Kategorie: Alltag

  • 23-12-16 Parlami per sempre / Schmodder

    23-12-16 Parlami per sempre / Schmodder

    Jürgen Milski trat bei Höhle der Löwen auf (erfolgreich).

    Es wird ein Weihnachts-Let’s-Dance geben.

    Die ersten Bücher der Weihnachtslieferung wurden ausgepackt: Bordieu (die feinen Unterschiede), Baum (Pariser Platz 13) und the Rail map europe. Zu meiner Soziologie-Studiums-Zeit war die gesellschaftskritische Fraktion der Soziologen übrigens noch voll im Linguistic turn verfangen, hat Bourdieu eher skeptisch beäugt.

    Madame errichtete ein Kuchenbuffet. Aber das sollte ausführlicher gewürdigt werden, als mir gerade möglich ist. Zwei rockaffine Gäste recherchierte Sick Tamburos Parlami per Sempre.

    Der Kaptain hat das rote Swappie zurück. Wir konnten es komplett wiederherstellen und gleich noch ADAC und Arte verdrahten.

    Um 22 Uhr beim Kaptain angekommen, um 22:02h klingelte die Polizei und fragte nach einem Nachbarn. (Ja, der wohnt in der Nachbarschaft, nein wir wissen nicht ob er gerade anwesend ist.)

    Entdeckungen im Dithmarscher Supermarkt: Es gibt die Weißweine „Waterkant“ und „Inselbrise“. Trotz Klimakrise wird dieser Wein noch nicht auf den Deichen angebaut, sondern stammt aus den üblichen Weingebieten und wird dann für den norddeutschen Markt gebrandet. Elend des Supermarkt-Weinkaufs: Auf die einzige Frage „taugt der Wein?“ antwortet keine Labelinfo. Da kann man dann auch gleich in Regio-Fantasy machen.

    Entdeckungen vor dem Dithmarscher Supermarkt: Auf dem Parkplatz steht ein Traktor.

    Die Stadt Heide möchte die Dithmarscher Wasserwelt an einen privaten Investor verkaufen. Aber welcher Investor bei Verstand kauft ein Schwimmbad?

    Im Herbst und Winter kommt Dithmarschen zu sich selbst. Die amphibische Gegend, in der Land und Wasser ineinander übergehen. Da kann der Mensch Deiche bauen und entwässern wie er will. Am Ende ist es temporärer Tand gegenüber der Gewalt der Landschaft. Wenn die Luft Nebel wird, die Erde zu Schlamm und die Grenzen zwischen Fest und Flüssig sich auflösen.

    Gemerkte Reise

    Ich versuchte Bahnfahren: ICE1004 von Berlin nach Altona und dann RE6 nach Norden. Obwohl ich schon immer eher paranoid plante mit vielen Reserven im Plan und großzügig gerechneten Eventualitäten reizt die DB das inzwischen mehr als aus.

    Schlechte Nachricht: Der ICE hatte diverse Probleme und kam so spät in Altona an, dass ich den Anschluss verpasste. Gute Nachricht: Der Anschluss war eh komplett ausgefallen, da war’s dann auch egal.

    Anders gesagt: Schlechte Nachricht: Der Anschluss fiel komplett aus. Gute Nachricht: der ICE war so spät, dass ich ihn eh nicht mehr bekommen hätte. Dann war’s auch egal.

    Aufgrund diverser ausgefallener Zwischendurchzüge legte der Anschluss dann ein paar ungeplante Zwischenhalte ein (Hallo Meldorf! Hallo St. Michel!), so dass der folgende Lokalanschluss auch nicht mehr funktionierte. Am Ende: 4 Stunden 5 Minuten für 110 Kilometer.

    Für die Rückreise plane ich ernstlich mit zwei Stunden Umsteigezeit und frage mich, ob das reicht.

    Unter anderem Warten um 21.30h am Bahnhof in Heide(Holst). Überraschend viel los. Mein Highlight: Der Mann um die 30 mit Boombox auf dem Gepäckträger, der dreimal mit seinem Fahrrad den Parkplatz umrundete und Heide-Ost mit Techno beschallte.

    Highlight im Zug: Die Dame, die akzentfrei in italienisch, Englisch und Deutsch telefonierte und anscheinend etwas mit Digitalisierung macht. Die M365-Quote in Berlin ist überraschend hoch. Aber weil Berlin so ein kleines Land ist, ist das auch egal. Wichtig ist Baden-Württemberg.

    Im Zug gelesen: Infos über MIPS und MARS.

    Positive DB-Entdeckung: In der App lassen sich nun auch nicht-gebuchte Tickets unter „Meine Reisen“ vermerken, so dass man zum Beispiel für Deutschlandticket-Strecken, geplante DB-Chaos-Alternativverbundungen oder auch einfach Reisen der Liebsten Echtzeitinfos bekommt.

    J-Pop im Museum

    Von unseren vielen Bahn-Erlebnissen dieses Jahr, war es das dramatischste, als wir die Markgräfler über viele Stunden auf einer Brücke gestrandet wussten. Genau dieser Bahnfahrt widmet der Spiegel einen kompletten Podcast: 344 Minuten.

    J-Pop im Kunstmuseum.

    Spätzle oder Knöpfle.

  • 23-12-14 Tuba mirum Multiplex

    23-12-14 Tuba mirum Multiplex

    Dunkel so dunkel. Morgens zu Dunkel zum Aufstehen. Mittags so dunkel im Büro, dass trotz Sitzplatz neben bodentiefen Fenstern weiterhin künstliches Licht notwendig ist, um nicht über Kollegen zu stolpern.

    Anlässlich eines Anlasses aßen wir französisch. Das verdient aber eine ausführlichere Würdigung als mir gerade möglich ist.

    Durch alle Stadien des Berliner Verfalls, von S-Bahn-Ausfällen bis zu einstürzenden Schwimmbaddächern blieb die BVG ein ewiger Schein des hellen Lichts. Nicht mehr. Die letzten beiden Wochen konnte ich nicht Radfahren. Und ich habe glaube ich länger auf den Bus gewartet als in den zehn Jahren davor zusammen.

    Bushaltestellen an denen eigentlich Gefährte im fünf-Minuten-Takt kommen müssten, mit einer halben Stunde Wartezeit. Buslinien, die alle 20 Minuten fahren in Dreierkombos direkt hintereinander.

    Neues von den Tiefgaragentauben: der Taubenschutzverein spannte jetzt Netze unterhalb von Heizungs- und anderen Rohren, um den Tauben den Zugang zu diesen Sitzplätzen zu verwehren. Jetzt sitzen die Tauben auf den Autos. Nur ein bedingter Fortschritt im Sinne der Parkenden. (Leider stehen dort auch die Fahrräder, die nicht Taubenhinterlassenschaftsimmun sind).

    Ich bekam Schonfrist bis zum 12. Januar

    Das Stadtbad Schöneberg wird am 1. Januar 2024 in Renovierung gehen. Ich glaube, das dritte Mal seitdem wir in der Nachbarschaft wohnen.

    (Kino)

    Laut Wikipedia ist ein Multiplex (Kino), ein „größeres Kino mit mehreren Sälen“. In einem solchen, im CineStar Treptow fand die Personalversammlung der BBB statt. Nun ist Vormittags im Multiplex eine seltsame Zeit, und bei allem gebotenen Respekt, das CineStar Treptow hat offensichtlich auch schon bessere Zeiten gesehen. Es war ein besonderer Ort.

    Die Leinwand wurde genutzt, um während des Ankommens noch einen Lehrfilm über Hautkrebsvermeidung am (Freibad-)Beckenrand zu zeigen.

    Es herrschte Video-, Foto- und Audiomitschnittverbot. Und ich vermute, auch meine Notizen sollten organisanistionintern bleiben. Bademeister*innen Fachangestellte für Bäderbetriebe sind ein besonderer Schlag Menschen, und mehrere hundert von ihnen auf einmal, verstärkt das noch.

    (Verfahren)

    Laut Wikipedia sind Multiplexverfahren Methoden zur Signal- und Nachrichtenübertragung, bei denen mehrere Signale zusammengefasst und simultan übertragen werden. Multiplexverfahren sind Teil des aktuellen Moduls zum Thema „Rechnernetze„. Und das finde ich schon alleine deswegen spannend, weil ich einst ein OpenHPI-Kurs zum Thema „A Half Century of Internet: How it works today“ gemacht habe.

    Beim OpenHPI fragte ich mich schon damals, wie er wohl im Verhältnis zu einem „echten“ Unikurs steht. Mein Fazit nach dem Durchlaufen von beidem: das Anspruchsniveau der Erklärungen erscheint mir ähnlich. Tatsächlich kam mir Hagen sogar leichter vor – das mag aber daran liegen, dass ich mit mehr Vorwissen (u.a. der OpenHPI-Kurs) hineingegangen bin.

    Den Umfang würde ich bei OpenHPI etwas höher einschätzen. Zum Teil andere Schwerpunkte (Hagen: mehr Mobilfunk und Multiplexing, mehr Satelliten, OpenHPI mehr Wlan, mehr Ethernet, mehr OSI-Modell). Aber ich hatte oft den Eindruck, dass OpenHPI noch einen halbe Schritt weiter gegangen ist.

    Der Abschnitt Rechnernetze in Hagen umfasst ein Viertel Modul (also etwa 2,5 ECTS), ich würde OpenHPI also vom Umfang her mit 3 bis 4 ECTS ansiedeln.

    Der Nachweise in Hagen ist aber schwerer. Nicht nur weill es eine Klausur unter kontrollierten Bedingungen sein wird, sondern weil die sich auch auf die gut prüfbaren Teile (Mathe mal wieder, berechnen von Satellitengeschwindigkeiten und ihrer Zentrifugalkraft) fokussiert, während OpenHPI eher auswendiglernen war.

    2DB

    Anstehfreier Blitzeinkauf mit der Deutschen Bahn: 24/7, aber 08/15?

    Als Zugbegleiterin im GDL-Streik.

  • 23-12-12 Fortzahlung des Entgelts 42-T

    23-12-12 Fortzahlung des Entgelts 42-T

    Madame wird einen Dachsbau unter Beobachtung stellen; in einem Klavierkonzert mit Kopftuch vielleicht auf die feinen Unterschiede achten. Darauf ein purée de marrons.

    Wikimania 2024 wird in Kattowitz stattfinden. Wikimania in Zugreichweite klingt reizvoll. Leider zu einem für mich ungünstigen Termin.

    Da es 2023 schon für keinerlei „extra“-Ziele reichte, kann ich ja schon mal eines für 2024 verkünden: Es wird eine Zitronenpresse-Veröffentlichung geben.

    Währenddessen schleppe ich mich im Schneckentempo weiter durch das Mathe-Skript. Nachdem ich den Berg abgeflogen bin (Querlesen) und an ausgewählten Stellen ausstieg und diese erkundete (Studientag), muss ich mir nun alles zu Fuß erlaufen. (Gründlich lesen und nachrechnen) Und das dauert. Immerhin bewährt sich die Technik mit Spielzeug und Surface-Pen ganz vortrefflich.

    Madame wurde belobigt. Student*innen wollen jetzt Stegreifreden.

    Mensch kann überraschend viel Zeit mit Windows Hello verbringen. Das Azure AD, ein immerwährendes Füllhorn der Freude.

    Elite Kickboxing ist schon längst ausgezogen. Aber sie verwirrten mich, indem in ihren Räumen statt Kickboxen aktuell Kinderjudo stattfindet. Abgesehen von Form und Farbe der Anzüge ist kaum ein Unterschied feststellbar. Ich hoffe auf eine dauerhafte Bleibe der Mini-Judokas, fürchte aber eine Zwischennutzung.

    Aquatische Biotechnologie

    Wir gingen zum Synchronschwimm-Weihnachtsmärchen. Der SC Wedding, Zentrum des Berliner Synchronschwimmens, veranstaltet dies seit mehreren Jahren. Es wird ein klassisches Weihnachtsstück aufgeführt. Dort wo im „normalen“ Theater Tanz- und Gesangsnummern wären, wird hier synchrongeschommen. Dabei ist der ganze Verein im Wasser, von Mitgliedern der deutschen Nationalmannschaft hin bis zu den Kleinsten, die vor wenigen Monaten ihr Seepferdchen gemacht haben.

    Es gab eine liebevoll modernisierte und ent-mysoginisierte Version von „Die Schöne und das Biest.“ Belle (Die Schöne) und das Biest finden sich über ihr gemeinsames Interesse am Medizinstudium. Noch nie sah ich Synchronschwimmen live vor Ort. Und ich wusste schon, dass es sehr viel anspruchsvoller ist als man gemeinhin denkt. Aber oh wow. Ist das krass. Hätten wir nicht auf knüppelharten Betonbänken gesessen, wäre ich vor Ehrfurcht im Boden versunken.

    (Videos gibt es bei Hauptstadtsport.tv)

    Schon beim ersten szenischen Auftritt von Belle stolperte ich über den Satz „Ich möchte studieren. Ich möchte wissen wie der Körper funktioniert“ und ich dachte „Klar, Biophysik; das was Sportler*innen gerne studieren“, Belle setzte fort mit „Ich möchte Medizin studieren.“ Medizin ergab im Rahmen der Handlung mehr Sinn. Aber späteres duckduckgoen erbrachte, dass die Belle-Darstellerin und Drehbuch-Mitautorin Michelle Zimmer wahrhaftig Biotechnologie an der TU Berlin studiert.

    Nach drei Stunden bei fast 30 Grad auf unbequemer Bank war ich groggy und durch. Bewunderte die Menschen im Wasser noch mehr. Allerdings: Gäbe es eine Weltmeisterschaft im Sport-Schauen kämen Madame und ich sicher nicht in die Top 10. Zimmer und Seidel allerdings gelang dies bereits als Duo bei der Synchronschwimm-WM.

    Direktzug Vilnius-Riga

    Der Bahn-Fahrplanwechsel bringt einige schöne Überraschungen. So gibt es nicht nur einen Nachtzug Berlin-Paris, sondern auch eine Verbindung mit nur einmal umsteigen von Hamburg in die Ukraine. Für uns reizvoll: die Bahnlücke im Baltikum scheint nach vielen Jahren mit einer neuen Verbindung Vilnius-Riga geschlossen. Die Fahrplanänderungen in der Zugpost.

    Mein inneres Bild von Dithmarschen sieht ziemlich genau so aus wie diese Fotos.

    Christiane über Winter im französischen Bergdorf.

    Kannste dir nicht ausdenken. Wie die konservative Soap Melrose Place über Jahre links-subversive Kunst inszenierte: The Virus Inside Your TV. In the 1990s, a group of radical artists smuggled political messages into Melrose Place. Not everyone found it funny. (Falls sich mal wieder jemand fragt, wann die Weltgeschichte diese bizarre Abzweigung nahm auf der wir uns befinden: Vielleicht war das der Anfang.)

    Als Informatik-Student des vielfachten Bildungswegs habe ich natürlich ein Interesse an den sogenannten Coding-Camps: Mehrwöchige bis mehrmonatige Kurse, die versprechen gegen meist hohe Gebühren das Programmieren beizubringen. Kann ich mir aus verschiedenen Gründen gar nicht für mich vorstellen. Aber neugierig bin ich schon, was dort genau passiert. Der Tagesspiegel bringt (leider hinter Paywall) etwas Licht ins Dunkel: Softwareentwickler ohne Studium: Wie Bootcamps den Quereinstieg ermöglichen.

    Manchmal, beim Lesen von so fast-Rentner-Blogs, die jeden Tag bis zur Rente zählen, frage ich mich, ob bloggen den Geist vorzeitig altern lässt. Der Lebensüberdruss ist stark in ihnen. Und dann stolpere ich über Christa Chorherr und denke. „Nein!“ Die war letztens bei einem 95. Geburtstag eingeladen (und ist selbst in ähnlichen Alterssphären unterwegs), und wälzt alltäglich kluge Gedanken, zum Beispiel über Allein-kochen und die Situation in Russland.

    Über meine letztjährigen Blog-Einträge wurde ich an Bless the Lord my Soul erinnert. Da letztjährige Video ist nicht mehr verfügbar. Aber ein gutes Motto für die nächsten Monate und Jahre. Seid geschützt.

  • 23-12-10 Let’s talk about Faxgeräte

    23-12-10 Let’s talk about Faxgeräte

    Elite Kickboxing zieht um. Was schade ist. Elite Kickboxing ist entgegen seines Namens immer Kinder- und Jugendsport gewesen, mit vielen Mädchen und jungen Frauen im Kickboxring. Elite Kickboxing spülte mitsamt der Eltern ein angenehmes Laufpublikum in diese hallodrihafte Geschäftsgegend.

    Neulich beim Gang durch die Straßen: Eine Apotheke, die groß im Schaufenster „Lösungen“ gegen Wlan, 5G und andere Strahlungen anbietet. Ich frage mich dann immer: Innere Überzeugung oder zynischer Kundenfang im Schwurbelmillieu? Und was von Beidem ist schlimmer?

    Im Supermarkt entdeckt: Navel negra. Dunkelgrün-beige Orangen. Farblich mal was anderes, vielleicht keine Verbesserung. Im Innenleben entdeckten wir noch keinen Unterschied zu Normalorangen.

    Die Jahres-Stromabrechnung kam. 2,5% gespart. Zwei neue Verbraucher (das Spielzeug, Rombitombi), zweimal effizienter geworden (Waschmaschine ersetzt, die letzten Energiesparbirnen alter Prägung durch LEDs ersetzt). Vermutlich bestand der entscheidende Unterschied in den 10 Tagen Urlaub, die wir gar nicht in der Wohnung waren.

    Überhaupt: 2023 bot den ersten gemeinsamen Urlaub, der über ein verlängertes Wochenende hinausging, seit 2019.

    Ich lese Jahresrückblickaufforderungen „Welches Ziel hast Du dir gesetzt und nicht erreicht?“ Ich war ehrlich gesagt so eingebunden in „im Job komplett ankommen“ und „Fernstudienmodule“, dass ich nichtmal dazu kam, mir andere Ziele zu setzen. Also schon am Ziel gescheitert, mir Ziele zu setzen.

    Weihnachtspakete abgeholt. Dieses Jahr nicht so sehr über die Nachbarschaft verteilt, sondern größtenteils bei einem Späti. Immer mit der Frage: wie viele Pakete von uns liegen beim Späti? Übersehen wir wieder eines, dass dann zurück geht als nicht-abgeholt? Aber wir sind fast vollständig.

    Madame musste eine längere Exkursion machen. „Pano Bakery“ in der Monumentenstraße verkauft keinerlei Backwaren. Es handelt sich um den ungünstigst gelegenen Späti, der dafür den nettesten und zuvorkommensten Späti-Betreiber südlich der Spree behaust.

    Weihnachtsbücher bestellt und abgeholt. Vom Hammett-Buchhändler gelobt worden für die schöne Bestellung. Leider kann ich keine Titel nennen. Spion*innen lesen mit.

    Nach Hammett der Versuch mit dem 248er nach Hause zu fahren. Der Bus fuhr durch enge Straßen im Fliegerviertel und dann war es passiert. Vor uns blockierte ein Rettungswagen im Einsatz die Straße. PKWs konnten sich vorbeiquetschen. Für einen Linienbus allerdings war die Lücke zu schmal. Der Bus kam nicht vor und nicht zurück. Viele Fahrgäst*innen stiegen aus.

    Ich hatte keine Lust, 192 Euro Buch durch Tempelhof zu tragen und blieb. Fahrgäste rauchten. Durch die Tür beschwerten sich gescheiterte Fahrgäste, die von weiter entfernt liegenden Haltstellen herbeigelaufen waren. Die Busfahrerin versuchte den Abstand auszumessen, ob es vielleicht doch geht. Als sich nach 30 MInuten ein 248er-Bus-Stau an dieser Stelle zu bilden begann, gab ich auf.

    Direkt gegenüber vom Bus sah ich eine Kneipe. Name. „Keine Eile.“

    Nasenadapter

    Zwei Advents-Essen. Die Team-Weihnachtsfeier am Freitag, das traditionelle Cousin/Cousinen-Essen am Samstag, dieses Jahr mit Gastzugängen. Das Samstag-Essen (Sauerteigbrot mit veganem Schmalz, geräucherte Selleriesuppe, Sicilian Style Citrus Fruit Salad, als Hauptgang, Linsen Stroganoff, Käseplatte, selbstgebackener Stolle) war kulinarisch das überlegene Erlebnis gegenüber Freitag (Gänsekeule mit Sparbeilage).

    Beide Abende sehr schön. Spannend der Unterschied zwischen einer Gruppe aus Fachinformatikern und einer der Gruppe der Akademiker*innen des Wortes. Themen über die beiden Abende verteilt: Kann man lernen lernen? Umlaufmappen. Besuch aus den USA. Wer ist zuständig für’s Kassenwesen? Unterwegs in Georgien und Armenien. Kirchenfunk. DECT-Telefone.

    Bei beiden Veranstaltungen gingen die Gespräche unter anderem um Verwaltungsdigitalisierung. Einmal mehr aus Sicht der Digitalisierer, einmal mehr aus Sicht der Verwaltung und Nutzenden.

    Eines der spannenderen Erkenntnisse des Wirtschaftsinformatik-Studiums: Mein Bauchgefühl trügt nicht. Es gibt umfangreiche Forschung zum „Produktivitätsparadoxon der Digitalisierung“. Und der Frage: „In vielen Organisationen wurde massiv in Digitalisierung investiert. Aber die Organisationen werden dadurch nicht produktiver. Warum?“ Nachdem Unternehmen die Erkenntnis in den 1980ern und 1990ern gewannen, kommt sie so langsam auch in Behörden an. Nur weil etwas digital läuft, läuft es noch nicht besser. Gerade in den ersten Jahren werden massive Umstellungsschmerzen auftreten.

    Kunsthandwerker

    Die erwähnte Frankfurter Holbein-Ausstellung findet statt als Kooperation zwischen dem Frankfurter Städel (Fachmuseum für Hans Holbein d.Ä.) und dem Kunsthistorischen Museum Wien (Fachmuseum für Hans Burgkmair d.Ä.). Beide Künstler waren im 15./16. Jahrhundert in der damaligen Weltmetropole Augsburg tätig. Die war eine der wichtigsten Handelsstädte der damaligen Zeit, was auch Künstler anzog.

    Holbein d.Ä. und Burgkmair d.Ä. waren zwei der renommiertesten Künstler, fertigten sowohl Porträts wie religiöse Kunst. Die Ausstellung vertritt die These: Holbein der Ältere war durch die realistische niederländische Landschaftsmalerei geprägt. Burgkmair prägte die auftrebende italienische Renaissancemalerei. Sie beide vertraten in Augsburg ihren jeweiligen Stil. Holbein der Jüngere wuchs in diesem Kunstklima auf, verstand es daher beide Stilwelten zu verknüpfen und zu transzendieren.

    Die Ausstellung ist umfangreich. Sie lebt davon, dass Augsburg zu dieser Zeit Kunstmekka war und bietet weitere Werke anderer Künstler der Zeit. Sie geht in die Tiefe und lässt einen in die Renaissance nördlich der Alpen einsteigen.

    Wieder in Erinnerung gerufen: Diejenigen Künstler, die auch nach 500 Jahren noch im Museum hängen, teilweise als Genies verehrt werden, waren damals (reiche, angesehene) Handwerker; die in der Handwerkszunft organisiert waren und natürlich im Standesgefüge der damaligen Stadtgesellschaft die Handwerkerrolle ausfüllten. Welch Unterschied zum künstlerischen Selbstbild 2023.

    Ergänzt werden die zahlreichen Bilder mit umfangreiches digitales Begleitmaterial und einen empfehlenswerten Audio-Guide. (der ebenso wie das Begleitmaterial auch ohne Ausstellungsbesuch nutzbar ist).

    Hans Holbein d.Ä.: Katharina Schwarz als Hl. Katharina.

    BSR-Orange und Hertha-Blau

    Kellerkind geht ins Kloster

    Frau Catonique zwischen Dunkelheit und Konzert.

    Wer „Silver Spinning“ mochte, mag vielleicht auch diese Bücher. Cory Doctorows Buch-Jahresrückblick.

    Wichtiges Wissen für Berliner*innen: Wo gibt es Wolle in den Farben BSR-Orange und Hertha-Blau?

    Spannendes Wissen für Berliner*innen: Wie funktioniert die Fahrdienstleitung der S-Bahn?

    Für eventuell mitlesende Journalist*innen: die Berliner Bäder suchen eine Leitung Kommunikation/Pressesprecher*in. Erfahrungen in der Krisenkommunikation sind wünschenswert.

  • 23-12-07 Dinierende Philosophen

    23-12-07 Dinierende Philosophen

    Dreh dich nicht um. Das Virus geht rum. Wer sich umdreht oder lacht, wird vom Virus plattgemacht. Der Krankenstand im Umfeld scheint dieses Jahr noch höher als Ende 2022. Hier im Haushalt sind wir im Status „leichte Erkältungssymptome bzw. umfassende Heiserkeit“ und gehören damit zum gesündesten Quartil, das ich gerade kenne.

    Madame klingt, als plane sie eine Karriere als glamouröse Gastgeberin in einem fragwürdigen Nachtlokal.

    Mal schauen, wer sich trotz Viruswelle und S-Bahn-Streik zur Team-Weihnachtsfeier durchschlägt. Noch spannender: Wie viele der Weihnachtsfeier-Teilnehmer*innen werden wir nach dem Wochenende noch wiedersehen.

    Der Matrose telefonierte besorgte mit Boltes Berliner Steakhaus, ob sie trotz mangelndem Weihnachtsmenüs auch Gans anbieten. (Haben sie – sowohl Weihnachtsmenü wie auch Gäsenkeule – nur nicht im Internet)

    Madame kennt mich. Wenn ich bitte „Kannst du noch Brokkoli mitbringen?“ meine ich eigentlich „Kannst Du Cavolo nero oder Grünkohl mitbringen und wenn es das nicht gibt, dann halt Brokkoli?“ Sie brachte Cavolo nero.

    Ich lernte, dass Bildungsurlaub inzwischen Bildungszeit heißt. Vielleicht sollte ich nach dem Begriff suchen – vielleicht gibt es dann auch Angebote, die mehr nach Bildung und weniger nach schlechtem Pauschalurlaub klingen.

    In der Mittelpunktbibliothek Schöneberg Bücher abgeholt (Menschen im Hotel, Theoretische Informatik). Voller Neugier warf ich einen Blick ins Regal „EDV“. Entweder die technische Entwicklung verlangsamt sich, oder die Bibliotheken werden schneller als in meiner Jugend. Ich würde behaupten, dort standen nur Bücher, die für aktuelle Technik von Relevanz sind.

    Don’t talk about Darmstadt

    Der eigentliche Grund unseres letztwöchenentlichen Frankfurt-Besuches hing im Städel: die Darmstädter Madonna. Eines der Hauptwerke von Hans Holbein d.J. und damit ein Hauptwerk der nordeuropäischen Renaissance. Deutlich mehr steht im Wikipedia-Artikel, den einst eine gewisse Poupou l’quourouce geschrieben hat – was natürlich ein anderer Grund ist, das Gemälde in echt anzusehen.

    Die Madonna hing 150 Jahre (von 1852 bis 2003) in Darmstadt bei den Großherzögen von Hessen. Später kam sie als Leihgabe in das Städel, wo Madame und ich es mehr als einmal sahen. Und dann fragte sich die Kunstwelt mal wieder, warum man den deutschen Adel nicht 1918 ernstlich von seinen Raubgütern getrennt hat.

    Die Großherzöge von Hessen verkauften das Bild für 40 Millionen Euro an einen Fabrikanten. Der ließ es aus dem Städel entfernen und verschaffte es in seine Privatsammlung. Seitdem kämpfen die neuen Besitzer gegen den traditionellen Namen „Darmstädter Madonna.“

    Madonna is coming home – aber anscheinend unter der Bedingung, dass nirgends erwähnt werden darf, dass es die Darmstädter Madonna ist. Während friedlich direkt daneben die Solothurner Madonna (auch Holbein d.J.) und die Lucca-Madonna (Jan van Eyck) hängen, sehen wir nur „Die Madonna des Bürgermeisters Meyer.“

    Großartiges Bild.

    Obwohl Holbein d.J. und die Madonna der publikumswirksame Aufhänger sind, geht die Sonderausstellung „Holbein und die Renaissance im Norden“ eher um Hans Holbein d.Ä. und Hans Burgkmair d.Ä. sowie die Renaissance in Augsburg. Aber dazu später mehr.

    Da hängt sie.

    Schlafender Friseur

    Leichte Matschbirnigkeit in der Woche hielt mich davon ab, mich auf das Mathe-Skript zu stürzen. Selbst wenn ich gewollt hätte, wäre nichts hängengeblieben. „Auf Lücke lernen“ ist nicht ratsam, weil zu viel direkt aufeinander aufbaut.

    Zum Glück bietet dieses Semester auch andere Angebote. Der Lehrstuhl „Kooperative Systeme“ bietet seinen Kurs „Betriebssysteme und Rechnernetze“ als Video-Vorlesung an. Ich schaue Bildungsfernsehen in einem Tempo, das mir gerade recht erscheint. Dabei vorkommend die Probleme der dinierenden Philosophen und des schlafenden Friseurs. Beides Teilprobleme von: Ich habe ein oder mehrere kritische Systeme und mehrere Prozesse, die zeitweise darauf zugreifen wollen. Wie verteile ich die Systeme so, dass die Prozesse sich nicht gegenseitig sabotieren, nicht gegenseitig blockieren und trotzdem alle Prozesse das System nutzen können.

    Während ich noch mitten im Wintersemester hänge, steht schon die Planung für den Sommer an. Kursbelegung SoSe24. Ich ging zu Planungszwecken davon aus, dass ich alles Klausuren dieses Semester bestehe und belegte:

    • Modul 63017 Datenbanken und Sicherheit im Internet (10 ECTS)- eine einfache Wahl. Das letzte Informatik-Pflichtmodul und eine notwendige Voraussetzung, um Informatik-Wahlpflicht/Seminare et cetera überhaupt belegen zu dürfen.
    • Modul 63915 Einführung in die wissenschaftliche Methodik der Informatik (5 ECTS)- falls ich die Bachelorarbeit in Informatik schreiben will, ist das auch ein Pflichtmodul. Auf jeden Fall ist es glaube ich relevantes Wissen, was die Informatiker jenseits der Klausuren an Methodik gerne hätten. Der Wirtschaftsinfo-Bachelor wird aber wohl nicht in Informatik sein. Dank DES MASTERPLANS werde ich an anderer Stelle genug Informatik abbekommen.
    • Modul 31801 Problemlösen in graphischen Strukturen (10 ECTS) – mein erstes Wahlpflichtmodul. Und ein Anwärter auf spätere Bachelorarbeit. Eigentlich habe ich noch verschiedene Pflichtmodule offen. Da es sinnvoll ist, Wahlplichtmodul, Seminar und Arbeit nacheinander am selben Lehrstuhl zu schreiben, manövriert man sicht leicht in einen Flaschenhals wenn man zu spät den richtigen Pfad einschlägt. Das hier ist ein Mathekurs, der sich als Wirtschaftswissenschaftliches Modul tarnt.
    • Modul 61113 Elementare Zahlentheorie mit MAPLE (5 ECTS) – ein kleiner 5-ECTS-Kurs nur für den Masterplan.

    Wieder vier Kurse wie in diesem Semester. Aber 30 ECTS statt 40 ECTS – das sollte die Lage etwas entspannen. Zumal die „wissenschaftliche Methodik“ ohne Klausur auskommt, ich dementsprechend auch nur 3 Klausuren schreiben wollen werde.

    Eine Tram als Volksheldin

    Ich versuche, deutsch-politischer Großdiskussion aus dem Wege zu gehen. Aber bei so manch einem, der wild von „Gesellschaftlich wertvolle Arbeit statt Bürgergeld“ oder „Bildungsmisere“ tönt, denke ich „Glashaus-Steine.“

    Grünkohl mit Linsen und Ziegenkäse klingt nachahmenswert.

    Ilka stopfte an der Ostsee.

    Claudia genoß das Nachtleben in Kobe.

    Herr Rau kämpfte sich durch den Schnee. Währenddessen eine Tram von 1926 zur Münchner Volksheldin wird (via Kaltmamsell).

    Lila über die freigelassenen israelischen Geiseln.

    Wie mann Krähen nicht portraitieren sollte.

    Fuck Web 2.0, 3.0 und alle anderen. Wenn du Informatik-Professor und Autor mehrere Standardwerke bist und Deine Website so aussieht. Lieblingssatz „Somebody went to the trouble of making me a page on WikipediaIch feiere.

    Zweitbester Satz „Ken Brown visited me and informed me that Linus Torvalds stole Linux from me. I begged to disagree“ Hinter dem „disagree-Link“: Geschichte(n) aus der Urzeit des persönlichen Computers.

  • 23-12-05 Fourteen words: Blumenladen

    23-12-05 Fourteen words: Blumenladen

    Die Tage werden kurz. Menschen tragen Stehlampen durch die Straßen.

    Berlin bleibt stabil. Während die Fahrbahn auch der letzten Nebenstraße geräumt ist, schlittern wir zur Staatsoper. Unter den Linden. An der Oper. Gegenüber der Neuen Wache und damit „Repräsentativ as repräsentativer Prachtboulevard can be.“ Warum auch sollte man dort Fußwege räumen?

    Von den Radwegen, die derzeit auch mal aus blankem Eis bestehen können, will ich gar nicht reden.

    Das Geräusch des Wochenendes: Madames Telefon pingt mit überraschenden Zusagen. Wir sind erfreut aber auch etwas überfordert. Madame erwarb vorsichtshalber vier Kissen.

    In vorhersehbareren Bahnen verläuft das Studium: Zurück am Schreibtisch, konnte ich Entscheidungen treffen, welche Module ich nächstes Semester belege. Aber dazu später mehr. Später die Meldung, dass ich Einsendeaufgabe 1 („Modellierung betrieblicher Informationssysteme“) bestanden habe. Damit darf ich an der entsprechenden Prüfung teilnehmen.

    Frau Dr. S. unternahm eine Vitalprobe. Zusammen fanden wir Leben. Langsam wird der 106er mein Stammbus.

    Das Wochenende war so inhaltsreich. Ich bewege mich von hinten nach vorne: MMK -> Städel -> Médée.

    Door. Open now! Look left! Right! Back! Leaving door behind.

    Das MMK Frankfurt. Eröffnet 1991. Das Museum für die Moderne Kunst.

    Meinem Verständnis nach sagt keine andere Museumsart so sehr „Jetzt!“ und „Gegenwart!“.

    Die Museumsbauer sahen es offensichtlich anders: Das Gebäude ist um zwei Kunstwerke herum gebaut, die sich ohne Teilabriss des Museums nicht mehr entfernen lassen. Nichts sagt so sehr „Ewigkeit!“.

    Beide Kunstwerke stammen natürlich von repräsentativen Vertretern der Gruppe „Alter weißer Mann mit Geniestatus“. Dazu muss man sich als Kultureinrichtung im Jahr 2023 verhalten.

    Channeling“ die aktuelle Ausstellung im Museum verhält sich. „Klassische Objekte“ aus der Sammlung in je einem Raum mit relativen Neuanschaffungen. Zum Beispiel minimalistische Objekte (von 1986/1989) von Donald Judd („Denke: Leeres quadratisches Wandregal, ohne Inhalt) zusammen mit der Skulptur „Polyurethane Foam“ von Park McArthur: ein mehrere Meter großer Block schwarz-graues Polyurethan für Industriekunden. Einerseits genauso minimalistisch, ein millionfach reproduzierbares Industrieprodukt, in seiner Anmutung aber unwirklich, massiv, aus der Welt gefallen – die Führerin verglich zurecht mit dem Objekt in 2001: Space Odyssee.

    Andere neue Ausstellungsstücke. Ins Museum gekommen durch die Beschäftigung mit dem NSU. Eindrucksvoll: The Murder of Halit Yozgat von Forensic Architecture. Auch unwirklich: Henrike Naumann „14 words.“ Die leere ehemalige 1990er-Jahre-Einrichtung eines sächsischen Blumenladens erinnert sowohl an die direkte Nachwende-DDR, in der der NSU groß wurde und sich sozialisierte als auch die oftmals verlassenen Ladengeschäfte der NSU-Opfer. Geisterland. Das Objekt unter einem Titel, der auf einen bekannten Schwur von Neonazis anspielt.

    Maxie Eisen is gone

    In Frankfurt des Nachts auf der Straße vor dem Hotel. Ein Mann singt laut und stockbetrunken „Deutschland Deutschland über alles!“ In einer Gegend, in der der Anteil biodeutsch aussehender Passanten auf der Straße unter einem Viertel liegen dürfte. Aber ich bin zu sehr im Halbschlaf, um nachzusehen.

    Als Madame noch in Frankfurt wohnte, und auch noch während unseres letzten Besuchs knapp vor Corona, hieß es „das Bahnhofsviertel gentrifiziert sich“. Die Zahl schicker Läden nahm zu, die Mieten stiegen. Die alte Szene verschwand aus dem Sichtfeld.

    No more. Vielleicht steigen die Mieten weiterhin. Aber „die Szene“ ist in voller Wucht zurück. Schicke Läden verschwanden. Der Stadtteil wirkt wie erfunden von Sozialdramareportagen-Regisseuren bei Spiegel.tv. Dass wir beim letzten Besuch kurz vor Abfahrt noch vor einem arg hisperesken aber kompetenten Pastrami-Reuben-Sandwich-Laden einkehrten, scheint wie aus einer anderen Zeit.

    Madame erinnert sich an Gespräche mit Polizisten noch vor ihrem Wegzug: Crack. Die Droge, die Verrückte schafft. Gefährlich für sich selbst und für die Umwelt. Die Droge, die anscheinend eine komplette Innenstadt-Gentrifizierungsdynamik aufhalten kann.

    Postkartenfotovorratshaltung

    Poupou sitzt in einem Zoom-Hintergrundbild.

    Lila über einen verlorenen Traum von friedlicher Koexistenz zwischen Israel und Gaza.

    Die Kaltmamsell postet Postkartenbilder en masse aus München, Karen welche aus Finnland. In Norwegen ist es vor allem kalt.

    Einmal so durch eine Fahrkartenkontrolle wie Frau Novemberregen.

    Der Neugier halber suchte ich nach den PISA-Mathefragen. So trivial sind die gar nicht. (Und haben sich seit meiner Schulzeit doch deutlich verändert, auch in den Themengebieten). Nebenfund: Bei PISA 2018 Beispiel Lesekompetenz/Feldtest ging um es um Beiträge aus einem Hühnergesundheitsforum.

  • 23-12-03 Kuaför im Gallusviertel

    23-12-03 Kuaför im Gallusviertel

    Volles Wochenende. Input-reiches Wochenende. Bevor ich gleich ins Bett falle und versuche zielgerichtet Richtung Schwimmbadverwaltungs-IT zu träumen, ein Recap.

    Donnerstag abends

    Freitag früh

    • Spaß auf der Arbeit. Durch Zufall war eine Boombox mit Aquafit-Musik in unsere Abteilung geraten. Also ich hatte Spaß. Bei den Kollegen bin ich mir nicht richtig sicher.

    Freitag Resttag

    • Mit dem ICE 1138 (ein ICE 4) um 14:19h ab Südkreuz abgefahren und fast pünktlich in Frankfurt angekommen.
    • Abendessen im Il Doge in Riederwald.
    • Übernachtung im Premier Inn Europaviertel (Welches im „alten“ Gallus liegt und gar nicht im Europaviertel. Es gibt auch ein Premier Inn, das richtig korrekt im Europaviertel liegt – 750 Meter Luftlinie vom falschen Premier Inn Europaviertel entfernt – zur Verwirrung Reisender trägt das aber den Namen Premier Inn Messe.)

    Samstag

    • Hotelfrühstück mit Blick auf das Alte Polizeipräsidium
    • Zu Fuß zum Städel mit einem eindrücklichen Abstieg in die Bahnhofspassagen und einem schönen Ausblick vom Holbeinsteg.
    • Viele Stunden im Städel verbracht bei „Holbein und die Renaissance im Norden.“ Sehr großartig, auch wenn es eher eine Hans Burgkmair der Ältere-Ausstellung war.
    • Kaffee im Museumsshop-Café, am Main entlang über den Weihnachtsmarkt mit warmen Äppelwoi. Auf dem Fußweg durch die Stadt liefen wir an einer japanischen Schüssel vorbei.
    • Da uns keine der eigentlich anvisierten Apfelwein-Wirtschaften in Sachsenhausen aufnehmen wollte, gab es Tajines (Poulet und Marrocaine) und Minztee im Tatie nahe des Hauptbahnhofs.
    Hans Burgkmair d.Ä.: Anna Laminit

    Sonntag

    • Hotelfrühstück.
    • Mit der 11er-Tram zum MMK (Museum für Moderne Kunst) in die Ausstellung „Channeling.“ Nochmal sehr großartig. Durch eine Verkettung glücklicher Zufälle bekamen wir eine gratis Privatführung durch Carla Vollmers.
    • Kaffee und Grüner-Tee-Rolle im IIMORI.
    • Um 17:17 im ICE 574 (ein ICE 4) nach Berlin-Ostbahnhof. (der eigentlich gebuchte ICE 1733 um 16:15h (ein ICE T) nach Südkreuz war kurzfristig entfallen.)
    • Abendessen bei Pret a Manger am Frankfurter Hauptbahnhof eingepackt und auf Höhe Erfurt gegessen.

    Zwischendurch

    • Die Exotik eines Hotelfernseher mit linearem Fernsehen genutzt und so richtig live Teile von Ninja Warrior Germany und The Masked Singer gesehen.
    • Bei der Fernuni für das Sommersemester 2024 rückgemeldet und für das Wintersemester 23/24 für die ersten Prüfungen angemeldet (Mathematische Grundlagen und Einführung in die Technische und Theoretische Informatik.) Für die Wiwi-Prüfungen darf ich mich erst im Februar anmelden. Die Kursbelegung nächstes Semester erfordert Überlegung und Entscheidung und ist auf diese Woche verschoben.
    • Immer mal wieder reingeschaut: Ins Skript „Befehlssatzarchitektur“, das zur Technischen Informatik gehört. Langsam, sehr langsam, kriege ich ein Gefühl dafür, wie Assembler funktioniert.
    • Angelesen: Kübra Gümüşay: Sprache und Sein. Ich bin positiv beeindruckt.