Schlagwort: Südkreuz

  • 24-03-12 noreply Meisenschwarm

    24-03-12 noreply Meisenschwarm

    Frage: Woran bemerken Sie die Endphase der Klausurvorbereitung?

    Antwort: Irgendwie hat sich der gute Casio fx87 auf den sonntäglichen Frühstückstisch geschlichen. Während die Mathematiker den Zahlen abhold sind, wird in BWL vor allem gerechnet. So auch ich diese Wochen.

    Die Vorratsmenge s an Schwarztee ist unterschritten.

    Um 0:30h klingelte das Brot. Madame öffnete.

    Auf dem Schwanteland-Gelände eröffnete die Landfleischerei Rinderstolz & Wildeslust. Sollten wir dort einmal zu Geschäftszeiten vorbeikommen, wird getestet.

    Am Südkreuz stehen auf dem Vattenfall-Parkgelände Außenstühle und -Tische gestapelt. Die Chance auf ein Café wächst.

    Am Montag am Südkreuz interviewte ein Drei-Mensch-Team des RBB Fernbusfahrende. Ich vermute auf der Suche nach O-Tönen zum Bahnstreik. Ich bewundere sie dafür, für jeden Streik neue O-Töne zu sammeln und nicht einfach immer dieselben aus dem Archiv zu nehmen.

    Dienstag war wieder ein Interviewender unterwegs. Hier aber balancierte ein Mann alleine Kamera, Stativ und Mikrofon. Vermutlich war er nicht öffentlich-rechtlich.

    Es galt zwei schwäbische Geburtstage zu feiern. Wir überlegten, nur eine Karte für beide zu schreiben und um Austausch untereinander zu bitten – Schwaben sollten sich bei dieser Sparmaßnahme doch in ihrem Wesen gesehen fühlen.

    Die Josef-Hader-Tickets lagen in der Post. Ich fand es schön, dass die Adresse handgeschrieben war.

    Auch in der Post: Zwölf Kilo Schweizer Kaffee und das Signature Type Cover, welches ich mir nach den überstandenen Mathe-Informatik-Klausuren gegönnt hatte – und das seitdem eine Lieferodysee hinter sich brachte.

    Zeitlich vor das Lernen hat der Alltag die Arbeit gesetzt. Es waren zwei äußerst lehrreiche Tage in der Verwaltung – im guten Sinne. Nach den langen Tagen merkte ich aber auch, dass klausurenbedingt mein Input-Level derzeit am Anschlag ist.

    Wie bei Monty Don

    Gibt es Meisenschwärme? Madame und ich scheuchten am Sonntag auf den Latifundien etwa 20 Meisen aus dem Apfelbaum auf. Uns beiden war neu, dass sich Meisen in solch großen Gruppen zusammenfinden. Aber ich habe ja auch keine Ahnung von Meisen.

    Bei Sonne und Wind konnten wir dem Maisacker-See beim Schrumpfen zusehen. Wie langsam Furchen aus dem Wasser heraustreten, sich am Rand ein schlickes Ufer bildet – ich fühlte mich ans Wattenmeer versetzt.

    In jedem Osterglockenbüschel beginnt eine einzelne Osterglocke zu blühen. Gelb leuchtende Wochen stehen uns bevor. Das Büschel, das genau durch die gelagerte Palette wachsen wollten, konnten wir noch rechtzeitig entknoten.

    Für den Herbst: Südlich der Mirabelle ist ein leerer Fleck.

    Die ersten Hummeln suchen das Lungenkraut und die Krokusse.

    Im Bad fand sich ein Tagpfauenauge. Nachdem dieses vor die Tür kam und sich ein paar Stunden aufgewärmt hatte, flog es davon.

    Madame ist endlich wieder mit den Ivington Diaries des Monty Don vereint.

    Hellgrüne Triebe und blaue Blüten brechen durch altes beige-graues Laub, das noch auf dem Boden liegt.

    Kansas City im Winter

    Vorsicht im Stadion: 70% of Chiefs-Dolphins fans who got frostbite at playoff game now facing amputation

  • 24-02-13 denk, denk, plansch, plansch

    24-02-13 denk, denk, plansch, plansch

    Nachzutragen ist: Die Tuba ist Instrument des Jahres 2024. Töröö!

    Madame singt aushäusig.

    Madame buk Gibanica. Und weil wir sie beide aus der Keramikform lieber mögen, gab es Gibanica aus der Metallform. Kommunikation. So wichtig.

    Sonntag gab es eine andere Köstlichkeit, die ich aus Gründen familieninterner Rücksichtnahme nicht beschreiben kann.

    Selbst der Gärtner in mir denkt „Langsam ist es genug mit dem Regen. Wir haben keinen Platz mehr für das Wasser.“

    Besser als Regen: Licht. Nach Feierabend die Verwaltung verlassen und ein Rest Tageslicht leuchtet noch. Das ist schön. Selbst bis ich nach Lankwitz gelangt war, war es nicht stockduster.

    Madame sichtete Bahn-Mitarbeiter*innen mit Bodycam und rotem „Video“-Schild in der S-Bahn.

    Im Südkreuz laufen nun „Bahnhofsläufer:innen – im Auftrag der DB for a better and safer Bahnhof“ durch die Gegend. So lobenswert ich die Idee an sich finde. Ich fürchte, allein der Doppelpunkt wirkt auf das Bahnhofs-Problem-Publikum nicht deeskalierend. Und natürlich noch ärgerlicher, dass die beiden Läufer:innen vermutlich wieder Mindestlohn-Leiharbeiter:innen waren, die durch eine siebenfache Verkettung von Unterauftragnehmern in den Bahnhof kamen.

    Wo ich im Südkreuz war, habe ich Brötchenpreise studiert. Die 5,60€ für eine Wurstbemme letztens waren keine Ausnahme. Krasse Sache.

    Der Kaptain bucht VIP-Zugang.

    Sing, Sing

    Lernexpeditionen der Klausurvorbereitung führten mich in die Gefilde der Youtube-Mathematik. Keine Beweise, wenig Begründung. Hier gibt es die Dienstanweisungen und Rezepte, die in einer Klausur wichtig sind. Verstehen ist wichtig, bei der praktischen Anwendung aber muss man vor allem wissen wie es geht.

    (Jetzt und schnell muss das Wissen vorhanden sein. Wer aus höheren Prinzipien ableiten muss, den erwischt die Uhr).

    Dabei auffallend: Die drei Personen, deren Videos ich am intensivsten schaute, sind alle überdurchschnittlich musikinteressiert.

    Prof. Christian „Inverted Classroom“ Spannagel ist in der Gothic-Szene aktiv und hat eine lustige Soundcloud-Seite.

    Susanne Scherer (MathemaTrick) hat einen eigenen Wikipedia-Artikel – aber nicht über ihren Youtube-Kanal sondern über ihre Symphonic-Metal-Band MoonSun.

    DorFuchs geht den Weg bis ans Ende und singt Mathe-Videos. Das faszinierendste dabei: Es ergibt mathematisch und musikalisch Sinn und funktioniert überrascht gut. Mein Plan ist es, den „Mathe-Song Partielle Integration“ als Ohrwurm mit in die Klausur zu nehmen.

    Lankwitz-San Remo

    Manchmal aber helfen nicht mal mehr lustige Videos. Dann habe ich Denk-Overkill. Ein Stack Overflow droht. Es geht nichts mehr.

    In diesen Momenten versuche ich an Bewegung zu kommen. Die Casey-Johnston-empfohlene „20 Minute Full Body Flexibility and Mobility Routine!“ leistet bisher gute Dienste dabei, das Hirn zu entknoten.

    Noch besser ist, vorsorgend ins Schwimmbad zu gehen. Da es mir gerade überhaupt gar nicht um Sport geht, nehme ich das bequeme Heimatbad(B), das Stadtbad Lankwitz. Drei der Sechs Bahnen waren von Vereinen belegt, eine weitere für Schnellschwimmer vorgesehen und auf den übrigen zwei tummelte sich ganz Südwest-Berlin.

    „WIe immer“, möchte man sagen. Dasselbe Schäkern mit dem Kassierer, wieder war die Chefin gerade nicht da und wieder wurde die All-Gender-Dusche nur von biologischen Männern bewohnt. Selbst der Pseudo-Fahrradmeister im grünen T-Shirt war wieder da.

    Ich konnte ein wenig Planschen, ein wenig Schwimmen (sogar mehrere Kraul-Bahnen ohne Slalom!) und ein wenig tauchen. Kopf frei. Ziel erreicht.

    Stadtbad Lankwitz in der Abenddämmerung

    Und wenn gar nichts mehr geht, geht das San-Remo-Festival. Dessen Ausmaße mir nur langsam bewusst werden: Es finden fünf Abend-Live-Übertragungen statt von Dienstag bis Samstag, die jeweils von 21 Uhr bis weit nach Mitternacht dauern. Die Einschaltquoten liegen bei 60 bis 70%. Der Dresscode im Saal ist „festliche Abendgarderobe“, der Dresscode auf der Bühne „Roter Teppich“ – viermal hintereinander in vier verschiedenen Outfits.

    Das ist selbst für „Wir-brachten-die-Zivilisation-in-die-Welt-Italien“ ein episches Ausmaß an Glamour. Gewinnerin wurde Angelina Mango (kein Künstlername) mit der Pop-Dance-Cumbia La Noia.

    Keine Eins

    Noch 6 Tage bis zur Mathe-Klausur (10 Tage bis ETTI). Müsste ich sofort schreiben hätte ich inzwischen auch unter Normalbedingungen eine Chance. Es wäre eine minimale Chance, aber immerhin wäre sie größer als Null.

    Sicher bin ich, dass ich keine 1 schreiben werde. Sogar aus drei Gründen.

    (a) Der Überraschungssatz. Mindestens eine Aufgabe pro Klausur greift tief in die Trickkiste der Schulmathematik und zaubert so etwas wie den Trigonometrischen Pythagoras \( (sin^2 \alpha + cos^2 \alpha = 1) \) aus dem Hut. Habe ich sicher mal in der Schule gehabt, ist aber 30 Jahre her und ich erinnere mich an Nichts. Aus dem Bereich gibt es Dutzende (Hunderte?) Formeln und Sätze, die unmöglich zu lernen sind. Das scheint mir eine Art spärliches Prüfungs-Easter-Egg zu sein – hier werden einige Punkte liegenbleiben, aber zum Glück nicht viele.
    (b) Konvergierende Reihen. Sollte sogar theoretisch dieses Semester dran gekommen sein. Ich erinnere mich an Nichts und halte es nicht für sinnvoll in sechs Tagen ein komplett neues Themengebiet verstehen zu wollen. Es wird zu konvergierenden Reihen einen kompletten Themenblock geben, den ich komplett ignorieren werde.

    (c) Am wichtigsten: Die Klausur wird nicht benotet. Es gibt nur „bestanden“ oder „nicht bestanden.“ Insofern wird niemand eine 1 erringen.

    Damit ich „bestanden“ erreiche, sollte ich wissen:

    Partielle Integration

    \( \int f(x)*g(x) dx =F(x) * g(x) – \int F(x)*g'(x) \)

    Integration mit Substitution

    Ist mir ehrlich gesagt zu komplex für eine einzige Formel.

    Ableitung / Produkt und Quotientenregel

    Produktregel: \(f‘ (g(x) * h(x)) = g'(x) * h(x) + h'(x) * g \)
    Quotientenregel \(f‘ \frac{g(x)}{h(x)} = \frac{h(x)*g'(x) – h'(x)*g(x)}{h^2} \).

    Und natürlich Lineare Abbildungen

    Die Abbildung \(f: V \rightarrow W \). Der Kern ist eine Teilmenge von V. Das Bild eine Teilmenge von W. Die Dimension von V \( dim(V) \) ist \( dim(Kern)+dim(Bild) \). In Praxis: \( dim(V) \) ist meistens bekannt oder leicht erschließbar. \( Dim(Kern) \) lässt sich errechnen, indem das entsprechende Gleichungssystem Null gesetzt wird – sie entspricht dem Rang der Lösungsmatrix. Daraus dann \( dim(Bild) \) bestimmen. Wenn \( dim(Kern)=0 \), dann ist die Abbildung injektiv. Wenn \( Bild(f) = W \) ist, dann ist sie surjektiv. Wie immer: \( Injektiv + surjektiv = bijektiv. \)

    Geheime Weltregierung

    Falls ich mal in Oslo essen gehen sollte, dann nicht im Dinner.

    Pane-Bistecca bereitete Joghurt-Hühner-Curry aus Bangladesh zu. (Doi Murgi) Und das ist ein Satz, in dem ich jedes einzelne Wort liebe.

    Gabriele Frankemöller bereitete Brisket aus dem Slow Cooker zu. Und das ist ein weiterer Satz, in dem ich jedes einzelne Wort liebe.

    Mühsam widerstehe ich dem Drang, alles mit San-Remo-Videos vollzupflastern. Der deutsche ESC-Vorentscheid wird sicher auch ganz super. Erwähnen möchte ich aber noch, dass Angelina Mango sicher auch deshalb gewonnen hat, weil sie an Abend vier (Coverversionen) ein Cover eines Hits ihren verstorbenen Vaters Pino Mango gesungen hat. Das sind Stories um Herzen zu erweichen und Telefonleitungen zum Schmelzen zu bringen.

    Gut, dass sowieso alle mobil anrufen.

    Verschwörungstheoretiker suchen ja immer die geheime Weltregierung. Die gibt es nicht. Es gibt aber Gremien, die überraschend mächtig und angesichts ihrer Bedeutung Medien-unbekannt sind. Arbitration Courts zum Beispiel. Die New York Times berichtet über den Fall, in dem zwei Jahren vor einem Arbitration Court in London fast 11 Milliarden (11.000.000.000) Dollar von Nigeria gewonnen hätten. (Das entspricht dem fünffachen des nationalen Bildungsetats des Landes). Für die durschschnittliche Verschwörungstheorie taugen Arbitration Courts natürlich nicht: Viel zu technisch und zu unsexy. How Two Irish Businessmen almost took Nigeria for 11 Billion.

  • 24-01-30 Um Mitternacht zum Abenteuer

    24-01-30 Um Mitternacht zum Abenteuer

    Die Spielhalle Neptun an der Dominicusstraße wurde ausgeräumt und steht leer.

    Am nördlichen Ende der Hauptstraße, nur zwei Häuser neben der ehemaligen David-Bowie-Wohnung, entdeckte ich das Seventies Musikcafé. Anscheinend sind seine Zielgruppe David-Bowie-Tourist*innen. Etwas peinlich: Dem Internet zufolge existiert der Laden seit mindestens zwei Jahren und ich sah ihn erst Montag.

    Unsere üblichen Balkontauben entwickeln Frühlingsgefühle. Sie turteln quer über das ganze Gerüst vor dem Haus.

    Das Stadtbad Tiergarten ist wieder eröffnet und die Berliner Bäder haben das sogar mit einem Video gewürdigt.

    An der KZ-Gedenktafel auf dem Kaiser-Richard-Platz lagen frische Blumen und standen Kerzen.

    In Kyritz demonstrierten 600 Menschen gegen Nazis. In Kyritz. Ich zweifle, ob dort jemals 600 Menschen gleichzeitig in der Stadt unterwegs waren. Yeah Kyritz!

    Madame kochte Tom Kha Kai und davon profitiere ich seit Tagen. Das Niedertemperatur-Gänsebratenrezept steht inzwischen in allen Details auf low-n-slow.

    Ich veranstaltete Software-Aufräumen. Obsidian ist auf Handy und Rechner installiert. Ohne gemeinsamen Speicher ist das nur Stückwerk, macht sich bisher aber selbst in der dezimierten Version gut.

    Dafür ist Opera auch als Viertbrowser gelöscht. Irgendwo hatte ich in meinem Herzen noch eine Nische für den ehemaligen norwegischen Underdog. Aber ich ließ mich endgültig überzeugen, dass bereits vor Jahren chinesische Hallodris Opera mit alles gekauft haben und jetzt versuchen mit jedem unseriösen Internetgeschäft der Welt Geld zu verdienen.

    In der Grunewaldstraße errang ich ein unentschieden gegen Microsoft.

    Merken: Im Kino wollen wir in den nächsten Wochen Little Wicked Letters und Andrea lässt sich scheiden sehen.

    Abenteuer Alltag: Mal wieder testen, ob das mit der Erwerbsarbeit noch funktioniert. Dabei vorbeigekommen am am Bahnhof Südkreuz. Dort eröffnete eine neue Packstation, die freundlicherweise eine Küchenzange und ein neues Bratenthermometer ausspuckte.

    Neue Packstation in frisch gestrichenem leeren Innenraum.

    Die schwarze Sozialistin als Deko-Element

    Abenteuer können unterschiedlich aufgefasst werden. Für Bella Baxter ist es ein Abenteuer, wenn sie sich um Mitternacht mit einem fremden Mann trifft, um vor ihrem Vater und Verlobten wegzurennen. Für mich ist es ein Abenteuer wenn ich nach zwei Wochen heftiger Erkältung freiwillig das Haus verlasse und 300 Meter weit ins nahe gelegene Kino schlurfe.

    Im Odeon läuft Poor Things, über den ich diverse Überschriften las, die mich alle nicht begeisterten. Dann beschrieb die Kaltmamsell das zugrunde liegende Buch, und ich wollte den Film sehen.

    Ich war fast hin- und weg. Immer wieder gibt es kleine Stör-Momente oder -Aspekte: Nicht wichtig genug, um sie hier auszuführen. Aber doch zu störend, un den Film zu lieben – er war nur großartig.

    Vor allem aber war ich begeistert: Zu Beginn des Films dachte ich noch ‚Ganz schön schräg für Mainstream-Hollywood‘, am Ende dachte ich nur noch: Was eine großartig schräge Sache. Wes Anderson meets 80er-Jahre-Bahnhofskino.

    Bühnenbild und Kostüme, die der Entrücktheit der Geschichte mehr als gerecht werden. Perfekt dazu passende Musik. Ein Humor, der es schafft gleichzeitig zupackend-direkt ohne jede Subtilität zu sein ohne platt zu werden. Live konnten wir erleben, dass der Film mehrere Humorebenen bediente: die etwas anstrengende Ü50-Gruppe direkt hinter uns lachte grundsätzlich an anderen Stellen als ich.

    Emma Stone als Bella Baxter wird als Schauspielerin auf ein Podest gestellt und gnadenlos nach vorne gedrängt; kann das aber auch schauspielerisch durchspielen und die Rolle vom geistigen Kleinkind bis zur erwachsenen Frau mit Leben füllen.

    Jadda jadda am Mittag

    Noch 20 Tage bis zur „Mathematisch-Grundlagen“-Klausur.

    Mir liegt hier ein umfangreicher Bestand an Altklausuren und anderen Übungsaufgaben vor. Wenn ich die anschaue, denke ich ziemlich wortwörtlich „Klar: n durch (n+1) ersetzen, auflösen, jadda jadda und wird schon passen.“

    Das sollte ich so in der Klausur nicht schreiben. Da muss ich das natürlich zu Ende bringen. Also entschloss ich mich, ernsthaft zu üben und das „jadda jadda wird schon passen“ richtig durchzurechnen. Es folgte die große nicht-überraschende Überraschung: Jadda, es passt natürlich nicht. Nach (n+1) erscheinen noch diverse andere Klippen, die ich bei der ersten Ansicht nicht sehe.

    Und so weiche ich wieder meine Zwei-Welten-Trennung zwischen Arbeit und Uni auf, suche mir in der Mittagspause einen stillen Schreibtisch und rechne vor mich hin. Was überraschend gut funktioniert. Arbeits-Denken und Mathe-Denken sind doch so verschieden, dass das eine den Kopf freimacht für das Andere.

    Was noch spannender wird: in 24 Tagen ist Klausur Technische Informatik/Theoretische Informatik/Betriebssysteme Rechnernetze. Mir ist noch nicht ganz klar, wann ich dafür lernen soll.

    Meine erste Demonstration

    Frau Brüllen demonstrierte in Lörrach (ich vermute, nicht das erste Mal im Leben), Christa Chorherr in Wien und Frau Wunnibar in Bochum hatten hingegen Demo-Lebens-Premiere.

    Eva Farniente im Aviation Training Center (Teil 1 und Teil 2)

    Frau Herzbruch betrachtet Wahlumfragen.

    Karen mit Familie über Silvester in Warschau.

  • 21-01-11 Stand-Up Waddling

    21-01-11 Stand-Up Waddling

    Das Gerüst am Hinterhaus verschwindet. Es ist unklar, ob die Baustelle fertig ist oder der Bauherr kein Geld mehr hat. Unser Gerüst steht noch. Die dazugehörige sporadische Baustelle allerdings kehrte aus der Dezemberruhe nicht zurück.

    Die Deutsche Bahn möchte mit mir vielleicht ein einstündiges Onlinegespräch zum Thema „Bahn Bonus-Komfortsitze“ führen. Meine komplette Meinung zum Thema ist „Funktioniert halt nicht.“ Bleiben 59:30 Minuten übrig.

    Nick Saban hört nach 17 Jahren als Trainer der Alabama Crimson Tide auf. Damit geht einer der wichtigsten Trainer in 120 Jahren College-Football-Geschichte.

    Madame fuhr mit der Not-S-Bahn in die Hafenstadt.

    Die Bahn streikt, die S-Bahn betreibt einen Notverkehr. Die Busse sind entsprechend voll. Mein Fahrradschloss ist im Eise festgefroren. Also lief ich zu Fuß in die Verwaltung.

    Wobei ich heute morgen noch laufen konnte, mich freiwillig durch die Stadt begab. Dies sollte sich ändern.

    Dabei überquerte ich die Autobahnabfahrt auf der gerne die Letzte Generation festklebt. Kurz überlegte ich mich, mich dem Trend anzuschließen, mich auf die Abfahrt zu setzen und etwas zu blockieren. Ein Grund zur Demonstration und Beschwerung würde sich finden, und sei es dass es kalt und ungemütlich sei.

    Der Heimweg war schwieriger. Nachdem Bahn, Bus und Fahrrad bereits ausgefallen waren, war Nieselregen auf den Minus-Fünf-Grad-Boden gefallen und zu einer glatten Eisfläche gefroren. Zu-Fuß-gehen war nur noch schwerlich möglich. Über einen grasbewachsenen Mittelstreifen rettete ich mich bis zu einem S-Bahn-Ersatz-Bus, der mich die halbe Strecke nach Hause brachte.

    Der Rest: selten habe ich so langsam ein paar hundert Meter zu Fuß hinter mich gebracht; watschelnd in Mini-Schritten an den Hauswänden klebend. Selten habe ich dabei so gut sämtliche Muskeln trainiert, die für die Balance zuständig sind. Wenige Menschen waren auf der Straße, von denen viele rutschten und um ihr Gleichgewicht kämpften. Überraschenderweise sah ich niemand am Hinfallen.

    Noch leerer als die Straßen: Der Verkehrsübungsplatz.

    Epsilon ist winzig winzig klein

    Die Einsendeaufgaben sind durch. Gestern war die Deadline für die zweite Runde Aufgaben. Die hatte ich ja schon im November eingegeben und gespeichert. Aber erst jetzt sind wir im Stadium „nichts geht mehr.“ Ich hoffe, mein November-Ich war kompetent und errang genug Punkte, damit ich im März die Klausur in „Internes Rechnungswesen / Produktion und Logistik / Marketing“ mitschreiben darf.

    Natürlich konnte ich nicht widerstehen und belegte noch einen Kurs, der weder in Plan A Wirtschaftsinformatik, noch in Plan B Mathematisch-Technische-Softwareentwicklung formal eine Rolle spielt: Planen mit mathematischen Modellen. Aber er klingt spannend. Und inhaltlich auch passend. Und nicht zuletzt, er ist eine „wünschenswerte Vorbedingung“ für das Seminar dass ich dann im WS 24/25 belegen möchte. Ich will ja nicht in ein Seminar geraten und dann inhaltlich keine Ahnung haben, worum es geht.

    Noch aber bin ich gerade bei den Mathematischen Grundlagen unterwegs. Weiter unterwegs bei den reellen Zahlen und den Wurzeln mit Brüchen. Maxima und Minima kommen vor, Suprema und Infima und vor allem der winzig, kleine, unvorstellbar kleine Abstand ε, der eine nicht zu unterschätzende Rolle in vielen Beweisen spielt.

    Geld, das rätselhaft verschwindet und erscheint

    Da meine Konzentration immer nur für kleine Mathe-Dosen reicht, ruhe ich das Hirn zwischendurch indem ich durch das Blog-Konvolut der inzwischen 373 Jahresrückblicke schmöckere. Das ist nett und entspannend.

    Verschiedene Menschen bloggen. Aber es liegt eine starke Gewichtung auf bloggende Shepreneure, die achtsames Persönlichkeitscoaching betreiben. Gäbe es eine Wortwolke über alle dortigen Blogs, würde neben Achtsamkeit auch Hochsensibilität, Verbindung, Selbstwirksamkeit, Empowerment et cetera eine Rolle spielen. You get the vibe.

    Fast hätte ich beim Lesen allerdings das Lese-Spielzeug ruiniert, indem ich einen Schluck Tee darauf geprustet hätte. Der Satz in Jahresrückblick No. 286 kam unterwartet:

    Sich wirklich mit Geld zu beschäftigen und selbst die Verantwortung dafür zu übernehmen, bedeutet nämlich auch mal links und rechts über den Tellerrand zu schauen. Und wenn Du das tust, landest Du auf einmal beim Thema Krpytowährungen.

    Das wirkte so passend als würde ein Fußballkommentar zwischendurch Liebeslyrik von Rumi zitieren. Aber nachdem ich den Tee dann runtergeschluckt hatte wurde ich neugierig, wie The Gospel of Crypto in diesem Umfeld umformuliert würde.

    Kurze Antwort: Gar nicht. Es folgte überhaupt nicht The Gospel of Crpyto sondern das viel ältere Loblied des Multi-Level-Marketings aka Schneeballsystem. Ein unseriöses Geschäftsmodell, dass sich als anderes unseriöses Geschäftsmodell tarnt. Irgendwo auch faszinierend. Aber falls jemand in Eurer Nähe die GamesCoin erwähnt: Rennt!

    Auf den ersten Blick seriöser ist Fujitsu. Das Unternehmen allerdings verursachte einen Skandal, der das Vereinigte Königreich in Atem hält. Über Jahre hat die Horizon-Finanz-Software, von Fujitsu für das britische Post Office erstellt, falsche Zahlen geliefert. Hunderte Betreiber*innen einzelner Postfilialen wurden verklagt, zu Gefängnisstrafen verurteilt, in den Ruin gefrieben, in den Suizid getrieben, da sie angeblich Geld unterschlagen hatten – Geld, das nie fehlte, aber von der Software erfunden wurde. Es ist so unglaublich. Der Fall sollte bitte Curriculums-Pflichtinhalt in der Wirtschaftsinformatik werden.

    Schwarzwald-Jungfernstieg-Israel

    Frau Herzbruch entdeckt Plotholes in Schwarzwaldklinik – Die neue Generation

    Herr Buddenbohm würdigt den Yüksel-Mus-Platz

    Lila trifft sich mit dem Team vom Kindergarten Charuv, der seit dem 7. Oktober im Kriegsgebiet liegt.

  • 23-12-24 Urbilder; eine Zugreise

    23-12-24 Urbilder; eine Zugreise

    The Arbeitsyear ended with a bang.

    Nach genau einem Jahr verließ uns die Büropflanze wieder.

    (Kein Zusammengang).

    Kellerkind fuhr Ende der Woche an die Ostsee. Mit doppelter ICE-Räumung.

    Unsere Bahnhofserlebnisse blieben friedlicher. Freitag der Coca-Cola-Zug. Wenn der schon direkt neben der Verwaltung am Gleis steht, dann will ich den auch sehen.

    Samstag die Frau, die den Bahnsteig entlang sprintete, um recht professionell jedes S-Bahn-Graffiti zu fotografieren. Optisch wãre sowohl Szene-Mitglied wie auch schlecht bezahlte Bahn-Hilfskraft denkbar. Vielleicht auch beides.

    Geschenkübergaben- Abensessen mit Zia benessere und Zio macchina bei Ente Vindaloo und Butter Chicken. Nach halbem Mahl hagelte es, dann donnerte es und dann fielen 10 Zentimeter Schnee. Das kam überraschend.

    Auf dem Heimweg durch Berlin-Innenstadt überholten uns zwei gallopierende Füchse. Das kam überraschend.

    Die Deutsche Bahn zeigte sich fahrtechnisch von ihrer besten Seite. Dank ICE599 (Südkreuz-Frankfurt) und ICE77 (Frankfurt-Basel) kamen wir fast komplikationsfrei an. Der abschließende Gepäcksprint zur S-Bahn in Basel (2 Bahnsteige weiter links in 90 Sekunden) nahmen wir als Erlebnisabschluss nach langem Sitzen.

    Auf nebenliegenden Vierern freundeten sich verschiedenen allein reisende Damen miteinander an. Nach allgemeinen Gesprãchen über Politik (keine Nazis, keine Querdenkerinnen), folgten Gesundheitstipps und schließlich Lebensgeschichren. Es sprach die weißhaarige ehemalige Chemie-Ingeneurin mit der Charité-Medizinstudentin. Irgendwie niedlich die Frau, die jeden Sommer mit ihrer Mutter mit der Fähre in deren Geburtsland Litauen fährt und jetzt gleich zum Studium an den Fãhr-Abfahrtsort nach Kiel zog.

    Um etwa 2030 Ankunft im Weihnachtsdomizil. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

    Hilberts Hotel

    Madame las auf Platz 112 in Wagen 3 Rebecca Solnits Men explain things to me und kann es sehr empfehlen.

    Ich hatte Skripte mitgenommen. Im Matheskript (Aktuell: Vektorrãume, ihre Dimensionen, Erzeugungssysteme und Basen) lese ich weiterhin im Tempo: 2 Seiten, dann 30 Minuten Pause zum erholen.

    Deshalb hatte ich noch ein Gut-Glück-Bibliotheksbuch mitgenommen: Theoretische Informatik. Das wirkt auf den ersten Blick harmloser, das Layout ist eher Schulbuch als wissenschaftlicher Text, der Autor ist definitiv schwatzhafter als die Skript-Schreibenden, aber dann geht es doch schnell zur Sache.

    Und schon wieder ein Kapitel Mathe. Hallo Mengen, hallo Abbilder, Urbilder und Bilder allgemein.Gallo Mächtigkeit und Kardinalitãt.

    Der Themenkomplex ist so grundlegend. Vermutlich kann mensch es wirklich nicht ist genug wiederholen.

    Und am Ende das Hilbert-Hotel mit unendlich vielen Zimmern, die alle belegt sind. Dann kommt ein Hilbert-Bus mit unendlich vielen Busreisenden, die alle ein Zimmer benötigen – wo bringen Sie sie unter?

    Honigparadies Bielefeld

    Ich entdeckte die großartige Welt der Zugnummern.

    Lila im Norden von Israel.

    Frau Rabe erfreut sich an Supermãrkten.

    Wenn die Rettung im Cabrio kommt und Hawaii-Hemd trägt (von der Bedeutung deutlicher Aussprache).

    „Gruß an Bord“: Weihnachts-Botschaften für Seeleute in aller Welt – wird 70.

  • 23-10-19 Keine Büromaterialversandsbestellung

    23-10-19 Keine Büromaterialversandsbestellung

    Berechnungen des Bundesinstituts für Risikobewertung zeigen, dass Algen in der Allgemeinbevölkerung einen sehr geringen Beitrag zur Nickelaufnahme durch Lebensmittel leisten. (Quelle)

    Vom T-Shirt zur Zopfmusterstrickjacke in zwei Tagen. Passend zu sieben Grad bei grauem Dauernieselregen verbringe ich die Tage gedanklich auf dem nicht-real-vorhandenen Eisbärfell mit der nicht-vorhandenen-Zigarre vor dem nicht-vorhandenen-Kamin und trinke nicht-vorhandenen-Kräuterrotwein. Unterbrochen von den notwendigsten, allernotwendigsten, Haushaltsarbeiten, aber auch nur gerade so eben.

    Wenig spannend: Schlaf, Halbschlaf, auf irgendeinem streamingfähigen Endgerät läuft noch einmal der fulminate Sieg der LSU gegen Auburn.

    Madame informierte mich, dass ich bis zum 15. November noch Fernuni-Kurse „zum alten Preis“ nachbelegen kann. Also werde ich das tun. So viele wie möglich. Immerhin habe ich gerade das Modul „Investition und Finanzierung“ hinter mich gebracht, dass lehren soll wie man Zahlungen zu verschiedenen Zeitpunkten miteinander vergleichen kann. Würde ich da 50% Preisaufschlag in fünf Monaten akzeptieren, sollte ich den entsprechenden Schein gleich wieder zurückgeben.

    Meldungen aus der Außenwelt: Wir werden reich. Also fast. Das Mietkautionskonto erhielt eine Zinserhöhung. Da es eine deutsche Kleinsparerbank ist, weist der Zinssatz immer noch eine Null vor dem Komma auf. Aber immerhin keine Null mehr direkt dahinter.

    Der Flurfunk spricht von Entwicklungen im hauseigenen Immobilienhallodritum. Ich habe etwas die Übersicht über die verschiedenen Hallodrigruppen verloren – aber mindestens eine Wohnung scheint zur Zwangsversteigerung zu stehen. Uns betrifft das nur mittelbar – unserer Wohnung verließ irgendwann die schlimmsten Hallodrikreise – aber natürlich könnten ausufernde Zwangsversteigerungen weitreichende Konsequenzen für das ganze Haus haben.

    Die Post brachte eine gebrauchte ältere Ausgabe von Roland Hellmanns Rechnerarchitektur und Parmesan.

    Gut war: Madame in der Mittagspause an der fahrenden Bahn abgepasst und dann gemeinsam Richtung Blumenfisch gegangen.

    S_Bahn im Bahnhof Südkreuz

    Waffenhandelserlaubnis

    Notwendige Erwerbsarbeit unterbricht natürlich auch die Eisbärfellzeiten. Von dieser gäbe es gerade spannende Anekdoten zu erzählen. Aber what happens at Erwerbsarbeit stays at Erwerbsarbeit.

    Auf jeden Fall sollen wir Urlaub für nächstes Jahr planen.

    Das weckte bei mir mal wieder den Drang, nach Bildungsurlaub zu schauen. Aber neben Angeboten speziell für den öffentlichen Dienst:

    Wege der Entschleunigung und Balance für Beruf und Alltag

    Sie haben den Bildungsurlaub „Die Entdeckung der Langsamkeit“ (I.) besucht und möchten Ihre Fähigkeiten und Potenziale vertiefen.

    Liegen anscheinend meine Vorstellungen von „Bildung“ und die der Anbieter und Zertifizierungsstellen quer zueinander. Ich habe den Eindruck im Wesentlichen gibt es drei Gruppen des Urlaubs: „Entschleunigtes Yoga-Waldbaden mit Resilienz-QiGong“, eine Art „Pauschalreise aber des Bildungsurlaubs wegen müssen sie eine*n pensionierte*n Erdkundelehrer*in als Gruppenleitung mitnehmen.“ oder „Sprachurlaub.“

    An Sprachurlaub hätte ich vage Interesse. Aber so ein wenig langweilig als Thema ist das auch. Dann doch lieber „Vorbereitungskurs Waffenhandelserlaubnis.“

    Junge Menschen, alte Häuser

    Am Bahnhof Südkreuz wird irgendwann irgendetwas passieren. Der Tagesspiegel-Newsletter schreibt von einer „Handlungsvereinbarung“ zwischen Deutscher Bahn und Bezirk Tempelhof-Schöneberg mit vielen Handlungsfeldern und Zielen, unter anderem:

    „Dazu gehören die Erarbeitung von Nutzungskonzepten für die Vorplätze Nord, West (Hildegard-Knef-Platz) und Süd, der Umbau des Fernbusterminals, die Verbesserung der Anbindung an das Radwegenetz, die Anlage von mehr Radstellplätzen (und die Errichtung eines Radparkhauses), die Nutzung des Parkdecks Nord und Konzepte zu den Themen Sicherheit, Gesundheit und Soziales.“

    Bis 2030 soll die Umgestaltung abgeschlossen sein. Ich rechne also bis 2028 mit der nach außen unauffälligen Tagen von Arbeitsrunden und Austauschgruppen. Bis 2028 wird es keinerlei sichtbaren Veränderungen geben und bis 2038 wird alles eine große Baustelle. Wenn ich 2039 immer noch regelmäßig am Südkreuz wäre, würde mich das zumindest wundern.

    Zettelkataloge zu Stricknadeln. So war es in der DDR.

    Claudia schreibt über Japan und Berlin, das Ankommen an einem Ort, das Entfremden an einem anderen und über Heimat.

    Frau Herzbruch schreibt über alte Häuser.

    Frau Novemberregen über junge Menschen.

    Und über „Mut zum Scheitern.“: Ich kann Ihnen – es mag Sie beruhigen oder auch nicht – in voller Ernsthaftigkeit versichern: Sie brauchen keinen Mut zum Scheitern. Sie scheitern eh, ob Sie wollen oder nicht, ob Sie etwas machen oder ob Sie es lassen (vermutlich scheitern Sie im „lassen“ noch viel mehr als im „machen“).

  • 23-08-15 Zugluft (wäre schön)

    23-08-15 Zugluft (wäre schön)

    Rolltreppe, Bahnhof Südkreuz, hinter mir ein telefonierender Mann im besten Beratersprech „Also ich hab echt keinen Kopf für den Burger. Es wäre gut, wenn du das schon mal aus dem Urlaub heraus anschieben würdest.“ Und ich freue mich, in einer komplett anderen Welt zu leben.

    Die neuen Garnituren der S-Bahn sind klimatisiert. Vielleicht lege ich das „mobile Arbeiten“ doch mal wörtlich aus und fahre einfach acht Stunden am Tag mit der Ringbahn.

    Wenn ich mir vornehme „Keine überdachte Kultur vor Mitte Oktober“, kann man es ja mal unüberdacht probieren. Madame besorgte Karten für Frances Ha im Freiluftkino am Kulturforum. Aufgrund zahlreicher Regen- und Unwetterwarnungen verzichteten wir. Und während im Norden und Süden, im Osten und Westen von Berlin anscheinend größere Weltuntergänge stattfanden, zerstoben die Wolken am Berliner Schutzschild.

    (Oder war es die Wärmeglocke über der Stadt, die erfolgreich jede andere Luftmasse stoppte und umleitete?)

    Madame folgt in ihrer Rekonvaleszenz dem Motto „Gehen sie ins Museum, wir haben Klimaanlagen.“ Sie war von

    Die Kunst der Gesellschaft 1900–1945. Sammlung der Nationalgalerie (Neue Nationalgalerie) und Suddenly Wonderful – Zukunftsideen für Westberliner Großbauten der 1970er Jahre (Berlinische Galerie) äußerst angetan.

    Secessionen – Klimt, Stuck, Liebermann (Alte Nationalgalerie) war zu viel. Zu viel Trubel. Zu viele Leute. Aber auch zu viele Bilder, die die eigentliche Ausstellungsidee erschlugen.

    Heute versuchte ich, eine Dame zu überzeugen, dass das riesige Gebäude vor ihrer Nase auf dem „DB BERLIN SÜDKREUZ“ stand, der Bahnhof Südkreuz ist, an dem ihr Flixtrain abfahren soll. Sie schaute skeptisch und ging dann in eine andere Richtung.

    In meinem bizarren BVG-Drama „Wir verkaufen dir keine Abos, verraten aber auch auf mehrfache Rückfrage nicht, warum nicht“, bekam ich einen Anruf einer BVG-Hotline. Leider verpasste ich ihn und dann wusste wieder niemand von nichts.

    Ein anderer Arm der BVG verkaufte mir bereits in Juni klaglos ein Deutschlandticket. Und auch nach mehreren Monaten fühlt es sich immer noch seltsam an, einfach so in ein Öffi zu steigen ohne vorher eine Karte zu besorgen.

    U-Bahn-Station Hermannplatz
    Baustelle U-Bahnhof Hermannplatz

    Bereits vor einigen Wochen besiegte die Schlichtungsstelle Energie die eon und eon berechnete brav nachträglich den Preis, der schon letztes Jahr korrekt gewesen wäre. (Heißt: etwa die Hälfte von dem was sie ursprünglich verlangten). Was aber natürlich auch heißt: Nur diejenigen, die penetrant sind, die Schlichtungsstelle kennen und dort einen Antrag ausfüllen können, profitieren. Im Normalfall sind das halt auch diejenigen, die es am wenigsten nötig haben.

    Ein Ausflug führte mich ins tiefe Neukölln an den Hermannplatz. Ich kehrte mit vier Passbildern zurück, staunte über die Vielfalt in meiner Stadt, aber auch darüber, dass das Neuköllner Durchschnittsalter anscheinend bei 24 Jahren liegt.

    Barbie wird der erste Nicht-Action-Film seit 25 Jahren sein, der erfolgreichste Hollywood-Produktion des Jahres sein wird.

    A twelve-bar blues instrumental standard first recorded by Jimmy Forrest

    Ein Weg führt von Duke Ellington zu James Brown via dem Jimmy-Forest-Jazz-Standard Night train. Und weil sie so schön ist, hier eine James-Brown-Liveversion.

    Karen wies bereits darauf hin, dass nicht nur die ÖBB neue Schlafwagen bestellt, sondern auch die finnische Bahn. Madame fand eine zusätzliche Meldung der Trenitalia über ein Auftragsvolumen von 730 Millionen Euro: Italian state operator Trenitalia has awarded a contract of 70 sleeping coaches, and up to 370 total railway coaches to the manufacturer Škoda.

    Keine neuen Wagen, aber neue alte Strecken: TUI lässt den Nachtzug-Ferienexpress wiederauferstehen: Im TUI-Express durch Europa.

    Und wo ich schon dabei war, fand ich diese Übersicht aus dem Januar 2022 über die existierenden Nachtzugwagen und mögliche Interessenten für neue Modelle: Where we stand with the need to order new night trains