Inspektionstermine beim Fahrradmeister haben eine Wartezeit von sechs Wochen.
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In der Lokalzeitung lernte ich, dass der Haupt-Außen-Drehort des Netflix-Brüllers Kacken an der Havel in der Kleinstadt Kremmen direkt neben den Latifundien liegt.
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Im Schöneberger Ex-Kiez hingegen: 38-Jähriger in Schöneberg angeschossen. Was das zweite Mal innerhalb eines halben Jahres ist, dass in 100 Meter Umkreis der Ex-Wohnung Menschen aufeinander schossen. Vielleicht gibt es ein zuviel an Großstadt-Flair.
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Das Sommersemester 2026 ist das letzte Fernuni-Semester in dem es – je – in allen Zeiten – für immer – gedruckte Studienbriefe geben wird. Ich überlege noch spontan alles zu belegen, was ich vielleicht je belegen wollen würde, um diese Chance zu nutzen.
Außer natürlich die Digitalisierung bricht an ihren inneren Widersprüchen zusammen, was in den nächsten Jahren auch nicht ausgeschlossen ist.
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In meinem Kopf kreist eine Partyidee, die ich mit Abstand immer besser finde. Leider wird es keinen Markt geben. Ich mache mich selbstständig unter dem Claim „Informationssicherheit im Zeitalter globaler Krisen – Resilienz durch Rohrpost.“
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Auch kreisen in meinem Kopf noch leichte Neidgefühle als ich vom Diplomarbeitsthema „Geschenkpapier“ hörte.
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Positive Partynachwirkung: Wir leben temporär in einem Blumenladen.
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Es waren die Tage danach: Nach der Klausur, nach der Einweihungsgsparty, nach dem Subbotnik-direkt-im-Anschluss-an-die-Einweihungsparty.
Weiterhin bleiben die drei Schachbrettblumen unerklärlich
Nach der direkten Klausur-Party-Subbotnik-Abfolge, brauchte ich den Sonntag, um mich selbst wieder mit mir selbst zusammenzubringen.
Ich zupfte ein wenig ein frisch gesprießtem Brennnesseln, sah Madame beim Rosenschneiden zu, erfreute mich am Tagpfauenauge und freute mich vor allem darüber, in der Sonne zu sitzen.
Wir diskutierten, welches die beste Feldfrucht für den Acker nebenan wäre. Kartoffeln wären nett, die haben schöne Blätter und blühen gut. Oder Kohl1: Die Felder in Dithmarschen sehen toll aus. Aber beides wird in Brandenburg nicht in Mengen angebaut.
Spargel wäre ortstypisch, sieht nach der Saison auch schön aus, wäre in der Saison aber zu anstrengend. Raps sieht zwar zeitweise toll aus, riecht aber auch durchdringend. Mais bildet im Herbst die dunkelgrüne Wand: eindrucksvoll, aber doch auch deprimierend.
Am Ende ist wahrscheinlich sanft wogendes Getreide das beste was uns auf dem Acker passieren kann. Wir haben Glück, dieses Jahr sieht es ganz danach aus.
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Zwei Kraniche beschlossen, den Sommer über in Brandenburg zu bleiben und flogen zwei Meter über dem Bungalow vorbei.
Aus der Höhe, knapp noch kreisend über dem Acker zu sehen, der Schrei zweier Rotmilane.
Noch ist alles auf den ersten Blick das meiste im Garten braun-grün. Aber es sprießt und keim und knospet an allen Ecken und Enden. Die Farbenpracht steht kurz bevor.

Tisch weg. Tischtuch bleibt.
Nachdem wir uns selbst wieder halbwegs alltagstauglich hergerichtet hatten, durfte dann auch der Rest der Wohnung und Umfeld dran glauben.
Das Auto durfte mal wieder durch die Disco-Inferno-Waschstraße. Offenbar ist der Frühling jetzt lange genug anwesend, damit die Waschstraßenschlange am Wochenende nicht noch hundert Meter die Straße entlangläuft.
Wir räumten ein wenig hin und her:
Bier, Tonic Water und Cola wanderten ins Auto – erfahrungsgemäß geht das am Wochenende im Garten besser weg als in der Woche in der Wohnung.
Die Klappstühle und der Klapptisch wanderten zurück in den Keller. Das restliche Geschirr drehte Runden durch die Geschirrspülmaschine. Nur ein einzelnes Sektglas versteckte sich bis zum Montagsfrühstück in einer hinteren Regaleckeund darf nun allein unter Alltagsgeschirr seine Waschung durchlaufen.
Die Zitronen-Tischdecke blieb. Die ist zwar grenzwertig groß für den Wohnzimmertisch in seiner Alltagsgröße. Aber sie macht mir einfach gute Laune.
Nusskanne, Vertreibung, Versöhnung
Max war im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung – ein Zentrum, das einen maximal schlechten Start hatte, aber sonst sehenswert ist.
Eine Website zur Nusskanne: Nusskanne.de. Ich hatte keine Ahnung! (via)