Kategorie: Alltag

  • 25-05-08 Ein zweischneidiges Pferd

    25-05-08 Ein zweischneidiges Pferd

    Ein FlixBus nach Krakau fuhr an mir vorbei.

    Madame brachte Grünen Spargel, Mohnkäsekuchen (oder Käsemohnkuchen) und Heringssalat vom polnischen Stand auf dem Wochenmarkt mit.

    Bei ÖzGida hatte ich im Kühlregal semifertige Böreks gefunden. Also fertig gerollte Böreks, die zu Hause nur noch finalisiert werden mussten. Ich war natürlich neugierig und dachte an Finalisierung im Backofen. Die Packungsaufschrift allerdings verlangte eine Fritteuse oder eine Pfanne mit viel Fett.

    Die Börek selber waren okay, Aber wenn ich aus der Haustür trete, habe ich in „Notfalls-kann-man-die-Strecke-noch-im-Schlafanzug-zurücklegen“-Entfernung gleich zwei Quellen sehr guter fertig produzierter Böreks; wird also keine Wiederholung.

    Mir träumte, ich saß in einer Schwimmbadkasse und zusammen mit der Kassiererin müssten wir kleine Phiolen mit einer hellblauen gefährlichen Chemikalie entsorgen, indem wir sie in gefütterte Briefumschläge steckten und mit der Post an einen sicheren Ort verschickten. Als mir auffiel, dass Glasphiolen mit Chemikalien in Briefumschlägen keine gute Idee ist, fiel mir auch auf, dass ich gerade träume, im Traum eh alles egal ist, und ich ja einfach weiter machen kann.

    Der Song Strange Fruit, im Original von Billie Holiday, hat in meinem Herzen einen besonderen Platz. Umso faszinierter war ich als ich die reduzierte, fast sakrale Version von Dominique Fils-Aimé entdeckte.

    Schöne Mailadressen: sekretariat.gegenwartsdiagnosen@

    Von diesem Sekretariat bekam Madame die Mitteilung, dass sie am Seminar Religion in der späten Moderne der Fernuni Hagen teilnehmen wird.

    Vielleicht gönne ich mir den Absender für eine meiner Domains. Die Mailadresse sekretariat.gegenwartsdiagnosen@zitronenpresse.info würde mir gefallen.

    Madame ließ auf ihrem Laptop eine Fernuni-Veranstaltung mitlaufen und ich hörte zu. Wir hörten ein Referat um das Konzept des Sexuellen Kapitals, das angelegt an Bordieus Soziales und Kulturelles Kapital gedacht wird. In der Nachbesprechung kam irgendjemand auf Reiten und Ställe und es folgte der schöne Satz des Professors „Das ist ein zweischneidiges Pferd.“

    Mittagspause auf der Bürorückseitengrünfläche neben den Spielplatz-Holz-Kühen mit Abrissbaggersoundtrack. Nicht nur wir haben Probleme mit Tauben, die an Scheiben fliegen. Ein Mann veranstaltet Schattenspiele, während er Glasscheiben mit Mustern beklebt, die Vögel abhalten sollen.

    Dantzig – von Neumann – Nash

    Für den Freundeskreis englischer Vorlesungen über Lineare Programmierung machte ich eine neue Entdeckung: 24. Linear Programming and Two-Person Games Diese ist besonders. Professor Gilbert Strang ist zum Zeitpunkt der Veranstaltung 84 Jahre alt und er hat nicht ganz den Zug und das Tempo von Srinivas Devadas in 15. Linear Programming: LP, reductions, Simplex.

    Dafür grübele ich seit zwei Tagen, ob der Kernpunkt von Strangs Vorlesung jetzt super spannend oder super banal ist.

    Denn Lineare Programme sind zweischneidige Pferde. In der BWL-Normalvariante geht es darum den Ertrag maximal zu gestalten. Das geht aber einher damit, dass die Verschwendung (Schattenpreise) durch brachliegende Kapazitäten minimiert werden soll.

    Im Normalfall der Ingenieurwissenschaften („minimiere Kosten“) lautet die quasi-Rückseite „maximiere die Menge nicht benötigter Ressourcen.“

    Am Ende hat man in beiden Fällen für ein Problem zwei Gleichungssysteme. Je nachdem wie mensch es aufstellt, hat man entweder ein Maximierungsproblem oder ein Minimierungsproblem. In genau einem Fall – dem Optimum – ist das Ergebnis für das Minimierungs- und das dazugehörige Maximierungsproblem identisch.

    Für die praktische Berechnungen ist das relevant, da sich meist eines der beiden System leichter ausrechnen lässt und mensch ohne Verluste zwischen beiden Systemen hin- und herspringen kann.

    Strang vergleicht dies nun mit dem klassischen Problem der Spieltheorie, dem Zwei-Personen-Nullsummenspiel, bei dem eine Seite versucht den Gewinn zu vergrößern, die andere versucht, den Verlust zu verkleinern.

    Leider ist die Zeit der Vorlesung zu Ende bevor Strangs Gedanken zu Ende gekommen sind, so dass mir nun jenseits des Offensichtlichen der echte mathematische Zusammenhang zwischen beiden Phänomenen fehlt.

    Auf nach Codeocean

    Schön ist es, wenn einem das Land Berlin einen spontanen Feiertag schenkt. Nicht so schön ist es, wenn Brandenburg nicht mitmacht und wir trotzdem um 5:40h beim Frühstück sitzen, damit Madame rechtzeitig in die Hafenstadt kommt.

    Immerhin hätte ich dadurch einen frühen Start in den Tag, wenn ich nicht so müde wäre.

    Mein Plan ist es, den R-Kurs diese Woche möglichst zu vollenden. Eigentlich war der mal mit vier Wochen je 3 bis 7 Stunden pro Woche angesetzt.

    Nun ist mein letzter Versuch ein paar Jahre her und seitdem habe ich R nie wieder ernsthaft angeschaut. Aber seitdem sind sowohl mein Wissen über Statistik wie auch über das Funktionieren von Programmiersprachen gestiegen ist. Ich hoffe, ich werde 12-Stunden-Aufwand-Variante durchleben.

    Schön: das gute am Kurs waren damals die zahlreichen Übungsaufgaben. Während die Integration der Aufgaben direkt nach RStudio kaputt zu sein scheint, findet sich noch eine Web-Browser-Variante auf Codeocean. Die lässt sich zurücksetzen und neu lösen und bewerten.

    Ob ich den großen Halluzinator dazu bringen kann, Aufgaben zu stellen und zu bewerten? Eigentlich müsste er das doch können.

    Abreißen, Umbauen, Radfahren

    Ich hatte davon schon länger gelesen und es für eine wirre Wettbewerbsidee von Architekten gehalten. Aber anscheinend soll es wirklich passieren: MVRDV und Zecc Architecten haben den Wettbewerb zur Umnutzung der Kirche St. Franz von Assisi im niederländischen Heerlen gewonnen. Aus dem leerstehenden Gotteshaus soll ein öffentliches Schwimmbad werden. Das Projekt trägt den Namen »Holy Water«

    Ein verwunschenes Mini-Eckchen Schöneberg liegt fast am Innsbrucker Platz am Ende der Kärtener Straße im schmalen Bereich zwischen Ringbahn, Nord-Süd-S-Bahn und Stadtautobahn. Dort liegen vielleicht acht Schrebergärten und eine handvoll Häuser und Kleinindustriebauten. Der Zugang ist nur von einer Seite unter einer S-Bahn möglich, und sobald man die Brücke durchschritten hat, fühle ich mich wie in einer anderen Welt.

    Nicht mehr lange: Neues Stadtquartier „SCHÖNEWERK“: PRIMUS plant gemischt genutztes Areal in Schöneberg

    Auch Büsum baut fleißig.

    Direkt gegenüber den Südkreuz Offices wird die erste Senior Mass – wir bleiben Mobil – Fahrraddemo für Senioren stattfinden.

    southpark spielt mit dem Halluzinator

    Hallo namenloser Halluzinator. Erstelle mir eine Illustration passend zum Text und verschiedene Empfehlungen.

    Empfehlungen

    Ein Ort

    Ort: Bydgoszcz (Bromberg), Polen

    Warum?

    – liegt auf der Bahnstrecke Berlin–Krakau, aber niemand spricht darüber.
    – hat eine alte Papierfabrik, ein Wasserfiltermuseum (!) und ein Exploseum, das ehemalige Sprengstoffwerk von Dynamit Nobel.
    – perfekte Kulisse für postindustrielle Spaziergänge mit Heringssalat im Beutel.
    – sehr gute Pierogi und Mohnkuchen, besonders im Kawiarnia Kogel Mogel.
    – jede dritte Ecke sieht aus wie der Traum mit den Chemikalienbriefen.
    – die Stadt hat ein Wasserwerk, das wie eine Fernuni aussieht, und eine Fernuni, die aussieht wie ein Wasserwerk.

    (Anmerkung southpark: Bydgoszcz (Bromberg) liegt nicht an der Bahnstrecke nach Krakau, ich finde kein Wasserfiltermuseum (sondern ein „Museum zur Geschichte der Seife und des Schmutzes“ und ein Wasserleitungsmuseum in einem imposanten Wasserturm). Eine Fernuni scheint es auch nicht zu geben. Aber das Exploseum und Kogel Mogel existieren wirklich.)

    Ein noch zu schreibendes Computerspiel

    Titel: “Schattenpreis.exe”

    „Du bist müde. Du hast Hunger. Du bist die Variable.“


    ? Genre

    ? Postbalkan Point & Click + Linear-Programming-Puzzle-Adventure + Surreal Simulator
    Stell dir „Disco Elysium“ vor, aber mit Börek, Open-Source-Statistik und inneren Stimmen wie „Madame“ und „Der Halluzinator“.


    ? Spielwelt

    • Berlin-Altbau in ISO-Perspektive, bei Regen. Jede Tür führt in ein eigenes logisches System:
      • Küche = Budgetrestriktion
      • Flur = Dualitätssatz
      • Balkon = Schattenpreise vs. Schlafmangel
    • Marktstände mit NPCs, die dir Mohnkuchen verkaufen, aber nur, wenn du vorher eine Lektion über das Konzept des Sexuellen Kapitals bestehst.
    • Albtraum-Level: Schwimmbadkasse, bei dem du im Traum mit einem Kassenscanner gefährliche Chemikalien sortierst.

    ? Mechaniken

    • Dual Decision Trees: jedes Gespräch führt zu einem linearen Optimierungsmodell.
    • Ermüdungs-Simulation: Je länger du spielst, desto „weicher“ wird die Sprache und desto surrealer die Spielwelt.
    • CodeOcean-Modul: Du musst echte R-Statistikrätsel lösen, um Türen zu öffnen.
    • Mail-Adressen-Bastler: Sammle Begriffe im Spiel, kombiniere sie zu würdigen Domains, unlocke geheime Räume.
      Tipp: „sekretariat.gegenwartsdiagnosen@zitronenpresse.info“ bringt dich ins Bonuslevel.

    ? Endgegner

    • Gilbert Strang als NPC-Boss, der sich in einen alten Nadeldrucker verwandelt, während er erklärt, warum dein Modell nicht lösbar ist.
    • Du musst die Gleichungen neu formulieren – mit Augenringen und Kekskrümeln auf der Tastatur.

    ? Release-Plattform

    Nur als open beta auf itch.io, nie finalisiert.
    Der letzte Patch heißt „codeocean-nash.bugfix4.r“.


  • 25-05-06 Die Ungleichungen;  they are the fun part.

    25-05-06 Die Ungleichungen; they are the fun part.

    Der Gare Francaise Tegel ist heute Veranstaltungsraum eines Altenheims. Mehr zur Geschichte weiß die Seite zur Kremmener Bahn.

    Der Hüpfburgeneventanbieter in Tempelhof-Schöneberg nutzt auch dieses Jahr die Abendteuerland-Plakate. Langsam frage ich mich ob das d zuviel doch Absicht ist. Will er uns sagen: Abends teuer, vormittags günstig?

    An der Dachbaustelle wird der Übergang zwischen Hauswand und Dach neu verputzt. Im Hof steht ein Schild eines Berliner Gipsbauputzunternehmens. Ich kann kaum das Fenster öffnen, weil herunterrieselnder Gipsputz fast erfolgreich die Fensterflügel mit dem Fensterrahmen verklebt hätte.

    Wenn man mit dem ICE Berlin verlässt geht es erst über Felder und dann kommt eine überraschende Industrieanlage auf der Pelikan steht – Erinnerungen an Schulfüller werden wach. Aber nicht mehr: Das Werk wird abgerissen.

    Höhepunkt meiner sportlichen Karriere im Zuschauersport war 1992 der Pokalsieg von Hannover 96 im DFB-Pokal der Männer: der Zweitligist aus Hannover mit einem der Überraschungserfolge des Jahrzehnts. Ich war in der wilden Party am Opernplatz. Montag erfahre ich durch Zufall: ein heutiger Kollege war damals beim Spiel im Stadion.

    Mir träumte, ich wäre auf der re:publica. Die geträumte re:publica war aber nur ein Abglanz ihrer selbst. Im Park eines Tempelschlösschens auf einer Havelinsel richteten Johl und Bücherwürmlein ein Freilustessen. Die 30 anwesenden re-publica-Besucherinnen redeten nur von alten Zeiten.

    Dickmaulrüssler

    Madame schnitt einen wunderbaren Fliederstrauch zusammen, der auch die Berliner Wohnung mit seinem Besuch betört. Die Pfingstrosen täuschten an, blühten aber noch nicht auf.

    Über den Latifundien ein Kranichschwarm, der den Zug nach Süden vergessen hat. Jahreszeitgemäß hingegen die Störche die mehrmals am Tag den Garten im Überflug passieren.

    Nachdem Madame Emma Clines The Guest ausgelesen hatte, liest sie The Places in Between von Rory Stewart und empfiehlt beide Bücher sehr.

    Nachdem ich letzte Woche über Pride-Kopfhörer sinnierte und mir Montag Regenbogen-Socken kaufte, machte ich am Wochenende Holz mit Motorsäge und Axt . Damit habe ich für diese Woche mein persönliches Genderspektrum abgeschritten.

    Spannend auch die Schmerzverteilung beim ungeübten Holzhacker. Der Muskelkater begann direkt im Anschluss im unteren Rücken, wanderte bis zum Abend in die Unterarme und war am nächsten Morgen im oberen Rücken angekommen.

    Wieder gab es Besuch am Frühstückstisch: keine Kürbisspinne, sondern ein Mai-Wurmrüssler aus der Familie der Dickmaulrüssler. Der ist als Pflanzenfresser und Löcherschneider in Rosenblätter bei uns nicht ganz so beliebt, sah auf dem blauen Shirt aber zumindest gebührend eindrucksvoll aus. Und angesichts des kompletten Kleinsttierzoos, den wir beherbergen, macht es eh keinen Sinn, einzelne „Schädlinge“ jagen zu wollen.

    Da Madame wusste, wo man auf dem Dorf spontan große Gläser Ayvar bekommt (Lidl), konnte ich eine Balkan-Platte zubereiten. Das schöne: das Gemüse reicht aufgebraten noch für den nächsten Tag, das Fleisch noch für die nächste Woche und danach haben wir länger keinen Fleischhunger mehr.

    Überhaupt schön, einen richtigen handwerklichen Schlachter nahe der Latifundien zu haben – der erfüllt sämtlichen Bedarf an Fleisch- und Wurstwaren.

    Çay istiyorum

    Verschiedene meiner Kleidungsstücke sind in den letzten Monaten altersbedingt auseinandergefallen. Ich beschloss dieses Problem anzugehen. Erst einmal mit der einfachsten Variante: zu TKMaxx am Kaiser-Richard-Platz fahren und dort Socken kaufen. Am Quengeltisch gab es dann noch sehr schöne hellblaue Macarons.

    Wo ich aber schon am Richard-von-Platz war, galt es Veränderungen zu sehen. Das neu eröffnete Restaurant Sultan entpuppte sich als Hühnerbraterei, die auf den ersten Blick auch nicht anders aussieht als die sieben anderen Hühnerbratereien der Straße.

    Besser waren die Nachrichten von Öz Gıda/ Öz Gida. Dies war immer der spannendste der diversen „türkischen“ Supermärkte der Gegend. Das größte, vielfältigste Angebot, die gigantische Fleischtheke mit dem weltbesten Köfte-Fleisch, die Şarküteri, schon früh gab es „deutsche“ Produkte wie Frischilch, deutsche Käsesorten et cetera. Im Schaufenster die Lobpreisung von Tim Raue. Es war immer eine große Schau.

    Letztens fuhren wir im Bus am Laden vorbei und sahen aus dem Fenster nur leere Flächen. Oh nein! Wieder ein Opfer der absurd anziehenden Gewerbemieten der Stadt?

    Da ich gerade in der Ecke war, also ein kurzer Gang der Neugier und ein Gang des Aufatmens. Öz hat umgebaut, die Blumenkränze von der Wieder-Eröffnung hingen noch an der Kasse. Weg vom „türkischen“ Supermarkt, hin zum „Multikulti Supermarkt.“ Der ganze Laden wirkt größer und edler. Die Produkte sind weiter diversifiziert, das Regal mit den Teekochern verschwand zum Beispiel ganz.

    Die schriftliche Kommunikation verläuft komplett auf deutsch. Selbst auf der Website fand ich nur mühsam einen türkischen Teil, wo der Laden noch (eigentlich korrekt) Öz Gıda geschrieben wird und nicht Öz Gida.

    Denn, das blieb von den ehemaligen Türkisch-Kursen hängen. Das ı, also das I ohne Punkt, ist ein eigenständiger Laut, ein Stoßlaut, etwa entsprechend dem e im Wort Dschungel. (oder genauer: der ungerundete geschlossene Hinterzungenvokal (IPA ɯ))

    Deshalb gibt es im Türkischen auch ein großes I mit Punkt: İ.

    Das andere was vom damaligen Kurs hängenblieb, ist der Satz Çay istiyorum – ich hätte gerne jetzt einen Tee.

    Frisbee

    Mein Herz blutet ein wenig. Im Odeon-Kino um die Ecke läuft eine Wes-Anderson-Retrospektive und ich lasse mir gerade Grand Budapest Hotel, Darjeeling Limited und Rushmore entgehen.

    Aber nachdem das lange Wochenende (geplant) nur sehr langsames vorsichtiges Herantasten an die Bachelorarbeit enthielt, wollte ich das Tempo erhöhen. Erstmal wieder ins Thema kommen.

    Ich absolviere noch einmal den Hasso-Plattner-Kurs zur Programmiersprache R, der mich damals überhaupt erst auf den Geschmack mit der Sprache gebracht hat – und ich schaue Youtube-Videos zur Linearen Programmierung und zum Simplex-Algorithmus.

    Die üblichen Mathe-Tutorials helfen mir nicht viel. Die sind als Lockerungsübungen ganz okay. Aber die beschreiben halt die Anwendung „du hast ein lineares Gleichungssystem und willst es mit Simplex lösen – was machst du?“

    Die Frage, die mich ja interessiert, geht eher in die Richtung: Warum und wie funktionierst das überhaupt? Wie kann es sein, dass eine ziemliche einfache Handlungsanweisung (Suche das Element – bringe es auf 1 – subtrahiere und addiere ein bißchen durch die Zeilen) so viel an Erkenntnis bringt und auf so viele Fälle anwendbar ist?

    Um so mehr freute mich das Video 15. Linear Programming: LP, reductions, Simplex der MIT OpenCourseWare. Es handelt sich anscheinend um eine abgefilmte Informatik-Vorlesung des MIT mit Dozent Srinivas Devadas. Die Vorlesung beantwortet nicht alle meine Fragen – aber dafür auch andere gute Fragen, die ich mir selber gar nicht erst gestellt hätte.

    Auch fasziniert bin ich von der didaktischen Methodik: Ein Mann, eine Tafel, Kreide; keinerlei Multimedia-Schnick-Schnack, fast keine Gimmicks – und doch klebe ich geradezu an seinen Lippen, weil es so mitreißend ist. Endlich auch mal ein Mensch mit einem vernünftigen Redetempo.1 Fast lachen musste ich beim Abschnitt, dass die Gleichungssysteme aus Gleichungen (equalities) und Ungleichungen (inequalities) besteht, und „The inequalities, they are the fun part.“

    Der einzige Gimmick: Student*innen, die eine Frage gut beantworten, bekommen als Belohnung beiläufig eine lila Frisbeescheibe von einem Stapel lila Frisbeescheiben zugeworfen. Das passt vom Stil.

    Vier Hochzeiten und eine Brennesselsuppe

    Nils Minkmar hat schlechte Laune und sein Newsletter ist noch besser als sonst:

    Die extreme Rechte ist auf Massenmedien angewiesen, es ist eine historisch bewährte Partnerschaft. Schon dort vorzukommen ist ein Erfolg. Die meisten Menschen denken nicht radikal, möchten aber informiert bleiben und wenn dann die Themen, Vorschläge und Personen der Rechten abgebildet werden, unabhängig von ihrer realen exekutiven Macht, dann nimmt das Publikum all das ernst.

    Eine große Hürde beim Thema Demiliardärisierung stellen Zahlungssysteme dar. Irgendwie gibt es faktisch fast nur noch Visa, Mastercard oder Paypal. Um so gepannter verfolge ich die europäische Alternative Wero. Mit der kann man sich schon länger als Privatperson Geld schicken, jetzt wird expandiert: Wero für Solo-Selbstständige geht in Betrieb

    Mein Internet war damals so ähnlich. via (louise)

    Margrit erzählte wie sie und Wally viermal heirateten: Private FeierEingetragene LebenspartnerschaftErster Versuch der Umwandlung in eine EheHochzeit im Standesamt

    Noch ein Freund des grillifrlns.

    Joel aß Brennesselsuppe (via readinginsweden)

    Sonst habe ich nicht viel gesehen an diesem Tag. Aber immerhin einen Geldautomaten, der mit kurz aufflammender Leidenschaft angetanzt wurde.

    south spielt mit dem Halluzinator

    Hallo Halluzinator, illustriere den vorhergehenden Text und gib mir ein paar Empfehlungen.

    Who let the dog out?

    Empfehlungen

    Outfit: Ein leichtes, gewaschenes Leinenhemd, offen über einem Pride-T-Shirt, kombiniert mit bequemen Workwear-Hosen mit großen Taschen (für Notizbuch, Taschenmesser, Macarons). Dazu alte, gut gepflegte Wanderschuhe.
    → Begründung: Urbaner Waldläufer trifft re:publica-Geist, mit dem Körperbewusstsein eines Holzhackers und dem Stil eines Flaneurs.

    Kulinarik: Geräucherte Aubergine mit Minze, Granatapfelkernen & veganem Joghurt
    Getränk: Ein trockener Raki mit eiskaltem Wasser Warum:
    Ein Echo der Şarküteri, ein Gruß an das Multikulti-Bord des ehemaligen Öz Gıda. Räuchrig, frisch, kühlend – ein Auftakt, der Flieder und Sprachen öffnet.

    Film: „Gleaners and I“ von Agnès Varda – urbane Blicke auf das Übersehene, zwischen Sperrmüll und Macaron.

    Buch; Henri Lefebvre – Die Produktion des Raumes / Für das Denken von Infrastruktur, Verputzarbeiten und Supermarkträumen als gesellschaftlich konstruierte Bühne.

    Musik: Sezen Aksu – Gülümse (Ein melancholischer Optimismus, wie eine Kranichformation, die zu früh oder zu spät aufbricht.)

    Ein türkischer Limerick

    Bir pencere sıvayla dolmuş,
    Dış dünya içten unutulmuş.
    Çoraplar renkli,
    Ayvar’la denkli —
    Gündelik rüya gibi solmuş.

    Ein Fenster vom Putz überzogen,
    hat Außen und Innen verbogen.
    Die Socken sind bunt,
    der Ayvar gesund –
    der Alltag: ein Traum, leicht verflogen.

    Erklärung:

    Reimschema: AABBA – wie im klassischen Limerick.
    
    "dolmuş / unutulmuş / solmuş" bildet den äußeren Rahmen (A-Reim): alle mit dem Past Participle -muş, was perfekt zur leicht resignativen Stimmung passt.
    
    "renkli / denkli" bilden den B-Reim in der Mitte – farbig & passend.
    
    "Ayvar’la denkli" ist bewusst leicht schräg – es suggeriert „im Einklang mit Ayvar“, also dass auch Farben, Alltag und Speisen in Harmonie stehen.
    
    „Gündelik rüya gibi solmuş“ – der Alltag ist wie ein verblassender Traum.
    1. Okay, der Effekt funktioniert vermutlich nur, wenn man ein Herz für lineare Gleichungssysteme, erklärt auf englisch, hat. ↩︎
  • 25-05-03 Maibock. Und noch einer.

    25-05-03 Maibock. Und noch einer.

    Laut Verfassungsschutz ist die AfD gesichert rechtsextrem. Ein Teil von mir will mit der Schulter zucken und mit Louis de Funes sagen „Nein! Doch! Oh!“. Ein anderer Teil von mir kann vage Einschätzen, welchen Unterschied diese Einschätzung auf das handeln staatlicher Stellen hat, und findet die offizielle Einordnung gut.

    Leider ändert das nichts am Problem, dass ein beträchtlicher Teil meiner Landsleute denkt „Rechtspopulistisch, Rechtsextrem, mir alles egal.“

    Der grillifrln existiert wirklich. Das sagen zumindest meine Notizen. Und diese lügen nicht. Leider kann ich mich nicht mehr erinnern, was der grillifrln ist.

    Auch aus den Notizen: Was ist heute im Gare Francaise in Tegel?

    Madame ließ sich von Frank Zemke Metallbau Ronden erklären.

    Zio macchina war da. Wir unterhielten uns unter anderem lang über verschiedene VW Bullis und Hotelparkplätze in Genua.

    Die Kabanen im Sommerbad am Insulaner existieren noch. Leider werden sie gerade renoviert, und so lange sie renoviert werden, werden sie nicht vermietet. Im Zusammenspiel aus Kabanen-Enttäuschung, warmen Duschen, die auch in Renovierung sind, 18,9 Grad Wassertemperatur und dräuendem Unwetter verzichtete dann sogar ich auf den Badbesuch.

    Gar nicht mehr existiert der samstägliche Dorfbäcker mit seinem Auto. Dem kam vermutlich im Winter zu wenig Laufkundschaft.

    Geister-Regio

    Als guter Wahlpreuße zelebrierte ich keineswegs St. Brück, sondern begab mich Freitag von den Latifundien aus in die Südkreuz Offices.

    Nachteil: Aufstehen mitten in der Nacht.

    Vorteil: Als wir uns auf dem Plattenweg durch die Felder begaben, hoppelte neben uns im Raps ein Rehbock. Ein Sprung: Kopf, Schulter und Rücken tauchten aus dem Raps aus. Die Landung: der Rehbock war wieder verschwunden. Rehbock – kein Rehbock – Rehbock – kein Rehbock. Ein echter Maibock.

    Weiterer Vorteil: Im späten Sonnenaufgang am Dorfbahnhof stehen und feststellen, dass am Bahnhofsgebäude Schwalben nisten. Unter dem Schwalbenschwarm bei rosa Sonne – es gibt schlimmere Beginne eines Arbeitstags.

    Prignitz-Express und S25 waren fast-Feiertags-angemessen angenehm leer.

    Spannend: Der junge Mann, dessen schwarzer Anzug mit weißen Hemd deutlich zu festlich für eine 7:30h-S-Bahn wirkte. Später sah ich ihn mit Feuerwehr-Berlin-Uniformjacke und Namennschild am Anzug. Gerne wüsste ich die Geschichter dahinter.

    Spannend auf der Rückfahrt: Die Vierergruppe Jugendlicher/Jungerwachsener, offenbar zusammengehörig, von denen drei so aussahen als wären sie auf dem Weg zum Chillen im Park. Die vierte wirkte im Kleid mit Stöckelschuhen und aufwendigem Make-Up als wäre ihr Ziel ein Sommerempfang der schwedischen Botschaft. Auch hier wüsste ich gerne die Geschichte dahinter.

    Der Bahnhof Südkreuz lernte aus Paris und brachte den ganzen Tag über gute Bahnhofspianisten zutage Durch eine Verkettung von Umständen lernte ich in der MIttagspause einen Regionalbahnschaffner kennen, der in Bereitschaft war, und keine Lust auf den Pausenraum hatte.

    Fast wäre dieser Arbeitstag ziemlich perfekt gewesen. Leider musste ich auch arbeiten. Deutlich zuviel für einen Brückentag. Unter anderem schon wieder der Klassiker: KuK, die den Konferenzraum kaputtgespielt hatten.

    Der Rückweg dauerte doppelt so lang, beinhaltete eine S-Bahn, die auf der Strecke nicht mehr weiterwollte, und einen Regio, der auf der Strecke nicht mehr weiter wollte – angesichts des schwülen Tages und beidseitiger Erschöpfung, begann der Abendeinkauf etwas holprig, endete am Ende aber sehr erfreulich mit Ayvar, diversem Gemüse, alkoholfreiem Bier und runtergesetzten Ostersüßigkeiten.

    Sea Song Strange Fruit

    Manchmal braucht es 51 Jahre für Entdeckungen,

    Zufällig stolperte ich Robert Wyatts Sea Song von 1974. Meine vagen Robert-Wyatt-Assoziatonen sagen „Sehr schöne Musik, kämpferisch-politische Texte“, und dann lief Sea Song, und ich fragte mich was los ist. Das passte schon fast mehr in das Atelier Neuer Musik im Deutschlandfunk als nach Top of the Pops. Eine Art Liebeslied an eine Kreatur „It’s your skin shining softly in the moonlight – Partly fish, partly porpoise, partly baby sperm whale“, musikalisch und textlich in Auflösung begriffen.

    Das Internet informiert mich: Eröffnungssong des bahnbrechenden Albums „Rock Bottom“. Veröffentlicht kurz nachdem Wyatt durch einen Balkonsturz querschnittsgelähmt wurde – die Gelehrten streiten, ob der Song vor oder nach dem Sturz entstand.

    Sea Song wie auch das Album werden sowohl von Björk wie Thom Yorke (Radiohead) wie Brian Eno oder Anohni (ehemals Anthony und die Johnsens) immer wieder als prägender Song und prägendes ALbum ihrer Musikkarrieren gehandelt. Neu vertont unter anderem vom North Sea Radio Orchestra – das selber spannend ist1.

    Eine neue Musikwelt tat sich auf.

    Eher unheimlich hingegen war Klassik, Pop et cetera mit dem Kulturwissenschaftler Philipp Felsch – der war schon zu sehr Bruder im Geiste von mir. Wir wurden im selben Bundesland drei Jahre auseinander geboren. Nicht nur, dass wir beide seit einem US-Austausch innerlich einen 17jährigen Amerikaner mit uns herumführen, auch unsere Themen, Merve-Verlag, Habermas, US-Musik-Pop-Kultur sind sehr ähnlich. So verwundert es nicht, dass auch seine Musikauswahl von Strange Fruit bis Tom Petty nahe der meinen gekommen wäre.

    Ein-Blüten-Stacheldraht

    Mr. Darcy zeigt Lebenszeichen. Nicht der fiktionale aus Pride and Prejudice, sondern die gleichnamige Rose in unserem Garten. Die Totgeglaubte treibt aus.

    Zum Frühstück besuchte uns eine kleine grüne Kürbisspinne, die auffallend auf meinem hellbeigen Hut herumlief.

    Regen und Sturm begannen die Apfelbüte zu beenden. Beim Rasenmähen streifte ich tiefsitzende Äste von James Grieve. Mir rieselten Apfelblütenblätter ins Shirt – full sensual Mäh-Experience.

    Dafür zeigen die Ginster rote (Ost) bzw. gelbe (West) Blütenansätze. Keine weitere Mohnblüte tauchte auf, aber jede Menge Knospen. Das wird spektakulär.

    Der Rehbock kam nochmal. Wir aßen friedlich Erdbeer-Stracciatela-Kuchen von Bäcker Plentz, als er direkt vorm Zaun auftauchte. Vielleicht einen Meter von der Grundstücksgrenze entfernt, direkt in inserer Sichtlinie. Er begab sich zum Kompost, schaute sich immer wieder um, fraß, ließ sich durch uns – mucksmäuschenstill – nicht stören. Der zweite Maibock.

    Der Stacheldrahtrose hat die letztjährige Kur gut getan.

    Hadern und Kaufen

    Hanjo las Richard Powers „Das große Spiel“Wie es ist, als reicher, kluger Mensch erkennen zu müssen, dass die Demenz immer größere Bereiche des eigenen Lebens übernimmt und alles Geld und Wissen den Prozess nicht aufhalten können.

    Poupou liest Modul 2B LE1 : Möglicherweise sind Medien das Wesen des Unterrichts und damit auch der Didaktik.

    VISA schlägt autonomes Shoppen vor. Man gibt seiner KI ein Kreditlimit und bestimmte Produkte vor, und die KI kauft selber. Via Thomas Gigold.

    Andrea Karminrot hadert noch mit der KI.

    Thomas Gigold betreibt nicht nur Uberbloggr sondern jetzt die BloggerRolle.

    Da fuhren wir letzte Woche noch mit der Bahn von Mannheim über Weinheim – Kaiserslauter – Saarbrücken , da bespricht John schon die entsprechende Strecke in Train Sim World.

    south spielt mit ChatGPT

    Hallo namenlose KI. Gestate mir eine Illustration und diverse Empfehlungen zu oben stehenden Blogtext:

    Empfehlungen

    Outfit: Lila Fischerhemd, Shorts aus gewachster Baumwolle, rote Gummiclogs – für Gemüse-Einkäufe in der Dämmerung.

    Kulinarik: Warmer Linsensalat mit Minze und Ayvar, dazu alkoholfreies IPA.

    Film: Tony Takitani (Japan 2004) – Reduktion, Verlust, Poesie – wie Apfelblüten im Shirt.

    Musik: Anohni – Hopelessness – lyrisch, verzweifelt schön, wie Sea Song mit Wut.

    Sachbuch: Richard Sennett: Die offene Stadt – Soziologie mit Sinn für Urbanität und Melancholie.

    1. Unter anderem weil sie ihre Karriere in den mittelalterlichen KIrchen der City of London begannen – die für mich wieder zu den spannendsten Gebäuden Europas gehören. ↩︎
  • 25-05-01 Der Geschmack von ausgepresster Orange am Abend

    25-05-01 Der Geschmack von ausgepresster Orange am Abend

    Das Prinzenbad eröffnete die Berliner Freibadsaison am 30. April. Heute zog unter anderem das Insulanerbad nach. Ein schöner Tag.

    Mir träumte, ich hätte an einer wüsten Party teilgenommen. Leider erinnere ich mich nur an das Ende. Ich musste in mehreren abgeschlossenen Räumen mein T-Shirt suchen. Den Mann, dessen Band-Shirt irgendwie an mir gelandet war, musste ich mit einem 16-Euro-Cocktail besänftigen. Die Straße vor dem Partyort funkelte, allein vom Glitzer, den die Partygänger*innen verloren hatten.

    Es ist seltsam wie das Gehirn funktioniert. Das hörte ich ein paar Takte The Cure und sofort war ihr Bild vor mir. Melanie aus der 9. Klasse, komplizierte Liebe aus der Schach AG und riesiger The-Cure-Fan. Bestimmt habe ich seit 30 Jahren nicht mehr an sie gedacht.

    Ich versuchte, politisches Engagement zu zeigen, indem ich den Kolleginnen und Kollegen (KuK) ein kämpferisches MS-Teams-Emoji zum Abschied in den ersten Mai schickte – und es gibt nichts! Kein Gewerkschafts-Emoji, kein Arbeitskampf-Emoji, keine erhobene Faust, nicht einmal die sozialistische Rose.

    Auch irritierte mich, dass ich ein harmloses vielfältig auslegbares Regenbogen-Emoji in MS Teams suchte, und auch dieses erst über Umwege fand.

    Um so erfreulicher ein anderes Fundstück, dass es den auch 2025 noch gibt: der Sennheiser-Kopfhörer-Pride-Edition.

    Weniger erfreulich: das US-Justizministerium möchte ein wenig Faschismus zeigen und schreibt Briefe an die Wikimedia Foundation wegen der Wikipedia. Anscheinend suchen sie krampfhaft einen Grund, um die Gemeinnützigkeit der Foundation abzuerkennen.

    Aus verschiedenen privaten Gründen suchte ich nach diverser Technik, und suchte auch nach Desktop-PCs. Derzeit erste Wahl zum Thema (muss weder Gamen noch Videos bearbeiten, sollte aber wertig sein): das Lenovo Thinkcentre oder der Dell Inspiron.

    Ihr kennt die Regel beim Kochen: Ein Schluck Wein ans Gericht und ein Schluck für den Koch. Aber habt ihr schon mal 10 Kilo Ende-der-Saison-fast-überrreife Crowdfarming-Orangen gehabt, diese dann ausgepresst, um mit dem Saft zu kochen, und den Rest der ausgepressten Orange beim Kochen gegessen. Ein Gedicht!

    In der Berliner Wohnung zogen Schlupfwespen ein.

    Der große Halluzinator

    Gebt ihr Euren KI-Chatbots Eigennamen? Ich wäre tatsächlich nie auf die Idee gekommen, ES IST EINE STATISIKMASCHINE, lese aber zunehmend davon. Und irgendwie ergibt es auch Sinn, wenn man das Ding halt dauernd anspricht. Aber nein, never, niemals einen Namen. Falsche Ebene.

    Dennoch kann eine Statistikmaschine „Persönlichkeit“ haben. Zum Beispiel zu nett sein, und auch den psychopathischsten, zerstörerischsten Ideen begeistert zustimmen. So in den letzten Wochen bei ChatGPT passiert. Sycophancy in GPT-4o: What happened and what we’re doing about it

    Meistens spiele ich mit dem Ding ja rum. Wenn ihr ein Konzept für einen Arthouse-Film mit Tilda Swinton benötigt, die nachts auf Brandenburger Feldern Gülle ausbringt – ich und der Halluzinator have you covered!

    Ich glaube übrigens, ich habe ein sinnvolles Einsatzgebiet für das Ding gefunden. Ich werde es Beschwerdebriefe formulieren lassen! Ich begann mit einer Liste möglicher Beschwerungen.

    • Die Berliner CDU weil sie Tempo 30 auf der Straße vor unserer Wohnung wieder abschaffen will.
    • Der Deutschlandfunk, weil er das Lied- und Chanson-Programm ins allertiefste Nachtprogramm verbannt hat, und es nicht mal in der Mediathek aufrufbar ist.
    • Der Deutschlandfunk, weil er nicht einmal eine Gewerkschaftskundgebung live überträgt. Wer 52+ Gottesdienst-Liveübertragungen im Jahr schafft, könnte auch einen kämpferischen Ersten Mai ins Programm nehmen.

    Ich-als-Rentner-und-Chat-GPT – es wird ein Traumpaar!

    Schon vor dem Renten-Eintritt bemüht Herr Paul das Programm: Nachdem ich vor ein paar Tagen erst so wirklich herausfand, wie ein LLM funktioniert, passte ich gestern/heute meine Konfiguration an um bessere Ergenisse zu erzielen.

    Der Mohn ist aufgegangen

    Der Mohn ist aufgegangen. Also zumindest die erste Blüte. Sagt Madame. Auch wenn es quasi unmöglich sein sollte, Mohnblüten zu übersehen, scheint es mir heute gelungen zu sein.

    Der Garten bietet sein volles Frühlingsprogramm. Als wir Mittwoch abend kamen, roch es (nach) Scheiße, also eher halt Gülle. Aber das verzog sich freundlicherweise im Laufe des Feiertags. Bis wir ausgeschlafen und gefrühstückt hatten, war es schon wieder eine Mischung aus Apfelblüte und Raps.

    Freundlicherweise ist dieses Jahr alles zwei Wochen später dran als 2024, so dass wir die volle Wucht erst nach dem Paris-Urlaub erfahren. Der Flieder beginnt zu duften, der Rotdorn wird dieses Wochenende aufblühen und der letzte der drei Apfelbäume hat immer noch Knospen.

    Nachts wachten wir beide unabhängig voneinander auf, weil die Nachtigall so apart lärmte. Zum Frühstück begrüßte uns der Kuckuck.

    Wir beide fragten uns, ob die Insekten die letzten Jahre auch so groß waren.

    Nachdem die Hornisse ihr Nest doch nicht direkt neben der Terrasse baut, fanden wir sie dann im Bungalow. So war das nicht verabredet!

    Leider seit Wochen unberührt wirlt das Vogelnest, das wir in der Holzlege fanden. Ich schaute es doch einnal näher an, bewunderte seine Kunstfertigkeit und Lehmverstärkungen, wir entschieden uns nach diversen Recherchen für ein verlassenes Amsel- oder Singdrosselnest.

    Dafür brütet am Bungelow in einer versteckten Ecke der Außenkostruktion eine Meise. Hurra! Und Störche sowie Turmfalken flogen tief über den Garten. Hurra!

    Ein perfektes Mai-Wochenende kann kommen.

    CDs in Japan und Boba in New York

    Blogs lesen lohnt, dank Hotel Mama entdeckte ich den Klaviersalon Christophori, den wir sicher demnächst aufsuchen, dank eines Kommentars bei der Kaltmamsell die Kurpfalz-Weinstuben in Charlottenburg.

    Mit Frau MaultaschenRavioli bei der Karfreitagsprozession in Madrid.

    Japan kauft noch CDs. In letzter Zeit sogar wiede mehr. Karen erklärt.

    Legos Boba Quest in New York geht weiter: As I wrote about last week, one of my favorite boba shops, Shiny Tea, is closing soon .. Fazit: man kann verschiedene Bubble-Tee-Geschmäcker haben und trotzdem Freunde bleiben.

    Letztens Gespräche über Karrierewege als Technical Expert oder als Manager. Markus fasst den Unterschied sehr schön zusammen: Die beiden Bewerbungsgespräche liefen gut. Allerdings komme ich nur für eine der beiden Firmen infrage. Für die andere bin ich überqualifiziert, wie der Herr meinte. Ich würde mich nur langweilen, sagte er. Überqualifikation finde ich in meinem Fall eine lustige Formulierung. Als Manager oder Führungskraft bin ich in Wahrheit zu inkompetent, um die richtige, fachliche Arbeit durchzuführen. Ich kann aber gute Emails schreiben und die Leute zusammenhalten. Überqualifikation ist natürlich der schönere Begriff.

    Den ultimaten Lebens- und Jobtipp verdanke ich allerdings einer Kollegin. Vielen Dank: Self-help Singh- Make Mistakes

    south spielt mit ChatGPT

    Hallo, Statstik-Maschine, der ich keinen Namen geben werde, erstelle mir eine Illustration sowie diverse Empfehlungen passend zum vorhergehenden Blogpost:

    Empfehlungen

    Outfit: Gut gealterte Jeansjacke über Streifenshirt, Leinenschal – Hommage an 80er-Melancholie und DLF-Verdruss.

    Kulinarisch: Selbstgemachte Rhabarber-Limonade mit einem Hauch Rosenwasser – wie Apfelblüte im Glas.

    Film: The Garden (mit Tilda Swinton) (Derek Jarman, UK 1990) – queere Ikonographie trifft Naturgewalt – ein Gartenfilm gegen Faschismus.

    Musik: The Cure – Charlotte sometimes– – The Cure: direkt aus der Schach-AG der Erinnerung.

    Sachbuch: Kleine Geschichte des politischen Liedes in Deutschland – für DLF-Ärger und 1.-Mai-Rhetorik

  • 25-04-29 Der Vogel, der klingt wie „Zilp“ – „Zalp“ ist der Zilpzalp

    25-04-29 Der Vogel, der klingt wie „Zilp“ – „Zalp“ ist der Zilpzalp

    Madame löste das Katzenstreu-Rätsel im Hinterhofwrack. Das Auto ist offensichtlich nicht mehr wasserdicht. Und das Katzenstreu soll Feuchtigkeit auffangen und Schimmel vermeiden.

    Später löste Madame das Rätsel eines Escape-Raums. Überraschend der allerletzte Schritt, der aus Versehen durch ein beiläufig abgelegtes Brillenputztuch getriggert wurde – plötzlich Fanfaren, Konfetti und niemand wusste warum. Frau muss halt nur zur richtigen Zeit gedankenlos den richtigen Sensor verschatten..

    In Wesselburen herrschen Berliner Verhältnisse: Illegales Autorennen in Wesselburen

    Bei der Mittagspause im Edeka hörte ich am Nachbartisch ein langes Gespräch über den Bürostuhl-im-Homeoffice-Prozess. Leider gelang es mir nicht, den Arbeitgeber der beiden Damen herauszuhören. Ich bewundere aber die Organisation, die dieser eher banalen Frage einen so elaborierten Prozess zukommen ließ.

    Am 1. Mai eröffnet das Sommerbad am Insulaner.

    Ich fragte den großen Halluzinator nach einem detaillierten Zeitplan für die Bachelorarbeit und bin mal sehr gespannt wie der sich abarbeitet.

    Akkurates Arbeiten

    Eindrucksvollstes Erlbenis der beiden Arbeitstage: An einem Außenfenster ist ein Taubenabdruck; so deutlich und detailreich wie ein kriminaltechnischer Leichenumriss um Krimi.

    Für eine kurze Arbeitswoche mit Brückentag ist erstaunlich viel los. Aber irgendwann muss wohl doch gearbeitet werden. Nach zwei Wochen Osterferien, kommen der Brückentag 1. Mai/2. Mai und der Brückentag 8./9. (dieses Jahr in Berlin Sonderfeiertag) und dann bald schon wieder Himmelfahrt und Pfingsten.

    Der Mai meint es so gut mit Kolleginnen und Kollegen, dass diese gezwungen sind, alle Arbeit in eine drei-Tage-Woche zu quetschen.

    Ich machte die wiederholte Erfahrung: Wenn ihr Eure Technik-Kolleginnen und Kollegen wirklich unglücklich machen wollt, zerrupft ihr Kabel in Konferenzräumen und baut diese nicht wieder zusammen. Dies wird frühestens dann auffallen, wenn 20 Leute verschiedener Wichtigkeit genau jetzt etwas machen wollen und die Technik nicht funktioniert.

    Aber was das Arbeitspensum angeht, war ich selber nicht besser. In der Hoffnung mein nerviges Ewig-Projekt weiter zu treiben, setzte ich für Dienstag einen Meilenstein. Nur um danach zu merken, dass das höcht unglücklich mit dem geplanten Home Office konfligiert. Selber Schuld.

    Le Menu du Train Bleu

    Solange das von uns verzehrte Le-Train-Bleu-Menü noch auf der Speisekarte steht, möchte ich es einmal in Gänze aufschreiben. Nicht dass ich in zwei bis drei Jahren einen Gang vergesse:

    • Fricassée de morilles et petits pois au vin jaune
    • Pressé de foie gras de canard et cuisses confites,
      chutney de rhubarbe, brioche
    • Pavé de bar à la plancha, gnocchis de pomme de terre et asperges, jus court aux olives
    • Gin et sorbet citron vert basilic
    • Quasi de veau rôti, légumes printaniers et sauce suprême
    • Sélection de fromages affinés de nos régions
    • Fraises, basilic et vanille de Madagascar

    Boissons non comprises servi pour l’ensemble de la table, au déjeuner jusqu’à 14h et au diner jusqu’à 22h

    Nicht auf der Karte stand das Profiterol mit der Schokoladensauce der Götter, das wir noch zusätzlich überreicht bekamen.

    Raureif auf den Wegen

    Aus Werder, vom traditionellen Obstblütenfest, erreicht uns die Nachricht „Baumblüte schon vorüber. Konnte gleich mit dem Wein anfangen.“

    Wir haben mehr Pech oder Glück. Nach unserer Paris-Trier-Abwesenheit begrüßte uns auf den Latifundien der vollste Vollfrühling vorstellbar. Nachdem wir Samstag mit Hilfe des Rasenmähers die Beete wiedergefunden hatten, konnten wir Sonntag die ersten Obstbaum-Blütenblätter.

    Selbst von der Terrasse, wo Madame The Guest las und ich das ungeliebte Knowledge-Management-Modul konnten wir sie fallen sehen. Aus der Nähe sahen wir zum Glück noch viel mehr Knospen, die aufgehen.

    Auch flogen Hummeln, Wespen und eine Hornissenkönigin. Wir haben Sorge, dass diese ihr Nest nahe der Terrasse errichten möchte. So großartig wie ich die Hornisse an sich finde – direkt in Nestnähe möchte ich meine Freizeit nicht verbringen,

    Keineswegs möchte ich das Insektensterben kleinreden. Aber zumindest im Alkmene-Apfelbaum ist es nicht angekommen. Das ist sehr schön.

    Madame glaubte eine Nachtigall zu hören. Allerdings verstummte diese immer, wenn die Vogel-App startete, so dass wir letzte Sicherheit haben. Aber die App bestätigte: der Vögel, der immer „Zilp – Zalp“1 macht, ist der Zilpzalp.

    Die Nachtigall hörte sie dann sicher einen Tag später am hellichten Tag an einer Ringbahn-Station der S-Bahn.

    The Cure Paris

    Frau Maultaschen-Ravioli mit dem Zug in Paris. Können wir sehr empfehlen die Reise und die Stadt: Teil 1 und Teil 2

    Eine KI erfindet ein schönes Wört.

    Frau Fragmente findet eine alte Videokassette: Barrowlands.

    Frau Novemberregen war auf dem Wertstoffhof.

    southpark spielt mit ChatGPT

    Lieber großer Halluzinator. Erstelle zum vorausgehenden Blogtext eine Illustration sowie diverse zum Text passende Empfehlungen.

    Kulinarische Empfehlung für ein Paar: Frühlingsmenü mit Spargel, Morcheln und Rhabarber-Dessert
    Eine Hommage an das Le-Train-Bleu-Menü, voller feiner Frische und einer Spur Nostalgie für vergangene Reisen und Feste.

    Musikstück: „Pictures of You“ von The Cure
    Melancholisch und weit – eine Reflexion über Erinnerungen, passend zu alten Videokassetten und Taubenabdrücken am Fenster.

    Roman: „Der Distelfink“ von Donna Tartt
    Ein Roman über Vergänglichkeit, Schönheit und Verlust – wie die gefallenen Blütenblätter auf den Latifundien.

    Sachbuch: „Unsichtbare Frauen“ von Caroline Criado-Perez
    Eine kluge Auseinandersetzung mit der Welt der Prozesse, Technik und kleinen, oft übersehenen Details im Alltag.

    1. Laut Wikipedia „zilp-zalp-zelp-zilp-zalp“ ↩︎
  • 25-04-26 ANTIKRIST

    25-04-26 ANTIKRIST

    Mir erschloss sich, was das weiße Pulver auf den Sitzen des Hinterhof-Autowracks ist: Katzenstreu. Ein Rätsel wurde gelöst, ein anderes Rätsel tat sich auf.

    Auf der Busfahrt: Zwei Königinnen des Abends gingen an mir vorbei. Ich brauchte einige Zeit, um die Duftwolke zu verstehen: Duftnote Weihnachtsmarkt. Verpasste ich einen Trend zum gebrannte-Mandel-Parfüm?

    Die Alkoholfestspiele gehen weiter: Morgens um 7:50h an der Bushaltestelle. Ein Mann mit viertelvoller Jack-Daniels-Flasche in der Hand fragt nach dem Weg. Immerhin wirkte er selber nüchtern.

    Ein klarer Vorteil von Paris gegenüber Berlin: Die Bahnhofspianisten sind kompetenter. Aber anscheinend gibt es in Paris fest installierte freie Bahnhofsklaviere in allen Bahnhöfen, während das Südkreuz-Klavier nur temporär dort steht.

    Noch gönne ich mir Bacheloarbeits-Auszeit und lese mich durchs Fernuni-Knowledge-Management-Modul. Aber nächste Woche..

    Der Opernabend am Donnerstag begann mit Reggaeton. Bei Rüya in Charlottenburg (nicht zu verwechseln mit Rüyam in Schöneberg) gab es Dönerteller, treibende Latinomusik und le pianiste kam. Wir zogen zu Fuß weiter in die Deutsche Oper.

    Hochmut erhebt sich, Hochmut der sich selbst vergöttert!

    Nach Echnaton/Akhnaten die zweite Oper, die nicht wirklich eine Oper ist. Rued Langgards Oper Antikrist in der Deutschen Oper Berlin bot Instrumentalstücke, wenig Gesang. Besprechungen vergleichen es mit einem Oratorium oder einer liturgischen Halluzination.

    Es erinnerte an die katholische Ostermesse vom letzten Sonntag – nur auf links gedreht, durch Körperflüssigkeiten gezogen und dreimal verflucht.

    Die Oper ist auf den ersten Blick so sperrig wir ihr Komponist Rued Langgaard – der komponierte vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, war halb spätromantischer Wagnerianer und halb Neutöner; im Zweifel immer das machend, was gerade nicht modern war und deshalb immer alleine stehend.

    Die Musik der Oper; immer den romantischen Wohlfülteppich andeutend, aber doch dauerdurchsetzt mit atonalen Spitzen und Misstönen. Hochspannend.

    Die „Geschichte“: der Ort Lärmes Kirchen-Ödnis, offenbar ein Sinnbild für die Moderne 1920er vor Anbruch der Apokalypse – ein böses Oratorium, eine Welt von Dekadenz und Verfall – der Antikrist wird berufen, zeigt sich in verschiedenen Figuren. Ein geistiges Ringen bis zum zerstörerischen Abschluss.

    Die Inszenierung: Ich bin zwiegespalten. Das bunte Bühnenbild vom Foto trug dazu bei, dass ich Karten kaufte. Die Weimarer-Avantgarde-inspirierten Kostüme: Großartig. Die Tänzer*innen: zum Niederknien.

    Und doch hatte ich das Gefühl, dass Regisseur Ersan Mondtag seinem eigenen Stück und dessen langen instrumentalen Passagen nicht vertraut; dass Montag immer noch etwas Extra-Bohei auf der Bühne auffährt, weil er fürchtet, sonst würde es nicht ausreichen.

    Ein hochspannender Abend.

    Weiß vor Gelb mit pinkem Akzent

    Ungeachtet der hochspannenden Oper. Es war warm, die vorherige Reise war ebenso schön wie anstrengend, einige Minuten kämpfte ich hart gegen den Schlaf. Wochenenderholung tut not.

    Um so besser, dass ein Gartenwochenende wartete: Weiß vor Gelb. Keine Frage mehr, ob wir Vollfrühling haben.

    Die Narzissen sind durch, die Obstbäume sind ein Rausch aus Weiß. Aus den Wegen Gänseblümchen, bilden einen Schatten der weißen Obstbäume. Ein Phlox: Pink leuchtend als hätte er eine Komparsenrolle im Barbie-Film gehabt. Auf dem Gartenvulkan ersetzten Lerchensporne die Taubnesseln.

    Das Gras war so sehr gewachsen, dass wir die Beete suchen mussten. Gut, dass wir uns noch erinnern wo sie sind. Ein Ausstellungsstück für den Frühling.

    Die Vögel hielten sich zurück. Nur einzelne Kranichpaare flogen von links nach rechts durchs Bild. WIr profitierten davon, dass der Spargelhof „Spargelbruch, geschält“ für den schmalen Taler verkauft und dazu „Schinken zweite Wahl“. Dafür stritten wir auch mit Berliner Rentnern um die Parkplätze.

    Auf dem Heimweg gab es noch glückliche Wieseneier vom Bäcker.

    Abends blieb Madame im Drei-Gang-Thema der Woche mit Salat-und-Schinken, Spargel-Kräuteromelette und Spanische Orangen mit französischem Schaftsquark und Brandenburger Rosengelee.

    Ein Samstag fast wie ein Sonntag. Und nötig.

    southpark spielt mit ChatGPT

    Noch bin ich in der Spielphase mit der Bitte an ChatGPT: Gestalte eine Illustration zum Text sowie diverse Empfehlungen.

    Die Illustration

    Die Empfehlungen

    Outfit (50 Jahre alt)

    Frau: Fließendes weißes Maxikleid mit gelbem Tuch und pinken Ohrringen – ein luftiges, aber markantes Ensemble, das die zarten Farben deines Frühlingsgartens aufgreift und zugleich die verspielte Note des Opernabends weiterträgt.

    Mann: Lockerer cremefarbener Leinenanzug, gelbes Hemd, weiße Sneakers – lässige Eleganz, perfekt für ein Wochenende zwischen urbanen Abenteuern, Opernexzessen und Gartenarbeit, ohne die Leichtigkeit der warmen Jahreszeit zu verlieren.

    Musikstück: „Todo de Ti“ von Rauw Alejandro – moderner Reggaeton, der so energetisch und träumerisch pulsiert wie die lateinamerikanische Musik im Dönertempel; perfekt für warme Nächte und leise Aufbrüche.

    Roman: „Wir sind das Licht“ von Gerda Blees – ein packender, absurder Roman über kollektive Träume und selbstzerstörerische Sehnsüchte, der den Zerfall moderner Gemeinschaften poetisch und scharf zeichnet.

  • 25-04-24 Der Duft des Dills

    25-04-24 Der Duft des Dills

    Früher stand der Kaptain auf der Porta Nigra. Jetzt plant sie Ausflüge auf dem aufblasbaren Bananen-Boot.

    Der Paris/Trier-Koffer liegt noch im Flur – allerdings so gut wie ausgeräumt.

    Trier-Nachhall

    Eine Trier-Korrektur: Die Allerheiligenlitanei fand vor der Taufe statt, nicht danach.

    Ein Nachtrag: Kellerkinds Inistenz, dass die Taxen auch wirklich, wirklich am Feiertag um vier Uhr morgens am Hotel stehen und uns zur Abtei bringen sollen, hat Spuren hinterlassen. Jeder einzelne Trierer Taxifahrer scheint zu wissen, dass es „Die Taufe“ gab. Kellerkind, eine Legende unter Trierer Taxonauten.

    Ein halber Nachtrag: Ich wurde informiert. Wer die Litanei mit wirklich allen Heiligen ab Heilige Maria, Mutter Gottes hören will, kann Papstbegräbnis oder Konklave schauen. Bei beiden gehört sie zum Programm: Bei der Überführung des Papstes und später dann beim Einzug der Kardinäle zum Konklave.

    Mit ICE Martin Luther nach Wittenberg

    Die Rückfahrt, die unter Kirchengeläut begann, entwickelte sich für Feiertags-Rückreise-Verhältnisse erstaunlich friedlich. Zwischen Trier und Saarbrücken, war der Zug voll, spätestens ab Saarbrücken wurden die Stehplätze knapp. In Kaiserslautern gelang es weiteren Reisenden sich in den Zug zu zwängen.

    Ich erinnerte mich an das Schild von der Hinfahrt nach Trier, dass darauf hinwies, dass auch die Stehplätze in der 1. Klasse nur mit 1-Klasse-Fahrkarten benutzt werden dürfen.

    Bis alle in Neustadt (Weinstraße) ausstiegen. Warum? Ein Rätsel.

    Ab Mannheim, ICE2538, wurde alles schön. Am Ende gab es Kartoffelsuppe und alkoholfreies Bier am Platz mit Blick auf die Elbe im Sonnenuntergang bei Wittenberg.

    Don’t drink and walk. Ach, just don’t drink.

    Ich frage mich, was über Ostern los war. Wir wohnen sowieso nicht in einer Gegend der Sauberkeit, Zivilisation und himmlischen Ruhe. Aber der Nachrückkehrempfang war selbst für hier außergewöhnlich.

    Ausstellungsstück 1: Der Mann in der Ringbahn, der den halben Zug mit Alkoholduft einnebelte, einmal rülpste, und dann kam Döner hinzu. Mir ein Wunder, wie man in diesem Zustand noch gehen und stehen kann. Sogar zum Telefonieren war er noch fähig – ich glaube es war rumänisch. Gehen und Sitzen aber fielen ihm erkennbar schwer – freundlicherweise verlies er den Wagen auch wieder, bevor er anfing zu kotzen. Nur schwer kann ich nachvollziehen, wie man eine derartige Alkohol-Aura um sich verbreiten kann ohne wimmernd in einer Ecke zu liegen.

    Ausstellungstück 2: Dieselbe S-Bahn. Ein Mann im eleganten Dreiteiler, schießt einen anderen Fahrgast fast mit einem Sektkorken ab, wird daraufhin fast verprügelt. Wir steigen zusammen aus, er heftig schwankend, bietet an, unsere Koffer die Treppe hinab zu tragen. – Nein danke. Später erzählt er uns, er heiße Maaaaaarco und komme gerade aus der Kirche. Wir sollen auf uns aufpassen. Ja, danke, du auch..

    Ausstellungsstück 3: Kreuzung vor Istanbul Supermarkt. An meiner Straßenecke steht Nummer drei. Wankend, Flasche in der Hand, Blick ins Leere – aber wirkt noch so als wäre er keine Gefahr für sich und andere. Ich ging über die Kreuzung, kaufte Dill, ging ein Stück weiter und schaute zufällig zurück: der Mann und seine Flasche wankten bei roter Ampel mitten in den Verkehr einer mehrspurigen Straße.

    Sind mir in 49 Jahren meines Lebens die geheimen Alkohol-Bräuche entgangen, die gerade und ganz besonders zu Ostern gefeiert werden müssen?

    Akkurat arbeiten

    Zu Hause haben wir wieder eine Art Dach. Noch keine Ziegel: Aber anscheinend eine durchgehende Holzfläche, befestigt unterhalb des Dachbodens. Hoffnung! Nur die Baustellenmücken lassen sich nicht beeindrucken, die fliegen herbei wie das ganze Jahr schon.

    Im Bahnhof Südkreuz sehe ich Menschen mit Warnwesten „Im Auftrag von DB Sicherheit“ und denke an den Trupp Soldaten/Gendarmerie(?), der durch Gare de L’est zog: 10 Menschen in militärischer Uniform, Barrets, Kampfstiefeln und mit umgehängten Sturmgewehren, die anscheinend auch nur nach dem Rechten sahen.

    Der Urlaub war erfolgreich: Büropiepser – vergessen. Passwort – mit Müh und Not gerade noch erinnert. Ein nerviges Projekt, das nicht wichtig, aber mittlerweile halbwegs dringlich ist, und das ich mir irgendwie eingetreten hatte – hatte ich glücklicher auch für zwei Arbeitstage komplett vergessen.

    Englisch / Englisch

    southpark spielt weiter mit ChatGPT. Es gibt viele Anwendungen, die sehr unterhaltsam sind.

    Manchmal gibt es auch Praktisches:

    Ich belege dieses Fernunimodul auf englisch. Soweit so gut. Das Problem ist: Deutsche haben es geschrieben und ich quäle mich beim Lesen. Der Text bewegt sich im Uncanny Valley zwischen „grammatikalisch korrekt“ und „der Stil ist unfassbar deutsch“.

    Überraschend zuverlässig läuft mir beim Lesen ein kalter Schauer über den Rücken; auch weil ich zwar merke, dass die Tonalität komplett off ist, ich aber nur schwer sagen kann, warum.

    Naja, ich habe jetzt ein paar Seiten Modul-Text an ChatGPT gefüttert mit der Ansage „Formuliere es so um wie ein Native Speaker es schreiben würde“ und es funktioniert. Jetzt habe ich einen flüssig lesbaren Text. Im Vergleich der beiden Varianten kann ich nachschauen, was mich am deutsch-englisch stört.

    Als Beispiel. Das Original:

    In the age of globalization, knowledge management (KM) is gaining in importance and has become vital for business success. The creation, transfer, and retention of knowledge play a key role in any business process. It is especially crucial for corporations and large organizations that all of their employees worldwide can access important knowledge. The future of KM is still a major task on the organizational horizon, especially for organizations surviving in a society fo-cused on knowledge, or those aiming to expand their market leadership

    Schreib „as a native:“

    In today’s era of globalization, knowledge management (KM) has become increasingly important and is essential for business success. The creation, sharing, and retention of knowledge are pivotal in every business process. For corporations and large organizations, it is particularly vital that employees across the globe have access to crucial knowledge. The future of KM remains a significant challenge for organizations, particularly for those navigating a knowledge-driven society or striving to strengthen their market leadership

    Leider allerdings kann ChatGPT weder Layouten noch drucken, so dass die Umwandlung schlecht weiterzuverwenden ist.

    Wenig Salbei

    Eine andere Spielerei: Ich habe ChatGPT den Paris-Blogpost gegeben, und so gesagt „Entwirf ein dazu passendes Essen zur Heimkunft; drei Gänge, alltagstauglich, frühlingsbezug“.

    Es gab

    • Radis au beurre
    • Omelette aux herbes & Grüner Spargel
    • Crème de citron au yaourt

    Gerade das Omelette – bestehend zur Hälfte aus Ei, zur anderen Hälfte aus Petersilie, Dill, Basilikum, Salbei und aus ein bißchen Creme Fraiche, erwies sich als wunderbar französisch inspiriertes Heimessen. Mit dem Bonus, dass die ganze Wohnung nach Kräutern riecht.

    Reichweite Ludwigsburg

    Thomas macht einen Erinnerungstrip nach Ludwigsburg, was in mir verschiedenste Erinnerungen an dortige Verwandtschaftsbesuche weckt.

    Christiane liest Vanessa Schneiders Die Geschichte der Maria Schneider und das schmerzt als Mensch und als Mann.

    Der neuste Trend: Websiten für KIs aufbereiten. Einerseits bin ich mehr als froh, dass das Thema praktisch für mich keinerlei Relevanz mehr hat. Andererseits finde es ich spannend: „WordPress-Blog für KI gut zugänglich machen.“

    Ab und an denken wir darüber nach, was wird, wenn der Subaru endgültig die Waffen streckt und stecken in der E-Frage. Eigentlich habe ich null Lust auf ein Benzinauto. Andererseits möchte ich eigentlich auch ein Auto ohne/mit möglichst wenig Software. Und ich lehne den Kauf von Neufahrzeugen oder fast-Neu-Fahrzeugen auch ab. Zudem: Wir haben das hier-in-der-Gegend-gibt-es-nichtmal-Parkplätze-geschweige-denn-freie-Ladeplätze-Problem. Da liest sich der Post Nein, nein, es kommt nicht auf die Weite an. beruhigend. (via Kieselblog)

    southpark spielt mit ChatGPT

    Noch ist der Spieltrieb ungebrochen. „Hallo, ChatGPT, erstelle mir ein Illustration und passende Empfehlungen zu oben stehendem Blog-Text:

    Die Illustration:

    Einige Empfehlungen:

    Musikempfehlung:

    Criminal“ von Fiona Apple – Ein intensiver Song, der die emotionale Schwere und das Streben nach Individualität widerspiegelt, genau wie die chaotische und reflexive Stimmung des Textes.

    Filmempfehlung:

    Paris, Je T’aime“ – Eine Sammlung von Geschichten über die verschiedenen Facetten der Liebe und des Lebens in Paris. Der Film fängt das Gefühl von Reisen und emotionalen Verbindungen ein, das im Text durchzieht.

    Romanempfehlung:

    „Der Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow – Ein klassischer Roman, der mit surrealen Elementen die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verwischt, passend zu den intensiven Erlebnissen und Nachdenken im Text.