Schlagwort: Einsendeaufgaben

  • 21-01-11 Stand-Up Waddling

    21-01-11 Stand-Up Waddling

    Das Gerüst am Hinterhaus verschwindet. Es ist unklar, ob die Baustelle fertig ist oder der Bauherr kein Geld mehr hat. Unser Gerüst steht noch. Die dazugehörige sporadische Baustelle allerdings kehrte aus der Dezemberruhe nicht zurück.

    Die Deutsche Bahn möchte mit mir vielleicht ein einstündiges Onlinegespräch zum Thema „Bahn Bonus-Komfortsitze“ führen. Meine komplette Meinung zum Thema ist „Funktioniert halt nicht.“ Bleiben 59:30 Minuten übrig.

    Nick Saban hört nach 17 Jahren als Trainer der Alabama Crimson Tide auf. Damit geht einer der wichtigsten Trainer in 120 Jahren College-Football-Geschichte.

    Madame fuhr mit der Not-S-Bahn in die Hafenstadt.

    Die Bahn streikt, die S-Bahn betreibt einen Notverkehr. Die Busse sind entsprechend voll. Mein Fahrradschloss ist im Eise festgefroren. Also lief ich zu Fuß in die Verwaltung.

    Wobei ich heute morgen noch laufen konnte, mich freiwillig durch die Stadt begab. Dies sollte sich ändern.

    Dabei überquerte ich die Autobahnabfahrt auf der gerne die Letzte Generation festklebt. Kurz überlegte ich mich, mich dem Trend anzuschließen, mich auf die Abfahrt zu setzen und etwas zu blockieren. Ein Grund zur Demonstration und Beschwerung würde sich finden, und sei es dass es kalt und ungemütlich sei.

    Der Heimweg war schwieriger. Nachdem Bahn, Bus und Fahrrad bereits ausgefallen waren, war Nieselregen auf den Minus-Fünf-Grad-Boden gefallen und zu einer glatten Eisfläche gefroren. Zu-Fuß-gehen war nur noch schwerlich möglich. Über einen grasbewachsenen Mittelstreifen rettete ich mich bis zu einem S-Bahn-Ersatz-Bus, der mich die halbe Strecke nach Hause brachte.

    Der Rest: selten habe ich so langsam ein paar hundert Meter zu Fuß hinter mich gebracht; watschelnd in Mini-Schritten an den Hauswänden klebend. Selten habe ich dabei so gut sämtliche Muskeln trainiert, die für die Balance zuständig sind. Wenige Menschen waren auf der Straße, von denen viele rutschten und um ihr Gleichgewicht kämpften. Überraschenderweise sah ich niemand am Hinfallen.

    Noch leerer als die Straßen: Der Verkehrsübungsplatz.

    Epsilon ist winzig winzig klein

    Die Einsendeaufgaben sind durch. Gestern war die Deadline für die zweite Runde Aufgaben. Die hatte ich ja schon im November eingegeben und gespeichert. Aber erst jetzt sind wir im Stadium „nichts geht mehr.“ Ich hoffe, mein November-Ich war kompetent und errang genug Punkte, damit ich im März die Klausur in „Internes Rechnungswesen / Produktion und Logistik / Marketing“ mitschreiben darf.

    Natürlich konnte ich nicht widerstehen und belegte noch einen Kurs, der weder in Plan A Wirtschaftsinformatik, noch in Plan B Mathematisch-Technische-Softwareentwicklung formal eine Rolle spielt: Planen mit mathematischen Modellen. Aber er klingt spannend. Und inhaltlich auch passend. Und nicht zuletzt, er ist eine „wünschenswerte Vorbedingung“ für das Seminar dass ich dann im WS 24/25 belegen möchte. Ich will ja nicht in ein Seminar geraten und dann inhaltlich keine Ahnung haben, worum es geht.

    Noch aber bin ich gerade bei den Mathematischen Grundlagen unterwegs. Weiter unterwegs bei den reellen Zahlen und den Wurzeln mit Brüchen. Maxima und Minima kommen vor, Suprema und Infima und vor allem der winzig, kleine, unvorstellbar kleine Abstand ε, der eine nicht zu unterschätzende Rolle in vielen Beweisen spielt.

    Geld, das rätselhaft verschwindet und erscheint

    Da meine Konzentration immer nur für kleine Mathe-Dosen reicht, ruhe ich das Hirn zwischendurch indem ich durch das Blog-Konvolut der inzwischen 373 Jahresrückblicke schmöckere. Das ist nett und entspannend.

    Verschiedene Menschen bloggen. Aber es liegt eine starke Gewichtung auf bloggende Shepreneure, die achtsames Persönlichkeitscoaching betreiben. Gäbe es eine Wortwolke über alle dortigen Blogs, würde neben Achtsamkeit auch Hochsensibilität, Verbindung, Selbstwirksamkeit, Empowerment et cetera eine Rolle spielen. You get the vibe.

    Fast hätte ich beim Lesen allerdings das Lese-Spielzeug ruiniert, indem ich einen Schluck Tee darauf geprustet hätte. Der Satz in Jahresrückblick No. 286 kam unterwartet:

    Sich wirklich mit Geld zu beschäftigen und selbst die Verantwortung dafür zu übernehmen, bedeutet nämlich auch mal links und rechts über den Tellerrand zu schauen. Und wenn Du das tust, landest Du auf einmal beim Thema Krpytowährungen.

    Das wirkte so passend als würde ein Fußballkommentar zwischendurch Liebeslyrik von Rumi zitieren. Aber nachdem ich den Tee dann runtergeschluckt hatte wurde ich neugierig, wie The Gospel of Crypto in diesem Umfeld umformuliert würde.

    Kurze Antwort: Gar nicht. Es folgte überhaupt nicht The Gospel of Crpyto sondern das viel ältere Loblied des Multi-Level-Marketings aka Schneeballsystem. Ein unseriöses Geschäftsmodell, dass sich als anderes unseriöses Geschäftsmodell tarnt. Irgendwo auch faszinierend. Aber falls jemand in Eurer Nähe die GamesCoin erwähnt: Rennt!

    Auf den ersten Blick seriöser ist Fujitsu. Das Unternehmen allerdings verursachte einen Skandal, der das Vereinigte Königreich in Atem hält. Über Jahre hat die Horizon-Finanz-Software, von Fujitsu für das britische Post Office erstellt, falsche Zahlen geliefert. Hunderte Betreiber*innen einzelner Postfilialen wurden verklagt, zu Gefängnisstrafen verurteilt, in den Ruin gefrieben, in den Suizid getrieben, da sie angeblich Geld unterschlagen hatten – Geld, das nie fehlte, aber von der Software erfunden wurde. Es ist so unglaublich. Der Fall sollte bitte Curriculums-Pflichtinhalt in der Wirtschaftsinformatik werden.

    Schwarzwald-Jungfernstieg-Israel

    Frau Herzbruch entdeckt Plotholes in Schwarzwaldklinik – Die neue Generation

    Herr Buddenbohm würdigt den Yüksel-Mus-Platz

    Lila trifft sich mit dem Team vom Kindergarten Charuv, der seit dem 7. Oktober im Kriegsgebiet liegt.

  • 23-12-05 Fourteen words: Blumenladen

    23-12-05 Fourteen words: Blumenladen

    Die Tage werden kurz. Menschen tragen Stehlampen durch die Straßen.

    Berlin bleibt stabil. Während die Fahrbahn auch der letzten Nebenstraße geräumt ist, schlittern wir zur Staatsoper. Unter den Linden. An der Oper. Gegenüber der Neuen Wache und damit „Repräsentativ as repräsentativer Prachtboulevard can be.“ Warum auch sollte man dort Fußwege räumen?

    Von den Radwegen, die derzeit auch mal aus blankem Eis bestehen können, will ich gar nicht reden.

    Das Geräusch des Wochenendes: Madames Telefon pingt mit überraschenden Zusagen. Wir sind erfreut aber auch etwas überfordert. Madame erwarb vorsichtshalber vier Kissen.

    In vorhersehbareren Bahnen verläuft das Studium: Zurück am Schreibtisch, konnte ich Entscheidungen treffen, welche Module ich nächstes Semester belege. Aber dazu später mehr. Später die Meldung, dass ich Einsendeaufgabe 1 („Modellierung betrieblicher Informationssysteme“) bestanden habe. Damit darf ich an der entsprechenden Prüfung teilnehmen.

    Frau Dr. S. unternahm eine Vitalprobe. Zusammen fanden wir Leben. Langsam wird der 106er mein Stammbus.

    Das Wochenende war so inhaltsreich. Ich bewege mich von hinten nach vorne: MMK -> Städel -> Médée.

    Door. Open now! Look left! Right! Back! Leaving door behind.

    Das MMK Frankfurt. Eröffnet 1991. Das Museum für die Moderne Kunst.

    Meinem Verständnis nach sagt keine andere Museumsart so sehr „Jetzt!“ und „Gegenwart!“.

    Die Museumsbauer sahen es offensichtlich anders: Das Gebäude ist um zwei Kunstwerke herum gebaut, die sich ohne Teilabriss des Museums nicht mehr entfernen lassen. Nichts sagt so sehr „Ewigkeit!“.

    Beide Kunstwerke stammen natürlich von repräsentativen Vertretern der Gruppe „Alter weißer Mann mit Geniestatus“. Dazu muss man sich als Kultureinrichtung im Jahr 2023 verhalten.

    Channeling“ die aktuelle Ausstellung im Museum verhält sich. „Klassische Objekte“ aus der Sammlung in je einem Raum mit relativen Neuanschaffungen. Zum Beispiel minimalistische Objekte (von 1986/1989) von Donald Judd („Denke: Leeres quadratisches Wandregal, ohne Inhalt) zusammen mit der Skulptur „Polyurethane Foam“ von Park McArthur: ein mehrere Meter großer Block schwarz-graues Polyurethan für Industriekunden. Einerseits genauso minimalistisch, ein millionfach reproduzierbares Industrieprodukt, in seiner Anmutung aber unwirklich, massiv, aus der Welt gefallen – die Führerin verglich zurecht mit dem Objekt in 2001: Space Odyssee.

    Andere neue Ausstellungsstücke. Ins Museum gekommen durch die Beschäftigung mit dem NSU. Eindrucksvoll: The Murder of Halit Yozgat von Forensic Architecture. Auch unwirklich: Henrike Naumann „14 words.“ Die leere ehemalige 1990er-Jahre-Einrichtung eines sächsischen Blumenladens erinnert sowohl an die direkte Nachwende-DDR, in der der NSU groß wurde und sich sozialisierte als auch die oftmals verlassenen Ladengeschäfte der NSU-Opfer. Geisterland. Das Objekt unter einem Titel, der auf einen bekannten Schwur von Neonazis anspielt.

    Maxie Eisen is gone

    In Frankfurt des Nachts auf der Straße vor dem Hotel. Ein Mann singt laut und stockbetrunken „Deutschland Deutschland über alles!“ In einer Gegend, in der der Anteil biodeutsch aussehender Passanten auf der Straße unter einem Viertel liegen dürfte. Aber ich bin zu sehr im Halbschlaf, um nachzusehen.

    Als Madame noch in Frankfurt wohnte, und auch noch während unseres letzten Besuchs knapp vor Corona, hieß es „das Bahnhofsviertel gentrifiziert sich“. Die Zahl schicker Läden nahm zu, die Mieten stiegen. Die alte Szene verschwand aus dem Sichtfeld.

    No more. Vielleicht steigen die Mieten weiterhin. Aber „die Szene“ ist in voller Wucht zurück. Schicke Läden verschwanden. Der Stadtteil wirkt wie erfunden von Sozialdramareportagen-Regisseuren bei Spiegel.tv. Dass wir beim letzten Besuch kurz vor Abfahrt noch vor einem arg hisperesken aber kompetenten Pastrami-Reuben-Sandwich-Laden einkehrten, scheint wie aus einer anderen Zeit.

    Madame erinnert sich an Gespräche mit Polizisten noch vor ihrem Wegzug: Crack. Die Droge, die Verrückte schafft. Gefährlich für sich selbst und für die Umwelt. Die Droge, die anscheinend eine komplette Innenstadt-Gentrifizierungsdynamik aufhalten kann.

    Postkartenfotovorratshaltung

    Poupou sitzt in einem Zoom-Hintergrundbild.

    Lila über einen verlorenen Traum von friedlicher Koexistenz zwischen Israel und Gaza.

    Die Kaltmamsell postet Postkartenbilder en masse aus München, Karen welche aus Finnland. In Norwegen ist es vor allem kalt.

    Einmal so durch eine Fahrkartenkontrolle wie Frau Novemberregen.

    Der Neugier halber suchte ich nach den PISA-Mathefragen. So trivial sind die gar nicht. (Und haben sich seit meiner Schulzeit doch deutlich verändert, auch in den Themengebieten). Nebenfund: Bei PISA 2018 Beispiel Lesekompetenz/Feldtest ging um es um Beiträge aus einem Hühnergesundheitsforum.

  • 23-11-09 Zahl_der_Saiten: decimal

    23-11-09 Zahl_der_Saiten: decimal

    Neben Backpapier, Schwarztee und Notfall-Fischstäbchen unterschritten auch Haferkleie und Küchenwaagen-Batterien CR2032 die kritische Lagermenge s. Es wird Zeit für einen Vorratseinkauf.

    Madame spazierte durch das bayerische Viertel und nahm währenddessen per Audio an einer live-Zoom-Veranstaltung zu Bourdieu, Eribon und Ernaux teil. Diese moderne Technik bietet Eindrucksvolles.

    Madame crockt Baked Beans.

    Meldungen von der Berlin-Wohnungssuche einer Neu-aus-München-Zugezogenen „München ist auch irr. Aber zumindest kann man in München mit Geld noch etwas werden. In Berlin hilft aktuell nicht mal Geld.“ Sie lebt jetzt für 900 Euro/Monat in einem 20-qm-Zimmer. Vielleicht sollten wir unsere mittelfristige Lebensplanung doch Richtung Chemnitz orientieren.

    Ein Techem-Handwerker versuchte Wasserzähler zu wechseln. Geht nicht, weil die angrenzenden Leitungen zu alt sind. „Muss ich an die Hausverwaltung melden. Aber so wie die Leitungen aussehen glaub‘ ich nüch, dass was passieren wird.“

    Wohnung 2R wurde über viele Monate renoviert. Leider funktioniert die defekte Wohnungsklingel weiterhin nicht.

    DHL verspricht seit 5 Tagen ein Handy aus der Spezialfiliale an eine Packstation umzuziehen. Bisher anscheinend ohne Erfolg.

    Madames Freunde, die Schopfintlinge, sind nicht nur Pilz des Jahres 2004 sondern auch fleischfressende Pilze. Erst lähmen sie vorbeikommende Nematoden mit einem Pilzgift und dann verdauen sie das Geschöpf in wenigen Tagen.

    Gaitanides 2007; Silver 2011

    Das Modul Modellierung betrieblicher Informationssysteme brachte meine Versöhnung mit der Wirtschaftsinformatik. Mein Leben schwankt ja zwischen den Gemeinschaftskunde- und Mathe-Leistungskursen, die ich einst belegte. An der Fernuni Wirtschaftsinformatik zu studieren, erschien mir da als gute Synthese beider Themen. Bisher war es so: Reine BWL-Module: Spannend. Reine Mathe/Informatik-Module: Sehr spannend. Wirtschaftsinformatik-Module: Okay.

    Welch Irrtum. Die Modellierung betrieblicher Informationssysteme holte mich nun voll ab. Sei es, weil sie spielend (zumindest in der Strecker-Version) den Spagat zwischen IT-Umsetzung und sozialem Kontext herstellt, sei es weil sie bei mir gerade krassen Berufs-Praxis-Bezug hat und ich unmittelbar Vorteile und Einsatzgebiete direkt vor meiner Nase sehe.

    Deshalb weichte ich auch mal wieder meine Job/Uni-Trennungsregel auf, blieb in der Mittagspause in der Verwaltung und schaute Bildungsfernsehen, aka die mit Liebe und Aufwand gefilmte Vorlesung in Begleitung zu den Skripten.

    Das ist der Heimarbeitsplatz, nicht die Verwaltung.

    So sehr holte es mich ab, dass ich beim Lehrstuhl informationshalber nach Semianren und Abschlussarbeiten schaute. Und ich staunte: Hüpft das Modul aktuell durch Geisteswissenschaft und Prozessmodelle und IT, so sind die Abschlussarbeiten-Themenvorschläge fast alles echte Bastelarabeiten mit Code.

    Aber wo ich schon auf der Website des Lehrstuhls war, fand ich nicht nur eine allgemeine Seite mit Hinweisen und Tipps (u.a. zu Citavi, LaTeX und Luhmanns Zettelkasten) sondern auch noch die „Sehens- und Hörenswertes“, das von Prozessmodellierungs-Spezialangebote bis hin Douglas Adams oder Vorträgen von „Do we see reality as it is?“ reicht.

    Egal. Am Mittwoch reichte ich die Einsendeaufgaben für dieses Semester ein. Es ging unter anderem um ein Datenmodell für einen fiktivem Musikinstrumenten-Webshop. Und da ich ja noch einiges anderes zu studieren habe, werden jetzt leider auch die betrieblichen Informationssysteme in der Hinterkopf-Tiefkühlung landen. Ganz ohne dass ich noch Gaitanides 2007 und Silver 2011 lese. Selbst den Youtube-Kanal des Lehrstuhls werde ich mir vorerst verkneifen. Denn wann?

    You’re so skibidi

    Letztens stellte ich die These auf, dass der Rechtspopulismus/Neofaschismus-Drang der Gesellschaft von Leuten kommt, die sich „als normal“ empfinden und plötzlich feststellen, dass sie nur eine Minderheit sind. Passend dazu die Forderung der CSU, der öffentlich-rechtliche Rundfunk solle „Journalismus für normale Zuschauer“ machen.

    Zu den Seltsamkeiten westlicher Gesellschaften zählt es, dass Medien und mediennahe Diskussionen den festen Drang haben, Menschen in „Generationen“ einzuteilen und diesen Generationen feste Merkmale zuzuweisen. Während Satzanfänge wie „Frauen sind..“ oder „Italiener haben alle..“ zu Recht aus der Mode kamen, erfreuen sich „Generation Z ist..“ oder „Boomer haben alle..“ ungebrochener Beliebtheit. Gestern sichtete ich erstmals in freier Medien-Wildbahn in der NY Times die Generation Alpha, die Generation nach Generation Z: Gen Alpha Is Here. Can You Understand Their Slang?

    Derselben Online-Zeitung entnahm ich, dass Barry Manilow ein Broadway Musical über die Comedian Harmonists produziert. Rein musikalisch bin ich nicht überzeugt.

    Karen war im historischen Festsaal der Freiwilligen Feuerwehr. Der sieht sehr viel festsääliger aus als ich erwarten würde.

    Vom immer-unterwegs-Leben der Zugbegleiterin.

    Die Welt benötigt urbane Novembergedichte.

    Palmkohl rockt.

  • 23-11-02 Caesar’s Cheese Steak

    23-11-02 Caesar’s Cheese Steak

    Twindos 2 ist fast leer. Madame bestellte Nachschub.

    Die mehreren hundert Meter Abwasserrohr(?), die in der Dominicusstraße aufgebahrt waren, verschwanden. Vermutlich unter die Erde. Ich sehe zwar gewaltige Baustellenaufbauten, aber keine Grube. Mysterien der Großstadt.

    Das Sportgeschäft ohne Kunden ist zurück. Dies vaganbundiert hier durchs Viertel – selber Namen, selbe Schilder, selbes Angebot, nie aber sah ich jemand im Laden oder durch die Tür treten. Mal belegt es dieses Ladengeschäft, mal jenes. Fast hatten wir es vermisst gedacht. Aber natürlich: Es ist zurück. Mysterien der Großstadt.

    Ein Handy ist auf Umwegen auf dem Rückweg aus Finnland.

    Ich trage linksschulterig Pflaster und hoffe, dass die Betriebsarztimpfung bis nächstes Jahr Grippe-Corona kann.

    Madame versorgte uns mit gecrocktem Quitten-Lamm-Ragout.

    MMB möchte Walgesänge erlernen.

    An Wohnung 2R hängt ein Namenschild. Im Treppenhaus traf ich einen jungen Mann, Typ Abiturient, mit Klemmbrett, der meint, er organisiert gerade Wohnungsbesichtigungen „oben.“

    Maui Waui

    Chemnitz – noch erinnere ich mich an das letzte Wochenende. Es begann mit einem Burger.

    Vor zwei Jahren bot es sich reisetechnisch an, einen Übernachtungs-Zwischenstopp bei Zwickau einzulegen. Wir stromerten des Abends durch die Stadt, entdeckten zu unserer Überraschung ein liebevoll hergerichtetes Diner im US-50’s-Stil und aßen einen phantastischen Burger. Oh wow.

    Später entdeckten wir: In Zwickau stand nur die Zweigstelle. Eigentlich kam das 50s Ville Diner aus Chemnitz. Und dort gab es nicht nur den Burgerladen, sondern auch ein Motel mit Wasserturm im besten Stil. Wir fuhren letztes Jahr.

    Es erinnerte mich an das Eisenbahn-Wunderland. Die Mischung aus Nerdtum/Hingabe zu einem Thema (in Hamburg: Modellbahn, in Chemnitz: US 50’s) zusammen mit dem harten Realismus, das in die Realität umzusetzen. Es wirkte alles bis zur letzten Türklinke und den Nachttischleuchten durchdacht und gut. Selbst eine überzeugend aussehende Fliegende Untertasse auf dem Freigelände fehlt nicht. Wir kamen zufällig an Halloween, waren hin- und weg von der Halloweendeko, und beschlossen wiederzukommen.

    Dieses Jahr: Das 50s Ville Motel war bereits ausgebucht. Halloween-Deko gab es erst Montag/Dienstag und nicht am Wochenende. Aber es gab das Diner. Es gab Samstag Abend selbstgemachte Limonaden, ein Philly Cheese Steak und den Caesar’s Chicken Burger. Es gab Sonntag Morgen Frühstück mit Pancakes. Wieder wurde das Lokal der „Feinschmecker„-Auszeichnung an der Wand gerecht. Wieder überlegten wir, ob wir nächstes Jahr einen Wochenendausflug auf das dortige Halloween-Wochenende legen können.

    Philly Cheese Steak und Burger auf einem Tisch.

    Dröge zu Herzblut

    Ich nutzte die Zugfahrt und die Berlin-Rückkehr um mich durch das vierten Teil des Fernuni-BWL.-Moduls zu arbeiten: „Marketing.“ Das war doppelt drollig.

    Ich hatte beim Lesen innerlich immer das Bild einer 80er-Jahre-Fußgängerzone vor mir. Das Internet kam auf 160 Seiten Text zweimal vor, „Zapping“ und andere 1990er-Phänomene weit öfter. Beispiel für einen Impulskauf ist „Auf dem Bahnhof noch schnell die Zeitung mitnehmen.“

    Zum anderen bestehen von den 160 Seiten etwa 140 Seiten aus reinem Text und 20 Seiten überwiegend aus Mathe. Die Mathe-Seiten sind thematisch eher locker verwandt mit dem Kernbereich Marketing. In den Einsendeaufgaben aber beziehen sich 2 von 3 Aufgaben auf den Matheteil. In der Klausur wird es ähnlich werden. Nicht abprüfen, was wichtig ist, sondern das, was sich einfach prüfen lässt.

    Egal. Die Einsendeaufgaben sind ausgefüllt. Das ganze BWL-Modul wird jetzt innerlich in mottensichere Frischhaltefolie verpackt und in Tiefkühlung meines Gehirns gelegt, auf dass es Mitte Februar unbeschadet wieder hervorkommt.

    Nach BWL kommt die Wirtschaftsinformatik i.e.S., Abteilung „31751 Modellierung betrieblicher Informationssysteme.“ Grob vereinfacht, und der Professor würde das in dem Ausdruck nicht gutheißen, geht es darum, Flussdiagramme zu zeichnen. (Wer es detaillierter mag: Entity-Relationship-Modell und Unified Modeling Language und Business Process Model and Notation.)

    Aber Stefan Strecker ist mit Herzblut dabei, bietet von Berger/Luckmanns „Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit“ bis hin zur Sprachphilosophie alles auf. Selbst einen Podcast zum Thema hat er über mehrere Jahre gestaltet, der Teil der Zusatzmaterialien ist.

    Die Klausur wird dann daraus bestehen, Flussdiagramme zu bezeichnen.

    Marketing: Eher unmotiviert. Modellierung: Eher übermotiviert.

    Und natürlich, das Skript enthält in der Mitte (zum Wiederfinden: S. 33 / Kapitel 3.1.) eine Literaturliste, die gleich ein paar Standardwerke der Organisationstheorie, der Unternehmensführung, der Organisations- und Wissenssoziologie, der Linguistik und Semiotik und der Erkenntnistheorie enthält. Und ich dachte:

    „HA! Die Falle kenne ich! In die bin ich in meinem ersten Wiwi-Versuch in den 1990ern getappt. Da habe ich mir dann die 20 Standardwerke besorgt und sie gelesen, habe einiges für meine Bildung getan und genau gar nichts, was mich auf die Klausur vorbereitet hätte. Leider wollte die Klausur dann nichts von den Standardwerken wissen und ich war aufgeschmissen. Nicht mehr: Ich werde Flussdiagramme lernen und das wars!“

    Die Literaturliste im Modul schloss ab mit „

    Darüber hinaus bereichern außergewöhnliche Werke jenseits des Mainstreams das Studium der Modellierung betrieblicher Informationssysteme (z. B. Winograd und Flores 1986; Floyd u. a. 1992; Hirscheim, Klein und Lyytinen 1995). Die zuletzt genannten drei Werke empfehlen wir Ihnen ausdrücklich für Ihr Studium, da sie das Studium um Perspektiven bereichern, die sonst leicht übersehen werden“

    Ja, natürlich wurde ich schwach.

    ist auf dem Weg hierher.

    Krabbenbrötchen-Ninja

    Unser Jahreslauf wird durch das Privatfernsehen untergliedert: Es beginnt mit „Ich bin ein Star..“, gefolgt von „Kitchen Impossible“, „Let’s Dance“ und zum Ende kommt „Ninja Warrior Germany.“ Die Schönheit dieser Sendung, wurde auch vom FAS Feuilleton entdeckt: Ein Berg von einer Show. (Aktuell Paywall-frei)

    Pepita, die Katze, starb nach 15 Jahren: Pepita. Alles Beste auch aus der Ferne.

    Eine Reise nach Rostock wegen Post-Covid. Alles Beste auch aus der Ferne.

    Anke Groener überfordert mich. Herr Buddenbohm verlor einen Sarg.

    Christa Chorherr fuhr an Allerheiligen zum Wiener Zentralfriedhof.

    Haessy aß Krabbenbrötchen in Büsum.

  • 23-10-22 Abmähen (Marienkäfer im Ohr)

    23-10-22 Abmähen (Marienkäfer im Ohr)

    Das IT-Team der Berliner Bäder Betriebe AöR sucht ein*e neue*n Mitarbeiter*in. Ich kann diesen Job nur empfehlen. Außerdem dürft/müsst ihr dann mit mir zusammenarbeiten.

    Madame recherchierte Finnlandfähren im Internet. Ich weiß nicht, ob es etwas taugt. Aber das Helsinki-Stockholm-Rostock-Kombiticket der estnischen Fährgesellschaft klingt spannend.

    Ich benötige einen anderen RSS-Reader. Bei Feedly kratze ich immer wieder an den Grenzen der kostenlosen Version. Das Produkt ist mir mittlerweile aber so unsympathisch, dass ich mich weigere, dafür Geld zu bezahlen.

    Laut einem Online-Klamottenhändler sind „die kernigsten Modetrends auf dem Weg zu dir.“ Na dann.

    Auf Herbst gebürstet

    Während die Kranichschwärme über uns zogen, Hummeln und Wespen die Sonnentage nutzten, bürsteten wir den Garten jetzt doch auf Herbst.

    Madame entkrautete 1R.

    Die Wiese wurde komplettemang abgemäht und ein vollkommen neuer Garten offenbarte sich. So wunderlich, alle Beete gleichzeitig sehen zu können.

    Beim Wiesenmähen offenbarte sich ein Stapel noch-zu-verbrennender-Rosenschnitt, dem ebenjenes wiederfuhr.

    Madame erntete Quitten bei Nachbars. Dann ging sie zur Brombeere, um Hagebutten zu sammeln.

    Der Grill-Pizzastein erlebte seine Einweihung mit Flammkuchen (Samstag) und Pizza (Sonntag).

    Da ich der Wettervorhersage nicht traue, stellten wir das Wasser ab.

    Auf der Terrasse sitzend, hatte ich ein Wasser-im-Ohr-Gefühl. Das war überraschend, denn es war sonnig, trocken und einen Wasserangriff auf mein Ohr hätte ich vermutlich mitbekommen. Im Ohr entdeckte ich erstmal nichts. Nachdem das Gefühl nicht wegging und etwas später, tauchte dann ein Marienkäfer auf. Glück gehabt.

    Überhaupt saßen Dutzende Marienkäfer auf allen sonnenbeschienenen Flächen.

    Diese wurden nur von den Gänsen und Kranichen übertroffen. Mitte Oktober ist die beste Kranichzeit in den märkischen Hamptons. Stundenlang jeweils morgend und abends von Nord nach Süd, von Ost nach West und im Kreis eine Thermik ausnutzend. Neuer Anblick: ein Gänsekeil in Vollbremsung:

    Der Gänsekeil kommt von Westen. Rechts fliegen, anscheinend auf einer Höhe, zwei Kraniche heran. Die drei Spitzen-Gänse bemerken das, bremsen ab. Die weiter hinter versetzten fliegenden Gänse fliegen ungebremst weiter. Bis sie auch abbremsen. Und so weiter. Es sah aus wie ein Keil, der auf ein Hindernis trifft und geknautscht wird.

    Größer Kranichschwarm vor Himmel.

    Die Standardformel

    Fast beendet: Der Fernuni-Teil „Produktion und Logistik“ im Model „Internes Rechnungswesen und funktionale Steuerung.“ Morgen werde ich noch die Einsendeaufgaben absolvieren, dann kommt in dem Modul nur noch „Marketing“ dran. Danach wird das Modul bis Mitte Februar unbeachtet in der Ecke liegen.

    Fast bedauere ich mein 4-Modul-Semester. Ich halte es immer noch für schaffbar. Aber es bedeutet, dass ich die wahrscheinlich einfacheren Module – wie dieses – erstmal nur oberflächlich und kursorisch abhandeln kann. Und, Überraschung dieses Studiums, eigentlich finde ich die BWL-Sachen echt spannend, würde gerne tiefer einsteigen, mir Literatur besorgen und all‘ sowas. Aber dieses Semester wird das nichts mehr.

    Und in diesem Studiengang auch nicht. Im Bachelor Wirtschaftsinformatik ist ebenjenes mein letztes BWL-Modul.

    Bleibt mir nur DER MASTERPLAN – in dem könnte ich bis zu acht BWL-Master-Module wählen. Aber erstmal muss ich morgen beantworten was die optimale Logistik zur Herstellung der Wimblendon-Tennisbälle wäre, aus finanzieller oder aus ökologischer oder aus sozialer Hinsicht.

    658 Englischvokabeln

    Signorino feiterte Tante Guri.

    Herr Rau zählte Englischvokablen.

    Herr Buddenbohm lauschte der Disco-Version von Hava Nagila.

    Karen inspirierte nicht nur zu Finnlandfährerecherchen (siehe oben) sondern hat auch wieder finnische Pfadfinderadventskalender im Angebot. (Und ich hoffe, die finnische Post nutzt wenigstens einen berittenen Kurier, der die Kalender dann persönlich zustellt..)

    Das 25-Jahre-USA-kulinarisch-Kochbuch gedruckt.

    Eine AI-Firma testete KI, um Einzelnachweise in Wikipedia zu verbessern. Sie veröffentlichte das Ergebnisse in Nature Machine Intelligence. Ich versuche immer noch, die Umfrage zu verstehen, nach der 21% befragter Wikipedistas die KI-Vorschläge besser fand als die menschlichen, 10% fanden die menschlichen Vorschläge besser, 39% hatten keine Meinung. Ergibt nach meiner Kopfrechnung 70% einschließlich der Meinungslosen. Und die 30% die übrig blieben, sind schreiend aus dem Raum gerannt, oder wie?

    Die Schweiz hat gewählt. Lieber Schweizer*innen das könnt ihr doch besser. Bitte nochmal rausgehen, wieder reinkommen und dann vielleicht nächste Woche ein Versuch mit vernünftigerem Ergebnis?

  • 23-09-19 Banane mit Häkchen

    23-09-19 Banane mit Häkchen

    Luzifer hat lange, blonde Haare und spielt Fußball.

    Der Lidl-Balsamico erfuhr seit unserem letzten Kauf eine Designänderung. Die historische Stadtansicht ist kleiner, der goldene Rahmen verschwand. Die goldene „Balsamico“-Schrift wurde durch eine schwarze Schrift ersetzt. Dafür prangen nun die Farben der italienischen Trikolore auf der Flasche. Ich vermute, für Deutsche sieht es italienischer aus als vorher, für Italienier hingegen deutscher.

    Madame beschäftigte sich erst mit Staubsaugen und dann mit Designschutz.

    Der Kaptain wartet auf einen Teppich.

    Nachzutragen bleibt Madames erfreulicher Anfall von Italianità, als sie Steinpilze auf dem Wochenmarkt sah und spontan Risotto ai funghi porcini kredenzte. Später erntete sie die Birne Köstliche von Charneaux Noch hart, aber ihr bereits entgegenfallend.

    Die tiefstehende Abendsonne setzte Libellen über beschatteten Wiesen prächtig in Szene. Insekten versuchten Abends, den aufgewärmten Bungalow zu entern. Wir fanden eine Hornisse hinter der aufgehängten Landkarte. Beim Frühstück tauchte plötzlich ein untertassengroßes Heupferd auf. Einzig die Stinkwanzen traf ich bisher nur in der S-Bahn.

    Sonntag frühstückten wir bei der Bundesgamerin et al. Auf dem Weg kurzes Winken in den Park Sanssouci und bestaunen des neuen Garnisonskirchturms.

    Im Bundesgaminghaushalt erfuhren wir unter anderem von grundlegenden Trapezfiguren. Bei „Banane mit Häkchen“ kann man das Bein noch um ein Band wickeln, um sicherer zu hängen. Das Gespräch kam auf Verwandtenbesuch in Thüringen und vor allem die Bekannten der Verwandten: Dunkel ist’s in Thüringen. Dunkel.

    Weil ich es kann, fuhr ich Montag von den Latifundien aus zu den Südkreuz Offices und Abends wieder zurück. 25 Menschen im Regio sitzen, stehen. liegen direkt um mich herum. Ich sehe innerlich 25 Romanhandlungen vor mir. Vielleicht war ich auch einfach übermüdet.

    Kraniche flogen hoch über den Bungalow und niedriger über den Bahnhofsparkplatz.

    Kraniche im Restmorgenrot über Parkplatz

    Neutrale Kosten

    Da mein vier-Modul-Plan dieses Semester vermessen größenwahnsinnig sportlich ist, begann ich mit dem Querlesen der PDF-Skripte (die Papierversion war bisher nicht in der Post.)

    31031 – Internes Rechnungswesen und funktionale Steuerung: Ist eine Art „BWL-Gedöns“, also „Alles was noch in die Pflichtkurse soll, aber kein eigenes Modul bekommt.“ Das heißt, Internes Rechnungswesen, Produktionsplanung, Logistik und Marketing. Alles eher Hand-am-Arm, aber schon einfach Masse.

    31751 – Modellierung betrieblicher Informationssysteme: Anspruch durch Masse oder so.

    01141 – Mathematische Grundlagen: Das ist er, der Missing-Link zwischen „Mathe für Wirtschaftsinformatiker“ und „Algorithmische Mathematik.“ Das ist der fehlende Stoff, den ich mir letztes Semester irgendwie mühsam selbst erarbeiten musste. Ich bin gespannt wie es im Detail wird. (Note: Mein erstes Modul, dass nichts mit Wirtschaftsinformatik zu tun hat, sondern ein reines Mathe/Informatik-Modul ist).

    63511 – Einführung in die technischen und theoretischen Grundlagen der Informatik. (ETTI) Die reinste Wundertüte zwischen physischem Chipdesign, Assemblercode und der Diskussion von NP-Vollständigkeit. Hier wurden viele Themen reingepackt. Die Erfahrungsberichte im Internet lesen sich arg variabel. Der mehrmalige Wechsel von Titel und Kursnummern in den letzten Jahren hilft nicht bei der Recherche. Selbst die Unterlagen helfen nur bedingt. Eine Hälfte des Kurses gibt es nicht als gedrucktes Skript, sondern als gefilmte Vorlesungen. „Querlesen“ ist da schwer möglich.

    Aktueller Plan: Da nur die ersten beiden Kurse obligatorische Einsendeaufgaben haben und mir tendenziell leichter erscheinen: Diese beiden Kurse schnell durchlesen, Einsendeaufgaben-Pflicht absolvieren. Dann sind die Aufgaben aus dem Weg und ich kann mich Mathe und ETTI widmen.

    Ekkenekkepen

    Gelesen: Richard Grant: Dispatches from Pluto. Etwa 40 Seiten vor Ende legte ich das Buch beiseite. Nicht, weil ich nicht mehr mochte, sondern weil ich fürchtete, es zu Ende zu lesen und dann wäre es weg und ausgelesen. Jetzt bin ich durch und habe viel zu erzählen. Aber später oder an anderer Stelle.

    Gelesen: Theodor Storm: Die Regentrude, Insel-Ausgabe gestaltet und mit klugem Nachwort versehen von Judith Schalansky.

    Einen so heißen Sommer, wie nun vor hundert Jahren, hat es seitdem nicht wieder gegeben. Kein Grün fast war zu sehen; zahmes und wildes Getier lag verschmachtet auf den Feldern.

    Es war an einem Vormittag. Die Dorfstraßen standen leer; wer nur konnte, war ins Innerste der Häuser geflüchtet; selbst die Dorfkläffer hatten sich verkrochen.

    Wer kennt es nicht in diesen Jahren? Storm am Anfang der Industrialisierung stehend, mit dem Blick darauf, was am verschwinden ist. Neben der schönen Gestaltung fallen mir besonders die klaren Naturbeschreibungen auf.

    Bananenboot

    Landrat schaltet sich im Streit um Mülltonnen ein – informiert mich die Hauptschlagzeile des Generalanzeigers.

    Gabriele Frankemölle grillte Banana Boats – und ich bin hin und weg.

    Karen beendete den epischen Europratrip über Italien und Deutschland zurück nach Finnland.

    Frau Rabe war hingerissen von Kopenhagen.

  • 23-07-23 Bienenwolf an Gartentür (Galeria Sztucki)

    23-07-23 Bienenwolf an Gartentür (Galeria Sztucki)

    Madame telefoniert lieber linksohrig.

    Erstaunlich: Mehr als 10 Kilometer von den Latifundien entfernt findet das Technofestival Nation of Gondwana statt. Und wie hören die Bässe bis ins Schlafzimmer.

    Erfreulich: Es ist Juli, ich sitze auf der Südseiten-Terrasse und benötige keinerlei Sonnenschutz. So darf der Rest des Sommers bleiben.

    Seit Freitag sind wir zurück in Berlin. Ich würde sagen: Zurückfinden in den Alltag. Aber natürlich ist ein (temporär) dreiarmiger Alltag anders als ein vierarmiger und so ruckeln wir zurecht. Ein wenig finden wir zurück, ein wenig finden wir neu.

    Gute Nachrichten von den Einsendeaufgaben: „Investition und Finanzierung“ ist absolviert. Die Klausur darf ich auf jeden Fall schreiben.

    Das Gerüst steht unverändert. Ein Held des Hinterhofs hat das Ventil am Fahrrad demoliert. Dieses muss zum Fahrradmeister, bevor ich das Fahrrad wieder nutzen kann.

    Im Garten sprießte der Sauerampfer. Neu gepflanzte Hortensie und Himbeeren vermissten die Gießkanne. Kugeldistel und Stacheldrahtrose erreichten unangeahnte Höhen.

    Auffallend: Seitdem wir das Mähen im Wiesenteil von „selten“ auf „einmal, höchstens zweimal im Jahr“ umgestellt haben, verschwanden die Wilden Möhren.

    Unsere Zeitungsausträgerin ist auch im Urlaub. Die Vertretung weiß nicht, dass wir ein Fr/Sa-Abo haben und belieferte uns täglich. Wir haben jetzt einen großen Stapel ungelesener Zeitungen.

    Vor einigen Wochen entdeckten wir bereits einen Bienenwolf (Käfer) am Liegestuhl, jetzt gesellte sich ein Bienenwolf (Grabwespe) an der Terrassentür hinzu. Unser Bienenbestand scheint okay, was die Menge der Bienenparasiten schließen lässt. Die Schachbrettfalter sind noch da, werden an Menge aber deutlich von den Kohlweißlingen übertroffen.

    Bienenwolf (Wespe) auf weiß-blauem Stoff.

    Wir unterhielten uns, ob Barbenheimer schon ein Thema in Deutschland ist. Also im engen Sinne, im Kino eine Doppelvorstellung Barbie/Oppenheimer zu sehen, oder halt als kulturellen Topos. Ich allerdings nehme es dem Internet übel, dass es mich in den letzten Christopher-Nolan-Kino-Stuss Inception quatschte und werde mich sicher nicht in Oppenheimer setzen.

    Zu Ende gelesen: Kurt Vonnegut: Slaughterhouse V: Erstaunliches Buch, bewegendes Buch. Aber auch ein sehr männliches Buch. Nicht nur weil die Kernhandlung unter jungen Männern im Krieg spielt, sondern auch im erweiterten Rahmen sind die Frauenfiguren eher schlimm.

    Begonnen: Lutz Raphael: Jenseits von Kohle und Stahl. Die verschriftlichte Adorno-Vorlesung zum Thema „Verschwinden der Industriegesellschaften“. Und nachdem ich im Alltag vielzuviel vehement substanzloses „Meinungswissen“ In Medien und Social Media konsumiere, wirkte das wie ein frischer Wind im Hirn. (Auf der Terrasse liegt es in der Suhrkamp-Ausgabe, aber mich freut, dass es auch die Bundeszentrale entdeckte)

    Polen-Nachträge

    Noch-nicht-gebloggte Notizen aus neun Tagen Polen.

    Oftmals liefen wir an einer Galeria Sztucki oder einer Academie Sztucki vorbei. Nachdem wir herausbekommen hatten, dass es anscheinend kein Eigennahme ist, sind wir weiter: Sztucka bedeutet Kunst. Sztucki wird also eine der sieben möglichen Deklinationen dieses Nomens sein.

    Auffallend: Im Museum der Geschichte der polnischen Juden fanden wir keinen Abschnitt zu Esperanto. Obwohl Ludwik Lejzer Zamenhof die Sprache in Warschau entwickelte. Es gibt in der Stadt eine Straße „Esperanto“, die vor allem Endpunkt diverser Bushaltestellen ist. Aber entweder übersahen wir ihn, oder er ist in der Achterbahnfahrt der polnischen Nation irgendwie herausgefallen.

    Cocktail-Karten-Entdeckung im Restaurant. Der Hinweis bei einigen Cocktails „Good for Instastories!“.

    Während wir in der Notaufnahme der Uniklinik Danzig warteten, lief in einem Fernseher TVP2. Neben diversen Folgen polnischer Jeopardy- Glücksrad- und Familienduell-Adaptionen, lief auch die polnische Eigenproduktion Na sygnale. Es scheint sich um eine Daily Soap zu handeln, die auf einem Ambulanzwagen spielt. Und dann im Fernsehen einen Daily-Soap-Ambulanzwagen und eine Daily-Soap-Notaufnahme zu sehen, während wir in der echten Notaufnahme saßen und die Ambulanzwagen vor der Tür vorbeifahren. War schon eigen.

    Vor dem Insta-Riesen-GDAŃSK-Schild in Danzig ist eine kleine Bühne. Dort tanzten einige Paare, anscheinend nur aus Spaß an der Freud, Tango. Das war schön.

    Nicht-Polen

    Ich glaube, ich sollte bei der Schriftenreihe mal wieder bestellen. Das sieht gut aus.

    Christine Cazon versuchte, nach Berlin zu gelangen. Ich hoffe, es geht besser weiter.

    Als Doppelblogger*innen ein Ferienhaus in Dänemark zu mieten, scheint ein Ding zu sein. Nach wunnibars/rabensalaten fahren nun auch herzbruch/novemberregen. Ich bin von so viel Blogcontent überfordert und kann nicht mehr verlinken.

    Der rbb widmete sich einer der traurigsten Berliner Fast-Ruinen: dem Kathreiner-Hochhaus.