Am Südkreuz, ein Service-Fahrzeug der Hamburger Hochbahn.
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Nachdem dort am Südkreuz die Plätze ausgehen, an denen sich „Rolltreppe-kaputt“-Absperrungen und Schilder aufstellen lassen, dehnt DB InfraGo die Hinweise auf die Laufbänder an den digitalen Abfahrtstafeln aus. „Nur wenige Fahrtreppen verfügbar“ teilen sie mir mit. Ach.
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Ein Forschungsprojekt möchte mich als neuem Studiumsabsolventen für das Projekt „Dynamische Bildungs- und Erwerbsverläufe“ über „..die Veränderungen, die sich im Leben junger Menschen oft in kurzer Zeit ereignen“ befragen. Offenbar ist mein persönlicher Bildungs- und Erwerbsverlauf zu dynamisch, um in deren Raster zu passen.
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Mein Supermarkt teilt mir etwas von Eierlieferproblemen mit, informiert aber auch mit „Hochdruck an einer Eierlösung“ zu arbeiten. Leider tauchen vor meinem inneren Auge sofort Supermarktmitarbeiter in der Hocke mit angespanntem Gesichtsausdruck auf.
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Muss mensch auch erstmal schaffen: Als Kulturstaatsminister zur Leipziger Buchmesse kommen, und von allen Besucher*innen, dem Börsenverein des Buchhandels und dem Oberbürgermeister auf der Eröffnungsfeier abgewatscht werden.
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Das Schöne an der Wohnung: Wenn ich um 20 Uhr beschließe noch mal schwimmen zu gehen, aber bis 20:45 Uhr lethargisch im Sessel hänge, komme ich trotzdem noch vierzehn Minuten vor dem 21-Uhr-Einlasschluss ans Drehkreuz.
Der Nachteil: Wenn einen alle Rettungsschwimmer*innen und Fachkräfte am Beckenrand persönlich kennen, fühle ich mich genötigt nicht allzu planschig im Becken rumzufaulenzen.
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In der Mittagspause: Gespräche welches Kind auf das monochrom beigste aller Essen besteht.
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Es waren drei Arbeitstage im Zeichen kommender Ereignisse.
The Thin Man möchte in der Thomas-Dehler-Bibliothek abgegeben werden
Die gesammelten Romane von Dashiel Hammett mussten zurück in die Bibliothek.
Es gab eine Vormerkung einer anderen Person – was mich rein abstrakt freut, das Buch wird noch gelesen. Konkret bedeutet es für mich einen Abbruch inmitten der Lektüre.
Leider fehlen mir noch The Glass Key und The Thin Man in meiner Lektüreliste. Aber das wird. Bei der weiteren Maltese-Falcon-Lektüre stellte ich fest, wie sehr sich der Film in meinem Hirn verankert hat.
Der ist eine sehr getreuliche Adaption des Buches und ich konnte gar nicht anders als vor meinem inneren Auge stets die Filmszenen zu sehen und zu denken „kenn ich schon“. An den wenigen Stellen an denen das Buch abwich und noch ein paar Extraschlenker einbaute, war ich sofort wieder aufmerksam und begeistert.
Vilnius Poker – was noch?
Langsam könnte ich mich in Voraussicht des Sommers eh auf eine neue Gegend eingrooven.
Es wird Zeit für die Litauen-Lektüre: Sachbücher, aber vor allem Romane, um ein Gefühl für die Gegend zu bekommen. Mein Internet spuckte bisher Vilnius Poker und Silva rerum als wichtige Romane über Litauen aus – aber selbst Silva rerum ist schon in keiner Sprache mehr erhältlich, die ich verstehe.
Wer also gute Romane und Sachbücher über Litauen auf deutsch oder englisch empfehlen kann – immer her damit!
Das letzte Kimchi
Es ist vorbei. Die letzte Gemüslichkeits-Lieferung der Saison lag im Spanholzschrank an der Bibliothek. Die Solawi hat die Lager geräumt und fand dort neben den (seltenen) Kartoffeln auch noch Grünkohl, Spinat und Kimchi. Es werden noch einmal Festtage werden bevor der Monat der Gemüseentbehrungen kommt.
Die nächste Lieferung kommt im Mai, wenn wieder etwas Frisches zu ernten gibt.
Die Gemüslicher suchen noch mindestens 15 Mitglieder für das nächste Jahr. Falls ihr in Berlin oder der Prignitz wohnt, Gemüse tatsächlich mögt (und nicht nur denkt ’sollte ich öfter‘) und regelmäßig so von Anfang an selbst kocht, vermitteln wir gerne.
(Das sind natürlich keine offiziellen Einstiegsvoraussetzungen. Aber ohne diese Eigenschaften wird es unerfreulich werden, jede Woche Überraschungsgemüse verarbeiten zu müssen.)
Rueblitorte und Gin Tonic
Unsere Vermieterin meinte es gut mit uns – also nicht mit uns direkt, sondern allgemein mit den Bewohner*innen unserer Wohnung. Die Kornellkirsche vor dem Fenster ist eine einzige Pracht – und das zu einer Zeit, in der sonst nur erste Knospen zu sehen sich und sich die ersten Forsythien gerade ganz vorsichtig ein bißchen ans Blühen wagen.
Wenn es dann draußen heiß wird, haben wir Schatten, dann schicke Kirschen und am Ende wunderbar farbiges Laub.

Gespannt sind wir, was auf dem Garten-Parkplatz noch wächst. Nur anhand der leeren Sträucher und Bäume lässt sich das meistens nicht raten. Aber bald werden wir Blüten und Blätter sehen und mehr wissen. Eine handvoll Forsythien ist da. Das wissen wir schon.
Die Kirsche wird einen schönen Hintergrund liefern zum Wohnungs-mit-Menschen-Einweihungs-Anlass.
Madame bewältigte große Teigmengen, die zwei Kuchenbleche bis zum Anschlag füllten. Unser kleiner Handmixer ist für solche Einsätze nicht gedacht. Tapfer stand er bis zum Bauch im Teig, seine „Füße“ immer noch nicht am Boden der Schüssel. Aber er und Madame rührten und rührten, Optik und Geruch der Kuchen sind vielversprechend.
Dabei wieder gelernt: Falls wir mal ein paar Kästen Getränke bringen, kommt ein Lieferdienst und sofern er die richtige Zufahrt findet, ist selbst das Ausladen und Hochbringen ein Traum: Abstellen direkt vor dem Eingang, eine breite Treppe und das war’s. Die Knusprei werden wir vermutlich wiederholen.
Die Charta der Vielfalt geht auf Gardenswartz and Rowe, 2003 zurück
Bevor der Kuchen zum Einsatz kommt, findet morgen die Digitale-Diversitäts-Klausur statt. Offenbar bin ich jetzt im Master-Studiengang ein alter, abgeklärter Student: noch nie an der Fernuni ging ich derart unvorbereitet in eine Klausur.
Ich setze darauf, dass die Klausur inhaltlich tief in meinem eigenen Komfortbereich liegt. Die Bestehensquoten in den letzten Semestern lagen irgendwo zwischen >90% und >98%. Trotz arg hemdsärmeliger Vorbereitung mache ich mir trotzdem Bestehenshoffnungen. Die Noten waren mir ja schon im Bachelorstudium egal – ich will den Schein.
Ich hoffe, wenn ich die Charta der Vielfalt auswendig kann und verstehe wie ein paar theoretische Konzepte funktionieren, sollte der größe Teil funktionieren.
Planvoll mit dem Staubsauger
Weil solche spontanen Ausflüge aber besonders viel Spaß machen, haben wir zur Feier unseres Hochzeitstages eine unglaublich schlecht geplante Reise unternommen. – die aber richtig schön klingt.
Christa Chorherr blickt auf Rätselrallies zurück: Verschwundenes gesellschaftliches Leben
Den Gedanken hatte ich noch nie, aber er ist treffend: „Für mich ist Teams ein wenig wie ein schlechtes Betriebssystem als Anwendung auf einem mittelmäßigen Betriebssystem.„
Wenn man bei unserem Staubsaugerroboter auf einen Knopf drückt fängt er an zu saugen und fährt dorthin, wo halt Platz ist, und wenn man wieder auf einen Knopf drückt, hört er damit auf. Das ist alles. Umso faszinierter bin ich, was Felix an dem seinen alles rumbastelt.
Carsten möchte uns nicht mit allzusehr mit seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung behelligen. Aber, (klingt das schon fast pietätlos?), ich fühlte mich von der Schilderung gut unterhalten und lernte auch etwas: Woche 11/2026: Alles Gute Und natürlich vor allem gutes Abheilen!
Vielen Dank!