26-08-04 Ende (Lübeck-Hamburg-Berlin)

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Der Regionalexpress in Büchen hatte eine Türstörung.

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Am 13. August wäre hf leipzig 96 Jahre alt geworden.

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Aufgrund von Verzögerungen im Betriebsablauf hängt das Blog deutlich hinterher. Veröffentlicht wird der Post am 13. August, geschrieben wurde er am 4, die Ereignisse ereigneten sich am 26. Juli. Das Lebens-Ich ist 18 Tage voraus.

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Es war ein Nach-Hause-Treib-Sonntag. Die Reise war vorbei.

Menschen im Hotel

Nachdem in im Hotel Klaipėda die vorherrschende Gastsprache deutsch war und auf der Fähre die vorherrschende Gastsprache deutsch war, war im Hotel in Lübeck die vorherrschende Gastsprache schwedisch.

Auch das Premier Inn war als Fährhotel als gedacht. Offensichtlich hatten neben uns auch jede Menge Schwed*innen die Idee mit der Fähre nach Travemünde zu fahren, dann die paar Kilometer in die Innenstadt zu gelangen, und dann schlafen sie erstmal dort. Vielleicht wandern sie auch noch ein wenig durch die Stadt bevor sie in den Süden aufbrechen.

Ich staunte darüber, dass vermutlich im ganzen Hotel jeden Tag ein Großteil der Zimmer komplett geräumt und wieder hergerichtet werden müssen.

Ich freute mich, dass wir beim Frühstück ein ewiges Kommen und Gehen sehen konnten: Menschen, die das Hotel verließen, Menschen, die gegen die Einbahnstraßenregelung der Einfahrt kämpften, Gruppen, die sich koordinierten – immer mal wieder Abwechselnd zu den Fernbusreisenden, die quasi auch vor dem Fenster standen.

Wir ließen uns Zeit und hatten Zeit zum Frühstück, denn der Zug fuhr spät.

Der Plan war, dass wir unsere Köffer im Hotel lassen, noch durch Lübeck bummeln und dann Nachmittags nach Hause fahren.

Die Realität sagte Dauerstarkregen. Oder zumindest sagte das die Wettervorhersage.

Der neue Plan war: Wir fragen Braveheart, ob er Zeit für uns hat, um in Hamburg Kaffee mit uns zu trinken. Da er erst ab 15:30h Zeit hatte, beschlossen wir mit Koffern auf einem Sofa im Foyer zu bleiben, Leute zu schauen und zu lesen.

Aussicht eines Lobbyisten

Der große Strom endete nach der 12-Uhr-Auszugsfrist, danach kam ein spannendes „Nachts-im-Museum“-Gefühl. Die Gemeinschaftsräume blieben fast frei von Gästen. Damen mit Staubsauger, Rezeptionist*innen, die miteinander scherzten, Sessel wurden geruckt und organisatorisches geklärt. Einfach nur durch ausdauerndes rum-Sofa-en gerieten wir plötzlich Backstage.

Das dauert bis etwa 14:30 an, es wurde wieder voller und wir wollten eh los.

Der elegante Reisende delegiert sein Gepäck

Nach Nebenan in den Hauptbahnhof. Ein RE/RB aus Travemünde nach Hamburg sollte kommen. Wir hatten die 1. Klasse von Lübeck nach Berlin durchgebucht – ich wollte nicht an einem Sommersonntagnachmittag in einem Regio aus Richtung Ostsee im Deutschlandticketbereich reisen.

Bahnhof Lübeck

Leider hat die Bahn nicht vorgesehen, dass die elitäre Gruppe der Erste-Klasse-Supersparpreis-Reisenden Gepäck mit sich führt. Wieder einmal durften wir die Koffer Treppen hochschleppen (diesmal im Doppeldeckerzug) um dann keinen, nichts, nada, null Platz für ihre Lagerung zu finden. So ähnlich wie im Fährshuttlebus in Klaipėda. Zum Glück war es ähnlich voll wie der Shuttlebus und wir konnten sechs Plätze belegen ohne uns um sie streiten zu müssen.

Im Regen zogen Reinfeld, Bargteheide, Ahrensburg an uns vorbei bis wir in Hamburg Hauptbahnhof ankamen.

Plauschen vor St. Georg

Wir wandelten durch die Grand Hall und gingen auf den Vorplatz („der Junkieausgang“). Halb hielt ich ausschau, ob dort eventuell Percy Puddletree herumschritt, bevor wir auf Braveheart trafen.

Braveheart stürzte schon auf dem Vorplatz umarmend auf uns zu. Wir liefen die paar Meter zur bekanntbewährten Bäckereikette Junge und erlebten unerwartetes. Wir bekamen Getränke und Essen aus Papptellern, Kommentar: „Porzellan ist aus“, und nachdem wir ihn den 10 Minuten, die wir dort saßen, zweimal Geschirr hörten, dass sich mehr oder weniger selbsttätig vom Abräumwagen stürzte, ahnten wir warum.

Vermutlich ahnten wir falsch. Denn kurz nachdem wir uns gesetzt hatten, den Kaffee halb ausgetrunken hatten, kam eine Mitarbeiterin, die die zahlreichen Gäste aufscheuchte „Es ist Feierabend, sie müssen jetzt alle gehen.“

Blicke der Verwunderung, des Staunens, empfingen sie. Nicht nur wir schauten wweifelnd in den Regen da draußen. Aber sie kam so überraschend wie entschieden und wir ahnten, dass der Pappgeschirr-only-Modus des Ladens vielleicht auch etwas mit „Spülmaschine schon geschlossen“ zu tun hatte.

Also in den aufhörenden Nieselregen, suchen nach der einen Bank, die alle „Problempublikum-Vermeidungs-Maßnahmen“ noch übrig ließ, wo wir uns über Steven Spielberg, Abaton-Gutscheine und die logistischen Probleme von Deutsch-Koreanischen Fernbeziehungen unterhielten.

Nur vor der Kirche durften wir sitzen

Büchen, frischgeschniegelt

Ich glaube der ICE2547 (als Ersatz für den eigentlich gebuchten ICE607) hatte Probleme im bahntypischen Ausmaß. Vielleicht auch nicht. Kopf und Körper waren anscheinend tief im Erholungsmodus. Ich erinnere nichts.

Wir lernten den neuen Zug-Knotenpunkt Ostholsteins, Büchen kennen, leider mit zu kurzem Bahnsteig für einen ausgewachsenen ICE und staunten darüber, dass sämtliche Bahnhöfe der Strecke aussahen wie frisch aus der Waschmaschine – bis uns einfiel „Generalsanierung“ – offenbar umfasste diese auch eine Aufhübschung aller Unterwegsbahnhöfe.

Irgendwann kamen wir am Südkreuz an auf dem dann gebuchten Platz und fanden eine funktionierende Rolltreppe zur Ringbahn. Also irgendwie fast ein Erfolg im Bahnkosmos.

Die erste Nachurlaubsrückkehr in die neue Wohnung fühlte sich noch fremd war. Aber sie wies weniger Treppen auf als in Schöneberg, zudem hatten wir und deutlich mehr Vertrauen als in den letzten Jahren, dass nichts abgebrannt ist, keine Türen zerstört, kein Dach verschwunden, kein temporäres Zeltlager im Hausflur entstanden ist oder dass die Haushallodris spontan alle Schlösser gewechselt haben.

Die Kornelkirschen leuchteten rot am Baum.

Abends zum Nachbarvietnamesen, Curry und Bratnudeln.

Die Reise

Verkehrsmittel

Stand Ende. Aus. Vorbei. 6 Fernzüge, 2 Regiozüg, 1 Regioboot, 1 Fernfähre, 1 Hopserfähre, 3 S-Bahnen (Berlin), 2 Metros (Warschau) 5 Trams (2 Ffo, 3 Warschau), 1 Regiobus (Klaipėda), 7 O-Busse (5 Vilnius, 2 Kaunas), 1 Expressbus (Vilnius), 15 Busse (5 Vilnius, 3 Warschau, 3 Kaunas, 3 Klaipėda, 1 Lübeck), 1 Minibus (Klaipėda), 2 Shuttlebus (Kleipėda, Travemünde); hinzugekommen: 1 Regiozug (Lübeck-Hamburg), 1 Fernzug (Hamburg-Berlin), 1 S-Bahn (Berlin)

HHHbf