Kategorie: Alltag

  • 23-04-11 Zahl der Gäste mal drei plus ein ganzer Kuchen

    23-04-11 Zahl der Gäste mal drei plus ein ganzer Kuchen

    Eine Hochzeit steht am Horizont. Und welche bessere Gelegenheit gibt es, diese ausführlich zu besprechen als ein österlichen (Schwieger)familien-Besuch. So viele Cousins, Cousinen, Tanten und andere Anverwandte. So viele Details von der Wahl der Musik bis zur Wahl des Weines. Es wird so spannend!

    Ostern fahren wir traditionell in den Frühling. Vom Braun-nassen Berlin geht bis nach Südbaden in das Land der sonnenbeschienenen blühenden Obstbäume. Bei Frankfurt ungefähr liegt die Grenze zwischen braun und hellgrün-mit-weiß,-gelb-und-rosa.

    Es war Ostern wie es sein soll: Mit Updates über alle bekannten Verwandten und über unbekannte Verwandte als Bonus, mit Lammbraten und Kroketten, Gemüsebeilagen, grüner Sauce, Trümmertorte, Apfelkuchen, und zwiebelschalengefärbten Eiern. Das Hauptfestmahl zum Gästebesuch bestand aus russischen Eiern, Kartoffelsalat, verschiedenen Salaten und Sticks. Natürlich Sticks!

    Aufgelockert wurde dies durch diverse Spaziergänge. Inhaltliches Highlight: die inspirierende Gartenausstellung im Vitra-Design-Museum Weil am Rhein mit anschließender privater Kurzbesichtigung der Gartenstadt Weil. Aber dazu später mehr.

    Blick in den Garten mit blühenden Bäumen und Kamelien.

    Auf der Rückfahrt gab die die Deutsche Bahn alles: Personenschäden im Gleis, Personalausfall (mehrfach), Zugwechsel, Züge in umgekehrter Wagenreihung, Ausfall der Kühlung im Bistro. Und ganz neu: Anschlusszug lässt den Umsteigebahnhof aus. Trotz aller Widrigkeiten kamen wir im Umsteigebahnhof Mannheim an. Die Zeit zum Zugwechsel würde dank vorsichtiger Planung sogar noch bequem reichen. Der Anschlusszug fährt halbwegs nach Plan. Aber er lässt den Halt in Mannheim aus. Wo kein Zug, da kein Umstieg. Und trotzdem erreichten wir noch (sehr knapp) vor Mitternacht den Bahnhof Berlin-Südkreuz.

    Vor lauter Begeisterung kaufte Madame aus dem fahrenden Zug heraus per WifionICE zwei weitere Langstrecken-Bahnfahrkarten – eine davon sogar für einen Nachtzug. Wir wollen ja zur Hochzeit gelangen.

    Gelesen: Georges Simenon: Maigret hat Angst. Zu Maigret schreibe ich vielleicht auch an anderer Stelle mal mehr. Ich merke mir auf jeden Fall die chronologische Liste der Maigret-Bücher.

    Die Fernuni meldete sich: Die Mathe/Statistik-Klausur habe ich bestanden. Damit: Bestanden: 5. Nicht bestanden: 0. Noch übrig: 11.

    Ein Clown kaufte einen Wohnwagen.

    Bianca Schwimmblog möchte Schwimmbäder neu denken.

    Hotel Mama hörte die Matthäuspassion im Duome di Milano.

    Der Blogevent „Essen voller Erinnerungen“ hatte ich bereits verlinkt; und nun über diesen auch die spannende Geschichte von Gabi „USA kulinarisch“ Frankemölles Hawaii-Aufenthalt, dem Sloppy Joe in Wyoming dem Sweet and Sour Fish erfahren.

    Bereits Ende Januar eröffnete in Amsterdam ein Unterwasser-Fahrrad-Parkhaus für mehrere tausend Räder (die Quellen schwanken zwischen 4.000 und 7.000): Preisgekröntes Unterwasser-Fahrradparkhaus in Amsterdam

  • 23-04-06 Blutleer

    23-04-06 Blutleer

    Madame benötigt eine Tasche für Madame Hardy.

    Mittwoch war ein blutleerer Tag. Er begann aktiv. Ich nutzte die Chance, neben einem ICE-Bahnhof zu arbeiten. Ich konnte Madame erst zum Zug bringen, einmal über die Straße gehen und mich dann ungewöhnlich früh in der Zeiterfassung anmelden. Dann wurde es inaktiver.

    Meine leichte Befürchtung – kurz vor Ostern, nix los, was mach ich dann? – zerschlug sich schnell. Die Menschen, die schon in den Osterferien sind wurden ersetzt durch die Gehetzten, die noch vor ihrem Osterurlaub alles fertig bekommen wollen. Sei es durch das frühe Aufstehen, sei es als Nachwirkung des großes Blutverlustes vom Dienstag (aka Blutspende) – ich hatte bestenfalls das halbe Arbeitstempo wie sonst; und so war der Arbeitstag dann doch ausgefüllt.

    Durch den Flurfunk lernte ich, dass von-Bewerbung-bis-Vertragsunterschrift bei der Berliner Feuerwehr anderthalb Jahre vergehen können.

    Ich genoß einen langsamen Heimfußweg durch die Sonne. Drei Einflussfaktoren bestimmten den Abendeinkauf bei Lidl. (1) Ich war komplett phantasielos. (2) Madame nicht anwesend. (3) Donnerstag würde Mobiles-Arbeiten-Tag-in-der-Wohnung werden. Es endete in Blumenkohl mit Sucuk-Chili-Tomatensauce.

    Die Fernuni hatte auch per Post geschrieben, dass ich die Extrernes-Rechnungswesen-Klausur bestanden hatte. Nach dem Kochen war es perdü. Weder reichte die Energie für WMDEDGT noch für Duolingo. Kitchen Impossible und ich verbrachten den Abend zusammen.

    Heute Home Office. Es wurde ruhiger. Allerdings haben die Bäder an Ostern offen. Nach Möglichkeit will man deren Probleme noch lösen, bevor auch die letzten Techniker und Dienstleister in den Feiertags-Notfallmodus umschalten. (Tipp am Rande: das Strandbad Wannsee öffnet Karfreitag)

    Abends gruschtelte im Haushalt herum. Ich sortierte die Bahn-Großbestellung vom Dienstag in diverse Kalender, aß Sucuk-Blumenkohlreste, postete die Wiederfind-Links für Liftoff und fand bei der Bench-Boden-Press dank des ungewohnten Blickwinkels ein lange gesuchtes Buch im Regal wieder. Ich begann damit, Fotos vom Wochenende vorzusortieren bzw. erstmal zu löschen.

    Selbstba-Rasen,äher auf Puppenwagengestell mit Waschmaschinenmotor. Blau beleuchtet.
    Agroneum Alt-Schwerin. Eigenbau-Rasenmäher aus der DDR, vermutlich auf Puppenwagengestell.

    Fundstücke

    Die Wikimedia Foundation baut Stellen ab.

    Am 13/14. Mai findet in Berlin, in der Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, die 50. Deutsche Meisterschaft im Unterwasserrugby statt. Ich bin geneigt dort hinzugehen – schon allein aus Neugier, um zu sehen wie ein Zuschauersport funktioniert, bei dem man nichts sehen kann.

    Über Frau Zimtkringels Obstkuchen 1978 stieß ich auf den Blogevent Essen voller Erinnerungen.

    Der Artikel What It’s Like To Stop Using Google Search brachte mich dazu, endlich die Standard-Suchmaschine meines Browsers zu DuckDuckGo zu wechseln. Für diejenigen, die keinen englischen Text lesen möchten, die beiden Kernthesen: (1) Ein Großteil aller Suchen sind extrem einfach (Wikipedia-Artikel zu etwas, Öffnungszeiten von etwas, eine Homepage von deren Existenz du schon weißt) – das bekommt jede Suchmaschine hin. (2) Für komplizierte Suchen gibt es spezialisierte Suchmaschinen oder jede Möglichkeiten, die Suche zB in DuckDuckGo zu verfeinern. Auch da ist Google nicht der beste Weg. Ich stelle um und werde testen.

    Passend dazu fiel ich in ein Loch „das Internet vor Google.“ Das 1990er-Internet lebt. Und noch faszinierender: All die hier verlinkten Websites sind aktiv und haben Mini-Communities.

  • 23-04-04 14 x 0- (13,5)

    23-04-04 14 x 0- (13,5)

    Madame kaufte Hawaii-Eier.

    Ostern nähert sich. Die Straßen und Busse sind leer. Waren die letzten Fahrten zur Blutspende immer beengte Angelegenheiten im M85er-Bus, der im Stau stand, erreichte ich heute in Rekordzeit das Benjamin-Franklich-Klinikum. Allerdings nutzten viele Menschen die freie Zeit zum Blutspenden. Trotz Terminvergabe herrschte dort Stau,

    5 E

    Entdeckung: Die Masken sind gefallen. Selbst das Blutspendepersonal und die Spender*innen (die selbst zum signifikanten Teil im Klinikum arbeiten) waren durchgehend maskenlos unterwegs. Deren Einschätzung traue ich.

    Erfreulich: Die immerwährende Querdenkerdemo befindet sich in Auflösung. Während sie noch im Winter viele Dutzend Meter auf dem Mittelstreifen der Schloßstraße stand wenn ich zur Spende fuhr, und genauso Schilder hielt auf dem Rückweg, waren diesmal nur Schrumpfungserscheinungen zu sehen. Ein halbes Dutzend Demonstrant*innen, die erst Aufbauten als ich kam und schon wieder fast eingepackt hatten als ich ging.

    Erfreulich 2: Ich sah meinen ersten BVG-Elektrobus in freier Wildbahn. Noch erfreulicher: Er fuhr halt einfach so durch die Gegend fuhr und wurde nicht mal speziell als E-Bus beworben.

    Erfreulich 3: Unser Nachbarspäti darf wieder mit der DHL zusammenarbeiten, Pakete annehmen und ausgeben.

    Erfreulich 4: Der Kaptain fährt nach Hörnum.

    Rostock

    Wunderlich: Die Rostocker Altstadt liegt erkennbar auf einer deutlichen Anhöhe mit steilen Abhängen, und das mitten im Küsten/Flussmündungsbereich. Wir fragten uns: ein Fels? Eine Endmöräne? Etwas anderes? Aber der Wikipedia ist das in ihrem ausufernden Artikel keine Erwähnung wert, obwohl es doch das erste ist, was man von Rostock sieht (und dann auch in den Beinen merkt)

    Endlich gelang es uns, Rostock unter normaltouristischen Umständen zu sehen. Vor vielen Jahren war ich dort auf einer Veranstaltung, wurde aber quasi von der Veranstaltung in Kneipen und dann ins Hotel gezerrt. Es wirkte alles hübsch, aber es waren kurze Eindrücke.

    2022 besuchte ich die Stadt mit Madame. Es war Januar. Kalt, eisig, dauerdunkel, wegen Corona hatte alles geschlossen, alle unseren liquiden Mittel waren über Weihnachten verschwunden. Eigentlich hatten wir auch keine Zeit für die Stadt. Selbst unter diesen desolaten Umständen merkten wir: Rostock hat Flair.

    Dieses mal also immerhin zwei Tage. Von unserer funktional-preiswert-wunderbaren Basis im Citymaxx einen kurzen Fußweg über Petribrücke und Warnow direkt in die Altstadt. Halb Rostock beim Ausgehen treffen (Abends im Golden Bay, Frühs in der Likörfabrik) und durch die Altstadt und entlang des Stadthafens bummeln. Altstadt mit Seeluft – davon könnte ich Fan werden. Und dass so ein echter internationaler Güterhafen in der Nähe ist, wertet jede Stadt atmosphärisch auf.

    Rostock – wir kommen zurück.

    (Dank des Bodenschutzkonzeptes Rostock (pdf) weiß ich inzwischen, dass der Siedlungskern aus Pararendzinien besteht, die entstanden weil (a) die Warnow den Geschiebemergel der Gegend immer weiter abgegraben hat (b) die Menschen halt immer weiter Zeug auf den schon bestehenden Hügel geschüttet haben.)

    Die Fernuni schickte neue Matheunterlagen. „Lektion 2: Graphen“ holte einen Endgegner hervor: Das Haus vom Nikolaus und das Doppelhaus vom Nikolaus. Es kann sein, dass dieser crazy, funky Kurs mein Studiumsverderben wird, weil ich die Klausur nie bestehen werde. Aber dann ist es so wie Herzinfarkt in der Achterbahn: Perfekt gescheitert.

    Fundstück

    Ein Blog war vielleicht nicht was es schien. Auf Twitter (im Walled Garden) findet eine wilde Diskussion statt, ob die Bloggerin „Jule Stinkesocke“ etwas frei erfunden oder total frei erfunden war, und was das ethisch bedeutet. Verschärfend kommt hin zu, dass ein mittelalter Mann aus der Perspektive einer jungen querschnittsgelähmten Frau geschrieben haben soll. Insbesondere die häufigen Fäkal- oder Köperflüssigkeitsbemerkungen wirken in den Kontext creepy.

    Ich selbst bin in den letzten Jahren mehrfach über das Blog gestolpert, aber es hat für mich beim Lesen nie „Click“ gemacht, so dass ich wenig beitragen kann. Da bisher vor allem Krawallmedien berichten und die Twitter-Diskussion ohne Account nicht sinnvoll verfolgbar ist, verlinke ich als gehaltsvollste Quelle eine Reddit-Diskussion.

  • 23-04-02 Sommerferien in Wales

    23-04-02 Sommerferien in Wales

    Manchmal, selten, fahren wir auf der Autobahn A19 an Seen, Wäldern und braunen Hinweistafeln vorbei. Bei wiederholten Tätigkeiten bildet sich schnell eine Tradition. Und so wurde es zur Tradition, dass Madame bei der braunen Autobahntafel „Agroneum Alt-Schwerin“ erwähnte, dass wir dort unbedingt hinfahren müssen. Sie besuchte das Museum einst im Rahmen einer Exkursion der Hamburger universitären Museumswissenschaft und staunte.

    Traditionen müssen gebrochen werden.

    Auf einen kleinen Tipp hin, schenkte uns der Kaptain zu Weihnachten einen Ausflug nach Alt-Schwerin, den wir zu einem MV-Wochenende ausbauten. Auf dass Madame etwas anderes sagen wird, wenn wir wieder an der Tafel vorbeikommen.

    Freitag: Berlin -> Lenz (Malchow) -> Malchow -> Lenz (Malchow)

    Nachdem unsere Arbeitgeber uns in die Freiheit entlassen hatten, packten wir Sachen und brauchen auf nach Norden. Direkt nach der Autobahnabfahrt fanden wir uns auf feldigen Feldwegen, fuhren teilweise im Schritttempo, da wir weder die Rehe neben der Straße noch die Herde Mufflons auf der Straße anfahren wollten.

    Wir warfen Koffer im Hotel ab, fuhren auf die andere Seite des Petersdorfer Sees und landeten in Malchow in „Dat Fischhus„. Das Internet war sehr angetan, nur einige Leute beschwerten sich lautstark und mit leicht jammernden Unterton über die Blonde Frau, die so unhöflich ist. Vor meinem inneren Auge baute sich die Hoffnung auf eine total freundliche, resolute Wirtin auf, die es nicht abkann, wenn man ihr komisch kommt. Und meine Hoffnung wurde nicht enttäuscht. Guter Fisch zudem.

    Unser Hotel, das Boutique & Art Hotel Lenz war stilvoll genug, um sich in der Lounge/Bar noch einen Absacker-Negroni zu gönnen. Wir wankten an Drucken der Berliner Schule der Malerei ins Bett. Uns faszinierte: Dieses Hotel begann sein Leben als Jugendfreizeitheim der DDR. Wenn man es weiß, kann man es ahnen. Aber der Charakter des Hauses drehte sich seit der Wende um ungefähr 170 Grad.

    Samstag: Lenz (Malchow) -> Alt-Schwerin -> Malchow -> Rostock

    Samstag folgte der anvisierte Höhepunkt. Das Agroneum, ehemals Agrarhistorisches Museum Alt-Schwerin. Dieses Museum teilt sich in zwei.

    Die Innenräume im Dorf direkt. Die sind so speziell, dass sie museumswissenschaftliche Exkursionen lohnen. Die damalige Ausstellung wurde 1988 zu Ende der DDR gestaltet und seitdem als „Museum im Museum“ nicht mehr angefasst. Man erfährt nicht nur etwas über die landwirtschaftsgeschichte Mecklenburgs, sondern auch wie die DDR sich Museen vorstellte. Und für uns beide führte eine Memory Lane in die 1980er, denn natürlich gab es genug Trends der Museumspädagogik, die auch in West-Museen der 1980er standard waren und inzwischen verschwanden.

    Innenleben eines Traktors in Ausstellungshalle.
    Im Schaudepot auf dem Freigelände

    Das Freigelände befindet sich am Rande des Dorfes und lebt zeitlich deutlich mehr im Jahr 2023. Es präsentiert landwirtschaftliches Gerät aller Art. Angefangen mit vielen Dutzend Pflügen bis hin zu DDR-Agrafliegern, die Felder düngten. Mich beeindruckten besonders die Dreschmaschinen, teilweise in der Größenordnung fahrender Fabriken und so sehr low tech, dass jeder Riemen und jedes Teil zu sehen ist, sowie das Dutzend Eigenbautraktoren aus DDR-Zeiten, die aus Trabant-Motoren, LKW-Achsen und rumänischen Gelädenwagengetrieben zusammengeschweißt wurden.

    Es war eisig, windig und immer wieder regnerisch. Madame fühlte sich an Sommerferien in Wales erinnert: „Ich stehe um Regen und besichtige Dampfmaschinen.“

    Abends: Rostock. Hafenspaziergang.

    Sonntag: Rostock -> Berlin

    Frühstück in der Alten Likörfabrik mit Pancakes und Hafenleberwurst. Ein Bummel durch die Rostocker Altstadt und den Ostermarkt (mehrere Stände boten gebratene Leber an – wir sahen so etwas noch nie auf einem Volksfest) und dann über den Stadthafen zurück zum Auto.

    Das Auto brachte uns ins Hansaviertel zur Schwimmhalle Neptun: ein mehr als spannendes DDR-1950er-Prestigebad. Aber dazu später an anderer Stelle mehr.

    Der Rückweg führte uns an „unserem“ Spargelhof vorbei und staunend stellte ich fest, dass die Saison schon begonnen hat. Der Parkplatz war voll, der Hofladen verkaufte Spargel (zur Orientierung und Erinnerung: Stangenspargel ab 12€ / Kilo in höheren Qualitätsklassen aufwärts, Spargelbruch 12€/2 Kilo. Wir aber nutzten die Vorteile Berlins und ließen uns von Neapolitanern inmitten von diversen italienischen Familien Pizza Margherita zubereiten und servieren.

    Fundstücke

    Irgendwie ging ich davon aus, dass ich mich schon kreuz und quer durch Gabriele Frankemöllers Slowcooker-Blog gekocht habe. Aber ihre Liste der 10 ganz neue beste Slowcooker-Gerichte enthält nur mir unbekanntes. Das sollte geändert werden.

    Durch Zufall entdeckte ich, dass das Stadtbad Schöneberg eine Filmkulisse geben darf. Zumidenst sehen mir die beiden Hallenfotos danach aus. Mirage kann am 17. April im Kino gesehen werden im Rahmen des Achtung Berlin Filmfestivals.

    Irgendwann zwischendurch unterhielten wir uns über Die Nebel von Avalon. Mein kurzes googlen: „Was wurde aus Marion Zimmer Bradley“ war schocking.

  • 23-03-30 Heckenrind und Weidehuhn

    23-03-30 Heckenrind und Weidehuhn

    Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so müde bin. Zeitumstellung vermutlich.

    Oder die fehlende Fahrradfahrt vom Mittwoch, als das Rad noch beim Fahrradmeister stand, ich stattdessen den Bus nahm. Das Rad ist inzwischen zurück. Er meinte noch „Naja, war ja auch länger nicht hier. Ich habe alles gemacht.“ Freundlicherweise war das „alles“ aber weniger „alles“ als sonst oft. Oder der Meister hat die Preise gesenkt.

    In Tröt erfuhr ich, dass Bayern (als Arbeitgeber) mit dem Deutschlandticket Jobticket-Probleme hat. Während die Länder Berlin, Baden-Württemberg und der Bund kein Problem haben die Jobtickets für Landesbedienstete auf das Deutschlandticket umzustellen, ist dies den Bayern nicht möglich. Brandenburg weiß noch nicht, ob es geht.

    Im dritten Anlauf hat die Gartenwasserzählerwechslung funktioniert. Der Grundwasserspiegel im Revisionsschacht ist weit genug gesunken, um den Schacht wieder mit Gummistiefeln ohne Tauchpumpe betreten zu können. Während Madame am Bungalow auf den Gartenwasserzählerauswechslungshandwerker wartete, spielte ich in Berlin mit Get-ADUser.

    Die Straße auf der ich ausnahmsweise nicht mit dem Fahrrad fuhr, ist die Staatsbesuch-Ankunfts-Straße. Schon Mittags auf dem Weg zur Pause standen Polizisten bereit, die im Falle von Karls III. Ankunft, die Straße freihalten sollten. Nachmittags zur Durchfahrzeit, blieb Louis erstaunlich lang in der Zigarettenpause. Er schwört, kein Union-Jack-Winkelement zu besitzen.

    Straßenkreuzung mit weißem VW Bulli und neues Bürogebäude
    Hier kommen die Staatsbesuche vorbei.

    Laut einer deutschen Website gab es zum Festmahl mit Karl III. Heckenrind und Weidehuhn. Während das Weidehuhn sich schnell als frei auf einer umzäunten Weide lebendes Huhn identifizieren ließ, forschte die vereinigte Wikipedianerschar dem Heckenrind länger hinterher. Laut englischen Quellen gab es nur „Beef broth“ und keine Hedgecow. Die Experten einigten sich auf einen Schreibfehler, der wohl ein Heckrind bedeuten sollte. Erstaunlicherweise ist dessen Fleisch im Handel.

    Via Madame und den Guardian wurde ich auf den Film „Seaside Special“ aufmerksam. Eine deutsche Dokumentation über den Brexit in der Brexit-Hochburg Norfolk – der anscheinend sowohl von den Leuten in Norfolk, dem deutschen Publikum und den strongly Remainers des Guardian gemocht wird.

    Den Trailer finde ich reizvoll. Allerdings scheine ich zu spät dran zu sein, um den Film im Kino zu sehen. Und zu früh für DVD oder Fernsehen oder Streaming. Vielleicht sollten wir auch mal wieder nach Norfolk fahren. Zum urlauben ist es dort traumhaft.

    Heute Abend allerdings geht es nirgends mehr hin. Selbst zu müde für das Konzert. Falls jemand spontan Karten für Comet is Coming im Festsaal Kreuzberg benötigt -> bitte hier melden.

    Vorteil daran: Madame hat genug Zeit, um Linsen-Lauch mit Löwenzahnsalat nach Ottolenghi bzw. Chilli und Ciabatta zu bereiten.

  • 23-03-28 Gurka Inlagd

    23-03-28 Gurka Inlagd

    Mr. Elliott packte ein Paket voller Baustellenhütchen aus. Vielleicht ganz praktisch. Der Quartalswechsel wirft Schatten voraus.

    Ein abteilungsfremder Kollege hatte etwas zu feiern. Dazu besorgte er für alle Anwesenden mehrere Packungen IKEA-Hot-Dogs besorgt. Das empfand ich als charmante Idee.

    In Schöneberg begegnete uns ein Geschäftsmann, der darauf hinwies, dass er als israelischer Entrepreneur sehr verhandlungsfreudig sei. Wir antworteten, dass wir als deutsche öffentlich Bedienstete unflexibel und stur sind.

    Frau Hinten im Garten malte Postkarten. Von November bis März und im März.

    Karen wählte in Finnland: Wählen leicht gemacht.

    Ich lernte: Es herrscht eine Art Social-Media-Kleinkrieg zwischen Menschen, die mit alten Büchern umgehen und der Öffentlichkeit. Die Öffentlichkeit besteht darauf, dass diese Bücher mit weißen Handschuhen angefasst werden müssen. Menschen, die davon Ahnung haben, lehnen das ab – dann durch die Handschuhe verliert man Tastsinn; man neigt eher dazu, Seiten einzureißen oder Bücher aus den Händen gleiten zu lassen.

    Sieht die Öffentlichkeit aber ein mit-nackten-Händen-behandeltes Buch regt sie sich auf. Das Ganze führt soweit, dass zum Beispiel die großen Auktionshäuser intern kostbare Bücher mit den Händen fassen, bei öffentlichen Auftritten aber Handschuhe benutzen.

    Die frühmorgendliche Sonne verleitete mich dazu, nur mit Pullover begleitet zur Arbeit aufzubrechen. Nur damit ich nach 200 Metern durch einen Schneesturm radelte.

    Blick von oben auf einen kleinen blühenden Obstbaum, darunter ein Gartenweg,

    Aber seit heute Abend ist das Fahrrad ist eh beim Fahrradmeister, der Bremsen, Schutzblech und mögliche Überraschungsschäden in Ordnung bringt. Ab morgen darf ich den ÖPNV benutzen.

    Spannendes Fundstück zum Thema U-Bahn in Berlin. Geschrieben von Pedestrian Observations.

    Der/die Autor*in ist Anhänger*in von Öffentlichen Nahverkehr und Fußgängerfreundlichkeit, hat trotzdem/deswegen gar keine Geduld oder Verständnis für die zahlreichen Lebenslügen und Schrulligkeiten der deutschen Verkehrslinken und ihrer Fahrrad/Tram-Begeisterung. Eine spannende Lektüre aus einer für Deutschen ungewohnten Perspektive.

  • 23-03-26 Pluto in den Taubnesseln

    23-03-26 Pluto in den Taubnesseln

    Gute Nachricht: Der Regen der letzten Monate und wirkte selbst in den tieferen Bodenschichten unseres Gartens. Im Revisionsschacht des Gartenwasseranschlusses steht das erste Mal seit 2017 wieder Grundwasser.

    Schlechte Nachricht: Eigentlich hätte ein Handwerker in diesem Schacht arbeiten sollen. Der hätte Probleme gehabt bis zu den Knien im Wasser zu stehen. Die Rückkehr des Handwerkers wird am Montag erfolgen, zusammen mit einer Tauchpumpe.

    Es war ein Übergangswochenende. Ähnlich wie eine Übergangsjacke, nur mit ganzen Tagen. Nach der Winterkultursaison mit Oper und Konzerten (und wir waren so viel aus diesen Winter wie vielleicht noch nie seit wir in Berlin sind) werden Sommer-Wochenenden in den Hamptons im Brandenburger Bungalow folgen.

    Das Übergangswochenende beinhaltete Gartentage, Grillen, Baumschneiden und den halbjährlichen Siedlungsubbotnik. Es wechselte zu Essen-gehen-in-Berlin-Mitte und der Komischen Oper. Heute Nachmittag geht es vielleicht – je nachdem ob wir nachher wieder ausgehfähig sind – in eine Kulturkirche.

    Freitag früh: Kurz nach 6:30h die Wohnung Haus verlassen. Brandenburger Handwerker sind Frühmenschen. Wenn wir im Jahre 2023 einen Handwerkertermin bekommen haben, will ich niemand warten lassen. Ich kam an, schaute in den Revisionsschacht und dachte „Fuck.“ Da wir das Wasser am Haupthahn abgedreht hatten, durfte ich erst selber hinuntersteigen in das 4-Grad-Wasser bis an die Knie und das Haus wieder anschließen. Dann, immer noch im Halbschlaf, Handwerker umorganisieren.

    Am frühen Nachmittag kam Madame mit dem Zug nach. Zeitgleich verzogen sich die Wolken. Wir bewunderten den grüngrünen Garten; Scilla, Narzissen, Lungenkraut, und Taubnesseln. Entgegen unserer Befürchtungen hatten wir die Erstblüte noch nicht verpasst, gerieten mitten in diese.

    Taubnesseln vor Osterglocken (eine aufgeblüht, andere am Aufblühen)

    Madame griff zur Astschere, ich zum Grill. Frühjahrsangrillen erfolgte mit Grillgut, dass bei Sturm und Hagel auch gut küchen- und herdfähig gewesen wäre: Bifteki und Winter-Grillgemüse (Kürbis, Karotten, Petersilienwurzeln, Staudensellerie).

    Abends; Ernsthaftere Blick in die Semsterunterlagen SS2023: Die Algorithmische Mathematik wird crazy stuff.

    Samstag: Antreten zur Siedlungs-Gartenarbeit. Madame arbeitete mit der Astschere weiter an Bäumen und Rosen auf den Gemeinschaftsflächen. Ich harkte Eichenlaub zusammen. Und dank stetiger Windböen tauchten erste Gedanken an die antike Mythologie auf: Hallo Sisyphus.

    Nachmittags zurück nach Berlin, zur letzten Runde unserer privaten Barrie-Kosky-Festspiele dieses Winters. Die Anfahrt erfolgte aus Verlorenort per Auto, nicht wie sonst aus Schöneberg per Bus. Die Peking-Ente, das Restaurant zwischen Bushaltestelle und Komischer Oper, lag also nicht auf dem Weg. Wir kehrten ins Goodtime ein (Gado Gado bzw. Bebek Kokos / Ente + Auberginen).

    Danach: Barrie Kosky / Jacques Offenbauch / Orpheus. Mir fehlen noch die Worte für das was ich erlebte. Aber selbst nachdem wir diesen Winter schon vier Kosky-Inszenierungen gesehen haben und uns langsam an seine Stilmittel und Ideen gewöhnen: die Dichte großartiger und neuer Ideen jedes Mal ist atemberaubend. Aber seht selbst. Schön wie schon bei „I Am what I Am / Ein Käfig voller Narren (vor ein paar Wochen)“; Welthits im Kontext ihrer Entstehung zu sehen. Nebenentdeckung: Jacques Offenbach hatte bessere Librettisten als Mozart. Im Publikum bei Orpheus nicht so viele Federboas wie beim Käfig. Aber wir sahen Goldlamé-Kleider und Regenbogen-Doc-Martens.

    Nachts um Eins ins Bett. (schon gezählt in Sommerzeit) Ein würdiges Urlaubsende.