Madame senste. Dann löschte sie Wikipedia-Artikel.
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In Dithmarschen ging die Heizung aus. Dann wieder an. Dann wieder aus. Dann wieder an. Dann wieder aus. Für Termine mit dem Heizungsfachbetrieb ist das extrem ungünstig.
Die einzigen Kokos-Briketts für den Grill, die ich derzeit im Handel finde, sind von der Marke „Männerglut“. Und Nein.
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Der Generalanzeiger titelte „Langer Weg zurück nach Schicksalsschlag“ und ich fragte mich kurz, wer denn in Schicksalsschlag wohnen möchte.
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Kurz setzte ich zum Überlegen an, ob es für mich machbar ist, mal schnell in den ICE nach München zu steigen, Rocky – die Lesung zu hören, unkompliziert in der Stadt zu bleiben, und am nächsten Morgen zurückzufahren. Dann fiel mir ein, dass ich nächstes Wochenende vermutlich gerade mal bis zum Bahnhof humpeln könnte, und verwarf den Gedanken wieder bevor er sich ernsthaft gesammelt hatte.
Immerhin läuft am 3. November Rocky – der Film deutschlandweit in Kinos1 und ich bin vorsichtig optimistisch, an dem Tag auch wieder zu einem Kino zu gelangen.
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Es war ein Indoorgartenwochenende.
Frisch-TÜV-Fahrt
Es begann am Samstag in der Wohnung. In der Kornelkirsche vor dem Fenster begrüßten uns mehrere Meisen, die uns offenbar schon auf das Gartenwochenende einstimmten wollten.
Madame navigierte durch die Baustelle an der Auffahrt zur Baustelle, um direkt in die die Baustelle an der Rinhbahnbrücke zu kommen, die nahtlos in die Baustellen an der Rudolf-Wissel-Brücke überging. Dabei nutzte ich meine beifahrerische Zeit, um Brückenbaufortschritte zu würdigen. Vielleicht wird die Westendbrücke tatsächlich fertig bevor die Rudolf-Wissel-Brücke gesperrt werden muss.
Ich nutzt auch die Autofahrt, um den echten Plan zur Rudolf-Wissel-Brücke nachzuschlagen:
- Schritt 1 – Neubau der ersten Hälfte der neuen Brücke neben der bisherigen Brücke
- Schritt 2 – Verkehr geht über den Neubau, währenddessen wird die alte Brücke zurückgebaut
- Schritt 3 – Zweite Hälfte der neuen Brücke wird da gebaut, wo jetzt die Alte steht.
Fingers crossed.

Wir folgten einem Schlangenlinien fahrenden Kleinwagen, der durch die rot leuchtenden Wilder-Wein-Lärmschutzwand-Bilderbuchlandschaften der Stadtautobahn, der Berlin Richtung Norden verließ. Vermutlich war sein Fahrverhalten aber eher vom kleinen Bildschirm vor seiner Nase beeinflüsst als von den rot leuchtenden Wänden um ihn herum.
Uns überholten nacheinander ein Polestar 3, ein VW ID3 und einer der E-Mercedesse, die ich alle nicht unterscheiden kann. Wir sprachen darüber, dass es vermutlich nicht mehr lange dauern wird, und der kollektive Diskurs kippt, ein „normal“es2 Auto wird dann ein E-Auto sein, während Verbrenner etwas exotisches/altertümliches sein werden.3
Auf dem ADAC-Gelände fand ein Fahrsicherheitstraining unter dem Motto „neblig-trüb“ statt, bevor uns die Allen der Märkischen Hamptons in das Zauber-Nebel-Brandenburg-Herbst-Land versetzen wollten.

Sensen geht am besten wenn die Grashalme feucht sind
Im Herbst wirkt selbst bei himmlicher Betrübnis das Farbspiel der Pflanzen wie ein einziger Verstärker atemberaubender Atmosphäre. Der Nebel verschluckt die Farben nicht, fast stellt er sie aus, als wolle er die Schönheit der Vergänglichkeit noch einmal unterstreichen. Fast hätten wir auch einfach im Auto sitzen bleiben können und nur den Anblick der Latifundien genießen können.
Die Rosen blühen immer noch. Die Astern erst recht. Der Zierapfel leutet rot komplett über das Feld. Pfaffenhütchen, „Winterglut“ und Nachbarsträucher bilden rote Tupfer im Grün-Gelb der Landschaft.

Mitte Oktober ist DAS Kranichwochenende des Jahres. 2026 zeigte sich, dass es in Linum nur wenige Tiere waren. Immer noch hörten wir sie morgens und abends. Immer noch flogen für Stunden kleine Trupps über das Haus. Nicht Hunderte wie in den letzten Jahren, aber genug, um den gesamten Nachmittag immer wieder vorbeizufliegen.
Auch die Gänse flogen noch.
Und Stare. Wir hörten sie bevor wir sie nahen. Ein großer Starenschwarm, rauschend, raschelnd, Wind erzeugend auf dem Acker hinter dem Garten, auf dem Zaun, auf den Obstbäumen. Und voller Inbrunst auf dem kleinen Pfaffenhütchen, um dessen Früchte sich weit mehr Vögel balgten es als überhaupt hatte.
Immer wieder das Gelände umkreisend, fast über Stunden. Acker, Zaun, Bäume, Pfaffenhütchen, Acker, Nachbargrundstück, Zaun, etwas weiter weg, Pfaffenhütchen, meine je.

Heizen geht am besten wenn die Holzscheite trocken sind
Ich hingegen wechselte nach der Fahrt von der Exkursionsjeans in die neue Schlumpfhose. Denn so reizvoll der Garten auch aussah. Er ist naturnah. Das heißt, der Boden ist uneben. Was unter normalen Umständen sicher extrem wertvoll für Fuß und Balance und die kleinen Muskeln im Körper ist. Unter den Umständen „Belasten sie nicht den Fuß und die Zehen. Möglichst gar nicht gehen und wenn dann über den Außenfuß“ ist so ein uneben-balancefreudiger Untergrund halt das schlechteste was passieren kann.
Ich betrachtete den Eichhörnchenofen und der Eichhörnchenofen betrachtete mich. Das Knacken wenn der Ofen sich langsam aufwärmt, die glühenden Holzstücke, die orange leuchtend auseinander fallen, wenn ich sie mit der Krokodilzange berühre. Der leichte Geruch nach Holz. Wieder einmal vermisste ich das Eisbärfell.

Ich betrachtete Madame beim Sensen, die Stare, die das Grundstück umrundeten. Und wenn ich doch einmal Gänse oder Kraniche hörte, begab ich mich Richtung Terrasse und schaute nach oben. Den Garten selbst konnte ich zum Glück auch hervorragend von Außen sehen.

Da der Grill kalt blieb, bereite Madame abends grillnahes Ofengemüse. Dazu Madames Sloe Gin.

Irgendwann lerne ich COBOL
Thomas schrieb:
„Ich habe ja ein paar Jahre als Programmierer gearbeitet.
Um ein Programm zu bauen (oder eine Website) musstest du…
2023 Coden können
2024 Prompting lernen
2025: Context Management verstehen
Anfang 2026: Agenten orchestrieren
Oktober 2026: Einfach sagen „Baue mir einen persönlichen E-Mail Client“ – und dann Kaffee trinken gehen„
Da kam mir ein paar Sekunden die innere Frage auf: Und du studierst (Wirtschafts)Informatik? Ist das nicht bescheuert?
Aber nicht lange. Denn ich studiere ja vor allem for my own Entertainment. Und Programmieren im engeren Sinne fand ich noch nie so wirklich spannend und Websitebasteln schon noch viel weniger. Ich will wissen, wie Computer funktionieren, sowohl in ihrem Inneren wie auch im Zusammenspiel mit der Welt.
Deshalb reizt mich auch „Datenstrukturen und Algorithmen“ tendenziell merh als „Python4 in drei Wochen5.“ Wie gut, dass ich das Modul gerade belege.
Fußweh-Zeit ist Lernzeit. Ein Moment der Erkenntnis traf mich in einer Fußnote des Datenstrukturen&Algorithmen-Moduls. Sie sprach davon, dass einige fehlende Elemente in Java „vor kurzem“ durch Version 5.0 eingebracht wurden.
Nun kann ich Java-Versionen nicht auswendig, aber 5.0 schien mir nicht aktuell. Das Internet informierte mich „J2SE 5.0 (September 30, 2004) – Codename Tiger“ Okay, wenn 2004 für das Skript „vor kurzem“ war, dann sind seine Inhalte nicht einfach grundlegend, sondern es denkt Informatik und Programmieren wie im Jahre 2005/2006. Wenn ich mich nun in mein inneres Selbst von 2005 versetze, überlege wie damals Technik diskutiert wurde, und quasi aus dieser Perspektive versetzt das Skript lese, ergibt das alles viel mehr Sinn! Hurra!
Trotzdem hänge ich noch an der Mathematik von Groß O und klein o, aber ich sehe auch das Ende davon. Dann kommen binäre Bäume. Die sind nicht so anstregend wie mathematische Beweise. Für mich heißt das: Ich kann mir die Zeit und Energie für die Mathematik nehmen, da der Rest vermutlich schneller geht.
Die nautische Dämmerung begann um 18:36 Uhr
Wir brachen am Sonntag zur bürgerlichen Dämmerung auf. Madame sammelte Astern und Äpfel und Rosen für den Strauß der Woche ein. Sie erntete Quitten. Wir stellten alle Heizungen aus, bzw. die im Bad auf die niedrigste Stufe, schlossen alles ab und schalteten Steckdosen aus.

Madame fuhr zurück über die Alleen und die Autobahnen bis zum heimatlichen Autobahnkreuz und dem Wilmersdorfer Parkplatz.

Zur astronomischen Dämmerung buk Madame Quitten-Camembert-Tarte nach Küchenlatein / arte. Dann las sie den Wikipedia-Artikel zu Antonio Vivaldi.

Links
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Botanischer-Garten-Berlin-Fuchs
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Aber: Dafür kann ich USB-A-Stecker auf Anhieb richtig herum einstecken* (die Technik gibts im Link)
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Wir sind nun Minicamper – im Caddy
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Hamburg entdeckt einen nie gebauten U-Bahn-Bahnhof wieder. Ich hoffe, die Horten-Werbung wird mit unter Denkmalschutz gestellt.
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Ein Lied, das 1952 für den deutschen Spielfilm Alraune geschrieben wurde und danach 1985 Coverversionen von Nico (Nico & Velvet Underground) und 2003 von Martin Gore (Depeche Mode) bekam
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Viel Erfolg wünsche ich! Letzte Hilfe: 300 Euro für den Rauchstopp gezahlt – meine Suchtgeschichte
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Oh No! So ein Scheiß! Es war einmal ein Auto
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Anmerkungen
- Ja, wirklich: Best of Cinema macht es möglich. Passend zur Lesung zB im Monopol und Mathäser Filmpalast, München. ↩︎
- Bzw., was mir gefällt, die unmarkierten. Markiertheit bezeichnet eigentlich in der Linguistik Grundformen, die unmarkiert sind und darauf abwandelnd gebeugte Formen, die durch Endungen oder anderen Phoneme markiert sind. In sozialwissenschaftlichen Sinne: Für einen Großteil der Sprecher*innen ist „Bundesliga“ gleichzusetzen mit „Fußball-Bundesliga der Männer“, während sowohl andere Sportarten wie auch Frauen sprachlich markiert werden müssen. Derzeit ist „Auto“ als unmarkierte Form tendenziell noch Verbrenner-Auto, während „E-Auto“ extra genannt wird. Nicht mehr lange und Verbrenner-Auto ist das was extra gesagt werden muss. ↩︎
- Und 2035 werden nur noch Porsches und AMG-Mercedesse als Verbrenner an die entsprechenden Zielgruppen verkauft. ↩︎
- Nebenbei am Wochende gelernt. Die Sprache ist nach Monty Pythons Flying Circus benannt, nicht nach der Schlange. ↩︎
- Auch gelernt. In der Bachelorarbeit bei der linearen Optimierung ist mir ja auch relativ oft Python als möglicher Weg zur Problemlösung untergekommen. Ich dachte immer, okay, das ist halt eine sehr populäre Sprache, für die jemand dann halt mal NumPy und andere Bibliotheken schrieb, weil es einfach alles für Python gibt. Erst jetzt lernte ich, dass Python eigentlich aus diesem mathematisch-wissenschaftlichen Zweig kam und erst später zur Sprache-für-Alles wurde. ↩︎
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