26-10-06 Happy Nipptide (Grömitz-Dithmarschen-Berlin)

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Der Wattkindergarten ist in der Winterpause.

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Madame unterquerte erstmals den Nord-Ostsee-Kanal.

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Mir träumte, dass ich den Sand der IT-eigenen Pferdeboxen1 nach Zigarettenstummeln durchsuchte. Big D meinte, wir sollten unsere Arbeitszeit lieber auf wichtigere konzentrieren, aber ich wollte nach dem Urlaub wieder langsam zurückkommen.

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Wir unterhielten uns, ob es das Modell von drei Wochen Urlaub am deutschen Meer mit Kindern überhaupt noch gibt, kamen aber zu keinem klaren Ergebnis.

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Es war ein Wochende des Meer-Sonnen-Auf-und-Untergangs.

Kürbis-Saftis und Kerze

Um 1 Uhr, 2 Uhr, 3 Uhr wachte ich auf in der letzten Nacht auf. Anscheinend steckte mir die Abfahrt mit halbwegs frühem Aufstehen, kleinem Geburtstagsfrühstück, packen und Verlassen von das alles bis 10 doch in den Knochen.

Dafür bot Grömitz alles: einen Sonnenaufgang wie er sonnenaufgangiger nicht sein konnte, mit beleuchteter Seebrücke und dann bald auch den ersten Segelbooten.

Als wollte der Ort mich mit Festbeleuchtung in das nächste Lebensjahr schicken.

Wir richteten den Geburtstags-Frühstückstisch, der Kaptain zündete die Geburstagskerze an, wir schauten auf die Ostsee, schwärmten von Meer und Himmel, oh’ten und winkten vom Balkon Abschied.

Die Schönheit von Klein Rönne

Die Ferienvermietung Reisefuchs überraschte mich. Schickten sie mir vor dem Urlaub täglich mehrere Mails, versiegte die Flut, sobald der Schlüssel eingeworfen war. Ich hatte fest mit zwei, drei, vier Mails zur Abreise gerechnet – nada. Nur mühsam fand ich das Verfahren zum Abfahren – zum Tresor am Büro fahren -> QR-Code am Schlüssel scannen -> Schlüssel einwerfen. Gar nicht so schwer, wenn ich es finde.

Also Go West! Diesmal im anderen Versuch, erst südlich auf die größeren Straßen Richtung Lübeck, dann nach Westen bis Neumünster und dann über Rendsburg und wieder die B203 Richtung Nordsee. Keine Verbesserung.

Einzig die Überlandpartien bei Klein Rönne und Groß Rönne waren lauschig. Gerne wieder.

Zum Niederknien

Zum Glück wollten die Wohnmobilkolonnen ans Meer, nicht ins Meer. Zum Glück wollten sie nach Büsum und Sankt Peter, nicht nach Wesselburenerkoog.

Unsere lauschige kleine Badestelle blieb lauschig und klein. Wir setzten uns ein wenig an das Gras, schauten entlegenen Spaziergängern zu und ich begann in der geliehenen Theologie des Wildschweins (La teologia del cinghiale) zu lesen. Wir sahen der Sonne zu, wie sie ins Meer versank.

Morgens noch der Sonnenaufgang über der Ostsee, jetzt der Sonnenuntergang über der (Nord-)Westsee.

Gegen 18 Uhr kühlte es ab, und das Wasser war halbwegs aufgelaufen. Allerdings war Halbmond, das bedeutet Nipptide, das bedeutete hohes Niedrigwasser und niedriges Hochwasser – hatte es vor ein paar Tagen an der Treppe noch bis zur Mitte des oberen Handlaufs gereicht, erreichte das Wasser nunmehr nicht mal mehr seine Verankerung.

Ich lief ins Wasser und lief und lief. Irgendwann war ich bei den Bojen, die den sicheren Bereich begrenzten und war bis zum Oberschenkel im Wasser. Nipptidenzeit.

Ich schwamm nicht, ich kniete, langsam, nur ich, das Wasser und die Restsonne. Vögel kreischten weiter, das Licht genauso schön wie am Morgen.

Es kann sein, dass wir das Große Backen sahen

Frisch bebadet fuhren wir heim zu Scholle (verkauft von Fisch-Möller, gebraten von Madame), Bouletten (Einzelteile von Edeka Jensen, gebrachten von mir) und Bohnen. Dann meermüde.

Vermutlich duschte ich

Sonntag schliefen wir aus. Jetzt aber mal wirklich. Ich glaube, es waren 13 Stunden am Stück.

Für die Nordsee-Berlin-Rückfahrt entdeckte Madame einen neuen Rasthof: Neustadt-Glewe. Durchaus eine der netteren auf dieser Autobahnstrecke. Nach der vollen Hamburg-Durchfahrt war dieser nötig.

Wir kamen in Berlin um 19:27 Uhr an. Danach wird es bei mir dunkel. Der Fotobeweis spricht dafür, dass wir noch einen kleinen Schluck des Geburtstagswhiskys – Nc’nean. Wir verdünnten mit Wasser verdünnt, da das Getränk in der Flasche Fassstärke (~60%) hatte, dennoch blieb er elegant-aromatisch. Vielleicht war der Nc’Nean der Grund, warum ich mich an nichts mehr erinnerte.

Madame freute sich wieder über eine Nacht im eigenen Bett. Allerdings die letzte.

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Das kann man sich wirklich nicht ausdenken, dass man ernsthaft meint, wir könnten in z.B. den USA einfach sagen „Trust me, Bro, ich arbeite beim norwegischen Staat und der ist Selbstversicherer, die medizinische Behandlung nach meinem schweren Autounfall ist sicher irgendwie gedeckt, ruf einfach den König an, oder den Jonas!“ oder so.

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Im Oktober lernte ich: Die älteste Haltestelle in Potsdam ist die an der Glienicker Brücke.

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Ein Herr am Eingang: Es gibt einen Aufzug! Fragen Sie nach!
Kellnerin: Ein Aufzug ja, aber ob man damit nach unten kommt?
Sie macht sich schlau, und ja, man kommt damit nach unten, aber abenteuerlich.

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Zu meinen kulturellen Höhepunkten des Jahres zählt Stephen Hough beim Berliner Klavierfestival. Frau Klugscheisser sah ihn auch, mit dem BRSO in München: All By Myself

Anmerkungen

  1. Um Missverständnisse zu vermeiden. Traum. Weder besitzt die IT Pferdeboxen oder Pferde, noch gehört das Suchen nach Zigarettenstummeln zu den gewöhnlichen Arbeitsaufgaben meiner Arbeitgeberin. Außer mensch arbeitet im Strandbad Wannsee. Da werden die Zigarettenstummel wirklich aus dem Sand geholt. ↩︎

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