26-06-18 Die Ente auf dem Sprungturm

Madame filmte, wie wir unsere Tür öffnen.

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Die Website der litauischen Bahn ist wieder erreichbar. Dafür habe jetzt auch ich gemerkt, dass die Anreise aus Berlin nach Polen sich im Sommer verkompliziert.

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Der Kaptain kämpft noch mit ihrem neuen Telefon. Noch sind nicht alle Einstellungen gefunden, der Klingelton an sich ist bis zur Unhörbarkeit ungewohnt. Aberdas Telefon funktioniert. Juche!

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The power of statistics brachte mich bisher auf Platz 21 von 44 beim Tippspiel. Ich fragte mich, ob the power of statistics vielleicht einfach Einreiseverbot in den USA hat?

Dann wurde ich weniger albern, beschloss die Sache systematisch mit Hilfe einer Mini-Excel-Tabelle anzugehen, und stellte fest, dass die häufigsten Sieg-Ergebnisse des ersten Spieltags 1:0 und 3:1 waren. Ich modifizierte mein System. Ich gebe ab jetzt nicht nur den 1:0-Tipp ab, sondern bei sehr eindeutigen Spielansetzungen1 auch einen 3:1-Tipp.

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Es waren zwei Arbeitstage mit Insulaner-Fahrradschloss-Bahnhofs-Abenden.

T-2

Ihr erinnert euch an diese Comics? Zwei Menschen stehen allein auf einer weiten Steppe, bis sie in der Ferne ein dunkles Brummen hören. Langsam beginnt der Boden zu beben. Eine Staubwolke zeichnet sich ab. Und dann zieht man die gigantische Herde Büffel/Pferde/Gnus auf die hinzustürmen?

Nun würde ich nicht sagen wollen, dass ich Badegäste mit Gnus vergleiche. Aber so ähnlich wie diese Comic-Menschen in der Steppe fühlt sich der Freibadbetreiber, wenn er auf die Wettervorhersage blickt und sieht „Erstes Sommerwochenende mit 33 Grad.“

Das Beben des Bodens kommt näher. Es war schon entspannter im Hause. Zumal ich neben meiner eigenen auch noch wegen krank/unbesetzt/Urlaub drei weitere Stellen mehr oder weniger mitbetreue bzw. zumindest versuche sie soweit im Auge zu halten, dass nichts explodiert,

Entenneid

Zum Glück bietet meine Arbeitgeberin nicht nur gelegentlichen Büro-Irrsinn, sondern auch die perfekte Maßnahme dagegen: Ab ins Freibad! Insulaner Insulaner Insulaner!2

Während ich von der S-Bahn am Insulaner (Hügel) vorbei in Richtung Insulaner (Bad) lief, entdeckte ich zwei große Heuhaufen und anderen Müll an der Straße. Ich blieb stehen, fotografierte, meldete per Ordnungs-Amts-App und stellte fest, dass ich doch einiges an Schweißtropfen auf der Stirn hatte. Die kommenden heißen Tage kündigten sich mit anschleichender Schwüle an.

Im Bad selber war es seltsam. Es herrscht nicht das schöne Nordsee-Sommer-Wetter mit kühler Luft, etwas Wind aber einer Sonne, die alles sofort aufwärmt, sondern der Wind war still, die Sonne schien zwar, war aber so weggedunstet, dass sie kaum Kraft hatte, dafür waberte eine ungut schwülwarme Luft.

Wenigstens das Wasser war perfekt wie immer. Das Kopf-im-Wasser-Schweben noch besser und angenehmer als sonst. Das schöne: Wenn ich angespannter ins Schwimmbad gehe als sonst, kann ich im Wasser auch mehr entspannen als sonst.

Eine schöne Überraschung: Die Ente, die wechselnd auf den Bahnen paddelte, sich von Schwimmer*innen umschwimmen ließ, oder vom Sprungturm aus die Aussicht genoss.

Danach war gut und ich nicht mehr durch sondern entspannt. Den kleinen Junge, der im 143er-Bus etwas Türkisches auf dem Handy hörte, nahm ich erst gar nicht war, danach empfand ich es als angenehmes Hintergrundrauschen zum Einschlafen. Ich glaube den Rest des Abends verbrachte ich auf dem Schaukelschaf.

Let’s not have talk

Die Geschichte des temporär verschwundenen Fahrrads ist leider so bizarr wie ärgerlich, so ärgerlich wie unbloggbar. Auf jeden Fall führte sie dazu, dass ich nach dem eher irren Arbeitstag noch mit vier solidarischen Knoblauchen und zwei derartigen Kohlrabis im Rücksack mit der U7 in die Wilmersdorfer Straße musste, um bei Decathlon neue Schlösser zu kaufen.

Meine Laune befand ich eventuell nicht ganz im Equilibrium himmlischer Ausgeglichenheit, das ich sonst anstrebe, und als mir einer der üblichen Vertreter für Dauerspenden an flauschige schwerkranke Babies über den Weg lief, versuchte ich schon durch die Körperhaltung und Blick zu sagen: „Wage es nicht!“.

Er war nicht beeindruckt.

Vielleicht war ich in der Öffentlichkeit schon höflicher.

Naja, 20 Minuten und zwei Fahrradschlösser später, war ich schon wieder in der Lage zu lachen, bei diesem schönen Anblick im Einkaufszentrum. Hätte der Abend entspannter begonnen, hätte ich auch mal bei „Let’s have Party“ durchgeklingelt, um zu hören wer am anderen Ende ist.

Wand in einem Einkaufszentrum in drei Schattierungen des Rosas. An jeder hängt ein altmodisches Wandtelefon in rot. Darüber die Überschriften, pseudo-neon "Talk to me." "LEts's have party" "Let's have Pizza"

12 Stunden Deutschland

Wir aßen die von Madame bereitete Gibanica allein. Währenddessen verfolgten wir auf Signal und DB Navigator die letzten Etappen einer Reise, die um 17:34h im ICE372 am Hauptbahnhof hätte enden sollen, aber tatsächlich um 21:33h im ICE370 endete.

Ein Hoch auf die Bahnmitarbeiterinnen, die für Reisegruppe im chaotischen Bahnhof Karlsruhe noch zwei Bahn-Bonus-Plätze in einem berlingerichteten Zug fanden, auf dass sie nicht stehen mussten.

Zwischenzeitlich brach der Bahnverkehr in Südwestdeutschland zusammen. Was genau geschah, verriet die Bahn nicht. Aber es waren verschiedenste Einsatzkräfte am Zug, und wenn der Zugchef bei der Durchsage hörbar damit kämpfen muss, beruhigend und souverän zu wirken, dann war eine Verspätung in diesem Fall vermutlich das Kleinste aller Probleme.

Wir trafen uns, überwanden die Abschlussvolte des gesperrten Tiergartentunnels und gelangten schließlich zum Hotel am Hohenzollerndamm.

Den Heimweg zur Wohnung liefen wir im Lindenduft des Spätabends.

Links

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Pflanzenbestimmung per App: Wie genau funktioniert eigentlich Flora Incognita? It’s KI. Aber anders. Mit viel Gewinn gelesen.

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Weniger KI mehr klassische Botnets. Was passiert wenn man seinen „Server“ offen im Internet stehen lässt und 54 Tage loggt was passiert: I Left Port 22 Open on the Internet for 54 Days. Here’s Who Showed Up.

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#Zerspante Tage

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Ein Film über ein kommunales 1950er Jahre Spaßbad in Japan, das geschlossen wird. Was wäre daran nicht zu lieben; Numakage Public Pool.

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Eine französische Reisegruppe in Berlin Ost und West

Anmerkungen

~ Haushaltszugang: Bügelschloss und Kettenschloss von Decathlon

  1. Wettquote auf den Sieger <1.50 ↩︎
  2. Damit Kabanenbesuch No. 3 – 26,67€ pro Besuch ↩︎

Ein Gedanke zu „26-06-18 Die Ente auf dem Sprungturm“

  1. „Vielleicht war ich in der Öffentlichkeit schon höflicher.“

    Das klingt nach einem schon fast buddenbohmschen Understatement. 🙂

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