Madame traf im hafenstädtischen Büro eine Gottesanbeterin.
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Die Rolltreppe der Zukunft am Südkreuz sieht ein wenig nach Rolltreppe aus. Die Bahn kündigt Bauarbeiten „bis Herbst 2026“, ich unterstelle, im vollen Bewusstsein dessen, dass der astronomische Herbst am 20. Dezember endet.
Erfreulicherweise war mittlerweile jemand auf der Rolltreppen-Baustelle, die mitdenkt und genug Einfluss hat. Endlich schaffte es jemand, ein sinnvolles Baustellenposter befestigen zu lassen, das zu den Fahrstühlen zeigt.
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Das Blog war so ganz prinzipiell abstrakt wieder da. Aber noch holpert alles herum. Der Text hier wird veröffentlicht am 17. August, wurde geschrieben am 14. August, und das geschilderte geschah am 7./8. August. Das Blog-Ich ist dem Lebens-Ich 9 Tage hinterher.
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Vor der Wohnung die Grünpflegetruppe Wildwuchs mit Heckenschere und Hebebühne für die Bäume.
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Es war ein löschend-sammelnder Wochenendauftakt.

Kind of zurück
Beim Hoster hakte es. Auf meine Nachfragen reagierte niemand mehr. Meine Erfahrung vom anderen Ende der Ticket-Queue sagte mir: Okay, der Mensch bei dem es gerade liegt, weiß nicht mehr weiter, und er stellt sich tot.
Diese Art von Problem lässt sich oft lösen, indem ich ein zweites Ticket zum selben Fall aufgebe: Neue*r Bearbeiter*in, neues Glück.
Wenn es bei einem offensichtlich hakt und nicht weiter geht, ist ein zweites Ticket zum selben Thema, eine Chance, eine Zweitmeinung anzufordern. Es half.
Einen halben Tag später, am Freitag, rechtzeitig zum Feierabend, bekam ich eine Nachricht: Entschuldigung für die Verzögerung. Wir haben alles wieder zum Stand 24.7. sauber hergestellt.
Für mich bedeutete das, ich konnte gleich nach dem Büro an den Rechner und schauen.
Ich schaute nach: Geeinigt hatten wir uns ursprünglich auf den 14.7. als Datum, des Backups, da der wp2shell-Exploit sich am 17./18. verbreitete. Ich bekam das Backup vom 24. Juli.
Der 24. Juli ist nicht der 14. Juli.
Aber ich hatte keine Lust mehr, noch eine Runde durch den Support zu drehen und wieder zu warten. Ich verließ mich auf meine neu erworbenen Erkenntnisse von Jugend forscht und betrachtete das Backup: Die Master-Files .htaccess und wp-config sahen gut aus. Alles andere nicht so.
Also Schritt 1: Ich nahm nacheinander alle Blogs online, meldete mich an, änderte alle Passwörter, kickte alle unbekannten Accounts, entfernte alle unbekannten Plugins, und brachte WordPress auf die neuste Version.
Ich war nicht böse, dass ich immer versuche, so wenig wie möglich zu konfigurieren und damit die Plugin-Situation mehr als übersichtlich ist.
Da ich dabei auch alle Datenbank-Passwörter geändert hatte, waren die Blogs damit erstmal wieder offline, weil die Software sich nicht mehr mit der Datenbank verbinden konnte.
Schritt 2: Ich verband jeweils eine Datenbank mit der entsprechenden Software und exportierte alle Blog-Inhalte.
Schritt 3: Auf dem Server durchsuchte ich „eigenen“ Dateiordner (Uploads), ob sich dort noch unbekannte Dateien befinden, die keineswegs in diese Ordner gehören.
Schritt 4: Ich löschte sämtliche Plugins und Themes und installierte diese neu aus sauberer Quelle.
Bis auf Iberty und poupoulab lies (und lasse ich) nahm ich den Rest des Zoo offline, bis ich für den eine Dauerlösung habe. Bei den beiden Hauptblogs dachte ich, das reicht erstmal als stabil-genug über das Wochenende.
Madame hatte derweil aus Gemüslichkeit ein Abendessen bereitet. Die „gigantische gelbe Tomate“ reichte als Vorspeise für Zwei.

Abendkühle Herzenswetter
Die Wetterachterbahn bewegte sich nach unten. Es war ein kühler Freitag und ein noch kühlerer Samstag sollte folgen. Fast wäre ich in Berlin geblieben, einfach nur um mal 24 Stunden kühle-nicht-schwüle Luft in die Wohnung zu lassen. Aber das wäre auch schade um die Latifundien gewesen.
Das Team Bayrische Mal-Beamtin hatte derweil mit ihren E-Bikes Berlin von Wilmersdorf bis zum Alex unsicher gemacht. Wir hatten uns auf den Latifundien verabredet.
Der Subaru fand den Weg auch nach fünf Wochen noch, die Straßen waren leer und die übliche Gas/Benzinquelle1 wirkte ebenso verlassen.

Überragender Sauerampfer
Der Garten hingegen war voll. Absurderweise hatte es ja ausgerechnet in unserer traditionellen Trockensavannengegend Berlin/Brandenburg immer mal wieder geregnet während anderswo Deutschland vertrocknete. Warm war es eh. Und dementsprechend wuchs Alles. Und es wuchs und wuchs.
Zum Konzept unseres Nicht-Naturgartens, gehören schon wilde Stellen. Aber am Ende soll es Garten sein und nicht Wilde Natur. Dazu gehört auch, dass alles so aussehen soll wie „das-ist-Absicht.“ – zum Beispiel indem die Wege zwischen den Wiesenteilen kurz gemäht sind, und auf den ersten Blick klar ist, was Weg ist und was Wiese.
Die Unterscheidung wurde mittlerweile auf den ersten Blick schwierig. Das Gras hat zwar im Hochsommer Wuchspause. Der Sauerampfer jedoch nicht. Quasi alle Sträucher, Stauden und Wiesenbewohner entwickelten einen starken Drang zur Seitwärtsexpansion. Die wirklich hohen Gräser, so ab 150cm waren auch gerne einmal umgeknickt.
Der Garten war nicht mehr ganz als solcher erkennbar.

Aber wir entdeckten auch: Das erste gute Obstjahr seit langer Zeit. Betrug die bisherige Zwetschgen-Rekordernte 3 (in Worten: Drei) Früchte, hing jetzt das ganze Bäumchen voll.
Freuten wir uns in den letzten Jahren, wenn wir uns eine Mirabelle teilen konnten, gehen sie dieses Jahr in die Dutzende. Der Zierapfel ist über und über bedeckt. Die Speiseäpfel, die selbst in schlechten Jahren mittlerweile eimerweise tragen, wollte ich schon gar nicht mehr ansehen.
Es wird ein Obstherbst werden.

Frühstück und Hymer Free S600
Erst einmal aber saßen wir mit dem Besuchsteam und Gin Tonic auf der Terrasse. Die beiden hatten ihr Gefährt auf unser Grundstück gestellt, übernachteten dort.
Zum Frühstück strebten vier Kohlweißlinge gegen den Himmel. Überhaupt bevölkerten diese Schmetterlinge sämtliche Lavendel.
Nach dem vergnüglichen Frühstück holten die beiden die E-Bikes vom Träger und machten sich auf die Gegend zu erkunden.
Ich sinnierte noch über dem Gefährt, einem Hymer Free S600. Auch wenn ich mir persönlich Urlaub mit Camper/WoMo etc. für mich so gar nicht vorstellen kann. Wenn: dann so.
Der Wohnteil ist in einen Mercedes Sprinter hineingebaut, Außenmaße und Karosserie bleiben weitgehend identisch. Das bedeutet, noch ist es ein Auto und kein wandelndes Haus, das sich fährt und parkt wie ein großes Auto.
Andererseits haben die beiden soviel Platz und Strom und Wasser an Bord, dass sie wirklich ein paar Tage autark sein können, weder einen Campingplatz brauchen, noch einen Abestellplatz um Gepäck umzuschichten, wenn es ans Schlafen geht. Es funktioniert auch für Menschen Ü30 mit Rücken einfach durch die Gegend zu fahren, irgendwo zu halten und dann mit den Rädern die Gegend zu erkunden.
Noch erfreulicher: Sie machen es auch.

Erste Freilegearbeiten
Dann ging es um den Rückweg von Natur zu Kultur: Wir suchten den Garten. Vor den Einsatz des Elektrorehs hatte der Garten die Fallobstsammlung gesetzt. Die Äpfel hatten fünf Wochen Zeit gehabt, sich unter allerlei Anlässen von Pilzfäule bis zu Wespenfraß vom Baum zu stürzen und unten zu landen.
Wir sammelten.
Sagte ich schon „Rücken“?
Wir sammelten weiter. Am Ende kamen wir auf mehrere Eimer nicht mehr essbares verfaultes Obst und auch ganz gute Mengen Obst mit essbarem Anteil.
Ich schob den Mäher auf der Suche nach den Wegen. Madame entfernte Wildwuchs aus Beeten und von Wegrändern.

Links
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I feel you: Nach Hack Aufräumarbeiten im Blog.
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Christine im Bergdorfsommer: Sainte Anne und Co.
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Neues Lebensziel: Turnschuhe (Sneakers) mit dem secure knot binden.
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readinginsweden in Finnland in Tampere
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M;it das schöneste Italien-italienisches Essen hatten wir im Circolo. Hotel Mama erzählt mehr dazu. (also nicht zu unserem Essen am Lago di Orta, aber zum Circolo an sich)
Anmerkungen
- Eine der wenigen Autobahntankstellen, die nicht zu Tank&Rast gehören und erstaunlicherweise normale Tankstellenpreise nehmen. ↩︎
Kommentare
2 Kommentare zu „26-08-14 Gartensuche mit Gästen“
Falls die Gottesanbeterin tatsächlich ein Insekt war, dann liegt sie voll im Trend:
https://www.deutschlandfunk.de/in-deutschland-gibet-es-immer-mehr-gottes-anbeterinnen-100.html
Ja, es war tatsächlich das Insekt. Sie stürmen schon die Büros!