Kategorie: Alltag

  • 26-06-20 Zu viert in die Bistronomie, zu viert in die Heidelbeere

    26-06-20 Zu viert in die Bistronomie, zu viert in die Heidelbeere

    Der Eichenprozessionsspinner rückt näher. Wir verfolgen den Weg der gesicherten Bäume die Straße hinunter vom Dorfzentrum Richtung unserer Wohnung. Jeden Tag rückt er einige Bäume näher. Zum Glück ist die Wohnung durch einen Schutzwall aus Linden umgeben.

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    Ich buchte zwei Tickets im Pink Soup Train. Wir werden in Kaunas einsteigen und nach Vilnius fahren. Proud to be a tourist. Leider werden an Bord nur Sandwiches serviert werden, und keine Šaltibarščiai. Aber einer der Wagen wird in Rosa leuchten.

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    Die Fernuni-Einsendeaufgaben Dienstleistungsmanagement sind bestanden. Das heißt, ich darf an der Klausur teilnehmen. Das freut mich vor allem, weil diese Aufgaben für BWL ungeahnte gedankliche Transferleistungen erforderten, und ich mir nicht sicher war, ob ich diese mit meiner Ex-und-Hopp-Aufgabenbearbeitung korrekt interpretiert hatte. Aber ich hatte.

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    Im Tippspiel änderte ich meine Strategie. Daraufhin stieg ich von Platz 26 auf 12. Meine geänderte Strategie hatte auf den Aufstieg allerdings null Auswirkung. Nicht einer meiner neu in dei Strategie aufgenommenen 3:1-Tipps brachte zusätzliche Punkte. Nur die Teams spielten jetzt mit sinvolleren Ergebnissen. Meine schon immer gegebenen 1:0-Tipps brachten plötzlich Punkte. Soviel zum Unterschied zwischen Kausalität und Korrelation, soviel zum Glücksspiel-Element solcher Spiele.

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    Es war ein gemeinschaftliches Ende der Woche in heiß.

    Lasst uns über VLANs reden

    Am Südkreuz fuhr ein Bus nach Triest. Kurz stellte ich mir vor, dass ich ein Mensch sein könnte, der jetzt einsteigt und 10 Stunden später kurz eine SMS an die relevanten Stellen schickt: „Sorry, bin grad in den Alpen. Es geht mir gut. Macht euch keine Sorgen.“ Kurz betrachtete ich den Bus, dann lief ich zurück in die Südkreuz Offices,

    Ich bin der Mensch, der ein Meeting absagt mit der Begründung „Sorry, muss auch mal was arbeiten.“ Wobei sich die Intensität der Arbeit zu Ende der Woche auch legte. Aber da pfiff wie ich bereits aus dem letzten Loch wie ein aufblasbarer Pool-Flamingo mit, nun ja, Loch.

    Das Wetter half nicht. Aber wir haben ja einen Serverraum, indem ich die Funktionsfähigkeit der Klimaanlage testen kann.

    Morgens: Handy aus der Hand gefallen, weil ich auf dem Weg zum Frühstück einschlief, nachmittags: Buch aus der Hand gefallen, als ich noch kurz auf dem Sofa in Fische und Drachen weiter lesen wollte. Bei der Arbeit: Wach geblieben.

    Mittags hatten wir zwei aufschlussreiche Besuche im Quartier Bistronomie: für einen Mittagstisch zu teuer für den öffentlichen Dienst, aber für Apfelschorle und Cola gerade richtig.

    Auf den Wegen zwischen Wohnungsbüro, Bürobüro und Bistronomie passierte ich Aufkleber. Einen davon möchte ich hier als Diskussionsanregung hinterlassen:

    Ampelpfahl mit lila Aufkleber "FCK AFD". Dahinter eine Kreuzung,

    Kaffee im Schwimmbad

    Madame telefonierte letztens gar nicht auf alemannisch. Sie nahm an einer zweisprachigen alemannisch/schriftdeutschen Telefonkonferenz teil, dabei jeweils zwischen alemannisch und schriftdeutsch wechselnd.

    Jetzt gab es keine Telefonkonferenzen mehr. Die Reisegruppe Südbaden war eingetroffen. Nachdem wir die Bahn-Abenteuer innerlich überwunden hatten, konnten wir uns herzlich in Familie begeben.

    Wie es sich für Badener gehört, fanden die Erörterungen bei ausführlichen Mahlzeiten statt. Die Nähe Frankreichs färbt.

    Am Donnerstag, dem Tag des Zahnarztabenteuers und des Niemand-ist-nach-den-letzten-Tagen-mehr-in-der-Lage-die-Wohnung-zu-verlassen besorgten Madame und Madame-Madame im ukrainischen Fischparadies Räucherfisch, Forellenkaviar und eingelegte Tomaten. Madame wärmte die Gibanica auf, fertigte den solidarischem Salat. Wir aßen mit Blick auf das Ringeltaubennest.

    Am Freitag, nach Strickcafé und Fahrradbefriedung trafen wir in der Heidelbeere bei Schnitzel aller Art und Kutterscholle. Jedes Schnitzel hat dort eine andere Beilage, es gab „Bratkartoffel“ (Wiener Art) und „Spätzle“ (Jäger-Art).

    Am Samstag hatte das Wochenende in den märkischen Hamptons geführt bei Grillburgern aus Rinderlust-Mett und gemüslichem Mangold und Brokkoli.

    Ich war durchgehend behost und erlangte trotzdem zwei Mückenstiche am Oberschenkel

    Wir entflohen der Berliner Stadthitze in die Landhitze der Latifundien. Die 21-Uhr-Autobahntunnel-Sperrung verschaffte uns einen stadtentdeckerisch wertvollen Umwege durch die besten Industriegebiete Reinckendorfs, bevor wir ankamen.

    Auf der Terrasse im Dunkeln war es erträglich. Der Bungalow allerdings hatte ausreichend Zeit gehabt, um eine veritable Hitzeglocke in seinem Inneren zu entwickeln. Also tranken wir außen Rotwein vom Lausitzer Tagebau, rissen Türen und Fenster auf und krabbelten zu den hitzenpropfenöffnenden Schlafbodenfenstern, um diese zu öffnen. Wie das Wasser schwerkraftgetrieben nach unten abfließen möchte, möchte die heiße Luft schwerkraftgetrieben-in-Rückwärts nach oben abfließen.

    Siesta ist wie den Tag mit Käse überbacken. Nur ohne Backen, hoffentlich.

    Falls ich je daran dachte, dass meine Berufung wäre, Gärtner in Botanischen Garten oder im Leipziger Gondwanaland zu werden: Nein. Das Gute am Heißwettersamstag war, dass es so diesig war, dass die Sonne nie direkt knallte. Das Schlechte am Heißwettersamstag war, dass es so diesig war, dass wir permanent durch 30-Grad-Nebel waberten.

    Gartenarbeit bei diesem Wetter muss mensch schon wirklich wollen. Ich wollte nicht. Trotzdem waren die Wege am Ende irgendwie nachgemäht und das Schattiernetz war an der Pergola festgenäht. Madame wurde in der Nähe gesichtet.

    Von unten breiten sich die Katzenminzen in der Pergola aus. Das verschafft uns eine Insekten-Beobachtungs-Station vom Gartenstuhl – Wildbienen und Schwebfliegen lieben Katzenminzen! – und sorgt für athmosphärisches Hintergrundbrummen. Wie Vuvuzelas, nur in angenehm.

    Der große dunkle Schmetterling entzog sich unserer Beobachtung, auf der Suche fanden wir nur Schornsteinfeger.

    Während die Großrosen beweisen wollen, dass dies das üppigste Rosenjahr aller Zeiten ist, sind die kleinen Großrosen noch halb zugewachsen. Aber auch sie blühen: Die Alten Rosen Alba semiplena, Madame Hardy blühen wie noch nie. Gallica versicolor ist ein Traum in Rot-Weiss-gestreift. Die KLetterrosen an der Pergola, die noch nicht klettern, sondern gerade einmal die Köpfchen nach oben strecken, blühen wie noch nie: Rosengarten Zweibrücken und auch Sourire d’Orchidee – wir entdecken vollkommen neue Blüten.

    Links

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    Falls ich je bergsteige dann nur in diesem Outfit. (#1)

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    A Collection of Rare Photos of Men in the 1800s in Intimate Embraces (#5)

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    Herr Rau erzählt Das Märchen vom Zauberfaden

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    Thematisch anschlufähig: Klar kann die KI übersetzen! und Was die KI mit Reliquien zu tun hat

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    Die einen sagen dann auch noch, man solle die Sonnenbrille absetzen, wenn man irgendwo rein geht, also ich muss doch echt sagen, es sind der Zumutungen schon genug im Sommer, auch ohne 30x am Tag die Brille zu wechseln. Sowieso, warum soll man jetzt seine Augen zeigen, anderes aber wieder nicht, niemand soll sich die Hose ausziehen beim Betreten einer Kaffeebar, irgendwo verläuft da eine Grenze und ich weiß, Konventionen, aber was ich nur sagen will: das ist nicht naturgegeben, das ist erfunden und ich werde mich nicht wegen einer erfundenen Konvention noch mehr quälen als sowieso schon. Zum Glück trage ich gerne Hosen.

  • 26-06-18 Die Ente auf dem Sprungturm

    26-06-18 Die Ente auf dem Sprungturm

    Madame filmte, wie wir unsere Tür öffnen.

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    Die Website der litauischen Bahn ist wieder erreichbar. Dafür habe jetzt auch ich gemerkt, dass die Anreise aus Berlin nach Polen sich im Sommer verkompliziert.

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    Der Kaptain kämpft noch mit ihrem neuen Telefon. Noch sind nicht alle Einstellungen gefunden, der Klingelton an sich ist bis zur Unhörbarkeit ungewohnt. Aberdas Telefon funktioniert. Juche!

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    The power of statistics brachte mich bisher auf Platz 21 von 44 beim Tippspiel. Ich fragte mich, ob the power of statistics vielleicht einfach Einreiseverbot in den USA hat?

    Dann wurde ich weniger albern, beschloss die Sache systematisch mit Hilfe einer Mini-Excel-Tabelle anzugehen, und stellte fest, dass die häufigsten Sieg-Ergebnisse des ersten Spieltags 1:0 und 3:1 waren. Ich modifizierte mein System. Ich gebe ab jetzt nicht nur den 1:0-Tipp ab, sondern bei sehr eindeutigen Spielansetzungen1 auch einen 3:1-Tipp.

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    Es waren zwei Arbeitstage mit Insulaner-Fahrradschloss-Bahnhofs-Abenden.

    T-2

    Ihr erinnert euch an diese Comics? Zwei Menschen stehen allein auf einer weiten Steppe, bis sie in der Ferne ein dunkles Brummen hören. Langsam beginnt der Boden zu beben. Eine Staubwolke zeichnet sich ab. Und dann zieht man die gigantische Herde Büffel/Pferde/Gnus auf die hinzustürmen?

    Nun würde ich nicht sagen wollen, dass ich Badegäste mit Gnus vergleiche. Aber so ähnlich wie diese Comic-Menschen in der Steppe fühlt sich der Freibadbetreiber, wenn er auf die Wettervorhersage blickt und sieht „Erstes Sommerwochenende mit 33 Grad.“

    Das Beben des Bodens kommt näher. Es war schon entspannter im Hause. Zumal ich neben meiner eigenen auch noch wegen krank/unbesetzt/Urlaub drei weitere Stellen mehr oder weniger mitbetreue bzw. zumindest versuche sie soweit im Auge zu halten, dass nichts explodiert,

    Entenneid

    Zum Glück bietet meine Arbeitgeberin nicht nur gelegentlichen Büro-Irrsinn, sondern auch die perfekte Maßnahme dagegen: Ab ins Freibad! Insulaner Insulaner Insulaner!2

    Während ich von der S-Bahn am Insulaner (Hügel) vorbei in Richtung Insulaner (Bad) lief, entdeckte ich zwei große Heuhaufen und anderen Müll an der Straße. Ich blieb stehen, fotografierte, meldete per Ordnungs-Amts-App und stellte fest, dass ich doch einiges an Schweißtropfen auf der Stirn hatte. Die kommenden heißen Tage kündigten sich mit anschleichender Schwüle an.

    Im Bad selber war es seltsam. Es herrscht nicht das schöne Nordsee-Sommer-Wetter mit kühler Luft, etwas Wind aber einer Sonne, die alles sofort aufwärmt, sondern der Wind war still, die Sonne schien zwar, war aber so weggedunstet, dass sie kaum Kraft hatte, dafür waberte eine ungut schwülwarme Luft.

    Wenigstens das Wasser war perfekt wie immer. Das Kopf-im-Wasser-Schweben noch besser und angenehmer als sonst. Das schöne: Wenn ich angespannter ins Schwimmbad gehe als sonst, kann ich im Wasser auch mehr entspannen als sonst.

    Eine schöne Überraschung: Die Ente, die wechselnd auf den Bahnen paddelte, sich von Schwimmer*innen umschwimmen ließ, oder vom Sprungturm aus die Aussicht genoss.

    Danach war gut und ich nicht mehr durch sondern entspannt. Den kleinen Junge, der im 143er-Bus etwas Türkisches auf dem Handy hörte, nahm ich erst gar nicht war, danach empfand ich es als angenehmes Hintergrundrauschen zum Einschlafen. Ich glaube den Rest des Abends verbrachte ich auf dem Schaukelschaf.

    Let’s not have talk

    Die Geschichte des temporär verschwundenen Fahrrads ist leider so bizarr wie ärgerlich, so ärgerlich wie unbloggbar. Auf jeden Fall führte sie dazu, dass ich nach dem eher irren Arbeitstag noch mit vier solidarischen Knoblauchen und zwei derartigen Kohlrabis im Rücksack mit der U7 in die Wilmersdorfer Straße musste, um bei Decathlon neue Schlösser zu kaufen.

    Meine Laune befand ich eventuell nicht ganz im Equilibrium himmlischer Ausgeglichenheit, das ich sonst anstrebe, und als mir einer der üblichen Vertreter für Dauerspenden an flauschige schwerkranke Babies über den Weg lief, versuchte ich schon durch die Körperhaltung und Blick zu sagen: „Wage es nicht!“.

    Er war nicht beeindruckt.

    Vielleicht war ich in der Öffentlichkeit schon höflicher.

    Naja, 20 Minuten und zwei Fahrradschlösser später, war ich schon wieder in der Lage zu lachen, bei diesem schönen Anblick im Einkaufszentrum. Hätte der Abend entspannter begonnen, hätte ich auch mal bei „Let’s have Party“ durchgeklingelt, um zu hören wer am anderen Ende ist.

    Wand in einem Einkaufszentrum in drei Schattierungen des Rosas. An jeder hängt ein altmodisches Wandtelefon in rot. Darüber die Überschriften, pseudo-neon "Talk to me." "LEts's have party" "Let's have Pizza"

    12 Stunden Deutschland

    Wir aßen die von Madame bereitete Gibanica allein. Währenddessen verfolgten wir auf Signal und DB Navigator die letzten Etappen einer Reise, die um 17:34h im ICE372 am Hauptbahnhof hätte enden sollen, aber tatsächlich um 21:33h im ICE370 endete.

    Ein Hoch auf die Bahnmitarbeiterinnen, die für Reisegruppe im chaotischen Bahnhof Karlsruhe noch zwei Bahn-Bonus-Plätze in einem berlingerichteten Zug fanden, auf dass sie nicht stehen mussten.

    Zwischenzeitlich brach der Bahnverkehr in Südwestdeutschland zusammen. Was genau geschah, verriet die Bahn nicht. Aber es waren verschiedenste Einsatzkräfte am Zug, und wenn der Zugchef bei der Durchsage hörbar damit kämpfen muss, beruhigend und souverän zu wirken, dann war eine Verspätung in diesem Fall vermutlich das Kleinste aller Probleme.

    Wir trafen uns, überwanden die Abschlussvolte des gesperrten Tiergartentunnels und gelangten schließlich zum Hotel am Hohenzollerndamm.

    Den Heimweg zur Wohnung liefen wir im Lindenduft des Spätabends.

    Links

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    Pflanzenbestimmung per App: Wie genau funktioniert eigentlich Flora Incognita? It’s KI. Aber anders. Mit viel Gewinn gelesen.

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    Weniger KI mehr klassische Botnets. Was passiert wenn man seinen „Server“ offen im Internet stehen lässt und 54 Tage loggt was passiert: I Left Port 22 Open on the Internet for 54 Days. Here’s Who Showed Up.

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    #Zerspante Tage

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    Ein Film über ein kommunales 1950er Jahre Spaßbad in Japan, das geschlossen wird. Was wäre daran nicht zu lieben; Numakage Public Pool.

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    Eine französische Reisegruppe in Berlin Ost und West

    Anmerkungen

    ~ Haushaltszugang: Bügelschloss und Kettenschloss von Decathlon

    1. Wettquote auf den Sieger <1.50 ↩︎
    2. Damit Kabanenbesuch No. 3 – 26,67€ pro Besuch ↩︎
  • 26-06-16 Schafe werden Wolken, Wolken werden Regenschauer

    26-06-16 Schafe werden Wolken, Wolken werden Regenschauer

    Madame telefonierte alemannisch.

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    Am Südkreuzklavier sah sie nicht nur Menschen mit Noten für Klavierpartien, sondern auch Pianisten, die ihre eigene Geigerin mitbringen. (oder eine Geigerin, die ihren eigenen Pianisten..)

    Später versuchte Madame, zweierlei Latein in ihrem Kopf zu entwirren. Aufgrund ihrer Mehrchorwochen singt sie gleichzeitig das Mozart-Requiem und das Cherubini-Requiem. Beide haben im Prinzip denselben lateinischen Text. Aber bei Mozart sei es bitte in der deutschen Latein-Aussprache gesungen und bei Cherubini in der italienischen Latein-Aussprache.

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    Mein Versuch, litauische Bahnkarten zu kaufen, scheitert an der Meldung „403 forbidden“. Dazu erscheint eine Fehlerseite, die so klassisch technisch aussieht wie das gute alte Internet von ehedem.

    Etwas Recherche erbringt die Info, dass LTG Link gerade aus Cyberabwehrgründen ganz Nicht-Litauen aussperrt. Das Internet empfiehlt die LTG-Link-App oder die Nutzung eines VPNs. Die App zwingt mich, mir einen Account anzulegen und hängt sich dann dabei auf.

    Also werde ich ein VPN suchen müssen, das Litauen kann und trotzdem nicht wie die hinterste dunkle Ecke des Internets wirkt.

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    Am Tag als mein Fahrrad verschwand, Madame auf der Suche zwar kein Fahrrad aber einen Fuchs fand, und das Fahrrad wieder auftauchte. Das war der Tag als Madame im Lochowbad erfuhr „Ihr Schloss ist fehlgeleitet“ und dann ihre Uhr vergaß. Das war ein seltsamer Tag.

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    Es war ein Sonntag zwischen rain and shine und ein Montag zwischen Südkreuz und Schaf.

    Farben schießen Tore

    Ein niedlicher Nachtrag: Der kleine Fußballfan vom Wochenende, der zwar zur Irritation seiner Eltern überhaupt riesiger Fußballfan ist, aber das noch auf einem Niveau, wo er ganz begeistert vom Spiel von Grün gegen Gelb erzählt.

    Im Kreise älterer fußballinteressierter Menschen läuft mein Tippspiel-Masterplan so mäh. The power of statistics bringt mich am Ende von Spieltag 2 auf Platz 22 von 44.

    An einem Montagnachmittag versuchten drei Menschen im öffentlichen Dienst visionär zu sein. Und zwar nicht visionär im frei fliegenden irgendwann-haben-wir-Flugtaxis-Modus sondern visionär im Sinne von „in sechs Monaten solles real existierende Menschen im Alltag benutzen können.“ Das ist eine manchmal recht mühselige Form der Visionarität, erst recht am Montag Nachmittag.

    Friedhof der Fluginsekten

    Wir joggten Garten. Es konnte passieren, dass wir sagten, „Ah, Sonne, lass uns die Gelegenheit nutzen und den Staubsauger wieder in den Schuppen bringen“, und innerhalb der fünf Meter von der Haus- zur Schuppentür wurde schon wieder jemand klatschnass.

    Der spektakuläre Himmel empfahl für den Sonntag Häuslichkeit. Ich und der Staubsauger versuchten sich am niedrigen Schlafboden an einer Aktivität, die zu einem Achtel aus Athletik und zu sieben Achteln aus Herumrollen bestand. Vielleicht sah es aus wie der welt-unbeholfenste Schlangentanz. Die Staubsauger-Rollethik führte mich insbesondere am großen nicht-zu-öffnenden Südfenster zur letzten Stätte toter Bienen und Fliegen. Denn wo viele Insekten, da auch immer wieder Insekten im Haus, die sich auf dem Rückweg verirren und in die Sackgasse geraten.

    Aus dem Fenster konnten wir die immer wieder kreisende Bachstelze sehen, und raten, wo ihr naheliegendes Nest liegen könnte. Die Alten Rosen sind so gewachsen, dass wir sie selbst hinter dem 2-Meter-Gras noch durchscheinen sehen können. Gerade die Pink Moss wirkt wie direkt aus einem Märchen der Brüder Grimm entstiegen bzw. da die Sorte seit 1696 bekannt ist, ist sie vermutlich einem Märchen der Gebrüder Grimm entstiegen.

    Go GoLand

    Der Blick auf meinen Kalender sagt mir, dass ich mich ernsthafter mit den beiden kommenden Fernuni-Klausuren beschäftigten sollte. Ich beschloß für Sonntagabend, erst einmal die ganzen Aufgaben aus der „imperativen Programmierung“ zu lösen.

    Denn nur weil ich glaube prinzipiell verstanden zu haben, wie die Sprache Go funktioniert, heißt dass noch lange nicht, dass ich in der Lage bin, alle geschweiften Klammern, Kommata, leere Klammern und Punkte in einer Reihenfolge zu setzen, die die Sprache erfordert.

    Das kann und werde ich mir nur mit Training (= Testaufgaben lösen) aneignen.

    Wie eigentlich immer in der Informatik liegt die erste Herausforderung kann nicht im Inhalt, sondern in der Form: Wieder einmal eine Sprache auf dem Rechner installieren, wieder einmal eine Studiumslizenz für eine Programmierumgebung beantragen und dann das vom Lehrstuhl empfohlene GoLand auch noch auf meinem Rechner zum Laufen bringen. Danach ist mein Lernslot vorbei, weiterhin ohne eine geschriebene Klammer.

    Saal 5 ist der in Blau und Rot

    Am Hühnchenimbiss ein Loch in der Scheibe. Wir überlegten, ob es einem Unfall entstammte oder den gerade grassierenden rustikalen Schutzgelderpressungen mit Schusswaffenhilfe. Der Qualität des halben Hühnchens schadete es nicht.

    Denn, es ist absurd, dasjenige der Yorck-Kinos, das am ehesten unauffällig, funktional, praktisch und gut ist, das Delphi Lux, liegt in der Ecke Berlins, die alles andere als unauffällig oder funktional ist.

    Der Bahnhof Zoo hat nicht nur mit Breitscheidplatz, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und Ku’damm alteingesessene Touriattraktionen um die Ecke, mit Zoo-Palast, Delphi Palast und dem Musicaltheater eine große Strahlkraft, sondern auch die Szene, die seit „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ zwar manchmal die Gestalt und die Droge-der-Wahl wechselt, aber zuverlässig zum Zufluchtsort für die Hoffnungslosen wird.

    Und genau dort liegt ein Kino, das mit seinem sieben kleinen bis mittelgroßen Sälen einfach nur praktisch ist. Es liegt direkt an einem Verkehrsknotenpunkt in einer der Berliner Stadtmitten. Das Delphi Lux ist vom Saal her kein Neues Off, kein Filmtheater am Friedrichshain. Das hat genau die Atmosphäre, die nicht vom Film ablenkt. Die Programmauswahl ist bei sieben Sälen groß, Säle und Foyeur unspektakulär einladend. Ein guter Platz für entspanntes After-Work-Kino.

    It was getting orders from a sheep

    Der Montag endete in flauschiger Niedlichkeit. „Glennkill – ein Schafskrimi / The Sheep detectives“1 ist ein Film, der weise auf jeglichen Originalitätsdrang verzichtet, um die Niedlichkeit und ins-Herz-Schließbarkeit der schafischen und menschlichen Charaktere in Szene zu setzen.

    Ein Schäfer wird getötet. Seine Herde, die zwar Menschen verstehen und miteinander sprechen kann, die für Menschen aber nur aus blökenden Schafen besteht, versucht den Fall zu lösen: Im Stil klassischer Whodunits in einer englischen Kleinstadt mit Testamentseröffnung, einem alle-sind-verdächtig-Cast, einer überraschenden Wendung und der großen Verkündungsszene am Ende.

    Da die Schafe ihre Ermittlungsergebnisse nicht selbst präsentieren können, müssen sie den gutmütigen der trotteligen Dorfpolizisten zu den Spuren ziehen, oder diese auch auf den Boden des Polizeireviers malen. Nachts, vor einer unschuldig inhaftierten, die am nächsten Morgen nur erzählen kann „There was a lamb inside. And it was getting orders from a sheep.“

    Hugh Jackman als Schäfer spielte einen perfekten einsam-herzenswarmen Schäfer, Emma Thompson als Anwältin aus der Stadt war genau so schneidig-faszinierend wie mensch sich in einem solchen Setting Anwältinnen aus der Stadt vorstellt, und überhaupt war das alles komplettes wunderbares Flausch-Wohlfühlkino.

    Ein Tag, der mit Fahrrad und Fuchs begann, endete mit Schafen, die zu Wolken wurden.

    Links

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    Von Madame gelesen, während sie unsere dramatisch schwindenden Buttervorräte aufbesserte.

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    Ich hatte ja keine Ahnung! In Bezug auf Partytricks kann ich einäugig Schielen und habe noch eine Merkwürdigkeit in der Hinterhand: die Ohren taub stellen. Nein, das ist nicht nur eine Floskel, das geht wirklich

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    Auch wenn das wahre Basbektball-Team natürlich die Boston Celtics sind, fühle ich mich verbunden: Seit Anfang der 1990er Jahre bin ich Fan der New York Knicks.

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    Wenn Sie also gerade in Richtung Musik etwas lernen, machen Sie es doch bitte in der Außengastro. Es gibt Menschen wie mich, die sie dabei gerne beobachten wollen und die davon auch etwas haben. / ack

    Anmerkungen

    1. Yorck Unlimited No. 34 – 7,00€ pro Besuch ↩︎
  • 26-06-14 Blandine avec la großer Rucksack multicolore

    26-06-14 Blandine avec la großer Rucksack multicolore

    Manchmal haben Leute am Südkreuz-Klavier umfangreiche Klaviernoten dabei und spielen anspruchsvolle Klavierprogramme. Manchmal spielt auch jemand schief Alle meine Entchen.

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    In der U-üc informierte Sophia ihre Freundin, dass Anton mittlerweile zur coolen Gang gehört. Ihre Freundin konnte das nicht glauben. Anton war früher doch der Uncoolste überhaupt, schon allein weil er auf dem Schulhof immer Ameisen aß.

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    Manchmal videocalle ich mit Dienstleistern und ich sehe vor meinem inneren Auge einen Stapel brennender Geldscheine.

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    Wie schon bei der Männerfußball-EM 2024 versuche ich das Organisationsinterne Tippspiel zur WM 2026 fernab jeder Ahnung oder jedes Interesses mit statistischer Heuristik zu gewinnen. Letztes Mal kosteten mich gefühlsgewallte Tipps den Sieg. Dieses mal wird stur heuristisch getippt. Nach dem 1:1 zwischen der Schweiz und Katar führte dies bisher zu Platz 21 von 46. Aber the power of Statistik liegt in der großen Zahl der zu tippenden Spiele.

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    Es war ein Wilmersdorf-Pariser Werktagsausklang und ein feuchtfröhlicher Wochenendauftakt.

    Unten Idylle, oben Screaming Party

    In ihren Mehrchorwochen war Madame wieder Chor, der am Ex-See probt. Und wieder war der Gartenfuchs anwesend, der später von den Gartenkaninchen abgelöst wurden. Zwischendurch spielten kleine Jungs im Garten Fußball und schauten dann dem Chor zu. Die manchmalige Dörflichkeit von Wilmersdorf erstaunt uns weiterhin.

    Jedes mit Absperrband umwickelte und an einen Poller gebundene Auto hat eine Geschichte. Manchmal ist Wilmersdorf auch städtisch.

    Wie ich zwei Kilo Mehl und eine Packung Klopapier durch Wilmersdorf trug

    Das Schöne an einem Umzug ist. Auch nach einem halben Jahr muss ich nach dem Vollkornroggenmehleinkauf nur einmal nicht die Diretissima nehmen, sondern nach links abbiegen und entdecken komplett neue Gegenden.

    Meine Güte. Welch schwäbisch-wohlhabende Idylle haben wir in der Nachbarschaft. Die drei Straßenzüge um die Gasteiner Straße, die Sigmaringer Straße und den Leon-Jessel-Platz sind offenbar einem Katalog für gediegenes Großstadtleben entstiegen. Das ist weder Wilmersdorf als Dorf noch Wilmersdorf als Berlin-Innenstadt, das ist Wilmersdorf als wohlhabender Randbereich einer kleineren Großstadt.

    Altbauten, Kopfsteinpflaster, viel Grün, eine niedliche Straßenmöblierung, einige wenige einladend wirkende Restaurants, die gut eingesessen und dennoch erreichbar-edel wirken. Irgendwie war es passend, dass dort auch die Hobby- und Kleintierzüchter Verlagsgesellschaft wohnt. Und das um die Ecke.

    Über mir formierten sich Mauersegler zu ihren ersten Screaming Parties des Sommers. An den Bäumen wiesen Absperrbänder auf zahlreichen Eichenprozessionsspinner hin. Denn wo ein alter Eichenbestand, da Eichenprozessionsspinner.. Irgendwas ist halt immer.

    In der Mitte des Komplexes das Goethe-Gymnasium. Laut Wikipedia ein traditionsreiches altsprachliches humanistisches Gymnasium, das Schüler*innen „von der Sexta bis zur Prima“ betreut. Und – ich weiß nicht ob ich das je in Berlin sah – Gebäude, Hof und Umfeld sahen Immaculate aus, wie der Neusprachler sagen würde.

    Ich lese das weitere Schulportrait auf Wikipedia und mein jungendliches ich ist neidisch: Da wäre ich gerne zur Schule gegangen.

    La double Blandine

    Ich sah einen Spielfilm, der etwa eine Minuten lang im Technikkeller eines Schwimmbads spielte. Und schon allein damit sollte klar sein, dass jetzt eine Lobpreisung folgt.

    Zum Glück verdienen die restlichen 77 Minuten des Films diese auch. Denn je länger ich Le Rendez-vous de l’été / Sommer in Paris1 sacken lasse, desto lieber mag ich den Film. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr ergibt der Vergleich mit Jacque Tati’s Playtime Sinn.

    Das Rendez-vous mit dem Sommer ist keine klassische Komödie – der Film ist glaube ich gänzlich pointenfrei. Aber wie die immer leicht alienhafte Blandine mit ihrem großen bunten Rücksack und dem Umhängehandy (gespielt von Blandine Medec) durch Paris stolpert gibt sie allein durch ihre Anwesenheit der Stadt die Gelegenheit ihren ganzen Wahnsinn bloßzulegen.

    Die Handlung folgt Blandine, die aus Bayeux nach Paris reist, um einige Schwimmwettbewerbe während der Olympischen Spiele 2024 zu sehen. Daran scheitert sie. Sie trifft ihre seit Jahren entfremdete Halbschwester Julie, toughe Pariserin, die aber so sehr mit der Auseinandersetzung mit ihrem Ex beschäftigt ist, dass sie Blandine nur am Rande wahrnimmt.

    Ihren 30. Geburtstag „feiert“ Blandine indem die Jungendherberge sie vor die Tür setzt, weil sie die Altersgrenze überschritten hat. Blandine irrt immer wieder einsam durch die Stadt, durch die Olympiafeiern, vorbei an den Touri-Attraktionen, aber viel öfter durch die echten Wohnviertel, wo ihre Familie sind. Nur der Elektriker Benjamin, der auch Nachts am Olympia-Schwimmstadion arbeitet, zeigt Interesse an ihr, gibt ihr das Gefühl nicht allein durch die Gegend zu irren.

    Dabei ist insbesondere Blandine gespielt von Blandine beeindruckend. Diese schafft es gleichzeitig so verloren und verworfen in der Welt zu wirken wie alle in dieser sich fühlen und nur selten so aussehen. Sie strahlt eine herzliche Freundlichkeit weit jenseits der Grenze zur Naivität aus, und vermittelz doch auch gleichzeitig den Eindruck, als wäre mehr Lebensweisheit in ihr als im ganzen Paris um sie herum.

    Zum Abschluss spielt sie auf dem Bahnhofsklavier am Gare du Nord, steigt in den Zug nach Bayeux und sitzt in der Abschlusseinstellung am Omaha Beach mit Blick auf den Ärmelkanal.

    Mauersegler zu Staren

    Nach dem Kino der Garten. Eine Nachtfahrt auf die Latifundien. Am Morgen ein Anblick, der meine Formulierungsfähigkeiten übersteigt. So spektakulär war er noch nie. Anscheinend waren Frost und Regen dieses Jahr genau richtig.

    Ich möchte meine Arme ausbreiten und darin herumrollen, über mir Hummeln, Falter, Bienen, Solitärwespen, Fliegen und kleine Starenschwärme.

    Tatsächlich aber mähte ich die Wege nach. Wir trafen Spargelkönigin und Lebkuchenprinz beim Einkauf von Spargel und Nudossi. Wir fuhren nach Wochend-West zur Doppelgeburtstagsfeier mit Regen vor dem Fenster, Kuchen, Aristocats, Regen vor dem Fenster und Familienupdates.

    Dann zu den Latifundien. Ich öffnete die Autotür und sagte spontan „Was für ein Geruch!“

    Hach.

    Links

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    Ein Mann kommt von der Naturweide hinter mir mit einer großen Plane. Er zieht sie hinter sich her und transportiert Zeugs: Erde, Wurzeln und sicher auch tausend Jahre alte Artefakte.

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    Oh, Zeiten: „Die Schülerschaft wirkte dieses Jahr etwas irritiert und unsicher auf mich. Die häufigste Frage meiner Schützlinge war “Welches Spezialthema würden Sie mir empfehlen?” Und zwar fast durchgängig. Dass man sich mit 19 Jahren nicht selbständig zu einer Entscheidung durchringen kann, war mir völlig neu.“ und noch ein Abitursrückblick.

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    „Ois is Blues“ hat der Willy Michl mal gesungen, das seh ich auch so.

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    Christine im italienischen Hinterland und ich bin von den Anblicken begeistert.

    Anmerkungen

    ~ Wenn die deutsch-englische Hybridsprache Denglisch ist, ist die Überschrift dann Dranzösisch?

    ~ Haushaltszugang: Je ein Zahlenschloss in blau und grün für Schwimmbadspind und ähnliches. Der Code ist vierstellig.

    1. Yorck Unlimited No. 33 – 7,21€ pro Besuch. ↩︎
  • 26-06-11 E.T.A.I

    26-06-11 E.T.A.I

    Madame holte gemüslich-prignitzer Salat und Zuckerschoten. Ich aß das Burger-Mix-Menü bei Cebo’s. Beides können wir weiterempfehlen.

    Nicht mehr empfehlen können wir das afghanische Restaurant Bahar an der Ecke neben dem Odeon. Dieses schloss. Sie waren unfassbar nett und sie mühten sich redlich. Aber die professionelle Gastronomie war merklich nicht Ihres. Ich hoffe, sie konnten die Reißleine ziehen, bevor es zu schlimm weh tat.

    *

    Da arbeiten, wo andere Staatsbesuche machen: Am Dienstag zogen die einschlägigen Kolonnen zu Arbeitsbeginn und Arbeitsende an mir vorbei. Nachmittags geschmückt mit Schweizer Fahnen. Am Mittwoch traf ich den Polizeimotorräder-Polizeiwagen-Schwarze-Limousinen-Convoy auf dem Weg aus dem Schwimmbad. Diesmal in ungarisch.

    *

    Bei Edeka Duolingo interviewten zwei Polizist*innen einen älteren Herrn. Diesem war anscheinend die Dramatik der Situation wichtiger als die präzise Faktizität. Im Vorbeigehen flog ein gestisch untermaltes „Und dann DÄNG mit der Faust“ an mir vorbei.

    *

    Die Rolltreppe der Gegenwart am Südkreuz wird demontiert. Der Boden um sie herum ist zerschlagen, die Handläufe existieren nicht mehr. Seitdem Bauzäune dort stehen, wirkt die übrige Treppe doppelt so schmal wie vorher, obwohl der objektive Platz genau gleich blieb.

    *

    Es waren vier Arbeitstage gefolgt von Wasser und Außerirdischen.

    50 Meter Freude

    Madame war zweimal im Lochow. Dieses Jahr trennen sich unsere bisherigen Badewege. Madame geht in das örtlich sinnvollste Bad, das Lochowbad; ich gehe in das zeitlich sinnvollste Bad, das Insulanerbad,

    Nach dem vergeblichen Versuch am 1. Juni, folgte am 8. Juni vor dem Kino Versuch Nummer 2 des Insulanerbadbesuchs im Juni. Und auch dieser lief holprig. Den Kabanenschlüssel vergaß ich in der Wohnung1, die S-Bahn hatte Polizeieinsatz und nachdem ich mit Irrungen und Wirrungen ankam, erhielt ich einen EC-Geräte-Vortrag.

    Aber ich hatte die Badehose dabei und konnte baden! Zu Freibadwetter, wie ich es liebe: Sonne, Wind, Wolken, die rasch vorbeiziehen, und insgesamt kalt genug, um Platz im Becken zu lassen. Ich schwamm im Nicht-Totholz-aber-auch-nicht-sportlich-Bereich für meine Verhältnisse zügig, ich wollte ja noch ins Kino, und verließ entspannt das Becken. Der Sommer groovt sich ein.

    Mittwoch hatte ich kinofrei. Lange studierte ich Regenradar, Blitzradar und Wettervorhersage, um mich doch ins Bad zu wagen. Diesmal fuhr die S-Bahn und ich hatte den Kabanenschlüssel2. Meine Lieblings-Badleiterin3 nutzte das schlechte Wetter, um das Tor am Eingang neu zu streichen – und wie beim Tom Sawyer, ich hatte große Probleme, dem Spontansubbotnik zu entfliehen und nur zu Baden.

    Aber welch ein Traum. Wir waren zu dritt im Treibholzbereich. Ich kam kaum zum Schwimmen, weil ich die ganze Zeit den Himmel mit seiner Mischung aus blau, Sonne, schwarzen Wolken, weißen Wolken und grauen Wolken betrachten musste. Es war ein Schweben mit weit aufgerissenen Augen. Fast wie ein Sternenhimmel.

    Der vielfache Spielberg

    Madame durchlebt weiter die Mehrchorwochen. Chor 2 hat zwar keinen Fuchs am See zu bieten. Aber dafür singt er das Cherubini-Requiem. Madame ist hin und weg.

    Ich kontere mit den Mehrsesselwochen. Auf in’s Kino, in’s Kino und in’s Kino.

    Auf dem Arbeitsverlassweg, ausnahmsweise ohne begleitenden Staatsbesuch, traf ich die Hüterin der Outlookkalender. Wir plauschten kurz über wohin und woher, über Begehr, ich erzählte von meinen Plänen, und sie erzählte, dass sie ein Yorck-Unlimited-Abo hat. Gute Kinokette, die Yorcks. Gute Frau die Frau!

    Ich hatte vorher erzählt, dass ich auf dem Weg zu meiner Spielberg-Alien-Immersion war im Odeon war. Nach A.I.4 5am Montag folgten E.T.6 am Dienstag Nachmittag, Close Encounters of the Third Kind7 am Dienstag Abend.

    Am Plan „nicht mehr als zwei Filme“ pro Woche arbeite ich noch. Immerhin kann ich bei diesem Konvulut hinterher ganz gut sortieren, welche Filme mir nach einigen Tagen am eindrücklichsten im Gedächtnis hängen. Sie folgen in aufsteigender Reihenfolge.

    Almost

    Der Begriff Uncanny Valley bezeichnet in der Robotik einen Zustand, in dem Roboter so menschenähnlich werden, dass sie unheimlich sind. Roboter, die klar nach Robotern aussehen – okay. Roboter, die wirklich wie ein mensch wirken – sehr okay. Roboter, die fast nach Menschen aussehen, bei denen aber irgendwas nicht stimmt – unheimlich.

    Wir saßen 146 Minuten im Uncanny Valley. Einerseits ging es im Film A.I. um Roboter, hier einen kleinen Jungen, der fast menschenähnlich ist (unfassbar großartig gespielt von Haley Joel Osment), anderseits galt das auch für den Film an sich. Geschrieben vom Meister der gothischen Kathedralen des Films, immer eindrucksvoll, immer zum Luft anhalten, immer aus einer Distanz, allen Kitsches beraubt so dass nur die nackte Essenz übrig bleibt, immer weht ein kalter Wind durch seine Filme; verfilmt vom Meister der dichten emotionalen Packung, des Gefühlskinos, immer wird mensch umarmt und durchgeschüttelt in seinen Filmen. Es entstand ein Film, der fast Kubrick ist, aber nicht wirklich, ein Film der fast Spielberg ist, aber nicht wirklich.

    Sehr faszinierend, aber beim ersten unvorbereitenden Sehen, überfordernd.

    Noch uncannyer. Diesen Film aus dem Jahr 2001 über Künstliche Intelligenz sehen und danach mit dem LLM ChatGPT darüber reden.

    The Stars, the Music, the Suits

    Die Unheimliche Begegnung der Dritten Art, ein Film, der mich dazu brachte, die Spielberg-Biographie nachzulesen.

    (a) Close Encounters of the Third Kind ist wirklich nach Jaws/ Der Weiße Hai erschienen. Auch wenn es nicht so wirkt, auch wenn die Close Encounters auf mich viel unfertiger, tastender und versuchender wirken als das Hai-Meisterwerk.

    (b) Scottsdale it is! Spielbergs Faszination mit Außerirdischen ist hinlänglich bekannt. Und gerade hier im Film tauchen immer wieder eindrucksvolle dunkle Sternenhimmel auf, die in allen Farben blinken – so wie ich sie nur von extrem guten Tagen an den Latifundien, vor allem aber von dunklen Nächten an der Nordsee kenne. Der Himmel, ist einziger Show-Act.

    So prominent wie diese Sternenhimmel im Film auftauchten, sagte es mir: Spielberg hat die Himmelsglitzershow in Echt gesehen. Oft genug, und mit ihm selbst jung genug, um ihn dauerhaft zu prägen. Das kann nicht in einer hellen Großstadt passiert sein: Cincinatti, New Jersey, Philadelphia – die frühen Stationen von Spielbergs Kindheits sind zu lichtverschmutzt. Aber „zog die Familie im Februar 1957 .. nach Scottsdale, einem exklusiven Vorort von Phoenix Und ja, Phoenix, Arizona, Wüste, 1957 noch kaum besiedelt. Dort schien der Sternenhimmel, der der Menschheit viele Außerirdischen-Filme einbrachte.

    Close Encounters of The Third Kind ist der erste dieser Filme. Seltsame Sichtungen, Phänomene, Erscheinungen, Ufos kommen auf die USA nieder. Ein Raumschiff landet am Fuße des Devil’s Tower in Wyoming, einige fast magisch Angezogene (die Protagonisten des Films) schleichen sich an allen Militärabsperrungen vorbei, um Raumschiff und Außerirdische zu sehen.

    Ich musste mich gewöhnen. Zu sehr sah das immer wieder aus, wie die 1970er-Fernsehserien, die der Kaptain so gerne schaut. Wenn man an Spielberg denkt, den Meister darin, einen durch die Gefühlswaschmaschine zu jagen, jemand der halbe Staaten an Logistik und Technik aufbietet, um die Geschichte eines kleinen Jungen zu erzählen, wirkte das alles sehr unfertig, sehr rumpelhaft, sehr nicht-perfekt.

    Fast alles ist schon da: Der kleine Junge, die fremdartig-niedlichen Alians, die John-Williams-Musik, das Poetische im Alltäglichen, die Utility-Cars die auf Sand bremsen, der abgefahrene Menschen-Außerirdischen-Kommunikations-Jazz, die unglaubliche Fähigkeit gewöhnliche Menschen in ungewöhnlichen Situationen zu schildern – am Ende der Spielberg Woche war es wie ein Blick in Spielbergs Emotionswerkstatt, in der die Fassaden noch nicht richtig sitzen, die Leitungen noch nicht verlegt sind, und man viel mehr von der Maschine sieht als in späteren Filmen.

    Und Sternenhimmel natürlich. Sternenhimmel. Ich sah den Sternenhimmel. Diesen Film würde ich gerne noch mal sehen.

    Phone home

    Nach dem Film sahen wir uns beide an, sagten beide: „Ich dachte, das ist ein harmloser, netter Kinderfilm.“

    Wir beide füllten die Bildungslücke E.T.

    What a movie! Herzlich, niedlich, süß, anrührend, und viel dramatischer, trauriger und unheimlicher als wir vorher gedacht hätten. Der Film hat alles. Großes Kino. 10/10.

    Danach: Der Nachthimmel über Schöneberg.

    phone home

    Links

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    Es gibt jetzt eine Citizen-Science-Karte um Eichenprozessionsspinner einzutragen. Hier in der Berlin-Ansicht. Unbedingt gehört er in meinen dystopischen Roman.

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    Unfreiwilliger Selbstversuch von Andrea: Ein Tag ohne Smartphone

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    Über das Klavierspielen

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    Villeicht doch mal über das Zurück-in-die-Zukunft-Musical nachdenken? Ich lese nur Gutes.

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    Heimatgefühle: Nicht nur die Outdoorjacken der Paare sind gleich aussehend, wie seit Jahren schon, auch die Räder sind jeweils Zwillinge. So häufig, dass man irgendwann annimmt, okay, diese E-Bikes werden vermutlich nur in Zweierpacks verkauft, die gehören einfach so. Es ist ein Für-Zwei-Produkt.“ Wobei ich glaube, viele Auto-Pendel-Strecken haben die Länge, dass sie schlecht mit einem Fahrrad aber ganz hervorragend mit einem E-Bike substituiert werden könnten. Wenn dass die Gesellschaft merken würde, könnten wir einen großen Schritt richtung bessere Welt gehen.

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    Sun-Tsu-Zitate peppen jeden Blogeintrag doppelt auf, wenn man sie auf Englisch bringt.

    Anmerkungen

    ~~ An der Fernuni für die Klausur zur Imperativen Programmierung angemeldet

    ~~ An der Fernuni für das nächste Semester rückgemeldet. Das Programm lautet Datenstrukturen und Algorithmen, sowie Objektorientierte Programmerung sowie Socio Technical Information Systems Design.

    1. Es blieb bei Kabanenbesuch No. 1 – 80€ pro Besuch ↩︎
    2. Damit Kabanenbesuch No. 2 – 40€ pro Besuch. ↩︎
    3. Eine meiner Lieblings-Badleiterinnen. Natürlich schätze ich alle Kolleginnen und Kollegen. ↩︎
    4. Okay, technisch keine Außerirdischen sondern entwickelte Maschinen. Spätestens zum Ende hin, sind sie aber nicht mehr unterscheidbar. ↩︎
    5. Yorck Unlimited No. 30 – 7,93€ pro Besuch ↩︎
    6. Yorck Unlimited No. 31 – 7,68€ pro Besuch ↩︎
    7. Yorck Unlimited No. 32 – 7,44€ pro Besuch ↩︎

  • 26-06-09 Fast dringliche Fokussierung der Strategie zur Steigerung der Resilienz

    26-06-09 Fast dringliche Fokussierung der Strategie zur Steigerung der Resilienz

    Es gibt noch Bierbikes in Berlin.

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    In der U-üc ein kleiner Junge im Dinosaueriershirt. Ein wenig war ich neidisch. Zum Glück trug ich mein Bären-Narwal-Shirt und konnte mich daran trösten.

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    Notiz: „Mir träumte – Auto Schuhe, Schlamm, Fazit: andere dürfen ihre Schuhe“ – eventuell sollte ich meine Notizen nicht ganz so kursorisch kurz schreiben.

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    Die leicht übergriffige Deutschlandflagge von Nachbar canineri ist mittlerweile arg ausgefranst und ausgeblichen. Langsam kann ich eine emotionale Beziehung zu ihr herstellen: „Wir alle, Deutschlandflagge, wir alle.“

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    Es war ein Wochenende zwischen menschlicher Wissensstrategie in Fernost-Kreuzberg und dem Tanz der Knautien.

    Weder Gorgo noch Schreinern

    Als ich im letzten Post etwas vom „Töpfermodus“ des Hirns schrieb, begab ich mich in ein bloggerisches Mikroabenteuer. Ich habe keine Ahnung vom Töpfern, und dementsprechend frei improvisiert war der Vergleich.

    Madame hingegen hat viel Ahnung vom Töpfern und challengte mich erwartbarerweise, wie ich genau diese Metapher meine. Und ich habe halt keine Ahnung. Mein Gedanke über Gedanken war: „Struktur aus dem formlosen Nichts erschaffen. Anders als bei einer Schreiner- oder Ingenieur-Metapher, geht es mir dabei weniger um das planen, passend machen von Einzelteilen und Zusammensetzen, sondern mehr um ein ganzheitliches System, das erst durch den Prozess selbst gedacht werden kann.“

    Auch nachzutragen: GIORGIO. Nachdem mir der letzte Post mit Moroder und Armani gleich zwei Giorgios zum Benennen bot, habe ich den Vornamen nicht ein einziges Mal korrekt geschrieben. Immerhin tauchten verschiedene Varianten auf. GIORGIO, zwei I, ein R, zwei O. So schreibt er sich.

    Die von Pfuel’sche Badeanstalt

    Es ergab alles Sinn. Kaum war ich vom Schlesischen Tor ein paar Meter gelaufen, hatte ich innerhalb von 15 Minuten die Uber Arena, die Oberbaumbrücke, die Straße des Wikibären und das Bi Nuu gesehen. Alles Orte, die ich mir als irgendwo-im-nirgendwo gemerkt hatte, und die ich nur mit Suchen auf einer Berlinkarte finden würde.

    Gerade die UberArena und der Platz drumherum wirken selbst dann noch wie vom-Ufo-abgeworfen wenn man in ihrer Mitte steht. Der ist so un-Berlin wie ein städtischer Ort nur sein kann. Sie zerstören meine innere Orientierung jedes mal. Aber jetzt habe ich ein Gebiet vor mir: Am nördlichen Spreeufer das Ex-Niemandsland des Mauerstreifens, nach der Wende bereit mit Ufos verfüllt zu werden; am südlichen Spreeufer Industriegebiet-Rand-Kreuzberg, wo sich Kleinfabriken, Entsorger und die entlegensten Ecken der Kreuzberg-Szene sammelten – nach 1990 teils-gentrifiziert und teils auch nicht.

    In so eine Gegend passen Entertainment-Exklave, Kellerclubs, irgendwo-im-nirgendwo-Feeling, Ausgehstraße, das Gefühl der Verlassenheit, ein U-Bahn-Hof, der wirkt als hätte er sich aus Zehlendorf oder Wannsee hierher verirrt und der ikonischste Brückenanblick der Stadt.

    Für mich als Schwimmbadinteressierter natürlich auch spannend: die Stelle an der Spree, wo knapp unterhalb der Oberbaumbrücke ehemals Berlins erste Badeanstalt lag, die von Pfuel’sche Badeanstalt.

    Ich war geflasht. Nur zehn Meter laufen und so viele spannende Stadtgeschichte in mehreren Lagen direkt vor meinen Augen. In jede Richtung anders aufregend. Oder wie mein Thüringer mit-Zählkommissionsmitglied meinte „Und in jeder Richtung widerlich.“

    So verschieden lässt sich Gegend interpretieren.

    AI Agents Summit

    Beim Kreuzberg-Wandeln sah ich in gelben Schuhen mit Bären-Narwal-Shirt, den langsamen Schritten und dem staunenden Blick aus wie der letzte Tourist auf Erden. Was gut ist: Der Tourist an sich ist ja entspannt, gut gelaunt, offen für Neues und außerdem außerordentlich unbeliebt.

    Inhaltlich war der Touristenlook korrekt: Diese Straßenzüge waren mir komplett unbekannt und ich war hier zum Entdecken. Er war aber auch vollkommen falsch: Immerhin war ich in „meiner Stadt“ mit „meiner U-Bahn“ zur Versammlung „meines Vereins“ gefahren, an der ich mich als Mitglied der Zählkommission auch noch semi-inhaltlich beteiligen wollte, während Madame es auf sich genommen hatte, die Versammlungsleitung zu geben. Noch untouristischer geht es nicht.

    Aber erst galt es den Ort zu erkunden:

    Die letzten Jahre hatte die MV im bUm stattgefunden. Das bUm in einem ehemaligen Umspannwerk entstand aus Protesten gegen einen geplanten Start-Up-Hub an diesem Ort und sieht sich als „ein Raum für Engagement und solidarisches Miteinander“.

    Dieses Jahr waren wir im Spielfeld – einem Start-Up-Hub im ehemaligen Postamts-Backstein-Schloss Kreuzberg SO 36, gegründet von Roland Berger und Visa. Hatte es im bUm noch die drei Toiletten „Flinta*“, „Alle“ und „Behindert / alle“ gegeben, gab es nun „Men“, Piktogramm einer Frau und „Staff only“. Wer eine Behindertentoilette suchte, musste den eigentlichen Veranstaltungsort verlassen und durchschritt dabei eine Tür ohne Wiederkehr – aka, eine die sich nur von innen beim Verlassen des Ortes öffnen ließ.

    Es war ein Ort, der Kaffee nicht als Infrastruktur des Lebens begriff, sondern als Genußmittel, das nur von Barangestelten ausgegeben werden durfte („staff only“) und während bei der Veranstaltung betont wurde, wie sehr Wikipedia und co. menschengemacht sind und sich von „KI“ so weit wie möglich distanzieren, war der Rest des Start-Up-Hubs natürlich voll davon.

    Schöne Architektur, sonst eher fragwürdig dort.

    Vor Wachstum? Durch Wachstum?

    Bei der 31. Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland fand statt, was aus Mitgliederversammlungen so stattfindet: Die Mitglieder wählten ein neues Präsidium, hörten sich Berichte der einschlägigen Gremien an und berieten über Anträge.

    Alles einmal auf „schräg“ gedreht, dass Wikimedia Deutschland zwar zur Wikipedia gehört und von dieser geprägt ist – inhaltlich aber nichts mit ihr zu tun hat und auch kein Betreiber ist. Das führt dazu, das ein Großteil der „Vereinsinhalte“ ausgelagert ist und gar nicht zur Befassung durch den Verein geeignet ist. Es führt auch dazu, dass WMDE 116.000 Mitglieder hat, von denen etwa 50 stimmberechtigte Mitglieder zu einer MV kommen.

    Inhaltlich geht es dann auch um Inside-Baseball to the extreme. Aber in Entwicklung. Nachdem sich in den letzten Jahren die hauptamtlich durchgeführte Organisation der Veranstaltung in fast schon absurde Höhen professionalisierte, zieht langsam auch die Mitgliedschaft nach.

    Nach divesern Erklär- und „Warum Wikimedia- nicht Wikipedia“-Formaten am Vorabend und Vormittag, hatten es bis Mittags alle verstanden. Nicht ein einziger verwirrten Diskussionsbeitrag tauchte auf, der beides verwechselte. Überhaupt habe ich es selten in irgendeinem Kontetx erlebt, dass quasi alle Diskussionen on point waren, dass alles was als Frage deklariert war, auch eine echte Frage war und ich nach 90% der Beiträge ernstlich das Gefühl hatte, klüger zu sein. Chapeau.

    Richtig glücklich war ich, weil der Verein nach Jahrzehnten der Irrungen und Wirrungen endlich eine Strategie verabschiedete, die sich nicht mehr als „und dann machen wir noch das und dann das und das auch noch“ las, sondern als „das ist unser Ziel, das sind die Umweltbedingungen und deshalb fokussieren wir uns auf drei Punkte, die wir langfristig umsetzen wollen.“ Oder anders gesagt: 22 Jahre nach Vereinsgründung hat WMDE das erste Mal eine Strategie, die ich als solche erkennen würde.

    Anstrengend war der 7-Stunden-Ritt in stickiger Luft dennoch. Wir im Publikum litten am Ende ziemlich, ich hatte mehr als Respekt für alle auf dem Podium und natürlich Madame, die sieben Stunden vorne saß, on und präsent sein musste.

    Für den Heimweg Käsekuchen

    Danach Schlafwandeln. Wieder ins Baraka beim Görli, diesmal Mezze-Platte und Künafa, für den nächsten Tag steckten wir beim Waffle-Brother-becomes-baskischer-Käsekuchen-Laden noch zwei Stück Käsekuchen ein, wir fuhren mit der Bahn nach Wilmersdorf und dann über die nächtliche Autobahn zu den Latifundien. Als wir um 23:48h auf den Latifundien die Autotür erst halb geöffnet hatten, stellte Madame schon fest „Oh wie das duftet.“

    Die Knautien tanzen wieder

    Nach der Marathon-Performance des Vortags war Madame den Sonntag über Knülle. Bei mir reichten ganz ohne Performance die Nachwirkungen von vielen Stunden intensiver Diskussion, erlebt auf einem Stuhl mäßiger Langfristsitzbarkeit.

    Wir wachten auf, dösten, wachten, schliefen, dösten und haben uns am Ende kurz vor Mittag zu den Brötchen begeben. Der Rest des Tages änderte sich wenig. Madame kochte und stellte fest, dass auch sie das „zuviel! zuviel!“ im Garten erleidet. Mittlerweile bestimmte sie mit Flora incognita 86 Pflanzenarten, nicht nur aber vor allem im Garten und zunehmend nehmen die Doppelbestimmungen zu. Zuviele Pflanzen zum Merken.

    Und während wir den Sonntag low and slow verbrachten, blühte, kreuchte und fleuchte es wie auf einem wildgewordenen Wimmelbild. Selbst der geruchlose Jasmin bequemt sich unter voller Blüte zum Duften.

    Die Knautien begannen, sich zu entfalten. Gerne an den Wiesenrändern, an den Wegen, fast immer dort wo Wege dreieckig zusammenlaufen. Dutzende Blüten? Hunderte! Sie stehen an dünnen Stängeln bis zu einem Meter über der Wiese. Sobald ein Wind aufkommt, fangen sie an zu tanzen.

    Links

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    Leider auf englisch. Wer schreibt die Liste auf deutsch: The 100 Greatest Bird Names of All Time (via Curious about everything) Aus derselben Quelle. Ich habe die höchst wundervolle Autorin Caity Weaver wiedergefunden. Sie ist bei The Atlantic gelandet und schrieb: I Found It: The Best Free Restaurant Bread in America:

    But still. It is impossible to lock eyes with a Frenchman, after he has just spent minutes delicately extolling the virtues of 16 different breads, and ask, “Could I do one of each?” without feeling ridiculous, no matter how evenly he responds, “Absolutely!”

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    readinginsweden seeing in der Neuen Nationalgalerie: „Brancusi, Sie sollten sich unbedingt Brancusi anschauen.“

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    auf eine art bin ich üb­ri­gens froh, dass bei uns vor der tür die ben­zin-as­sis ihre mo­to­ren in der (theo­re­ti­schen) fahr­rad­stras­se auf­heu­len las­sen um (sehr) lau­te fehl­zün­dun­gen zu pro­vo­zie­ren. den gan­zen tag über, aber am liebs­ten nach mit­ter­nacht. so­lan­ge die­se as­sis hier noch woh­nen und fah­ren, stemmt der wed­ding sich noch ge­gen die gen­tri­fi­zie­rung.

  • 26-06-07 Im Gefecht von Möckern besiegten die preußischen Truppen unter Ludwig Adolf Peter zu Sayn-Wittgenstein die Truppen Napoleons (full male frontal nudity)

    26-06-07 Im Gefecht von Möckern besiegten die preußischen Truppen unter Ludwig Adolf Peter zu Sayn-Wittgenstein die Truppen Napoleons (full male frontal nudity)

    Madame lebt und testet derzeit in drei Chören. Der Vorteil des Nachbarschaftschors: Fenster und Grundstück sind auf den nicht mehr existierenden Wilmersdorfer See ausgerichtet, aus dem Proberaum kann frau denken, an einem Seegrundstück zu sein. Außerdem lief ein Fuchs in die Probe hinein und war danach längere Zeit im Garten.

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    Im Volkspark sah Madame zwei große und einen Babyfuchs.

    *

    In der Zeitung lese ich von Eichenprozessionsspinnern, die die Schließung von Sportplätzen und Strandbädern (nicht unseres!) erforderlich machen und sich in Siedlungen ausbreiten. Ich beschließe, neben Walen in der Ostsee und Wölfen in Hamburg auch giftige Raupen in meinen apokalyptischen Roman aufzunehmen. Das würde schöne literarische Effekte erzeugen, wenn Menschen einen kleinen niedlichen bunten Schmetterling sehen und in Panik geraten, weil sie an die wollige Raupe denken.

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    An der U-Bahn-Station einen junge Frau, die ihren begleiteten Mann anschreit, dass selbst die Mutter der jungen Frau gemerkt habe, wie sehr sie ihn liebt. Er versucht zu erwidern, kommt aber nicht zu Wort. Eine spannende Ton-Inhalt-Schere.

    In der Bahn, eine andere junge Frau mit verschiedenen Piercings und Totenkopf-Tattoos, die ihren Begleiter durchgehend unironisch „Schatzi“ nennt. Ich liebe sie dafür, wie perfekt sie Berliner-Club-Gestalt und Brandenburger-Einfamilienhaus-Bewohnerin in einer Person vereint.

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    Es war ein Wochenausklang zwischen Ticketsystem, den Achtzigern als Ansage und der Mutter aller gesperrten Rolltreppen.

    Prozesse töpfern

    11:40h. Ich beschließe, die Notizen für Frau Brüllens Was machst du eigentlich den ganzen Tag einzustellen. Ich dachte, ich mache crazy shit und nehme an einer Blogaktion teil, stelle aber fest, dass mein Hirn derzeit nur in zwei Modi funktionieren möchte:

    • Modus Töpfern: Ich nehme den ungeordneten meiner Umwelt, konturlos, formlos, unklar, und forme ihn. So funktioniert es im Büro, wenn ich versuche aus irgendwie stattfindenden Abläufen einen geordneten Prozess zu machen und den dann vielleicht sogar in Technik zu hinterlegen. Aus dem Nichts werde Form.
    • Modus Flipper: Ein Impuls von Außen schießt die Gedanken in irgendwelche Richtungen, auf dem Weg fangen lauter Lichter an zu blinken, Gongs und Sirenen ertönen, bis der nächste Impuls kommt. So funktioniert es in der Freizeit.

    Ein vorgegebener chronologischer Ablauf, der dann ausgefüllt werden muss, passt in beide Betriebsmodi nicht wirklich. Nicht so, dass ich diesen Monat Lust darauf ihn abzuarbeuten, und so stelle ich das uhrzeitgenaue notizieren ein.

    Stattdessen töpfere ich gedanklich weiter. Seitdem ich bei der aktuellen Arbeitgeberin bin, habe ich das Ticketsystem einmal von links nach rechts gedreht und wieder zurück, habe sowohl Oberflächen wie Betriebslogik umgestellt und gefühlt ist jeder Buchstabe dort mittlerweile „meins“.

    Bis auf ein kleines gallisches Dorf, einen Unterabschnitt des Systems, für ein Legacy-System, an das ich mich nie herantraute.

    Bis jetzt. Das Legacy-System ist abgelöst und das neue System bietet mir die Chance auch hier alles umzubauen. Und jedes mal lerne ich mehr über das Ticketsystem.

    Möckern

    Die Abende waren kreuzbergig. Die wieder durchgängig fahrende U-üc bringt mich im Laufe eines schnellen Tagtraums nach Kreuzberg, und so landete ich gleich zweimal an der Station Möckernbrücke.

    Donnerstag: Auf dem Weg zum Yorck-Kino, das nur einen kleinen Spaziergang von dort entfernt liegt. Freitag: Auf dem Weg zur Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland, das dort einen kleinen Vorabendevent vor der samstäglichen Mitgliederversammlung feierte.

    Es war ein Weg der Erinnerung. Immerhin habe ich in der Geschäftsstelle zwei Jahre gearbeitet, bin sehr oft von dieser U-Bahn-Station ans Tempelhofer Ufer 23 gelaufen, oder durch die Straßen drumherum.

    Wie auch diesmal. Es hatte sich erstaunlich wenig geändert, fast alle Lokalitäten überlebten Corona, ebenso wie Russland-Gas-Krise und das allgemeine Gastrosterben der letzten Jahre. Ich hatte einen erstaunlichen Mittagspausenblick, registrierte, dass das damals neu eröffnete Grand Bistro (oder so) ebenso noch exister wie das Schnittchen, der namenlose Pasta/Pizza-Laden und selbst der Grieche, der schon 2014 aus der Zeit gefallen wirkte und „Zum Goldenen Handwerk“, die Eckneipe, die eher für Feierabend als für Mittagspause gut war, ist noch da.

    Nur das ägyptische Lokal/Shisha-Bar hat seinen Lokalteil inzwischen ganz aufgegeben und ist reine Shisha-Bar. Ganz verschwand nur die Ökotussi [sic!], und selbst die halt lange genug durch, dass in ihren Fenster noch die Abschiedsnachricht an die Kund*innen hängt.

    Was sich änderte: An der Möckernbrücke lässt sich betrachten, wie es aussieht, wenn die BVG nicht nur die Rolltreppe für die Gegenwart aufgibt, sondern auch die Rolltreppe für die Zukunft. Das wird wohl nichts mehr:

    Was auch neu war: Zum ersten Mal fragte ich mich, warum die Station Möckernbrücke eigentlich Möckernbrücke heißt.

    1. Sie liegt nach der Möckernbrücke über den Landwehrkanal. So weit so wenig überraschend.
    2. Die Möckernbrücke heißt nach der Möckernstraße, die über diese läuft. Auch das hätte ich mir noch selbst ausdenken können.
    3. Die Möckernstraße wiederum ist benannt, wie viele Straßen in Kreuzberg 61, nach gewonnen preußischen Schlachten. Hier: die Gefechte bei Möckern, die in den preußischen Kriegen gegen Napoleon Gefechte beim sächsischen Dort Möckern waren, die am Rande der Völkerschlacht stattfanden. (s. Wikipedia: Gefecht bei Möckern)

    2004 schrieb de.Wikipedia den 100.000. Artikel

    Stärker als die Gegend hatte sich die eigentliche Geschäftsstelle verändert. Die ist kurz nach meinem Weggan eingerüstet worden, und durchläuft ein noch epischeres Baustellen-am-Haus-Drama als unsere eigene Wohnung.

    Wikimedia selbst zog von einem Stockwerk (zu meiner Zeit) auf drei Stockwerke, dann wieder auf zwei, und inzwischen habe ich keinen Überblick mehr. Die Veranstaltung fand im ersten Stock, „meinem“ Stock statt, so dass ich die allgemeine Raumgeographie mit den drei Fluren, dem großen Veranstaltungsraum und dem Empfang wieder erkannte. Aber sonst war alles anders.

    Damals „offener Raum, gedacht für Gäste, Community, Veranstaltungen“ mit vielen Glastüren, einem offenen Kühlschrank für alle, Sofas, Wänden, die für Mitteilungen gedachte waren und ebenso bunten wie unfassbar schlecht zu sitzenden Veranstaltungsstühlen – jetzt eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre in all White, geschlossene Türen, Veranstaltungen wie diese nur ab und an.

    An sich denke ich, dass der Verein nach meiner Zeit starke Höhen und starke Tiefen hatte, aber gerade wieder auf einem besseren Weg ist. Aber die Geschäftsstelle wirkte seltsam steril.

    Nett war der Event: vier Wikipedianer*innen erzählen von anno dunne. Sie haben mit lyzzy, Nina, Dab. und Raymond eine nette Auswahl verschiedener Menschen mit verschiedenen Geschichten eingeladen. Ich freute mich, weil Madame in Abwesenheit dafür Applaus bekam, die Admincon mitgegründet zu haben, und ich freute mich, ein paar Menschen wieder zu sehen.

    Der Film begann mit einem nachträglichen Nachruf auf Giorgio Armani

    In meiner inneren Chronologie ist das Jahr 1980 zottelig und trägt Jeansjacke. Ich lebte zwar schon, kann mich aber an nichts erinneren, und vertraue Fernseh- und Zeitschriftenbildern der Zeit. Diese zeigen mir Bluesrocker mit zotteligen Vollbärten, Jeanswesten, Koteletten, Cordhemden, orange Hemden mit breitem Kragen. Die Siebziger waren ästhetisch näher als das was ästhetisch die Achtziger werden sollten,

    Außer in diesem Film1: American Gigolo ist Fönfrisuren Armani-Anzug-Porn im Mercedes Cabrio. Ein traumschöner junger Richard Gere spielt einen Edel-Callboy und Anzug-Freak2, der sich durch das reiche Kalifornien arbeitet und dabei in einen Verbrechensplot gerät. Begleitet von Soundtrack von Giorgio Moroder. Mehr als einmal ist er dabei halbnackt, Wikipedia versprach mir sogar „The first full mal frontal nudity“ in einem Mainstream-Film, aber ich glaube ich muss mit Wikipedia ein ernstes Wort über die Bedeutung des Worts „frontal“ reden.

    American Gigolo ist 1980s Style in seiner höchsten Vollendung schon bevor die 1980er überhaupt richtig angefangen hatten.

    Wie oft, bei den Boulevard-Noir-Filmen: Der Plot ist ziemlich egal, das einzig wichtige ist, dass der Plot es erlaubt, dass Zuhälter Leon (Bill Duke) eine der besten der-Movie-Villain-hält-seine-Erklärrede-Szene der Filmgeschichte hält. Eigentlich aber ist der Plot nur der Kleiderhaken, an dem Typen, Stil und Musik aufgehängt.

    Denn wie so viele der Boulevard-Noir-Filme, das ist ein Stil-Musik-Film. Was die Jeanne-Morau-durch-Paris-mit-Miles-Davis-Soundtrack-Szene in Fahrtstuhl zum Schaffott war, ist hier das Richard-Gere-im-Mercedes-Cabrio-durch-Kalifornien-mit-Georgio-Moroder-Blondie-Soundtrack3: Nachdem ich die Auftaktszene von American Gigolo gesehen hatte, dachte ich es auch: Meinetwegen können die nächsten zwei Stunden kreischende Teletubbies kommen. I will love this movie.

    Erfreulicherweise kamen Richard Gere, Anzüge und Bill Duke.

    Not full, aber das ist frontal. Zwei Häuser neben dem Yorck-Kino.

    Links

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    Die Süddeutsche klärt auf. Wie kommen Zeiten wie „3 Stunden“ auf Wanderwegweiser? Für seine Wegweiser nutzt der Alpenverein eine Formel, um Wanderzeiten zu errechnen, abhängig von Höhenmetern und Entfernung. (via Christian)

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    Ich lernte im Juni: Auf See und ohne W-LAN funktioniert die Onleihe nicht.

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    Liesel bloggt wieder!

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    Für Reisendenker: The Demise of an Empire: How Lonely Planet stopped serving the very people it was created for (via Johannes)

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    The 1969 Memphis Country Blues Festival – als „Blues“ noch Rhythm and Blues und Soul und Blues und keine Museumsveranstaltung war. (via Ligne Claire) Der Film erinnert mich stark an den Aretha-Franklin-Konzertfilm oder E.P.I.C. (aber in schlechterer Bildqualität)

    Anmerkungen

    1. Yorck Unlimited No . 29 – 8,21€ pro Film ↩︎
    2. Wenn mensch American Gigolo kennt, schaut mensch auch Pretty Woman komplett anders, in dem der ältere Richard Gere plötzlich der Kunde ist. ↩︎
    3. Madame bemerkt wie ähnlich der Anfang von Call me/Blondie in American Gigolo dem Song Born to be wild in Easy Rider ist. Das stimmt. Und ist spannend, weil beide Songs Menschen auf der Straße unterlegen: Motorradzottel in Easy Rider, Anzug-im-Mercedes in American Gigolo. ↩︎