In der Straße parkt der Botschafter Somalias. Seinem BMW ist nicht anzusehen, was der Begehr des Besuchs ist.
KK wird nach Schottland fliegen, um dort mit Gepäck und ihrer Tochter durch die Highlands zu wandern.
Die Kollegen streiten, ob die Taubenkolonie in der Tiefgarage, nervig, furchtbar oder mittlerweile ernstlich gesundheitsgefährdend ist. Es scheint je nach Ecke der Tiefgarage zu variieren. Aber die durchgehende Taubenkotbesatz in dieser fast fabrikneuen Tiefgarage ist auf seine eigene Art wahrlich spektakulär.
Madame wachte auf mit den Worten: „Das ist die Elster.“
Madame erntete direkt nach der Kirschernte noch mehr Kirschzweige als vorher Sauerkirschen. Das Obstbaumschnittbuch sagt: Ungefähr die Hälfte der Masse entnehmen.
Und obwohl wir gar keine richtige Hecke haben, schnitt sie sie dennoch. Denn es war Johanni.
Der Lokalzeitung entnahmen wir, dass an der Schöneberger Fahrraddemo etwa 800 Räder teilgenommen haben. Davon viele Kinder- und Laufräder.
Die Einsendeaufgaben Investition und Finanzierung sind deutlich verständnisfreudiger als die mathematischen. Aber bei meinem Vorbereitungsstand brauche ich trotzdem für eine (von insgesamt sechs) der Aufgaben je einen kompletten Abend.
Ich begann, mein Spielzeug einzurichten. Der wichtigste Punkt funktionierte bereits: Windows 11 läuft. Weniger, weil ich Windows-11-Fan bin, aber ich bin Fan langjährig unterstützter Betriebssysteme. Und beim 10-11-Sprung ist schon auf mancher Hardware etwas schief gegangen.
Alt: Korean Fried Chicken. Neu: Dottoressa
Ein Kommen und Gehen ist in Berlin: Der altbewährte allein praktizierende Hausarzt bildet plötzlich ein „Medizinisches Versorgungszentrum“ zusammen mit einer Dottoressa. Immerhin, Teil 2 der FMSE-Impfung verlief genauso unkompliziert und nett wie Teil 1 auch schon.
Die lange Straßenbaustelle der Wasserbetriebe ist fast wieder verschwunden. Anscheinend ging es wirklich nur darum, die Gullideckel zu wechseln und die Straße um diese herum wieder in den rechten Abschüssigkeitsbereich zu bringen.
Ex-Korean Fried Chicken hat mittlerweile ein arabisches Schild an der Wand. Die ehemalige Klavierstimmerwerkstatt hat noch ihr eigenes Schild, steht aber leer. Dafür eröffnet ein Chef Burger (ehemals Wettbüro), eine Pastaria/italienische Feinkost (ehemals Wettbüro), ein anderer Burgerladen (ehemals „Pizzaria[sic!] Juventus“) und ein Hühnerwald. Beim Hühnerwald erinnern nicht nur der Name sondern auch Farbdesign und Schriftgestaltung an eine andere Hähnchenbraterei mit Österreichbezug.
Da passt es, dass wir vor dem Einschlafen die ZDF besseresser streamen.
Vorerst leider ohne Gehen wird wohl das Hinterhofgerüst kommen. Dieses erreichte in seinem ersten Ausläufer unser Stockwerk. Jetzt schauen wir aus dem Kammerfenster hinaus auf Stangen und zur richtigen (falschen) Tageszeit auf Bauarbeiter direkt vor unserer Nase.
Während ich in der Mittagspause weiterhin den mustergültigen New-German-Style-Garten vor Vattenfall bewundere, schreibt die New York Times den Trendartikel dazu: Corporate Landscaping Lets Its Hair Down.
Unschöner dazu der FAZ-Artikel (Paywall) über den Überraschungsrausschmiss des New German Style-Papstes Cassian Schmidt vom Hermannshof: Streit im Garten-Mekka.
Vier Wildschweine nahmen ihr Abendessen auf der Böschung der A115 ein.
Madame demonstrierte gegen Radwegbau-Stopp in Schöneberg.
Das Gerüst am Hinterhaus verschwindet. Ich freute mich kurz für die Hinterhausnachbarn. Bis ich bemerkte, dass die Gerüstbauer das Gerüst einfach hinten abbauen und vorne wieder aufbauen. Jetzt drohen uns ein bis zwei Jahre Dachbaustelle direkt über unseren Köpfen. Vermutlich. Irgendwie verbindlich wurden weder wir noch der Vermieter informiert.
Wasser ist ein Problem. Zuwenig warmes Wasser im Markgräflerland. Dort fiel die Heizungssteuerung aus, vielleicht durch Blitzschlag. Man klärt.
Zuviel Wasser jeder Art läuft in Dithmarscher an Decke und Wand. Die Ursache scheint gefunden, die Behebung gestaltet sich potenziell aufwendig. Und wie groß der Schaden in Decke und Wand letztebndlich sein wird, ist noch nicht genau absehbar. Damit ist jetzt wirklich genug kaputt gegangen in aktueller Zeit.
Wal-Klopfer
Gartenbesuchstage. Die Kollegen besuchten mich am Donnerstag, brachten Nudelsalat und Steaks mit und wässerten Gurken. Insgesamt sehr angenehm und wiederholenswert. Das letzte Zusammentreffen mit der Eisernen. Ich lernte mehr über die Folierung von Autos als ich je zu hoffen gewagt hätte.
Frau Bilanz besuchte uns Samstag und erzählte von Schul-Lunches in den USA. Sie bestätigte meinen Eindruck, dass Uni-Mathe irgendwie anders ist als andere Uni-Fächer. Während wir die Abendsonne genossen, die letzten Hummeln an der Katzenminze brummten und das rötlich schimmernde Gras in einer Abendbrise wogte, klangen „Atemlos“, „Tainted Love“ und „Aloha heja he“ durch den Abend.
Nebenan war Dorffest. Mit selbst gebackenem Kuchen, Bühne, Getränken und „Hopseburg“. Heute, am Tag danach, lernten wir: Kindern kriegen keinen Zucker mehr. L, die Organisatorin, spülte nicht-gegessene kandierte Äpfel wieder ab, um sie zu Backäpfeln zu verarbeiten. „Mein“ einziger Programmpunkt – der Shantychor aus Kremmen – fiel unglücklich mit dem Zusammentreffen von Frau Bilanz zusammen.
Und eigentlich wäre es uns schwer gefallen, den Garten zu verlassen. Nach Regen und Wärme die letzten Wochen sieht der spektakulärer aus als je zuvor. Und auch spektakulärer als wir es uns je zu hoffen gewagt hätten.
Herr Buddenbohm bekam ein Merkblatt. The Swingin‘ Ks bekamen keinen Merkzettel. Sie sind aber so vorbildliche Gärtner, dass sie trotzdem direkt nach Johannis die Hecke schneiden. Wir haben hingegen haben nicht einmal eine richtige Hecke.
Bei uns stellte sich die Frage 1 oder 2? Sollte die Wiese einmal im Jahr gemäht werden (im Oktober) oder zweimal (im Oktober und jetzt)? Oder Teile so und andere so? Und wenn ja, welche Teile? Wir beschlossen, dass die letztjährig einmal-gemähten-Teile dieses Jahr schöner geworden sind und einigten uns weitgehend auf einmaliges Mähen im Oktober.
Zur Selbsterinnerung: Der Teil südlich des Schuppens und der Schuppen-Bungalow-Zwischenbereich sind in Duomähung.
The TasteAtlas veröffentlichte eine Liste der „150 Most Legendary Restaurants & Their Iconic Dishes.“ Was noch nicht bemerkenswert wäre. Bemerkenswert ist Platz 5 „L’Antica Pizzeria da Michele“ & „Pizza Napolitana“. Die Pizzeria hat einen Berliner Ableger. Und der ist in Kirschkernspuckweiter unserer Haustür. Ich hoffe, die Gäste, die wir schon dorthin ausführten, wussten das zu würdigen.
Der Matrose will Senf mitbringen vielleicht. Grüner Garten ist gar kein Salat, sondern eine Pizza.
Der Einsendeaufgabenschluß Investition und Finanzierung nähert sich. Inhaltlich denke ich immer noch: Ist machbar. Aber so mit Zins-, Annuitäten und Rentwertberechnungen, den vielerlei Cashflows, Entscheidungsmatrixen unter Risiko und Unsicherheit und noch Dutzenden Themen mehr ist es am Ende halt doch eine Menge. Bloß nicht unterschätzen.
Wasserdichtes Fenster
Im Englischen gibt es den Ausdruck When it rains it pours. Also auf deutsch: Wenn es regnet, dann gießt es oder übertragen und weniger bildhaft: Ein Unglück kommt selten allein.
In Dithmarschen regnete es gar nicht. Aber das Wasser lief dennoch – die Wand hinunter. Und verbreitete sich auf Wohnzimmerboden und Küchenboden. Auffallend war seine Seifigkeit. Die Mieter in der Wohnung darüber behaupten jedoch, dass ihr überflutetes Badezimmer nichts mit dem Wassereinbruch durch Wand und Decke zu tun hat.
Kurz zuvor hoffte ich, unser Ausmaß an Alltagskatastrophen wäre für dieses Quartal erfüllt.
On the good side: Der Besuch ist mittlerweile ohne weitere Bahnverwirrungen zu Hause angekommen. Die Fenster in der Wohnung sind wieder vollständig und funktionsfähig. Lob an die Werkstatt. Als sie sagten „Die Kollegen kommen dann gleich zu Arbeitsbeginn um 7 vorbei“, rechnete ich bestenfalls mit „Um 7 treffen sie sich in der Werkstatt, trinken einen Kaffee, holen das Fenster und laufen dann kurz rüber.“ Nicht: „Um 6:59h klingeln sie an der Tür.“ Zum Glück liegen ein paar Stockwerke zwischen Haustür und Wohnung. Ich konnte die beiden Herren vollständig bekleidet empfangen.
Auch on the good side: Obwohl wir im Sommer sind, regnet es irgendwann. Und es hat unter 30 Grad. Dass ich das noch erleben darf.
1000 Meter Arbeitsweg, Aufbruch bei Trockenheit und nach 400 Metern stelle ich mich unter, weil es so schüttet.
Das ver.di-Geld ist da und ich nutze einen Teil davon für neues Spielzeug. Immerhin kann ich mir selbst sagen, dass es Fernuni-nötig ist. Seltsame Kauferfahrungen: Bei asgoodasnew schon fast gekauft. Dann aber den Checkout-Prozess so seltsam gefunden, dass ich im letzten Moment abbrach. Jetzt bei Backmarket zugeschlagen.
Das Spielzeug kommt aus Italien (finde ich gut), es läuft alles glatt. Nur dass mir Backmarket nun immer Mails schreibt als wären wir beste Buddies auf dem Weg zur gemeinsamen Weltrettung, senkt meine Stimmung.
Herrje, ihr seid ein gewinnorientiertes Privatunternehmen. Ihr rettet die Welt, vielleicht, ein bißchen, genau so lange wie die Zahlen stimmen. Damit bin ich okay. Das ist euer inneres Wesen. Aber fangt jetzt nicht an mit dieser emotionalen Erpressungsnummer.
Dekodecke Fahrraddemo
Die FU Berlin hat in den letzten Monaten ihren IT-Service komplett umgekrempelt. Wie ich dem Ausschreibungsportal des Landes Berlin entnahm, nutzt die BVG das Programm Service Now zur Ticketbearbeitung.
Bloglesen heißt für’s Leben lernen. In den Kaltmamsell-Kommentaren lernte ich wie man diese komischen Überdecken/Dekokissen in Hotelzimmern los wird: Journal Montag/Dienstag, 26./27. Juni 2023. (Außerdem tolle England-Fotos und überhaupt lesenswert.)
Todmüde tranken wir Rotwein vom Werderaner Wachtelberg und fielen danach mit letzter Kraft ins Bett. Es war der Regenfreitag nach dem Gewitterdonnerstag – und es war so schön und entspannend einen 21-Grad-Tag zu haben, an dem man mittags die Schreibtischlampe anknipsen muss.
Jetzt bin ich doch noch hauchdünn an Einsendeaufgaben gescheitert. 28,7% der Punkte wo 30% erforderlich wären. Innerlich hatte ich allerdings mit noch weniger Erfolg gerechnet , ich bin nicht überrascht. Einmal muss ich noch bestehen. Einmal sind noch Aufgaben in Korrektur (mit besserem Gefühl als bei den 28,7%) und im Zweifel bleibt mir noch ein Hail-Mary in der allerallerletzten Runde.
Auf der Nachbarmittelhausdachterrasse veranstalteten in junger Mann und eine junge Frau eine Fotosession. Vermutlich zur Unterhaltung der 30 bis 40 Hinterhauswohnungen, die diese Dachterrasse einsehen können.
Schwirr, Schwirr
Beim latifundalen Wege-mähen lässt es sich nicht vermeiden, das hohe Gras im Wiesenteil anzustoßen. Rechts und links stoben Grashüpfer davon. Überhaupt fühlt man sich im Sommer in diesem Garten wie ein Franz von Assisi der Mittelmark, von Insekten umschwirrt.
Und damit meine ich nicht nur die Junikäfer, die offensichtlich dämlichsten Tiere, die Brandenburg zu bieten hat. Nein, ich bin kein Baum. Auch wenn du fünfmal gegen mich dotzt.
Mit dem astronomischen Sommeranfang kommen auch die Schmetterlinge. Dieses Wochenende besonders auffallend: der schwarz-weiß bemusterte Schachbrettfalter, der sich an den zahlreichen Knautien erfreute.
Dr. Dolittle bestimmte eine Dorngrasmücke. Immer wieder spannend: wenn man ein Tier, eine Pflanze einmal sicher identifiziert hat, fällt sie einem dann immer wieder auf.
Mir kam eine seltsam schnell und geradeaus fliegende Hornisse entgegen, die aus der Nähe betrachtet Libellenflügel hatte. Nach etwas Suchen: es war eine weibliche Plattbauchlibelle. Was es alles gibt.
Wenn man erwachsen ist, bedeuten komplette Überraschungen nur selten Gutes. Gute Nachrichten müssen meist erarbeitet werden oder schicken Vorausboten und Ahnungen. Aus heiterem Himmel passieren:
Ein noch-gar-nicht-richtig-da-seiendes Gewitter, eine Bö, ein Scheppern, ein Klirren und im Rahmen hängt ein halbes Fenster. Zum Glück wurde niemand verletzt. Wir haben das Fenster über Nacht provisorisch gesichert und am nächsten Morgen kam der Glaser und nahm den Rahmen mit halben Fenster mit in die Glaserei. Trotz Sturzflutwarnung überstand das Rest-Fenster den Starkregen vom folgenden Tag gut.
Ein Sprotz, ein Knall.. ne, ehrlich gesagt keine Ahnung, ob der Zug Geräusche machte. Auf jeden Fall fiel der deutsche Stromabnehmer am ICE Berlin-Zürich aus. Der ICE stand auf „dem längsten Brückenbauwerk Deutschlands“ – rechts der Abgrund, links das Gegengleis, keine Türen offen. Dramatische Szenen, Türen wurden geöffnet (Klimaanlage kaputt – 30 Grad und schwül draußen) und wieder geschlossen (Abgrund / Gegengleis – alles zu gefährlich), dann unter Aufsicht der zufällig anwesenden Bundeswehrsoldat:innen wieder geöffnet.
Irgendwann war dann der Schweizer Stromabnehmer soweit präpariert, dass er zumindest Klimaanlagen und Bordbistro-Strom aus der deutschen Oberleitung holen konnte.
Ein erster Evakuierungszug kam, war aber selber schon voll mit „normalen“ Fahrgästen. Ein zweiter Evakuierungszug kam.
Am Ende nahm Madame nach 8 1/2 Stunden „Fahr“zeit Berlin->Erfurt in Erfurt wieder die Gäste in Empfang, die wir mittags in Berlin in den Zug gesetzt hatten.
Ich persönlich bin dankbar für die Existenz einer ausreichend großen Vorsichtskasse, die in diesen Momenten ein whatever-it-takes an Autogas-zum-nach-Thüringen-fahren, Hotelzimmern, weiteren Fahrkarten, Glasern et cetera hergibt. So werden die Episoden am Ende eher zu einem Abenteuer. Ich erinnere mich noch lebhaft an Teile meines Lebens in denen keine Chance für eine Vorsichtskasse bestand, und derartige Ereignisse sich sofort zu existenzielle Bedrohungen auswuchsen.
Alles Geld hilft aber nicht bei den Katastrophennachrichten, die uns vom anderen Ende von Familie Ö erreichten.
Die Nachricht kam kurz vor unserer Familiengartenfeier. Je nach recht nahem bis sehr entfernten Verhältnis zu ebenjenem Teil der Familie war die Stimmung. Ein anderer Teil der Großfamilie wird demnächst heiraten – und es stellt sich die Frage, wer wie mit wem dorthin gelangt und vor allem wer nicht kommt. Ich bekam nur die Hälfte mit, stand größtenteils am Grill, wo mir La escaladora mexicana Gesellschaft leistete.
Ein zweijähriger Mini-Herkules hätte fast das Planschbecken bezwungen.
Erfurt – Jerusalem – Brieselang
Madame versuchte heute aus Erfurt zurückzukommen. Fast hätte sie um 11:38h den verspäteten 11:09h-Zug nach Berlin genommen. Allerdings konnte dieser „wegen einer Funkstörung“ nur Nebenstrecken fahren. Deshalb nahm sie um 11:40h den nur knapp verspäteten 11:28h-Zug.
Ein Wahrzeichen des Berliner Autobahnrings soll schließen: Das amazon-Logistikzentrum Brieselang macht zu. Weil es 10 Jahre nach Bau nicht mehr modern genug ist, muss andernorts neu gebaut werden. (*Jetzt bitte kulturkritisches Gebrummel von southpark vorstellen*)
Das ZDF war in meinem Berliner Sommerwohnzimmer zu Gast. Am 7. Juli wird die aspekte-Sendung ausgestrahlt werden, die im Sommerbad im Insulaner entstand. Während des normalen Badebetriebs. Ich bin gespannt.
Ein Mafia-Geheimdienststaat machte, was in Mafia- und Geheimdienstkreisen manchmal passiert. Da beide Gruppen nicht für akkurate Öffentlichkeitsarbeit bekannt sind, mutmaßen westliche Medien und ihre Experten wild herum. Fast hätte Weltgeschichte in Russland geschrieben werden können. Im Nachhinein werde ich das Wort „Operettenputsch“ aus meinem Kopf nicht los.
Wenn Du Deinen Ü70-Besuch mittags um 13:30h in Berlin in den Zug setzt. Und denselben Besuch dann Abends kurz vor 22 Uhr in Erfurt wieder in Empfang nimmst. Aus dem Evakuierungszug. Und in einem ganz sicher nicht geplanten Hotel unterbringst. Dann liefen Sachen nicht nach wie vorhergesehen.
Madame bekam eine Miniatür-Schultüte. Nun besitzt sie bereits zwei.
Die lange Baustelle entlang der Straße scheint weder für Glasfaser noch für eine Radspur zu sein. Die Bauarbeiter sägten jeweils zwei Meter Asphalt links und rechts der Gullideckel auf. Noch deutlicher der Hinweis an der gesperrten Bushaltestelle: „Gesperrt wegen einer Baustelle im Auftrag der Wasserbetriebe.“
Den Rest der Absperrung haben inzwischen parkende Autos in Beschlag genommen.
Unser privatbaustelliger vor-dem-Haus-Bauzaun ist beim letzten Sturm in Teilen umgekippt. Die zuständigen Bauarbeiter scheinen hier schon länger nicht mehr vorbeigekommen. Heute Nacht wird dann vermutlich der Rest des Zaunes fallen.
Das im März angestoßene Gaspreis-Schlichtungsverfahren ist inzwischen in die Phase eingetreten, in der die Schlichtungsstelle Energie die e.on angesprochen hat. Ich habe Glück, dass die neumodische Untugend der Ungeduld nicht die meine ist.
Ein jedes Dorf sollte einen solchen Krug haben: Im Besitz und verpachtet von der Gemeinde. Die Pächterfamilie(?) kommt aus Polen und macht das was man hervorragende Hausmannskost nennen würde. Wenn mensch sich ein idealtypisches „Hier kocht Oma“ vorstellt, reicht das Essen im Dorfkrug nah an diese Vorstellung heran. Die Gastfreundschaft ist auch familiär.
Schön für Pächters, schade für uns: Wir scheiterten schon mehrfach daran, „einfach so“ vorbeizukommen. Wir mussten reservieren.
Auf dem Dächern des benachbarten Remontehofes ein Storchennest. Mampapa Storch fütterte zwei Jungstörche. Der Bärenkrug reichte Schmalzstullen als Gruß aus der Küche.
Demnächst wird im www etwas stehen.
Madame buchte zwei Fahrkarten Warschau \( \rightarrowtail \) Danzig im polnischen ICE, dem EIP (Express InterCity Premium). Kurz danach verkündete die Deutsche Bahn demnächst unbefristete Streiks. Wenn wir erstmal in Warschau sind, ist das natürlich kein Problem mehr. Aber wir müssen ja auch noch nach Polen gelangen.
Paris ist eine Stadt, die mich nie reizte. So sehr gingen mir an Anpreisung als Weltzentrum der Romantik und meine inneren Bilder vom 12-spurigen Kreisverkehr am Arc de Triomphe, überteuerten Mini-Wohnungen, und Touristenhorden vor dem Eiffelturm auseinander. Aber dieser Spaziergang, der reizt mich schon. Auf der Löffelliste steht Blackpool weiterhin vor Paris.
Gestern Nacht im Radio Dota mit Per l’Universo – der Crucchi-Gang Italo-Pop-Version von „Für die Sterne.“ Gerne wäre ich genau zu diesem Sound eingeschlafen. Hat leider nicht funktioniert.
Ein Mittagspausenspaziergang ließ sich nett mit einem Außeneinsatz in den Büros der Sportschwimmhalle Schöneberg kombinieren. In der Tasche Privathandy und Diensthandy nebeneinander. Das Privathandy hatte nach 15 Minuten Weg 30% Akku verloren und ich hätte mir daran fast die Finger verbrannt. Das Diensthandy blieb ungerührt.
Immerhin kam ich beim Spaziergang an einem schönen „Vorgarten“/Fensterarrrangement vorbei.
Mittwoch Abend: Temperatur Küche 26 Grad, Luftfeuchtigkeit knapp 70%. Wetter, um stumpf vor dem Regenradar zu hocken und auf bessere Zeiten zu warten. Wobei, da fällt mir ein: Ich glaube, genau so habe ich manch‘ Sommerwoche im Studium verbracht.
Mauersegler flogen durch den Hinterhof. Aber nicht koordiniert, fröhlich ihr Srieh Srieh ausstoßend, sondern einzeln, stumm, durcheinanderfliegend. Als müssten sie sich noch entscheiden, ob sie vor dem herannahenden Unwetter eher nach Polen oder nach Dänemark ausweichen. Wikipedia weiß:
Aufkommendem Regenwetter begegnen Mauersegler durch so genannte zyklonale Wetterflüge. Bei Annäherung eines Tiefdruckgebiets, auch Zyklon genannt, ziehen viele Mauersegler vor dessen Wetterfronten her. Sie starten in vielen Fällen bereits, wenn die Kaltfront noch 500 bis 600 km entfernt ist. Die Vögel bilden rasch Trupps, die zunächst in den Warmsektor des Tiefs ziehen, wo sie selbst bei Regen noch genügend Nahrung finden. Später fliegen sie gegen den Wind durch die Kaltfront des Tiefdruckgebiets hindurch und sind so die kürzestmögliche Zeit den stärksten Regenfällen ausgesetzt. Meist umwandern die Mauersegler dabei das Zentrum des Tiefs im Uhrzeigersinn und kehren oft erst nach 1000 bis 2000 Kilometern wieder zum Ausgangspunkt zurück.
Die Wettervorhersage sieht für die nächsten Tage Temperatursprünge von knapp zehn Grad nach oben und unten vor, zwischendurch Regen. Welcome to heiße Waschküche. In besseren Zeiten hätte die Menschheit hier die Arbeit eingestellt wegen „unzumutbar.“
Zwei Tauben nutzten die nächtlich geöffnete Balkontür als Einladung ins Wohnzimmer. So war das nicht gemeint.
MMB stöhnte, weil er eine lange Präsentation zusammenfassen musste. Hier dachte ich erstmals im beruflichen Kontext „AI/LLM wäre praktisch.“ Aber wir sind öffentlicher Dienst. Da werden nicht einfach so Tools mit bekannt massiven Datenschutz- und Sicherheitsproblemen genutzt.
Vermutlich nicht. Rostock funktioniert nur am Wochenende, Blutspenden nur Dienstags – beides verlangt etwas Vorausplanung. Ich terminiere es auf Zeiten, in denen sonst nichts Dringendes und Wichtiges los ist. Kein zwangsläufiges Zusammentreffen, aber auch kein reiner Zufall.
Auf dem Weg zur Blutspende passierte ich die immerwährende Querdenker-Demo auf der Schloßstraße. Inzwischen demonstrieren knapp 20 Personen gegen Coronamaßnahmen, für Bargeld, gegen Krieg, gegen die FDP und die Grünen sowie gegen unkontrollierte Einwanderung.
Gibt es noch eine Kommunikationsguerilla? Die Forderungsdisziplin auf der Demo ist inzwischen so verwahrlost, dass man sich auch mit „Lang lebe Genossen Breschnew/ Friedrich Merz ist ein Reptiloid / Die kambrische Explosion was an inside job / Vulkanausbruchskeptiker.info“ daneben stellen könnte. Hätte ich mehr Zeit würde ich es sogar selber machen.
Bei der Blutspende erfahren: Der Bestand an 0- – Reserven ist so knapp, dass diese inzwischen nur noch rationiert ausgegeben werden.
Dr. Dolittle und Euphegenia D erholen sich noch auf den Latifundien von den Wochenendanstrengungen.
Wochenendnachträge:
Ähnlich faszinierend wie Mauersegler. Der Flettner-Rotor, der aus modernen Großschiffen wieder halbe Segelschiffe machen soll. Noch ist er selten genug, damit Wikipedia jedes Schiff einzeln aufzählen kann. Und wir sahen eines davon.
Entdeckung beim Fahren entlang der Warnow. Nicht nur fühlte es sich so ähnlich an, wie einst die Themse entlang zu den Kew Gardens. Auch die Architektur und die neu entstehenden Marinas erinnerten mehr als einmal an London oder Düsseldorf.
Wenn der Masterplan mich zumindest bis zum ersten Bachelor bringt, möchte ich danach fünf Tage nach Helgoland. Tagsüber auf die Düne entfliehen und tidenunabhängig in der Nordsee schwimmen – abends dann Natur und Meerblick und Seevögel genießen. Ganz ohne Masterplan steht auch noch Blackpool auf meiner Reise-Löffelliste.
Unter dem Apfelbaum wächst eine Pastinake. Anders als die Wilden Möhren allerdings gelangte sie nicht durch Selbstversamung dorthin, sondern vermutlich durch Kompostreste, die unter dem Apfelbaum landeten. Auch ein abgeschnittenes Pastinakenstück kann sich wieder zu einer kompletten Pflanze entwickeln.
Die Pedestrian Observations ließen sich über das erfolgreiche Schweizer Bahnmodell aus und inwiefern es auf andere Länder übertragen lässt: How fast is necessary?
Frau Maultaschen Ravioli ging auf eine Italien-Reise-Reise und brachte derart viele eindrucksvolle Fotos aus Rom, Neapel, Sizilien mit, dass ich gar nicht weiß, wo anfangen mit verlinken. Ich nehme einfach den aktuell oben stehenden Teil: Reise, Reise VIII.