Kategorie: Alltag

  • 25-11-18 Pain au chocolat mit Meise

    25-11-18 Pain au chocolat mit Meise

    Im Schrank ein Karton mit 200 Versandtaschen. Der war überraschend.

    Die Bratsche ist bereits in Wilmersdorf. Sherry, Brandy und Whiskey werden zeitnah folgen.

    Uns verließen viele – also mehrere hundert – Bücher.

    Und es fühlt sich gut an. Denn in den zweiten Regalreihen und unter den Stapeln tauchten lauter Favoriten wieder auf. Derzeit denke ich bei fast jedem von „meinem“ Büchern im Regal – dieses Buch würde ich sofort gerne und mit Gewinn nochmal lesen. Der aktuelle Zustand unseres Bücherregals macht mich sehr happy.

    Mein kurzer Arbeitsweg streift Cheruskerpark und Euref-Gelände. Heute war dort viel Polizei, also sehr viel. Auf dem Nachhauseweg war alles voller Taxis. Ich dachte schon, ach gott, was hier los, so viele wichtige Menschen offenbar. Und siehe da, ich hatte zweimal den Summit of European Digital Sovereignty passiert. Bei einer Teilnehmerliste mit Friedrich Merz, Emmanuel Macron, Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger, Frankreichs Digitalministerin Anne Le Hénanff, EU-Vizepräsidentin Henna Virkkunen sowie Digitalministerinnen und -minister aus 23 EU-Mitgliedstaaten weiß ich dann auch, warum die Polizei so zahlreich meinen üblichen Spazierpark bewachte.

    Etwa 100 Meter vom Eingang zum Euref-Gelände entfernt sucht die Polizei Zeugen eines Drive-by-Shootings vor Ort. Ich würde nie behaupten, hier einen Mangel an Abwechslung zu haben.

    Abwechslung bringt auch der Hallodri-Plan im Schöneberger Haus ein ordentlich bürgerliches Haus zu suggerieren, indem die Hoftür seit neuestem abgeschlossen wird. Leider stoppt das geschlossene Tür auch die BSR – und nichts suggeriert so erfolgreich bürgerliche Ordnung, wie Hinterhofcontainer, die vor Müll in alle Richtungen überquellen, weil sie niemand mehr leeren kann.

    Das ist nicht mehr lange unser Problem.

    Madame erhöhte die Zahl der Buchstaben in diesem Haushalt. Während ich letztens das B.Sc. hinter meinem Namen erkämpfte (aber noch nicht formal tragen darf), darf Madame ein O mehr vor dem Namen tragen. Sie ist jetzt ORR (Oberregierungsrätin) Madame, M.A.

    Zeitverwerfungen

    Zustand: Ich muss mir mehrmals täglich bewusst sagen: „Heute ist Dienstag. Das bedeutet, gestern war Montag. Morgen ist Mittwoch. Heute ist Dienstag.“ Denn eigentlich funktioniert mein Hirn gerade nur mit dem Tunnelblick Umzug und zählt Tage danach.

    Es ist übrigens T-15. Dann geht es endgültig auf nach Wilmersdorf.

    Eigentlich will mein Hirn nur funktionieren nach „Heute ist Küchenrest-kommt“, „Morgen ist Umzugsunternehmen kommt schauen.“, „Übermorgen ist Küchenbauer kommen“, „Den Tag danach ist Ummelden-im-Bürgeramt“. Alles was nicht in dieser Schiene hängt, bedarf extra Aufmerksamkeit und bewusster Steuerung, um durchzudringen.

    Insofern war es nicht schlecht, dass wir heute Teammeeting hatte, und ich bewusst darüber nachdenken musste, was eigentlich letzte Woche in der Arbeitszeit passierte.

    Aber erstmal fange ich mit dem Tunnel an.

    Noch 6 Stopps dann da

    Sie haben es geschafft. Die letzten zehn Einzelteile Küche kamen an.

    Die IKEA/Rhenus-Livetracker-Lieferanzeige ist ein Witz. Entgegen aller Absprachen und vielfach hinterlassener Telefonnummern, rief auch niemand an. Aber der dienstägliche Küchenauslieferfahrer war fitter als derjenige vom letzten Donnerstag, und fand den Schwimmbadeingang – und damit auch unsere Wohnung.

    Halleluja!

    Alle Teile sind (vermutlich) angekommen, die Küchenbauer dürfen bauen.

    Und weil es so schön war, standen dann noch die Klempner vor der Tür, „sie wären eh grad im Gebäude und wollten mal schauen, ob sie jetzt den Boiler anschließen können.“

    Halleluja!

    Handwerker, die von der Hausverwaltung geschickt werden, und dann selber kommen, weil sie eh grad im Gebäude sind. Ein komplett unbekanntes Phänomen in den letzten 17 Jahren Berlin.

    Halleluja!

    Mittlerweile entdeckte ich auch, dass Service&more gar nicht der generische Claim der Küchenbauer ist, sondern ihr Firmenname. Seitdem weiß ich wo sie wohnen, und unter welcher Telefonnummer ihr Büro erreichbar ist – und auch das erleichtert unser Leben.

    Halleluja!

    Fast schade, dass wir keine weitere Küche benötigen. Ich glaube, mit Service&more eine Küche von Anfang an zu planen und bauen zu lassen, würde richtig Spaß machen.

    Die Wohnung sparkt Joy

    Warten auf und Betreuung von Lieferdiensten und Handwerkern bewegte uns vielfach in die Wilmersdorfer Wohnung. Auch wenn Madame dankenswerterweise einen Großteil dieser Aufgaben übernahm, fuhr ich auch nach Wilmersdorf, sofern mein Arbeitgeber erlaubte.

    Da die üblichen Verdächtigen gerne ein Ankommen „ab 7“ ankündigen, fuhren wir dementsprechend früh. Und da dachten wir, wir können ja auch dort frühstücken, uns an der S-Bahn ein Pain au chocolat kaufen und dann wenigstens nett warten.

    Wie nett! Die Wohnung liegt in der Innenstadt. Theoretisch sehen wir auf einen Parkplatz. Praktisch fühlt es sich an, als würden wir einen Park betrachten, so grün ist das alles. Im Baum direkt vor dem Fenster kommen Meisen, abends läuft der Fuchs vorbei. Ein großer Fortschritt gegenüber den Schöneberger Randaletauben.

    Mit 10-Meter-Turm in der Halle. So wow.

    Denkwürdig war dann doch, dass ich mal Ausgang bekam. Normalerweise arbeite ich ja für Schwimmbäder, aber nicht in diesen. The Verwaltung is my home.

    Aber ich hatte mir eine Exkursion erkämpft. Und dann sogar ins Forumbad, das selbst in der Berliner Landschaft vieler besonderer Bäder ganz besondrig ist.

    Das Bad wurde noch vor den Nazis konzipiert, aber 1934 eröffnet, ist architektonisch auf jeden Fall eindrucksvoll. Es liegt im Olympiapark neben dem Olympiastadion – eine gottverlassene Gegend voller Hertha-Insignien, die bestenfalls semiöffentlich ist. Auf dem Weg zum Bad passierte ich verschiedene Tore und Zäune, alles hatte Vibes von „Bist du sicher, dass du hierhin darfst?“

    Und wie es sich dann gehört, ist das Bad für die Öffentlich nicht offen, sondern ist reiner Ort für Spandau 04 und die Sportschule nebenan. Die Berliner Bäder sind zwar irgendwie präsent – aber so wenig, dass ich vor dem Bad stehend in der Technik anrufen musste, damit ich einen Kollegen finde – und der kam dann durch abgeschlossene Stahltüren aus dem Keller heraus.

    Dafür hat das Bad gigantische Katakomben, im Stil der 1930er. Und ein großes, leeres Büro. Und eine Belegenschaft, die durch den eigentümliche Ort, die Abkapselung von der normalen Öffentlichkeit, und die Tatsache, dass das Bad in jeder Hinsicht entlegen ist, auch besonderer ist als andere Belegschaften.

    Es war großes Kino. Ich will da wieder hin! Und ich will davon bei einem Bier erzählen!

    Schütteln, schreiben und grüßen

    Das „Schöneberger Dreieck“, also der Ort wo die alte Wohnung liegt, soll Klimaquartier werden.

    Andere Menschen fragen sich desöfteren „warum blogge ich?“, Ich eigentlich nicht. Ich frage mich ja auch nicht, warum ich atme. Aber ich stelle fest; Wenn ich lese „..wie ich heute bei iberty las und mich kurz schüttelte„, dann freut das mein kleines Herz. Ehrlicher Impact! (und beste Grüße an den Rhein)

    Robin Rendle definierte, welche Art von Science Fiction ich mag und gab ihr einen netten Namen: „Cardigan Sci-Fi“:

    The science or the tools or the spaceships do not sit at the heart of Cardigan sci-fi — it’s all about the people that wear the cardigans instead.

    (via Ligne Claire)

    In Wikipedia können User kleine Kästchen, sogenannte Babel-Boxen, auf ihre Userseite stellen. Diese können mal sinnvoll sein im Rahmen kollaborativer Zusammenarbeit („Diese Userin spricht Friesisch“, „… kann Algebra lesen“, „.. kann Sütterlin lesen“, mal halbwegs seriös „..wohnt in Thüringen“, „.. hat Katzen“, mal albern. Damit kann mensch spielen und versuchen, cooler und interessanter zu sein andere. Das Spiel allerdings ist zu Ende: Astro_Christina hat gewonnen.

    Zumal von Christina auch die erste Wikipedia-Bearbeitung stammt, die aus dem Weltraum heraus (an Bord der ISS) vorgenommen wurde.

    Früher am Telefon musste ich „Grüß Gott“ sagen, denn der Auftraggeber saß in München. Heute bin ich schriftlich-dienstlich bei „Liebe/r“, mündlich – sofern ich das Gegenüber kenne und mag, also in 99% der Fälle, bei einem „IT, southpark, Hi!!!“ Herr Rau trat eine epische Diskussion zum Thema Grußformen los.

  • 25-11-15 Röntenbildentsorgung im ersten Stock

    25-11-15 Röntenbildentsorgung im ersten Stock

    Die deutschen Boßelmeisterschaften 2026 werden am 15./16. Mai 2026 in/um Wesselburen stattfinden.

    Beim Vorbeifahren entdeckt: Ex-Lustgarten (Angebot genau wie der Name vermuten lässt) hat sich nach seiner Zwischenstation als Sonnenstudio inszwischen als Weiterbildungs- und Coachinginstitut wieder erfunden. Es bleibt ein Ort, wo Seelen sterben.

    Entdeckung: der Änderungsschneider Hauptstraße zwischen Sachsendamm und Lidl hat ein unglaublich verschmitztes Lächeln – ich bin Fan.

    Hinterhofgeschichten

    Das Schöneberger Haus schafft es, immer neue Umdrehungen der Seltsamkeiten zu schaffen. Nachdem unser Haus-Hallodris den Hinterhof jahrelang als Müllkippe nutzten und sich Scharmützel mit interessierten Obdachlosen lieferten, scheint eine neue Phase angebrochen.

    Auch das letzte Autowrack wurde entfernt. Bis auf unser eigenes Auto ist der Hof komplett leer. Die Durchfahrt zum Hof bekam einen neuen Anstrich und neue Lampen – und das Tor ist abgeschlossen. Also soll zumindest abgeschlossen sein: Da die Mieter zweier kompletter Hinterhäuser (und all ihr Besuch) durch dieses Tor durchmüssen, es außer dem physischen Schlüssel keine Öffnungsmöglichkeit gibt, ist es natürlich komplett absurd das Tor dauerhaft abschließen zu wollen.

    Der Zettel, der sagte, „das Tor muss abgeschlossen werden“ – wie üblich natürlich ohne Namen, Ansprechpartner oder andere erkennbare Absender – hing auf jeden Fall keine 24 Stunden.

    Arbeitshypothese: Die Hallodris wollen mal wieder irgendeinen weiteren Teil des Hauses verkaufen, und dafür soll es so wirken als wäre das hier ein bürgerliches und wohlanständiges Grundstück.

    *kicher*

    Wir werden beobachten.

    Und sind auch nicht komplett böse, in deutlich geregeltere Verhältnisse zu ziehen.

    Ein Versuch einer Rekonstruktion

    Eigentlich wären wir dieses Wochenende in Frankfurt/Oder und Słubice und würden Dota auf der Transvocale hören. Aber dann zogen wir den Lottogewinn einer neuen Wohnung und seitdem ist es alles etwas hektisch und unübersichtlich gerade.

    Aktuell ist unser Leben schneller als wir selber, wir beide sahen uns heute Nachmittag an „Das mit dem Pain au chocolat, das Frühstück, das war erst GESTERN?“

    Also: Dienstag – Arbeit, abends zum Recyclinghof Wilmersdorf, Bett und Elektroschrott wegbringen.

    Mittwoch: Madame holte Gemüsli. Ich: ????? (War das der Tag an dem ich versuchte, einen Stromvertrag für Wilmersdorf abzuschließen???. Ich glaube es war der Tag, an dem ich um haaresbreite bei einer dreistündigen Softwareschulung eingeschlafen wäre)

    Donnerstag: Mobiles Arbeiten. Der Piano-Express transportierte ein Piano ein paar Kilometer nach Westen. Warten auf Godot die Küchenlieferung 1 (sie blieb verschollen). Küchenlieferung 2 und 3 kamen perfekt nach Plan.

    Freitag: Morgens um sieben Küchenbauer und Estrichmeister in Empfang nehmen, Frühstück in der neuen Wohnung mit Pain au Chocolat vom S-Bahn-Backstand. Danach bin ich zur Arbeit, Madame bespaßte die Küchenbauer. Ab Mittags bis in den Abend hinein wir beide: Diverse Verhandlungen mit IKEA-Chat und Hotline wegen Nachlieferung und Nachmontage. Abends IKEA vor Ort (Oberschschrank besorgen)

    Samstag: Bücher aussortieren; Bücher wegbringen zu Oxfam; Elektro, CDs, Haushaltsblech, Batterien zum Recyclinghof Gradestraße; bei IKEA eine vergessene Unterschrankbeleuchtung besorgen. Treffen mit Zia sociale und Zio macchina, Wohnung zeigen, Essen in der Heidelbeere.

    Holen..

    Die Sache mit der Küche ist kompliziert. Mittlerweile habe ich inzwischen so oft IKEA-Menschen zu erklären versucht, warum es zwei verschiedene Teilaufträge für eine Küche gibt, dass ich es nicht mehr schreiben mag.

    Auf jeden Fall führte die Spezial-Konstruktion dazu, dass 114 Küchenteile in der neuen Wohnung liegen, zehn (darunter leider Kochfeld und Spülschrank) fehlen.

    Freitag also waren zwei großartige Küchenbauer vor Ort, die einen Top-Eindruck machten, viele Ideen hatten, anfingen ein paar Schränke zusammenzubauen – und feststellten, dass sie ohne Spülschrank und Kochfeld, die Arbeitsplätte nicht zusägen können, und ohne Arbeitsplatte, die Wandpaneele nicht anbringen können und deshalb auch keine Oberschränke. Das war wohl vorerst wenig.

    Auf jeden Fall hatten sie noch lustige Ideen, die Küche abseits des IKEA-Standards ein bißchen aufzupimpen, was uns noch zu diversen Materialnachkäufen veranlasste. Wir werden berichten.

    ..und Bringen

    Gibt es besseres Wetter, um zum Recyclinghof zu fahren, als Dauerregen im Dunkeln? Auf jeden Fall – es macht mehr Spaß, wenn wir trocken stehen und etwas sehen können.

    Gibt es stimmungsvoll passenderes Wetter? – Auf gar keinen Fall.

    Nachdem ich Dienstag bereits auf dem Miniatur-BSR-Hof in Wilmersdorf war (soo niedlich) also heute zur Mutter aller Recyclingshöfe nach Neukölln; dort wo direkt nebenan die echten Müllautos losfahren, dort wo ich vermutlich auch radioaktive Abfälle und Kriegswaffen entsorgen könnte.

    Samstag Nachmittag – beste Zeit. Erstmal standen wir 30 Minuten hinter einem Kuwaitischen Botschaftsauto in der Schlange bevor wir auf den Hof durften.

    Dann staunte ich, dass der Recyclinghof zweistöckig ist: Unten Elektro, Schadestoffe und komplexere Sachen – oben Holz, Metall, Sperrmüll, CDs, Röntgenbilder. Die Container für Holz, Metall und Sperrmüll stehen im Erdgeschoss, so dass man vom Sonnendeck aus die Sachen einfach nach unten werfen kann.

    Dann stellte ich fest, dass ich im strömenden Regen 200 CDs aus ihren Packungen pfriemeln sollte, damit sie getrennt entsorgt werden. Und ich freute mich, was alles getrennt gesammelt wird.

    Sollte ich jemals alte Röntgenbilder von mir entsorgen wollen, weiß ich wo der entsprechende Container steht.

    Immerhin festgestellt: Wir haben wirklich sehr wenig echten Gruscht in der Wohnung. Fast alles sind Sachen, von denen wir denken „Ist gut. Aber wir haben inzwischen etwas Ähnliches in Schöner.“ (Das gilt zum Beispiel für die fünf Meter Buch, die heute bei Oxfam landeten) oder es waren sentimentale Erinnerungsstücke, die bereits mehrere Sortierrunden überstanden hatten in den letzten Jahren.

    Viele davon hatte ich heute allerdings in der Hand, und dachte „die Erinnerungen an Orten, Zeiten, Personen sind soviel lebendiger als diese Stücke. Ich brauche sie wirklich nicht.“ Und so verließen mich mehrere Dutzend Konferenzbadges, sowie ausgewählte Kleinigkeiten aus Studiums- und WG-Zeiten. Und auch der Hausausweis beim Europäischen Parlament:

    Nicht mehr Teil dieses Haushalts. Der Ex-Brüsseler-Hausausweis des Europaparlaments.

    The Unknown and the Gumpert

    Thomas ranted, zurecht: Keiner braucht KI in persönlichen Blogs

    Wenn ich es dieses Wochenende schon nicht nach Frankfurt/Oder schaffe, kann ich nachlesen wie der Umblätterer dort vor ein paar Wochen eine Ausstellung besuchte: GKM in der Hansestadt Frankfurt an der Oder

    Watching Forever beschreibt einen Film (“The Unknown” von 1927) und zwei Gedanken sind in meinem Kopf (1) Wie um alles in der Welt, konnte ich Lon Chaney bisher verpassen! (2) Das Film wäre voll was für Herrn Rau.

    Herr Rau allerdings spielt währenddessen mit einem Schweinskopf.

    Margrit und Wally lesen vor. Und als hätte ich nicht gerade mehrere hundert Bücher entsorgt, denke ich “ das wäre schön, vielleicht antiquarisch?“: Die Unbehausten

    10 Jahre Jubiläumsschild „20 Jahre Friseursalon Gumpert“

  • 25-11-13 Noch ein Stopp

    25-11-13 Noch ein Stopp

    Vermutlich ist gestern etwas passiert. Höchstwahrscheinlich heute auch. Aber nachdem ich jetzt sehr lange und oft eine seit 16 Uhr unbewegliche „Live“-Tracking-Anzeige von Küchenteilen betrachtete, ist mein Hirn Matsch.

    Klavier: Sollte zwischen 8 Uhr und 13 Uhr abgeholt werden – Piano Express stand um 8:15h auf der Matte, um 9 Uhr war das Klavier komplettemang in Wilmersdorf.

    Küchenlieferung 2 und 3: Sollten zwischen 18 und 21 Uhr geliefert werden. Anruf 17:40 – wir sind in einer Stunde da. Um 18:40h waren sie da, trugen 114 Küchenteile in die Wohnung.

    Küchenlieferung 1: Sollte zwischen 7 und 14 geliefert werden. Von 11 bis 13 Uhr schnurrte es herunter von „Noch 7 Stopps“ auf „Noch 1 Stopp“. Dann fuhr das Livetracking mal zum KaDeWe, dann an den Brandenburger Landesgrenze, dann zum Potsdamer Platz.

    Um 16 Uhr gab das Livetracking auf, und verharrte am Potsdamer Platz. Um 16:30 kam die Nachricht „Spüle und Kochfeld kommen nicht mehr“, um 17 Uhr „Doch wieder verladen. Kommen heute doch noch.“ Um 22 Uhr gaben wir dann auf und hoffen auf Morgen früh.

    Mal schauen, was die Küchemonteure so ohne Spüle, Kochfeld und Ofenhalterung machen werden.

    Nike, steh bei!

  • 25-11-11 Sieben Semester, 180 ECTS

    25-11-11 Sieben Semester, 180 ECTS

    Sieben Wochen nach Abgabe der letzten Klausur, meldete sich das Prüfungsamt: Die Klausur ist bestanden. Damit sind jetzt 18 von 18 geforderten Modulen erfolgreich abgeschlossen, 16 Klausuren bestanden, eine Seminararbeit und eine Bachelorarbeit erfolgreich abgegeben.

    Durch. Es fehlt nur noch die Formalie der Zeugnisausstellung. Dann bin ich durch und darf ein paar neue Buchstaben an meinen Namen hängen. Wenn ich das Zeugnis habe, bin ich southpark, M.A., B.Sc. Zum Bachelor in sieben Semestern – das hätte mein damaliges Präsenz-Studiums-Ich für komplett absurd gehalten.

    Das letzte i-Tüpfelchen auf dem Bachelor bildete also das Knowledge Management – und irgendwie ist das für mich auch passend.

    Wo wir bei absurd sind: mit Corona und Umzug passiert so viel Anderes im Leben dass wir so gar nicht zum Feiern kommen. Und auch die eigentlich nötige innere und äußere Studiums-Rekapitulation wird doch zahlreiche Gedanken an die Gegenwart überlagert. Aber das wird.

    Es waren drei Tage zwischen Covid- und Nachcovid, sonntäglicher Erholung und recht normaler Arbeit.

    Meine Covid-Tests sind seit Sonntag wieder einstreifig, von Madames zwei Streifen wird einer zumindest wieder heller.

    Hätte ich noch Geist für die Schöneberger Wohnung würde ich staunen

    Die Stadt rutscht in den Herbst, noch bedarf es Gewöhnung. Die Zahl der Unfälle- und Unfallspuren nimmt deutlich zu. Alleine heute passierte ich dreimal die Innsbrucker Platz – zweimal war jeweils die Polizei dabei einen neuen Unfall auf dem Platz aufzunehmen.

    Die Durchfahrt zum Schöneberger Hinterhof, gerne Lagerort für kaputte Flaschen, leere Capri-Sonne und Kinderklamotten, wurde frisch gestrichen. Ich glaube auch die Lampe wurde erneuert. Irgendjemand (im Zweifel immer die Käufer der unfassbar überteuerten ausgebauten Dachgeschosswohnungen) versuchen sogar die Durchfahrt die Hinterhof abzuschließen. Fast wäre ich neugierig wie es sich entwickelt.

    Vor der Haustür heute Abend eine Gruppe von acht Chinesen. Zehn Minuten später waren diese verschwunden, dafür waren in Wohnung 3R – ehemals Heimat der inzwischen in Kanada lebenden Ukrainer – acht paar Schuhe vor der Tür.

    asus sdrw-8d2s-u open without power

    Offenbar wollen auch weitere Haushaltsgegenstände die Gelegenheit nutzen, sich zu verabschieden. Der externe DVD-Player asus sdrw-8d2s-u verabschiedete sich auch, und konnte nur mit List und Tücke dazu veranlasst werden, die DVD (natürlich aus der Bibliothek ausgeliehen!) wieder auszuspucken.

    Sachen gehen, Sachen kommen. Nun probierte ich auch unquick commerce, aka einen Lebensmittel-Lieferdienst mit einem Tag vorlauf. Knuspr hat nicht nur alles was wir brauchen, und charmante Eigenmarken, sondern auch ausgewählte Marks & Spencer-Lebensmittel, Münchner Wollwurst und drollige tschechiche Bistro-Artikel.

    Ich muss mal rechnen, wieviel mehr oder weniger es wirklich kostet – und ich muss mal in mich gehen, ob ich es für okay halte, andere Leute zum Mindestlohn meine Einkäufe durch die Gegend fahren zu lassen – aber es sparkt bei mir auf jeden Fall Joy. Zusammen mit gemüslichen Spitzkohl und Karotten und crowdgefarmten Mangos kamen für Krankheitszeiten ganz erstaunlich feine Mahlzeiten zusammen.

    Ein Hin- und her

    Mir träumte, Elif Oskan ist Gebäudechefin in unserer neuen Wohnung und ich muss irgendwelche Berichte abliefern. Das war aber alles so unklar, dass ich mehrfach aufwachte, und dann war noch alles unklarer. Irgendwann war ich so wach, dass mir auffiel, dass Oskan ja Köchin in Zürich und im Fernsehen ist und gar keine Badbetriebsleitung in Berlin – und dann schlief ich wieder besser.

    Anscheinend im Krankenlager zuviel The Taste geschaut.

    Die ganze Wohungsgeschichte.. ist es so unglaublich in allem. Irgendwie warte ich immer noch darauf, dass mich jemand in die Wange kneift und sagt „south, natürlich ist das alles nur ein absurder Traum.“

    Aber ein schöner. Und bisher scheint er weiter real zu sein.

    Auch komisch: wir haben weniger Platz und trotzdem kaufe ich neues Zeug. Bisher beschränkt sich das allerdings auf Regale – denn gerade, wenn es wenig Platz ist, sollten die Regale möglichst passgenau sein und wenige Zentimeter verschwenden. Und so trage ich IKEA-Kartons ins Gebäude, sage mir „heute nicht schwimmen, keine Zeit“, winke dem „Pförtner“ (laut le pianiste) und verschwinde wieder.

    In den nächsten Tagen kommt die Wilmersdorfer Küche, und das ist ein untrügliches Anzeichen für „Es wird ernst“. Noch wartet fast alles auf den Umzug. Aber wir sind weiterhin dabei, erste Transporte vorzubereiten. Das ehemalige Bett ist inzwischen in Schöneberg im Auto gelandet und wartet auf seinen Transport zum Recyclinghof.

    Das in-between-Bett ist in Wilmersdorf in der Wohnung und wartet auf seinen Aufbau. Ebenso das Badregal und der zweite Teil des Kellerregals. Das Kellerregal wiederum wartet in seiner Vervollkommnung auf die Handwerker, der noch vorher im Keller tätig werden muss.

    Und Bücher und CDs sollten eh noch einige diesen Haushalt verlassen.

    Hallo Ivar, das ist Wohnung. Hallo Wohnung, das ist Ivar.

    Schwimmbad – Resistance

    In Österreich: Klagenfurt, eine Stadt mit 100.000 Einwohnern hat mindestens sechs Jahre lang (2021 bis 2027) kein Schwimmbad. Nada, Null. Und dabei dachte ich Piefke immer, dass die Österreicher dass mit der öffentichen Infrastruktur zumindest noch besser hinbekommen als die Deutschen.

    Derweil in Hamburg: Die Kunsthalle möchte ein Freibad in der Binnenalster bauen. Ja, wirklich. Hamburger Kunsthalle: Reaktionen auf Neubau-Pläne des Direktors

    Unter anderem geht es um Island, aber schon bei der Überschrift war ich komplett überzeugt:
    ‘You Britons go to the pub, we go to the swimming pool!’: the European health habits worth adopting

    Und wo wir in die Ferne schweifen: Wer sich fragt: wo ist eigentlich der US Widerstand gegen MAGA, empfehle ich mal wieder Rebecca Solnit: In 2025 We Showed Up: Notes on Resistance to the Regime

  • 25-11-08 Quick Commerce und ein Tiroler Apfelkuchen

    25-11-08 Quick Commerce und ein Tiroler Apfelkuchen

    Die erste gute Nachricht: der Strich auf dem Test wird heller. Die zweite gute Nachricht: die innerwohnungliche Quarantäne ist beendet.

    Aus der Kombination der beiden Nachrichten (Quarantäne beendet, aber Strich noch da), lässt sich die schlechte Nachricht deduzieren: Es hat auch Madame erwischt.

    Unserer Schätzung nach passierte es am Montag als ich erst noch gar nicht wusste, dass ich krank bin, und dann nichts von COVID-19 ahnte.

    Es waren drei Tage der COVID-19.

    Jetzt also sofiert Madame. Ich aber fühle mich fit wie die ganze Woche nicht, habe freiwillig mehrfach eine kleine Leiter bestiegen und ein 20-Kilo-Paket erst vier Stockwerke hoch und dann wieder herunter getragen.

    Spannend, dass der Controllstreifen je dunkler ist, je heller der coronaTeststreifen ist.

    Grünspecht und Eichelhäher

    Langsam bin ich wieder diesseits meiner eigenen Gedanken, und möchte für das Protokoll vom letzten Sonntag vermerken:

    • Die neuen Narzissen sind gesetzt: unter Küchen- und Schlafzimmerfenster, am alten Grillplatz und neben dem großen Gartenvulkan. Also im Wesentlichen einmal um den Bungalow herum.
    • Madame schnitt Hecke auf dem Gemeinschaftsgrundstück und – am Wichtigsten – wurde dabei von mehreren relevanten Nachbarn gesehen, hat sich zur Erinnerungsförderung auch mit diesen unterhalten.
    • Wir nahmen uns vor, nächstes Jahr endlich den Schuppen mit einer Stufe vor der Tür und mit Strom zu versorgen; noch nicht ganz entschieden ist, ob für alle Fälle eine Wallbox hinzu kommen soll. Noch fahren wir mit Autogas und Benzin (und der Subaru möge noch ein paar Jahre durchhalten), aber ein Ende des Verbrennungsmotors ist hier absehbar.
    • Fast hätten wir uns nicht in den Garten getraut. Denn die ganze Zeit hüpften Grünspecht und Eichelhäher durch den Garten – die wollten wir natürlich nicht verscheuchen.

    Fahrradträger und enge Durchfahrt

    Letzter externer Sozialkontakt bevor ich daniedersank: eine tschechische Familie, die anscheinend zur neu gebauten Dachboden-Ausbau-Wohnung im Hinterhaus wollte. Ich frage mich, ob als Gast oder als Besitzer? Denn so in klassischer vier-Personen-Familienaufstellung mit frische geputztem Mittelklasseauto und darauf frisch geputzte Fahrräder, sie alle in glänzender Funktionskleidung – ich glaube nicht, dass ich in diesem Haus je Menschen sah, die so derartige mein-Habitat-ist-nicht-die-Großstadt-Vibes verströmten wie diese.

    Ist es möglich, Bücherregale dreireihig zu stellen?

    Angesichts des baldigen Umzugs versuchen wir Zeug loszuwerden. Die neue Wohnung ist in vielerlei Hinsicht ein Traum, und sie sparkt jede Menge Joy. Aber sie ist auch 12 Quadratmeter kleiner als unser jetzt schon vollgestopftes Domizil.

    Wenn ich richtig zähle, dürften die ersten fünf bis sechs Meter Buch die Wohnung verlassen haben. Ich fing an, die erste Tasche mit nicht-dringend-gemochten-CDs zu packen und eine seit Jahren nicht verwendete Ersatzsportmatte verließ die Wohnung. Das Stehpult ist noch da, aber nur weil die Übergabe am Virus scheiterte.

    Noch sucht der silber-blaue Sessel ein neues Heim; und vermutlich weitere zehn Meter Buch, sowie anderer Kleinkram. Ich überlege, einen Zu-verschenken-Verteiler aufzubauen.

    Größer Posten: Das Bett. Das mögen wir eigentlich. Aber es ist ein paar kritische Zentimeter zu groß für das neue Schlafzimmer, ist zudem 17 Jahre alt, von IKEA, und wurde auch schon einmal geflickt. Aber jetzt ein neues Bett kaufen als Ersatz für Eines, das wir beide mögen?

    Naja, ein paar Tage Krankenlager ersparten uns die Entscheidung. Halb brach es, halb sank ich dahin. Offenbar hat es genau rechtzeitig zum Umzug seine natürliche Lebensdauer erreicht. Noch besser wäre es gewesen, es hätte diese Entscheidung nicht nachts um 1 getroffen, während ich das Zimmer eigentlich nicht verlassen sollte.

    Der improvisierte Schlafplatzumbau funktionierte auch Nachts. Am nächsten Tag war Madame in der Hafenstadt, so dass ich ein paar Stunden Zeit zur ordnungsgemäßen Demontage und Verräumung hatte.

    Bestellen

    Zum Glück ist Ereignis ein paar Tage her. Nichts läge mir derzeit ferner als fiebrig im Bett zu wälzen. Das Abenteuer wartet. Und da meine Abenteuer ja immer noch unter Vermeidung phyischer Nähe stattfinden sollte, wagte ich mich in die Welt der Lebensmittebringdienste.

    Versuch 1: Quick Commerce, aka Flink. Versprechen eine Lieferung von ihrem Angebot innerhalb einer kurzer Zeit. Und tatsächlich war es spannend, auf „bestellen“ zu drücken, einem Punkt auf der Berlin-Karte zu folgen, und kaum 20 Minute später waren neue Coronatests, Schokolade, Wurstaufschnitt und eine Überraschungs-„Rettertüte“ mit Tomaten, Birnen und Quaese in der Wohnung.

    Aber: Selbst mir fiel auf, dass das ganz schön teuer war angesichts der Einkäufe und die Auswahl begrenzt. Am Ende ist Quick Commerce halt so eine Art Liefer-Späti mit Späti-Preisen und -Angebot.

    Zweiter Versuch Knuspr: Das wollte sich eher an, wie eine Onlineversion der BioCompany mit lokalem Gemüse und Fleisch der Biomanufaktur Havelland. Dazu diverse Münchner Lokalerzeuger, tschechische Knödel, drollige Eigenmarken und Marks and Spencer Food. Fast hätte ich bestellt; aber die Lieferung war erst Montag möglich – da kann ich voraussichtlich schon wieder selber einkaufen.

    Selber backen

    Deshalb weiter im Programm, möglichst viele Vorräte vor dem Umzug aufzubrauchen: Diesmal Buchweizenmehl. Das Internet hatte mir vor ein paar Tagen schon einen (Süd)Tiroler Apfelkuchen mit Buchweizenmehl in verschiedenen Varianten in die Hände gelegt. Den gab es gleich zweimal, einmal prä-Coronatest und einmal jetzt und ich pickte mehr oder weniger blind dieses Rezept:

    Südtiroler Apfelkuchen mit Buchweizenmehl – kann empfehlen, die Nuss-Buchweizen-Mischung gegen Apfel, Zucker und Bitterorange funktioniert.

    Heute aber war ich neugierig. Wenn mir das Internet etwas als „traditionell“ für eine Gegend verkaufen will, beginnt mein Misstrauen. Leider sind solche Claims auch nur mit großem Aufwand recherchierbar. Also fragte ich den Haselanten.

    Aussage: Nein, ein Apfelkuchen mit Nüssen aus Buchweizenmehl ist in (Süd)Tirol nicht traditionell. Aber es gibt dort einen traditionellen Buchweizen-Nuss-Kuchen mit Apfel.1

    Hurra, der Haselant hat seinen sympathischen Spirit der Gaga-Aussagen wieder, den ChatGPT durch ChatGPT5 verloren hatte.

    Drehtür und Bahnhof

    Ich musste kurz grinsen: Neue Drehtür am Görlitzer Park gestohlen

    Da entdecke ich eine Gemeinsamkeit mit Frau Novemberregen und schon ist sie vorbei: [ich] bin sehr freudig aufgeregt über sehr viele Dinge, zunächst einmal die Übernachtung, ich wollte nämlich immer schonmal in einem Intercity-Hotel übernachten, nur hat es sich bisher noch nie ergeben. Bis heute!

    Passend dazu: Herr Buddenbohm nimmt mir die Worte aus dem Mund, was ich an Bahnhöfen liebe.

    Auch du, Athen: Gentrifizierung nennt man das.

    Nein, ich hätte nicht gedacht, dass ich meine Musiktipps je aus einem Blog names fadenspiel und fingerwerk bekommen würde. Aber hach, Soleil Blue ist einfach zum Dahinträumen und das Video schon sehr Frankreich.

    Endlich mal jemand, der den Zusammenhang zwischen Halloween und Allerseelen sieht:

    ich erinnere mich an die fotos von hell erleuchteten friedhöfen, kannte und kenne aber niemanden, der selber was angezündet hat, klar, wir waren alle knapp über 20 damals, da hatten wir noch keine toten, aber es war auch niemand auf diese art gläubig, […] Inzwischen trage ich meine toten so mit mir herum, sie sind teil des inneren panoptikums, denke sozusagen immer und nie an sie. […] ich mag den jetzigen umgang mit allerseelen lieber, die geister werden im lebendigen gefeiert, die toten und ihre gespenster in einer kindgerechten form, (Hotel Mama: ognissanti)

    Jetzt Dunkeltuten.

    Anmerkungen

    1. Die wahre Traditionstorte scheint aber die Schwarzplentene Torte mit Preiselbeeren zu sein. ↩︎
  • 25-11-06 Late to the Party

    25-11-06 Late to the Party

    Einmal ist immer das erste Mal. Ich kann es nicht weiterempfehlen.

    Seltsam 1: Da Madame erfreulicherweise verschont wurde, leben wir immer noch in derselben Wohnung, haben uns aber seit Tagen nicht mehr gesehen. Quarantäneschlafzimmer sei Dank. Aber ein sehr seltsames Gefühl.

    Seltsam 2:

    Peak Symptome war irgendwann Montag abend. Da ging es mir ziemlich schlecht, dann habe ich von 23 Uhr bis 1 Uhr geschlafen und um 1 dachte ich plötzlich: „Ich habe wieder Interesse am Leben. Und Appetit auf Erdnussflips.“ Peak Coronatest war hoffentlich irgendwann zwischen Mittwoch und Donnerstag. Also hatte ich weniger Symptome bei mehr Viruslast.

    Soweit ich mich erinnere liegen die schweren Verläufe ja vor allem am überschießenden Immunsystem. Anscheinend hat meines Montag am späten Abend beschlossen die Herangehensweise zu ändern – wofür ich ihm sehr dankbar bin.

    C wie Controllstreifen, T wie Coronatest
  • 25-11-01 Wir sind hier nicht in Chemnitz, Dirk

    25-11-01 Wir sind hier nicht in Chemnitz, Dirk

    Es dauerte zehn Jahre bis ich bemerkte, dass „Yes, we can“ (Obama) und „Wir schaffen das“ (Merkel) derselbe Satz ist.

    Langsam komme ich wieder im Vollzeitflow lauter Projekthochphasen an. Auch dank des Lankwitzer Lackmeisters.

    Die Berlin-Brandenburger Akademie der Wissenschaften beförderte mich zum Professor. Leider nur der Akademie-Teil, der die Werbungs-Programmheft in Briefumschläge steckt und adressiert. Sonst gilt hier immer noch: southpark, M.A. since 2003

    Es war ein Freitag halb Arbeit/ halb Reformationstag und ein Samstag halb Golden/ halb Weltuntergang.

    Auf der Martin-Luther-Straße ein Auto mit schwarzem Kennzeichen, das in weißer Schrift drei Zahlen, arabische Buchstaben und weitere Zahlen enthielt. Weder DuckDuckGo noch der Haselant konnten bisher weiterhelfen aus welchem Land das Auto kam.

    Die Theodor-Heuss-Bibliothek hat sich in den letzten Monaten mit schmalen Budget überraschend 30 Jahre in die Zukunft gebeamt. Ich liebe sie sehr, hatte bisher aber den Eindruck eine Zeitreise ins Jahr 1995 zu unternehmen. Jetzt wirkt es plötzlich wie 2025.

    Das Fresh Bistro Ecke Sachsendamm ist jetzt Döner Adam’s Pizza. Gerade noch hatte ich gedacht, dass Fresh sich an dieser Ecke überraschend lange hält.

    Der Feldwegfunk vermeldet, dass ein Co-Kolonist seinen Bungalow für erstaunlich steile Tagespreise auf Air B’n’B anbietet – natürlich gegen alle Vereinssatzungen und Bebauungspläne. Es wird spannend.

    Madame hat regelmäßig mit Brandenburger und Berliner Jungerwachsenen zu tun und bemerkt wie frappierend es ist, dass man den Brandenburger*innen quasi jede Regung im Gesicht abliest, während die Berliner*innen ein Dauerpokerface zeigen. Umgang mit den Ansprüchen der Großstadt. Nur ja nicht ansprechbar wirken.. Ein Paradebeispiel beobachtete in der S-Bahn. Ein Mann stieg ein, legt neue Taschentuchpackungen auf jeden freien Platz, daran befestigt ein kleiner Zettel auf dem etwas steht. Und ein ganzer S-Bahn-Wagen ignoriert kollektiv die seltsame Gabe, tut nicht einmal so als würden sie das eines Blickes würdigen oder als wären sie neugierig.

    Bitte antworten sie nicht

    Relevante Teile meiner Arbeitszeit verbringe ich damit, Menschen zu versichern, dass Computer nicht böse sind, Digitalisierung Sachen einfacher machen wird, Sorgen der Menschen zuzuhören und aus dem Gehörten etwas zu machen, was dann hoffentlich allen das Leben erleichtert. Den Zuhör-und-danach-was-ändern-Teil ist der schwierigste Teil dabei aber eigentlich der Wichtigste.

    Um so mehr lachte ich als ich folgende Mail bekam:

    Sehr geehrte Studierende, die FernUniversität befindet sich in einem Wandel und geht einen weiteren Schritt in Richtung digitale Zukunft: Ihr Studium wird komplett digital. […]

    Wir wissen aber, dass diese Umstellung für einige Studierende eine bedeutende Veränderung darstellt – mit Chancen, aber zugleich mit Fragen und vielleicht auch mit Vorbehalten. Uns ist wichtig, diesen Schritt gemeinsam mit Ihnen zu gehen […]

    Diese Mitteilung ist rein informativ – bitte antworten Sie nicht auf diese E-Mail.

    Nein. Einfach nur nein.

    Abgesehen vom Musterbeispiel missglückter Kommunikation finde ich das inhaltlich auch Mist. Das beste am ganzen Fernsehstudium ist es ja, mit dem gedruckten Lehrbrief irgendwo in den Park, ins Cafe oder in den Garten zu gehen. Das wäre mit der Digitalversion nervig bis unmöglich.

    Buhuu

    An Halloween am Morgen ein Mann in dunkler Hose, Hemd und dunklem Umhang. Die perfekte Symbiose einer Kleidung, die erst als bürofein durchgeht und danach sofort zum Gruselkostüm umgestaltet werden kann.

    Am Nachmittag eine Fotosession mit Miniaturhexe auf der Straße. Soo niedlich. Auf dem Weg zur Bibliothek – direkt neben Kindergarten und Jugendzentrum sehr viele Gruselwesen auf dem Weg zu einer Party.

    In der S-Bahn dann weitere Menschen wild geschminkt, allerdings im Schnitt 10 Jahre älter.

    Mir fiel wieder ein, dass ich endlich mal auf den Latifundien eine Halloween-Kranich-Goldene-Blätter-Party geben möchte. Aber dieses Jahr kam erst die Bachelorarbeit dazwischen, die jegliche Planung verhinderte und dann der Umzug, der eine Durchführung verhinderte.

    Wobei die Bachelor-Umzugs-Kombination auch daran schuld ist, dass dieses Jahr unser traditioneller Halloween-nach-Chemnitz-Ausflug ausfällt.

    Außerdem ist dieses Jahr das Jahr der Vogelgrippe und der Kraniche, die tot vom Himmel fallen – das wäre mir als Halloweenveranstaltung einen Tick zu makaber gewesen.

    Andere feierten: Madame, schon auf den Latifundien, verwirrte Zwergengeister, indem sie eine Gegenleistung – Lied oder Gedicht – als Gegenleistung für die Kekse forderte. Schließlich rang sich die Geisterin zu einem Kurzgedicht auf: „Wenn sie nichts geben / Nehmen wir ihr Leben.“

    Uns begegnete der Geist eines Feldhasen

    Goldener November

    Madame grillte und schickte Fotos aus Foersters Staudengärtnerei. Denn während ich darüber rätselte wer mit wem am DateLastSync ge-synct hat, hatte sich ein Feiertag über die Hafenstadt gelegt. Am Donnerstag kam Team Kotzenbüll von der Nordsee, am Freitag fuhren sie ins Staudenparadies, währned Miss Bilanz und ich die Abenteuer des Brandenburger Schienenersatzverkehrs bewältigten. Am Ende großes Gelage in fröhlicher Runde. Die Schweineschulter verströmte starke Asterix-Lagerfeuer-Vibes und einen phantastischen Duft.

    Der November begann mit einem goldenen Frühstück. Die letzten Blätter der Äpfelbäume segelten herunter. Die Astern blühen weiter. Der Rambler (grüne Blätter) rambelt ganz apart durch den Wirtsbaum (gelbe Blätter). Der Pfirsich trägt noch rote Blätter.

    Madame importierte Astern und eine Rasselblume aus Potsdam. Sowie einen Ersatz für den bisher erfolglosen Zierdistel/Artischenschockenplatz, dessen Namen ich aber schon wieder vergaß.

    Gurren und verschwundene Fax-Geräte

    Im November lerne ich: Die Importe von Nudeln sind im vergangenen Jahr auf einen neuen Höchststand gestiegen

    Wer Billy Joel zitiert muss als Blogger ein Guter ein: Wasn’t this supposed to be a musical?

    Ich frage mich, wie ich The Jazz Singer bisher weitgehend ignorieren konnte: Wöchentlicher Pflichtbeitrag vor den Herbstferien: The Jazz Singer Eigentlich trifft der Film offenbar jeden Sweet Spot den ich habe.

    Found auch my sweet spot: Der ‚Moflin‚ ist ein felliger KI-Begleiter, der „Stress lindern und Trost spenden“ soll indem er eine „emotionale KI“ nutzt und gurrt.

    Heute habe ich mal ein ganz anderes Thema für euch: den Altar in unserer Büsumer Fischerkirche bzw. die kleine Figur rechts am Altar.

    Fahren im alten IC: Und ich war mit einem super netten Zugchef unterwegs, der mir allerlei Details an dem Fahrzeug gezeigt und erklärt hat. Schon fast nostalgische Details, die es in einem modernen ICE gar nicht mehr gibt. Zum Beispiel gibt es neben dem Dienstabteil eine runde Nische, an der wohl mal eine Türe befestigt war… Ich konnte mir nicht sofort einen Reim darauf machen. Der Zugchef erklärte mir: „Das war eine Telefonzelle“. Und er zeigte mir auch den Raum, in dem früher mal ein Drucker und ein Faxgerät für die Fahrgäste der ersten Klasse zur Verfügung standen.