Schlagwort: Mathe

  • 23-07-02 Gerüst / Hopseburg

    23-07-02 Gerüst / Hopseburg

    Vier Wildschweine nahmen ihr Abendessen auf der Böschung der A115 ein.

    Madame demonstrierte gegen Radwegbau-Stopp in Schöneberg.

    Das Gerüst am Hinterhaus verschwindet. Ich freute mich kurz für die Hinterhausnachbarn. Bis ich bemerkte, dass die Gerüstbauer das Gerüst einfach hinten abbauen und vorne wieder aufbauen. Jetzt drohen uns ein bis zwei Jahre Dachbaustelle direkt über unseren Köpfen. Vermutlich. Irgendwie verbindlich wurden weder wir noch der Vermieter informiert.

    Wasser ist ein Problem. Zuwenig warmes Wasser im Markgräflerland. Dort fiel die Heizungssteuerung aus, vielleicht durch Blitzschlag. Man klärt.

    Zuviel Wasser jeder Art läuft in Dithmarscher an Decke und Wand. Die Ursache scheint gefunden, die Behebung gestaltet sich potenziell aufwendig. Und wie groß der Schaden in Decke und Wand letztebndlich sein wird, ist noch nicht genau absehbar. Damit ist jetzt wirklich genug kaputt gegangen in aktueller Zeit.

    Wal-Klopfer

    Gartenbesuchstage. Die Kollegen besuchten mich am Donnerstag, brachten Nudelsalat und Steaks mit und wässerten Gurken. Insgesamt sehr angenehm und wiederholenswert. Das letzte Zusammentreffen mit der Eisernen. Ich lernte mehr über die Folierung von Autos als ich je zu hoffen gewagt hätte.

    Frau Bilanz besuchte uns Samstag und erzählte von Schul-Lunches in den USA. Sie bestätigte meinen Eindruck, dass Uni-Mathe irgendwie anders ist als andere Uni-Fächer. Während wir die Abendsonne genossen, die letzten Hummeln an der Katzenminze brummten und das rötlich schimmernde Gras in einer Abendbrise wogte, klangen „Atemlos“, „Tainted Love“ und „Aloha heja he“ durch den Abend.

    Nebenan war Dorffest. Mit selbst gebackenem Kuchen, Bühne, Getränken und „Hopseburg“. Heute, am Tag danach, lernten wir: Kindern kriegen keinen Zucker mehr. L, die Organisatorin, spülte nicht-gegessene kandierte Äpfel wieder ab, um sie zu Backäpfeln zu verarbeiten. „Mein“ einziger Programmpunkt – der Shantychor aus Kremmen – fiel unglücklich mit dem Zusammentreffen von Frau Bilanz zusammen.

    Und eigentlich wäre es uns schwer gefallen, den Garten zu verlassen. Nach Regen und Wärme die letzten Wochen sieht der spektakulärer aus als je zuvor. Und auch spektakulärer als wir es uns je zu hoffen gewagt hätten.

    Schmetterling und Hippiewespe an Kugeldistel.

    Herr Buddenbohm bekam ein Merkblatt. The Swingin‘ Ks bekamen keinen Merkzettel. Sie sind aber so vorbildliche Gärtner, dass sie trotzdem direkt nach Johannis die Hecke schneiden. Wir haben hingegen haben nicht einmal eine richtige Hecke.

    Bei uns stellte sich die Frage 1 oder 2? Sollte die Wiese einmal im Jahr gemäht werden (im Oktober) oder zweimal (im Oktober und jetzt)? Oder Teile so und andere so? Und wenn ja, welche Teile? Wir beschlossen, dass die letztjährig einmal-gemähten-Teile dieses Jahr schöner geworden sind und einigten uns weitgehend auf einmaliges Mähen im Oktober.

    Zur Selbsterinnerung: Der Teil südlich des Schuppens und der Schuppen-Bungalow-Zwischenbereich sind in Duomähung.

    Madame erntete mehr Sauerkirschen als je zuvor.

    Frau Krautundrüben beantragte ein Forschungsviusum für die Türkei.

    Wir rätseln mit welcher Agentur die Kaltmamsell durch Südenglang wandert. Wir könnten ja auch einfach fragen, aber rumspekulieren und -rätseln macht ehrlich gesagt mehr Spaß.

    Dieses Blog ist ja auch Nebenfokusfachblog für Schwimmkultur. Mit Staunen stellte ich fest, dass es inzwischen „Hochzeitsbadeanzüge“ gibt. (Für die zahlreichen Strand- und Poolhochzeiten.)

    The TasteAtlas veröffentlichte eine Liste der „150 Most Legendary Restaurants & Their Iconic Dishes.“ Was noch nicht bemerkenswert wäre. Bemerkenswert ist Platz 5 „L’Antica Pizzeria da Michele“ & „Pizza Napolitana“. Die Pizzeria hat einen Berliner Ableger. Und der ist in Kirschkernspuckweiter unserer Haustür. Ich hoffe, die Gäste, die wir schon dorthin ausführten, wussten das zu würdigen.

  • 23-06-06 Ein Weg in einer Kurve (DER MASTERPLAN)

    23-06-06 Ein Weg in einer Kurve (DER MASTERPLAN)

    Als ich auf dem Balkon die Wäsche aufhängte, sah ich auf dem Bürgersteig gegenüber und eine Frau in weißer Schlaghose mit schwarzem Top von rechts nach links durchs Bild laufen. Und von links nach rechts. Außerdem fuhr sie mit dem Fahrrad einmal quer. Anscheinend sollte ich mir dieses Jahr weiße Schlaghosen und ein schwarzes Top besorgen, um im Trend zu liegen.

    Damit uns die Baustellen nicht ausgehen, wurde auf der Straßenseite gegenüber eine neue aufgebaut. Diese umfasst mehrere Dutzend Meter Busspur. Die Absperrung wirkt ungeahnt professionell für diese Gegend. Anscheinend soll es länger dauern.

    Und die Baufirma wurde vielleicht nicht gestern als UHG-Tochter Ltd gegründet, die zum Firmengeflecht einer SE (Gibraltar) gehört, während der analphabetische Geschäftsführer in einem Schuppen in Rumänien sitzt und für 20 Euro irgendwas unterschrieben hat. Vielleicht ist hier eine echte Baufirma tätig!

    Der Masterplan

    In der Post lag der Hagen-Studienausweis für das Wintersemester ’23/’24. Dies ist ein geeigneter Moment, um meinen mehr als vermessenen Plan für das weitere Studium niederzuschreiben. Für später zum Kopfschütteln und „Haha!“ sagen.

    • Also Bachelor Wirtschaftsinformatik zu Ende, Wahlmöglichleiten möglichst weit Richtung Informatik ausreizen. Zusätzlich Mathekurse im Akademiestudium.
    • Danach Master Wirtschaftsinformatik. Wahlmöglichleiten möglichst weit Richtung Informatik ausreizen. Zusätzlich Mathekurse im Akademiestudium.
    • Danach Bachelor Mathematisch-technische Softwareentwicklung. (Der liegt so zwischen Informatik und Mathe wie Wirtschaftsinformatik zwischen Informatik und Wirtschaftswissenschaften liegt). Durch die Anrechung der ganzen Mathe- und Informatikkurse aus den Vormestern geht das hoffentlich übersichtlich schnell. Dort die Wahlmöglichkeiten in Richtung Mathe ziehen.
    • Und wenn ich das dann habe, habe ich die formalen und inhaltlichen Voraussetzungen für den Master in Mathematik erworben.

    Andererseits: Eskalation kann ich. Es begann damit, dass ich vor einem geschlossenen Stadtbad Schöneberg stand und weitere Bäder erkundete. Dann kam ein Blog und ein Quartett hinzu und mittlerweile arbeite ich bei der Anstalt.

    Oder ich schaffe einfach NIE diesen Kurs in Algorithmischer Mathematik und humple mich irgendwann mit letzter Kraft zum Bachelor Wirtschaftswissenschaft. Aktueller Stand: Nach vier Stunden des Grübelns und Recherchierens kam ich darauf, warum ein Pfeil → in der Aufgabenstellung ein Pfeil mit Querstrich ↦ ist – und warum der Querstrich diese Aufgabe deutlich verkompliziert. Es geht nicht um eine Funktion, sondern um einen Weg in einer Kurve. Mon dieu!

    Haselnüsse und Brokkoli

    Sonntägliche Gartenbeobachten: Letztes Jahr war ein gutes Apfeljahr. Dieses Jahr wird ein gutes Blattlausjahr. The Swingin‘ K’s sind zurück im Garten. Und das freute mich sehr.

    Blühender Rosenstrauch, Stanwell Perpetual, mit weißen und blassrose Blüten

    Besuch aus Wochenend-West erzählte vom Urlaub in Cuneo (Piemont). Endlose Landschaften mit Haselnussbäumen. Und ihre Vermieterin: „Alles Nutella.“

    Herr southpark, woran merken Sie, dass sie alt werden? – Ich sah eine Werbung *zwinker* *zwinker* für Cannabisblüten, die *zwinker* von Brokkoli sprach. Und ich dachte: „Ach schade, Brokkoli hätte ich spannender gefunden.“

    Ich lernte: Der Hauptzweck von Privat-Alarmanlagen liegt darin, im Haus einen derart betäubenden Lärm zu veranstalten, dass es der/die/das Dieb vor Schmerz nicht aushält und flieht.

    In der achten Klasse hielt ich einst ein Referat über Billy Joel. Mein Musiklehrer war verwundert, warum ich einen vollkommen unmodernen Sänger als Thema wählte. Ich finde, Joel hat sich über die Jahrzehnte besser gehalten als Vieles, was 1990 modern war. Und vielleicht spürte ich schon damals einen gewissen New York State of Mind. Joel spielt 2024 sein letztes Konzert im Madison Square Garden. Die New York Times zitiert den New Yorker Bürgermeister Eric Adams mit „There’s only one thing that’s more New York than Billy Joel. And that’s a Billy Joel concert at MSG.” Ein schönes New-York-Video auch von Billys Lieblingssong: Scenes from an Italian Restaurant.

    Passend: Dieses begeisternde Outdoor-Dining-Cover des New York Magazines.

    Frau Herzbruch erzählt von Harz im Jugendhandball. Da kommen viele klebrige Erinnerungen hoch. Inklusive meiner späteren Befriedigung als unser ewiger Angstgegner als TSV Hannover-Burgdorf in die Handball-Bundesliga aufstieg.

    Comic: Wie lebt es sich als komplett farbenblinder Mensch. A Vision in monochrome.

    „The peanuts are still on board the aircraft, boarding will be withheld until clearance is given!“

    TwinDos Nummer 2 meldet, dass es fast leer ist.

  • 23-05-30 Uelzen Hildesheim Wohnmobil

    23-05-30 Uelzen Hildesheim Wohnmobil

    Der Regio nach Sylt ratterte am Bad vorbei. Ich hatte etwas Mitleid. „Ihr müsste noch Anderthalb Stunden im im überfüllten Ferienregio sitzen, während ich hier schon Nordsee, Wind, Sonne und Wasser in Dithmarschen habe.“

    Ich umrundete gemählich schwadernde Osteuropäerinnen mit Kopftuch. Madame hatte sich zurückgezogen und las weiter in Stadt Land Raub. Der junge Mann in der neofarbenen Badehose übte sich an formvollendeten Köppern vom 5-Meter-Turm. Der Güterzug nach Hamburg rauschte vorbei.

    Wir schwelgten im 29-Grad-Freibad – beheizt durch die Abwärme der Raffinerie, deren Erzeugnisse nach Hamburg fuhren. Nachdem das Meer sich rar gemacht hatte, holten wir den Schwimmausflug im Freibad Hemmingstedt nach. Erfreut darüber, dass auch in ländlichen Kleinstadtfreibädern inzwischen Currywurst (Rindfleisch) auf der Karte steht.

    Es folgten die anderen Standard-Programmpunkte: Wandeln am Eidersperrwerk, wandeln am Deich und Scholle essen am Büsumer Hafen. Herr Ch. wollte nach Heide gebracht werden, damit er zusammen mit der Landjugend zur Albersdorfer Pfingstfete fahren konnte.

    Radtourschild mit Schaf-Route und Kohl-Route
    Kohl-Route und Schaf-Route. Wie es sich gehört.

    Nebenbei, immer wieder: LU(LR)-Zerlegung und Cholesky-Zerlegung. Die Einsendeaufgaben ruhen in diesem Semester nie. Ich hatte es natürlich nicht geschafft, sie vor dem langen Wochenende abzugeben. Immerhin: inzwischen sind einige Aufgaben eingereicht, vier Stunden vor Abgabeschluss.

    Auf der Rückfahrt; die Strecke von Büsum zur Autobahn. Ich zählte Kennzeichen auf: Hamburg – Pinneberg – Einheimisch – Pinneberg – Essen – Hannover – Schweiz – Hamburg – Einheimisch – Einheimisch – Irgendwasausbadenwürttemberg – Itzehoe – Einheimisch – Uelzen – Hildesheim – Wohnmobil. Die pfingstlichen Urlauberkolonnen rollen.

    Girl Gone Missing

    Madame gestaltete derweil naturnahe Blumenkäste und las Stadt Land Raub. Die deutsche Übersetzung von Girl Gone Missing war über den Hammett-Newsletter und dann diverse Irrungen in Madames Hände gelangt. Ihren gelegentlichen Äußerungen nach sprach sie dem Buch jegliche Krimihaftigkeit ab. Deswegen war sie von der Geschichte der Native Americans in Minnesota sehr angetan. Sie zitierte zustimmend eine Kritik „Es passiert nicht viel auf der Handlungsebene. Aber es passiert viel mit den Menschen.“

    Der Kaptain entdeckte den Whats-App-Status.

    Im Kofferraum fand sich ein halber Kaninster mit Winter-Scheibenreiger.

    Von mir gelesen: Horst Evers: Bumm! Ich zweifelte schon beim Kauf, weil sich das Buch eigentlich zu sehr nach persönlicher Komfortzone von mir anhörte. Bei der bisher gelesenen ersten Hälfte bin ich unterwältigt. Aber ich erinnere mich an den Vorgänger, den ich auch lange unterwältigend fand, bis ein furioses Finale alles zusammenfügte.

    Frau Rabe folgte einer norwegischen Hochspannungsleitung.

    Beim Guardian gab es eine #metoo-Affäre und in der britischen Presse rollt Tumbleweed vorbei. Die nytimes berichtet über Nicht-Berichte: A British Reporter Had a Big #MeToo Scoop. Her Editor Killed It. (Paywall entfernt).

    Politico produzierte eine Grafik-Multimedia-Reportage über den neuen European Sleeper Train von Berlin nach Brüssel. (Achtung, lädt ewig)

    Shocking! Die Hamptons sind nicht mehr Hip!

    Merken für das nächste Jahr. Alle Mauer-Blumenkästen beim Kaptain zusammen fassen etwa 100 bis 120 Liter Blumenerde. In der Hütte sind noch 100 Liter.

  • 23-05-19 Milchstraßen

    23-05-19 Milchstraßen

    Im Treppenhaus liegt eine Karotte.

    Als Berliner mit norddeutschem Migrationshintergrund möchte ich schreiben „liegt eine Wurzel“. Aber für eine potenziell DACH-weite Leserschaft wäre das zu uneindeutig.

    Im Treppenhaus liegt also eine Möhre. Aber wie sie dorthin kam, was sie dort macht? Alles bleibt offen.

    Madame entdeckte an Brandenburger Straßen und Wegen zwei Alpakas und zwei Steinpilze. Letztere waren überraschender. Aber wenn es aussieht wie ein Steinpilz, sich bewegt wie ein Steinpilz und schmeckt wie ein Steinpilz, dann war es ein Steinpilz. Zumal wir jetzt mehr als 24 Stunden seit dem Verzehr gesundheitlich unbeeindruckt überstanden haben.

    Die Erdbeere am Südkreuz hat eröffnet.

    Braveheart war zu Besuch und erzählte von Südkorea. Wir unterhielten uns über Finanzbeamt*innen in Filmen. Neben Everything everywhere und Stranger than Fiction fiel uns wenig ein. Für Tipps wären wir dankbar. Nicht geklappt hat es, Braveheart und die Königin gleichzeitig hier zu haben. Zu sehr war sie damit beschäftigt, einen Chatbot zu bauen.

    Abends betrachteten wir Venus und ISS am Himmel. Die Milchstraße erwies sich schnell als Wolkenband, das die nahe gelegene Berliner Großstadtlichtkuppel widerspiegelte.

    Über die Kleinstadt Velten kann man, oder zumindest ich, einiges an Schlechtem sagen. Aber die weißen Wände der Bahnstrecke kurz hinter Velten, voll von Weißdornhecken, möchte ich uneingeschränkt Loben. Im Garten zeigen Stacheldrahtrose und Stanwell Perpetual erste weiße Blüten. Die Wege voll von Gänseblümchen. Weiße Tage.

    Gänseblümchenreicher Blick entlang von Gartenweg und Beeten

    Eine der positiven Entdeckungen von Corona war das Autokino. Wir bedauern das schnelle Verschwinden desselben. Im Internet entdeckte ich nun das Autokino Zempow. Dieses wurde durch Corona wieder zum Leben erweckt. Es bietet für Brandenburger Dorfkinoverhältnisse ein spektakulär gutes Programm.

    Durch eine FAZ-Überschrift (Rest: Paywall) entdeckte ich Jessica Wynne und ihr Fotoprojekt/Buch Do Not Erase – über Tafelbilder von Mathematikern. Und ich glaube es enthält vieles dessen, was ich an Mathematik großartig finde.

    Herr Buddenbohm schrieb einen Nachruf. Frau Tibertaunus diskutiert mit dem Römer über Brioche und Brioche.

    Die ersten TwinDos sind fast alle. Die Agragenossenschaft um den Garten herum feiert das lange Feiertagswochenende mit einer mehrfachen Gülleausbringung.

  • 23-05-11 Neue Matratze

    23-05-11 Neue Matratze

    Falls ich mich in einigen Jahren fragen werde: Wann habt Ihr die Matratzen zuletzt ausgetauscht? Es war Ende April 2023. Und diese Matratze benötige ich jetzt auch.

    Denn das letzte Wochenende war nicht nur hochspannend, sondern auch anspannend. Diese Spannung fällt langsam ab und ich fühle mich wie eine Flasche Cola, die seit drei Tagen offensteht.

    Es half nichts, dass ich zwar – dank Studientag – meine bestvorbereitetetn Einsendeaufgaben aller Zeiten abgab. Aber trotzdem insgesamt noch 10 Stunden an der Lösung den Aufgaben saß und wieder entgegen allen ursprünglichen Planungen die Mittagspausen mit Algorithmischer Mathematik verbrachte; mehr als einmal dachte „Hä?“

    Blick auf ein Heft und Pausenraum.

    Dabei entdeckt: eine Kollegin, die in einem anderen Bereich arbeitet, studierte einst Mathematik. Ich „Dann kann ich dich ja im Zweifel fragen.“ Sie: „Das ist sehr lange her.“ Ich: „Aber wenn ich mich mal wieder frage: WAS WOLLEN DIE VON MIR?!?“ Sie: „Das habe ich auch andauernd erlebt und wusste es oft nicht.“

    Immerhin: Nachdem ich Einsendeaufgaben eins gar nicht abgab, bei den Einsendeaufgaben zwei alles in letzter Minute vonstatten ging und ich echt Glück zum Bestehen benötige, bin ich mit Nummer 3 nun einige Tage vor Abgabeschluss fertig und bin optimistisch die nötigen 30% der Punkte erlangt zu haben.

    Irritirrenderweise unterbrochen von kurzen Exkursionen auf die Fernuniseite, ob und wie ich von Wirtschaftsinformatik nach Mathe wechseln kann.

    Allerdings dachte ich dann, ich bleibe erstmal bei einem Fach, bei dem ich faire Bestehenschancen habe – und außerdem bin ich ja alt und habe irgendwann gelernt dass „gute Sachen zu Ende machen“ bessere Resultate bringt denn „andauernd aufregende Sachen anfangen und dann liegen lassen.“

    Ja, sonst ist alles ziemlich vorbeigerauscht. Mathe, Arbeit, Matratze, war was?

    Berlin-Bülowstraße

    Bei Versuch zu ergründen, was die Mathematiker von mir wollen, traf ich auf das Blog nebenbeistudent. Offensichtlich ein Fernuni-Hagen-Blog. Dessen letzter Beitrag liest sich ganz hoffnungsfroh. Ist aber halt nicht gut, dass es der letzte ist. Auch sollte ein Blog nicht mit etwas enden, das Zwischenstand heißt.

    Frau Anjesagt war/ist in Berlin und fremdelt. Eigentlich ganz niedlich. Teil 1 und Teil 2.

    Vorteile von Berlin: Deutsche Popstars machen Alben über deine unmittelbare Nachbarschaft. LEA veröffentlichte Bülowstraße.

  • 23-05-09 (n-1)

    23-05-09 (n-1)

    Warum Fernstudium? Ein Motiv kristallisiert sich erst im Verlauf des Studiums richtig heraus: Es ist ein großes Abenteuer.

    Vor allem natürlich intellektuell: Ich lerne krass viele Sachen.

    Aber auch sonst: die Verfahren, die Lehrmaterialien, die Organisation – und an diesem Wochenende neu: Lehrende und Kommiliton*innen. Bisher hatte ich die Lehrenden ja bestenfalls im Video gesehen. Die Kommiliton*innen aus dem Berliner Umland traf ich direkt vor Klausuren – aber in dieser Situation reden Menschen erfahrungsgemäß gar nicht oder großen Unsinn.

    Letztes Wochenende änderte sich alles: Ich war beim Studientag auf dem Campus Nürnberg der Fernuni. Zwei Tage von jeweils 9.30h bis etwa 16:30h Algorithmische Mathematik intensiv: Beweisarten, Abbildungen, Relationen, Graphen, Bäume.

    Die Veranstaltung teilte sich in vier inhaltliche Teile: Jeder begann mit einem Vortrag, dann gemeinsames Durchgehen von Übungsaufgaben im Kursverbund an der Tafel. Im nächsten Teil: dasselbe in einem anderen Themengebiet. Es half viel: Inhaltlich, weil es viele meiner Fragen „WTF wollt ihr von mir ?!?“ beantwortete.

    Aber auch bei so trivialen Sachen wie „Notation.“ Algo-M ist ein Kurs für Wirtschaftsinformatiker, Informatiker und Mathematiker. Vieles was an Notation vorkommt, ist für die Mathematikstudent*innen ein alter Hut, wird im Kurs nie so richtig eingeführt. Also stolpere ich bei vielem schon beim Lesen der Formeln.

    Jetzt zwei Tagen den Dozent*innen gelauscht, wie sie die Formeln aussprechen und welches Zeichen wirklich was bedeutet: quasi alles in der Hinsicht ist geklärt. Mein Formel-Lesetempo hat sich ungefähr verzehnfacht.

    U-Bahn-Station Nürnberg Hauptbahnhof. Eine Wand in orange weiß mit Pfeilmuster, die Anzeige "Hauptbahnhof."

    Gut für’s Ego: Die anderen sind genauso blöd wie ich. Wirklich jede*r kämpft, hat sehr viele Fragen und tastet sich nur mühsam an die Aufgaben heran. Algo-M gehört zu den Klausuren, die gerne um mehrere Semester geschoben werden, weil sie niemand schreiben möchte.

    Spannend: Die Zusammensetzung der Anwesenden. Ich würde sagen, überwiegend im Altersbereich von Mitte 20 bis Ende 30, fast die Hälfte der Anwesenden waren Frauen. Alle, von denen ich es mitbekam, waren voll berufstätig.

    Ich war froh, dass ich mir für die Veranstaltung Bahnfahrt und zwei Hotelübernachtungen buchen konnte ohne einmal drüber nachdenken zu müssen.

    Aber weil alle Komiliton*innen 40 (39) Stunden die Woche beschäftigt sind: Alle, mit denen ich sprach, gaben gleich im ersten Semester zwei Illusionen auf: (1) Das lässt sich irgendwie nebenbei erledigen – komplett unmöglich. (2) Man kann höhere Ziele als „irgendwie durchkommen“ anstreben. Nicht als erwachsener Mensch mit einem nicht-studentischen Leben nebenbei.

    Was aber auch die Anwesenden entspannt: Die haben schon ein Leben, das nicht vom Ausgang dieses Studiums abhängig ist.

    Und auch noch Erkenntnis: Inhaltlich kickt mich der Kurs bisher von allen Fernuni-Kursen am meisten. Natürlich gerade wegen der vielen WTF-Momente.

    Gen-Z-Gelb

    Ein beeindruckender Wikipedianer war Deror Lin. Dieser ist für mich komplett überraschend gestorben.

    Stell Dir vor, es ist das Jahr 2023. Du segelst auf einem kleinen Boot durch den Ärmelkanal und Dein Ruder bricht. Du sendest Seenot. Die Rettung naht. Und es kommt ein hölzerner Dreimaster, ein Ostindienfahrer, um Dich zu retten. So geschehen am 25. April vor Paimpol (Bretagne) – Fotos und Bericht gibt es auf der Website der Götheborg of Sweden.

    Kellerkind war auch in Bayern. Frau Herzbruch feierte ein Fest.

    Herr Rau erinnerte sich an die Wohnungen seiner Kindheit und Jugend. Herr Buddenbohm fuhr Bahn (u.a. durch Langenhagen). Gabriele Frankemölle machte Pastrami und Anke Gröner las „Noch wach?“. Die New York Times fotografierte Hüte. Die FAZ erklärte, dass Generation Z Yellow DIE neue Farbe ist. Diese Entwicklung begrüße ich sehr.

  • 23-03-15 Schreibtisch leer, Kopf leer

    23-03-15 Schreibtisch leer, Kopf leer

    Madame prüft die Reichweite der Wissenschaftsschranke.

    Ich hänge hypnotisiert wie ein Fußballfan beim WM-Finale vor dem Fernseher. Ich verfolgte die DHL-Live-Sendungsverfolgung. Die Avocados und Orangen sind Freitag im Zustellbezirk angekommen, wurden Samstag um 7 morgens zur Verladung vorbereitet – aber nicht verladen. Samstag um 22:20 verkündete dann auch DHL, dass es heute nichts mehr wird.

    Montag wurden sie ganz ignoriert, Dienstag dann wieder um 8 zur Verladung vorbereitet – aber nicht verladen und heute am Mittwoch landeten sie im Zustellfahrzeug. Ich fürchte wenn ich dem Boten nicht auf der Treppe entgegenstürme werden die Orangen ihr Leben vergammelt in irgendeinem Sammelpunkt beenden.

    Aktuell noch fünf Stopps bevor die Avocados hier ankommen. Laut Karte müsste ich das Fahrzeug bereits vom Balkon aus sehen könnten. Laut Karte konnte ich das aber auch schon vor 90 Minuten als es noch 10 Stopps waren. Es bleibt spannend.

    Auf die DHL-Karte schauen ist heute das höchste der geistigen Gefühle. Denn ich schrieb meine Online-Mathe-Klausur (damit 2 von 3 dieses Semester beendet, sofern bestanden war das Klausur 4 von 16) und nun bin ich geistiger Wackelpudding.

    Gestern Abend räumte ich noch den Schreibtisch frei – denn beim Schreiben werde ich gefilmt und wollte nicht einmal den Anschein erwecken in der Nähe Spickzettel zu haben. Heute morgen schaltete ich den Rechner ein – der Windows-Updates installieren wollte, Hurra – und trat dann dem Zoom-Meeting bei. Zoom hatte zwischen dem Techniktest vorgestern und heute auch noch Updates zum Installieren entdeckt – aber mein Puls war ja eh noch unter 200.

    Schreibtich nur mit Keyboard und Monitor vor einer weißen Wand, an der Wand ein leeres Bücherregal.

    Ich trat dem Meeting bei, teilte meinen Bildschirm und rief die Onlineklausur auf. Ich entdeckte die Kraft des Lernens. Dachte ich letzte Woche noch „Mathe passt schon – Statistik keine Ahnung“, waren mir heute die Statistik-Aufgaben sehr viel sympathischer als die Mathe-welchen. Am Ende beantwortete ich alle Fragen, manche gewusst, manche geraten – und bin gespannt auf das Ergebnis.

    Und ich möchte mich bei den 44 anderen Anwesenden in diesem Meeting mit zwangsweise offenem Mikrofon entschuldigen – ich habe den Presslufthammer auf dem Nachbargrundstück (Nicht Hinterhaus, nicht Hinterhof – Nachbarn) wirklich nicht bestellt.

    Noch 3 Zustellstops. Laut Karte steht das DHL-Auto in unserem Hinterhof. Laut Fensterblick ist es dort noch nicht.