Kategorie: Alltag

  • 23-10-10 TeXy McTeXface

    23-10-10 TeXy McTeXface

    Es hat Pfumb gemacht. Oder wie auch immer das Geräusch lautet, wenn ein Motor zündet und ein Auto zum Leben erwacht. Dank Madame, Zio macchina und einer neuen Batterie verwandelte sich der Subaru am Montag von einem großen Metallberg wieder zurück in ein aktives Transportmittel.

    Madame eilte den ganzen Tag hin und her – gegen Abend liefen wir gegenläufig aneinander vorbei. Es hätte Stoff für ein hektisches Boulevardtheaterstück gegeben.

    Am Hinterhaus wird das abgebaute Gerüst in Teilen wieder aufgebaut. Wohl was vergessen. Gleichzeitig begannen die kompetenten Bauherren direkt über unseren Köpfen damit, das Dach abzutragen.

    Passend dazu: Vier Tage mehr oder weniger Dauerregen. Ich ziehe seit Montag wieder die Fahrradhandschuhe an.

    Während die komplette Rest-Parkhaus-Fläche der Südkreuz Offices an DLR vermietet wurde und weitgehend leersteht fand unser Hinterhof zwei neu vermietet Parkplätze. Die Schilder am Parkplatz verweisen auf ein Kenzeichen aus SAN (Stadtsteinach in Oberfranken). Faktisch steht dort meist eine alte quietschende A-Klasse mit Berliner Kennzeichen. Einmal sah und hörte ich einen Fahrer, kurz nach Mitternacht, der anscheinend Zeug geladen hatte und sich am Handy beschwerte, dass sein Chef wieder mal Geld sparen wollte und er deswegen erst so spät Feierabend hat.

    Die Krankenkassen-Wellness-App bietet mir eine „Achtsamkeits-Challenge“, bei der ich täglich fünf Achtsamkeits-Punkte erreichen muss, an. Ich bin kein Achtsamkeitsprofi – hatte aber den Eindruck, dass Challenges und Punkte-Tagesziele jetzt nicht so gut zur Idee passen. Natürlich habe ich mich sofort angemeldet.

    Madame trägt jetzt rund.

    The Lost King

    Professor Transformation begleitete uns ins Kino: „The Lost King„. Der Film (UK, 2023, Regie: Stephen Frears) beruht auf der wahren Geschichte der Philippa Langley. Langley fand als Außenseiterhistorikerin das seit Jahrhunderten verschollene Grab des englischen Königs Richard III.

    Solider Film, eine britische Variante des kleinen ZDF-Fernsehspiels.

    Ich glaube ich bin nicht so Fan von „beruhend auf einer wahren Begebenheit“-Filmen. Einerseits wird viel echtes Leben in seinen Widersprüchen, Ambivalenzen, Absurditäten und Alltäglichkeiten gestrichen, um eine glatte stimmige Geschichte erzählen zu können, die in 108 Minuten passt. Andererseits fehlt die Freiheit der Fiktion. Bei den beruht-auf-einer-wahren-Geschichte-Rahmenbedingungen muss man aufpassen, nicht bieder zu werden.

    Was vor der Biederkeit schützte: die zugrunde liegende Geschichte liegt fernab jeder Erzählkonvention (aber: den Wikipedia-Artikel zu Langley finde ich schon wieder spannender als den Films).

    Die Edinburgh-Aufnahmen sind schön und der für die Handlung zentrale Parkplatz ist hervorragend gecastet. Sally Hawkins als Philippa Langley spielt intensiv.

    Auch schön: Wir waren im Kino International – einfach ein herausragendes Gebäude.

    Eingangsbereich des Kino International

    Lithiumcarbonat

    Einer der Fernuni-Überraschungen ist es, wie sehr selbst in diesem durchgetakteten Studienbrief-Einsendeaufgaben-Format die unitypische Handschrift und Eigenheit der jeweiligen Lehrstühle durchscheint. Selbst innerhalb eines Moduls wie meiner aktuellen Lektüre, „Internes Rechnungswesen und funktionale Steuerung.“

    Während ich beim Teil 1/2 „Internes Rechnungswesen“ (Fandel) innerlich immer Adolph-Menzel-Fabrikbilder vor meinem inneren Auge habe, in denen im Hintergrund in Büros intern mit Feder geschrieben und in großen Folianten gerechnet wird, geht es in Teil 3 („Produktion und Logistik“ – Kieckhäfer) plötzlich um globale Produktionsketten, die Herstellung von Lithiumcarbonat und ökologische und soziale Erfolgskriterien. Teil 3 gönnt mir auch ein wenig Lagrange-Optimierung. Der Teil scheint auch pädagogisch 50 Jahre weiter in der Zukunft angesiedelt zu sein, als Teil 1 und 2. Ich bin glücklicher.

    Entdeckung: Auf dem Mathematik-Informatik-Discord-Server lebt nicht nur BotyMcBotface, der Serviceaufgaben erfüllt, sondern auch TeXy McTeXface der TeX-Code im Chat in korrekte Formeln überträgt.

    Be more like München Mitte

    Wer sich fragt, woher der Ausdruck mmhMcmmhFace kommt: Das Original: ‚Boaty McBoatface‘ tops public vote as name of polar ship

    Manchmal habe ich den Eindruck, die Deutschen hätten aus der Geschichte „gelernt“ und den falschen Schluß gezogen, dass Nazis in ihrem Aufstieg unstoppbar sind. Man muss da nicht einfach nur fassungslos danebenstehen.

    Herr Rau stand nicht nur daneben, sondern premierte als Wahlhelfer.

    Passend dazu: Marc Debus auf der Website der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft: Schwächt eine programmatische Annäherung der Unionsparteien an die AfD den Wahlerfolg der Rechtspopulisten?

    Im am-wenigsten-AfDig gewann der Wahlkreis München Mitte (AfD 4,5%) gegen den Wahlkreis Frankfurt am Main V (AfD 6,7%).

  • 23-10-08 FCK GRN

    23-10-08 FCK GRN

    Zwei Landtagswahlen in Bayern und Hessen fanden statt. Und bevor es für alle noch peinlicher wird, schlage ich vor, wir ignorieren das einfach und tun so als hätte es diese Wahlen nie gegeben.

    Ein Amöbenballon brachte die Nachricht eines erfolgreichen absolvierten Aqua-Fitness-Trainerinnenscheins. Das finde ich natürlich hochgrad töfte.

    Madame las einen Artikel aus Moderne Regional zum Kino International vor.

    Freitag an der Dauerbaustelle vor dem Büro: Das erste Mal „Zivilisten“, die weder nach Bauarbeitern noch nach Immobilienbeauftragten aussahen. Sollten die Wohnung dort langsam vermietet werden?

    Der Schornsteinfeger ließ sich seinen latifundierenden Besuch mit 45 Euro bezahlen.

    Daniel bezahlt die Strafgebühren

    Nachdem das Schicksal auf der kaptainschen Holtour die Ereigniskarten „Lokführer verlässt spontan den Zug“ und „Auffahrunfall vor Neuruppin“ ausgespielt hatte, begnügte es sich auf der Bringtour mit „Elbtunnel gesperrt.“

    Das betraf uns nicht direkt – die märkischen Hamptons und Dithmarschen liegen auf derselben Elbseite – aber indirekt schon. Ganz Südelbien auf dem Weg nach Norden breitete sich quer durch das Hamburger Stadtgebiet aus. Den Teil der Südelbier, der nach Sylt / Nordfriesland / Eiderstedt / Flensburg wollte, trafen wir nicht erst auf der A7 / A23 sondern bereits im Stau auf den Hamburger Zubringern.

    Auf der Bringtour Teil 2 war das Schicksal vielleicht versöhnt, weil wir einen großen Stein im Gepäck hatten (literally, not figuratively). Trotz Nutzung vierer Züge (RB63, RE6, RE70, FLX35) von zwei Anbietern (Deutsche Bahn/ Flixtrain) funktionierten alle Anschlüsse. Wir kamen nach Plan in Südkreuz an. Ich hätte zur Feier eine Blaskapelle erwartet.

    A24-Erkenntnisse: die Raststätte in Gudow rast in erstaunlichem Tempo in den Abgrund. Der Burger King scheint ausweichlich unserer Besuche und der Internet-Rezensionen überhaupt nie mehr „normal“ zu funktionieren. (Überraschend geschlossen, Terminals kaputt, Rindfleisch alle, Getränkemaschine kaputt, you name it), Tank&Rast daneben gibt sich jede Mühe nur ja keine der suchenden Kunden anzuziehen. Die einzige örtliche Alternative, McDonalds am Autohof nebenan, ist vor kurzem abgebrannt. Und das am perfekten Pausenort, je zwei Stunden von Berlin Innenstadt und Hamburg Innenstadt entfernt.

    Zuggespräche: Eine Hamburger Deern aus dem Bilderbuch (schlicht gekleidet aber edel, ebenso zurechtgemacht, leicht raue Stimme, erfolgreich eine zupackende-Art-vermittelnd), erzählte davon wie sie ihr Segelboot überwintern.

    Eine Gruppe Jungerwachsener aus NRW auf Heimfahrt stritt durch den halben Waggon hindurch, ob ihre Zugbindung jetzt aufgehoben ist oder nicht. (Fazit: Daniel zahlt die Strafgebühr, falls sie doch nicht aufgehoben ist)

    Der zugfahrende Bro von heute trägt baggy Cargohosen und wirft sich dazu einen Badezimmerteppich um die Schultern.

    Ländliche Bushaltestelle mit Kühen dahinter und Backsteinhäusern im Hintergrund.

    Gestovter Kohl und lineares Fernsehen

    In Dithmarschen erwartete mich die nächste Runde gegen den semi-smarten-Stromzähler.

    Das obligatorische Fisch-Möller-Essen in Büsum zeigte Inflationserscheinungen. Das Gericht „Scholle“ für 25 Euro hatte sich aufgeteilt in „Scholle-groß“ für 30 Euro und „Scholle-klein“ für 21 Euro. Neu auf der Karte budgetfreundliches Essen wie gestovter Kohl mit Salzkartoffeln für 10 Euro. Als kulinarischer Kohlfan nahm ich die gestovter-Kohl-Variante mit Fischfilet und war glücklich.

    Beim Kaptain ergibt sich die seltene Chance linear fernzusehen. Wir schauten bei Columbo herein. Fast anrührend wie in der Folge von 1990 das hochmoderne Faxgerät zur Lösung des Falles führt – einschließlich Columbo, der („Ich verstehe von diesen modernen Sachen nichts.“) sich das Fax von einer Sekretärin vorführen und erklären lässt.

    Auch gesehen: College Football auf Pro7Maxx. Nachdem ich vor vielen Jahren American Football im Deutschen Fernsehen abgeschworen hatte (Einäugige erklären den Sport Menschen die sie für blindtaubgeruchslos halten), hat sich viel getan. Die Moderation war kompetent und sie scheute sich nicht, es zu zeigen. Hurra! Und ich hatte Glück – es fand ein krasses Spiel statt – die Oklahoma Sooners gewannen in einem Nailbiter par excellence gegen die Texas Longhorns.

    Vor lauter Überschwang wollte ich dann doch gleich den ESPN-Player abonnieren – nur um festzustellen, dass der mittlerweile in Deutschland geogeblockt wird. Ich suche also gerade die beste Variante, College Football legal in Deutschland zu streamen.

    NZS BXN

    Beim Tanken in Dithmarschen sah ich meinen ersten „FCK-GRN“-Aufkleber. Im Stil von NZS BXN (Nazis Boxen) oder FCK AFD (Fuck AfD) nun als FCK GRN (Fuck Grün).

    Erster Gedanke: „Okay. In Schleswig-Holstein. Nicht in Brandenburg. Ich staune.“

    Zweiter Gedanke: „Es gibt Teile der Bevölkerung in der Grüne-hassen schon so sehr als Lifestyleelement angekommen ist, dass man sich Lifestyle-Aufkleber damit ans Auto bappen kann. Was sind das so für Menschen?“

    Junge Männer, Auto mäßig preiswert, tiefergelegt, mit breiten Reifen und breitem Auspuff.

    Zum Teil konnte ich das nicht verstehen: Die Grünen machen die gesellschaftlichen Änderungen ja nicht, ich habe den Eindruck, sie versuchen als einzige darauf eine konstruktive Antwort zu finden. Nur sieht diese Antwort halt keinen Platz für DIY-Autotuner vor.

    Zum Teil verstand ich die jungen Männer also: Sie sind Vertreter einer Lebensform, die stark unter Druck steht: Autofahren wird in den Medien abgewertet; praktisch wird es durch steigende Benzinkosten immer schwieriger. Das Image „des Schraubers“ ist im Vergleich zum Beispiel zur Projektmanagerin auf dem absteigenden Ast. Und irgendwie verkörpern die Grünen das alles. (Von Attitüdeproblemen grünnaher Menschen in den Medien und dem Missverhältnis aus Ankündigung und Umsetzung will ich jetzt gar nicht anfangen.)

    Aber wenn Du eine Lifestylebewegung gegen Dich hast – dann brauchst Du dringend auch eine Lifestylebewegung für dich, sonst hast Du ein Problem.

    European-Sleeper-Kurzbett

    Herr Mess war bei Zammreißen.

    Inka lag im European Sleeper probe.

    Uschi fährt zu allen Nino-de-Angelo-Konzerten.

    Poupou erzählt von der anbrechenden Kultursaison.

    Why Hamas attacked.

    Wer die Landtagswahlen nicht ignorieren will, lerne doch bitte aus der Geschichte. Und zwar nicht „Nazis sind schlimm“ sondern „Welche Formen des Widerstands waren erfolgreich?“ NZS BXN war da nicht das schlechteste. (Langfristig erfolgreicher: Gegenbewegungen. Die erfolgreichste antifaschistische Bewegung der letzten Jahre war Fridays für Future.)

  • 23-10-05 Büromaterialversandsbestellung

    23-10-05 Büromaterialversandsbestellung

    Liebe Bayern und Hessinnen, Bayerinnen und Hessen und alle * aus Hessen und Bayern: Wählt am Sonntag grün!

    Was folgt nach einem halblangen Wochenende: Dienstag Abend K.o. ins Bett gefallen. Mittwoch zum Aufstehen einmal gehustet und dreimal geniest. Aber so wenig, dass es weder Kranksein noch mobiles Arbeiten rechtfertigt. Abends nach Hause gekommen, k.o. ins Bett gefallen. Donnerstag immerhin arbeite ich eh mobil, da kann ich auch dreimal Husten.

    Zu den Annehmlichkeiten meiner Stellung gehört, dass ich alle neuen Verwaltungsmitarbeiter:innen an ihrem ersten Arbeitstag kennenlerne. Selten hatte ich danach ein so erwartungsfroh-freudiges Grinsen im Gesicht wie diese Woche.

    Die Rest-Energie reichte für etwas private Organisation. Dieses Semester, habe ich beschlossen, bin ich in der Fernuni „angekommen“. Ich habe mit den ersten bestandenen Klausuren einen etwas sichereren Stand und auch deutlich mehr Überblick, wo Zeit und Energie sinnvoll investiert sind und wo es mich eher ablenkt.

    Jetzt gehe ich mehr nach dem Motto heran: „Here I am now, entertain me„. Ich meldete mich für Online-Mentoriate an. Beide je 14-tägig. Das Mathe-Mentoriat findet am Mittwochabend statt (Nominell ist es das Mentoriat Coesfeld mit Dr. Bernd Kruggel). Das Mentoriat „Einführung in die technischen und thereotischen Grundlagen der Informatik“ (ETTI) entweder Montag oder Dienstag abends (Nominell das Mentoriat Hagen mit Dr. Reinhold Kloos – wobei bei mir ausschließlich die Veranstaltungszeit den Ausschlag gab, welches M ich besuchen werde).

    Das hochgerühmte Schuhmacher-Mentoriat zum Internen Rechnungswesen muss ich wohl ausfallen lassen. Soviel Entertainment würde ich nicht verkraften.

    Ende des Semesters gibt es ein Präsenz-Mentoriat in Hamburg und Studientage. Ich kann mich noch nicht anmelden. Aber das Abenteuer lockt.

    Sonstiges Highlight der Woche: Ich bestellte beim Büromaterialienversand. Unter anderem Ordner für die Fernuni und eine Vergleichsserie verschiedener Stifte zum bestmöglichen Schreiben von Formeln. Leider steht jetzt wirklich dringlich der Punkt: Neues Regalbrett auf drei Metern Höhe anschrauben für die neuen Ordner auf der Tagesordnung.

    Das Wochenende war netter mit Geschenken und Pulled Pork und Kaffee und Hefeschnecken und Apfelkuchen und Astern, Riesenhummeln, Gaura, leuchtenden Ligusterbeeren und Red-Everest-Zieräpfeln. Nachdem das Teilen der Indigo-Färberhülsen im letzten Herbst eine Axt und erstaunlich viel rohe Gewalt erfordert hatten, kauften wir diesmal neue Ableger bei Förster-Stauden.

    Mittwoch besuchte der Schornsteinfeger den Kaptain auf den Latifundien. Das nehme ich als gutes Zeichen für das nächste Jahr.

    Geburtstagtisch mit Schokolade und neuen Löffeln.
    Für mehr Italianità

    Merken: Nächstes Mal Pulled Pork für sieben Stunden im Grill versuchen. Für den Coleslaw kam dieses Rezept zum Einsatz. Mit dem Herbst-Endmähen der Wiese begonnen.

    Red Cape in a balloon

    Unsere diversen Hausbaustellen finden ja über unsere Köpfe hinweg statt. Spannender ist es in Tübingen, wo die denkmalgeschützte Großbaustelle in die nächste Runde geht.

    Derweil arbeitet Frau Kraut und Rüben in Griechenland: Leonidio.

    Hotel Mama erinnert sich sehr persönlich an das Jahr 1989.

    Fakten, die ich eigentlich kenne, und bei denen ich jedesmal denke: Ist das krass! Wie kann so etwas passieren! Es gibt genau EIN Unternehmen auf der Welt, das Maschinen zum Bau von State-of-the-art Mikrochips herstellen kann. ASML aus den Niederlanden.

    (Mit Außenstandort in Berlin übrigens – ich habe keine Ahnung wie die Arbeitsbedingungen sind. Aber allein der Gedanke, bei DEM EINEN Unternehmen zu arbeiten, wäre cool.)

    Als Fernstudiums-Interessierter las ich besonders aufmerksam den FAS-Artikel zur International University: Die hat in wenigen Jahren 100.000 Student*innen gewonnen und ist damit vermutlich Deutschlands größte Hochschule . Sie wird von einem (britischen) Anlagefonds betrieben und von einem Ex-McKinsey-Berater geleitet, dessen Lieblingsausdruck „KI“ zu sein scheint. Auch scheint sie recht problemlos deutsches Fachhochschulniveau in der Lehre zu erreichen. (Leider hinter Paywall: Die Universität, die alles anders macht.)

    Das ist natürlich vieles spannend und diskussionswürdig: Aber erstaunlich wie die IU es schafft, mit einem ausgeprägt schlechteren Personalschlüssel als staatliche Unis/Fachhochschulen den Student*innen den Eindruck eines besseres Betreuungsverhältnisses zu vermitteln.

    Randall Munroe hatte Recht. Der xkcd-Comic ist von 2007. Betrachtet aus dem Jahr 2023 war das Jahr 2007 genauso wie die Cosplay-Variante es schildert:

    Ein guter Anlass, um Cory Doctorows aktuellen Blog zu re-verlinken: Pluralistic.net

  • 23-10-03 Get throught the greatest limits

    23-10-03 Get throught the greatest limits

    Der Subaru rattert nicht mehr. Genauer gesagt, gibt er kein Geräusch mehr von sich. Die Zentralverriegelung will nicht. Kein Lämpchen leuchtet. Womit das Problem recht eindeutig in der Batterie zu verorten wäre. Nur hilft uns diese Erkenntnis noch nicht zu einem fahrenden Auto.

    Im Markgräflerland konnte auch der kommunale Tigermückenjäger kein Festmahl mit Gartenblick verhindern. Kübelpflanzen sind aber erstmal out.

    Zum Geburtstag schenkte ich mir einen Wecker, der um fünf Uhr klingelte. Und dabei war nicht einmal Reise- oder Ausflugstag. Bis 19 Uhr blieben wir weitgehend auf den Latifundien. Unterbrochen nur durch ein kurzes Fußballspiel von SC Achtsam Prenzlberg gegen FC Schienbein Friedrichshain. Schienbein gewann aufgrund seines belgisch-deutschen Starstürmers. Es war insgesamt sehr anstrengend aber auch sehr schön.

    Am Wochenende wandelten wir mit dem Kaptain um Sans,souci. Ein Mann – ich vermeinte italienische oder spanische Sprachfetzen aus seiner Gruppe zu vernehmen – trug ein T-Shirt „Get throught the greatest limits.“

    Das wäre doch, in genauer dieser Schreibung, ein schönes Motto für das nächste Lebensjahr.

    Hände einer Statue, die sich dem Himmel entgegenrecken.

  • 23-09-30 Die Wissenschaft von Struktur und Muster

    23-09-30 Die Wissenschaft von Struktur und Muster

    Es ratterte und knatterte und.. Nein, eigentlich knatterte es nicht. Es ratterte nur.. rärärärärä. Das erhoffte und vermisste Pfumb wollte nicht kommen. Keine Zündung, kein Start des Motors, nur ein Rattern. Leere Auto-Batterien fallen immer in ungünstigen Momenten auf. Aber Freitag abend, mit dem Kaptein auf den Latifundien wartend, war nicht ideal. Dass der Werkstatt Ersatz-Twingo noch verfügbar war, war mehr als Glück. Vielen Dank! Um den Subaru kümmern wir uns Dienstag.

    Erfreulicherweise brachte uns der Twingo zum Bungalow, wir luden den Kaptein ein und fuhren zu Donna Rosa nach Oranienburg. Es galt mit der besten Pizza Margherita des südlichen Oberhavellandes, Trüffel-Tagliolini und Pfifferlings-Schweinefilet den Roten Adler besonders zu feiern.

    Da Samstag kein Subbotnik war, hatten wir Zeit zum örtlichen Schlachter zu fahren. 20 Minuten vor Ladenschluss erfuhren wir, dass der Verkauf am 2. Oktober nicht öffnet – Glück gehabt, hätten wir dass am 2. Oktober erfahren, hätten unsere 3.-Oktober-Pläne Probleme bekommen.

    Abends stockdunkel aber warm. Ungleichzeitigkeiten der Klimakatastrophe. Während dieses Jahr über den Rest der Welt biblische Katastrophen hereinbrechen, äußert sie sich in Deutschland 2023 darin, dass der Herbst einen schöneren Sommer abgibt als der eigentliche Sommer.

    Ein kaputtes Handy ist auf dem Weg nach Helsinki. Dafür kamen Mangos aus Spanien.

    Madame las auf dem Weg zum Briefkasten Äpfel und Birnen auf.

    In meinem Internet ploppen Vergleiche zwischen Tröt und Bluesky auf, beide Plattformen beginnen Anhänger-Gruppen zu bilden. Ich finde das wunderlich. Ich habe mich „Social Media“ so sehr entfremdet, dass meine Wahl nur zwischen Tröt und Nichts stattfindet. Und eigentlich hält mich nur der Furry-Trans-Femboy-Content auf Tröt

    Dieser Haushalt ist in letzter Zeit stark interessiert an Mathematik und Bildungswissenschaft. Da kommen man am Youtube-Goth-Professor Christian „Inverted Classroom“ Spannagel nicht vorbei. Dem SWR verdanken wir dank SWR2 Tandem ein Interview mit Spannagel.

    Dem Interview verdanke ich die Info, dass CS eigentlich mal Lehrer für Mathe und Latein werden wollte, aber ihm wurde abgeraten, “ Niemand braucht mehr Lehrer“. Dann studierte er Informatik und wurde am Ende Professor für Mathematik und Pädagogik der Mathematik. “ Wie Lehrer, nur noch besser.“ Der Sendung verdanke ich auch den Aussage, die Mathematik ist die Wissenschaft von Strukturen und Mustern.

    Derweil lerne ich Internes Rechungswesen. Ich frage mich wie Kulturkreise das Thema bewältigen sollen, deren Sprachen keine Wörter wie „Verwaltungsgemeinkostenzuschlagssatz“ hervorbringen können.

    Der Tatortreiniger wurde von der BBC nachgedreht und Terence-Eden vergleicht Play-by-Play.

    Das Museum Europäischer Kulturen in Berlin eröffnet am 6. Oktober eine Ausstellung zur Menstruation. Titel: Läuft.

  • 23-09-28 Einkommen & Verbrauch

    23-09-28 Einkommen & Verbrauch

    Burger King im Südkreuz renoviert. Heute wurden die großen 3D-Buchstaben abmontiert. Es kann nur besser werden. Das Queens Pub Schöneberg (ehemals Geisterbahn) renoviert vielleicht. Auf jeden Fall ist der Eingang abgesperrt und die Fenster mit Papier verklebt. Shawarma One (die fünfte Döner-Inkarnation an diesem Standort in zehn Jahren) renoviert.

    Der Sommer zeigt sich genauso widerborstig wie unsere Brombeere und will einfach nicht gehen. Schwüle 28 Grad am 28. September.

    Madame holte 4000 Gramm Bildungswissenschaften aus dem Späti. Später freute sie sich darüber, wenn etwas eingetöckelt wird.

    Heute besuchte Madame den Roten Adler. Aufgrund besonders guter Führung bekam sie lebenslänglich. Zur Feier des Tages kaufte sie Königsblau.

    Traditionell liegt bei uns im Flur ein Paket des Lidl-Shops. Das haben wir mal für einen „Nachbarn“ angenommen. Den Namen kennen wir nicht – was angesichst des Immobilien-Hallodritums an unserem Haus noch nicht überraschend ist. Aber auch keiner unserer uns bekannten Nachbarn kennt ihn. Und an keinem Namensschild findet sich dieser Name. Nach Rückfrage bei Lidl: Wenn seit Wochen niemand das Paket haben will und der Eigentümer unauffindbar ist, soll man es einfach wegwerfen.

    Der Sozialwissenschaftler in mir findet statistische Erhebungen aller Art hochinteressant. Und so geriet ich in die Studie „Wo bleibt mein Geld?“ Irgendwie überlesend, dass ich jetzt für Monate jede Haushaltsausgabe in der App „Einkommen & Verbrauch“ eingeben soll. Mal schauen, wie wir durchhalten.

    Gute Nachricht: Ich bekam die Info, dass ich die Klausur zum Fernuni-Modul „Investition und Finanzierung“ bestanden habe. Damit belegte ich sechs Module, legte sechs Prüfungen ab und habe sechsmal bestanden. Damit bin ich voll im Regelplan für Teilzeitstudent*innen. Sollte die Algo-Mathe noch was werden, bin ich dem Plan sogar voraus.

    Taschenrechner?

    Letztens unterhielt ich mich mit einer ehemaligen Mathelehrerin, warum sie den Schuldienst verlassen hat. Einer der Gründe „Alles, was ich an Mathe mochte, das kreative Problemlösen, kommt in der Schule nicht vor. Stattdessen geht es um Rechnen und Formeln.“

    Passend dazu, die Discord-Diskussion im Channel zum Fernuni-Modul „Grundlagen der Mathematik.“ Frage: „Welcher Taschenrechner ist in der Prüfung erlaubt?“. Antwort: „Keiner. Aber er würde dir eh nicht helfen.“ Ich sage es ja, Alles findet im Zahlenraum 1,2,n statt.

    Noch spannender: ich bin jetzt im Fernuni-Discord. Zum Studienauftakt im 1. Semester dachte ich: „Der Anfang ist das Schwerste. Keine Ablenkung, Scheuklappen maximal; nur ich und das Skript. Und sonst nichts. Alle anderen Angebote beachte ich nur, wenn ich sonst gar nicht weiter komme.“

    Naja, Ich finde der Anfang ist im 4. Semester vorbei und ich kann mir auch mal das ganze Entertainment-Angebot von Mentoriaten bis hin zu Discord anschauen.

    Und gerade Discord. Micky-Maus-Heft-Leser*innen werden die Geschichten kennen: Die Ducks fahren auf eine Expedition, durchstreifen einsame Wälder, überqueren einsame Gebirge, laufen durch eine dunkle einsame Höhle und am anderen Ende der Höhle findet sich eine blühende Zivilisation mit tausenden Menschen auf der Straße, einer hochentwickelten Kultur und Artefakten zum Staunen. So ähnlich ging es mir, als ich mich auf Fernuni-Discord anmeldete.

    Ich stelle aber schon fest, ich will mich nicht ablenken lassen. Ein zappeliger innerer kleiner Hund in mir will sich ganz dringend auf die theoretische Informatik und die Mathematik stürzen. Aber ein grummeliger Erwachsener hält ihn in Schach und sagt „Mach erstmal das Interne Rechnungswesen fertig.“

    Mehrere Fernuni-Skripte ausgebreitet auf einem Tisch.

    Nachtzugbegleiterin

    Bereits im letzten Post berichtete ich begeistert von der bloggenden Zugbegleiterin in Ausbildung. Jetzt entdeckte ich beim Rückwärtslesen: „Meine erste Nachtschicht.“ – Nachtzug mal von der anderen Seite.

    Fast so begeisternd: Die Kaltmamsell fährt nach Berlin und besichtigt Schafe!

    Ich muss 25 Jahre USA kulinarisch dringend in aller Ausführlichkeit würdigen. Bis dahin erstmal der Hinweis auf das Jubiläums-Kochbuch-zum-Herunterladen.

    In der FAZ ein langer Artikel zu Sarah Wagenknecht und ihrer Politik. Und er war erstaunlich kompetent geschrieben. Kurzes googeln erwies: der Autor ist Profgessor für Sozialstrukturanalyse an der Uni Basel: BRD noir.

    Microsoft arbeitet derzeit an seiner Atomkraftstrategie um die künstliche Intelligenz mit Energie zu versorgen.

    (Ich vertraue darauf, dass sich irgendwo im Internet Menschen über das Missverhältnis Finanzierung-Deutschlandticket und Finanzierung-Solar-Car-Ports aufregen. Dann muss ich das nicht machen.)

  • 23-09-26 Wir standen vor Neuruppin und hatten Lauchtarte an Bord

    23-09-26 Wir standen vor Neuruppin und hatten Lauchtarte an Bord

    Schwarztee im Istanbul Supermarket kostet 8 Euro/Pfund, Qualitätsbutter derzeit im Angebot 1,69€ / 250 Gramm.

    Der Moabiter plant Ausweichtaktiken, um nicht Elternsprecher zu werden. Ich schlug vor, einfach beim Reinkommen wild und anlasslos die Tafel beschimpfen, vor sich hinbrabbeln und bei der Wahl beide Hände heben und mit den Fingern schnipsen. Er meinte, dass „ich nix verstehen Deutsche“ auch immer gut funktioniert.

    Madame trägt wieder Rollrüstung. Tagsüber saß sie auf Paula.

    Am Montag im Büro so viele Alte-Zeiten-Vibes, fast hätte ich mit „Grüß Gott“ am Telefon gemeldet.

    Vor der Geschäftstelle malte ein Mann Bäume an.

    Ausfahrt Herzsprung

    Langsam könnten wir eine Tradition begründen, dass wir in Pinneberg herumstehen. War es auf der kaptainslosen Hinfahrt noch der spektakulär-spontan aussteigende Zugführer, war es auf der kaptainsbegleiteten Rückfahrt ein langweiliger Stop-and-Go aufgrund einer Autobahnbaustelle.

    Der spektakuläre Stau erreichte uns später. Ein Auffahrunfall bei Neuruppin hatte zu einer Vollsperrung geführt. Die war schon wieder vergangen bis wir ankamen. Aber im ehemaligen Staugebiet sahen wir mehrere liegengebliebene Fahrzeuge (Batterie?) und mindestens einen weiteren Auffahrunfall. Wir fuhren/standen/Stop-and-go’ten im Slalom durch mehrere Kilometer ehemaligen Stau. Und dass der Ur-Unfall schon nicht mehr da war, verstärkte die Absurdität der Situation.

    Google meinte, wir hätten in Herzsprung abfahren sollen und dann knapp 100 Kilometer über Land zu den Latifundien fahren sollen. Unser Navi meinte das nicht. Immerhin hatten wir in Dithmarschen noch die Lebensmittelaufteilung unternommen: Während die Eierlikörtorte zu den Nachbarn gewandert war, die längerfrische Milch als „hält bis zur Rückkehr“ einsortiert wurde, waren wir prächtig mit Brot, Lauchtarte, Obst und Aufschnitt versorgt.

    Später am Abend auf dem Weg von den Latifunden nach S-Bahn-Ring testeten wir die neue Route des Prignitz-Expresses, die in Berlin-Charlottenburg endet. An einem warmen aber regnerischen Sommerwochenende kamen viele Radausflügler im Zug aus Richtung Neuruppin, sehr wenige aus Richtung Nauen/Falkensee. Das Umsteigen funktionierte reibungslos. Auf Pelmeni am russischen Imbiss (Charlottengrad muss seinem Namen gerecht werden) verzichteten wir.

    Grundlagen des Marketing

    Vom Späti holte ich ein 5188 Gramm Fernuni ab. Das Paket enthielt 2000-2500 Seiten in 19 Heften und 4 Modulen. Ich blätterte alle kurz durch, um ein Gefühl für die kommenden Aufgaben zu bekommen.

    Als ich das schmalste Heft, 20 Seiten „Grundlagen der Berechenbarkeit und der Komplexitätstheorie in die Hand nahm, ahnte ich, es wird etwas Besonderes. Und als ich es aufschlag, fing ich an zu grinsen und dachte „Wir werden noch Spaß aneinander haben.“ Aber dazu später viel mehr.

    An sich war ich aber zu beschäftigt beziehungsweise zu erschöpft, um ernsthaft (= überwiegend Fernuni) zu lesen und habe so Feld-Wald-und-Wiesen-Lektüre betätigt.

    Zufällig stolperte ich über das Blog „Der Weg ist das Ziel.“ Ich bin begeistert, weil es aus Lörrach kommt, wo ich mich inzwischen auch leidlich auskennen. Ich bin noch begeisterter, weil es ernsthafte Fortbildung im Alter Ü45 geht – auch das finde ich hochspannend. Und dann ist es noch im Quereinstieg als Zugbegleiterin. Ich bin hin und weg.

    Es gibt neue Wikimania-Austragungsorte. 2024 in Polen, 2025 in Ostafrika und 2026 in Paris.

    Frau Herzbruch kauft was Freshes, das aber auch nice fitten muss.

    USA Kulinarisch wird 25. 25 Jahre, damals habe ich noch an Geocities rumgetöckelt! Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten veröffentlicht Gabriele 25 Fun Facts. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum! Und das Coffee Chili, auch hier das beliebteste aller Rezepte.

    Nach der Kaltmamsell empfiehlt auch Torsten Kleinz die Biofiction von This is going to hurt. Ich hoffe, Madame wird schauen und mir berichten.

    Ich kämpfe mit meinem Geiz, mir mal wieder ein ESPN-College-Football-Abo zu leisten. Beschließe, dass der Geiz heute siegt und schaue beim Kochen mal wieder beim Panzermuseum vorbei. zum Thema „Polnische Kavallerie gegen Deutsche Panzer.“

    Wer sich unter Geschichtsfans oder Militariafans bewegt (sowohl in Wikipedia als auch im Politikstudium häufige Gruppen) wird die Anekdote schon einmal mitbekommen haben: Polnische Kavallerie, die sich im Zweiten Weltkrieg mit erhobenen Säbel auf deutsche Panzer gestürzt haben soll. Raths nimmt die Anekdote auseinander, beginnt damit welche Rolle Kavallerie zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs spielte, wie die vermutliche Ursprungsbegebenheit des Mythos ablief und wie sich der Mythos entwickelte.

    Bei mir kommt sowohl der Techniksoziologe als auch der historisch interessierte Politologe und der Interessierte an Mythenbildungen voll auf seine Kosten.