Pikachu auf der Kofferablage.
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Ein reisender PC-Techniker flickte das südbadische Wlan.
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Im polnischen Zug nach Litauen flirteten eine Tschechin und ein Ukrainer auf Englisch, in dem sie sich über Gemeinsamkeiten und Unterschiede slawischer Sprachen unterhielten. Ein Deutscher bloggt darüber.
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Wie, um mich zu erinnern, dass ich ihrer Reichweite nie dauerhaft entkommen werde, schickte die Deutsche Bahn Planänderungen und Unmöglichkeiten für die letzten paar Rückfahrkilometer nach Berlin. Wir haben eine aufgehobene Zugbindung gewonnen.
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Es war ein Reisemontag: Go East! Das Reise-Ich ist dem Blog-Ich derzeit 24 Stunden voraus.
Zugteilung in Białystok
Um 8:57h sollte unser Zug fahren, eine der beiden (fast-)Direktverbindungen, die es derzeit auf Warschau Richtung Vilnius gibt. Um 9:15h fuhr er tatsächlich. Im Nebel überfuhren wir die Weichsel, erahnten einen letzten Blick auf den Weichselboulevard an dem wir am Vortag noch in der Abendsonne gelesen hatten.
Immer in den Osten fuhren wir: ein weiterer Halt an einem Nebenbahnhof in Warschau, anderthalb Stunden später ein Halt an einem Nebenbahnhof in Białystok, der Metropole Ostpolens, dann ein Halt in Białystok.
Zeitlich war nicht einmal die Hälfte der innerpolnischen Fahrzeit geschafft, aber bereits hier wurde eine Zughälfte abgehängt. Die Ansagen über „Anschlußzüge“ entfielen. Offenbar waren wir zwischen Białystok in Suwałki, Augustów und Bielsk Podlaski ganz allein auf der Strecke. Wir waren DER Zug.
Beim Blick aus dem Fenster zeigte sich eine Art Ausfransen menschlicher Landschaftsgestaltung. Die Zahl ungemährter blütenreichen Wiesen ohne offenbare Nutzung, aber mit Insekten, die ich selbst aus dem Fenster des fahrenden Zuges sehen konnte, nahm zu, ebenso die der sumpfartigen Landschaften oder der urtümlicheren Wälder. Strom- und Telefonleitungen wanderten aus dem Boden an Holzmasten, der Zug brach in ein Dauertröten aus, weil dauernd verlassen aussehende Feldwege unbeschrankt die Gleise kreuzten.
„Hier endet Europa“ wurde in Szene gesetzt, durchaus überzeugend. Die polnische Bahn gab sich Mühe den Eindruck zu verstärken: das Restaurant war nicht mitgefahren, der einzige Kaffeeautomat des Zuges war in Białystok geblieben, die Toiletten waren defekt oder ohne Klopapier. „Wer in den wilden Osten fährt, ist selber schuld“ schien die Ansage.
Wenn ich in die Wälder schaute, sah, wie nah Belarus auf der Karte ist, musste ich immer wieder an die Fotos und Filme denken, von Flüchtlingen aus Afrika oder dem nahen Osten, die vom russischen/belarussischen Staat nach Norden gelockt werden, an diesen Wälder ausgesetzt und dort mehr oder weniger legal von polnischen Grenztruppen zurückgeschickt werden.
Fast sah ich sie vor meinem inneren Auge: Familien, Männer, in komoplett fremder, einschüchterner Gegend, geworfen in ein Spiel das andere spielen. Aber natürlich sah ich sie nicht: so nah der Grenze waren wir nicht, die Wälder endeten weit vor dieser, zumal wenn ich das Westfenster des Zuges hatte,

Grenzspüren mit dem Hintern
Die Grenze zwischen Polen und Litauen sah ich kaum. Nur weil ich die Strecke intensiv auf der Railmap monitorte, bemerkte ich überhaupt die vielleicht 10/20-Meter-Schneise im Wald, die zwischen beiden Staaten lag.
Aber ich spürte die Grenze. Denn ab diesem Meter wurde die Fahrt ruhiger, der Zug holperte weniger und die Gleise waren in besserem Zustand. Auch die Landschaft veränderte sich: sie waren wieder menschlicher mikrogemanaget, die Zahl der Häuser nahm zu, die Straßen waren geteert und ab und an standen kleine Lärmschutzwände neben dem Gleis.
Schon vor dem offiziellen Umstieg in Mockava (sprich: Moskawa) von PKP auf LTG, von polnischer Normalspur auf litauische Breitspur, machte sich das neue Land bemerkbar.
In Mockava stiegen wir alle aus. Diesmal warteten auf den Nachbargleisen keine deutschen Kampfpanzer wie 2024 sondern große Mengen an Tankwagen: Öl? Gas? Der komplette polnische IC entleerte sich auf den Bahnsteig, bis auf dem Nachbargleis der litauische Fernzug einfuhr.
Alle Insassen des LTG-Zuges stiegen in den IC, alle Insassen des ICs danach in den litauischen Zug. Die litauische Schaffnerin ging noch einmal sicher, dass niemand aus Versehen zurückfuhr. Dann ging es weiter nach Osten.

Breitspurfreuden
Vorteile der Breitspur von 1524 mm gegenüber der Normalspur (1435mm): Die Spur ist knapp 10 Zentimeter breiter, der Zug wird dadurch breiter -> mehr Platz für die Passagiere.
Nachteil: Die russischen Invasionstruppen können in ihren Zügen darauf fahren. Eine Vorstellung, die mehr vor fünf Jahren absurd erschienen wäre, den Litauer*innen vermutlich schon damals nicht, und auch mir zunehmen wahrscheinlich erscheint.
Aber die russischen Truppen waren nicht weit weg – die Grenze zur Region Kaliningrad beträgt 35 Kilometer – aber doch weit genug, dass ich an bequemes Sitzen denken konnte und an Kaffee, der fehlte.
Leiderhin war die Schaffnerschaft so beschäftigt mit Kontrollieren und dem Bedienen der 1. Klasse, dass es uns bis Kaunas nicht gelang an Kaffee zu kommen.
Nachdem der polnische und der litauische Zug überraschend kaffeegeizig gewesen waren, fanden wir in den weiten Räumen des Kaunaser Bahnhofs ein Café, mit gutem Kaffee und Kaltem Hund (auf Litauisch „Faulheit“), gemütlichen Sitzbänken und offenbar wirklich von jemand vor Ort betrieben, nicht Filiale 11.000 eines Franchises.
Das freute. Aber auch dieses Café in Bahnhofshalle 3 offenbarte, was wir weiter in Kaunas entdecken sollte: die Stadt ist zu groß für ihre Nutzung, dier Bahnhof zu riesig für die handvoll Züge zwischen Vilnius und Marijupole, die dort am Tag anhalten.

Schwarzer Lichtschalter auf schwarzer Wand
Der Weg zum Boheme House , das selber nicht so genau weiß ob es ein Hotel ist oder Ferienwohnungen vermietet, war überraschend weit. Nominell sind Bahnhof und Haus beide in der Innenstadt – aber die eigentümliche Geographie von Kaunas sollte ein Thema bleiben.
Ebenso wie die autofreundliche Stadt in Extremus, die die Sowjetunion hier hinterließ. Dass wir vom Bahnhof zur Bushaltestelle zwangsweise die Koffer durch eine Unterführung – natürlich ohne Rolltreppe oder Fahrtsuhl schleppen mussten – weil eine unpassierbare mehrspurige Straße direkt am Bahnhof vorbeiführt was überraschend.
Noch überraschender aber, dass wir am Bahnhof auch weder Parkplätze sahen noch eine Möglichkeit, Mitfahrer*innen rauszulassen – er ist einfach komplett von der Stadt abgeschnitten.
Noch überraschender war, dass der Weg vom Bus zum Boheme House auch noch einige Kilometer durch eine Fußgängerzone führte, die in der Mitte durch eine sechsspurige Straße unterbrochen wurde – und die nächste Unterführung.
Immerhin waren wir vor dem Gewitter im Apartment. Mein erstes Insta-Apartment. Totschick, manchmal überraschend in der Benutzung, manchmal folgt die function doch arg der Form. Aber dafür hat es eine perfekte Panoramaaussicht über die Stadt, einen Moon Roof, und unglaublich stylishe schwarze Lichtschalter im schwarzen Bad.
Endgültig hingerissen bin ich durch die perfekte Kaffeesituation (guter Filterkaffee!) und das exorbitat seltsamse aber schmackhafte Frühstück. Aber das ist eine andere Geschichte.

Breite Straßen, niedrige Häuser
Abends Altstadtbummel am Zusammenfluss von Memel und Neris; dort wo selbst das Rathaus sich als Kirche tarnt und Sportflächen aussehen als gehörten sie zu englischen Privatschulen.

Verkehrsmittel
3 Fernzüge, 1 Regio, 2 S-Bahnen (Berlin), 2 Metros (Warschau) 5 Trams (2, Ffo, 3 Warschau), 4 Busse (3 Warschau, 1 Kaunas); hinzugekommen: 2 Fernzüge (Warschau-Mockawa; Mockawa-Kaunas), 1 Bus (Bahnhof-Hotel in Kaunas)
Links
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Herr Buddenbohm macht Sommerpause: „Was für meine Verhältnisse zwar höchst ungewöhnlich ist und bisher niemals vorkam, aber doch von vielen empfohlen wird.“ – Oha
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Lesen und Schwimmen und Schwimmen und Pride.
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Karen weiter auf Halbeuropatour: Mala Fatra (1) und Roháče