Schlagwort: WIkipedia

  • 24-04-13 Oki doki. Zwei Herren vom Grill.

    24-04-13 Oki doki. Zwei Herren vom Grill.

    Es *bonk*te weiter: Vier verschiedene Kugelarten, die sich alle kreuzten: Nachdem ich diese xkcd-Machine-Challenge hinreichend elegant gelöst hatte, bin ich glaube ich erstmal durch mit dem Spiel.

    Nachbar K expandiert. Stand bisher sein Name und seine Softwarefirma am Briefkasten, sind nun „K.. Shareholder“, „K.. Beteiligungen“ und „K.. Immobilien“ hinzugekommen.

    Am U-Bahnhof Turmstraße existiert die BVG-U-Bahn Betriebsschule. Klar, irgendwo müssen ja auch angehende U-Bahnfahrer*innen lernen, was sie benötigen. Im Hinterhaus steht der U-Bahn-Simulator. Es stellt sich die Frage: Wie komme ich dort hinein?

    Staunend festgestellt: Mitte April um 22 Uhr sind in einer durchschnittlichen Berliner Ausgehgegend sämtliche Außentische besetzt.

    Madame wurde in Frankfurt technisch überprüft. Sie nahm die S-Bahn in Basel um 19:17h.

    Noch in Berlin probierte sie die getönte Schwimmbrille an.

    Tipp für’s Leben: Falls ihr Menschen kennt, die ohne Brille wenig sehen und deshalb nicht ins Schwimmbad mögen: Es gibt für fast kein Geld (Niedrig- bis mittel-zweistellig) Schwimmbrillen mit Sehstärke. Die sind natürlich nicht so perfekt wie eine echte angepasste Brille, aber für’s Schwimmbad reicht es und es macht fast wortwörtlich einen Unterschied wie Tag und Nacht.

    Weiter gelesen Tuvia Tenenbom: Gott spricht Jiddisch. Langsam verstehe ich Tenenboms eher exzentrische Recherche- und Schreibmethoden und langsam beginne ich das Buch wirklich zu mögen.

    Gelesen: Planen mit Mathematischen Modellen, Studienbrief 2. Das ist jetzt das dritte verschiedene Modul, in dem das Simplex-Verfahren eine bedeutende Rolle spielt. Vielleicht sollte ich es doch mal ernsthaft lernen und mich nicht nur immer durchmogeln.

    Für den Effekt, den die letzten zwei Wochen auf die Latifundien hatten, fehlen mir noch die Worte. Ich sitze mit offenem Mund auf der Terrasse und bestaune alles vom schienbeinhohen saftigen Gras auf der Wiese bis zur weißen Blütenwolke, ala Apfelbaum.

    Redewendungen, die ich für ausgestorben hielt. Ein MIttdreißiger in der S-Bahn, Typ BWLer vom Lande, der sein recht lautes Telefongespräch beendete mit „Oki doki. Alles Clärchen.“

    Drei Tische, zwei Bier, ein Burger

    Donnerstag Abend gestaltete sich wie viele Abende in den letzten Monaten. Ich nahm an einer Online-Schulung teil: Diesmal zum Thema Citavi, eine Software zum Verwalten von Literaturverzeichnissen. Gegeben vom Mitarbeiter der Unibibliothek, der auch dort das Programm betreut, die Lizenz verhandelt und eine lustige Mischung aus Ruhrpott-Tatort-Kommissar und Bibliotheksnerd ist.

    Ich staune und bin übrigens mal wieder dankbar dafür, auf welch unfassbaren Niveau ich in Deutschland Bildung für fast umsonst bekommen kann. Wenn ich daran denke, was vergleichbares in anderen Ländern oder auf dem kommerziellen Fortbildungsmarkt kostet. Ein Wunder.

    Freitag dann ganz anders: NACHTLEBEN! Und das mir! Naja, so eine Art, aber dafür mit Double Date.

    No. 1 im Heuberger-Freisitz in Schöneberg mit einer kleinen Runde öffentlich-rechtlicher IT und der Frage, wie man die Prozesslandschaften in Verwaltungen verschiedenster Art überlebt. Auch gelernt: wenn man in Mitte-Mitte arbeitet, bieten sich die Theaterkantinen zum Essen an.

    Dazu: Zwickel, Radler, Kässpätzle und Maultauschen. Der Kellner betonte, dass seine Empfehlungen ehrlich sind „Würde hier zum Beispiel Möhreneintopf auf der Karte stehen, würde ich den nicht empfehlen. Denn ich hasse Möhreneintopf!“

    Schockmoment: der Matrose hat trotz Jahrzehnten des Lebens in Berlin erst von Kurzem von der Existenz von Berliner Weiße erfahren.

    Im Heuberger gab es kein Essen für mich: Ich musste mit 204er-Bus und U9 von Schöneberg nach Moabit zum zweiten Teil des Abends: Hamburger-Treffen in der Arminiusmarkthalle.

    Zwei Herren verkauften bayrisches Bier und bereiteten indisch-britischen Burger zu. Unter den Ex-Hamburger*innen ging es wenig um Hamburg. Es ging unter anderem um den Markt für Gebrauchtluxusuhren, ein Pappmaché-Mehrfamilienhaus von 1928 und studieren im Gefängnis.

    Beim Rundgang in der Halle entdeckt: den Originalimbiss der Drei Damen vom Grill (letzte Inkarnation, die erste stand am Nollendorfplatz) und Topio – Bildungsanstalt für Public Space, die unter anderem Handys mit Lineage OS unter die Menschen bringen und auch an sich spannende Sachen machen. Ich möchte gerne erfahren, wie diese ebenso relevante wie spezielle Organisation inmitten von lauter Burger- Asia- und Kaffeeständen geriet.

    Blick in einen Teil der Arminiusmarkthalle - bereits leer, da nach 22 Uhr mit volleren Teile im HIntergrund.

    Perlen der Wikipedia: Das Foto von parkenden Autos am Nollendorfplatz mit Bildbeschreibung: Wenn Sie ganz scharf hinkucken, können sie im Hintergrund den ehemaligen Standplatz der Drei Damen vom Grill erahnen.

    Eins, zwei viele Slowcooker

    Bei Langsam-kocht-besser: Wie man ein Konfirmationsbuffet für 60 Gäste selber mit Slow Cookers ausrichtet. See me impressed.

  • 24-03-14 declare ptrsafe function

    24-03-14 declare ptrsafe function

    Auf dem Balkon wartet ein roter Ginster.

    Auf dem Weg zur Arbeit sehe ich Menschen mit Sonnenbrillen.

    Madame wird vielleicht eine nicht-private Kontaktaufnahme aus Ludwigsburg bekommen.

    Ich versuchte den Tee Zauber der Zwerge. Schmeckt und riecht wie eine Mischung aus preiswertem Wackelpudding und Spülmittel. Falls das jemand spontan anspricht, hätte ich noch eine Woche lang eine angebrochene Packung zu verschenken. Sonst wird sie im Müll landen.

    Lagrange

    Morgen ist Klausur. Viele sitzt – hoffe ich. Ein paar Formeln zeigen sich widerständig. Noch 18 Stunden um das folgende Programm auch im Tiefschlaf anwenden zu können:

    Lagrange-Gleichung zum Produktionsprogramm

    Jeweils nach \( x_a \), \( x_b\) und \( \lambda\) differenzieren und gleich Null setzen. Gleichungssystem ausrechnen.

    Preiselastizität/Bogen

    \( \frac {\frac{\Delta Menge} {Alte Menge}} {\frac {\Delta Preis} {Alter Preis}} = \frac {\Delta Menge * Alter Preis} {\Delta Preis * Alte Menge} \)

    Preiselastizität/Punkt

    Allgemein \( \xi = \frac {dx}{dp} * \frac {p}{x} \). Da \( b = \frac {dx}{dp} \) gilt \( b = \frac {\xi * x} {p} \)
    Im linearen Gleichungssystem \( \xi = 1 – \frac {a}{x} \)

    Kreuzpreiselastizität

    \( \xi = \frac {\frac {\Delta MengeA} {AlteMengeA}} {\frac {\Delta PreisB} {AlterPreisB}} = \frac {\Delta MengeA*AlterPreisB} {\Delta PreisB * AlteMengeA} \)

    Statisch gewinnmaximaler Preis

    Gewinnfunktion. Ableiten. Nullsetzen.

    Kostenverrechnung/Anbauverfahren

    Kosten der Hilfskostenstelle H1 \( = \frac {Gesamtkosten H1} {Menge – Menge an H2,H3,H4…} \)

    Kostenverrechnung/Stufenleiterverfahren

    Reihenfolge bestimmen (Achtung: iterativ jedes Mal wieder.)

    H1 = Kosten / (Menge – Menge an H1) ; H2 Kosten (+ Kosten*Menge von H1) / (Menge-Menge an H1 – Menge an H2); H3 (Kosten + K*M H1, H2)) / (Menge – Menge an H1, H2, H3)

    Kostenrechnung/Gleichungssystem

    \(MengeH1 * q_1 = KostenH1 + MengeH2 * q_2 + MengeH3 * q_3 \)

    Dito für H2/q_2 und H3/q_3. Ergibt so viele Gleichungen wie Variablen. (Hier drei Gleichungen für q1, q2, q3). Das Gleichungssystem lässt sich auflösen.

    Plankostenrechnung

    KGA in starren Vollkosten = Istkosten – Verrechnete Vollkosten = Istkosten – PlankostenBeiSollbeschäftigung

    KBA in flexiblen Vollkosten = Sollkosten – Verrechnete Vollkosten = FixkostenPlusVariableKostenBeiSollbeschäftigung – PlankostenBeiSollbeschäftigung

    KVA in flexiblen Vollkosten = Istkosten – Sollkosten = Istkosten – FixkostenPlusVariableKostenBeiSollbeschäftigung

    KGA in flexiblen Vollkosten = Istkosten – Verrechnete Vollkosten. Darauf folgt KGA = KBA + KVA.

    KBA in flexiblen Teilkosten = Sollkosten – Verrechnete Teilkosten = FixkostenPlusVariableKostenBeiSollbeschäftigung – FixkostenPlusVariableKostenBeiSollbeschäftigung = 0

    KGA = KVA in flexiblen Teilkosten = Istkosten – Verrechnete Teilkosten

    Vollkosten -> Teilkosten bedeutet die Sollkosten werden variabel. -> Teilkosten auf flexible Teilkosten bedeutet auch der Verrechnungssatz wird variabel.

    Taschenrechner und verschiedener Krempel (Stifte, Notizen, Taschentücher, unterer Teil eines Monitors) auf Schreibtisch.

    My cornere

    Glückwunsch extra an den ersten bekannten Wikipedianer, der einen Academy Award gewann. Mstyslav Chernov (20 Tage in Mariupol) hat von 2013 bis 2020 Fotos auf Wikimedia Commons hochgeladen: https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Mstyslav_Chernov/gallery

  • 24-02-15 Satz von Rolle

    24-02-15 Satz von Rolle

    Im verglasten Treppenhaus nebenan absolviert ein Mann Boxtraining mit sich alleine.

    Das Mittelhaus auf dem Hof, ehemals zweistöckiger sechzigerjahre-Bürobau, heute als „Townhouse“ annonciert, steht wieder leer.

    Auf dem Hinterhof steht das neue Pflegedienstfahrzeug: ein elektrisches italienisches Yoyo.

    Im Internet werden mir möblierte 18-Quadratmeter-Zimmer („Basic Bude“) angeboten, die so viel Miete kosten wie unsere komplette Wohnung.

    Der BVG-Busnetz hatte anscheinend eine IT-Störung. Ich hörte den laut gestellten Funk des Busfahrers mit, konnte nicht allzuviel verstehen. Aber die Lösung „Melden sie sich vom System ab und wieder an“ – diese Lösung kenne ich nur zu gut.

    Bei Dr. Endriss in den Südkreuz Offices war was los. Vermutlich schreiben auch die angehenden Steuerberater gerade Prüfungen.

    Madame trägt im Stadtbad Birkencrocs. In einer Seitenstraße wartete ein Cocktailverführer auf sie.

    Ein Schwimmhistoriker spendete Bratapfelkrapfen.

    Sehr fein lud uns der Filmflötist in die Feinbäckerei zu Maultaschen, Spätzle und schwäbischem Kartoffelsalat ein. Nach nur 15 Jahren Leben in Schöneberg entdeckten wir auf dem Rückweg die Abkürzung durch die Meisenbach-Höfe. Hierhin müssen wir dringend bei Tageslicht zurück.

    Überhaupt Tageslicht. Hauch mich, Du Frühling. Ich will nicht behaupten, dass Frühlingsgefühle aufkommen. Aber Dienstag Nachmittag, bei strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel, im Wissen um erste Frühblüher und Singvögel, bei Temperaturen um die 10 Grad. Ein zartes Gefühl von „Winter is going“ stellte sich ein.

    Sincoslne^-x

    Ein Mathe-Fernuni-Probem ist die Aussprache. Ein Satz wie „Phi ist definiert als doppeltes Integral des Quotienten aus Basis und Stammfunktion“ merkt sich deutlich leichter denn „Komisches Zeichen – Doppelpunkt – Gleich – 2 – komisches Zeichen – komisches B durch groß-F“. Gehört ergibt eine solche Formel beim ersten Durchgang mehr Sinn als gelesen.

    Deshalb hat der „Mathematische-Grundlagen-Kurs“ auch viele von mir geschätzte Hinweise zur Aussprache.

    So lernte ich, dass der Satz von Rolle zwar nach einem französischen Mathematiker benannt ist, Rolle aber dennoch meist deutsch und nicht französisch ausgesprochen wird. Wichtiges Weltwissen.

    Wichtiges Klausurwissen: Wie funktioniert der Satz? Wie kann ich Rolle und seinen nahen Verwandten – den Mittelwertsatz – als Werkzeug einsetzen, um Erkenntnisse über Funktionen zu gewinnen.

    Noch vier Tage bis zur Klausur (8 Tage bis zur Klausur ETTI). Müsste ich jetzt sofort schreiben, wären meine Bestehenschancen schlecht.

    Das ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem Status „Chancen minimal“ von vor zwei Tagen.

    Inzwischen merkte ich beim Durchforsten der Altklausuren: Sinus, Cosinus, natürlicher Logarithmus und Euler-Zahl werden an relevanten Stellen vorkommen. Es reicht nicht, nur ihre Ableitungen zu kennen, sondern ich brauche eine ganz gute Einschätzung ihres generellen Verhalten.

    Bis Freitag Mittag muss ich mir noch ein einige Hirnareale für andere Gedanken als Mathe vorhalten. Freitag um 12 kann ich mich dann bis Montag 12:15h in den Klausurtunnel begeben. Montag ab 12:16h werde ich damit verbringen, auf dem Wohnzimmerboden zu liegen und an die Decke zu starren.

    Teppichboden, rote Joga/Sportmatte, Tablet das auf dem Boden steht,

    Raising the Impact of Astrology

    Von außen kann man sich schwer vorstellen, wieviel Energie freiwillige Wikipedianer*innen darin setzen, um Kleingewerbetreibende, Scharlatane, eitle Künstler*innen und Verkäufer*innen aller Art aus Wikipedia abzuhalten. Der Community geht es darum, Wikipedia als Ort von verlässlichem gesichertem Wissen zu erhalten.

    Entgegen anders lautender öffentlicher Vermutungen sieht sich der Verein Wikimedia Deutschland (WMDE) schon sehr lange nicht mehr als Wikipedia-Verein, sondern als „Gesellschaft zur Förderung Freies Wissens.“ Was genau dieses Freie Wissen ist, blieb stets schwammig.

    Der Verein hat in den letzten Jahren viel Geld und Energie in Selbst- und Zielfindungsprogramme gesetzt.

    Zwei Sachen waren dabei unstrittig: die Mindesthürde für Freies Wissen sind Freie Lizenzen. Alles, in welches WMDE involviert ist, muss allen Menschen frei zur Weiterverwendung und zur Verarbeitung und Adaption offen stehen.

    „Identitätskern“ des Vereins ist zudem Wikipedia und deren Anspruch, eine Quelle verlässlichen geprüften Wissens zu sein in einer Welt, in der Wahrheit, Überprüfbarkeit und Anspruch an Wissen immer diffuser wird.

    Und dann mache ich den WMDE-Blog auf und lese, dass nun auch gilt „Atmen ist freies Wissen.“

    Wikimedia Deutschland fördert die Erstellung einer Datenbank für spirituelle Heiler*innen. Später lerne ich, dass es auch Lehrvideos geben soll. Eine Verhöhnung all der Freiwilligen, die ihre Nachmittage, Wochenende und Nächte daran setzen, Wikipedia frei von willkürlicher Schwurbelei zu halten.

    Um konsequent zu sein, konterkariert das Projekt auch gleich den Wesenskern von Wikimedia Deutschland. Die Inhalte müssen keineswegs unter freien Lizenzen stehen. Tatsächlich muss nicht mal nachgewiesen werden, dass mit dem Fördergeld überhaupt Inhalte geschaffen werden. Für eine Förderung reicht das Versprechen, alles „im Sinne des Projektziels einzusetzen.“ Kontrolliert wird das auch nicht. Wenn das Projektziel Versprechen zur Schaffung einer Astrolog*innenen-Datenbank ist, dann wird halt diese aufgebaut: „Das Atmen hat keine Privilegien“

    No more Information Excellence

    Der „neue“ Schöneberg-Newsletter des Tagesspiegels erfüllte meine Hoffnungen und berichtet über das Ende der Bücherhalle.

    Beim Gehirnspülen stolperte ich über das Rand-Mathe-Video von MathemaTrick „Mathe-Studium Ja/Nein meine Erfahrungen.“ Nun studiere ich gar nicht Mathe, sondern belege gerade nur das Mathe-Pflichtprogramm für Informatiker*innen. Aber beide Kurse sind absolute Aussiebkurse und sind „echte“ Universitätsmathe. Ein wenig mitreden kann ich schon. Grinsen musste ich bei den beiden Aussagen: Es ist wirklich sehr sehr abstrakt und auch „Auch die Genies müssen plötzlich viel arbeiten.“

    Ich würde mir keinen Geniestatus anmaßen. Aber außer meiner Magisterarbeit habe ich noch nie soviel Arbeit und Mühe in irgendwas-mit-Bildung stecken müssen wie in diese beiden Kurse.

    Nach ungefähr 15 Jahren stellte ich wieder einen Wikipedia-Löschantrag. Ab und an gehe ich die „zufälligen Artikel“ durch und schaue, ob sie veraltet oder sonstwie dringend sanierungsbededürftig sind. Die Information Excellence war offensichtlich ein unrettbarer Totalschaden. Jetzt darf die Community sieben Tage diskutieren, ob der Artikel wirklich ein Löschfall ist, oder doch irgendwie rettbar.

    Was an mir als Piefke fast vollkommen vorbeiging: Die Februarkämpfe von 1934 in Wien.

    Frau Novemberregen traf DEN GENERATOR.

  • 24-02-10 Formeln fühlen (Der Ruf der Kohlmeise)

    24-02-10 Formeln fühlen (Der Ruf der Kohlmeise)

    In der Küche riecht es nach Spargel. Nach etwas Recherche erweist sich die Gelbe Beete im Slow Cooker als Ursache.

    In der Verwaltung ein neuer Putzmann, wahnsinnig nett. Er freut sich, dass wir uns schon aus Schwimmbädern wiedererkennen. Von allen Putzkräften in der Verwaltung ist er nicht nur der Kompetenteste, sondern auch derjenige, der spontanen Herzüberfluss bei mir auslöst.

    Wir erreichten die 10.000. Jetzt ist die Software kaputt.

    Madame muss nicht Teil 4, Abschnitt b lernen.

    Wir redeten über zusammengesetzte Holz-Rechtecke und hatten Kommunikationsprobleme, weil wir Längs- und Breitseite verschieden auffassten.

    Heute Abend ist das San-Remo-Finale.

    Schöneberg-Nord

    In einer mittelguten Pizzeria am Winterfeldtplatz (deren Namen deshalb auch nicht erwähnt werden muss), durfte ich an einem exklusiven ÖR-IT-Treffen teilnehmen. Eine fast mythische Figur der Vergangenheit nahm teil. Die erwies sich in Person sehr viel unkomplizierter und umgänglicher als von mir erwartet. Spannender Austausch über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen kommunalem Eigenbetrieb (AöR), Senats-Innenverwaltung und einer Universität.

    Aus der Senats-Innenverwaltung erfahre ich, dass die Telekom noch aus alten Postzeiten viele Leistungen für zum Beispiel Polizei und Feuerwehr erbringt, die sie gar nicht mehr erbringen müsste und auch nicht bezahlt wird. Aber es besteht Telekom-intern noch ein organisatorisches Interesse am Funktionieren des Staates.

    Auf dem Weg zum ÖR-IT-T komme ich an der Spreewald-Grundschule vorbei. Diese liegt am Dreiländerpunkt zwischen drei Quartieren (Gangsterrap-Hood um das Pallasseum, gutbürgerlich-saturierte Nachbarschaft im Bayerischen Viertel und traditoneller Schwulenkiez um den Nollendorffplatz). Überregional ist die Schule ein wenig bekannt aus den Krawall-Medien. Ich weiß nicht mehr warum – Drogen, Gewalt – irgendein Thema halt, dass die Krawallmedien schätzen.

    Jetzt aber bemerke ich die spannende postmoderne Architektur der Schule. Die Sporthalle ist hell erleuchtet. Ich bin ein wenig neidisch, nie in einer solchen Sporthalle unterrichtet worden zu sein. Am Abend ist keine Unterrichtszeit mehr sondern Vereinszeit. Ich rechne mit Basketball oder Fußball – sehe zu meiner Überraschung aber drei Rollkunstläuferinnen beim Pirouettendrehen.

    Ich fasse das als gutes Zeichen für das Wochenende auf.

    Meerschweinchen, Seelandschaft

    Das Holz ist saftig.

    Die Feuerwehrsirene schreckt die Kraniche auf. Die Kohlmeise wechselt kurzfristig von ihrem allgemeinen Gesang auf den Warnruf. Erstaunlich wie durchdringend ein Miniaturvögelchen tönen kann.

    Der See am Südende der Latifundien hatte sich erneut vergrößert. Ein Dutzend neuer Seen war auf den angrenzenden Äckern entstanden. Selbst auf unserer Wiese steht Wasser.

    Erste zarte Blüten zeigen sich.

    Erstmals dieses Jahr fuhren wir auf die Latifundien. Le cobaye Friedrichshain war gestorben. Es sollte im Grünen mit Blick auf das Feld beerdigt werden.

    Meerschweinchen Alice liegt unter dem Flieder, am Rande der Wiese. Ein gut handgroßer Feldstein markiert das Grab. Es gab bereits genug Gartenblüten um das Grab zu schmücken. E hielt eine kurze anrührende Rede.

    Blick auf ein Feld auf dem sich ein See gebildet hat (Gegenlicht)

    Dienstanweisung und Muster

    Ein Jahr intensiver Beschäftigung mit Mathe nähert sich einem Kulminationspunkt. Und manchmal, selten, kommt wieder das Gefühl, dass die Mathematik einfach schwebt und schwerelos von statten geht wie es sein sollte.

    Noch 9 Tage bis zur Matheklausur (13 Tage bis zur Klausur ETTI). Wenn ich bei der Klausur ein echtes Glücksbärchi bin, alle Fragen genau in meine Richtung zielten, die Bewerter*innen nett sind und (wie fast jedes Jahr) die notwendige Punktzahl zum Bestehen gesenkt wird, hätte ich Chancen zu bestehen. Unter normalen Umständen noch nicht.

    Aber es sind auch noch 9 Tage. Und inzwischen verinnerlichte ich auch, dass Rang und Dimension „im selben Universum spielen“, man einen Rang von einer Dimension abziehen kann, oder einen Rang zu einer Dimension addieren und dann eine andere Dimension bekommt. Das erklärt vieles.

    In der Vorbereitung stoße ich auf zwei Texte zur Mathematik an sich. Da sind „Meine 15 besten Tipps zur Klausurvorbereitung“ vom Lehrstuhl „Quan­ti­ta­tive Methoden und Wirt­schafts­mathe­matik“ (bwlquam) und zum anderen das Buch „A Divine Language: Learning Algebra, Geometry, and Calculus at the Edge of Old Age“ vom New-Yorker-Autor Alec Wilkinson.

    Wilkinson hat mit der Mathematik nach langen Auseinandersetzungen bestenfalls eine Art Hassliebe entwickelt. Dem Lehrstuhl „Wirtschaftsmathematik“ würde ich unterstellen, dass er Mathe an sich mag.

    Der Lehrstuhl schreibt:

    „(Rechen-)Vorschriften, die man nicht versteht, als Dienstanweisung betrachten. Wenn Du etwas partout nicht verstehen kannst oder willst oder es Dir keiner vernünftig erklären kann, sehe es als Dienstanweisung an. Manchmal kapiert man es einfach nicht. Anstatt sich selbst und anderen damit auf die Nerven zu gehen, kann man es einfach als Dienstanweisung oder Befehl ansehen. Ist quasi von einer höheren Macht vorgegeben.“

    Wilkinson rätsel über die Unendlichkeit nach und darüber ob Mathematik erfunden oder entdeckt ist. Seine Mathematikerin-Nichte wirft ihm vor „Du überdenkst.“

    Wahrscheinlich liegt da das Geheimnis. Mathe ist Mustererkennung. Ich erkenne ein Muster wieder, und intuitiv habe ich ein Gefühl, wie ich es in ein schöneres Muster verwandeln kann. Das sind Prozesse jenseits des bewussten Denkens.

    Irgendwo kommt dann das bewusste Denken, wenn es um Detail-Erinnerungen des Rechenwegs geht, um das Verschriftlichen geht oder die Kontrolle des Prozesses. Die Basis aber, die ist unbewusste Mustererkennung. Die entsteht auch durch Wiederholung.

    Muster, die ich bis zur Klausur erkennen und anwenden sollte

    Das Taylor-Polynom dritten Grades am Punkt 17:

    \( f(17) + \frac{f'(17)}{1!}(x-17) + \frac{f“(17)}{2!}(x-17)^2 + \frac{f“'(17)}{3!}(x-17)^3\)
    Die Sinus-Cosinus-Ableitungs-Abfolge \(sin \rightarrow cos \rightarrow (-sin) \rightarrow (-cos) \rightarrow sin \rightarrow cos \rightarrow (-sin) \)

    Die dritte binomische Formel rückwärts mit Wurzel:

    \( ((\sqrt{3x-1}+17) * ( (\sqrt{3x-1}-17) = (3x-1) – 17^2 \)

    Da steht ein Pferd auf dem Flur

    Gabriele Frankemölle war auf der Ambiente2024 und besichtigte die rillig-pastelligen Trends für Heim und Küche.

    Frau Anje war beim Zahnarzt und ließ sich von Charlie Chaplin die Zähne reinigen.

    Östlich von Istanbul in Instanbul bei den Uiguren: Kurzer Blick in ein verbotenes Land

    Anke Gröner schreibt einen Aufsatz.

    Frau Chorherr versuchte vor langer Zeit eine Bank zu digitalisieren: Wie Träume Erkenntnisse bringen können.

    Perlen der Wikipedia-Nutzerseiten: In diesem Sektor [Musik] sind leider auch Wikipedianer unterwegs, die meinen, nur weil sie Tonträger besitzen und ein paar Bücher über Musik gelesen haben, über Musik schreiben zu können. Ihnen fehlt das musikfachliche Grundwissen, der Überblick und das musikologische Handwerkszeug, um fundierte Musikartikel schreiben oder verändern zu können. Ich habe mir zur Gewohnheit gemacht, mit ihnen schroff, aber sachlich umzugehen.

  • 24-02-06 Ein Punk aus Westberlin

    24-02-06 Ein Punk aus Westberlin

    Ein Fräsenrennen, auch Einachserrennen, ist ein Rennen, bei dem getunte Einachser (Einachsschlepper, Gartenfräsen) mit angehängtem Wagen über Motocross-ähnliche Parcours Wettrennen fahren. Fräsenrennen finden vor allem in Südwestdeutschland und der Schweiz statt. Seit gut 20 Jahren etabliert sich eine überregionale Szene. Das Fräsenrennen motivierte mich, mal wieder einen Wikipedia-Artikel auszubauen.

    Einmal im Leben wollte ich einem U-Bahn-Gitarristen Geld geben, weil der richtig echt Gitarre gespielt hat und freundlicherweise auf das Singen verzichtet. Und dann hat er gar nicht gesammelt.

    Es gibt Betätigungen, um die ich aus Vorsicht einen großen Bogen schlage. Computerspiele gehören dazu, ebenso wie Lego. Bei beiden befürchte ich, dass sie sich schwups zu zeit- und kostenfreudigen Hobbies entwickeln könnten.

    Aus diesem Grund lag auch der Lego-Technic-Mini-Traktor einige Monate unbeachtet herum, den ich einst geschenkt bekam: Furcht.

    Dieses Wochenende war ich mutig. Es macht Spaß. Meine Befürchtungen sind gerechtfertigt. Aber schnell stellte sich auch heraus: zumindest die fertigen Lego-Sets finde ich alle eher öde. Gerade die teuersten und fortgeschrittensten Modelle sehen oft aus nach „Langweiliges Fernlenkauto, bei dem wir die Fernlenkung durch eine Handy-App ersetzt haben.“

    Wenn mich etwas reizt, sind es die quer durchs Internet wabernden Um- und Selbstbauten. Die werfen aber sofort das nächste Problem auf. Wohin mit dem ganzen Grümpel in der Wohnung?

    Auch ein professioneller Intune-Spezialist sagt jedes dritte Mal Intunes.

    Madame schloss den neuen alten CD-Player an.

    Madame beriet zu Intranet-Zitationen.

    Sie hat fertig abgewickelt für dieses Jahr.

    Sollten wir jemals auf die wahnwitzige Idee kommen, mit dem Subaru nach Paris zu fahren, dürften wir weiterhin zum Normalpreis in der Innenstadt parken. Nach der entsprechenden neuen Richtlinie ist unser véhicule thermique (knapp) kein SUV.

    Punk’s not dead. Aber er ist im kritischen Alter. In wenigen Wochen starben Shane MacGowan (The Pogues), Egotronic, Frank Z. (Abwärts) und nun auch Wayne Kramer, der Gitarrist der bahnbrechenden MC5.

    In den USA war ich einst mit 17 Jahren auf einem bestuhlten Alice-Cooper-Konzert; eine verwirrende Erfahrung.

    Einmal nach Mercedes

    Andere Menschen gehen im gesetzten Alter zu Bands ihrer Jugend, um die Jugend nachzuerleben. Ich mach das anders: ich geh zu einer Band meiner Jugend, die ich in meiner Jugend gar nicht hörte, um eine nicht-vorhandene Jugend nachzuleben.

    In den Jahren, die ich quasi ununterbrochen mit dem intensiven Hören von U-Musik verbrachte, waren Alphaville immer viel zu Pop, zu Charts, zu Musikindustrie, um sie irgendwie ernst zu nehmen.

    Die Änderung kam 2018, bei „Sing meinen Song“ mit Alphaville-Sänger Marian Gold.

    Gold erzählte er von seinen prägenden Jahren als Punk in der Westberliner Hausbesetzerszene um 1980 – das legendenumwobene Straßenschlacht-David-Bowie-Sven-Regener-Christiane-F-Westberlin – noch mehr Street Credibility geht gar nicht. (So handelt zum Beispiel das Mitte der 1970er entstandenen Big in Japan direkt vom der Drogenszene am Bahnhof Zoo).

    Vor allem stellten wir fest: der kann Singen. Also richtig. Also so, dass ich ihm auch sofort einen Operntenor abnehmen würde. Was der an Kraft, Kontrolle und Variation in der Stimme hat, habe ich bei einem Popsänger nur selten gehört.

    Und dann wollten wir das Live sehen. „Alphaville“ (sprich Gold + vier neu hinzugekommene Bandmitglieder) und das Babelsberger Filmorchester in der Mercedes-Benz-Arena.

    Soviel Pathos und Bombast muss man stemmen können.

    Er konnte.

    Kurz hatte ich mich gefragt, ob er mit Mikro singt – denn Operntenor. Ich würde ihm auch zutrauen, dass er allein Kraft seiner natürlichen Stimme durch die Arena dringen würde. Aber es war mit Mikro. Am Anfang leider: die Tonmischung war schlecht. Sowohl Sänger wie auch Orchester kamen dumpfer bei uns an, als gut gewesen wäre. Aber es wurde im Laufe des Konzerts besser.

    Gold brachte die bekannten Hits (Big in Japan, Forever Young), verschiedene neuere Stücke und erzählte aus seinem Leben. Wieder Westberlin, wieder die frühen Alphaville-Jahre in Münster, ein Rückblick auf die Tournee, deren Abschlusskonzert es war. Aber auch wie es sich anfühlt, wenn die eigenen Kinder vielleicht Klimakleber werden. Und „Scheiß Nazis.“

    Die Art von Konzert benötige ich nicht öfter als einmal im Jahr. Aber einmal im Jahr ist es Besonders.

    Blick auf die Mercedes-Benz-Arena von Mercedes-Benz-Platz aus

    Zweimal nach Mercedes

    Der Sonntag brachte uns schon wieder an den Mercedes-Benz-Platz. Unser Plan „Erst die World Famous Baby Back Ribs Essen bei Tony Roma’s, dann Alphaville“ war nicht aufgegangen – anscheinend waren wir nicht die einzigen mit der Idee.

    Also am Sonntag wieder zum Essen, einmal sehr amerikanisch und sehr gute Come-off-the-bone St. Louis Ribs mit perfekter Sauce genießen. Ein mythischer Ort meiner Jugend ist Südstaaten-Barbecue – und für ein Ketten-Restaurant kommt Tony Roma’s ziemlich nah heran an dieses Essen.

    Dazu ein paar Cocktails. vorbildlicher Coleslaw und Ranch Beans und am Ende gingen wir sehr satt und sehr klebrig von dannen.

    Der Mercedes-Benz-Platz selber: eine Mischung aus Londoner Leiceste Square und Warschau – durchaus spannend. Der Fußweg von der S-Bahn-Station nach dort: Berlin 1998, ein erstaunliches Beharrungsvermögen des Ortes. Nach Hause mit der U1 durch Kreuzberg – Ausgehviertelsluft schnuppern.

    |x| < R

    Merksatz aus dem Mathe-Studientag, Abteilung Prädikatenlogik, zum Thema gebundene und freie Variablen: „Für alle Straßen gilt: Wenn es regnet, dann werden sie nass. Und Dinosaurier.“

    (Die Straßen sind gebunden, die Dinosaurier frei. Formell geschrieben \( \forall x (Px \land Qy) \).)

    Noch 13 Tage bis zur Mathe-Klausur. Müsste ich diese jetzt sofort schreiben, würde ich einige Punkte bekommen – aber noch nicht ausreichende Punkte zum Bestehen. Einen Großteil des Stoffes habe ich glaube ich verstanden. Es fehlen aber noch die entsprechenden Formeln und Sätze im Schnellzugriffsspeicher des Gedächtnisses und auch Rechenübung. Das in Mathe so wichtige „man sieht wie es weitergeht“ funktioniert noch sehr unzuverlässig. Das sollte aber Übungssache sein und sich bis zum 19. Februar zurechtruckeln können.

    Spannender werden die beiden echten Lücken, die ich identifzierte:

    (1) Die Matrixdarstellung im Homomorphismenraum. Irgendwo setzt bei „das ist die Matrixdarstellung eines Vektorraums, der sich bildet durch lineare Abbildungen von Matritzen, die entstehen wenn man Vektoren..“ mein Hirn aus. Wahrscheinlich muss ich einmal wirklich aufschreiben, welche Transformationen man alle durchgehen muss, bis man bei der Matrixdarstellung angekommen ist.

    (2) Konvergenzradien von Potenzreihen. Ein paarmal hatte ich im Semester schon den Ausdruck nach Cauchy-Hadamard gehört und nun noch einmal nachgeschlagen. Ich könnte wetten von den ganzen Themen noch nie gehört zu haben. Wenn ich auf die Formeln sehe, denke ich: „???“. Diese Lücke zu schließen, wird noch spannend.

    Führungskultur und Friseur

    Poupou schwimmt wie ein Fisch durch den ÖPNV.

    Die immer-noch-Existenz von Wikipedia ist ein kleines Wunder. Und bei allen Widrigkeiten: Der Hauptgrund ist, dass im Hintergrund immer das Stiftungs-Spenden-Modell stand. Wie es bei einer ähnlichen Seite aussieht, wenn die Community stimmt, aber der Eigentümer sein Wagniskapital refinanzieren muss, zeigt das ähnlich angelegte Quora: How Quora Died.

    Alerta, Alerta, Kyritz ist härter.

    Manches wird besser: Zum Beispiel Unternehmens-Führungskultur.

    Demokratie ist wichtiger als Friseur. Aber Demokratie ist auch abstrakter als Friseur.

    Mequito war auf der Berliner Nie-wieder-ist-jetzt-Demo und fand sie zerfahren.

    Der FC Bayern hat gute Momente.

  • 24-01-25 Europa mit dem Zug (Mobilfunkmast)

    24-01-25 Europa mit dem Zug (Mobilfunkmast)

    Am 27. Januar ist Demo „Unteilbar – gemeinsam für Demokratie“ in Oranienburg.

    Madame ist wieder schwimmbadfähig. Da das Stadtbad Schöneberg auf unbestimmte Zeit in restauro ist und das Stadtbad Wilmersdorf von der streikenden S-Bahn angefahren würde, ging es zum busgünstigen Stadtbad Lankwitz.

    Die Berliner Bäderbetriebe haben eine neue Website.

    Der Lidl Kleiststraße öffnet erst um 8.

    „Gehen Sie direkt zum Hausarzt. Gehen Sie direkt dorthin und passieren weder Demo noch Erwerbsarbeit.“ Tja nun; mein überschießender Optimismus, der mich letztes Wochenende zu „weitgehend gesund“ erklärt hatte, hielt nicht lange. Und so landete ich nach einem Tag Arbeitsversuch schnell wieder im Krankenlager.

    Diesmal: Mehr offensichtliche Erkältungssysteme (Husten und Husten), dafür nicht ganz so viel Nebel im Kopf. Sofern ich darauf achte, großzügige Ruhepausen in den Tag einzustreuen, funktioniert sogar Lesen oder Internetdaddeln.

    Was noch besser funktioniert: Realitys schauen. Rechtzeitig zu meiner zweiten Krankenlagerwoche startete RTL „Ich bin ein Star. Holt mich hier raus.“ Cora Schumacher streitet mit RTL und Dr. Bob darüber, ob sie freiwillig (so RTL und Dr. Bob) oder aus zwingenden gesundheitlichen Gründen (so Schumacher) das Dschungelcamp verließ. Ich vermute, es geht nicht nur um’s Ego sondern auch um’s Honorar.

    Überhaupt lernte ich: Realitystar scheint kurz davor, ein Ausbildungsberuf mit Ausbildungsordnung, IHK-Zertifikat und festgefügten Karrierestufen zu werden. Berufseinstieg über Bachelor/ Bachelorette, Aufstiegsoptionen über Dutzende Datingshows. Dabei Investition in einen selbst via Tattoos und Schönheits-OPs. Als Höhepunkt für wenige Auserwählte folgt das Dschungelcamp. Die Auserwählten der Auserwählten dürfen zu Let’s Dance. Danach klingt die Karriere bei Mallorca-Parties und Möbelhauseröffnungen aus.

    Vermutlich gibt es inzwischen auch Kurse und Schulen, die einen auf den Karrierepfad vorbereiten. Dort gibt es Lektionen wie „Von Null auf Drama in vier Sekunden“ oder „Verschmitzt Lächeln für Fortgeschrittene (nur für Männer)“. Die Karriere ist halt sehr kurz.

    Die Zeit in der Wohnung erlaubt mir den Blick aus dem Schlafzimmerfenster. Ein paar Häuser weiter Richtung Nordost erschien ein Mobilfunkmast. Ob er auf einem Dach steht oder solo aufgestellt wurde, kann ich nicht mehr erkennen. Aber er erhebt sich über alle Dächer. Eine direkte Sichtverbindung zum Mast sollte den Handyempfang in der Wohnung verbessern.

    Weiterhin ungewohnt: die U-Bahn-Exkursion mit der U4 zum Nollendorfplatz und dann zum Hausarzt. Sein Umzug von einer Miniaturpraxis – in der er alles selbst machte, es weder Sprechstundenhilfen noch Termine gab – in einen Betrieb mit einem halben Dutzend Ärzten und eigenem Labor – wirkt noch fremd. Wenigstens blieb er selbst ganz eindeutig der alte unkomplizierte und zugewandte Arzt, den wir schätzen.

    Holleri du dödel da – Jodelschule Antifa

    Tröt, das nicht-soziale soziale Netzwerk erlebte seinen „Twitter-Moment“. Unter dem Hashtag #Antifasticker bastelten viele Menschen plötzlich alle möglichen und unmöglichen Antifa-Sticker. Ein paar Beispiele:

    Und so weiter. Dutzende! Hunderte! Das Muster ist normalerweise [Grund warum es nicht geht] – trotzdem da – [Gruppenname] Antifa.

    Diese Fähigkeit sehr schnell zusammen politische Unterhaltung zu schaffen, zeichnete einst, vor vielen Jahren, Twitter aus. Mit dem Niedergang von Twitter ging sie verloren. Und jetzt ist sie auf Tröt/Mastodon zurück. Es bleibt spannend.

    Madame fand Hinweise auf einen Ursprung des Süriches Magazin „Der rechte Rand“ aus dem Jahr 2021 gewesen zu sein. In der Rezeption des Artikels „100 Jahre Antifa“ tauchte „Totgesagt und trotzdem da“ auf.

    Den ersten Gebrauch des kompletten Reims finde ich bei Anti-Querdenker-Demos 2022 bei denen die durchgeimpfte Antifa auftauchte „Pandemie und trotzdem da – durchgeimpfte Antifa.“

    Am 27. Januar ist Demo „Unteilbar – gemeinsam für Demokratie“ in Oranienburg. Getreu dem Motto „Keine Ferien trotzdem da – Nebenwohnsitz-Antifa“ wäre ich ja gerne gekommen. Aber das habe ich letzte Woche gelernt. Wenn ich die Erkältung loswerden will, sollte ich doch aussetzen.

    Nutolina: Zuggeräusch

    Internetdaddeln brachte mich nach einigen Monaten Abstand wieder bei der Wikipedia Library vorbei. Und ich bin ernsthaft beeindruckt. Die Anmeldung erfolgt einzig über den (halbwegs aktiven) Wikipedia-Login. Danach dann eine Auswahl der üblichen wissenschaftlichen Datenbanken und Portale (Jstor, Springer Science, Project Muse aber auch Nature, verschiedene Zeitungsarchive, Nomos oder Duncker & Humblodt) mit Zugriffsmöglichkeiten, die einer wissenschaftlichen Bibliothek gleichen.

    Wobei ich die Site übersichtlicher finde als ich die meisten Bibliothekswebseiten auf denen ich schon e-Ressroucen nutzte. Es gibt auch eine Suchfunktion quer über alle Portale. Ich bin positiv beeindruckt.

    Wenn ich schon deutlich mehr wohnungsgebunden bin, als mir lieb ist, kann ich gedanklich in die Ferne schweifen. Ich stöberte durch Europa mit dem Zug von Cindy Ruch, begleitet von der dazu kuratierten Playlist.

    Zu jedem Land Europas gibt es einige Seiten mit praktischen Hinweisen (Wie kann man Tickets buchen / wie kommt man mit dem Zug ins Land) und Wissenswertem (Zwei bis drei Lieblingsstrecken pro Land, geeignete Lektüre im Zug). Dazu gibt es persönliche Schilderungen einzelner Strecken wie beispielsweise dem Nachtzug Budapest -> Bukarest oder Helsinki -> Kemijärvi)

    Genau das richtige Format für kurze Aufmerksamkeitsspannen und angenehmes Tagträumen. Und außerdem eine Motivation, bald die Sommerurlaubsbuchungen zu beginnen.

    Eine der beiden deutschen „Lieblingsstrecken“ ist die Höllentalbahn Freiburg -> Donaueschingen. Da sollte eine Fahrt zeitnah machbar sein.

    Mehr zu Antifa-Stickern bei Herrn Rau: Auch DU kannst Antifa sein.

    Die Suchmaschine für das alte Internet: Old’aVista.

    Frau Novemberregen: Was richten mehrere Jahre Popgesang-Unterricht mit einem an.

  • 24-01-09 Jatz und Axiome

    24-01-09 Jatz und Axiome

    Die Wahlplakate hängen wieder. Währenddessen möchten SPD/CDU vor unserer Haustür das Tempo wieder von 30 auf 50km/h erhöhen, WEIL AUTO.

    Paula meldete sich. Sie will bald kommen.

    Die Gartenpacht ist überwiesen und die KfZ-Versicherung bezahlt.

    Michigan gewann das College-Football-Endspiel gegen Washington mit 34:13. Was ich bedauere. Ich werde das Spiel nicht schauen.

    Mir entging die Wiedereröffnung der Alsterschwimmhalle in Hamburg. In New York soll der +Pool im East River verwirklicht werden.

    Auf meiner „lies-jedes-Zeichen-und-denke-mit“-Mathematik-Bergwanderung habe ich das Bergfest erklommen und die linearen Gleichungen überstanden. Jetzt kommen die reellen Ungleichungen. Es beginnt mit den neun Axiomen der reellen Zahlen und was man aus ihnen alles herleiten kann. Noch gut vier Wochen bis zur Klausur.

    Währenddessen stöbern im Vorlesungsverzeichnis. Fatalerweise entdeckte ich Veranstaltungen, die spannend klingen, aber nicht Pflicht und auch nicht Wahlpflicht sind – mir also für das formale Studienziel gar nix einbringen. Ich überlege, diese auch zu belegen – aber eigentlich bin ich mit dem Pflicht-Programm schon mehr als ausgelastet.

    Nebenentdeckung: Der Anbieter des „Ski-Seminars“ im Wintersemester, veranstaltet sein Sommersemesterseminar in Bregenz. Mit Controlling lässt es sich gut leben.

    Familiärverursacht beschäftigte ich mich wieder erstmals wieder seit vielen Jahren mit digitalen Bilderrahmen. Nachdem sie damals um die 100 Euro kosteten, dachte ich: Technischer Fortschritt bringt uns bei gleicher Qualität den 30-Euro-Bilderrahmen.

    Denkste. Kostet genauso viel. Die einzigen Unterschiede: Inzwischen muss man aufpassen, dass die Geräte überhaupt noch manuelle Tasten besitzen und nicht nur per App bedienbar sind. Auch wird gerne am Speicher gespart und die Bilder landen in einer Cloud. Und nachdem vor 10 Jahren auf den Packungen noch Sony, Kodak oder Philipps stand, heißen sie inzwischen Aeezo, Aorppd oder Yenock.

    Rossmann am Kaiser-Richard-Platz baut um und macht vorher einen Räumungsverkauf mit „25% auf alles.“ Spannend zu sehen, was inmitten des komplett leeren Laden noch stehenblieb: Sonnencreme, Proteinpulver, Elektrische Zahnbürsten, Rasierklingen, Alnatura-Fertiggerichte. Waren, die anscheinend nur wenige Umdrehungen haben aber dafür entsprechende Gewinnspannen besitzen müssen.

    Glitzerunterhosen und Spinatknödel

    Um Jazz (deutsch bitte: JATZ!) ging es in der Komischen Oper. Barrie Kosky inszenierte Chicago. Das Musical von 1975, dass sich zwer vermutlicher Mörderinnen im Chicago der 1920er annahm.

    „Nach einer wahren Geschichte“, mehrfach als Theaterstück aufgeführt (erstmals in Berlin in den 1920ern), 1975 als Musical Vaudeville auf die Bühne gebracht und in den 1990ern in einer überarbeiteten Musical-Version schließlich ein Welterfolg.

    Kosky nutzt die 1975er-Version als Grundlage, die „mit voller Opulenz“ an den Start geht. Im Orchestergraben war ein großer Bläsersatz zu sehen, zwei Flügel, eine Ukulele, ein verstimmtes Klavier, ein Bass und ein umfangreiches Schlagwerk mit Triangel. Und es jatzte. Wie sehr es jatzte. Die halbe Zeit dachte ich an hf leipzig, wie er es wohl genießen würde.

    (Anscheinend ist die 1975er-Version musikalisch sehr viel näher an den 1920ern und weniger poppig als die 1990er-Variante)

    Auf der Bühne: Kosky. Glitzerunterhosen, 6500 Glühbirnen im Bühnenbild, die beste rote-Puschel-Polonäse, die ich je gesehen habe, die glitzerigsten Glitzeranzüge, die ich je gesehen habe (die New York Times schreibt von den „sparkliest suits legally permitted onstage„), Humor, Drama, Konflikte, hach. Das wirkte gleichzeitig modern und als tiefe Hommage an 1920s Entertainment.

    Selbst der deutsche Text funktionierte. „Mein Schnusseldussel“ hat jetzt schon Chancen auf mein Wort des Jahres.

    Postive Überraschung im Rahmenprogramm: Die 18.000 Mitglieder des Berliner Theaterclubs hatten Hauptdarstellerin Katharine Mehrling den Goldenen Vorhang als beste Darstellerin 2023 verliehen. Nach der Vorstellung fand die Preisübergabe statt, was die Komische Oper veranlasste, dem gesamten Publikum Sekt und Brezeln zu spendieren.

    Vor der Oper Österelli: das Minilokal, das genau gegenüber vom Schillertheater liegt. Das Lokal, das bis Saisonbeginn an einer entlegenen Ecke Berlins lag; seitdem die Komische Oper in ihr Ausweichquartier zog, hat es die perfekte Lage als Theaterrestaurant. Und so wunderte es nicht, dass um 17 Uhr alle 25 Sitzplätze belegt waren.

    Organisatorisch kämpfte das Restaurant noch etwas damit plötzlich nachmittags volles Haus zu haben. Aber das Essen von Spinatknödeln über echtes Wiener Schnitzel bis hin zum Backhendl war Komische-Oper-würdig. Madame lobte insbesondere den Salat, ich bin jetzt schon neugierig auf die Rote-Beete-Knödel.

    Granta dünn und Granta dick

    Trotz Angst vor der Leere nach dem Ende beendete ich Rebecca Solnits Orwell’s Roses. Bis zum Ende ein Buch, das ich gerne selber geschrieben haben würde und damit in der engeren Auswahl meiner „10 Bücher für die eigene Insel.“ Erfreulich überraschend auch, dass es im Granta-Verlag erschien, von dem hier auch das Magazin herumfliegt.

    Auf dem Nachttisch zum Beispiel fand sich eine halbgelesene Granta-Ausgabe von 2021. Wie öfters: wenn man diverse Granta-Geschichten hintereinander liest, plätschert es vor sich hin. Melancholische Menschen blicken auf ihre Kindheit/Jugend/Jungerwachsenenzeit zurück. Viele sind arm. Die Erwachsenen sind erledigt. Dann fließen Körperflüssigkeiten. Am Ende ist alles wie vorher.

    Dann kam Okwiri Oduor mit „Mbiu Dash„. Was anfängt wie eine Afrikanische Festgeschichte, wird traurig, dann bedrohlich, dann horrormäßig, dann versöhnlich, dann politisch. Schockschwerenot. Statt des üblichen Grantagraus quillt der Text über von Farben. Und es findet eine Entwicklung statt. Ich war so beeindruckt, dass ich beschloss mir Oduors inzwischen erschienenen Roman Things They Lost zu besorgen.

    Tadelnde KI

    Am Rande bekam ich das Drama um „Jule Stinkesocke“ mit. Die freche, junge, querschnittsgelähmte Frau war weltberühmt in der deutschen Blogosphäre – nur kam nach 10 Jahren des Weltberühmtseins heraus, dass sie gar nicht existiert. Anscheinend wurde der Account von einem mittelalten Mann betrieben, der als „ihr Vertrauter“ auch im Blog vorkam.

    Eine Website dröselt das ganze auf. Wie aus dem Lehrbuch für 2000er-Internet-Schmuh. Auch der unter Sockenpuppe angelegte Selbst-Wikipedia-Artikel darf nicht fehlen. (Achtung, für Menschen, die keinen Fäkalien-Fetisch haben wird es teilweise recht eklig. Für Menschen, die Sexfantasien mit jungen behinderten Frauen mit Fäkalienfetisch ethisch schwierig finden, ist das auch an mancher Stelle hart.)

    Nun kann man sagen: Den Account gibt es nicht mehr. Die Staatsanwaltschaft hat festgestellt, dass es die Person auch nicht gibt. Ende zu. Alles vorbei. Da stellt sich die Frage, wer enthüllt. Das Impressum der Aufklärungsseite ist selber ein Musterbeispiel von „legal, aber maximal nicht-vertrauenserweckend“ und auch sonst bleiben die Vorhänge zu. Das einzige, was man über die Macher*innen weiß: Sie können ihr Blog ganz gut über Social Media streuen.

    MPF wird von seiner eigenen KI getadelt. Andernorts entfernt ePubli anstößige Schlumpfbilder.

    Die Kaltmamsell schneeschwimmt. Christiane lässt sich derweil vom kiné fit für’s Stand-Up-Paddling machen: Im Januar am Meer.

    ADHS-Diagnose mit 43. WIe sich das anfühlt.