26-06-14 Blandine avec la großer Rucksack multicolore

Manchmal haben Leute am Südkreuz-Klavier umfangreiche Klaviernoten dabei und spielen anspruchsvolle Klavierprogramme. Manchmal spielt auch jemand schief Alle meine Entchen.

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In der U-üc informierte Sophia ihre Freundin, dass Anton mittlerweile zur coolen Gang gehört. Ihre Freundin konnte das nicht glauben. Anton war früher doch der Uncoolste überhaupt, schon allein weil er auf dem Schulhof immer Ameisen aß.

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Manchmal videocalle ich mit Dienstleistern und ich sehe vor meinem inneren Auge einen Stapel brennender Geldscheine.

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Wie schon bei der Männerfußball-EM 2024 versuche ich das Organisationsinterne Tippspiel zur WM 2026 fernab jeder Ahnung oder jedes Interesses mit statistischer Heuristik zu gewinnen. Letztes Mal kosteten mich gefühlsgewallte Tipps den Sieg. Dieses mal wird stur heuristisch getippt. Nach dem 1:1 zwischen der Schweiz und Katar führte dies bisher zu Platz 21 von 46. Aber the power of Statistik liegt in der großen Zahl der zu tippenden Spiele.

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Es war ein Wilmersdorf-Pariser Werktagsausklang und ein feuchtfröhlicher Wochenendauftakt.

Unten Idylle, oben Screaming Party

In ihren Mehrchorwochen war Madame wieder Chor, der am Ex-See probt. Und wieder war der Gartenfuchs anwesend, der später von den Gartenkaninchen abgelöst wurden. Zwischendurch spielten kleine Jungs im Garten Fußball und schauten dann dem Chor zu. Die manchmalige Dörflichkeit von Wilmersdorf erstaunt uns weiterhin.

Jedes mit Absperrband umwickelte und an einen Poller gebundene Auto hat eine Geschichte. Manchmal ist Wilmersdorf auch städtisch.

Wie ich zwei Kilo Mehl und eine Packung Klopapier durch Wilmersdorf trug

Das Schöne an einem Umzug ist. Auch nach einem halben Jahr muss ich nach dem Vollkornroggenmehleinkauf nur einmal nicht die Diretissima nehmen, sondern nach links abbiegen und entdecken komplett neue Gegenden.

Meine Güte. Welch schwäbisch-wohlhabende Idylle haben wir in der Nachbarschaft. Die drei Straßenzüge um die Gasteiner Straße, die Sigmaringer Straße und den Leon-Jessel-Platz sind offenbar einem Katalog für gediegenes Großstadtleben entstiegen. Das ist weder Wilmersdorf als Dorf noch Wilmersdorf als Berlin-Innenstadt, das ist Wilmersdorf als wohlhabender Randbereich einer kleineren Großstadt.

Altbauten, Kopfsteinpflaster, viel Grün, eine niedliche Straßenmöblierung, einige wenige einladend wirkende Restaurants, die gut eingesessen und dennoch erreichbar-edel wirken. Irgendwie war es passend, dass dort auch die Hobby- und Kleintierzüchter Verlagsgesellschaft wohnt. Und das um die Ecke.

Über mir formierten sich Mauersegler zu ihren ersten Screaming Parties des Sommers. An den Bäumen wiesen Absperrbänder auf zahlreichen Eichenprozessionsspinner hin. Denn wo ein alter Eichenbestand, da Eichenprozessionsspinner.. Irgendwas ist halt immer.

In der Mitte des Komplexes das Goethe-Gymnasium. Laut Wikipedia ein traditionsreiches altsprachliches humanistisches Gymnasium, das Schüler*innen „von der Sexta bis zur Prima“ betreut. Und – ich weiß nicht ob ich das je in Berlin sah – Gebäude, Hof und Umfeld sahen Immaculate aus, wie der Neusprachler sagen würde.

Ich lese das weitere Schulportrait auf Wikipedia und mein jungendliches ich ist neidisch: Da wäre ich gerne zur Schule gegangen.

La double Blandine

Ich sah einen Spielfilm, der etwa eine Minuten lang im Technikkeller eines Schwimmbads spielte. Und schon allein damit sollte klar sein, dass jetzt eine Lobpreisung folgt.

Zum Glück verdienen die restlichen 77 Minuten des Films diese auch. Denn je länger ich Le Rendez-vous de l’été / Sommer in Paris1 sacken lasse, desto lieber mag ich den Film. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr ergibt der Vergleich mit Jacque Tati’s Playtime Sinn.

Das Rendez-vous mit dem Sommer ist keine klassische Komödie – der Film ist glaube ich gänzlich pointenfrei. Aber wie die immer leicht alienhafte Blandine mit ihrem großen bunten Rücksack und dem Umhängehandy (gespielt von Blandine Medec) durch Paris stolpert gibt sie allein durch ihre Anwesenheit der Stadt die Gelegenheit ihren ganzen Wahnsinn bloßzulegen.

Die Handlung folgt Blandine, die aus Bayeux nach Paris reist, um einige Schwimmwettbewerbe während der Olympischen Spiele 2024 zu sehen. Daran scheitert sie. Sie trifft ihre seit Jahren entfremdete Halbschwester Julie, toughe Pariserin, die aber so sehr mit der Auseinandersetzung mit ihrem Ex beschäftigt ist, dass sie Blandine nur am Rande wahrnimmt.

Ihren 30. Geburtstag „feiert“ Blandine indem die Jungendherberge sie vor die Tür setzt, weil sie die Altersgrenze überschritten hat. Blandine irrt immer wieder einsam durch die Stadt, durch die Olympiafeiern, vorbei an den Touri-Attraktionen, aber viel öfter durch die echten Wohnviertel, wo ihre Familie sind. Nur der Elektriker Benjamin, der auch Nachts am Olympia-Schwimmstadion arbeitet, zeigt Interesse an ihr, gibt ihr das Gefühl nicht allein durch die Gegend zu irren.

Dabei ist insbesondere Blandine gespielt von Blandine beeindruckend. Diese schafft es gleichzeitig so verloren und verworfen in der Welt zu wirken wie alle in dieser sich fühlen und nur selten so aussehen. Sie strahlt eine herzliche Freundlichkeit weit jenseits der Grenze zur Naivität aus, und vermittelz doch auch gleichzeitig den Eindruck, als wäre mehr Lebensweisheit in ihr als im ganzen Paris um sie herum.

Zum Abschluss spielt sie auf dem Bahnhofsklavier am Gare du Nord, steigt in den Zug nach Bayeux und sitzt in der Abschlusseinstellung am Omaha Beach mit Blick auf den Ärmelkanal.

Mauersegler zu Staren

Nach dem Kino der Garten. Eine Nachtfahrt auf die Latifundien. Am Morgen ein Anblick, der meine Formulierungsfähigkeiten übersteigt. So spektakulär war er noch nie. Anscheinend waren Frost und Regen dieses Jahr genau richtig.

Ich möchte meine Arme ausbreiten und darin herumrollen, über mir Hummeln, Falter, Bienen, Solitärwespen, Fliegen und kleine Starenschwärme.

Tatsächlich aber mähte ich die Wege nach. Wir trafen Spargelkönigin und Lebkuchenprinz beim Einkauf von Spargel und Nudossi. Wir fuhren nach Wochend-West zur Doppelgeburtstagsfeier mit Regen vor dem Fenster, Kuchen, Aristocats, Regen vor dem Fenster und Familienupdates.

Dann zu den Latifundien. Ich öffnete die Autotür und sagte spontan „Was für ein Geruch!“

Hach.

Links

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Ein Mann kommt von der Naturweide hinter mir mit einer großen Plane. Er zieht sie hinter sich her und transportiert Zeugs: Erde, Wurzeln und sicher auch tausend Jahre alte Artefakte.

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Oh, Zeiten: „Die Schülerschaft wirkte dieses Jahr etwas irritiert und unsicher auf mich. Die häufigste Frage meiner Schützlinge war “Welches Spezialthema würden Sie mir empfehlen?” Und zwar fast durchgängig. Dass man sich mit 19 Jahren nicht selbständig zu einer Entscheidung durchringen kann, war mir völlig neu.“ und noch ein Abitursrückblick.

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„Ois is Blues“ hat der Willy Michl mal gesungen, das seh ich auch so.

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Christine im italienischen Hinterland und ich bin von den Anblicken begeistert.

Anmerkungen

~ Wenn die deutsch-englische Hybridsprache Denglisch ist, ist die Überschrift dann Dranzösisch?

~ Haushaltszugang: Je ein Zahlenschloss in blau und grün für Schwimmbadspind und ähnliches. Der Code ist vierstellig.

  1. Yorck Unlimited No. 33 – 7,21€ pro Besuch. ↩︎

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