Kategorie: Alltag

  • 23-11-30 Tuba Mirum / 106

    23-11-30 Tuba Mirum / 106

    Jürgen Milski wurde bei Promi-Big-Brother aus dem Container gewählt.

    Die Rohre verschwanden vom Sachsendamm. Nachdem die epische Straßenbaustelle gefühlt seit Monaten still stand, reichte ein Wochenende aus, um mehrere hundert Meter Abwasserrohr durch ein Zelt über eine Brücke in die Erde zu versenken. Ich bin beeindruckt.

    Madame traf Professor Transformation in Witzleben zum Kuchen. Dann ließen sie sich zu musikalischem Wein einladen.

    Madame lernte: Defibrilatoren reden.

    Madame ließ im Stehen Klischees zeichnen. Was ich besonders nett finde, weil das Wort Klischee aus der Drucktechnik kommt.

    Der Kaptain kämpfte sich durch einen Nordseeschneesturm zur Impfung.

    Nach vielen Jahren versuchte ich mich wieder an den elektronischen Zeitschriftenbeständen in Unibibliotheken. Und stelle fest: Der ganze Zugriff ist genauso verwirrend und unübersichtlich wie eh und je. Am Ende bestellte ich gedruckte Bücher zur Abholung in meinen Standort der Stadtbibliothek.

    Meeting mit VMB und DS am Kaiser-Richard-Platz. Wir sind immer noch bei den Präliminarien. Aber es wurde blutig. Langsam kann ich die 106 und die 204 in die Liste „meiner“ Buslinien aufnehmen.

    Jedes Element eines Körpers ist invertierbar

    Gelesen 1: Das Skript Mathematische Grundlagen auf dem Spielzeug mit Hilfe von Surface-Pen und Xodo. Ich bin begeistert. Es funktioniert richtig gut. Beim Herummalen im Skript leuchtete ein paarmal die Glühbirne am Kopf auf. Diverse Grundbegriffe, um die ich mich bisher recht-und-schlecht herumlavierte, wurden plötzlich sonnenklar. Das ergibt alles total Sinn! Allerdings fühlen sich die vier Module bei dem Fortschrittstempo weiterhin sehr sportlich an. Es bleibt spannend bis in den März hinein.

    Im begeisterten Überschwang hätte ich fast noch eine Edeltastatur für das Tablet impulsgekauft. Ich hielt mich nur zurück, weil ich Impulskäufe generell ablehne und nochmal drüber schlafen wollte.

    Gelesen 2: Nicole Seifert: Frauen Literatur. Über Literatur von Frauen und darüber wie der Literaturbetrieb diese ausgrenzt.

    Der Politikwissenschaftler in mir mehr kratzt sich mehr als einmal irritiert am Kopf, wenn Seifert versucht eine ad-hoc-Theorie von Macht und Ausgrenzung aufzustellen. Begrifflich rennt sie immer wieder gegen dieselbe Wand ohne die Tür zu sehen. Sie arbeitet sich an Beispielen ab, ohne die dahinterliegenden Strukturen beschreiben zu können.

    (Der SZ entnehme ich, dass die feministische Literaturwissenschaft schon deutlich weiter war.)

    Angesichts ihres eigenen sehr deutlich vorgetragenen Inklusions- und Diversitätsanspruches wünschte ich mir, Seifert würde den eigenen Balken im Auge sehen: In bester Tradition des etablierten deutschen Nachkriegsbildungsbürgertums nimmt sie bis auf wenige Token-Ausnahmen nur Menschen wahr, die auf deutsch oder englisch schreiben.

    Viel Licht: Womit das Buch glänzt, und was das Lesen lohnt: die zahlreichen Beispiele von Literatur von Frauen. Auf meiner Leseliste landeten erstmal Gabriele Reuter, und Vicki Baum und Deniz Ohde.

    Shiny shiny

    Falls ich je an den Punkt im Leben komme, an dem ich wirklich gar nicht mehr weiß, wohin mit dem Geld, kaufe ich mir einen AirPods-Case von Hermès. Vielleicht kaufe ich dann sogar AirPods.

    Nebenbei. In einigen Blogs sehe ich, dass Markennamen wie A*ple mit Gendersternchen geschrieben werden. Ist das Internet-Aberglaube oder hat das eine echte praktische Bewandnis?

    Alon Levy in seinen „Pedestrian Observations“ zum Thema „Berliner Magnetschwebebahn“: Quick Note: Anti-Green Identity Politics.

    Croco und die Deutschstunde.

    20 Jahre Geocache-Webcam im Blühenden Barock.

    Südfrankreich kann sehr kalt sein. (Und ich brauche jetzt einen Schneemann-Weihnachts-Duschvorhang.)

    Morgens um 6:35h in Israel.

    Spotify hat die Jahresauswertung gemacht. Am beliebtesten in diesem Haushalt: das berühmte Barbecue-Quartett für Flöte von Wolfgang Amadeus Mozart:

  • 23-11-28 Leiterwagen

    23-11-28 Leiterwagen

    Die 187er-Buslinie setzt jetzt Gelenkbusse ein. Dabei gehört der 187er zu den wenigen Bussen, die auch nach dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember den alten Takt beibehalten dürfen. Unter „meinen“ trifft es den M46 (Morgens nur noch alle 10 Minuten), den M48 und den M85 (Samstag morgens seltener). Personalmangel allüberall.

    Berlin per Fahrrad ist um 6:30h morgens viel schöner als um 8:30h. Leider bedeutet es auch, dass ich im 6.30h fahrradfähig sein muss. Ich sehe es noch keine Gewohnheit werden.

    Ich schreibe wieder böse Briefe an eon. Nach Gaspreisärger im letztem Jahr – unter Hinzuziehung der Schlichtungsstelle Energie – hoffte ich, mit dem Konzern nie wieder etwas zu tun zu haben. Nun behaupten sie, ab demnächst einen gültigen Vertrag zu haben. Was ich bestreite. Es bleibt spannend. Immerhin weiß ich inzwischen wie die Schlichtungsstelle funktioniert.

    Wesentlich angenehmer der Mobilfunkanbieter: Nach Kündigung und Neu-Angebot habe ich fast denselben Tarif wie vorher; aber um ein Drittel preiswerter.

    Madame verteilte Blöcke und ihre Kolleg*innen waren begeistert. Dann schlitterte sie zur S-Bahn.

    Ich begann, das Spielzeug aufzurüsten. Ich installierte Xodo (zum PDF-Bearbeiten) und Inkondo (für Notizen). Das Mathe-Skript-PDF, in dem ich dank Xodo und Surface-Pen wild herummalen kann, ist schon mal ein großer Erfolg.

    Am Sonntag fuhren wir auf die Latifunden: Umrüsten von „vielleicht Nachtfrost“ auf „Dauerfrost mit eventuell zweistelligen Minusgraden.“ Eine letzte Himbeere hatten überlebt. Wir beide betrachteten die knallroten Zieräpfel; kleine Seen hatten sich auf den Feldern gebildet und waren zugefroren. Picturesquest!

    Das Getüm verschwand im Schuppen, ebenso der Gartenschlauch. Wein und Bier wanderten in das Kämmerchen mit Frostwächter. Diverse Einrichtungsgegenstände und Lebensmittelreste zogen nach Berlin. Ebenso wie die 3,50-Meter-Klapp-Leiter. Diese ist nicht frostempfindlich, wird an der Berliner Decke aber dringender benötigt.

    Noch liegt die Leiter im Wagen bis sich jemand erbarmt, sie diverse Stockwerke nach oben zu schleppen.

    Meine Notizen sagen „Alte Bäder (üouxsognsl)“. I have no idea. Ich erinnere nur noch, dass „Bäder“ ein Autocorrect war und ich eigentlich ein anderes Wort schrieb.

    Das Berliner Sechstagerennen dauert nur noch drei Tage

    Neulich war ich auf einer Website mit wichtigen Berliner Sportveranstaltungen. Ich lernte. Die wenigen Karten, die es noch für die Spiele der Handball-EM im Frühjahr gibt, kosten ab 500 Euro aufwärts. Für das Geld kann ich fast zu zweit mit der Fähre nach Finnland fahren.

    Ich lernte: das traditionelle Berliner Sechstagerennen dauert nur noch drei Tage. Das finde ich untraditionell. Allerdings reizt es mich schon. Allein des Orts wegen. Im Doppelgebäude Velodrom/Sportschwimmhalle bin ich desöfterem in der Schwimmhalle. Noch nie aber war ich im Velodrom.

    In die Schwimmhalle führte mich ein seltener Außeneinsatz. Während Team Lötkolben sich öfter das halbe Auto mit Monitoren, Kabeln und sonstigen Geräten volllädt und in die Bäder fährt, bleibe ich meistens in der Verwaltung. Immerhin: am Montag stoppte ich in der Verwaltung, packte zwei Schlüssel ein und fuhr in die SSE, die Schwimm- und Sporthalle im Europark – das Nachbargebäude vom Velodrom.

    Außeneinsätze sind super. Zum einen sehe ich Teile von Bädern, die sich mir bisher verschlossen. Es ist schon schick zu wissen, wo die verschlossenen Türen hinführen. Zum anderen kann ich meine Pause gleich in der Schwimmhalle absolvieren. Bester Pausensport ever auf der 50-Meter-Bahn.

    Wikisaegia

    Wer schon immer alles über Singende Sägen wissen wollte – und wie kann man NICHT alles über Singende Sägen wissen wollen. Ein guter Anfang bildet Wikisaegia.

    Dabei entdeckt. Es gibt ein MTV-Unplugged-Album mit Sportfreunde Stiller und Meret Becker an der Singenden Säge. (Ausschnitt) Auch entdeckt: offenbar war Beckers zweites Wohnzimmer über lange Jahrzehnte die Bar jeder Vernunft hier um die Ecke. Vielleicht sollten wir auf Verdacht dorthin laufen, und wenn wir Glück haben, sehen wir einen Sägenauftritt.

    Über Geld reden ergibt nur Sinn, wenn Zahlen dabei vorkommen. Ramona Weyde macht das dankenswerterweise: Onlinekurse. Rechnet sich das?

    Christa Chorherr feiert Namenstag. Alle Katharinas ihrer Familie treffen sich: Unsere familiäre Katharinen Feier in St. Pölten. Ein wirklich schöner Brauch. In den meisten Familien dürfte er an Katharinenmangel scheitern. Vermutlich davon inspiriert blickt sie zurück auf ehemalige Geburtstagfeiern.

    Vor einigen Wochen aufregten sich die deutschen Medien über einen Wahl-Rechtsruck in der Schweiz. Ich betrachtete die Wahlergebnisse und zweifelte an den deutschen Medien. Der Schweizer Kulturflaneur wartete bis alle Stichwählen gezählt wurden und stellt fest: Eigentlich wählen die Schweizer seit 1971 ziemlich konstant: Bollwerk der Stabilität bleibt.

    Für Polonia im Weihnachtsmenü. Für mehr Pierogi und Sernik in der Welt. The Ultimate Polish Christmas Menu [2023 Edition]

  • 23-11-25 Taktflankenfliplops

    23-11-25 Taktflankenfliplops

    A aus R, derzeit in W, bestand ihren Führerschein.

    Seltsame Zeiten. Mehr als einmal wache ich nachts um 0h/1h/2h auf, denke „Wow – spannender Traum. Wow – noch ganze 5/4/3 Stunden Schlaf, welch Luxus“ und schlafe wieder ein. Bis morgens erinnere ich mich noch, dass ich von den Träumen beeindruckt war, aber nicht mehr, worum es ging. Vielleicht ist es auch nur die Erkältung, die sich anschleicht und im Kopf herumspukt.

    Nach einigen Wochen erkältungsfreiheit ist dieses Glücksgefühl schon wieder vorbei. Ich huste und schniefe vor mich hin.

    Solange die Tests einstrichig bleiben, beginnt der Morgen mit der Entscheidung Bett, mobiles Arbeiten oder Office office. Freitag fiel die Entscheidung in Richtung Office office. Ich wollte meinen in monatelanger Nerverei errungenen Triumph über das ITDZ genießen.

    Immerhin verleitet das Wochenende dann endgültig zum Einkuscheln. Ein spätes Frühstück mit durch Madame bereiteten Pancakes nach Gabi Frankemölle bildete den würdigen Abschluß ein eingerollten Vormittags..

    Wir nutzten eine Regenpause, um zum Rentnerspielplatz am Cheruskerpark zu laufen. Madame sportelte, ich rentnerte. Leider war niemand anwesend, den man hätte spontan in seine Schranken weisen können. Die anwesenden Kalisthenie-Treibenden sahen nicht so aus als würden sie sich klaglos bepöbeln lassen.

    Nach dem Sport führten uns die Schritte zum Euref-Gelände. Wir staunten, wie man so derart viel Geld in die Hand nehmen kann, um ein Stadtviertel zu gestalten und es dabei so unfassbar nicht-einladend wirkt.

    Die Abwasserrohr(?)-Baustelle entwickelt sich prächtig. Inzwischen werden die Rohre in einer Art Bogenbrücke über eine Fußgängerampfel geführt, um direkt dahinter im Boden zu verschwinden.

    Ein „Reserviert“-Schild auf den Hinterhofparkplätzen sah ich im Müllcontainer. Parkplatzmiete nicht bezahlt? Doch zuviel gemietet? Innerhallodrische Auseinandersetzungen? Weiterhin parkt eins der beiden Autos der Doppelparkplatzmieter meist quer über beide Parkplätze während das andere halt irgendwo anders im „freien“ Hinterhofbereich steht.

    11 mal 11 ist 1001

    Es wird durchgeregnet diesen November. Laut Dürremonitor ist die „extreme Dürre“ selbst im Berliner Umland noch vorhanden – aber nicht mehr durchgehend und komplett. (Komplementär: Auch nach einem Monat Dauerregen gibt es immer noch große Bereiche in Berlin/Brandenburg, in denen im Boden extremer Wassermangel herrscht).

    Regen, kält, dezent erkältet. Das letzte Wochenende dieses Jahr, an dem keine größere Aktivität geplant ist. Eine ideale Zeit, um sich mit Rechenwerken und Prozessorschaltungen zu beschäftigen.

    Nachdem das Skript zur Technischen Informatik durch verknappten Minimalismus glänzt, nahm ich einen Tipp einer Kommilitonnin aus dem Mentoriat auf und bestellte Roland Hellmanns „Rechnerarchitektur: Einführung In Den Aufbau Moderner Computer“ (Gebraucht gekauft, in einer älteren Ausgabe. So grundlegend und abstrakt wie der Stoff ist, hat sich in 10 Jahren wenig verändert).

    Gefühl behandelt er auf dem fünffachen der Seiten ungefähr denselben Themenbereich wie das Skript. Und das ist für mich erkenntnisfördernd. Zumal er manchmal den einen Schritt weiter geht. Hört das Skript bei den Speicherregistern im Prozessor auf (die jeweils ein „Wort“, also 8 Bit, 16 Bit.. 64 Bit speichern können), geht Hellmann bis hinunter den Flipflops, also den Bausteinen, die 1 oder 0 anzeigen.

    Endlich mal verstehen, wie und wo in einem Rechner tatsächlich Strom fließt oder nicht. Und wie man daraus mathematische und logische Operationen bastelt und am Ende Programmiersprachen bekommt. So manche Eigenheiten der Programmierung ergeben plötzlich deutlich mehr Sinn, wenn ich verstehe wie sie historisch-physikalisch entstanden sind.

    Auch gelernt: Meistens reagieren die Flipflops nicht darauf, ob auf Strom fließt oder Strom nicht fließt, sondern auf „Der Stromfluss steigt/fällt in einer bestimmten Steilheit.“ Der getaktet Strom hat Flanken des An- und Absteigens, der Flipflop reagiert auf diese Taktflanke.

    Auch gelernt: Wenn ich ein Rechenwerk habe, das nur 0 und 1 addieren kann: Wie berechnet es eine Division mit Gleitkommazahlen?

    Dabei zur Eigenverständnisförderung gleich mal das kleinere 1×1 (bis 8×8) in Binärzahlen multipliziert und dividiert.

    Quadratkilometerzahl mal 20

    Beim Borgen-schauen trat die Frage auf: Wird in Dänemark eigentlich werktags gewählt?

    Die Frage ließ sich nicht ergründen. Aber dafür traten andere Eigenheiten des dänischen Wahlrechts auf: Es gibt ein komplexes System mit Direkt- und Listenplätzen in Mehrkandidatenwahlkreisen. Die Zahl der Mandate pro Wahlkreis errechnet sich aus: „Die Verteilung der 175 Mandate insgesamt und der Direktmandate erfolgt dabei aufgrund der Kennzahl = Einwohner + Wähler der letzten Wahl + Quadratkilometerzahl x 20.“

    Noch verwunderter festgestellt: Die Realität folgt der Serie. Heldin der Serie ist die Politikerin Brigitte Nyborg, die für die „Moderaten“ Regierungschefin ist, sich später mit der Partei überwirft und dann die „Neuen Demokraten“ gründet.

    Zur Zeit der Serie 2010-2013 gab es keine Moderaten im dänischen Parlament. Aber es ist deutlich zu erkennen, dass Nyborgs Partei am linksliberalen „Venstre“ orientiert ist.

    In der Zeit des Seriendrehs von 2009 bis 2011 war Lars Løkke Rasmussen Ministerpräsident für Venstre. Dieser überwarf sich 2022 mit seiner Partei. Er trat aus, und gründete einen Nachfolger: „Die Moderaten“.

    Im Gegensatz zu Nyborg ist es Rasmussen aber nicht gelungen zum Zünglein an der Waage zwischen rotem und blauem Lager zu werfen.

    Wer ebenfalls noch nie einen Escape Room von innen gesehen hat und immer wissen wollte, es es dort ist: Andrea Karminrot war: Sherlocks Falle im Escape Berlin.

    Auch Berlin, auch ein spannender Ort fernab jeglicher meiner Wege: Königlicher Tischtennisclum Berlin im Hotel Berlin Berlin.

    Christa Chorherr schreibt, warum sie bloggt.

  • 23-11-23 Duo foresees a change of action

    23-11-23 Duo foresees a change of action

    Die Silomaisernte ist in Brandenburg in diesem Jahr wieder deutlich gestiegen. Der Ertrag lag bei 310,7 Dezitonnen pro Hektar und damit fast 45 Prozent über dem Vorjahresertrag.

    Der Kaptain muss die Putzsituation überarbeiten.

    Angelesen: Nicole Seifert: Frauen Literatur. Licht und Schatten. Mehr wenn ich durch bin, vielleicht lichtet sich der Schatten noch.

    Auf dem Dachboden wird anscheinend geflext. Der Stromablesemann fragt nach einer Hausverwaltung, die ihm Zutritt zu den Stromablesern im Keller bietet. Die suchen wir selber.

    Die Arbeits-Rad-Weg-Alternative entwickelt sich. Ich fand einen Schlenker, der es erlaubt, kurz in den Stadtpark Schöneberg zu schauen. Wie geahnt: Nach 5 Kilometern Radstrecke fühle ich mich besser als nach 1,5 Kilometern.

    Aber auch wenn ich intellektuell weiß, dass ich 15 Minuten länger benötige – also 15 Minuten früher los muss – in der Morgenroutine ist das noch nicht verankert. Ich muss mich zum Ende hin mehr sputen als gewünscht. Außerdem waren die 2×15 Minuten der Hauptgrund, warum ich bisher die Direttissima nahm.

    Soweit, dass ich vor Home Office/mobiles Arbeiten-Tagen freiwillig auf’s Rad steige bin ich auch noch nicht.

    Beim lustigen DB-Mitmachportal „DB Kundenblick“ durfte ich an einer Umfrage zum Namen der neuen ICE-Generation teilnehmen. „ICE 5“ war anscheinend einem Executive nicht innovativ genug. In meinen Antworten fielen mehrfach die Worte peinlich und cringe. Immerhin konnte ich ein paarmal ankreuzen „Passt zur Deutschen Bahn – 5/5. Gefällt mir – 1/5“.

    Madame ließ sich von Rosa Henne zu Mini-Quiches inspirieren. Im weiteren Verlauf der Woche verwöhnte sie mit verrücktem Huhn. Das sah so gut aus, dass ich hier unmöglich Fotos davon posten kann.

    Madame brachte einen Wecker ins Möbelhaus und 30 Blöcke nach Brandenburg.

    Abends: Stapelverwaltung mit Interrupts und Calls, PUSH und PULL. Immer nur soviel, dass ich keinen inneren Stack Overflow bekomme. Nach mehrfachem Lesen erschloss sich mir, dass das „M“, welches in einigen Diagrammen überraschend auftaucht, für Speicher (Memory) steht. Langsam gewöhne ich mich auch daran, dass die Diagramme zwar von oben nach unten, aber auch von rechts nach links gelesen werden.

    In der Lokalpresse lese ich, dass sich im IKEA-Restaurant Waltersdorf ein Spatzenschwarm angesiedelt hat. Währenddessen wird der Taubenschutzverein in der Tiefgarage aktiv und spannt Netze. Bisher wirken die Tauben mäßig beeindruckt.

    Il cavallo viveva nella mela

    Ciao ciao, 1400-Tage-Streak. Der Duolingo-Italienisch-Streak endet. Es wurde Zeit. Mit jeder Duolingo-Reform wurde der Kurs schlechter. Irgendwann war er in er kostenlosen Variante kaum mehr nutzbar. Eine „Einmal zahlen“-Option gibt es natürlich nicht. Zähneknirschend schloss ich ein Abo über 77 Euro/Jahr ab.

    Und Duolingo wurde weiter schlechter. Von heute auf morgen wurde der komplette Plan geändert, mehrfach – Lektionen gezählt oder gestrichen und Ziele verändert. Der „halt-die-Leute-mit-Games-am-Bildschirm“-Faktor wurde gestärkt, ebenso wie die Möglichkeiten weiteres Geld auszugeben. Ich merkte, dass ich wenig Spaß hatte, inhaltlich stagnierte und die Lektionen immer blöder wurden.

    In den letzten Wochen frage ich mich, ob das System im Backend von menschlich begleiteter Kuratierung auf Full-„KI“ umstieg so willkürlich wie vieles wirkt.

    Aber da war der Streak. Wer gibt schon 1400 Tage (über 3 Jahre) auf? Die letzten Monate war es mehr ein Durchschleppen als ein Lernen.

    Ich gab den Streak auf. Das Abo ist gekündigt. Der Streak läuft gerade so sehr aus, dass ihn auch alle teuren Bezahlmöglichkeiten nicht wiederherstellen werden. Ich kann mich nach einer anderen Option umschauen, weiter sinnvoll italienisch zu lernen.

    Duo – das Duolingio-Maskottchen – wird traurig sein. Aber da Duo mich seit Monaten schlecht behandelt, um 20 Euro mehr aus mir herauszuleiern, kann ich damit leben.

    Rinderzunge aus dem Slow Cooker

    Duolingo ist ein passendes Beispiel, wie sich das Web in den letzten Jahren entwickelte.

    Wikipedia-Eintrag von 2014:

    Duolingo ist eine Webseite um gratis Sprachen zu lernen und Texte mithilfe anderer Benutzer zu übersetzen (Crowdsourcing). Die Webseite ist so aufgebaut, dass die Benutzer einerseits Fortschritte während der Lektionen erzielen und gleichzeitig dabei helfen Webseiten und Dokumente zu übersetzen.

    Wikipedia-Eintrag von 2023:

    Duolingo ist ein Freemium-Onlinedienst zum Erlernen von Sprachen. Er wurde mit dem Ziel erstellt, Bildung allen kostenlos zur Verfügung zu stellen. Das gleichnamige Unternehmen ist seit 2021 an der US-Technologiebörse NASDAQ gelistet

    Leider geht mir seit dem Wochenende nicht mehr das Bild aus dem Kopf wie Georgia Meloni als Hobbit verkleidet (Paywall) an faschistischen Jugendcamps teilnahm. Ähnliches auf englisch ohne Paywall: Hobbits and the Hard Right: How Fantasy Inspires Italy’s Potential New Leader

    Am Sprachen springen: I Campi Hobbit sono state delle manifestazioni organizzate dal Fronte della Gioventù, organizzazione giovanile di estrema destra del MSI, fra il 1977 ed il 1981.

    Die FAZ über die seltsame Forschungslücke und das Nichtwissen von deutscher Islamwissenschaft/ Jüdischen Studien/ Antisemitismus-Studien zum Thema Judenhass in der arabischen Welt: Feindschaft als Forschungslücke. (via Tröt / Kellerkind71)

    Habe zu wenig Hintergrundwissen, um zu plausibilisieren, ob es stimmt. Aber die These klingt spannend: Schlechte Schläfer träumen davon, nicht schlafen zu können.

    Wenn ich hier ein Rezept für Rinderzunge aus dem Slow Cooker poste, vielleicht gibt es sie dann auch bald in echt.

    Im Pyjama im Speisewagen.

    Gute Geister in der S-Bahn.

  • 23-11-21 Tuba mirum lux aeterna

    23-11-21 Tuba mirum lux aeterna

    Von Menschen meines Alters erwarte ich, dass sie etwas Wichtiges für das Leben gelernt haben: Flaschen, die parallel zur Laufrichtung des Kassenbands liegen, kullern nicht.

    Das gegen-den-Mast-gefahrene-SUV ist weg. Teile seiner Front liegen noch auf der Fußgängerinsel. Der Mast steht schief. Aber er steht. Berlin bleibt stabil.

    Der CDU scheint es zu mühsam, vorhandene Verkehrsprobleme zu lösen, deshalb verlegt sie sich auf die Lösung nicht-vorhandener Probleme. Eine Magnetschwebebahn in der Innenstadt ergibt unter genau gar keinen Umständen Sinn.

    Ein guter Anlass auf die Schöneberger Fahrraddemo nächsten Freitag hinzuweisen: Was nützen Radwege, die nur ein bisschen schützen?!

    Passend dazu, bin ich weiter auf Alternativstreckensuche für den Arbeitsweg. Während der Rückweg schon ganz okay ist, gestaltet sich der Hinweg mühseliger. Die zweite Hälfte des Wegs emtwickelt sich (Akazienstraße – Kolonnenstraße – Leberstraße – Cheruskerstraße – Torgauer Straße – Hedwig-Dohm-Straße). Die erste Hälfte gefällt mir noch nicht recht.

    Madame fuhr ein Swapfiets nach Königs Wusterhausen. Ich richtete ein repariertes Swappie wieder zum Einsatz her.

    Am Kaiser-Richard-Platz hatte ich ein Meeting mit VMB und DS. Wir blieben bei Präliminarien und meeten nächsten Dienstag weiter.

    Dies irae

    Sonntag Abend. Nach der intellektuellen Überwältigung durch isomorphe Vektorraumabbilkdungen folgte die emotionale Überwältigung durch Verdi. Der Neue Chor Alt-Schöneberg mit zahlreicher Verstärkung gab in der Apostel-Paulus-Kirche Guiseppe Verdis Messa da Requiem. Bekannt für das Dies irae. Aber auch sonst ein Werk das erzittern und erschauern lässt.

    Ein Komponist, der das komplette Repertoire der dramatisch-theatralischen Operninszenierung beherrscht trifft auf die durchdringende Wucht der katholischen Totenmesse. Erzittert oh sterbliche.

    Ich war beeindruckt, was sich in Schöneberg in den letzten Jahren an Kirchenmusik entwickelt hat. Diese Professionalität, sowohl im Klangkörper als auch im drumherum hätte ich nicht erwartet.

    Körper und Räume

    Der Moabiter fragte, warum ich im vierten Semester eine Veranstaltung belege, die „Einführung in..“ heißt. Ich verriet nicht, dass ihr korrekter Titel „Einführung in die Grundlagen..“ lautet. Nach dem Kurzausflug in die Mathematik bin ich seit Montag zurück bei der Einführung in die Technischen Grundlagen der Informatik und versuche, Steuerwerk, Leitwerk, Registerblock , Arithmetic Logical Unit (ALU) und PC (program counter) eines Prozessors auseinanderzusortieren.

    Das Wochenende stand allerdings noch im Zeichen des Mathe-Studientags. Es begann mit der Menge, führte über die Abbildung (die Verknüpfung mehrerer Mengen) und den Körper K (eine Menge unter besonderen Bedingungen. Dann wurden gerechnet, mit Matrizen über K – Matritzenaddition und Multiplikation und die Lösung linearer Gleichungssysteme mit Hilfe von Zeilenumformungen und Gaußalgorithmus. (ich glaube wenn ich irgendetwas aus diesem Kurs auch in 10 Jahren noch nachts um 3 im Halbschlaf können sollte, dann den Gaußalgorithmus).

    Wir setzten fort über K-Vektorräume (eine Menge von Vektoren über K) und ihre Unterräume um schließlich zu Erzeugungssystemen (einzelne Vektoren aus denen man den Vektorraum zusammensetzen kann), Basen (die kleinstmögliche Menge von erzeugenden Vektoren) und den Austausch verschiedener Basisvektoren gegen andere zu kommen.

    Zum Endspurt – es war Sonntag mittag, der Kurs war etwas durch und der Chat wurde erkennbar alberner – ging es dann um lineare Abbildung zwischen Vektorräumen (mitsamt Vektorraumhomomorphismus und Isomorphismen.) Wenn man Mengen aufeinander abbildet, hat man in der Ursprungsmenge Kern und Bild, und diese gibt es natürlich auch in Vektorräumen. Daraus lässt sich der Rang von Kern und Bild bestimmen.

    Zum Abschluss, für die die noch folgen konnten, kam dann alles zusammen. Es ging um den Vektorraum, der gebildet wird durch die Abbildungen zwischen zwei anderen Vektorräumen. Man kann diese linearen Abbildungen dann auch noch multiplizieren und komponieren. Und da war ich dann endgültig durch und raus.

    Cry for Argentina

    Faschisten wählen ist keine gute Idee, auch nicht in Südamerika. Deshalb möchte ich lieber darauf hinweisen: Im Kanton Schaffhausen wurde bei der Ständeratswahl der unabhängige bisherige Mandatsinhaber (der „bei der SVP politisiert“) abgewählt und dafür ein Kandidat der Sozialdemokraten gewählt. Das erste mal jemals, dass in Schaffhausen in Mandatsinhaber abgewählt wurde.

    Damit ich Schaffhausen noch mehr mag, beschloss das dortige Stimmvolk gleichzeitig den Bau eines neuen Schwimmbads.

    Madame empfiehlt den MDR-investigativ-Podcast Cold Case NSU – neue Erkenntnisse zum Polizistenmord von Heilbronn

    Derweil war BBC Travel in Berlin und lobt the Hidden Beauty of the Berlin Swimming Pools. Meine Rede seit 2015.

    Als Kleinstverlagsbetreiber hatte ich mit vielen Berliner Buchhandlungen zu tun. Unter den Top 3 von „sind kompetent und sympathisch“ befindet sich „Die gute Seite“ in Neukölln. Mich freut ein Tagesspiegel-Portrait über die Buchhandlung.

    Aus verschiedenen Gründen liegt unser gemeinsamer Urlaub derzeit im Sommer. Im Sommer will man nicht nach Sizilien sondern eher nach Spitzbergen. Falls wir mal wieder zusammen Novemberurlaub nehmen können, nehmen wir auf jeden Fall den Nachtzug nach Sizilien.

    Herr Mess war auf Fortbildung. Er fragt sich, warum Lehrer*innen – die zahlenmäßig größte Gruppe an Beruffsprechern – keinerlei Stimmbildung oder Sprechausbildung bekommen: Woche der Lehrergesundheit

    Aufmerksamkeit wie ein Eichhörnchen oder stark fokussiert? alternativ: Deutsche Bahn.

    Besuch aus Indien bei urmila: Aber offensichtlich hat [die Besucherin] in der kurzen Zeit schon genug Erfahrungen gemacht, um die Unzuverlässigkeit der DB zu kennen. Letztere kann nicht mit der indischen Bahn mithalten, von der die Freundin überzeugt ist.

    Tipp für’s Leben; Der Befehl zum Anzeigen der Formeln, also des wahren Hintergrundes eines Blattes.

  • 23-11-18 Zweimal drei macht vier und noch drei macht neune

    23-11-18 Zweimal drei macht vier und noch drei macht neune

    Samstags kippt Madame das Schaukelschaf.

    KATWARN-Meldungen aus Dithmarschen (Sturmflut) und Südbaden (Starkregen, Überflutungen) begleiten meine Tage. Die Berliner Katastrophen scheinen aktuell eher menschengemacht.

    Freitag fanden sich spontane Aufkleber für eine erneute Freitagabend-Fahrraddemo gegen die aktuelle Berliner Verkehrspolitik. Je mehr ich von der aktuellen Verkehrspolitik sehe, desto eher habe ich den Eindruck, sie verfolgt kein Konzept außer „kein Platz für Fahrräder.“ Was noch weniger zukunftsträchtig ist, als das Gegenmodell „Autos sind böse.“

    Auch nach 18 Monaten vermisse ich meinen alten schönen Arbeits-Radweg über den (zu den entsprechenden Uhrzeiten) leeren IKEA-Parkplatz, dann am Alboinplatz-Park vorbei und schließlich am Teltowkanal entlang. Ich machte mich wieder auf der Suche nach Alternativen. Diese sollten möglichst frei von Linksabbiegungen, Ampeln und vor allem Auto-Berufsverkehrwahnsinn sein. Das ist nicht einfach. Immerhin entdeckte ich beim Alternativentesten eine neue Fahrradquerung des John-F-Kennedy-Platzes.

    Ich überarbeitete die „Über mich„-Seite auf dem Blog. Ziel: Mehr Buchstaben, weniger Inhalt.

    Nach nur 15 Tagen DHL-Verwirrung gelang der Zugang zur Swappie-Sendung. Ich musste nur die bestehende Verbindung meines spezifischen Handies zur DHL-App löschen. Dann einen Brief mit QR-Code anfordern und dann wieder dasselbe Handy mit derselben App verknüpfen. „Ausschalten und wieder Einschalten.“ – in wie vielen Formen einem diese Standard-IT-Lösung begegnet.

    Wir schauten Borgen in der arte-Mediathek und freuten uns: Unser Universal-Gartenmöbel, auch „das Getüm“ genannt, hat einen Cameo-Auftritt im „Kreativraum“ von TV1.

    Noch letzte Woche schrieb ich, dass ein relevanter Anteil Berliner Autofahrer bei Dunkelheit und Regen von Blindheit geschlagen wird. Diese Woche verließ ich die Verwaltung und sah ein Beispiel: SUV an Laternenmast. Vermutlich beim Abbiegen die Einfädelspur um drei Meter verpasst. Angesichts dessen, dass ich neben dem Mast öfters stehe, um die Straße zu überqueren, bin ich froh über eine solche Barriere.

    Wohldefiniertheit

    Mein dritter Studientag: der Studientag Mathematische Grundlagen. Wie angesichts der Rechenfähigkeiten von Mathermatikern zu erahnen, dauert ein Studientag zwei Tage. Meine komplette Vergleichsgelegenheit sind die beiden (also vier) Studientage Algorithmische Mathematik aus dem letzten Semester.

    Formal gibt es einige Unterschiede: Letztes Semester nahm ich vor Ort teil (in Nürnberg bzw. in Hagen). Dieser Studientag findet nur virtuell statt. Die Algo-Mathe bestritt ein gut eingespieltes Duo. Diesmal eine One-Woman-Show mit Chat-Aushelfer. Bei der Algo-Mathe bestand die Zielgruppe aus Wirtschaftsinformatik- /Informatik-Studierenden irgendwo in der Mitte des Bachelors. Dieses Mal sind es Mathe- /Informatik-Studis im ersten Semester.

    Der größte Unterschied liegt bei mir selber. Im letzten Semester habe ich gefühlt nichts anderes aktiv studiert außer Algo-Mathe und dementsprechend intensiv hatte ich mich vorbereitet. Dieses Wintersemester ist das 4-Modul-Semester und so habe ich vor einer Woche überhaupt das allererste mal ernsthafter in die Mathe-Unterlagen geschaut. Ich bin also eklatant unvorbereitet.

    ABER ich habe ja Algo-Mathe überwunden. Das inhaltlich auf dem Modul Mathematische Grundlagen aufbaut. Sprich: ich musste mir letztes Semester alles aus dem Nichts irgendwo beibringen, was ich jetzt formal korrekt lerne. Trotz mangelhafter Vorbereitung fühle ich mich inhaltlich mehr angekommen und orientierter als je in der Algo-Mathe.

    Ein kleiner Exkurs im Begleitchat machte mir deutlich, was ich an der Mathematik an sich mag:

    Studierendes 1: Aber wenn F2 abgeschlossen bezüglich Addition ist, dann müsste 1+1=2 in F2 liegen? ich kann doch nicht einfach bestimmen, dass 1+1 gleich 0 ist, oder?

    S2: Doch. Das ist so bestimmt.

    S3: Definieren kann man was man will.

    Unterrichtender: Nicht so ganz. Es gibt so etwas wie „Wohldefiniertheit“. Aber das ist nicht Kursbestandteil.

    Das mag ich. Es gibt kein absolutes „Das ist so“ oder „das muss so.“ Erst wird von Menschen die Definition erschaffen. Und natürlich lässt sich problemlos eine Pippi-Langstrumpf-Mathematik erschaffen in der gilt: 2*3 = 4 und (2*3)+3 = 9. Wahrscheinlich haben damit schon längst Mathematiker*innen gearbeitet. Aber das bedeutet nicht Willkür oder Chaos, denn innerhalb der Definition herrscht zwingende Stringenz. Totale geistige Freiheit bei innerer Disziplin. I like.

    Tiere des Kaisers

    Heute lernte ich: Im Handarbeitsfachhandel gibt es den Farbton „Männerbunt.“ Es handelt sich um ein unifarbiges Dunkelblau. Laut Handel geht es um eine „Kombi aus Blau und Grau, der Lieblingsfarbe vieler Männer.“ Der Farbton „fröhliches Männerbunt“ ist einen Tick heller, aber genauso einfarbig.

    Madame hört regelmäßig den Podcast The News Agents USA, der US-Politik aus UK-Perspektive kommentiert. Sie erfreute mich damit, dass der Podcast eine Exkursion in die USA unternahm und (natürlich) bei der größten religiösen Veranstaltung Georgias vorbeischaute: Einem Heimspiel des Georgia Bulldogs College Football Teams.

    Erinnert ihr Euch. Es gab Zeiten, da wirkte das ehemalige Google-Motto „don’t be evil“ noch nicht wie finsterster Zynismus. Es schien ein paar Jahre so, als könnten Techno-Utopismus, Geld verdienen und Menschheitsrettung wirklich Hand in Hand gehen. Ursache dafür war maßgeblich der Whole Earth Catalogue und seine Folgen. Eine Mischung aus Technik-begeistertem Versandhauskatalog und Kalifornien-Gegenkultur mit revolutionärer Hippie-Attitüde.

    Aus der Szene, die der Katalog bediente, gingen viele Silicon-Valley-Pioniere hervor. Seinen Geist verkörperten sie. Jetzt, da der Geist komplett verschwand, ist immerhin der Katalog wieder da. Alle Ausgaben wurden komplett digitalisiert: https://wholeearth.info/ (mehr Hintergrundinfo bei Wired)

    Einen geistigen Schlingerkurs von verstaubtem englischen Konservatismus über drogennehmende Hippies und die Heavy-Metal-Szene bis in den kulturellen Weltmainstream ging Tolkiens Herr der Ringe. Eine Fangruppe sind italienische Faschisten. Die sind an der Regierung. Ihr Kultusministerium veranstaltet in der Galleria Nazionale d’Arte Moderna e Contemporanea eine Tolkien-Ausstellung. Das ist alles so bizarr, dass selbst ich es nur schwer glauben kann.

    Wer sich je mit Kategorisierungen beschäftigen musste, kennt das Borges/Foucault-Beispiel der fiktiven chinesischen Enzyklopädie mit den Tiergruppen „(a) Tiere, die dem Kaiser gehören (b) einbalsamierte Tiere (c) gezähmte Tiere (d)…“ An diese Liste musste ich denken angesichts des Wikipedia-Eintrags List of games that Buddha would not play.

    Nicht alle Rollenspielgruppen waren so spießig-anständig wie wir damals.

    Währenddessen in Nord-Israel nahe des Libanons.

    Gut erinnere ich mich daran, des Nachts in Basel mit dem ICE anzukommen und dann irgendwie weiterzumüssen. Dieses Szenario aus professioneller Perspektive.

  • 23-11-16 Kool-Aid McKinstry verliert den Ball

    23-11-16 Kool-Aid McKinstry verliert den Ball

    Es begab sich zu einer Zeit vor ein paar Jahren, da informierte ich mich über Mobilfunkverträge. Mit Erstaunen stellte ich fest, dass mein Anbieter den Neukunden viel bessere Verträge anbot als mir. Entrüstet setzte ich mich an die Schreibmaschine. Ich hämmerte in die Tasten und schrieb eine Vertragskündigung.

    Wenige Tage – Stunden! – später, entdeckte der Mobilfunkanbieter eine neu entflammte Liebe für mich und warb mit gänzlich neuen und erfreulichen Konditionen.

    Seitdem haben wir eine Tradition begründet: Einige Monate vor Ablauf des Vertrags schreibe ich einen Kündigungsbrief. Und ich kenne genau den Moment, in dem dieser geöffnet wird. Denn ab diesem Moment bekomme ich Anrufe im Zwei-Stunden-Takt. Irgendwann bin ich ausgeglichen genug, um einen der Anrufe anzunehmen. Ich bitte um schriftliche Unterlagen. Das Mensch am Telefon sieht seine/ihre Provision schwinden und verweist auf die Website.

    Dann darf ich ein bißchen rechnen und landete bisher immer wieder beim alten Anbieter. Jährliche Rituale! So wichtig!

    Die DHL-Packstation-Saga setzt sich fort. Das Gerät liegt in der Packstation. Die Nachricht erreichte mich per Mail als ich in gerader Sichtlinie etwa 100 Meter von derjenigen Station entfernt stand. Aber ich komme nicht heran. Der versprochene Abholcode bleibt verschollen. Weder kommt er per Post noch auf die DHL-App und schon gar nicht per Mail. Das einzige, was ich bekomme, sind automatisierte Erinnerungen doch endlich das Päckchen abzuholen.

    Eine andere Organisationseinheit von DHL lieferte mehrere Kilo Mathematik, welche Madame in Wohnung 3R auslösen konnte.

    Eine freudliche Estin schickte ein Kombi-Fähr-Angebot.

    Madame schlug sich mit dem Notverkehr nach Königs Wusterhausen durch. Denn heut‘ steht jede S-Bahn still, weil die GDL es will.

    Bama!

    Mit ETTI-Mentoriat Dienstag, Mathe-Mentoriat Donnerstag Mittwoch und Mathe-Studientag am Wochenende bin ich, finde ich, diese Woche Fernuni-technisch mehr als ausreichend bespaßt und kann mir einfach mal so einen netten Abend machen. Ich komme zum Football-schauen.

    Diese Woche mit Doppelfreude. Einerseits staune ich immer noch, dass deutsches Sportfernsehen inzwischen den Sport versteht und kompetent berichtet. Zum anderen konnte ich die Live-Wiederholung des ein-und-alles-Teams, der Alabama Crimson Tide, schauen.

    Das Spiel selber (Alabama 49, Kentucky Wildcats 21) war durchschnittlich. Alabama war körperlich, technisch und strategisch so deutlich überlegen, dass sie immer wieder nachlässig wurden. Mein spontaner Lieblingsspieler Kool-Aid McKinstry. ließ einen Ball direkt durch die ausgestreckten Arme gleiten. Ein Fehler, den ich eher in Kindergarten-Ligen erwarten würde als bei NFL-Anwärtern.

    Aber es war schön die Atmosphäre zu sehen, einen der besten Trainer aller Zeiten am Seitenrand zu beobachten und mal wieder in die Südstaaten einzutauchen.

    Auch schön und überraschend: Das Halbzeit-Interview mit Justin Okoronkwo (hier ein kurzer Ausschnitt). Der 19-jährige Münchner wird nächstes Jahr bei Alabama spielen. Er erzählte viel wie man plötzlich als Deutscher nach Alabama kommt und wie zukünftige Footballspieler dort aufgenommen werden. Vor allem aber Ist mit seinen 1,90m bei 96 Kilo Muskelmasse und entsprechender Athletik ein Bild von einem Mann. Und dabei so unfassbar nett und zurückhaltend und sympathisch. Könnte er bitte ein Role Model für verwirrte männliche Jugendliche werden?

    Die Band von Taylor Swift?

    Fragen, die in der Wikipedia-Auskunft gestellt werden und die ich mir dann auch stelle: Hat Taylor Swift eigentlich eine Live-Band? Alle Fotos von Liveauftritten, die ich kenne, zeigen sie (und eventuell Tänzer*innen) auf der Bühne ohne Musiker. Aber bei der Art von Musik und dem Anspruch der Produktion, muss eigentlich eine Liveband dahinter stehen. Das aufwendigste Playback aller Zeiten? Die Band spielt ihr Konzert versteckt in den Katakomben?

    Aber das Internet, beziehungsweise Reddit, weiß natürlich Rat:

    The band is split between the two sides of the stage. Matt Billingsley on drums, Amos, and Max Bernstein who is playing guitar and other instruments are on the left side of the stage with Jeslyn and Melanie as backup singers. On the other side is Paul, Mike Meadows, and the new primary keys player Karina DePiano that took over for David Cook along with Kamilah and Elliotte as backup singers.

    Und dazu der Videobeweis. Etwas verloren wirken die Musiker*innen schon.

    (Bonusfrage: ist der auf der Videowand eine Liveaufnahme von Swift, die in das Video übertragen wird oder ist das eine einstudierte synchrone Choreographie?)

    Ein „Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ veröffentlichte „den ersten Zusammenhaltsbericht“, der besagt, dass es Filterblasen nicht nur digital sondern auch in der analogen Welt gibt. (so die taz). Mein erster Impuls ist es, einen bedeutenden Franzosen zu zitieren: „Nein! Doch! Ooh

    Irgendetwas, vielleicht ist es der cringe Name von Institut und Bericht, weckt meine Neugier und ich möchte Hintergründe wissen. Okay. 10 Universitäten mit anscheinend bedeutender Förderung des BMBF. Das ist einerseits eindeutig staatstragend, anderseits sollte es inhaltliche Substanz jenseits des Offensichtlichen haben. Erfreulicherweise ist der ganze Bericht frei verfügbar und ich hoffe mal., ich komme dazu 127 Seiten solider Sozialwissenschaft zu lesen.

    Wir haben Peak Beige überschritten.

    Christa Chorherr mutmaßt, Warum im Ersten die Zahl der Bewohner abnimmt.

    Das war genug Spaß für heute!