Schlagwort: Einsendeaufgaben

  • 23-07-18 Zwischen Frosch und Chopin

    23-07-18 Zwischen Frosch und Chopin

    Madame sagt desöfteren „Microfantasia“.

    Die Fernuni schrieb mit einem Einsendeaufgabenergebnis in Algorithmischer Mathematik: 27,8%. Um zur Klausur zu dürfen, benötige ich dreimal mehr als 30%. Ich habe zweimal(!) mehr als 30%, dazu einmal 28,7% und einmal 27,9%. Oder anders: Zweimal verpasste ich das Ziel um jeweils einen Punkt. Damit bin ich nicht zur Klausur zugelassen. Hätte ich in einem der beiden Versuche nur einen Punkt mehr erlangt, dürfte ich die Klausur mitschreiben. So knapp wie das ist, versuche ich vielleicht doch noch einen Punkt nachträglich heraus zu verhandeln. Aber egal, jetzt ist Urlaub.

    Phänomenal übrigens: Wir sind drei Tage an einem fremden Ort und immer noch nicht auf dem Rückweg. Das hatten wir seit 2017 nicht mehr.

    Der laut Vorhersage heißeste Tag des Urlaubs liegt hinter uns. Warszaw bot 35 Grad bei strahlendem Sonnenschein. Mein Bestreben war: Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen im Park an dem ein laues Lüftchen weht und versuchen, uns so wenig wie möglich zu bewegen. Madame meinte: Wenn sie schon ewig durch die Gegend fährt, möchte sie auch etwas davon sehen.

    Wir einigten uns auf den Frühstücksmarkt (Targ Śnidaniowy) im Park am Skwer AK Granat und zogen mit Hilfe der Metro-Linie 1 zum Łazienki-Park weiter. Der „Park der königlichen Bäder“ hat ja schon einen mir sympathischen Namen. Außerdem steht dort das Chopin-Denkmal, an welchem Sonntags um 12 und 16 Uhr Chopin-Konzerte stattfinden.

    Wir lauschten einem Konzert von Aleksandra Świgut besichtigten – ganz suutje – einen 80 Hektar großen klassizistischen Landschaftspark, in dem sich einst ein Jagdschloss der polnischen Könige befand. Zum Glück ein Park mit vielen Wandelwegen unter alten Bäumen mit stetem leicht leichtem Wind.

    Palme von Warschau und Bus
    Die Warschauer Palme soll an die Vegetation Israels erinnern und damit auch an die oft verdrängte jüdische Geschichte.

    (Bildungslücke für zwischendurch: Wann hat Polen die Monarchie abgeschafft, und sollte sie wieder eingeführt werden, welches Adelshaus würde aktuell den König stellen?)

    Dann bewegten wir uns zurück zu Chopin, hörten das zweite Konzert von Łukasz Krupiński. Da unser Sitzplatz direkt an einer Park-Magistrale lag, bewunderten wir hunderte Pol*innen in ihrem Sonntags-Ausgeh-Dress zwischen Barbiecore und Microfantasia. Nur High Heels sahen wir weder in der Sonntags- noch in der Samstag-Abend-Ausgeh-Garderobe im Ausgehviertel. Diese Zeiten scheinen vorbei.

    Nach Rückfahrt mit dem 180er-Bus und etwas Erholung im SCSK-Hotel ging es Abends wieder in die Ausgehmeile in die Nowy Świat – Georgisch im Chmeli Sumeli essen und danach den Weg bis zum Schlossplatz (Plac Zamkowy). Ergebnis dieses Tages an dem ich mich nach Möglichkeit überhaupt nicht bewegen wollte: 17000 Schritte.

    (Bildungslücke für den Museums-Teil: Wo genau in Warschau ist Willy Brandt auf die Knie gefallen?)

    Montag folgten wir dem Motto „Kommen Sie ins Museum, wir haben Klimaanlagen“. Das Frühstück im reinen Frühstücks-Lokal Bułkę przez Bibułkę bescherte uns Omelett, scharfe Spiegeleier und eine unfreiwillig unterhaltsame finnische(?) Reisegruppe am Nachbartisch. Der Bus brachte uns zum Muzeum Historii Żydów Polskich POLIN (POLIN – Museum der Geschichte der polnischen Juden).

    Wir kamen um 12 und als sie uns um 18 Uhr vor die Tür kegelten, waren wir in der umfangreichen chronologisch aufgebauten Ausstellung bis ins Jahr 1918 gekommen.

    Die Macher* innen müssen den Spagat hinbekommen, sowohl Leute abzuholen, die wenig Wissen zum Judentum als auch zur Geschichte Polens haben, wie auch Privatgelehrten etwas zu bieten. Es gelingt vergleichsweise gut, der Anteil an Museumspädagogik ist hoch, die Objektdichte wird höher je näher man an die Gegenwart gelangt. Natürlich kommen zu viele Eindrücke mit, um sie innerhalb eines halben Tages verarbeiten zu können.

    Deshalb leichtes Entertainment: Wir haben eine Mehrtageskarte für den örtlichen ÖPNV, hatten es in den Warschau-Tagen nicht geschafft, die Wisła zu überqueren und ein Unwetter war angesagt. Also fuhren wir durch einen Wolkenbruch mit der 25er-Tram zur einen Endhaltestelle, dann zur anderen Endhaltestelle und dann nach Warszawa Centralna. (Zwischendurch Placki/Kartoffelpuffer in einer vegetarischen Milchbar.)

    Das polnische Wort für Frosch lautet Żabka. Jede*r, die länger als vier Minuten in einer polnischen Großstadt verbracht hat, wird Żabka kennen. Die Späti/Kiosk-Kette betreibt im Innenstadt-Bereich etwa alle 50 Meter einen Laden. In denen gibt es Mineralwasser. Bei 35 Grad das wichtigste am kompletten Urlaub.

  • 23-07-06 Ein miauender Gerüstbauer

    23-07-06 Ein miauender Gerüstbauer

    Ein Dithmarscher Klempner lässt sich Zeit. Ein Hannoveraner Stromversorger ist schneller.

    Madame macht ein Examen in generativer KI. Mein eigenes „Data Science Bootcamp“ musste ich aus Zeit und Energiemangel abbrechen. Dafür reichte ich die letzten Fernuni-Einsendeaufgaben ein. Bis Anfang Oktober habe ich Einsendeaufgabenfrei. Allerdings weiß ich in beiden Kursen weiterhin nicht, ob ich klausurqualifiziert bin.

    Ich bekam Post von Krabbenkutter Hauke.

    Frau Novemberregen schildert den Unterschied zwischen „Briefe schreiben“ und „Korrespondenz führen.“ Sie schreibt Briefe an Politiker*innnen. Ich schreibe Briefe an BVG und eon, die beide Organisationen seit Monaten ignorieren. Die eon scheint das auch durchhalten zu wollen, wenn sie Briefe von der zuständigen Schlichtungsstelle bekommt. Bei der BVG bin ich noch eine Eskalationsstufe darunter.

    Eskalieren sollte ich mit meinen zuständigen Mitgliedern des Abgeordnetenhauses. Diese helfen fröhlich mit, den dringend notwendigen und seit Jahren überfälligen Radweg auf der Hauptstraße zu verhindern. In den entsprechenden Wahlkreisen Tempelhof-Schöneberg 1,2 und 3 sind dies Wiebke Neumann (SPD), Orkan Özdemir (SPD) und Katharina Senge (CDU). Auch ein Adressat wäre Michael Biel (SPD), der kurzfristig MdA war, bevor er in die Senatsverwaltung wechselte.

    Eine Dame mit Helm auf Fahrrad (geschätzt Ü50) und ein Herr mit Hund (Ü70) schrien sich auf dem Fuß-/Radweg an. Soweit ich verstanden habe, hatte die Dame den Radweg in die falsche Richtung befahren, während Hund und Leine sich darauf befanden. Alle Beteiligten wirkten unverletzt. Unentschieden würde ich sagen.

    Der Gerüst wächst. Auf der Hofseite hat es unsere Wohnungshöhe überwunden. Auf der Straßenseite ist es kurz davor. Es gibt doppeltes Baustellenfernsehen. Wir sehen fasziniert den Gerüstbauern zu + sie können uns aus nächster Nähe in die Wohnung schauen.

    Wir aber haben Fernsehen mit Ton: Menschen, die vom vierten Stock aus rufend mit dem Team am Boden kommunizieren. Einer hat dabei seine eigene Sprache entwickelt und miaut, wenn sie neue Teile auf den Weg schicken wollen. Wenn ich die Herren betrachte, wie sie 15 Meter über dem Boden ohne Sicherung oder Geländer auf schmalen Weg Bauteile wuchten, bin ich von ihrer Katzenhaftigkeit beeindruckt.

    Gerüst aus dem Fenster heraus fotografiert mit angebrachtem Minikran.

    Deutsche Bahn 2023: Selbst eine Umsteigezeit von 19 Minuten macht mich nervös. Ich zweifele, ob die DB es schafft, den Fahrplan nur um 15 Minuten zu verpassen.

    Meine Nervosität scheint gerechtfertigt. Jetzt verrät Bahn.de mir: „Reparatur an der Weiche zwischen Wolfsburg Hbf und Berlin Hbf. Züge fahren langsamer. Züge erhalten aktuell im Streckenabschnitt eine zusätzliche Verspätung von etwa 15 Minuten.“ Damit ist meine Umsteigezeit auf 4 Minuten geschrumpt.

    Vergesst Social Media. Das beste Soziale, was das Internet hervorbrachte, sind Foren. Ich fragte mich: „Falls ich den IC-Anschluss verpasse und die Zugbindung aufgehoben ist, darf ich dann einen ICE benutzen?“ Und ich fand dieses Forum in dem sich anscheinend Zugbegleiter’innen austauschen: ICE Aufpreis bei Aufhebung Zugbindung. Inhaltliches Fazit: Passt ’scho. Es sei denn das Zugbegleiter:in hat einen sehr schlechten Tag. Aber viel schöner: Menschen aus einem anderen Leben bei ihrer Unterhaltung mitlesen zu dürfen.

    Vielleicht sollte ich im Forum fragen, ob überhaupt noch irgendein:e Zugbegleiter:in auf die Zugbindung achtet, wenn man sich in Zug >1 einer Umsteigeverbindung befindet.

    Zwei Hinweise zum Insulanerbad. Mein Sommerwohnzimmer ist im Fernsehen: Die aspekte-Sendung Das Freibad als Glücksversprechen wurde dort gedreht. Im ZDF, 07.07.2023, 23:25 – 00:10 In der Mediathek verfügbar ab 07.07.2023, 21:00.

    Direkt am Wochenende danach ist die Lange Nacht des Insulaners mit Planetarium, Shakespeare-Company und Freibad. Das Freibad bietet Nachtschwimmen ab 21 Uhr bis 23:30h. Ab 21:30h sind Darsteller der Shakespeare-Company im Schlauchboot dabei und lesen Texte.

    Tröt ergeht sich in er einer Tröt-untypischen Aufregungs-Welle darüber, dass Facebook einen Twitter-Klon aufmacht, der Tröt-Verbindungen aufweisen könnte. Ich entdecke mit Freude an mir: Die Debatte interessiert mich inhaltlich nicht. Ich kann so neugierig und leidenschaftslos zuschauen, wie bei der Hundeleinen-Fahrrad-Diskussion von weiter oben. Social Media im kommerziellen Sinne hat in meinem Leben keine Bedeutung mehr.

    Entdeckt: Der Chatbot im Amtsdeutsch: https://amtsgpt.de/ . Erstaunlich, was Sprache macht: Nach ungefähr drei Minuten des Rumspielens fange ich an, den Bot zu Siezen.

    Herr Rau fotografiert Full English Breakfast. Claudia fährt Rickscha durch Asakusa. H.R. Giger verzweifelt am Prop-Department am Alien-Filmset.

  • 23-07-04 Bau auf, Gerüst, bau auf

    23-07-04 Bau auf, Gerüst, bau auf

    In der Straße parkt der Botschafter Somalias. Seinem BMW ist nicht anzusehen, was der Begehr des Besuchs ist.

    KK wird nach Schottland fliegen, um dort mit Gepäck und ihrer Tochter durch die Highlands zu wandern.

    Die Kollegen streiten, ob die Taubenkolonie in der Tiefgarage, nervig, furchtbar oder mittlerweile ernstlich gesundheitsgefährdend ist. Es scheint je nach Ecke der Tiefgarage zu variieren. Aber die durchgehende Taubenkotbesatz in dieser fast fabrikneuen Tiefgarage ist auf seine eigene Art wahrlich spektakulär.

    Madame wachte auf mit den Worten: „Das ist die Elster.“

    Madame erntete direkt nach der Kirschernte noch mehr Kirschzweige als vorher Sauerkirschen. Das Obstbaumschnittbuch sagt: Ungefähr die Hälfte der Masse entnehmen.

    Und obwohl wir gar keine richtige Hecke haben, schnitt sie sie dennoch. Denn es war Johanni.

    Der Lokalzeitung entnahmen wir, dass an der Schöneberger Fahrraddemo etwa 800 Räder teilgenommen haben. Davon viele Kinder- und Laufräder.

    Die Einsendeaufgaben Investition und Finanzierung sind deutlich verständnisfreudiger als die mathematischen. Aber bei meinem Vorbereitungsstand brauche ich trotzdem für eine (von insgesamt sechs) der Aufgaben je einen kompletten Abend.

    Ich begann, mein Spielzeug einzurichten. Der wichtigste Punkt funktionierte bereits: Windows 11 läuft. Weniger, weil ich Windows-11-Fan bin, aber ich bin Fan langjährig unterstützter Betriebssysteme. Und beim 10-11-Sprung ist schon auf mancher Hardware etwas schief gegangen.

    Alt: Korean Fried Chicken. Neu: Dottoressa

    Ein Kommen und Gehen ist in Berlin: Der altbewährte allein praktizierende Hausarzt bildet plötzlich ein „Medizinisches Versorgungszentrum“ zusammen mit einer Dottoressa. Immerhin, Teil 2 der FMSE-Impfung verlief genauso unkompliziert und nett wie Teil 1 auch schon.

    Die lange Straßenbaustelle der Wasserbetriebe ist fast wieder verschwunden. Anscheinend ging es wirklich nur darum, die Gullideckel zu wechseln und die Straße um diese herum wieder in den rechten Abschüssigkeitsbereich zu bringen.

    Ex-Korean Fried Chicken hat mittlerweile ein arabisches Schild an der Wand. Die ehemalige Klavierstimmerwerkstatt hat noch ihr eigenes Schild, steht aber leer. Dafür eröffnet ein Chef Burger (ehemals Wettbüro), eine Pastaria/italienische Feinkost (ehemals Wettbüro), ein anderer Burgerladen (ehemals „Pizzaria[sic!] Juventus“) und ein Hühnerwald. Beim Hühnerwald erinnern nicht nur der Name sondern auch Farbdesign und Schriftgestaltung an eine andere Hähnchenbraterei mit Österreichbezug.

    Da passt es, dass wir vor dem Einschlafen die ZDF besseresser streamen.

    Vorerst leider ohne Gehen wird wohl das Hinterhofgerüst kommen. Dieses erreichte in seinem ersten Ausläufer unser Stockwerk. Jetzt schauen wir aus dem Kammerfenster hinaus auf Stangen und zur richtigen (falschen) Tageszeit auf Bauarbeiter direkt vor unserer Nase.

    Während ich in der Mittagspause weiterhin den mustergültigen New-German-Style-Garten vor Vattenfall bewundere, schreibt die New York Times den Trendartikel dazu: Corporate Landscaping Lets Its Hair Down.

    Staudengarten mit Flixbussen und Bahnhof Südkreuz im Hintergrund.

    Unschöner dazu der FAZ-Artikel (Paywall) über den Überraschungsrausschmiss des New German Style-Papstes Cassian Schmidt vom Hermannshof: Streit im Garten-Mekka.

    Kitty Koma ist wieder an Bord.

  • 23-06-29 Läuft (mit Seife)

    23-06-29 Läuft (mit Seife)

    Madame wird im Erbrecht kollateralzahngeklopft.

    Das zweite TwinDos ist alle.

    Die Herren S möchten Fotos.

    Der Matrose will Senf mitbringen vielleicht. Grüner Garten ist gar kein Salat, sondern eine Pizza.

    Der Einsendeaufgabenschluß Investition und Finanzierung nähert sich. Inhaltlich denke ich immer noch: Ist machbar. Aber so mit Zins-, Annuitäten und Rentwertberechnungen, den vielerlei Cashflows, Entscheidungsmatrixen unter Risiko und Unsicherheit und noch Dutzenden Themen mehr ist es am Ende halt doch eine Menge. Bloß nicht unterschätzen.

    Wasserdichtes Fenster

    Im Englischen gibt es den Ausdruck When it rains it pours. Also auf deutsch: Wenn es regnet, dann gießt es oder übertragen und weniger bildhaft: Ein Unglück kommt selten allein.

    In Dithmarschen regnete es gar nicht. Aber das Wasser lief dennoch – die Wand hinunter. Und verbreitete sich auf Wohnzimmerboden und Küchenboden. Auffallend war seine Seifigkeit. Die Mieter in der Wohnung darüber behaupten jedoch, dass ihr überflutetes Badezimmer nichts mit dem Wassereinbruch durch Wand und Decke zu tun hat.

    Kurz zuvor hoffte ich, unser Ausmaß an Alltagskatastrophen wäre für dieses Quartal erfüllt.

    On the good side: Der Besuch ist mittlerweile ohne weitere Bahnverwirrungen zu Hause angekommen. Die Fenster in der Wohnung sind wieder vollständig und funktionsfähig. Lob an die Werkstatt. Als sie sagten „Die Kollegen kommen dann gleich zu Arbeitsbeginn um 7 vorbei“, rechnete ich bestenfalls mit „Um 7 treffen sie sich in der Werkstatt, trinken einen Kaffee, holen das Fenster und laufen dann kurz rüber.“ Nicht: „Um 6:59h klingeln sie an der Tür.“ Zum Glück liegen ein paar Stockwerke zwischen Haustür und Wohnung. Ich konnte die beiden Herren vollständig bekleidet empfangen.

    Auch on the good side: Obwohl wir im Sommer sind, regnet es irgendwann. Und es hat unter 30 Grad. Dass ich das noch erleben darf.

    Sporthalle Schöneberg im Starkregen
    1000 Meter Arbeitsweg, Aufbruch bei Trockenheit und nach 400 Metern stelle ich mich unter, weil es so schüttet.

    Das ver.di-Geld ist da und ich nutze einen Teil davon für neues Spielzeug. Immerhin kann ich mir selbst sagen, dass es Fernuni-nötig ist. Seltsame Kauferfahrungen: Bei asgoodasnew schon fast gekauft. Dann aber den Checkout-Prozess so seltsam gefunden, dass ich im letzten Moment abbrach. Jetzt bei Backmarket zugeschlagen.

    Das Spielzeug kommt aus Italien (finde ich gut), es läuft alles glatt. Nur dass mir Backmarket nun immer Mails schreibt als wären wir beste Buddies auf dem Weg zur gemeinsamen Weltrettung, senkt meine Stimmung.

    Herrje, ihr seid ein gewinnorientiertes Privatunternehmen. Ihr rettet die Welt, vielleicht, ein bißchen, genau so lange wie die Zahlen stimmen. Damit bin ich okay. Das ist euer inneres Wesen. Aber fangt jetzt nicht an mit dieser emotionalen Erpressungsnummer.

    Dekodecke Fahrraddemo

    Die FU Berlin hat in den letzten Monaten ihren IT-Service komplett umgekrempelt. Wie ich dem Ausschreibungsportal des Landes Berlin entnahm, nutzt die BVG das Programm Service Now zur Ticketbearbeitung.

    Bloglesen heißt für’s Leben lernen. In den Kaltmamsell-Kommentaren lernte ich wie man diese komischen Überdecken/Dekokissen in Hotelzimmern los wird: Journal Montag/Dienstag, 26./27. Juni 2023. (Außerdem tolle England-Fotos und überhaupt lesenswert.)

    Freitagnachmittag um 17 Uhr ist Demo am Richard-von-Weizsäcker-Platz. Gegen die schwarz-roten Wahnsinnigen, die den Berliner Fahrradwegbau erstmal einstellen wollen: Nichtmituns! Gemeinsam setzen wir ein Zeichen gegen den Stopp des dringend benötigten Radwegeausbaus in Schöneberg! Die Fahrraddemo wurde von Anwohnenden initiiert. Gemeinsam mit weiteren Bündnissen und Verbänden unterstützt der ADFC Schöneberg diesen Aufruf.

    Auf Tröt las ich die erste Interpretation des russischen Operettenputsches, die mir in sich stimmig scheint. Sie passt zudem zu den Informationen, die ich für gesichert halte. Kurzversion: Das russische Verteidigungsministerium wollte Prigoschin/Wagner endgültig entwaffnen und die Gruppe auflösen. Prigoschin bekam davon Wind, bereitete Gegenaktionen vor, wovon Verteidigungsministerium und FSB wiederum Wind bekamen. Dann gingen zwei halb vorbereitete Masterpläne von sich selbst-überschätzenden-Akteuren aufeinander los. In ausführlicher und kompetenter: Thread: 1/ Russian sources reportedly say that Sergei Shoigu’s plan to defang the Wagner Group failed because he didn’t anticipate Yevgeny Prigozhin’s personal popularity and because Prigozhin was aware of the moves being made against him.

  • 23-06-26 Schachbrettfalter Sturzflutwarnung

    23-06-26 Schachbrettfalter Sturzflutwarnung

    Todmüde tranken wir Rotwein vom Werderaner Wachtelberg und fielen danach mit letzter Kraft ins Bett. Es war der Regenfreitag nach dem Gewitterdonnerstag – und es war so schön und entspannend einen 21-Grad-Tag zu haben, an dem man mittags die Schreibtischlampe anknipsen muss.

    Jetzt bin ich doch noch hauchdünn an Einsendeaufgaben gescheitert. 28,7% der Punkte wo 30% erforderlich wären. Innerlich hatte ich allerdings mit noch weniger Erfolg gerechnet , ich bin nicht überrascht. Einmal muss ich noch bestehen. Einmal sind noch Aufgaben in Korrektur (mit besserem Gefühl als bei den 28,7%) und im Zweifel bleibt mir noch ein Hail-Mary in der allerallerletzten Runde.

    Auf der Nachbarmittelhausdachterrasse veranstalteten in junger Mann und eine junge Frau eine Fotosession. Vermutlich zur Unterhaltung der 30 bis 40 Hinterhauswohnungen, die diese Dachterrasse einsehen können.

    Schwirr, Schwirr

    Beim latifundalen Wege-mähen lässt es sich nicht vermeiden, das hohe Gras im Wiesenteil anzustoßen. Rechts und links stoben Grashüpfer davon. Überhaupt fühlt man sich im Sommer in diesem Garten wie ein Franz von Assisi der Mittelmark, von Insekten umschwirrt.

    Und damit meine ich nicht nur die Junikäfer, die offensichtlich dämlichsten Tiere, die Brandenburg zu bieten hat. Nein, ich bin kein Baum. Auch wenn du fünfmal gegen mich dotzt.

    Mit dem astronomischen Sommeranfang kommen auch die Schmetterlinge. Dieses Wochenende besonders auffallend: der schwarz-weiß bemusterte Schachbrettfalter, der sich an den zahlreichen Knautien erfreute.

    Dr. Dolittle bestimmte eine Dorngrasmücke. Immer wieder spannend: wenn man ein Tier, eine Pflanze einmal sicher identifiziert hat, fällt sie einem dann immer wieder auf.

    Mir kam eine seltsam schnell und geradeaus fliegende Hornisse entgegen, die aus der Nähe betrachtet Libellenflügel hatte. Nach etwas Suchen: es war eine weibliche Plattbauchlibelle. Was es alles gibt.

    Dazu gelernt: Auch Plattbauchmännchen haben Unterscheidungsprobleme: Wie andere Libellen auch, verfügt der Plattbauch über eine ausgezeichnete Sehkraft. Dennoch kommt es bei den Männchen der Art vor, dass des Öfteren Hornissen angeflogen werden, da sie wohl auf einige Entfernung den gelbgefärbten Weibchen gleichen.

    Wiese mit blühenden Platterbsen

    Sürpriz war eine Ralph-Siegel-ESC-Popgruppe

    Wenn man erwachsen ist, bedeuten komplette Überraschungen nur selten Gutes. Gute Nachrichten müssen meist erarbeitet werden oder schicken Vorausboten und Ahnungen. Aus heiterem Himmel passieren:

    • Ein noch-gar-nicht-richtig-da-seiendes Gewitter, eine Bö, ein Scheppern, ein Klirren und im Rahmen hängt ein halbes Fenster. Zum Glück wurde niemand verletzt. Wir haben das Fenster über Nacht provisorisch gesichert und am nächsten Morgen kam der Glaser und nahm den Rahmen mit halben Fenster mit in die Glaserei. Trotz Sturzflutwarnung überstand das Rest-Fenster den Starkregen vom folgenden Tag gut.
    • Ein Sprotz, ein Knall.. ne, ehrlich gesagt keine Ahnung, ob der Zug Geräusche machte. Auf jeden Fall fiel der deutsche Stromabnehmer am ICE Berlin-Zürich aus. Der ICE stand auf „dem längsten Brückenbauwerk Deutschlands“ – rechts der Abgrund, links das Gegengleis, keine Türen offen. Dramatische Szenen, Türen wurden geöffnet (Klimaanlage kaputt – 30 Grad und schwül draußen) und wieder geschlossen (Abgrund / Gegengleis – alles zu gefährlich), dann unter Aufsicht der zufällig anwesenden Bundeswehrsoldat:innen wieder geöffnet.
    • Irgendwann war dann der Schweizer Stromabnehmer soweit präpariert, dass er zumindest Klimaanlagen und Bordbistro-Strom aus der deutschen Oberleitung holen konnte.
    • Ein erster Evakuierungszug kam, war aber selber schon voll mit „normalen“ Fahrgästen. Ein zweiter Evakuierungszug kam.
    • Am Ende nahm Madame nach 8 1/2 Stunden „Fahr“zeit Berlin->Erfurt in Erfurt wieder die Gäste in Empfang, die wir mittags in Berlin in den Zug gesetzt hatten.

    Ich persönlich bin dankbar für die Existenz einer ausreichend großen Vorsichtskasse, die in diesen Momenten ein whatever-it-takes an Autogas-zum-nach-Thüringen-fahren, Hotelzimmern, weiteren Fahrkarten, Glasern et cetera hergibt. So werden die Episoden am Ende eher zu einem Abenteuer. Ich erinnere mich noch lebhaft an Teile meines Lebens in denen keine Chance für eine Vorsichtskasse bestand, und derartige Ereignisse sich sofort zu existenzielle Bedrohungen auswuchsen.

    Alles Geld hilft aber nicht bei den Katastrophennachrichten, die uns vom anderen Ende von Familie Ö erreichten.

    Die Nachricht kam kurz vor unserer Familiengartenfeier. Je nach recht nahem bis sehr entfernten Verhältnis zu ebenjenem Teil der Familie war die Stimmung. Ein anderer Teil der Großfamilie wird demnächst heiraten – und es stellt sich die Frage, wer wie mit wem dorthin gelangt und vor allem wer nicht kommt. Ich bekam nur die Hälfte mit, stand größtenteils am Grill, wo mir La escaladora mexicana Gesellschaft leistete.

    Ein zweijähriger Mini-Herkules hätte fast das Planschbecken bezwungen.

    Erfurt – Jerusalem – Brieselang

    Madame versuchte heute aus Erfurt zurückzukommen. Fast hätte sie um 11:38h den verspäteten 11:09h-Zug nach Berlin genommen. Allerdings konnte dieser „wegen einer Funkstörung“ nur Nebenstrecken fahren. Deshalb nahm sie um 11:40h den nur knapp verspäteten 11:28h-Zug.

    Das mag ich am Bloggen: Da schreibe ich 2017 etwas über die Parkplatzsituation in Jerusalem. Und 2023 kommt ein Kommentator vorbei, gibt den aktuellen Stand und ergänzt. Beeindruckend. Danke Tommy.

    Indian Butter Chicken ist eines der Gerichte, die ich quasi ununterbrochen essen könnte. Wilma Pane-Bistecca hat freundlicherweise ein Gericht für den Slow Cooker.

    Ein Wahrzeichen des Berliner Autobahnrings soll schließen: Das amazon-Logistikzentrum Brieselang macht zu. Weil es 10 Jahre nach Bau nicht mehr modern genug ist, muss andernorts neu gebaut werden. (*Jetzt bitte kulturkritisches Gebrummel von southpark vorstellen*)

    Falls ihr um Umkreis Liebscher-Bracht-Anhänger habt: Liebscher-Bracht müssen Werbung ändern. Erfolgreich verklagt von der Verbraucherzentrale.

    Das ZDF war in meinem Berliner Sommerwohnzimmer zu Gast. Am 7. Juli wird die aspekte-Sendung ausgestrahlt werden, die im Sommerbad im Insulaner entstand. Während des normalen Badebetriebs. Ich bin gespannt.

    Ein Mafia-Geheimdienststaat machte, was in Mafia- und Geheimdienstkreisen manchmal passiert. Da beide Gruppen nicht für akkurate Öffentlichkeitsarbeit bekannt sind, mutmaßen westliche Medien und ihre Experten wild herum. Fast hätte Weltgeschichte in Russland geschrieben werden können. Im Nachhinein werde ich das Wort „Operettenputsch“ aus meinem Kopf nicht los.

  • 23-06-13 Investition im Insulanerbad

    23-06-13 Investition im Insulanerbad

    Madame besiegte die Widrigkeiten der Technik. Sie bekam eine Mail aus NRW.

    Ein schöner junger Mann schwamm durch das Insulanerbad. Nur, dass er krampfhaft den Kopf hoch halten musste, um Sonnenbrille und Frisur vor dem Wasser zu schützen. Das wirkte unelegant.

    Gestern gab ich die Einsendeaufgaben Algorithmische Mathematik ab. Anschließend beendete ich die Werktagsverhöhlung der letzten Woche. Bauchgefühl: Etwas besser als in der letzten Runde. Aber die letztrundigen Einsendeaufgaben bestand ich nur um 1,2%.

    Sonntag besuchten wir eine Geburtstagsparty in Wochenend-West. Die üblichen Verdächtigen waren anwesend und hatten alle Zipperlein der letzten Monate ausgeheilt. Frau Fuchs geht vielleicht nach Weimar. Das gastgebende Geburtstagskind führte eine Espressomaschine vor, um die herum eine napolitanische Kaffeebar gebaut werden möchte. Wärmepumpen waren ein großes Thema. Auch wenn das Interesse die Fachkompetenz überstieg.

    Ich ging vorzeitig, denn da war ja noch was. Noch drohte die Montag-Abend-Deadline.

    Die Grenzen des Zeichensatzes

    Neben dem Rechnen sind diese Einsendeaufgaben auch noch ein Schnellkurs in Zeichensetzung. Bis vor wenigen Wochen, wusste ich nicht einmal, dass LibreOffice überhaupt ein Menü für das Setzen mathematischer Formeln hat. Inzwischen bin ich bereits an die Grenzen des Math-Befehlsverzeichnisses gestoßen.

    Kurzzeitig dachte ich, bereits mit dem zweiten Gradienten \(\nabla_2\) hätte ich das Ende des Formel-Editors erreicht. Das entsprechende Symbol fand sich im Bereich „Sonstiges.“

    Die Erleichterung währte kurz.

    Der Abbildungspfeil \( \mapsto \) kam nicht mehr vor. Erst nach längerer Suche fand ich, dass zumindest eine Schrift, die Schrift Segoe UI Symbol, das entsprechende Unicode-Zeichen U+21A6 überhaupt darstellen kann. Ich konnte querkopieren.

    Langfristig muss meine Formelzeichensetzung professioneller werden.

    Beim Zeichensetzungsuchen fand ich eine Anleitung, wie ich mit Hilfe des MathML-Plugins und LaTeX-Code Formeln in WordPress schreiben kann: How to Write Math Equations in WordPress. Dabei hilfreich – die Übersicht über die LaTeX-Symbole: List of LaTeX symbols.

    Kopf frei, Kopf unter

    Nach Zehn Wochen „der Einsendeschluß für die nächsten Einsendeaufgaben ist nah“ ist heute der erste Tag in selbst genommener Freiheit. Keine algorithmisch mathematischen Einsendeaufgaben für die nächsten zwei Wochen. Und sofern ich die Montagsaufgabe bestanden habe – und dann die Klausur bestehen werde – überhaupt keine algorithmisch-mathematischen Einsendeaufgaben mehr in meinem Leben.

    Nach Aufgaben-Abgabe beendete ich das immobile „mobile Arbeiten“. Die vom Kollegen 3D-gedruckten Smartiesausgabemaschine war ebenso noch vorhanden wie die diversen Baustellen um die Geschäftsstelle herum.

    Madame reiste von den Latifundien aus an, wir trafen uns am Südkreuz und speisten bei Blumenfisch.

    Dr. Dolittle und Euphegenia D diskutierten, ob beim Himbeerpflanzenkauf eher die Sorte oder der Zustand der konkreten Pflanze entscheidend ist. Ich bestellte gepresste Kokosschalen im Internet.

    In den Kaptains weiterem Umfeld tauchte die Jugendgerichtshilfe auf.

    Ich nutzte die beste Möglichkeit, um den Kopf frei zu bekommen: Ein paar entspannte Runden im Sommerbad am Insulaner. Das Krokodil ist schön renoviert. Bei 24 Grad waren die Besucherzahlen übersichtlich. Auf meiner Bahn waren die Menschen zivilisiert. Und ich konnte einfach schwimmen und atmen und schweben.

    Aushang "Kuschelhund verloren"
    Falls jemand den Kuschelhund am Insulaner gefunden hat, stelle ich gerne Kontakt her.

    Danach auf der Liegewiese mit den Materialien für das andere Fernuni-Modul Investition und Finanzierung. Jeder Satz war sofort verständlich. Die Mathematik möchte bisher nichts schlimmeres von mir als Exponentialrechnung mit echten Zahlen. Nach den Höhlen von Moria der algorithmischen Mathematik ist das bisher ein Streifzug durch das Auenland des Rechnens.

    Sundlaugasögur

    Sehr schön: während ich auf der Liegewiese lag und las, spielte und sang sich im Hintergrund die Shakespeare Company warm. Deren Theater liegt auf dem Freibadgelände. Das ist ein sehr großartiges Zusammenfinden.

    Jón Karl Helgason drehte den Film Sundlaugasögur über isländische Schwimmbäder. („Die Finnen haben ihre Saunen, die Briten ihre Pubs, die Franzosen ihre Cafés und wir Isländer haben unser Schwimmbäder“). Beim Ansehen des Trailers schmolz ich vor Begeisterung dahin. Aber auch die weitere Hintergrundinfo ist spannend. Ich hoffe, der ganze Film schafft es nach Deutschland.

    Ich überlegen einen Schwimm+Kultur-Club aufzumachen, der einmal im Monat etwas kulturelles mit/über Schwimmen macht. Seien es Kinobesuche, Theaterbesuche, Führungen et cetera. Genügend potenzielle Teilnehmer:innen sollte ich inzwischen kennen.

  • 23-06-11 Bienenwolf auf Transabed (Wollschweber)

    23-06-11 Bienenwolf auf Transabed (Wollschweber)

    Unsere Haftpflichtversicherung erhöht ihre Gebühr um 10%. Der Bungalow-Stromabschlag sinkt mächtig gewaltig. Madame warf einen Brief in Richtung NRW in den Briefkasten.

    Madame richtete ihren Doppellaser auf vier Liter Milch und wenig später hatte sie Frischkäse im Salatsieb. Erstaunlich, was Madame mit einfacher Küchentechnik alles anstellen kann. (pdf)

    Wir holten Dr. Dolittle und Euphegenia D am Südkreuz ab, um zum Bungalow zu fahren. Es folgten zwei Tage liegestuhlen, gartenstuhlen, Lavendelbratwürste, vierstündig gegrillräucherter Nackenbraten, viele Kaffee-Gartenrunden und fast so viele Gin-Tonic-Gartenrunden.

    Fast wäre ich entspannt gewesen, säßen mir nicht die vermaledeiten Einsendeaufgaben im Nacken. Montag 23:59h ist die Zeit der Wahrheit. Wenn ich die Abgabe erfolgreich schaffe, bin ich für die Klausur qualifiziert. Wenn nicht – dann vermutlich nicht.

    3 von 3 ?

    Zur Wahrung meiner geistigen Gesundheit habe ich mich entschlossen die nächsten zwei Wochen auf jedem Fall mit dem Thema Einsendeaufgaben auszusetzen. Dann hätte ich noch eine letzte Chance. Ob ich für die wieder genug Schwung bekomme – fraglich.

    Aber ich muss auch nur noch einmal bestehen. Nummer 2 von 3 ist durch. Nummer 3 von 3 folgt hoffentlich heute und morgen.

    Während wir schon die Latifunden mit Ginkaffeetonic umrundeten, kam die Mail mit dem Ergebnis von Runde 2:

    Gedanke 1: FUUUCK. So knapp vorbei. Um 1,8% gescheitert. Echt jetzt???

    Gedanke 2: Halt! Stop! Du brauchst 30% zum Bestehen, nicht 33%. Um 1,2% geschafft. FUUUCK.

    Call me the Indiana Jones der Algorithmische-Mathematik-Einsendeaufgaben.

    Dafür, dass mir die vermaledeiten Einsendeaufgaben die ganze Zeit im Nacken saßen, hielt ich mich überraschend entspannt. Mir gelang es desöfteren, länger als zwei Stunden nicht an die Jacobi-Matrix zu denken.

    Flieder ist aus

    Flieder ist aus. Rosen sind in. Gallica versicolor und Pink Moss scheinen jetzt angekommen, und richten sich nach mehreren Jahren zur Größe empor. Im Wiesenteil hat sich ein erstaunliches vier Quadratmeter großes Kornraden-Feld gebildet, das jetzt aufblühte. Höchst erstaunlich – aber wenn mir Wikipedia von „austrocknungstolerant“ und 85cm tiefen Pfahlwurzeln erzählt, weiß ich was die Pflanze an unserer Wiesentrockensteppe schätzt.

    Die Trockenheit stoppte das Gras – auch die Mähwege mussten nicht mehr gemäht werden, denn kein Gras war nachgewachsen.

    Innerhalb von zwei Stunden entdeckten wir im Garten sowohl einen Bienenwolf (Käfer) als auch einen Wollschweber. Bei dieser Dichte an Solitärbienenschädlingen scheint unser Bestand an Solitärbienen und Solitärwespen etwas zu bieten. Den Bienenwolf hielt ich angesichts seiner Zeichnung kurz für eine Wanze. Aber Bewegung und Körperbau passten nicht. Der Wollschweber als illegitimes Kind zwischen Kolibri und Hummel ist natürlich einfach zu erkennen.

    Weil der Kaptain sich beschwert, dass es eine keine Insektenfotos mehr von mir gibt, bitte:

    Bienenwolf (Käfer) auf türkisem Stoffbezug

    (Der Grund ist einfach: Fotografieren mit der echten Kamera ist mir zu aufwendig – vor allem in der Nachbearbeitung. Für ‚mit Handy‘ sind Insekten aber zu schnell.)

    Sonstige Sichtungen: 28 Kraniche, die mal im Trupp, mal in Einzelgruppen am Garten vorbeiflogen. Die ersten sich formierenden Starenschwärme. Ringeltauben im Schauflug und sich zoffende Elstern in Nachbars Fichte. Dutzende von Schwebfliegen. Viele Bienen und Wespen aller Art. Morgens eine Hornisse vor dem Schlafzimmerfenster, die aber den Vorhang nicht überwand.

    Zecken prügeln

    Wir waren bei einer Feier eingeladen. Aber die würde jetzt den Rahmen sprengen.

    Hotel Mama und Kellerkind schliefen schlecht.

    Herr Buddenbohm versuchte Selbstmitleid moralisch zu relativieren.

    Das mit dem Prügeln ist aus heutiger Sicht nicht vorbildhaft.

    Ich freue mich, wenn Profis mir zustimmen. Seltener gießen aber dafür mehr.

    Das RKI sammelt Zecken.

    Wäre ich entspannter gewesen, hätte natürlich Dota auch das richtige Lied für das Wochenende: Brandenburg laziness.

    Maximaltemperatur Küche (Berlin): 27 Grad. Maximaltemperatur Bungalow: 37 Grad. (Bei Ankunft)