Akustisch gestaltete Wand der Elbphilharmonie

26-04-04 Odometer 200000 (Berlin->Dithmarschen(Hamburg 🔁))

Auf der Autobahn: Riesen-Pick-Ups mit Riesen-Wohnwagen. Ich versuche mir kurz eine Version meiner selbst vorzustellen, die in ihrer Jugend so abbog, dass sie heute.. NEIN!

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Madame erzählte, warum sie Hosentaschen junger Männer mustert und warum ihre Prüflinge gerne mit Schlumpfhosen und Moon Boots zur Prüfung erscheinen.

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Der Kaptain buk Mandelkuchen.

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Die Küstenseeschwalben sind noch auf Wanderschaft. Bisher kehrten nur die Lachmöwen in die Kolonie zurück.

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Es waren konzertante Reiseostertage, oder Osterreisetage.

Sand im Salatgetriebe

Manchmal versuche ich Sand-im-Getriebe des globalen Kapitalismus zu sein, indem ich bei McDonalds Mehrwegbecher bestelle. Das ist möglich, aber offenbar so wenig McDonalds-durchrationalisiert, dass selbst der Feld-Wald-und-Wiesen-AöR-Prozessmensch in mir weint, wenn er die Umstandskrämerei betrachtet, die diese Bestellung und die Pfandeinlösung in der Filiale auslösen.

Dazu auch noch Salat. Wenn wir die Filiale schon mit unvorhergesehen Wünschen irritieren, dann konsequent. Wir lieben es funky. Zumal ich mit einer Salat-Bestellung die Pflanzen-der-Woche-Liste gleich um fünf erweitern konnte:

  • 57 – Eisbergsalat
  • 58 – Lollo Rosso
  • 59 – Endivie
  • 60 – Frissee
  • 61 – Radicchio (sagt das Internet dass er drin wäre. Ich habe keinen gesehen)

Also deshalb lieber die echte 61 aus dem Falafel-Wrap vom Vortag:

  • 61 – Kichererbsen

Geisterautos

Für’s Protokoll: Autogas kostet derzeit für uns zwischen 1,08€ und 1,12€. Das ist gerade von Belang, denn wir müssen deutlich öfter tanken als normal.

Ein Geisterauto auf der nächtlichen A24 ganz ohne Beleuchtung, das sich auch durch Signale anderer nicht zur Lichtentzündung bewegen lassen wollte.

Ein anderes Auto auf der A23, das immer wieder mit Warnblinker auf den Standstreifen fuhr, um uns wenige Minuten später mit 180km/h zu überholen.

Zahlreiche Freunde1 der Lichthupe quasi überall. Ich überlegte kurz, ob es überzeugte Christen sind, die ob der nahenden höchsten Feiertage in emitionale Aufwühlung gerieten. Aber ich verwarf den Gedanken. Wahrscheinlich war die Lichthupe ein fast schon verzweifeltes Hilfesignal „Die Zivilisation überfordert mich! Ich wäre jetzt viel lieber in einer Höhle und würde von Mammuts träumen! Helft mir!“

Erlebnisse, die im Moment irritierend waren, aber nicht den Eindruck der Fahrt von Berlin nach Dithmarschen verwässerten, die aller Vorösterlichtkeit zum Trotz entspannt und ruhig war.

Abgerundet wurde dieses im Ganzen friedlich entspannte Reisegefühl durch das ein- oder andere Osterfeuer, das sich entlang der Strecke sehen oder riechen ließ.

Bereits kurz nach der Abfahrt erreichte der Subaru seinen Kilometer 200.000. Damit wird er dieses Jahr nicht nur volljährig, sondern erreichte auch einen Kilometer-Meilenstein.

Einzig der Geruch nach Gummi, störte. Aber das wurde erst ein Thema für den nächsten Tag.

„Ist halt Subaru“

Machen ADAC-Techniker Fortbildungen, in denen sie lernen, das Auto des Clubmitglieds zu loben? „Unser“ Techniker bestand diese Fortbildung offenbar mit Sternchen.

Der leichte Gummigeruch des Vorabends hatte sich über Nacht zu einem veritablen „Es fährt nicht los“ entwickelt. So standen wir also mit dem Techniker vor der offenen Motorhaube. Er sah sich das einmal an, holte ein Art Gartenschere aus seinem Kofferraum, griff in den Motor und sagte „Geht wieder.“ Auf unsere ungläubigen Blicke folgte ein „Ist halt Subaru.“

Er führte aus „Dieser Motor ist ein Geschenk“, weil alles so zugänglich und leicht erreichbar ist. Auch die defekte Klimaanlage, deren Keilriemen hier das Problem auslöste. Ein Schnitt mit der Gartenschere. Keilriemen und Klimaanlage waren damit zwar endgültig außer Effekt gesetzt, der Rest des Motors blieb unbeeindruckt. Frage „Stört das die Funktionsfähigkeit des Autos?“ Er: „Nur wenn sie in die Wüste Gobi fahren.“

Wir diskutierten kurz, ob eine Klimaanlage notwendig oder Luxus ist, er warf den Wiederverkaufswert des Autos ein. Der interessiert uns wenig, denn wir gedenken, den Forester zu fahren bis er auseinanderfällt oder der TÜV uns gewaltsam trennt.

Er „Stimmt. Sowas kriegen sie nie wieder.“ und „Die Subarus waren da ja für die Ewigkeit gebaut.“

Und so kam es, dass wir den ADAC rufen mussten, erfuhren, dass das Auto einen Schaden um 1000-1500-Euro-Bereich hat, und wir trotzdem danach ein gutes Gefühlt hatten.

Well played, Autoclub, well played.

Christus am Ölberge

Es stürmte auf der Südseite der Plaza. Kaum waren wir bei unserer Umrundung der Elbphilharmonie um die Ecke gebogen, erkauften wir uns den Blick, mit einem Gegenwind, der mich an abbrechende Äste gemahnte. Aber der Blick war es wert.

Oder auch die Blicke: Innen, Außen, Oben und Unten. Der Bau der Elbphilharmonie war ein ähnliches Drama wie der Bau des Berliner Flughagfns, das Ergebnis erhebt sich über die Vergessbarkeit des Verkehrsgebäudes in Brandenburg. „Spektakulär“ kein anderes Wort lässt sich sagen.

Der Blick auf Hafen und Stadt gleichzeitig, eine Perspektive, die viele autochthone Hamburger gefühlt immer haben, aber sie kaum sehen. Der Blick auf alle Kirchtürme. Die Barkassen und Hafenfähren, die Miniatur-Wunderland gleich, weit unten fahren. Die Treppenhäuser und Foyers; das Innere des großen Saals, der wirkt wie die Berliner Philharmonie, neugestaltet von Jonathan Ive und nach Erfindung der CNC-Technik. Komme herein, Bauer und Städter, Hamburger, Berliner und Kopenhagener: Komme herein und staune.

Und so kamen wir uns sie. Der Mann, der bei mir dezenten Sakkoneid auslöste durch seinen Sakko im Design der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche oder eines anderes geometrischen Glasfensters; der kleine Junge, der tapfer einen Beethoven und einen halben Haydn durchhielt bevor der doch Super Mario aus der Tasche zog; die junge Frau, die die Dramödie „meine erste steile Treppe in hohen Absätzen“ aufführte.

Überhaupt waren viele Familien anwesend. Und ein echtes Symphoniekonzert am Karfreitag zog anscheinend eine deutlich festlichere Konzertgemeinde an als Herr Buddenbohm sie erlebte.

Vielleicht das spektakulärste des Spektakels war der Klang. Egal, auf welches Instrument wir fokussierten: Es hörte sich an, als würden wir direkt daneben sitzen. Als der Trompeter einmal mit dem Fuß den Takt klopfte, wir hörten es vier Etagen weiter oben. Aber auch; jeder Huster irgendwo im Publikum, jedes vibrierende Handy einmal quer durch den Saal. In der klanglichen Überwältigung des Raumes reden wir hier von Weltwunderniveau.

Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze

Vorweg: Berührend war die Herzlichkeit mit der Dirigrent, Orchester und Vokalensemble vor und nach den Stücken miteinander umgingen. Das war um so beeindruckender, weil das musikalische Karfreitagsprogramm nicht herzlich war: Ringend, aufbrausend, schmerzend, feierlich, ruhig, donnernd – aber nicht herzlich.

Der Altmeister der alten Musik Jordi Savall führte mit seinem Orchester Le Concert des Nations und dem Vokalensemble La Capella Nacional de Catalunya ein Programm auf, das Ostern erst nahm.

Beethovens Oratorium: Christus am Ölberge – die dramatischen letzten Stunde Jesu im Garten Gethsemane bis zu seiner Verhaftung und Haydns Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze, feierlich, getragen fast schmerzlich in seiner Intensität. Der Moment als alles vorbei scheint, der Kampf vorüber und das Ende der Geschichte nah ist.

Von vielen vielen beeindruckenden Momenten vielleicht der gänsehautigste: Das Vokalensemble, ohne Orchester, steht und intoniert „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Akustisch gestaltete Wand der Elbphilharmonie

Badeanzug-Bärchenemoji

Haben sie diese amerikanische Kleinstadt schon einmal gesehen? ‘Courthouse Square’ auf dem Universal-Gelände spielte schon die Kleinstadt in Filmen von Tarantula bis Zurück in die Zukunft. (Oder To Kill a Mockinbird, Magnum, Knight Rider, Bruce Almighty.. you name it. Vermutlich haben Dutzende Millionen von Menschen diese Kulisse vor Augen wenn sie „US-Kleinstadt“ denken: Look familiar? ‘Courthouse Square’ is a regular character in film, tv

Menschen, die ich bewundere. Conny unterhält sich seit 2017 mit wildfremden Menschen am Telefon, die irgendwas von Wikipedia wollen:

Badeanzüge, die nicht schwarz sind und in denen frau trotzdem schwimmen kann. Ein ewiges Thema. Auch in Potsdam.

Ich lachte laut: „Für mich fühlt sich Spielen mit einem Controller immer ein bisschen an wie ein Alptraum: Ich werde auf einen Stuhl gesetzt und soll ein Verkehrsflugzeug sicher landen während gleichzeitig die Landebahn unter schweren Beschuss steht. Dazu drückt man mir eine Banane in die Hand, auf die jemand sämtliche Emojis geklebt hat, die es gibt. Dann erklärt man mir die Mechanik: „Um vorwärts zu fahren: Kotz-Emoji + Bärchen + Schraubendreher + abwechselnd Schildkröte von vorne und Clownsgesicht. Schildkröte von vorne!“

Anmerkungen

  1. Ich konnte die Fahrersitze nicht sehen. Aber glaubt irgendwer, dass hier gegendert werden müsste? ↩︎