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  • 26-04-04 Odometer 200000 (Berlin->Dithmarschen(Hamburg ?))

    26-04-04 Odometer 200000 (Berlin->Dithmarschen(Hamburg ?))

    Auf der Autobahn: Riesen-Pick-Ups mit Riesen-Wohnwagen. Ich versuche mir kurz eine Version meiner selbst vorzustellen, die in ihrer Jugend so abbog, dass sie heute.. NEIN!

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    Madame erzählte, warum sie Hosentaschen junger Männer mustert und warum ihre Prüflinge gerne mit Schlumpfhosen und Moon Boots zur Prüfung erscheinen.

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    Der Kaptain buk Mandelkuchen.

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    Die Küstenseeschwalben sind noch auf Wanderschaft. Bisher kehrten nur die Lachmöwen in die Kolonie zurück.

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    Es waren konzertante Reiseostertage, oder Osterreisetage.

    Sand im Salatgetriebe

    Manchmal versuche ich Sand-im-Getriebe des globalen Kapitalismus zu sein, indem ich bei McDonalds Mehrwegbecher bestelle. Das ist möglich, aber offenbar so wenig McDonalds-durchrationalisiert, dass selbst der Feld-Wald-und-Wiesen-AöR-Prozessmensch in mir weint, wenn er die Umstandskrämerei betrachtet, die diese Bestellung und die Pfandeinlösung in der Filiale auslösen.

    Dazu auch noch Salat. Wenn wir die Filiale schon mit unvorhergesehen Wünschen irritieren, dann konsequent. Wir lieben es funky. Zumal ich mit einer Salat-Bestellung die Pflanzen-der-Woche-Liste gleich um fünf erweitern konnte:

    • 57 – Eisbergsalat
    • 58 – Lollo Rosso
    • 59 – Endivie
    • 60 – Frissee
    • 61 – Radicchio (sagt das Internet dass er drin wäre. Ich habe keinen gesehen)

    Also deshalb lieber die echte 61 aus dem Falafel-Wrap vom Vortag:

    • 61 – Kichererbsen

    Geisterautos

    Für’s Protokoll: Autogas kostet derzeit für uns zwischen 1,08€ und 1,12€. Das ist gerade von Belang, denn wir müssen deutlich öfter tanken als normal.

    Ein Geisterauto auf der nächtlichen A24 ganz ohne Beleuchtung, das sich auch durch Signale anderer nicht zur Lichtentzündung bewegen lassen wollte.

    Ein anderes Auto auf der A23, das immer wieder mit Warnblinker auf den Standstreifen fuhr, um uns wenige Minuten später mit 180km/h zu überholen.

    Zahlreiche Freunde1 der Lichthupe quasi überall. Ich überlegte kurz, ob es überzeugte Christen sind, die ob der nahenden höchsten Feiertage in emitionale Aufwühlung gerieten. Aber ich verwarf den Gedanken. Wahrscheinlich war die Lichthupe ein fast schon verzweifeltes Hilfesignal „Die Zivilisation überfordert mich! Ich wäre jetzt viel lieber in einer Höhle und würde von Mammuts träumen! Helft mir!“

    Erlebnisse, die im Moment irritierend waren, aber nicht den Eindruck der Fahrt von Berlin nach Dithmarschen verwässerten, die aller Vorösterlichtkeit zum Trotz entspannt und ruhig war.

    Abgerundet wurde dieses im Ganzen friedlich entspannte Reisegefühl durch das ein- oder andere Osterfeuer, das sich entlang der Strecke sehen oder riechen ließ.

    Bereits kurz nach der Abfahrt erreichte der Subaru seinen Kilometer 200.000. Damit wird er dieses Jahr nicht nur volljährig, sondern erreichte auch einen Kilometer-Meilenstein.

    Einzig der Geruch nach Gummi, störte. Aber das wurde erst ein Thema für den nächsten Tag.

    „Ist halt Subaru“

    Machen ADAC-Techniker Fortbildungen, in denen sie lernen, das Auto des Clubmitglieds zu loben? „Unser“ Techniker bestand diese Fortbildung offenbar mit Sternchen.

    Der leichte Gummigeruch des Vorabends hatte sich über Nacht zu einem veritablen „Es fährt nicht los“ entwickelt. So standen wir also mit dem Techniker vor der offenen Motorhaube. Er sah sich das einmal an, holte ein Art Gartenschere aus seinem Kofferraum, griff in den Motor und sagte „Geht wieder.“ Auf unsere ungläubigen Blicke folgte ein „Ist halt Subaru.“

    Er führte aus „Dieser Motor ist ein Geschenk“, weil alles so zugänglich und leicht erreichbar ist. Auch die defekte Klimaanlage, deren Keilriemen hier das Problem auslöste. Ein Schnitt mit der Gartenschere. Keilriemen und Klimaanlage waren damit zwar endgültig außer Effekt gesetzt, der Rest des Motors blieb unbeeindruckt. Frage „Stört das die Funktionsfähigkeit des Autos?“ Er: „Nur wenn sie in die Wüste Gobi fahren.“

    Wir diskutierten kurz, ob eine Klimaanlage notwendig oder Luxus ist, er warf den Wiederverkaufswert des Autos ein. Der interessiert uns wenig, denn wir gedenken, den Forester zu fahren bis er auseinanderfällt oder der TÜV uns gewaltsam trennt.

    Er „Stimmt. Sowas kriegen sie nie wieder.“ und „Die Subarus waren da ja für die Ewigkeit gebaut.“

    Und so kam es, dass wir den ADAC rufen mussten, erfuhren, dass das Auto einen Schaden um 1000-1500-Euro-Bereich hat, und wir trotzdem danach ein gutes Gefühlt hatten.

    Well played, Autoclub, well played.

    Christus am Ölberge

    Es stürmte auf der Südseite der Plaza. Kaum waren wir bei unserer Umrundung der Elbphilharmonie um die Ecke gebogen, erkauften wir uns den Blick, mit einem Gegenwind, der mich an abbrechende Äste gemahnte. Aber der Blick war es wert.

    Oder auch die Blicke: Innen, Außen, Oben und Unten. Der Bau der Elbphilharmonie war ein ähnliches Drama wie der Bau des Berliner Flughagfns, das Ergebnis erhebt sich über die Vergessbarkeit des Verkehrsgebäudes in Brandenburg. „Spektakulär“ kein anderes Wort lässt sich sagen.

    Der Blick auf Hafen und Stadt gleichzeitig, eine Perspektive, die viele autochthone Hamburger gefühlt immer haben, aber sie kaum sehen. Der Blick auf alle Kirchtürme. Die Barkassen und Hafenfähren, die Miniatur-Wunderland gleich, weit unten fahren. Die Treppenhäuser und Foyers; das Innere des großen Saals, der wirkt wie die Berliner Philharmonie, neugestaltet von Jonathan Ive und nach Erfindung der CNC-Technik. Komme herein, Bauer und Städter, Hamburger, Berliner und Kopenhagener: Komme herein und staune.

    Und so kamen wir uns sie. Der Mann, der bei mir dezenten Sakkoneid auslöste durch seinen Sakko im Design der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche oder eines anderes geometrischen Glasfensters; der kleine Junge, der tapfer einen Beethoven und einen halben Haydn durchhielt bevor der doch Super Mario aus der Tasche zog; die junge Frau, die die Dramödie „meine erste steile Treppe in hohen Absätzen“ aufführte.

    Überhaupt waren viele Familien anwesend. Und ein echtes Symphoniekonzert am Karfreitag zog anscheinend eine deutlich festlichere Konzertgemeinde an als Herr Buddenbohm sie erlebte.

    Vielleicht das spektakulärste des Spektakels war der Klang. Egal, auf welches Instrument wir fokussierten: Es hörte sich an, als würden wir direkt daneben sitzen. Als der Trompeter einmal mit dem Fuß den Takt klopfte, wir hörten es vier Etagen weiter oben. Aber auch; jeder Huster irgendwo im Publikum, jedes vibrierende Handy einmal quer durch den Saal. In der klanglichen Überwältigung des Raumes reden wir hier von Weltwunderniveau.

    Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze

    Vorweg: Berührend war die Herzlichkeit mit der Dirigrent, Orchester und Vokalensemble vor und nach den Stücken miteinander umgingen. Das war um so beeindruckender, weil das musikalische Karfreitagsprogramm nicht herzlich war: Ringend, aufbrausend, schmerzend, feierlich, ruhig, donnernd – aber nicht herzlich.

    Der Altmeister der alten Musik Jordi Savall führte mit seinem Orchester Le Concert des Nations und dem Vokalensemble La Capella Nacional de Catalunya ein Programm auf, das Ostern erst nahm.

    Beethovens Oratorium: Christus am Ölberge – die dramatischen letzten Stunde Jesu im Garten Gethsemane bis zu seiner Verhaftung und Haydns Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze, feierlich, getragen fast schmerzlich in seiner Intensität. Der Moment als alles vorbei scheint, der Kampf vorüber und das Ende der Geschichte nah ist.

    Von vielen vielen beeindruckenden Momenten vielleicht der gänsehautigste: Das Vokalensemble, ohne Orchester, steht und intoniert „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

    Akustisch gestaltete Wand der Elbphilharmonie

    Badeanzug-Bärchenemoji

    Haben sie diese amerikanische Kleinstadt schon einmal gesehen? ‘Courthouse Square’ auf dem Universal-Gelände spielte schon die Kleinstadt in Filmen von Tarantula bis Zurück in die Zukunft. (Oder To Kill a Mockinbird, Magnum, Knight Rider, Bruce Almighty.. you name it. Vermutlich haben Dutzende Millionen von Menschen diese Kulisse vor Augen wenn sie „US-Kleinstadt“ denken: Look familiar? ‘Courthouse Square’ is a regular character in film, tv

    Menschen, die ich bewundere. Conny unterhält sich seit 2017 mit wildfremden Menschen am Telefon, die irgendwas von Wikipedia wollen:

    Badeanzüge, die nicht schwarz sind und in denen frau trotzdem schwimmen kann. Ein ewiges Thema. Auch in Potsdam.

    Ich lachte laut: „Für mich fühlt sich Spielen mit einem Controller immer ein bisschen an wie ein Alptraum: Ich werde auf einen Stuhl gesetzt und soll ein Verkehrsflugzeug sicher landen während gleichzeitig die Landebahn unter schweren Beschuss steht. Dazu drückt man mir eine Banane in die Hand, auf die jemand sämtliche Emojis geklebt hat, die es gibt. Dann erklärt man mir die Mechanik: „Um vorwärts zu fahren: Kotz-Emoji + Bärchen + Schraubendreher + abwechselnd Schildkröte von vorne und Clownsgesicht. Schildkröte von vorne!“

    Anmerkungen

    1. Ich konnte die Fahrersitze nicht sehen. Aber glaubt irgendwer, dass hier gegendert werden müsste? ↩︎
  • 25-06-24 Peak Tageshitze

    25-06-24 Peak Tageshitze

    Der Kaptain entdeckte Dithmarscher Steinschafe. Sie wiederholte die Entdeckung, dass ein Krankenhaus am Wochenende langweilig ist – zumal, wenn die Entlassung immer wieder tageweise verschoben wird.

    Mir träumte, es ware 13:56h und ich wäre auf dem Weg zur Arbeit und sollte vielleicht ein schlechtes Gewissen haben, und mal bescheid sagen, dass ich sechs Stunden zu spät komme.

    (Was immerhin für die aktuelle Arbeit spricht – es war eher schlechtes Gewissen den KuK gegenüber als Angst vor Ärger.)

    Was dem Einzelhandel die Adventszeit ist uns die Zeit in den Wochen vor der Freibaderöffnung bis zum ersten heißen Juniwochenende. Nichts ist zusammengebrochen. Ab jetzt darf es in den Südkreuz Offices wieder entspannter und experimenteller zugehen.

    Es war ein Sonntag auf den Latifundien und ein Montag in den Südkreuz Offices. Berlin gab Klimakrise mit erst 35 Grad und dann sturmgefällten Bäumen.

    In Berlin sah ich einen Elektro-R5 auf der Straße. Und falls das Auto an sich eine Zukunft hat, dann doch bitte in Form von bunten Elektrokleinwagen und nicht in Form von schwarzen SUVs.

    Ich glaube ich habe einen Schwalbenschwanz gesehen

    Der Schwalbenschwanz flog. Madame sah ihn auch. Der erste Gedanke war „Schachbrettfalter“, der zweite dann „zu groß, zu gelblich und das Muster ist typisch.“

    Spannende Entdeckung zum Schachbrettfalter: Seit drei Jahren blogge ich über ihn und jeweils erscheint der Post am vorletzten Juniwochenende. Anscheinend ein Falter mit einem sehr zuverlässigen Jahresrhythmus.

    Das Labkraut ist kurz davor die halbe Wiese mit seinen Blüten gelb einzufärben. Wir aber blieben der Wiese fern, denn sie ist schattenlos.

    Nur Madame raffte sich tapfer auf, um Beete und Angesähtes zu gießen. Denn die Beete sind zwar prinzipiell trockenheitsliebend gepflanzt – aber so ganz ohne Wasser in gleißender Sonne müssten wir Kakteen pflanzen; und die wiederum würden noch den Brandenburger Winter nicht überstehen.

    Ich bin mir sicher, ich habe ein Feuerwerk gesehen. Als der Abend erträglich wurde, liefen wir zu viert eine Runde durch die Felder. Und über die Felder, über den Wald, sahen wir in Richtung edler Hochzeitslocation; und wir hatten die Stunde der Abenddämmerung perfekt gewählt, denn wir sahen ein ebenso edles wie langes Höhenfeuerwerk über den Bäumen.

    Die Brille gegen das Patriarchat

    Samstagnachmittag kam Miss Bilanz. Sie brachte Besuch mit und die Brille gegen das Patriarchat.

    Erst wollte ihr der Optiker feminine Brillen mit Schwüngen und Verzierungen verkaufen, weil sie so fröhlich und bubbly wirkt, Dann wies sie darauf hin: Sie hätte gern was gegen den Typ. Etwas, das Durchsetzungsfähigkeit verspricht, auch wenn es um Bilanzen geht. Der Optiker verstand: „Ah, eine Brille gegen das Patriarchat.“ Und diese trug sie nun.

    Samstagnachmittag übte ich mich im Akzent raten. Der Miss-Bilanz-Besuch war gleichzeitig aus Hamburg und den USA angekündigt. Der Vorname gab sowohl einen deutschen wie amerikanischen Ursprung her. Die ersten Worte hörten sich muttersprachlich deutsch an. Sobald ein englischer Begriff ins Spiel kam, wurde es eindeutig amerikanisch. Nach einiger Zeit, mit etwas Fantasie, bildete ich mir ein, eine ganz leichte amerikanische Färbung im Deutsch zu hören – bis die Seattler Hamburgerin „Oha“ sagte – das war Hamburg pur.

    Auf jeden Fall hatte uns Miss Bilanz eine hochspannende Gästin mitgebracht, deren Horizont locker von US-Politik, Hamburger Eigenheiten, der Soziologie des Nachrichtenskonsums bis hin zur Forschung zu Frauengesundheit reichte. Als wir schon vor dem Frühstück darüber sprachen, „Was ist für dich deutsch?“, war das ziemlich typisch. Eine Frage, die Miss Bilanz von ihrer deutschen Exkursionsgruppe mit teiltürkischem Migrationshintergrund aus Brüssel mitgebracht hatte.

    Gewonnen hatte, wer die Spielkarten bei einer Böe rechtzeitig festhalten konnte

    Zum Reden hatten wir viel Zeit. Denn wir saßen.

    Wir spielten zwei Spiele: Erst, ausgiebig, Beamtenmikado – wer sich zuerst bewegt, verliert. Denn bei 35 Grad Außentemperatur war es zwar unter dem Sonnenschein mit leichtem Wind durchaus angenehm – aber halt nur bis zur ersten Bewegung. Alle „wir fahren am Tag nach Berlin“-Pläne unser Gästinnen zerschlugen sich schnell. Schnell war klar: Sie warten Peak Tageshitze auf den Latifundien ab.

    Und nachdem wir dann am Nachmittag langsam den Punkt von Peak Tageshitze erreicht hatten, ein zweites Spiel Skyjo. Ein nettes Kartenspiel für Zwischendurch mit einfachen Regeln und doch ein klein wenig – 35-Grad-angemessen – Anspruch.

    Die Berlinmeidung erwies sich als korrekt. Am späten Abend brachen wir schließlich bei 22 Grad in den märkischen Hamptons auf, um bei 29 Grad in Berlin anzukommen. Sieben Grad Temperaturunterschied auf vielleicht 35 Kilometer Luftlinie.

    Der Sturm

    Der Tag begann harmlos heiß und hochsommerlich. Die Sturmvorhersage hatte Madame veranlasst alle Fenster der Wohnung doppelt sicher zu verschließen, aber vom angekündigten Wind war noch nichts zu sehen als ich die Wohnung verließ.

    Ich sah ein Paar mit Hartschaltenkoffern und Fahrradhelmen im Südkreuz. Allzeit gerüstet. Wahrscheinlich hatten sie die Sturmwarnung gelesen.

    Einen Arbeitstag später: Als der Container mit dem Plastikmüll windgetrieben an mir vorbeirollte, dachte ich, das ist ja ganz schön stürmisch. Um mich herum kippten Motorräder und Baustellenabsperrungen um, ich selbst begann das in Dithmarschen eingeübte lehnen-gegen-den-Wind, um nicht selber umzukippen. Schnell entfernte ich die Kopfhörer – denn wenn davon einer locker gewesen wäre, wäre der erstmal 10 Meter geflogen, bevor er den Boden berührte.

    Und nach 4 Minuten war alles vorbei. Ein Sturm, den selbst Küstenbewohner ernst genommen hätten, aber in einer Miniatur-Zeitausprägung. Seine Folgen allerdings hatte er in seinen drei Minuten hinterlassen: Tote und Verletzte, umgeworfene Bäume quer durch die Stadtteile, die Bahn über viele Stunden lahm gelegt.

    Und so bizarr wie der Kurzsturm war, so geographisch begrenzt war er: am Südkreuz fuhren die Container, jedes einzelne Moped oder Motorrad lag umgeworfen, jede Baustellenabsperrung. Nur wenige Fußminuten entfernt an der Hauptstraße standen noch abgestellte Kaffeebecher auf den Stromkästen.

    Persönlich tragisch: Eine Verkettung von Bahnumständen hatte Madame ungeplant nach Lübben gebracht. Und erst auf dem – eigentlich komplett unnötigen – Rückweg aus dem Spreewaldgurkengebiet, legte der Sturm zu. Sie strandete über Stunden am Ostkreuz, verbrachte einen unnötigen aber nicht ununterhaltsamen Abend in der S-Bahn am Gleis sitzend; dabei verfolgend wie Leute kamen, 20 Minuten saßen und wieder gingen, dann etwas später mit McDonalds-Tüten zurückkamen und weiter saßen.

  • 25-01-23 Am Abschlusstag der Berlinale ist Bundestagswahl

    25-01-23 Am Abschlusstag der Berlinale ist Bundestagswahl

    Chemnitz feiert sich als Kulturhauptstadt Europas. Alles was ich davon höre, bestätigt, warum ich Chemnitz so feiere (derzeit dauerhaft, unabhängig von Auszeichnungen).

    Ein Family Office kaufte die Kaiser-Richard-Passage in Schöneberg von einem anderen Family Office. Wir hoffen, dass das neue Family Office keine großen Pläne hat und vor allem den Blumenladen am Platz belässt.

    Unser Büronachbar Amadeus Fire hat ein neues Logo. Es sieht so aus, als hätte ich mir ein paar Klebebuchstaben bei Basteln Spielen Schenken gekauft, und beim Aufkleben wären die auch noch kaputt gegangen.

    Der Briefträger hatte weniger Lust als im Dezember. Vielleicht war auch das Trinkgeld nicht gut genug. Bei uns im Hausflur fand sich auf die Briefkästen gestapelt eine komplette Briefladung für das Hinterhaus und ein großes Paket zum Mitnehmen für das Hinterhaus.

    Irritierend: Das große Paket bestand offensichtlich aus 15 zusammengefalteten kleinen Paketschachteln, die in einer Folie zusammengepackt wurden.

    Der neue Brotschmortopf hat sich eingebrotet: Seine Erzeugnisse werden von Woche zu Woche besser.

    Die Deutsche Bahn beschloss den Berlin-Fernverkehr heute in Teilen exklusiv über Spandau abzuwickeln. Und so musste Madame erst einmal nach Spandau reisen, bevor sie in den ICE 279 nach Basel Bad steigen konnte.

    Zwei aufdringliche Haustürdrücker versuchten dem Kaptain einen neuen Gas-Vertrag aufzuschwatzen. Deutlich wurde das erst als sie sich an allen Anwesenden vorbei ins Wohnzimmer gedrängt hatten. Zum Glück konnte der Kaptain sagen „Ich habe keine Unterlagen. Das macht alles mein Sohn.“, und daran kamen sie auch nicht vorbei.

    Passend dazu hat der echte Gasversorger in Dithmarschen die Preise um 20% erhöht. Es scheint aber auch nichts wirklich Besseres zu geben gerade.

    Die zweite gelochte Silversterraketenscheibe ist ausgetauscht. Jetzt fehlt halt noch das Dach. Das fehlt aber auch schon seit August.

    Über meinem Kopf kracht und rumpelt es. Der Vermieter ist sicher, dass der sich vergrößernde Riss in der Decke nur ein kosmetisches Problem ist. Eigentlich halte ich ihn in dieser Hinsicht für kompetent.

    Noch an der Wand: die Silvesterraketen-Explosionsspuren. Sollten wir die Wand neu streichen oder lieber die Spuren einfach Einrahmen und sie zu Kunst oder Mahnung oder so erklären?

    Zu unserer leichten Überraschung ermittelt die Polizei noch in der Cause Silvesterrakete. Sie rief mit ein paar Fragen an. Ich wette weiterhin, dass man den Täter mit ein paar Wochen Instagram/TikTok-Sichtung finden würde. Aber wer hat dafür Zeit und Kompetenz?

    Spannende Sachen passieren noch im Büro. Aber das sind derart ungelegte Eier, dass wir noch darüber reden wie wir den Eierlegeprozess planen können.

    Madame ist gen Basel unterwegs. Wenn ich in mich höre und frage, wozu ich die sturmfreie Bude nutzen könnte, höre ich ein deutliches „Schlafen.“ Mir reichen Hagen-Nachwehen, Eierlegeplanung plus Alltagsgeschäft plus vermutlich eine untergründige Erkältung, um mich ziemlich auszuknocken.

    Und natürlich das übliche Problem: Weihnachten ist vorbei. Neujahrsaktivitäten sind vorbei. Und immer noch sind ein paar Monate Winter übrig.

    Für Berlin gilt die Regel: Egal wie frühlingshaft es sich zwischendurch anfühlt: Der Winter kann nicht vorbei sein, bevor die Berlinale vorbei ist. Denn diese wird zielsicher in die kältesten Tage des Jahres gelegt.

    Habeck oder Baerbock? – Baerbock.

    Gerne teile ich einen Aufruf aus vertrauenswürdiger Quelle:

    Wie kann man dem #Populismus Kontra geben? Mit Rede- und Führungsfähigkeiten! Die vermitteln #Toastmasters seit 100 Jahren. Ich will jetzt einen Club gründen, der sich an junge Leute in Politik und Zivilgesellschaft richtet.Stimmen für Morgen Toastmasters Berlin

    Madame empfiehlt den Alles-gesagt-Podcast mit Friedrich Merz. Er wird einem nicht unbedingt sympathisch – aber vieles was er macht, ergibt mehr Sinn. Auch erstaunlich – und merztypisch – für einen Berufspolitiker legt er sich erstaunlich oft auf Aussagen fest.

    Um 2000 habe ich in Schleswig-Holstein Politik gemacht. Es gab immer wieder Überschneidungen mit Hamburg. Und GENAU SO war Hamburger linke Politik schon vor 25 Jahren:

    Am 11. Januar [wurde] Bijan Tavassoli als [BSW-]Gegenkandidat für [den-Wagenknecht-Favoriten} vorgeschlagen.. Doch Tavassoli hatte am Vormittag ein Hausverbot vo[m] Veranstalter … bekommen und im Anschluss von der hinzu gerufenen Polizei einen Platzverweis.. Nachdem am Nachmittag der Veranstalter aber erneut beim Kommissariat erschienen sei und erklärte, dass jener 33-Jährige „seitens des Veranstalters fälschlicherweise von der Veranstaltung ausgeschlossen worden war“, hätte die Polizei versucht, den Mann von dem „nunmehr hinfälligen Platzverweis“ in Kenntnis zu setzen, ihn aber nicht erreicht … Als Tavassoli gegen 17 Uhr am Veranstaltungsort eintraf, wollten die Türsteher ihn wieder nicht einlassen. Der Veranstalter teilte mit, die Wahl sei schon gelaufen.

    GENAUSO. Alles fließt, aber das bleibt gleich.

    Pikachus Frühsport: Rajio Taisō

    Wer politischen Content haben will, der mir auf den ersten Blick sinnvoll erscheint: Weltgeschehen und gute Laune