster sieht von außen aus als hätten es sich im Schlamm gesuhlt.

    Mir träumte, ich müsste den Rückflug aus Portugal erwischen. Leider fand ich meinen Koffer nicht mehr. Und niemand konnte mir sagen wann der Bus zum Flughafen fährt. Dementsprechende Hektik herrschte im Traum. Als ich aufwachte, musste ich mir mühsam sagen, dass Sonntag ist, und ich überhaupt nirgendwo hin muss.

    Die Entschleunigung gelang. So brauchte ich dann auch 13 Stunden nach dem Aufstehen, um zumindest mit den Jakobsbüchern in die Badewanne zu kommen.

    Vorher Fernsehen.

    Ich schaute die ersten Folgen von „Ich bin ein Star“. Ich muss ja Auskunft geben können, wenn Madame mich fragt wer wer ist.

    Ich staune, dass sich Reality Star weiterhin zum Ausbildungsberuf mit Karriereoption entwickelt. Alessia Herren „Mein Traum wäre es bei Aldi an der Kasse zu sitzen mit einem regelmäßigen Einkommen.“ Yeliz Koc: „Ich hab dann viele Dating Shows gemacht. Ich bin froh, dass ich da endlich raus bin und zum Dschungelcamp aufgestiegen.“

    Und wenn man drüber nachdenkt gibt es vermutlich viele Jobs, die besser bezahlt und inhaltlich weit unseriöser sind als Reality Star.

    Selbst in unsere friedliche bodenständige AöR zieht das Schlagwort KI ein.

    Nachdem wir feststellten, dass Netflix genau gar keinen der 100 berühmtesten Paris-Filme im Programm hat, fand ich Furies.

    Furies ist eine nett geistlose aber explosionsreiche Serie über die Pariser Unterwelt.

    Der Plot: Die sechs Familien habe eine „Furie“ als Aufpasserin und Polizei zwischen sich. Ein junges Mädchen gerät in das Geflecht aus Unterwelt-Paten und Furie. Sie wird als Nachwuchsfurie gecastet. Nach und nach entwickelt sich in immer abstruseres Geflecht aus historischen Verwicklungen.

    Aber ich sehe tolle Paris-Aufnahmen und tolle Explosionen.

    Madame fuhr mit ECE150 am Europapark vorbei, später stieg sie in Frankfurt in den ICE832 um.

    Die Tage zuvor testete sie die neue Busverbindung Markgräflerland-Elsass-Flughagen Mulhouse/Basel/Freiburg. Die Verbindung akzeptiert jede Menge verschiedenste Fahrscheine aus halb Europa, darunter auch das Deutschlandticket. Und plötzlich wird ein Busausflug ins Elsass ein Kinderspiel. Manches wird besser auf der Welt.

    Montag: Arbeit.

    ECE, ICE und Elsass-Bus fuhren besser als der Berliner Nahverkehr. Die Busse und U-Bahnen und Trams wurden durch den Ver.di-Streik lahmgelegt. Die S-Bahn litt unter Personen im Gleis.

    Dafür traf ich WiseWoman auf dem Bahnhofsvorplatz. I’m delighted.

    Zum Glück kann ich auch einfach nach Hause laufen. Hätte es nicht geregnet, wäre es sogar noch besser gegangen.

    Kartoffeln mit Graupen. Als Brei.

    Damit ich am Sonntag nicht nur fernsehe – was sollen denn die Leute denken! – köchelte ich noch ein wenig vor mich hin.

    Wir haben größere Mengen Crowdfarming-Avocados. Und so kochte ich ein fleischarmes Schwarze-Bohnen-Chilli. Ich hoffte auf die Aussicht, ein Avocado-Limetten-Salsa anzurühren.

    Außerdem kochte ich etwas, dass einerseits das am wenigsten sexieste Essen der Erde sein könnte – andererseits aber als Unesco-Welterbe geschützt ist: Mulgi Puder.

    Ein estnischer Brei aus Graupen und Kartoffeln und Salz. Und sonst nichts. So wie es klingt ist es vielleicht auch das geschmacksneutralste Essen der Welt. Noch weiß ich es nicht, denn noch probierte ich nicht.

    Ich konsultierte mehrere Rezepte. Alle waren sich einig; In Mulgi Puder gehören Kartoffel und Graupen. Sonst nichts. Zum servieren dürfen dann noch Speck dazu, oder Kräuter oder fermentiertes Gemüse oder fermentierte Milch (=etwas Joghurtartiges). Hier unterscheiden sich die Rezepte.

    Aber die Essens scheint der graugelbe Brei ohne Geschmack zu sein.

    Ein Essen konstitutiv für die Kultur der Mulgi, die bei Valga leben. Gestern noch im Unesco-Report, heute auf ihrem Tisch.

    Blau, grün, braun, Schneefarben

    Mehr zum Thema Böttcher und die AfD und so: Weitere Details zum AfD-Spender aufgetaucht

    Poupou besuchte die Nordlichter-Ausstellung in der Foundation Beyeler und war sehr angetan:

    warmes Blau, warmes Grün, rötliches Braun, Schneefarben. Die Szenerie wirkt stets statisch, auch wenn Spuren im Schnee, Lokomotivenqualm oder abgeholzte Stämme die eben aus dem Bildausschnitt getretenen Menschen verraten. Spärliches Licht und dunkle Horizonte kontrastieren Schneemassen auf Hängen und Wäldern. Der Schritt zum Abstrakten wäre nicht weit – genau wie zum Ornament und zum Dekorativen, Tapetenhaften, wie es sich in einem von goldenen Kanteleseiten überspannten Wasserfall zeigt.

    Frau KrautundRüben las an der Alpe Adria Universität in Klagenfurt.

    Readinginsweden war auch auf der Pro Democracy Rally am Brandenburger Tor: 26.1.2025 Wochenende Lebe lieber bunt

    Ebenso wie loosy die Demo besuchte: 25.01.2025 – Bunt statt SchwarzZuBlau

    Frau Kluges & Scheiß empfiehlt ein Tanzvideo.

  • 25-01-23 Am Abschlusstag der Berlinale ist Bundestagswahl

    25-01-23 Am Abschlusstag der Berlinale ist Bundestagswahl

    Chemnitz feiert sich als Kulturhauptstadt Europas. Alles was ich davon höre, bestätigt, warum ich Chemnitz so feiere (derzeit dauerhaft, unabhängig von Auszeichnungen).

    Ein Family Office kaufte die Kaiser-Richard-Passage in Schöneberg von einem anderen Family Office. Wir hoffen, dass das neue Family Office keine großen Pläne hat und vor allem den Blumenladen am Platz belässt.

    Unser Büronachbar Amadeus Fire hat ein neues Logo. Es sieht so aus, als hätte ich mir ein paar Klebebuchstaben bei Basteln Spielen Schenken gekauft, und beim Aufkleben wären die auch noch kaputt gegangen.

    Der Briefträger hatte weniger Lust als im Dezember. Vielleicht war auch das Trinkgeld nicht gut genug. Bei uns im Hausflur fand sich auf die Briefkästen gestapelt eine komplette Briefladung für das Hinterhaus und ein großes Paket zum Mitnehmen für das Hinterhaus.

    Irritierend: Das große Paket bestand offensichtlich aus 15 zusammengefalteten kleinen Paketschachteln, die in einer Folie zusammengepackt wurden.

    Der neue Brotschmortopf hat sich eingebrotet: Seine Erzeugnisse werden von Woche zu Woche besser.

    Die Deutsche Bahn beschloss den Berlin-Fernverkehr heute in Teilen exklusiv über Spandau abzuwickeln. Und so musste Madame erst einmal nach Spandau reisen, bevor sie in den ICE 279 nach Basel Bad steigen konnte.

    Zwei aufdringliche Haustürdrücker versuchten dem Kaptain einen neuen Gas-Vertrag aufzuschwatzen. Deutlich wurde das erst als sie sich an allen Anwesenden vorbei ins Wohnzimmer gedrängt hatten. Zum Glück konnte der Kaptain sagen „Ich habe keine Unterlagen. Das macht alles mein Sohn.“, und daran kamen sie auch nicht vorbei.

    Passend dazu hat der echte Gasversorger in Dithmarschen die Preise um 20% erhöht. Es scheint aber auch nichts wirklich Besseres zu geben gerade.

    Die zweite gelochte Silversterraketenscheibe ist ausgetauscht. Jetzt fehlt halt noch das Dach. Das fehlt aber auch schon seit August.

    Über meinem Kopf kracht und rumpelt es. Der Vermieter ist sicher, dass der sich vergrößernde Riss in der Decke nur ein kosmetisches Problem ist. Eigentlich halte ich ihn in dieser Hinsicht für kompetent.

    Noch an der Wand: die Silvesterraketen-Explosionsspuren. Sollten wir die Wand neu streichen oder lieber die Spuren einfach Einrahmen und sie zu Kunst oder Mahnung oder so erklären?

    Zu unserer leichten Überraschung ermittelt die Polizei noch in der Cause Silvesterrakete. Sie rief mit ein paar Fragen an. Ich wette weiterhin, dass man den Täter mit ein paar Wochen Instagram/TikTok-Sichtung finden würde. Aber wer hat dafür Zeit und Kompetenz?

    Spannende Sachen passieren noch im Büro. Aber das sind derart ungelegte Eier, dass wir noch darüber reden wie wir den Eierlegeprozess planen können.

    Madame ist gen Basel unterwegs. Wenn ich in mich höre und frage, wozu ich die sturmfreie Bude nutzen könnte, höre ich ein deutliches „Schlafen.“ Mir reichen Hagen-Nachwehen, Eierlegeplanung plus Alltagsgeschäft plus vermutlich eine untergründige Erkältung, um mich ziemlich auszuknocken.

    Und natürlich das übliche Problem: Weihnachten ist vorbei. Neujahrsaktivitäten sind vorbei. Und immer noch sind ein paar Monate Winter übrig.

    Für Berlin gilt die Regel: Egal wie frühlingshaft es sich zwischendurch anfühlt: Der Winter kann nicht vorbei sein, bevor die Berlinale vorbei ist. Denn diese wird zielsicher in die kältesten Tage des Jahres gelegt.

    Habeck oder Baerbock? – Baerbock.

    Gerne teile ich einen Aufruf aus vertrauenswürdiger Quelle:

    Wie kann man dem #Populismus Kontra geben? Mit Rede- und Führungsfähigkeiten! Die vermitteln #Toastmasters seit 100 Jahren. Ich will jetzt einen Club gründen, der sich an junge Leute in Politik und Zivilgesellschaft richtet.Stimmen für Morgen Toastmasters Berlin

    Madame empfiehlt den Alles-gesagt-Podcast mit Friedrich Merz. Er wird einem nicht unbedingt sympathisch – aber vieles was er macht, ergibt mehr Sinn. Auch erstaunlich – und merztypisch – für einen Berufspolitiker legt er sich erstaunlich oft auf Aussagen fest.

    Um 2000 habe ich in Schleswig-Holstein Politik gemacht. Es gab immer wieder Überschneidungen mit Hamburg. Und GENAU SO war Hamburger linke Politik schon vor 25 Jahren:

    Am 11. Januar [wurde] Bijan Tavassoli als [BSW-]Gegenkandidat für [den-Wagenknecht-Favoriten} vorgeschlagen.. Doch Tavassoli hatte am Vormittag ein Hausverbot vo[m] Veranstalter … bekommen und im Anschluss von der hinzu gerufenen Polizei einen Platzverweis.. Nachdem am Nachmittag der Veranstalter aber erneut beim Kommissariat erschienen sei und erklärte, dass jener 33-Jährige „seitens des Veranstalters fälschlicherweise von der Veranstaltung ausgeschlossen worden war“, hätte die Polizei versucht, den Mann von dem „nunmehr hinfälligen Platzverweis“ in Kenntnis zu setzen, ihn aber nicht erreicht … Als Tavassoli gegen 17 Uhr am Veranstaltungsort eintraf, wollten die Türsteher ihn wieder nicht einlassen. Der Veranstalter teilte mit, die Wahl sei schon gelaufen.

    GENAUSO. Alles fließt, aber das bleibt gleich.

    Pikachus Frühsport: Rajio Taisō

    Wer politischen Content haben will, der mir auf den ersten Blick sinnvoll erscheint: Weltgeschehen und gute Laune

  • 25-01-16 Sportler/Doping (Hagen)

    25-01-16 Sportler/Doping (Hagen)

    Um mit einer Lektüreempfehlung zu beginnen. In den Kommentaren zum Salatpost schreibt Thomas, wie es einem Lokführer (Triebfahrzeugführer?) nach einem „Personenschaden“ mit seinem Arbeitgeber ergeht. Hochspannend, und mir gibt es Vertrauen in die Deutsche Bahn.

    In Hagen hängen die Wahlplakate. Geht es nach Wahlplakatdichte wird es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der CDU mit Direktkandidatin Tijen Ataoğlu und der MLPD ohne erkennbare Direktkandidatur. Abgeschlagen auf Rang 3 das BSW. Andere Parteien sind nicht präsent.

    In der realen Welt hingegen wurde der Wahlkreis Hagen durchgehend seit 1961 von der SPD gewonnen.

    Im Bus auf meiner Stammstrecke DRK (Bildungsherberge) und Fernuni-Polizeipräsidium(Edeka)-Loxbaum (Umstieg zum Westfalenbad) stutzte ich kurz beim Einsteigen, dachte, im Bus sitzt der Wikipedia-Benutzer Sebastian Wallroth.

    Er war es natürlich nicht. Stattdessen sprach mich der Mann beim Aussteigen an „Sie sind der einzige, der nicht auf sein Handy geschaut hat!“.

    Fasziniert bin ich weiterhin vom Fernuni-Campus, der irgendwie ein Unicampus ist, mangels anwesender Student*innen und anwesenden Lehrpersonals aber auch nicht. Gefühlt sehe ich auf den Wegen immer nur Anwohner*innen, die ihre Hunde ausführen – nette Parklandschaft.

    Irgendwie ein Lost Place, aber auch nicht. Denn obwohl es immer verlassen wirkt, ist halt alles in Schuss, gepflegt und funktioniert. Zur Mittagszeit kommen aus dem Nichts zahlreiche Menschen, die Mensa ist prall gefüllt.

    Als Connoisseur des Unerwarteten natürlich mein Platz.

    Aber ich war ja nicht nur gekommen, um die Fernuni zu bestaunen.

    Das Seminar

    Ich kam für das Seminar. Der bestimmte Artikel ist korrekt.

    Denn das Fernstudium zeichnet sich zumindest bei den Wirtschaftsinformatikern und den Wiwis dadurch aus, dass es im gesamten Studium zu genau einer Pflichtzusammenkunft mit dem Lehrpersonal kommt: In dem Seminar.

    Ich kann (je nach Lehrstuhl, Semester, Mondstand) noch an weiteren Formaten wie Mentoriaten, Tutorien, Studientagen oder anderen Formaten teilnehmen, die das Treffen anderer Menschen beinhalten – aber ich muss nicht. Das Seminar ist singulär.

    Der genaue Ablauf ist je nach Lehrstuhl verschieden. Hier beim Lehrstuhl bwlquam (BWL Methoden, insbesondere Wirtschaftsmathematik) existierte eine Themenliste. Man konnte sich Themen priorisieren und diese wurden dann Ende September zugeteilt. Bis Ende November musste die Seminararbeit eingereicht werden (12 Seiten, vorgegebenes Format, ich hab einfach das LaTeX-Template des Lehrstuhls benutzt). Dann gab es eine Rückmeldung.

    Und nun das Treffen in Hagen selbst. Im großen Mehrzweckgebäude, Seminarsaal B mit 20 Student*innen (16 Studenten, 4 Studentinnen). WIe immer in Hagen eine lustige Mischung. Drei im Bachelor, siebzehn im Master, im bisherigen Bildungsweg vom Fachabi bis zum Dr. Ing. alles dabei. Aber auch: bei 17 Masterstudent*innen (plus ich) hatten 18 von 20 auf jeden Fall schon einen Uniabschluss. Das Alter reichte von Anfang 20 bis um-die-Fünfzig mit deutlicher Häufung zwischen 35 und 45.

    Den Tag über gab es Vorträge. Jeweils 20 Minuten Vortrag plus 15 Minuten Diskussion. Ich durfte den allerersten Vortrag halten – was ich als Glück empfand. Dann war ich durch – und ich konnte beim Rest des Seminars einfach zuhören und mitmachen, ohne die ganze Zeit im Hintergrund an mein Thema zu denken.

    Ich denke ich hielt einen der erinnerungswürdigeren Vorträge der Veranstaltung und bin mir ziemlich sicher bestanden zu haben – damit ist ein Ziel erreicht.

    Das andere Ziel: Bachelorarbeit an genau diesem Lehrstuhl. Da beginnt jetzt erst die offizielle Bewerbungsphase – aber ich bin auch hier ziemlich zuversichtlich, dass es gut gehen wird und ich im SoSe2025 meine Bachelorarbeit schreiben werden.

    Meine Güte. Das geht in einem Tempo.

    Nächste Woche gibt es ein reines Onlineseminar das Lehrstuhls. Das hat sich – entgegen der Ausschreibung – zum reinen Bachelorseminar entwickelt, weil die meisten Bacheloratis lieber online teilnehmen wollten.

    Auch wenn es weder vom Alter noch von der akademischen Vorbildung her hinkommt. Da sich zufällig ein Seminar des Lehrstuhls zum Bachelorseminar entwickelte und das andere zum (fast)Masterseminar, fühle ich mich als Bachelor im Masterseminar natürlich so als wäre ich gerade zum Erwachsenentisch befördert worden.

    Das Seminar fand in Raum 121 des Mehrzweckgebäudes statt. Im Gebäude selbst eine Plakette, die erst erklärt, warum es sich hier um einen beispielhaften und vorbildlichen Bau der 1970er handelt, nur um damit zu enden, dass alle nachfolgenden Gebäude der Fernuni komplett anders gebaut wurden.

    Schwimmen

    Abends dann natürlich die perfekte Tätigkeit zum Runterkommen: Abkühlen, Kopf unter Wasser und behutsam bewegen: Auf ins Schwimmbad.

    Wenn ich in Berlin mein Mitarbeiterkärtchen an der Kasse vorzeige, um ins Bad zu kommen, entspinnt sich oft folgender Dialog:

    Ich: „Einmal schwimmen.“

    Kassenkraft: „Schwimmen?“

    Ich: „Schwimmen!“

    Gemeint ist „Du willst wirklich nicht in die Sauna, du kämst doch umsonst rein?“ Antwort: „Nein, wirklich, ich möchte nur schwimmen.“

    Als also im Westfalenbad gefragt wurde „Schwimmen?“ antwortete ich reflexhaft „Schwimmen!“ Erst als ich mit dem Drehkreuz kollidierte, war mir klar, dass die Frage gar nicht Schwimmbad oder Sauna war, sondern Sportbad oder Sole/Spaßbad.

    Auf ins Sportbad, das seinen eigenen Eingang und eigene Kabinen hat. Beim Sport existiert noch die Miniatur-Sammelumkleide, die auf kurzem Weg direkt zum Lehrschwimmbecken führt. Dieses umrundete ich, sah die Taschen von „Triathlon NRW“ und sondierte, dass knapp die Hälfte der Bahnen von Vereinen belegt war. Darunter mehrere junge Fragen mit Team-Deutschland-Badekappen.

    Ich begab mich zu den anderen: Hach. 50 Meter. Hach, ein Riesenbecken, mit Schwimmautobahn, ordentlicher Ausstattung. Immer noch schwer zu glauben, dass es nur ein (der kleinere) Teil des gesamten Schwimmbadkomplexes war.

    Nach meinen Bahnen noch etwas ausspannen im wärmeren Lehrschwimmbecken. Auf dem Weg dorthin Freude über eine Tür, die Beschriftet war mit „Sportler/Doping“. Immerhin ehrlich.

    Irgendwann gegen 20 Uhr begab ich mich umständlich zurück zur Herberge – autogerechte Stadt my ass!

    Käsetoast Volkskanzler

    Gelesen: Walter Moers: Die Insel der Tausend Leuchttürme. Als ehemaliger Nordseeküstenbewohner fand ich vieles erfreulich treffend überzeichnet, phantastisch überdreht und gut beobachtet – wie es so ist an den deutschen Nordseeküstenkurbädern. Irgendwann wird es dann aber viel Welt retten – der Auserwählte – die ausgewählte Gruppe tapferer Exzentriker – Yadda, yadda, braucht kein Mensch. Gern gelesen, aber würde ich nicht unbedingt weiterempfehlen.

    Viel mehr Salate sollten als Zutat Käsetoast enthalten. Chilli und Ciabatta: Chicorée-Salat mit Käsetoast.

    Sari hat spannende Blogpläne für 2025: Bloggerschnack im Januar: Was möchtest du dieses Jahr erreichen?

    Weniger spannend, mehr beängstigend, die Lage ist Österreich. Kraut und Rüben: Warum wir keinen „Volkskanzler“ brauchen

  • 25-01-14 Wasserloses Tal (Berlin -> Hagen)

    25-01-14 Wasserloses Tal (Berlin -> Hagen)

    Die Bildungsherberge übermittelte mir meinen Türcode.

    Der Vertreter des Vermieters ersetzte höchstselbst die erste demolierte Silvesterraketenscheibe und brachte die zweite zum Glaser.

    Ein weiterer Karriereschritt steht bevor. Ich bin nicht nur betrieblicher Brandschutzhelfer, sondern werde Ende Januar auch Ersthelfer sein.

    Madame versuchte Schwerenöter zur Räson zu bringen.

    Später recherchierte sie weiter zum Noonsong. Dieser wurde etabliert von einem Berliner Professor für evangelische Liturgie, der sich Idee bei den Anglikanern abschaute, die ihren Evensong wieder der liturgischen Vesper enlehnte haben.

    Zurück in Berlin setzte er sich mit einem katholischen Kollegen und Freund zusammen und sie erschufen ein Format, dass sich an den Evensong anlehnt und sowohl evangelisch wie katholisch akzeptabel ist. Anscheinend wechseln sich auch wöchentlich evangelisch und katholische Geistliche ab,

    Sie erreichten einige Effekte: Ein ästhetisch schöner Gottesdienst; es gibt die Chancen, dass die hunderten von nie gesungenen Kirchenliedern des Repertoires einmal von professionellen Sängern aufgeführt werden. Und die Kirche ist einmal die Woche ziemlich voll.

    In Hagen befinden sich fünf Kopien der Seminarpräsentation (drei digital, zwei auf Papier). Was auch immer bei diesem Seminar passieren wird; es wird nicht daran scheitern, dass Mittwoch im Gebäude 8, 1. Etage Raum B121 keine Präsentation vorliegt.

    Noch rechtzeitig entdeckte ich, dass eine Deadline zur Präsentationseinreichung via Mail existiert – done.

    Auch rechtzeitig entdeckte ich, dass ich zum gemeinsamen Abendessen des Seminars im Gasthaus Humpert am Höing zusagen muss – done. Ich habe keine Ahnung, was Dortmunder Salzkuchen ist – aber es klingt spannend und ich möchte probieren.

    Wo ich dabei bin, Hagen-Recherche: Das Westfalenbad erforschte ich bereits beim letzten Besuch im Sommer 2023. Fazit damals (bei 36 Grad und einem komplett überfüllten Bad): „ein spektakuläres Schwimmbad – ob im guten Sinne, bin ich noch unentschieden.“

    Andere Großstädte mit potenziell spannenden Schwimmbäder in der Nähe:

    • Wuppertal. Okay, die Schwimmoper kenne ich schon.
    • Dortmund: mit Südbad, Nordbad und der Soletherme im Landschaftspark.

    Auch schaute ich nach Theatern in Hagen. Eine einzige Vorführung läuft, während ich mich in der Stadt aufhalte. Es handelt sich (ungelogen) um Freibad oder Shut up and swim! Leider läuft das Stück während ich meinen Vortrag halten werde.

    Letzter Schritt am Abend vor der Reise: Noch einmal den DB Navigator checken. Nicht, dass dessen zunehmende Überraschungen mich morgens am Bahnsteig erwischen. Er gab sein ganzes Programm:

    • Bitte melden sie sich neu an und geben sie ihr Passwort von Hand ein. – Jedes mal wieder ein Spaß bei einem Zufallskennwort mit 24 Zeichen.
    • Bitte wechseln sie ihren Nutzernamen. Er muss jetzt eine E-Mail sein. Gnarf.
    • Ihr Passwort (24 Zeichen, Zufallsfolge) ist nicht sicher genug. Bitte fügen sie ein Sonderzeichen hinzu. Gnarf.
    • Dafür eine Abschlussüberraschung. An ihrer Rückreiseverbindung hat sich nichts geändert. Dafür ist die Zugbindung aufgehoben.
    • Singen Sie ihre Glücksmelodie

    Die Bahnfahrt selbst mit ICE 952 begann wie erwartet; erst hatten BVG und S-Bahn Probleme mich zum Südkreuz zu bringen. Am Hauptbahnhof gab es einen Überraschungs-Bahnsteigwechsel fünf Minuten nach angezeigter Abfahrt des Zuges. Aber nachdem ich im ICE saß, verlief alles wunderbar. Die Bahn erfreute mich sogar mit einer funktionierenden Zugteilung in Hamm.

    Leider begann es mir die gesamte Strecke von Berlin bis Hagen nicht, herauszuhören, ob der telefonierende Mensch hinter mir zur Führung einer großen Uni gehörte oder zum BMBF. Nur dass er vom „lieben Senatsmenschen“ sprach, ließ mich zur Uni tendieren. Denn die „lieben Senatsmenschen“ kenne ich auch aus meiner Arbeit in einer Berliner AöR.

    Die Busfahrt im 527er Richtung Loxberg bis zur Bildungsherberge wieder abenteuerlich. Der Bus fährt eine halbe Stunde einmal um Hagen herum. Und auch wenn ich schon aus dem Jahr 2023 weiß, wie es ist, zweifle ich doch, wenn ich noch 15 Minuten vom Ziel entfernt bin, und an Haltestellen wie „Wasserloses Tal“ oder „Am Waldrand“ vorbeikomme – die auch so aussehen wie sie heißen. Aber ich kam an.

    Alles wird super. Dann so im Fokus/Film gewesen, dass ich entgegen aller selbst gesetzter Regeln nicht am Dienstag bloggte,

    Hallo Kassenautomat

    Während ich mich anschickte, nach Westen zu Fahren um Westfalenbad und andere zu erkunden, musste ich aber erst einmal Hausaufgaben machen

    Selbst auf meiner Berliner Schwimmbadliste befinden sich aktuell weiße Flecken, weil schneller gebaut und saniert wird, als ich zum Besuchen komme.

    Zeit zum Hauptbahnhof zu fahren und ein paar Meter zum ehemaligen Poststadion zu laufen.

    Das Stadtbad Tiergarten kenne und schätze ich schon länger. Das letzte Berliner Bad, das beim Bau noch mit Wannenabteilung gebaut wurde. Aber bei der Eröffnung Mitte der 1980er blieb diese gleich geschlossen. Nach gut 30 Jahren wurde es erstmal richtig saniert.

    Es bedurfte danach noch 350 Tage bevor ich nach Umbau und Wiedereröffnung endlich wieder die Pforten durchschritt.

    Es war Sonntag. Es war ernstlich voll. Wir bewegten uns auf einer 50-Meter-Bahn. Es war alles wunderbar hell. Ich bin ein Fan der neuen Deckengestaltung. Auch das alte Mosaik wurde gerettet.

    Ich war vorher Fan und bin es noch mehr. Besonders Highlight für mich natürlich: der eine neue Kassenautomat der Berliner Bäder.

    Sportkegeln

    Ich weiß, ihr wolltet schon immer einen tiefen Einblick in die Welt des Sportkegelns.

    Slow cooker ist super. Kohlsuppe ist super. Beides zusammen sollte also superduper sein. Mal bei Gelegenheit testen: Meine magische Kohlsuppe

    Meine Güte. Quälende Hustenanfälle, allmorgendliche Kopfschmerzen, Eitergeruch in der Nase: und immer noch solche Fotos aus Tenerrifa: Hustend auf dem Vulkan tanzen.

    Freier Parkplatz aber schlechte Vibes

    Die ARD mit einem Podcast über „Rechtsextreme haben die Offenheit Wikipedias genutzt, um Informationen und Diskurse unerkannt zu manipulieren.“ Dunkel kann ich mich daran erinnern, so etwas mitbekommen zu haben. Oder ist es schon länger her? Mal reinhören.