Kategorie: Alltag

  • 23-10-26 Sternenpilot aus San Francisco

    23-10-26 Sternenpilot aus San Francisco

    Die „kernigsten Modetrends“ sind angekommen. Es handelt sich vor allem um eine IT-Fachhose. Übelmeinende Menschen würden despektierlich von Rumschlumpf-Jogginghose reden.

    Madame trug derweil Holzfällerhemd.

    Die Fernuni veröffentlichte die Sommersemster-Klausurergebnisse von ETTI (Einführung in die technischen und theoretischen Grundlagen der Informatik). Selbst bei den Wirtschaftsinformatikern, die traditionell bei derartigen Klausuren immer am schlechtesten abschneiden, lag die Bestehensquote bei 80%. Das sollte also auch für mich machbar sein.

    Ich versuchte 30 Urlaubstage für 2024 so auf 8 Klausuren zu verbasteln (samt Vorbereitung und Erholung), dass mir überhaupt noch Urlaub-Urlaub-Tage übrig bleiben.

    LinkedIn kann zu etwas Nutze sein. Ich staune.

    An der Prenzlauer Allee folgten wir einem älteren Herren in kurzer Hose, der auf einer Sackkarre einen größeren Aktivlautsprecher transportierte, darauf festgebunden eine Spielzeugpistole. Vor dem Planetarium spielte er „Welcome to the Hotel California.“ Eine Viertelstunde später trafen wir ihn, inzwischen mit Kumpel, im Ye Beni wieder. Wir aßen Mantı, er Falaffel. Es freut mich, dass Berlin dafür immer noch Platz hat, trotz aller Immobilienhallodris.

    DirectX

    Wir waren auf dem Weg ins Zeiss-Großplanetarium.

    Ryan Wyatt von der California Academy of Sciences / Direktor des dortigen Morrison-Planetariums sprach über „A Universe of Data.“ – wie stellt man astronomische Datensätze möglichst gut visuell dar.

    Wyatt ist anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Planetarien in Deutschland. Er durfte und musste über seine Arbeit an Datenvisualisierung auf dem ganz großen 23-Meter-Bildschirm erzählen.

    Der Vortrag war gut und interessant. Er zeigte Beispiele von der Milchstraße, dem Asteroidengürtel und der Sternentstehung. Richtig gut wurde es außerhalb des Vortrags.

    Wyatt bezeichent sich selbst als guten „Pilot“ einer Planetariumsshow. Aber er kennt das Berliner Planetarium und dessen Bedienung nicht. Seines in San Francisco funktioniert etwas anders. Und gerade dort wo er stockte und die Sache nicht lief wie gedacht, hatten wir als Zuschauer einen tollen Blick „hinter die Kulissen.“ Das schnelle Rückspulen des Asteroidengürtels werden wir beide nicht vergessen – Angesichts des Themas passend.

    Auch schön: Wyatts Planetarium in San Francisco hat nur eine 3D-Projektionstechnik aber keinen klassischen Sternenprojektor mehr. Er wirkte angemessen begeistert einen State-of-the-Art-Projektor bedienen zu können.

    Ich liebe Planetariumspublikum. Die Diskussion danach war konsequent On Topic, es gab keine Nebenreferate und das Niveau der Veranstaltung stieg noch einmal deutlich. Unter anderem lernte ich, dass selbst terabytegroße Datensätze gerne als CSV-Dateien getauscht werden.

    Eine Menschentraube ließ sich an der Steuerkapsel und den Rechnern nach dem Vortrag die genaue Bedienung der Rechner erklären. Auch interessant aber mir zu traubig in dem Moment.

    Die Planetariumsmacher gehen davon aus, dass sie eigentlich eine Game Engine mit DirectX betreiben.

    Sternenprojektor im Carl-Zeiss-Planetarium

    Per Linkem ad Astra

    Wyatt ist auch Inhaber einer großartigen Web-1.0-Website von der aus seine großartigen Ex-Blogs verlinkt sind. Fast bedauere ich, dass er anscheinend irgendwann erfolgreich und halbwegs seriös wurde.

    Veranstaltungen zum Centennial of the Planetarium. Unter anderem läuft im Deutschen Museum (dem Geburtsort des Planetariums) eine Sonderausstellung.

    Mehr zum Jubiläum und der Geschichte in der Zeit: Zu den Sternen – 100 Jahre Planetarien

    Fuchka

    Frau Novemberregen reist nach Genua ist ist angetan (aus genau den richtigen Gründen), bloggt darüber aber so erratisch, dass ich kaum verlinken kann.

    Die Freuden der Onlinewerbung spülten mir den Fernuni-Planer in die Timeline: 95 Euro für ein aufgebohrtes Notizbuch mit etwas Schnickschnack. Faszinös. Der ist immerhin zielgruppengerecht: Es gibt die Geschmacksrichtungen „International University“ und „Alle anderen halt.“

    (Um es gesagt zu sagen. Meine Links sind weitergehende Informationen und niemals bezahlte Werbung. In dem speziellen Falle rate ich vehement vom Kauf ab. Aber ich gehe davon aus, dass ihr erwachsen seid und einen Onlineshop betrachten könnt ohne auf ‚Kaufen‘ zu clicken.)

    Bei den seltsamen Zuwanderungsdebatten denke ich ja oft an Wesselburen. In das 3000-Einwohner-Städtchen sind in den letzten Jahren 500 bis 1500 (die Zahlen schwanken, hohe Dunkelziffer) Landarbeiter*innen aus Rumänien gezogen. Gerechnet auf Deutschland wären das 13 bis 40 Millionen Menschen. Es zeigt sich: soviel Zuwanderung ist möglich ohne dass Anarchie auf den Straßen ausbricht. Überhaupt läuft alles recht gesittet ab. Aber als als regelmäßiger Besucher der Stadt sage ich ja auch: Es ist schon alles sehr anders geworden auf den Straßen. Strg F, ein Jugendformat des NDRs, hat das Thema nun auch bemerkt und eine Reportage darüber gedreht: Rumänen auf dem Acker. Wie Kohl ein Dorf verändert.

    Madame kochte letzte Woche das Ginger Chicken aus Kitchen Impossible. So langsam nähert sich die nächste Saison. Und vielleicht erinnert sich noch jemand an Tim Mälzer, der in einem Streetfood-Van in New York Fuchka aus Bangladesh kochen musste? Nach Mälzer entdeckte nun auch die New York Times für ihren Great Read das Tong und die Straßenecke mit acht verschiedenen Fuchka-Anbietern: One Block. 8 Food Carts. One Choice: Fuchka.

  • 23-10-24 Normale Menschen

    23-10-24 Normale Menschen

    Ex-Shawarma One erfindet sich als „Fresh Bistro“ neu. Ich glaube es bleibt bei Döner.

    Neben MacGeiz eröffnet ein neuer Supermarkt. Wenn ich mich gerade recht entsinne wird es neben zwei türkischen, einem chinesischen und einem afghanischen Supermarkt der erste arabische Supermarkt dieses Straßenabschnitts.

    Mein Tagesablauf läuft from Dawn to Dusk. Irgendwann in den Spätausläufern des Sonnenausgangs fahre ich zur Arbeit, im Sonnenuntergang wieder zurück. Das wird vier Monate lang nicht besser werden. Endlich herrschen draußen erträgliche Temperaturen und dann sieht man nichts mehr.

    Halb-gelesen ins Regal gestellt „Mit Chemnitz ist zu rechnen.“ Nachdem wir dort im Industriemuseum die Reste einer Sonderausstellung zu Chemnitzer Rechenmaschinen und DDR-Computern gesehen hatten, hatte ich hohe Hoffnungen für das Buch zur Ausstellung. Leider nicht erfüllt: Überwiegend geschrieben von Ex-Robotron-Ingenieuren, die Soziologie und Geschichtswissenschaft vermutlich für gefährlich halten. Leider fernab jeder Erzählunst oder Analyse. Um so erstaunlicher, weil die eigentliche Ausstellung auch in dieser Hinsicht kompetent gestaltet war.

    Ausgefüllt: die Einsendeaufgaben zu Produktion und Logistik. Bestellt: die restlichen vier Wirtschaftsinformatik-Pflichtmodule noch zum alten Preis.

    Im Dunklen, aber immerhin, konnte ich endlich wieder ins Stadtbad Schöneberg. Nach verbranntem Bauch und ewig anhänglicher Erkältung, fühlte ich mich wieder schwimmfähig. Heute sind Herbstferien, es regnete in Strömen und das Stadtbad Schöneberg ist eines von zwei „freizeitorientierten Bädern“ der Berliner Bäder. Alles war mir in meiner Wahl von Zeit und Ort egal – nicht aber den 500 Eltern mit ihren Kindern und auch nicht den 500 Jugendlichen. Mit Schwimmen war’s eher nicht so. Aber es war schön, sich überhaupt mal wieder in einem 25-Meter-Becken zu bewegen.

    Ladenschild "Home Area" und grüne Ampfeln bei strömendem Regen in Nachtdunkelheit.

    Hagebuttenhigh

    Madame feierte die fast-fertig-Betriebsfähigkeit ihres Arms, indem sie mehrere Kilo Rosenbestandteile in Hagebuttenmarmelade und Rosenblütengelee verwandelte. Beides selbst gesammelt auf und um die Latifundien herum.

    Gelernt: Niemals ließen sich die Hagebutten so leicht verarbeiten wie dieses Jahr. Nach mehreren Stunden auf „High“ im Slow Cooker reichte eine einzige Runde durch die Flotte Lotte um verarbeitungsfähiges Mus zu bekommen. Allerdings: In kleinen Mengen. Insgesamt kurbelte sie eine Stunde.

    (Zum merken: 5,7l Crock Pot so gut wie voll, anderhalb Liter Wasser. High aus 12 Stunden – weniger wäre auch gegangen. Am Ende ergab es zwei Kilo Hagebuttenmarmeladengrundstoff.)

    Wir überlegen, ob das Rosenblütengelee letztes Jahr durch einen Kaffeefilter ging? Dieses Jahr ist es deutlich dunkler.

    Wohlschmeckend natürlich beides.

    Anders als die Anderen

    Zum Aufstehen lief im Deutschlandfunk ein Interview mit Amira Mohamed Ali – ehemals Linkspartei, jetzt Sarah-Wagenknecht-Partei. Eigentlich schlägt mir Deutschtümelei vor dem ersten Kaffee auf den Magen und ich versuche, wegzuhören. Aber diesmal stolperte ich über die Aussage, sie wollten „Politik für normale Menschen“ machen.

    Mir wurde klar: Deshalb ist das nichts für mich. Spätestens in der Jugend wurde mir klar, dass ich kein deutsch-normaler-Mensch bin. Und ich wage die Behauptung, die Mehrheit der in Deutschland lebenden Menschen, selbst die Mehrheit der deutschen Passinhaber, ist kein „normaler Mensch.“

    Wahrscheinlich waren die „normalen Menschen“ noch nie die Mehrheit. Aber inzwischen fehlt das medial-kulturelle Grundgerüst, dass alle diese Menschen in ein Normalitätsraster zwängt.

    Für diejenigen, die sich selbst als „normale Menschen“ empfinden ist das eine Kränkung, dass sie gar keine Mehrheit mehr sind. Und darüber werden sie aggro.

    Gar nicht normal ist Teenager Herzbuch. Er ist überdurchschnittlich gut in der Schule. Und – das freut mich wahnsinnig für ihr, dass so etwas heutzutage möglich ist, deshalb geht er jetzt drei Tage die Woche in die Uni.

    Zufällig in die Timlelines gespült: Von der Wohltat, nichts Besonderes zu sein. Wenn das „normale“ gar nicht so allumfassend ist wie frau denkt.

  • 23-10-22 Abmähen (Marienkäfer im Ohr)

    23-10-22 Abmähen (Marienkäfer im Ohr)

    Das IT-Team der Berliner Bäder Betriebe AöR sucht ein*e neue*n Mitarbeiter*in. Ich kann diesen Job nur empfehlen. Außerdem dürft/müsst ihr dann mit mir zusammenarbeiten.

    Madame recherchierte Finnlandfähren im Internet. Ich weiß nicht, ob es etwas taugt. Aber das Helsinki-Stockholm-Rostock-Kombiticket der estnischen Fährgesellschaft klingt spannend.

    Ich benötige einen anderen RSS-Reader. Bei Feedly kratze ich immer wieder an den Grenzen der kostenlosen Version. Das Produkt ist mir mittlerweile aber so unsympathisch, dass ich mich weigere, dafür Geld zu bezahlen.

    Laut einem Online-Klamottenhändler sind „die kernigsten Modetrends auf dem Weg zu dir.“ Na dann.

    Auf Herbst gebürstet

    Während die Kranichschwärme über uns zogen, Hummeln und Wespen die Sonnentage nutzten, bürsteten wir den Garten jetzt doch auf Herbst.

    Madame entkrautete 1R.

    Die Wiese wurde komplettemang abgemäht und ein vollkommen neuer Garten offenbarte sich. So wunderlich, alle Beete gleichzeitig sehen zu können.

    Beim Wiesenmähen offenbarte sich ein Stapel noch-zu-verbrennender-Rosenschnitt, dem ebenjenes wiederfuhr.

    Madame erntete Quitten bei Nachbars. Dann ging sie zur Brombeere, um Hagebutten zu sammeln.

    Der Grill-Pizzastein erlebte seine Einweihung mit Flammkuchen (Samstag) und Pizza (Sonntag).

    Da ich der Wettervorhersage nicht traue, stellten wir das Wasser ab.

    Auf der Terrasse sitzend, hatte ich ein Wasser-im-Ohr-Gefühl. Das war überraschend, denn es war sonnig, trocken und einen Wasserangriff auf mein Ohr hätte ich vermutlich mitbekommen. Im Ohr entdeckte ich erstmal nichts. Nachdem das Gefühl nicht wegging und etwas später, tauchte dann ein Marienkäfer auf. Glück gehabt.

    Überhaupt saßen Dutzende Marienkäfer auf allen sonnenbeschienenen Flächen.

    Diese wurden nur von den Gänsen und Kranichen übertroffen. Mitte Oktober ist die beste Kranichzeit in den märkischen Hamptons. Stundenlang jeweils morgend und abends von Nord nach Süd, von Ost nach West und im Kreis eine Thermik ausnutzend. Neuer Anblick: ein Gänsekeil in Vollbremsung:

    Der Gänsekeil kommt von Westen. Rechts fliegen, anscheinend auf einer Höhe, zwei Kraniche heran. Die drei Spitzen-Gänse bemerken das, bremsen ab. Die weiter hinter versetzten fliegenden Gänse fliegen ungebremst weiter. Bis sie auch abbremsen. Und so weiter. Es sah aus wie ein Keil, der auf ein Hindernis trifft und geknautscht wird.

    Größer Kranichschwarm vor Himmel.

    Die Standardformel

    Fast beendet: Der Fernuni-Teil „Produktion und Logistik“ im Model „Internes Rechnungswesen und funktionale Steuerung.“ Morgen werde ich noch die Einsendeaufgaben absolvieren, dann kommt in dem Modul nur noch „Marketing“ dran. Danach wird das Modul bis Mitte Februar unbeachtet in der Ecke liegen.

    Fast bedauere ich mein 4-Modul-Semester. Ich halte es immer noch für schaffbar. Aber es bedeutet, dass ich die wahrscheinlich einfacheren Module – wie dieses – erstmal nur oberflächlich und kursorisch abhandeln kann. Und, Überraschung dieses Studiums, eigentlich finde ich die BWL-Sachen echt spannend, würde gerne tiefer einsteigen, mir Literatur besorgen und all‘ sowas. Aber dieses Semester wird das nichts mehr.

    Und in diesem Studiengang auch nicht. Im Bachelor Wirtschaftsinformatik ist ebenjenes mein letztes BWL-Modul.

    Bleibt mir nur DER MASTERPLAN – in dem könnte ich bis zu acht BWL-Master-Module wählen. Aber erstmal muss ich morgen beantworten was die optimale Logistik zur Herstellung der Wimblendon-Tennisbälle wäre, aus finanzieller oder aus ökologischer oder aus sozialer Hinsicht.

    658 Englischvokabeln

    Signorino feiterte Tante Guri.

    Herr Rau zählte Englischvokablen.

    Herr Buddenbohm lauschte der Disco-Version von Hava Nagila.

    Karen inspirierte nicht nur zu Finnlandfährerecherchen (siehe oben) sondern hat auch wieder finnische Pfadfinderadventskalender im Angebot. (Und ich hoffe, die finnische Post nutzt wenigstens einen berittenen Kurier, der die Kalender dann persönlich zustellt..)

    Das 25-Jahre-USA-kulinarisch-Kochbuch gedruckt.

    Eine AI-Firma testete KI, um Einzelnachweise in Wikipedia zu verbessern. Sie veröffentlichte das Ergebnisse in Nature Machine Intelligence. Ich versuche immer noch, die Umfrage zu verstehen, nach der 21% befragter Wikipedistas die KI-Vorschläge besser fand als die menschlichen, 10% fanden die menschlichen Vorschläge besser, 39% hatten keine Meinung. Ergibt nach meiner Kopfrechnung 70% einschließlich der Meinungslosen. Und die 30% die übrig blieben, sind schreiend aus dem Raum gerannt, oder wie?

    Die Schweiz hat gewählt. Lieber Schweizer*innen das könnt ihr doch besser. Bitte nochmal rausgehen, wieder reinkommen und dann vielleicht nächste Woche ein Versuch mit vernünftigerem Ergebnis?

  • 23-10-19 Keine Büromaterialversandsbestellung

    23-10-19 Keine Büromaterialversandsbestellung

    Berechnungen des Bundesinstituts für Risikobewertung zeigen, dass Algen in der Allgemeinbevölkerung einen sehr geringen Beitrag zur Nickelaufnahme durch Lebensmittel leisten. (Quelle)

    Vom T-Shirt zur Zopfmusterstrickjacke in zwei Tagen. Passend zu sieben Grad bei grauem Dauernieselregen verbringe ich die Tage gedanklich auf dem nicht-real-vorhandenen Eisbärfell mit der nicht-vorhandenen-Zigarre vor dem nicht-vorhandenen-Kamin und trinke nicht-vorhandenen-Kräuterrotwein. Unterbrochen von den notwendigsten, allernotwendigsten, Haushaltsarbeiten, aber auch nur gerade so eben.

    Wenig spannend: Schlaf, Halbschlaf, auf irgendeinem streamingfähigen Endgerät läuft noch einmal der fulminate Sieg der LSU gegen Auburn.

    Madame informierte mich, dass ich bis zum 15. November noch Fernuni-Kurse „zum alten Preis“ nachbelegen kann. Also werde ich das tun. So viele wie möglich. Immerhin habe ich gerade das Modul „Investition und Finanzierung“ hinter mich gebracht, dass lehren soll wie man Zahlungen zu verschiedenen Zeitpunkten miteinander vergleichen kann. Würde ich da 50% Preisaufschlag in fünf Monaten akzeptieren, sollte ich den entsprechenden Schein gleich wieder zurückgeben.

    Meldungen aus der Außenwelt: Wir werden reich. Also fast. Das Mietkautionskonto erhielt eine Zinserhöhung. Da es eine deutsche Kleinsparerbank ist, weist der Zinssatz immer noch eine Null vor dem Komma auf. Aber immerhin keine Null mehr direkt dahinter.

    Der Flurfunk spricht von Entwicklungen im hauseigenen Immobilienhallodritum. Ich habe etwas die Übersicht über die verschiedenen Hallodrigruppen verloren – aber mindestens eine Wohnung scheint zur Zwangsversteigerung zu stehen. Uns betrifft das nur mittelbar – unserer Wohnung verließ irgendwann die schlimmsten Hallodrikreise – aber natürlich könnten ausufernde Zwangsversteigerungen weitreichende Konsequenzen für das ganze Haus haben.

    Die Post brachte eine gebrauchte ältere Ausgabe von Roland Hellmanns Rechnerarchitektur und Parmesan.

    Gut war: Madame in der Mittagspause an der fahrenden Bahn abgepasst und dann gemeinsam Richtung Blumenfisch gegangen.

    S_Bahn im Bahnhof Südkreuz

    Waffenhandelserlaubnis

    Notwendige Erwerbsarbeit unterbricht natürlich auch die Eisbärfellzeiten. Von dieser gäbe es gerade spannende Anekdoten zu erzählen. Aber what happens at Erwerbsarbeit stays at Erwerbsarbeit.

    Auf jeden Fall sollen wir Urlaub für nächstes Jahr planen.

    Das weckte bei mir mal wieder den Drang, nach Bildungsurlaub zu schauen. Aber neben Angeboten speziell für den öffentlichen Dienst:

    Wege der Entschleunigung und Balance für Beruf und Alltag

    Sie haben den Bildungsurlaub „Die Entdeckung der Langsamkeit“ (I.) besucht und möchten Ihre Fähigkeiten und Potenziale vertiefen.

    Liegen anscheinend meine Vorstellungen von „Bildung“ und die der Anbieter und Zertifizierungsstellen quer zueinander. Ich habe den Eindruck im Wesentlichen gibt es drei Gruppen des Urlaubs: „Entschleunigtes Yoga-Waldbaden mit Resilienz-QiGong“, eine Art „Pauschalreise aber des Bildungsurlaubs wegen müssen sie eine*n pensionierte*n Erdkundelehrer*in als Gruppenleitung mitnehmen.“ oder „Sprachurlaub.“

    An Sprachurlaub hätte ich vage Interesse. Aber so ein wenig langweilig als Thema ist das auch. Dann doch lieber „Vorbereitungskurs Waffenhandelserlaubnis.“

    Junge Menschen, alte Häuser

    Am Bahnhof Südkreuz wird irgendwann irgendetwas passieren. Der Tagesspiegel-Newsletter schreibt von einer „Handlungsvereinbarung“ zwischen Deutscher Bahn und Bezirk Tempelhof-Schöneberg mit vielen Handlungsfeldern und Zielen, unter anderem:

    „Dazu gehören die Erarbeitung von Nutzungskonzepten für die Vorplätze Nord, West (Hildegard-Knef-Platz) und Süd, der Umbau des Fernbusterminals, die Verbesserung der Anbindung an das Radwegenetz, die Anlage von mehr Radstellplätzen (und die Errichtung eines Radparkhauses), die Nutzung des Parkdecks Nord und Konzepte zu den Themen Sicherheit, Gesundheit und Soziales.“

    Bis 2030 soll die Umgestaltung abgeschlossen sein. Ich rechne also bis 2028 mit der nach außen unauffälligen Tagen von Arbeitsrunden und Austauschgruppen. Bis 2028 wird es keinerlei sichtbaren Veränderungen geben und bis 2038 wird alles eine große Baustelle. Wenn ich 2039 immer noch regelmäßig am Südkreuz wäre, würde mich das zumindest wundern.

    Zettelkataloge zu Stricknadeln. So war es in der DDR.

    Claudia schreibt über Japan und Berlin, das Ankommen an einem Ort, das Entfremden an einem anderen und über Heimat.

    Frau Herzbruch schreibt über alte Häuser.

    Frau Novemberregen über junge Menschen.

    Und über „Mut zum Scheitern.“: Ich kann Ihnen – es mag Sie beruhigen oder auch nicht – in voller Ernsthaftigkeit versichern: Sie brauchen keinen Mut zum Scheitern. Sie scheitern eh, ob Sie wollen oder nicht, ob Sie etwas machen oder ob Sie es lassen (vermutlich scheitern Sie im „lassen“ noch viel mehr als im „machen“).

  • 23-10-17 Ah, dolente partita!

    23-10-17 Ah, dolente partita!

    Der moderne Mensch von heute trägt nicht nur Badezimmerteppich als Jacke sondern auch Rollrasen. Ausweislich des Logos auf dem Rollrasen ist der gar nicht so preiswert. Ich bin begeistert.

    Im Treppenhaus riecht es nach frischem Holz. Um die Treppe zwischen oberstem Stockwerk und Dachboden entstand ein Holzverschlag. Wir hoffen jetzt mal, um die Hausbewohner vor Dreck und Lärm zu schützen.

    „Reisebüro und Medien“ in der Straße hier ist nach wenigen Wochen schon wieder ausgezogen. Kommt jetzt wieder ein Wettbüro?

    Bekanntengespräch über Wohnungssuche in Berlin. Selbst Menschen, denen ich ein Einkommen in der oberen Mittelschicht zubilligen würde, finden nach Monaten intensiver Suche nichts für sich und Kinder. Nicht mal ansatzweise. Wohnungsbesichtigungen mit hundert Interessierten Parteien von denen der Makler sagt: „Alle hier eignen sich problemlos als Mieter.“

    Ein Wasserzähler wurde gewechselt.

    Madame suchte das Stadtbad Schöneberg auf und crockte Ginger Chicken.

    Pur delle mille un’utile fatica

    Es ist sicher: Wenn ich mir vornehme, mich einen Tag nicht zu bewegen und ihn vorm Internet-Streaming zu verbringen, werde ich den Tag aushäusig beenden. Er endete im Sagar bei Dal Tarka und Butter Chicken. Allerdings musste ich vorher meinen schmerzenden Körper aus der Wohnung verabschieden und in die Berliner Ortslage Witzleben bringen.

    Noch inspiriert vom samstäglichen Konzert, hatte ich mich durch das Internet gegruschtelt und das Alte Musik Fest Friedenau gefunden. Madame fand das Konzert „Letzte Worte“ mit Trio tiefsaits, und Ælbgut und Xaver Schult, die unter anderem Stücke von verschiedenen Bachs, Monteverdi, Heinrich Schütz und Reena Esmail spielten. Es ging, wenig überraschend, um Letzte Worte.

    Nachdem wir am Abend vorher schon einer musikalischen Verwandlung von Albern zu Leicht verzweifelt beigewohnt hatten, schienen Letzte Worte eine konsequente Fortsetzung.

    Ein klassisches Konzert in einer Kirche versprach zudem Sitzplätze, und überhaupt Rahmenbedingungen, die einem Publikum Ü70 zumutbar waren. Also beschlossen wir um 15.30h, dass wir um 17.00h Uhr in ein Konzert gehen könnten, alarmierten Professor Transformation und eilten, so sehr es der hinkende lahme Körper zuließ zur Ringbahn und zur Station Messe Nord.

    Entdeckung 1: Ortstlage Witzleben. Sehr angenehm idyllisch. Entdeckung 2: die Kirche am Lietzensee. Wie viele moderne Kirchen von Außen eher unauffällig, von Innen eine Wucht. Zusatzentdeckung: Dort findet die Musikreihe Titans Rising mit Alter Musik statt – ist auf der Merkliste.

    Entdeckung 3: Ælbgut. Meine Güte, sangen die großartig.

    Blick in der Kirche am Lietzensee Richtung Altar.

    O ciechi, O ciechi

    Mein erstes Mentoriat! Der Plan dieses Semester ist es, mehr Entertainment aus den Fernuni-Kursen herauzuholen. Also werden nicht nur ich und das Skript zusammen Zeit verbringen, sondern ich nehme auch Angebote wie Discord und Mentoriate an.

    Nun mein erstes Mentorat, „Einführungen in die Technische und Theoretische Informatik – Kurseinheit 1 – Aufbau und Funktionsweise eines Computers.“ Ich schlage mich gerade noch mit Interner Kostenrechnung in einem anderen Modul herum, war also unvorbereitet.

    Das machte wenig, denn der Mentor erzählte anfangs eh wenig von Kurseinheit 1 sondern war schon voll in Einheit 2 „Befehlssatzarchitekturen“ unterwegs. Die hatte niemand vorbereitet. Überhaupt erinnerte das ganze mehr an die Feuerzangenbowle als ich vorher geahnt hätte. Was meinem Wunsche nach Unterhaltung durchaus nachkam. Aber vielleicht nicht das perfekte Aufwands-Ergebnis-Verhältnis ergibt, dass man sich beim Lernen wünscht.

    Allerdings tauchten die Fragen auf, die anscheinend Klassiker dieses Kurses sind: Was ist ein Akkumulator? (Nein, keine Batterie) und was genau ist ein Register? Beides wird im Skript gar nicht oder mehrdeutig beschrieben, dann aber in der Einsendeaufgabe als bekannt vorausgesetzt.

    Im Discord lernte ich:

    Die Fernuni will die Gebühren erhöhen. Um 50%! Hätte ich das noch rechtzeitig bemerkt, hätte ich einfach dieses Semester alle Module belegt, die ich aktuell belegen darf und dann einfach bis zum Rest des Studiums kostenlose Wiederholungsbelegungen durchgezogen. Aber Tempi passati. Also Inflation hin oder her. Aber 50%? Ernsthaft?

    Che vale a soggiogar tanti paesi?

    Leider habe ich zu wenige Kontakte und zu viele Skrupel. Aber ich bin mir sicher, es entwickeln sich gerade hervorragend funktionierende Geschäftsmodelle, die „Asylbewerber-Bezahlkarten“ in echtes Geld umwandeln werden. Nicht ohne kräftige Gewinnmarge für die Umwandler. Schön, dass die Politik auch ein Herz für Organisierte Kriminalität hat und ab und an Förderprogramme für diese auflegen möchte.

    Das Bundesamt für Risikobewertung betreibt ein „Verhaltenswissenschaftliches Forschungslabor.“ Die betreiben lustige Studien und bieten dem/der Teilnehmer*in gleich noch die Gelegenheit das BfR mal von Innen zu sehen. Leider scheint man Vormittags freie Zeit zu benötigen. Für Interessierte.

    Weniger experimentell, mehr geistig: What Do We Need To Do To Achieve a Just Peace? A “Conversation” with John Rawls

    Die Vogelguckerin zog an die Nordsee. Passend dazu, schiehallion zeigt „Birder’s Paradise“ (Gott Bay, Isle of Tiree, Inner Hebrides of Scotland)

    Kellerkind malte Karten. Danke auch für die unsrige!

    Herr Buddenbohm denkt an Meister Röhrich. Es gibt mir damit die Gelegenheit, auch Erskine Childers „Riddle of the Sands“ und Italo Calvinos „Wenn ein Reisender in einer Winternacht“ weiterzuempfehlen. Ich hoffe, irgendwann wird mein Italienisch gut genug, damit ich auch Se una notte d’inverno un viaggiatore lesen kann.

  • 23-10-15 Lichtorgel (Frieden durch Lärm)

    23-10-15 Lichtorgel (Frieden durch Lärm)

    Herr southpark, was haben Sie im Jahr 2023 eigentlich so gemacht?

    • Brombeeren bekämpft.

    Freitägliche Freuden des Büros. Als ich mein Fahrrad in der Tiefgarage aufschließen wollte, war dies mit Vogelfedern übersäht. Mausern sich Tauben? Oder haben wir jetzt auch einen Falken in der Tiefgarage?

    Auf der Fahrt zu den Latifundien überholten uns wieder einmal die neuen nicht-gekennzeichneten Mercedes-Sprinter mit Blaulicht. Madame befragte das Internet und kam auf: „SEK/MEK im Einsatz. Dürfen die Sondersignale nur nutzen, wenn Gefahr für Leib und Leben droht.“ Okay.

    Nachtschlaf unterbrochen durch zehn Minuten heftigen Sturms, in denen wir dachten, uns fliegt der Bungalow davon. Später beim Garten-Subbotnik strahlender Sonnenschein bei Fast-Windstille. Bei der Rückfahrt nach Berlin wieder zehn Minuten Sturm während wir durch eine Brandenburger Allee fuhren. Ich hatte Sorgen, dass heruntergerrissene Baumteile gleich die Frontscheibe durchschlagen.

    Überhaupt: Nach Neuer Batterie am Montag und einer halben Wochen des Herumstehens, tat der Subaru noch – Hurra!

    Zum Aufwachen im Garten stundenlanges Kranich-Getröte. Wir sind so verwöhnt, dass wir uns nicht einmal die Mühe machten nachzuschauen, ob wir sie gerade sehen können.

    Sail away, Sunshine boys

    Wieder einmal ging es einer Brombeere zu Leibe. Diesmal allerdings nicht unserer eigener – die bleibt aktuell verschwunden.

    Es ging um die Brombeere auf einem Nachbargrundstück, das seit Jahren (Jahrzehnten?) in schwierigen Besitzverhältnissen lebt. Der Brombeerstrauch dort nimmt mittlerweile die 15 Meter Front vom Grundstück zur Straße ein, reicht 5, 6, 7(?) Meter weit in die Tiefe des Grundstücks und ist 4 bis 5 Meter hoch.

    Der Verein hatte beschlossen zumindest die Grundstücksränder und Grenzen zu den Nachbarn freizulegen. Der Gartenwart hatte sich einen Minibagger besorgt, mit dem er dem Strauch zu Leibe rückte, wir anderen schnitten den Bagger immer mal wieder aus den Ranken heraus und verarbeiteten die Brombeerranken weiter. Mit Skepsis sahen wir, dass die Wurzeln im Boden gelassen wurden. „Wir halten das jetzt mit dem Freischneider kurz.“ Ich bin gespannt.

    Auf unseren Latifundien wurde der Endsaison-Wiesenendschnitt weiter betrieben. Die Zwiebeln kamen in den Boden:

    • Madame verteilte Alliums möglichst gleichmäßig über die Beete.
    • Die Sunshine Boys entlang des Obstbaumsweges von der alten zur neuen Birne.
    • Die übliche Mischung zwischen Rotdorn und (Ex-)Brombeere sowie am zukünftigen Durchgang zum Thingplatz.
    • Sail away“ zwischen den Sträuchern des Ostens.

    Guacamole

    Das gemeinschaftliche Herbstfeuer mussten wir ausfallen lassen, denn es galt ein Geburtstagsgeschenk einzulösen. Das Lumpenpack spielte in Huxleys Neuer Welt. Und es war überraschend. Das Ärzte-inspirierte-Pop-Kleinkunstduo hatte auf fünf Personen aufgestockt (Lola Schrode – Bass, Alex Eckert – Schlagzeug und Jason „Jason!“ Bartsch – Gitarre.) Und auf einer Skala von Pigor & Eichhorn bis zu Napalm Death hatte sich die Band erstaunlich weit Richtung Napalm Death bewegt. Wir hatten das Lumpenpack zuletzt 2019 gesehen und meine erste Assoziation war „Da hat jemand während Corona sehr viel Minor Threat gehört.“

    Die Attitüde hatte sich in den Corona-Kriegsjahren merklich verändert. Weniger albern, weniger blödelnd, schlechter gelaunt bis leicht verzweifelt.

    Es gab alte Hits wie Guacamole oder Ford Fiesta (gefühlt in doppelter Geschwindigkeit). Das Publikum konnte ohne Hilfe der Band mehrere Strophen Pädagogen textsicher singen. Und es kam erfreulich viel vom neuen Album Wach von Ich kann das alles nicht mehr bis zum programmatischen Frieden durch Lärm.

    Am Rande: How? Wie konnte mir in all‘ den Jahren Berlin die Existenz von Huxleys Neuer Welt entgehen? Ein 140 Jahre altes Veranstaltungsgebäude, seit 1880 durchgehend als Bierpalast, politischer Versammlungsort, Kino, Konzerthaus, Rollschuhebahn und Veranstaltungsfläche genutzt – inmitten eines absurden 1980er-Umbaus – direkt am Hermannplatz. Und ich kannte es nicht? How?

    Am Rande 2: Wir hatten das Glück direkt neben der Frau vom Licht zu stehen. Einerseits faszinierend zu sehen, wie ihr Gesichtsausdruck von blödem Herumalbern mit dem Tonmensch innerhalb von Sekunden zu kontentrierter Aufmerksamkeit wechseln konnte. Aber auch faszinierend zu sehen, dass sie durchgehend im Rhythmus der Musik an Reglern, Knöpfen und Schiebern herumhantierte. Da bekommt der Ausdruck „Lichtorgel“ eine ganze andere Bedeutung.

    Bühne von "Das Lumpenpack" - Huxleys neue Welt.

    Eisbär – Linksverkehr

    Pläne für heute: Badewanne mit Voltaren. Nicht bewegen. Dabei im Stream Ninja Warrior Germany und Auburn at LSU nach-sehen.

    Im Markgräflerland wurde Corona-geimpft. Hier werden wir mal mit Impfen-in-der-Apotheke testen.

    Wo ich mich schon durch die Punk-Klassiker ge-youtubed habe, ein großartiger Auftritt der Bad Brains: Big Take Over.

    Susanne fotografierte den Stachel-Schirmling und den Erdstern.

    Christa Chorherr schreibt über eine Uhr:

    Auf der Rückseite ist „Franz“ eingraviert. Es gab einen Onkel Franz in meiner Familie, einen (älteren) Bruder meines Vaters, der aber vor meiner Geburt, so wurde mir berichtet, bei einem Unfall ums Leben gekommen wäre und zwar während der Umstellung von links-auf rechts-Fahren. Da gab es zeitweise keine gesamtösterreichische Regelung.

  • 23-10-13 Sieben auf sieben Streich

    23-10-13 Sieben auf sieben Streich

    Was sollen wir machen 48 Stunden lang? Was sollen wir machen?

    Schlafen.

    Okay, nicht 48 Stunden am Stück. Aber den überwiegenden Teil des Mittwochs und auch am Donnerstag größere Stücke. Die kleine nervige Erkältung, die seit Wochen weder verschwinden noch eskalieren will, hatte sich doch zur Eskalation entschieden.

    Nachdem der Mitwoch dann aus Schlaf-Halbschlaf-Dösen bestand, ich das Schlafzimmer nur kurz zum zwischenzeitlichen Durchlüften oder zum Abendessen verließ, wurde der Donnerstag aktiver.

    Ich kochte selbsttätig Kamillentee! Und suchte mir auf ran.de das ReLive des College-Football-Spiels Wake Forest Demon Deacons vs. Clemson Tigers heraus.

    Der Versuch, das Mittagessen vorzubereiten endete hingegen darin, dass ich ein Geschirrtuch in Brand setzte. Immerhin fiel mir dann ein, dass Madame ja zum Mittagessen kommen wollte und es eh noch der falsche Zeitpunkt war. Es zeigte mir schnell meine begrenzten Möglichkeiten auf.

    Durch meinen Nebel hindurch drang die Nachricht, dass Madame Zugfahrkarten für Weihnachten gekauft hatte.

    Protipp: Kaufen Sie JETZT Bahnfahrkarten für Weihnachten. Der Verkauf wurde gerade eröffnet. Noch sind Supersparpreise, Sparpreise – und in beliebten Zügen überhaupt Plätze – verfügbar.

    Die letzten 34

    Auch durch den Nebel hindurch erreichte mich die Nachricht:

    Die Algorithmische-Mathematik-Klausur ist bestanden!

    Es war, passend, ein Gewürge und ein gerade-so-eben. Aber das bleibt im Stil zwischen mir und dem Kurs. It was a wild ride, sehr anstrengend, aber ich quasi durchgehend mit breitem Grinsem im Gesicht. Damit habe ich einen großen Stein zwischen mir und dem Bachelor aus dem Weg geräumt.

    Das bedeutet:

    Sieben Module belegt, zu sieben Klausuren angemeldet und siebenmal bestanden. Ich habe ein halbes Semester Vorsprung vor der Teilzeitstudiums-Regelzeit.

    Für den Bachelor Wirtschaftsinformatik sind 70 von 185 nötigen ECTS auf meinem Konto.

    Für DEN MASTERPLAN sind es 80 von 600 nötigen ECTS.

    Die Hälfte der Bachelor-Pflichtmodule liegt hinter mir. Darunter, irgendwie erschreckend, sämtliche reinen Mathekurse. (BWL: 3/4 Modulen, VWL 0/1, Mathe: 2/2, Informatik: 1/3, Wirtschaftsinformatik i.e.S.: 1/4.)

    Auch gelernt: Bei dem Wirtschaftsinformatik-Pflichtmodul Algo-Mathe haben neben mir genau 33 weitere Wirtschaftsinformatiker*innen bestanden. Wir schrumpfen plötzlich auf eine kleine Gruppe zusammen.

    Im Parlament

    Madame wurde auf Insta gefeatured.

    Später belebte sie mit Hilfe fortgeschrittenen Küchenvoodoos einen untoten Sauerteig zurück zum Leben, wurde aber vom Käse versetzt.

    Mich trieb es heute zurück ins Büro und zur Südkreuzmittagspause.

    Steppengarten hinter Sitzback. Im Hintergrund Flixbus.

    Die Woche über hatten sich zwei Zertifikate höchst merkwürdig verhalten. Die erfolgreiche Reparatur war dabei noch irritierender als der ursprüngliche Fehler. Ich wollte den Freitag-ab-eins-Nachmittag dazu nutzen, noch etwas an den Zertifikaten herumzuspielen. Aber Kollege Kiefer erinnerte daran, dass heute Freitag der 13. ist und damit gilt „Never change a running system on a friday – unless you want to fix it over the weekend.“ -> Verschoben auf den Montag.

    Frau Chorherr war essen.

    Christiane war in Italien.

    Szenen einer häuslichen Wohngemeinschaft.

    Seit Jahren ärgert mich, dass wir vage-unbestimmt-verharmlosend von „Rechtspopulismus“ reden; der Vergleich zum Faschismus aber bestenfalls als polemische Zuspitzung und rhetorische Übertreibung daherkommt. Dabei gibt es gute politikwissenschaftliche und ideengeschichtliche Gründe Orbán, Trump und Bolsonaro in eine Reihe zu stellen mit Horvath, Mussolini und Franco. Freundlicherweise versucht Berthold Franke (keine Verwandtschaft) das ausführlich fundiert das in den Blättern für deutsche und internationale Politik: Für einen neuen Faschismusbegriff. (via @ot@troet.cafe)